Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 1 (1920-1921)
- Issue
- 44 (14.10.1921)
- Date
- 1921-10-14
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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' UobrsgenS sorgst ket Vorstand meffi auf eine esMtümlkche Weise dafür, daß Konflikte nicht entstehen können, indem die Tagesordnung der Vorstandssttzung geheim ist, so daß der Rabbiner, selbst wenn er auf irgend eine Weife von ihr Kenntnis hat, sich kaum dazu äußern kann. Von der Entstehung deS Gong berichtet man, ein chinesischer König habe einmal seine Frau in flagranti erwischt und seine Weifen gefragt, wie man derartiges in Zukunft vermeiden könne. Einer der Weisen überreichte ein Gong und riet, daß auf Befehl des Königs kein Mensch mehr ein Haus betreten dürfe, ohne dreimal an ein im Hausflur anzubringendes Instrument dieser Art zu schlagen. Und richtig! Seitdem verstummten die Klagen und keine Frau wurde mehr in flagranti ertappt! Auch der Rabbiner Klage muß verstummen, wenn sie nicht mehr wissen, was man in Borstandssitzungen berät. Aber ob dieser Zustand würdig ist, ob nicht ein Vorstand, der allzugroßen Wert auf die Geheimhaltung der Tagesordnung legt, auch gelegentlich in den Verdacht kommen könnte, den Rabbiner übergehen zu wollen, sei zum mindesten erwähnt und der Ueberlegnng anheimgegeben. Im allgemeinen ist diese künstliche Konstruktion ein unglückseliges Kompromiß, und in Berlin, wo man es zuerst versucht hatte, hat man bald seine Unmöglichkeit ein* gesehen. Gewiß wird es sich, wo man einen ungewöhnlich gutmütigen und zurückhaltenden Rabbiner hat, einige Zeit halten können, auf die Dauer aber stellt es schon deshalb eine Unmöglichkeit dar, weil es zwischen Vorstand und Rabbiner eine unerquickliche Atmosphäre der Gereiztheit und des Mißtrauens schafft. Das Judentum kennt keinen Klerikalismus, und das Selbstbestimmungsrecht der Gemeinde soll nicht angetastet werden. Nur sei daran erinnert, daß die Gemeindevorstände in alter Zeit zwar aus Laien bestanden, aber aus solchen, die vom jüdischen Schristtume viel verstanden. Und wenn den Forderungen des Rabbiners von manchen Seiten der Ruf entgegenklingt, es handele sich uni die Aufrichtung einer Priesterherrschaft, so ist der Vorwand lächerlich. Der Rabbiner will nicht herrschen, sondern seinen Rat in die Wagschale werfen, verhindern, daß alles hineinrebet, nur nicht der Sachverständige! Dieser Einwand begibt sich schon auf das Gebiet des Scherzes, und dann könnte auch jener andere wahr sein, den mir nach Erscheinen eines Artikels von mir über den „preußischen Rabbiner" in den „Neuen Jüdischen Monatsheften" mein alter Freund und Gesinnungsgenosse, der leider schon Heimgegangene Justizrat Salinger in Oppeln, humorvoll übermittelte. „Die Rabbiner", sagte er, „können wir im Vorstand nicht brauchen, weil sie zu viel, zu oft und zu gründlich reden würden." Des Rabbiners Lage ist, dankbar sei es anerkannt, in vielen mittleren und fast allen größeren Gemeinden in den letzten Jahren insofern gebessert worden, als feste, lebenslängliche Anstellung ihm die Möglichkeit gibt, unbeirrt durch die Furcht vor materieller Schädigung seinem Gewissen zu folgen. Eine völlig befriedigende Stellung, die ihm selbst die Freude an der Arbeit gibt und rückwirkend der Gemeinde von Nutzen ist, wird erst dann erlangt sein, sobald der alte Zopf abgeschnitten ist und der Rabbiner seinen Einfluß auf die Gemeindeverwaltung erhalt. Besonders sollten sich die liberalen Vertreter und Vorsteher das gesagt sein lassen. Wenn tatsächlich in den letzten Jahren durch das Verhältnis der liberalen Laien zu den Theologen ein kleiner Riß hindurchging, so lag es mit an dem Empfinden der letzteren, daß seitens ihrer eigenen Freunde ihre Interessen in den Gemeinden nicht gehörig wahrgenommen wurden. Der Idealismus der deutschen Rabbiner, die auch unter so entwürdigenden Bedingungen in Treue und Aufopferung ihren Gemeinden und dem Judentum dienen, ist beispiellos. Keinen anderen Beruf als den des jüdischen Beamten — auch Lehrer und Kantoren wirken oft unter ähnlichen Bedingungen — gibt es, der soviel Aufopferungsfreudigkeit auf der einen, und so viel driickende Zurücksetzung aus der anderen Seite aufwiese. DerAnfang zu einer Besserung ist gemacht. Wirke Herr Wolfsohn mit seinen Freunden dafür, daß die Beschlüsse der letzten liberalen Tagung nicht leere Worte bleiben. Er wird dem Judentum und der liberalen Seite einen vortrefflichen Dienst erweisen. ^_ »flaüsemltksmus fjl Mtchristmtum and Mtimenschentum". Ein Lied auf die jüdische Nächstenliebe. Ter Landtagsabgeordnete und Berliner Stadtverordnete Waldeck-Manasse hielt kürzlich in der Berliner Stadtverordnetenversammlung eine Rede, die ihres Inhalts wegen verdient, der breiteren Oeffentlichkeit bekannt zu werden: wir geben sie daher nachstehend wieder. Die Red. Meine Damen und Herren! Trotz der sehr hellen elektrischen Beleuchtung kam es mir heute hier recht dunkel vor. Es war, als ob ein falscher Kalender sich aufgetan hätte. Als Lessing im Jahre 1779 seinen „Nathan" herausgeben wollte, hatte er immer Furcht, daß er darüber hinwegsterben könnte, ohne seinen siebzehnhundert Subskribenten je einen Gulden zu rückgegeben zu haben, den er ihnen hätte schuldig bleiben müssen, wenn das Werk nicht herauskäme. . Diese wehmütige Erinnerung stieg eben in mir empor, als ich hören mußte, daß in der Hauptstadt des Landes der Dichter und Denker in solcher Art und Weise debattiert werden konnte. Hier meldeten sich Gefühle, Garanten und Zwischenrufe von beträchtlicher Lebhaftigkeit. Mir schienen sie weder der Würde der Versammlung, noch der Ehre des deutschen Volkes, noch dem Segen irgend einer Religion zu entsprechen. Ich bemühe mich wirklich, in solchen Dingen objektiv zu sein; aber Antisemitentum ist Antichristentnm und Antimenschentum zugleich. Niemand wird bei seinem Eintritt ins Leben gefragt, in welche Religion er hineingeboren werden soll. Der eine nimmt den Rosenkranz in die Hand wie seine Eltern, der andere singt: Eine feste Burg ist unser Gott, der dritte verehrt die Heilswnnder vom Änai, und der vierte glaubt inbrünstig an die sieben Himmel Allahs. Und dann streiten und kämpfen und töten die Menschen um dieser zu fälligen Religionen willen, statt den Ewigkeitswert des Ge meinsamen und Edlen aller Religionsstifter festzuhalten, die doch schließlich alle ethische Revolutionäre gegen die Fehler und Schwächen der Vergangenheit waren. Das schöne Lessing-Wort schien heute hier vergessen zu sein: „Ich weiß und glaube, daß alle Länder gute Menschen tragen." Umsomehr hat es mich betrübt, daß Herr Kollege Koch ein Wort dazwischenrief, von dem er höchst wahr scheinlich — wenn wir auch sonst hier nicht von Beruf des Einzelnen reden wollen — auf seiner Kanzel nicht Gebrauch gemacht hätte. Ich hatte dabei das Gefühl, daß, wenn der Begründer des Christentums an seiner Kirche vorübergekommen wäre, er wahrscheinlich gesagt hätte „Ein schönes Gebäude und ein stolzer Kirchturm." Diese' ragt aber in die Lüfte wie ein Fragezeichen: „Siehst du auch, wie fromm ich bin?" Und doch, je reicher wir an steinernen Kirchen geworden sind, desto bettelarmer wur den wir an echter Religion. - Wer so spricht, der krertzig: den edlen Nazarener täglich von neuem, der doch schon bei Golgatha seine Kreuzesqualen für die Menschheit trug. Jude". Und der gereichte do'H wahrlich nicht nur seiner Religion, sondern auch der deutschen Bildung zur höchsten Ehre. So steckt auch da drüben im Osten eine Unmenge von Kenntnis und Kultur. Und der kennt das Judentum chlecht, der da glaubt, es sei in seiner Religion oder in einer Lebensführung vorgeschrieben, zu schachern, zu markten und zu betrügen. Nein, auch dort hatte der am meisten Geltung, der die höchste Weisheit und das gütigste Lebensvorbild in sich verband. Aus meiner langjährigen Praxis darf ich sagen, daß ich in jüdischen Kreisen viel mehr sogenannte christliche Nächstenliebe angetroffen habe, und daß auch mancher Ostjude leichter ein paar hundert Mark oder Taler für arme Mitmenschen zur Verfügung stellte, ehe ein arischer Großgrundbesitzer einen Zentner Kartoffeln oder einen halben Zentner Aepfel umsonst gegeben hätte. (Lebhafte Zustimmung links.); Und wie Sie, verehrter Herr von Lindelner, auf Ihren Stammbaum stolz sein können, so sollten auch Ihre antisemitischen Freunde es den Juden überlassen, auf ihre stolze Ahnenreihe hinzublicken, welche sie durch alle Verfolgungen bis auf Abraham, Isaack und Jacob zurückführen. Ich möchte mit einer kleinen Episode aus der letzten Zeit schließen: Vor einigen Monaten erfuhr ich, daß ein ehemals wohlhabender Apothekenbesitzer in tiefste Not ge-, raten sei: ein schwerer Schlaganfall hatte den Ernährer einer zahlreichen Familie in das größte Elend gebracht. Ter Bürgermeister einer mitteldeutschen Stadt wandte sich an mich. Und da sammelten einige wohlhabende, nicht reiche Jüdinnen gern mehrere tausend Mark, trotzdem es sich um die Familie eines Hakenkreuzlers handelte. Meine sehr verehrten Anwesenden! Die allerlei Hafteste Phantasie gehört dazu, um sich vorzustellen, daß etwa einige Hakenkreuzlerinnen einem armen Inden oder gar Ostjuden dasselbe erweisen könnten. (Lebhafte Zustimmung links und bei den Demokraten.) Meine verehrten Damen und Herren! Ich habe wahrscheinlich nicht die Ehre, in die künftige Stadtverordneten-Versammlung zurückzukehren. Aber ich möchte an der Stelle, wo ich auf eine mehr als 15jährige Tätigkeit zurückblicken darf, doch folgendes aussprechen: Es hat kaum einen Tag gegeben, an dem das geistige Licht sich so gering entwickelt hätte wie heute. Ich habe gerade als Freidenker Achtung vor jedem frommen, überzeugten Menschenkinde, das in seiner Weise redlich zu seinem Herrgott betet, aber mir will scheinen, daß die verstehende Duldsamkeit von der anderen Seite nicht geübt worden ist. Also nicht von neuem kreuzigen und verletzen, sondern menschliches Verstehen und wahrhafte Menschengüte. Das am Schlüsse dieser Debatte zu sagen, hielt ich für meine Pflicht. (Lebhafter Beifall links.) Aber, verehrter Kollege Koch, das ist die große jahrtausendalte Verallgemeinerung der Menschen: „Wenn e i n Jude Gutes tat, war es einmal ein Jude, wenn e i n Jude Böses tat, waren es gleich die Juden. (Sehr richtig! links.) Wenn Herr Kollege Koch den Zuruf machte — und ich habe auf der linken Seite nicht das Wort die O st j u d e n gehört (Zurufe rechts) —, so werden wir beÄe recht haben, Herr Kollege v. L i n d e i n e r, denn der Zwischenruf ist zweimal erschallt. Einmal hieß er: „D i e Juden sind eine Seuche" und nachher: „Die Ostjuden sind eine Seuche." (Widerspruch und Zurufe rechts.) Aber, auch wenn der Zuruf nur lautete: „Die Ostjuden sind eine Seuche", so bleibt er auch ein Unrecht. Die haben sich ihre Eltern nicht gewählt. Jedes Volk hat die Juden, die es verdient und die es sich selber bildet. Und wenn Sie bedenken, wie grausam und unchristlich diese armen Leute seit Jahrhunderten verfolgt würben, so kann man auch diesen Märtyrern die Achtling und das Mitgefühl nicht versagen. Bei uns in Deutschland war es einmal ähnlich. Als der Mann höchster Kultur Moses Mendelssohn als Jüngling in Berlin einzog, da befand sich im Tagebuch des Rofenthaler Tores die Bemerkung: „Heute passierten das Tor sechs Schweine, sieben Kühe und ein r ... .. .r . Reichshilfsausschuß für Oppäü. - Vor einigen Tagen wurde im Reichsarbeitsminft sterium ein „Reichshilssausschuß für Oppau" gegründet, dem Vertreter der höchsten Behörden, der Industrie, der organisierten Arbeiterschaft, der großen Wohlfahrtsverbände interkonfessioneller wie auch konfessioneller Art angehörem Auch die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Inden, Berlin, ist dem Reichshilssausschuß beigetreten und richtet an die gesamte jüdische Bevölkerung in Stadt und Land die Bitte, sich an dem Hilfswerk für die Opfer des Oppauer Unglück aufs wärmste zu beteiligen. Spenden werden entgegengenommen auf das Postscheckkonto Ludwigshafen Nr. 15 000, Frankfurt a. M. Nr. 55 000 und Berlin Nr. 117 000 (Reichshilssausschuß für Oppau). Ausfall -es Schulbesuchs an Feiertagen. Seitens des Ministeriums für Volksbildung erging kürzlich folgende Verfügung: „Wenn evangelische Schulen von Schülern katholischen Bekenntnisses besucht werden, so sind die von der katholischen Kirche gebotenen Festtage für diese Schüler als schulfrei anzusehen, ohne daß es eines besonderen Antrags der Eltern bedarf. Es ist daher auch nicht zulässig, das Fehlen an diesen Tagen in den Schulzeugnissen als Schulversäumnis zu vermerken. Das gleiche gilt sinngemäß : auch für jüdische Schüler in christlichen Schulen. Vücheebesprechungen. „Luthertum oder Christentum? Von einem Christen." (DreÄen-Blasewitz 1920.) So ist ein scharf geschriebenes Buch betitelt, das unser regstes Interesse in Anspruch nimmt. Der Schleier der Anonymität ist mittlerweile gelüftet und der Verfasser — ein evangelischer Pastor — wegen seiner dem Kirchenregiment widersprechenden Religionsanschauungen seines Amtes entsetzt worden. Rückhaltlos bekämpft der Geistliche das Luthertum im Gegensatz zu den Jesnslehren, es ist ihm Tatsache, daß Luther „die reine Lehre Jesu tief, ganz tief in den Staub des Tages, in das Gewirr der völkischen und sozialen Differenzen hinabgezogen und dadurch von Grund aus verfälscht, erniedrigt, entweiht hat Der Verfasser bemüht sich, „der wahren Religiosität auf die Spur zu kommen", und daß er sich in radikalen Bahnen bewegt, geschieht absichtlich, um der Kompromißmacherei aus dem Wege zu gehen. Der scharfe Kritiker betont, daß es leichter sei, den nationalen Instinkten eines Volkes — die in der Regel nicht gerade die edelsten sind — zu schmei cheln, als es offen in die Zucht eines großen und hohen Gedankens zu nehmen, es seien „tausend schmutzige Finger am Werke, die Lehre Jesu „einzudeutschen", d. h. mundgerecht zu machen für solche, die den Blick nicht über ihre 'nqste Umgebung hinauszuheben vermögen. Es scheint nach ihm, „als ob der unglückliche Ausgang des Krieges sogar eine besondere Abart kirchlicher Rassenverhetzung ins Leben gerufen habe. Sie äußert sich vorderhand nur in der beliebten Form des Antisemitismus, aber man weiß ja doch, daß Antisemitismus lediglich die schärfste Ausprägung eines vorhandenen Rasse- und Nationalitätsbewußtseins überhaupt ist. Neu ist an der Erscheinung allein, daß die Kirche jetzt offiziell als Verkünderin des Antisemitismus auftritt. (Ob diese Behauptung gerechtfertigt erscheint, muß demVersasser überlassen bleiben.) Luther selbst könne kaum als Antisemit im modernen Sipne gelten, „weil es zur Zeit seines Auftretens in Deutschland so gut wie keine Juden mehr gab: sie waren zum größten Teil den mittelalterlichen Verfolgungen und Hetzen erlegen; er weist darauf hm, daß Luther über die unfreundliche Behandlung, die den Juden begegnete, ungehalten war; allerdings hat er später in diesem Punkt anders gedacht. „Ist es da aber verwunderlich", ruft der Verfasser aus, „wenn heute etwa der „Aufklärungs"- Dienst der sächsischen Kirche ganz offen den Rassenhaß, ja die unbedingte Ausrottung der Juden und — Freimaurer predigt, denn das seit langem verfolgte Ziel der Inden sei die „Vernichtung der Oberschicht und die Vernichtung der selbstbewußten Männer aus der Unterschicht, und um 1 dieses Ziel zu erreichen, sei durch die drei Glaubensbrüder I Marx, Engels und Lassalle die Sozialdemokratie gegründet I worden. (Bekanntlich ist Engels nicht jüdisch?'-. Abstammung!) „Selbst ein größerer sittlicher Tiefstand, als der hier zu Tage tretende", bemerkt der Verfasser, „selbst ein blühenderer Blödsinn wäre konsequent. Verwahrung möchten wir nur dagegen einlegen, daß der Herr Pastor die Juden als ein internationales und antiprotestantisches Element bezeichnet. Die Juden empfinden, denken und handeln in politischer Beziehung genau so wie die übrigen Mitbürger und versagen nie ihre Achtling gegenüber der religiösen Ueberzcugung Andersgläubiger. Jedoch betont der Verfasser ausdrücklich den gleichen religiösen und sittlichen Idealismus, der heute noch den besten Juden mit ihrem großen Volksgenossen (Jesus) gemein sei. „Eben dies freilich, daß Jesus Jude war, bildet einen Stein des Anstoßes, über den ein Lutheraner und Protestant nie ganz hinwegkommen kann." Unser Autor bemerkt weiter: „Man hat gesagt, daß die Juden heutzutage noch die einzigen Christen sind: Hat man unecht damit? Wenn man die wirklichen und selbstbewußter: Juden ansieht, gewiß nicht." — „Will man's leugnen", heißt es daselbst (Seite 43), „daß es bei uns vielfach nur Neid ist, was die Seele des Antisemitismus bildet, und zwar nicht allein materieller, sondern, was fast noch häßlicher ist, intellektueller Neid gegen die begabten und durch jahrtausendelange Leiden zu ungeahnter Zähigkeit und Geisteskraft emporgezüchteten Fremden?" Wir beanstanden hier nur den Ausdruck „Fremde n". Die Juden ftub im Deutschtum mindestens so tief verankert, wie die. die mit