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Jüdisch-liberale Zeitung · 1921-08-19 · 37 (19.8.1921) · page 3

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
1 (1920-1921)
Issue
37 (19.8.1921)
Date
1921-08-19
Page
– (sequence 3)
Language
German
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so schweren Zeit! Nicht weniger jüdische Namen werden als Kämpfer gegen den Bolschewismus in das goldene Buch der Geschichte eingetragen sein! Roditschesf warnt die Russen vor dem Antisemitismus und geht sogar so weit, den Kamps gegen die Bolschewisten für so lange aussichtslos zu halten — bis man den Antisemitismus vom Antibolschewismus nicht trennen tpnd — weil Pogrom und Ausplündern — der Grundstoff des Bolschewismus ist. — Das neue Mßland muß für alle Bürger dieselben Gesetze haben und eine Vereinigung von gegenseitigem Vertrauen und Gleichberechtigung sein — oder — schließt Roditschesf, es wird garnicht bestehen. Und dieses Buch ist nicht einsam geblieben. Die russische Konferenz in Paris hat ihre Resolution auch in diesem Sinne ausgenommen: Gleichberechtigung und kein Judenhaß. — Aus die Behauptung, daß die Juden unter der Sowjetregierung nicht leiden, — sondern sogar geschont werden — muß erwidert werden, — daß dort für Alle — dieselben Gesetze gelten. Die Synagogen, jüdische Schulen und Organisationen — werden ebenso verfolgt und unterdrückt — wie die ihnen entsprechenden russischen Institutionen. Als bester Beweis — der Zionisten-Kongreß — der im vorigen Jahr in Moskau stattfand — wurde auseinandergejagt — die größte Zahl der Mitglieder — von der „Außerordentlichen Kommission" verhaftet und längere Zeit im Gefängnis gehalten... M. W. Hus -em Reich. Berlin. Rabbiner Dr. Hochfeld, dessen plötzlichen Tod wir bereits meldeten, war im Jahre 1871 geboren und hat an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums in Berlin studiert. Hier bestand er auch 1896 seine Prüfung. Er war dann Rabbiner in Frankfurt a. O., Düsseldorf und endlich Berlin. Vom Wintersemester 1908/09 ab lehrte er an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Jndentums Methodik des jüdischen Religionsunterrichts. Er war ein ausgezeichneter Pädagoge, von seiner Begabung zeugt ein Band Kinderpredigten urib ein Band Kriegspredigten. Als Rabbiner stand er auf der liberalen Seite und förderte die Weiterentwickelung der jüdischen Religion in ihren Lebensformen zu einem Zusammenklang mit dem modernen Kulturleben. Er hat umfangreiche Vorarbeiten für ein Werk über die Methodik des jüdischen Religionsunterrichtes hinterlassen. — Als Mensch war Hochfetd im Kreise seiner Freunde als feinfühliger, stark musikalisch veranlagter — er spielte selber Geige — Freund edler Geselligkeit bekannt. Berlin. Völkische Eltern und chre Kinder! Obwohl es nichts Neues ist, daß >trie nationalistische Unkultur in Ostpreußen einen sicheren Wohnsitz hat, muß man gelegentlich doch ihre Aeußerungen feschalten. Hier ein kleiner Vorfall in Sensburg (Regierungsbezirk Allenstein), wo man bei der Abstimmungsfeier die Girlanden mit Hakenkreuzschildern verzierte: Zwei jüdische Damen tvevden auf der Straße von zwei höheren Schülern angerempelt und vom Bürgersteig gestoßen mit der völkischen Begründung: „Judenweiber haben auf dem Bürgersteig nichts zu suchen." Die Damen beschweren sich beim Schulleiter, der die beiden Burschen nach dem Grunde ihres Verhaltens fragt. Sie erklären, persönliche Gründe zu haben, die nichts mit der Schule zu tun hätten. Der Direktor fordert sie auf, bei den Damen Abbitte zu leisten (es mag ihm schwer genug gefallen sein), und die Eltern der beiden Schüler — verbieten ihren Söhnen, das zu tun. Die „nationalen Kreise" zetern bei jeder Gelegenheit über Verrohung der Jugend; man sieht, daß es bei ihnen sogar eine Verrohung der Eltern gibt. . . . München. Nationalsozialisten und Sowjetrutzland. In einer Versammlung der nationalsozialistischen deutschen' Arbeiterpartei sprach Hilter über die Frage, ob die Deutfdjeit Sowjetrußland helfen sollten. Er führte aus, das Judentum habe die Krönung feiner Herrfchaftsbestrebungen durch Erlangung der finanzwirtschaftlichen und politischen Diktatur nun in Sowjetrußland erreicht. Da man aber die Unmöglichkeit der bolschewistischen Wirtschaft erkannt habe urtd fürchte, daß die 'Russen wieder erwachen könnten, wende man sich an das Ausland um Hilfe. Das Sowjetschicksal Rußlands sei aber auch uns zugedacht. Ob wir ihm entgehen, hänge von Rußlands Befreiung von der Sowjctherrschast ab. Wir dürften Rußland nicht helfen. Zumal wir nicht den Russen, sondern nur ihrer'. Feinden helfen würden. Die Liebesgaben würden auch wieder aii den Händen jener Elemente hängen bleiben, die das russische Volk bis jetzt ansgeplündert haben. Also Kopf hoch und hart sein! Denen wir helfen wollen, können wir nicht helfen, und den ärgeren wollen wir nicht helft n! Eine in diesem Sinne abgefaßte Entschließung wurde c instimmig angenommen. Leipzig. Shnagogenbau. Ans einen: Stück Alt- Leipzigs, an dem ehemaligen Petersbnmncmveg, den: schmalen Fußweg von der Otto-Schill-Straße nach der Zentralstraße, errichtet gegenwärtig die Taln:ud-Thora-1 Gemeinde, die zurzeit ihre Gottesdienste in dem Grund-1 stücke Keilstraße 1 abhält, ein eigenes Heim, so daß Leipzig! in Kürze außer der bekannten Synagoge in der Gottschedstraße ein zweites jüdisches Gotteshaus haben wird. I Die Bauherrin hat vor einigen Monaten die dort befindliche Turnhalle der Leipziger Turngemeinde an gekauft, die Halle niedergelegt und bereits die Grundmauern fiir die neue Synagoge fertiggestellt. Geplant war, die Arbeiten so schnell zu fördern, daß sie bereits, Ende dieses Jahres eingeweiht «tverden konnte. Leider mußte jetzt die Arbeit eingestellt werden, da die Lieferungen der Sandsteine aus Ostsachsen nicht in der vorgeschriebenen Zeit erfolgt find. Vor dem späten Frühjahr 1922 ist deshalb kaum mit der Fertigstellung des Baues zu rechnen. Wie fast alle Synagogen, wird auch das neue Heim der Talnmd-Thora-<^emeinde äußerlich in einfachen Formen und prnnklos gehalten fein. Dafür soll aber, wie uns mitgeteilt wird, die Innenarchitektur und Ausstattung um so vornehmer werden und erlesenen Schnurck aufweisen. Die zuerst gewählten Entwürfe für die Innenarchitektur sind einer erneuten Prüft:ng durch Sachverständige unterworfen und wesentlich abgeändert worden, da die Jnnenräun:e unter Wahrung des künstlerischen Eindrucks noch schöner and vornehnier, als zuerst geplant, eingerichtet werden soll. Der Hauptranm wird rund 1200 Sitzplätze erhallen. Wie bereits ei::gangs erwähnt, entsteht die neue Synagoge auf einem Stück Alt-Leipzigs. Das Baugelände gehörte einst zu den: berühmten Lurgensteinschen Garten, zu den: der große altertümliche Säulenportalbau, in dem sich seit einiger Zeit das polizeiliche Fundbureau befindet, den Eingang bildete. Auch manch andere alten Gebäude befinden sich noch heute auf jenem vom Verkehr völlig abgeschiedenen versteckten Fleckchen Eide, das selbst vielen Leipzigern unbekannt ist. Stuttgart. Die hier e:sche:nende „Süddeutsche Presse" schreibt sehr beachtenswert: Welche Staatsform auch einen: Laiche eigen ist — wirklich gearbeitet kann nur dann werden, wenn zum mindesten im Innern des Landes Ruhe herrscht. Ei:: Jude, der sich durch und durch als deutscher Staatsbürger fühlt, und genau wie alle anderen draußen im Dienste des Vaterlandes gestanden hat, muß uns als ebenso gleichwertiger Bürger e:scheinen, wie der adlige frcn^ösische Emigrant, der trotz sei::em französischen Namen und französischem Blut sich als Heerführer oder Soldat aufopfernd für Deutschlaich geschlagen hat. Spiritus, non fanguis! Damm handelt es sich! Ein Mensch, dessen innerstes Wesen deutsche Kultur erfüllt, der von deutschem Geist durchdrungen ist, und sich ganz als Deutscher fühlt, ist ein Deutscher. Es hieße die Kraft dos Deutschtums unterschätzen, wolle man das nicht anerkennen. Memmingen. Antisemitische Unruhen m Memmingen. Am Sonnabend sammelte sich eine große Volksmenge vor dem Anwesen des Großhändlers Rosenibaum, der unter dem Verdacht stand, Butter und Käse zurückgehalten zu haben. Die aufgeregte Menge verlangte nach dem Angeschuldigten und demonstrierte über sechs Stunden vor dem Hause. Inzwischen war ein Haftbefehl gegen ihn erwirkt worden. Die in die Tausende zählende Menschen-. menge verlangte nun, daß Rosenbaum durch die Straße geführt werden sollte. Die Polizei konnte dem stürmischen Verlangen sich nicht nrehr widersetzen u:rd wurde mit dem Verhafteten förmlich durch die Straßen geschoben. Nachdem er im Gefängnis untergebracht war, versuchte die Menge noch in weitere Wohnungen von Israeliten einzudringen. Während der ganzen Nacht durchzogen große Aiensä-enmeirgen die Straßen und auch am Sonntag war die Ruhe noch nicht wiederhergestellt. Wie einwandfrei festgestellt wurde, soll der Aufruhr von judenfeindlicher Seite hervorgerufen sein, während die Führer sich im Hintergründe halten. Gegen die Anstifter und Teilnehmer an den Krawallen in Memmingen ist Strafverfahren eingeleitet worden. Nach der amtlichen Darstellung ist als treibende Kraft der Kundgebungen der Arzt Dr. Sizins anzusprechen. Nach Aussage des Stadlrats Mayrock, des Führers der christlichen Gewerkschaften, hat Dr. Sizins ihn bereits am Freitag zu bestimmen versucht, „endlich gegen die Juden vorzugehen," da doch diese die meiste Schuld an der jetzigen Teuerung trügen. Dabei äußerte sich Dr. Sizins: „Ziehen Sie hinaus mit den Arbeitern und hängen Sie dem Juden eine Tafel mit der Aufschrift: „Ich bin der größte Schieber in Memmingen" um und B verprügeln Sie den Juden recht!" Mayrock hat das Ansinnen ganz entschieden zurückgewiesen und Dr. Sizins vor einem derartigen Unternehmen gewarnt, da dadurch m:r die Masse auf die Straße gehetzt werde. Als Sizins sah, daß Mayrock nicht dafür zu haben war, wandte er sich an einen als linksradikal bekannten Arbeiter, offenbar nnt besserem Erfolg. lieber die Teuerungskrawalle in Memmingen erfahren wir noch folgendes: Eine Bekanntmachung der Staatsanwaltschaft Memmingen erklärt, daß gegen den Käsereibesiher Wilhelm Rosenbaum ein Berfahreu wegen Verfehlungen gegen die Zwangswirtschaft und wegen Pfandbruchs schwebt. Es solle demnächst die Hauptverhandlung stattfinden, und es sei ein Haftbefehl gegen Rosenbaum ergangen. Gegen die Anstifter und Teilnehmer der Unruhen ist ebenfalls ein Strafverfahren cingeleitet. Schon seit langem munkelte man in Memmingen, das; sich die Käse-Großhandelsfirma Wilhelm Rosenbaum gewisse .Manipulationen mit Butter zu schulden kommen ließ. Auch wegen Erhöhung der Milchprcise werden gegen den genanmen Käsegroßhändler seitens des Publikums die schwersten Anwürfe erhöbe,!. Man erzählt, daß Rosenbaum im Verein mit anderen Milchgroßhändlern in einer der letzten Besprechungen mit den Bauern einen weit höheren Preis geboten hätte, als die Bauern verlangten. Inwieweit diese Anwürfe richtig sind, wird die Untersuchung ergeben. Bei der Kundgebung am Sonntag war beabsichtigt. Rosenbaum aus seiner Billa herauszuholen, ihm eine Tafel mit der Aufschrift „Ich bin der größte Schieber von Memmingen" um den Hals zu hängen und ihn dann auf den Marktplatz zu führen. Auf Vorschlag der Polizei wurde 'eine mehrköpfige Kommission gebildet, die nnt Rosenbaum in der Billa verhandelte. Auf die »krage der Kommission, ob Rosenb'aum sich bereit erkläre, in die hiesige Stadt Milch für den Preis von 1,80 Mk. pro Liter zu liefern, erklärte dieser, daß er leider nicht in der Lage sei, darüber Aufschluß zu geben, da er j für die hiesige Stadt keine Milch liefern dürfe, weil seine Milch! täglich nach Nürnberg gehe. Erst wenn die Landesfettstelle ein- - willige, könne er nach Rücksprache mit seinen Lieferanten über den Preis sich bestimmt äußem. Bevor sich die Kommission aus der! Villa entfernte, verlange ein gewisser Zeltler von Rosenbaum, er! solle eiue halbe Million in die Armenkasse der Stadt Memmingen I abliefern, da er bei seinen fürchterlichen Ikriegsgewinnen dieses Geld doch leicht entbehren könne. Als Rosenbaum sich hierzu nicht herbeij ließ, ging Zeltler bis aus 10 000 Mark herunter. Rosenbaum ver- ' weigerte auch diesen Betrag, worauf sich die Kommission entfernte. I In einen, großen Zuge wurde dann Rosenbaum durch die Stadt geführt. Alle Bemühungen der Schutzpolizei, die gereizte Menge von Tätlichkeiten abzuhalten, fruchteten nichts. Rosenbaum wurde zurück. Wird erster Mitarbeiter der „Wiener Zeitung", macht sich als Literaturkritiker einen Namen ersten Ranges, ^heiratet 1856 und lebt still, unermüdlich arbeitend, zurückgezogen, in Baden bei Wien. Er bekommt zwei Söhne; der eine wird ein bekannter Arzt, der sich in Brünn niederläßt; diesem Söhne zu Liebe siedelt er 1892 nach Brünn über; 1902 nimmt der Tod dem immer noch kaum glaublich arbeitsfrendigen Greise die „Feder ans der Hand". Ich habe gerade einen alte,: Kürschner'schen Literaturkalender bei mir. Die Aufzählung sämtlicher Lorm'schen Bücher nimmt just eine ganze Druckseite in Anspruch! — Nun, als Novellist und Romanschriftsteller wird Lorm nicht auf die Nachwelt kommen, obwohl auch diese seine Produktion das Dttttelmaß turmhoch überragt. Wie sein ist z. B. seine Novelle „Eine mährische Gräfin". Wie viel dichterisch Empfundenes steht in den Sammlungen „Am Kamin" und „Erzählungen eines Heimgekehrten". Wie gut sind z. B. seine Romane „Der fahrende Geselle" und „Das Leben kein Traum"! — Wie richtig urteilte 1887 die Wiener Jury, als sie bei einem Preisausschreiben den Preis für die beste Künstlernovelle der von Lorm anonym eingereichten Arbeit „Das Kopftuch der Madonna" zuerkannte! — Einiges von Lorm erschien in der Reklam'schen Universalbibliothek, so z. B. das Drama „Die Alten und die Jungen" und der sehr umfangreiche Roman „Gabriel Solmar". Durch letzteren habe ich mich einmal vor etwa zehn Jahren „hindurchgearbeitet". — Es ist ein wertvolles Buch, aber breit und an die Geduld des Lesers zu hohe Anforderungen stellend. Es gibt heutzutage bessere und uns näher stehende Erzählungsliteratur. Unsterblich ist jedoch Lorm als Philosoph. Schon sein philosophisches Jngendwerk: „Philosophisch-kritische Streiszüge" verraten den bedeutenden Kops. Mit seinem Hauptwerk „Der grundlose Optimismus" (1894 erschienen) u:ch den ausgezeichneten Schriften: „Philosophie der Jahreszeiten", „Natur und Geist im BerhälMis zu den Kulturepochen", „Die Muse des Glücks und moderne Einsamkeit", „Bekenntnisblätter" (verstreute und hinterlassene Aufzeichnungen eines Dichterphilosophen; posthum erschienen), hat er sich ein ehrenvolles und bleibendes Monument in der Geschichte menschlichen Denkens gesetzt! Lorm hat in diesen Werken eine tiefsinnige, das Jndertun: ergänzende Lehre vom Glück entwickelt; seine Gedanken und Formulierungen stehen höher, als die in Abertausenden von Exemplaren verbreiteten Ausführungen des Modephilvsophen Rabindranath Tagore, der unter anderem den Inhalt >der Beden verdünnt und verwässert hat. Die Lehre vom Glück als einer Kunst, das Wesen des Glückes als einer von allen äußeren Bedingungen völlig unabhängigen Erscheinung, hat wohl noch kein neuerer Denker so klar, überzeugend, gedankentief und dichterischverklärt dargestellt wie Lorm! — Daß diese Bücher nicht ganz bekannt sind, ist eigentlich ein kultureller Skandal! — Wie gut könnte gerade u n s e r e kranke Zeit diese außerordentlichen, geradezu klassisclM Werke gebrauchen und als geistige Medizin benutzen! — Aber haben denn die jetzt in allen möglichen Bädern herumlungernden „modernen Kulturträger" Z e i t, um diese köstlichen Dinge zu genießen?! — Ach! Das neueste Ullstein-Buch lockt ja viel mchr! Unsterblich ist Lorm zuletzt aber auch als Lyriker! — Er hat so viele traurige Erkenntnisse aus eine kurze lyrische Formel gebracht. . . . Wie herrlich sind z. B. seine Verse: S p h ä r e n g e s a n g. So lang die Sterne kreisen An, Himmelszelt, Vernimmt manch Ohr den leisen Gesang der Welt: „Dem sel'gen Nichts entstiegen, Der ew'gen Ruh', Um ruhelos zu fliegen. Wozu — wozu??" oder: Fromme Bücher. Aus Gottes Herzen ist die Welt entsprungen. Als seiner Liebe, seiner Huld Erscheinung! So spricht die Katze, wenn ihr Fang gelungen — Tie Maus doch ist nicht ganz der gleichen Meinung, Zwar täglich kommt ein frommes Buch heraus, Doch nirgends fand ich widerlegt die Maus. Aber den tiefen Pessimismus hat der blinde, taube Greis doch überwunden: „. . . Und droht auch Nacht der Schn,erzen ganz Mein Leben zu umfasten. Ein unvernünft'ger Sonne „glanz Will nie mein Herz verlosten." . . . Lorm war ein guter Derttscher und auch ein guter, überzeugungstreuer Jude; für jüdische Dinge. hat er sich oft in seiner innigen, lebendigen, warmen Art eingesetzt! Lorm als Philosophen und Lyriker zum mindesten zu kennen, ist wirklich die Pflicht eines guten Deutschen und eines guten Juden! Dr. L. D.

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