Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 1 (1920-1921)
- Issue
- 35 (5.8.1921)
- Date
- 1921-08-05
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2613366-2613604-2613639--0174-2617365- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
dem Freisinn mit einer ausgesprochenen Verachtung gegenüberstand. Daß diese Berachtun'z sich zuweilen übertrug auf jüdische Mitglieder des Freisinns, ist menschlich begreiflich. Hiervon findet sich ein Niederschlag in den Tagebüchern von Moritz Busch, wo eine Unterredung mit dem Reichskanzler aus dem Jahre 1881 wiedergegeben wird. Damals machte er abfällige Bemerkungen über den Abgeordneten Bamberger sowie den Abgeordneten Rickert (den er fälschlicherweise für einen Juden hielt!, und in gleichem Sinne äußerte er sich über Lasker, mit dem er früher sehr befreundet gewesen, aber später auseinandergekommen war. Bei dieser Unterredung mit Busch fiel ein Wort Bismarcks, das die wachsende Toleranz den Juden gegenüber deutlich erkennen läßt: Ich mache bei den Juden einen Unterschied. Die Reichgewordenen sind nicht gefährlich, die gehen nicht auf die Barrikaden und zahlen pünktlich ihre Steuern. Die Strebsamen sind es, die noch nichts haben, besonders die von der Presse, doch sind auch hier wohl die Christen die schlimmsten und nicht die Juden. Hieraus ersehen wir also schon, daß Bismarck den Juden gegenüber einen ganz andern Standpunkt einmmmt als früher. Mit jüdischen Parlamentariern hat Bismarck oft verkehrt. Ein ganz besonderes Kapitel ist dabei Bismarck und Lassalle, beides grundverschiedene Naturen, beides verschiedene Charaktere, und dennoch fühlten sich beide zueinander hingezogen, und man darf ruhig sagen, beide haben einander bewundert. Unstreitig sind die Beziehungen Bismarcks zu Lassalle enger gewesen, als man in der Oeffentlichkeit wußte, und als Bismarck auch bekamügab. In den „Gedanken und Erinnerungen" wird Lassalle überhaupt nicht mit einem Wort erwcchnt. Daß Lassalle und Bismarck zusammenkamen, hängt mit dem Haß zusammen, den beide der Fortschrittspartei gegenüber empfanden. Gewiß stand Bismarck politisch auf einem vollkommen entgegengesetzten Standpunkt wie Lassalle; aber in ihrer Abneigung gegen den Berliner Freisinn trafen sie sich. In einer Rede, die Lässalle hielt, hat er denn auch angedeutet, wie er über Bismarck dachte, und das war immerhin ein gewaltiges Wagnis zu jener Zeit, öffentlich (es war die Zeit des berühmten Konflikts) über Bismarck sich derartig zu äußern. In einer Rede, die Kritik an den Zuständen der damaligen Presse übte, sagte er u. a.: Und wenn wir Flintenschüsse mit Herrn v. Bismarck wechselten, so würde die Gerechtigkeit erfordern, noch während der Salven einzugestehen: Er ist ein Mann. Daß Fürst Bismarck vor Lassalle eine ungewöhnliche Hochachtung empfand, geht aus einer Reichstagsrede hervor, die Bismarck in Beantwortung einer Anfrage des Abgeordneten Bebel hielt. Zur Zeit des Sozialistengesetzes hatte die Gräfin Hatzfeldt Führern der Sozialdemokratie erzählt, wie vertrant die Beziehungen Bismarcks zu Lassalle gewesen wären, und daß beide oft drei- bis viermal in der Woche zujammengekommen seien. Bebels Rede gab nun Bismarck Anlaß, über Lassalle einiges zu sagen. Die Ausführungen, die am 17. September 1878 im Reichstag, gemacht wurden, beginnen mit dem Hinweis, daß Bismarck nie in seinem Leben mit irgendeinem Sozialdemokraten geschäftlich verhandelt habe. Damit zog Bismarck einen dicken Trennungsstrich zwischen der Sozialdemokratie und Lassalle; denn in demselben Atemzug erklärte er: Lassalle rechne ich nicht dazu. Das war eine viel vornehmere Natur als seine Epigonen. Das war ein bedeutender Mann, mit dem konnte man wohl sprechen. Bismarck legte Wert darauf, daß nicht er Lasalle ausgesucht habe, sondern umgekehrt, daß Lasalle das Bedürfnis empfunden habe, mit ihm in Verbindung zu treten. Er Habens ihm aber^nicht schwer^gemacht, Gedeutet der Jüdisetken Xtndextkitfe 1 ihn zu finden. Zwar habe er ihn in jeder Woche nicht drei- bis viermal gesehen, sondern im ganzen drei- bis viermal. (Eine Angabe, die allerdings von Eduard Bernstein bezweifelt wird. Es wird behauptet, daß die beiden Männer häufiger zusammen gewesen sind.) Bismarck betonte in der erwähnten Rede, daß die Beziehungen zu Lassalle nicht die Natur einer politischen Verhandlung hatten; beim Lassalle hätte nichts bieten können. Gemeint war damit, dcß hinter Lassalle keine große politische Partei stand wie hinter den Nationalliberalen oder dem Zentrum. Dann fährt Bismarck wörtlich fort: Was ec hatte, war etwas, was mich als Privatmann außerordentlich anzog... Er war einer der geistreichsten und liebenswürdigsten Menschen, mit denen ich je verkehrt habe, ein Mann, der ehrgeizig im großen Stil war, durchaus nicht Republikaner. Er hatte eine sehr ausgeprägte nationale und monarchische Gesinnung. Seine Idee, der er zusttebte, war das deutsche Kaisertum, und darin hatten wir einen Berührungspunkt. Lassalle war ehrgeizig in hohem Stile, und ob das deutsche Kaisertum mit der Dynastie Hohenzollern oder mit der Dynastie Lassalle abschließen sollte, das war ihm vielleicht zweifelhaft; aber monarchisch war seine Gesinnung durch und durch ... Lassalle war ein. energischer und sehr geistreicher Mensch, mit dem zu sprechen sehr lehrreich war; unsre Unterredungen haben stundenlang gedauert, und ich habe es immer bedauert, wenn sie beendet waren. Dabei ist auch unrichtig, daß ich mit Lassalle auseinandergekommen sein soll in der Art unsrer persönlichen Beziehungen, von Bezielnmgen persönlichen Wohlwollens, wie es sich zwischen uns gebildet hatte, in dem er offenbar den angenehmen Eindruck hatte, daß ich in ihm einen Mann von Geist sah, mit dem zu verkehren angenehm war, und er seinerseits beit Eindruck hatte, daß ich ein intelligenter und bereitwilliger Hörer war. Bismarck erklärte schließlich in seiner Rede, daß die politische Stellung von Lassalle und seine eigene es ihm nicht gestattete, viel mit ihm zu verkehren. Und er fügte hinzu: Aber es würde mich gefrertt haben, einen ähnlichen Mann von dieser Begabung und geistreichen Natur als Gutsnachbar zu hab^n. * Eine günstigere Schilderung eines Charakters aus dem Munde einer so kritischen Natur wie Bismarck können wir uns nicht gut denken. Nur ganz wenige aus dem engsten Kreise Bismarcks haben sich überhaupt eines Lobes ihres Meisters erfreuen dürfen! (Fortsetzung folgt.) Infektionskrankheiten und Judenverfolgungen. Genau 300 Jahre sind es her, daß Cornelius Drebbel in Holland das zusammengesetzte Mikroskop erfand, in demselben Jahr, in dem die Universitäten Rinteln und Straßburg gegründet wurden. Damit war die Voraussetzung geschaffen, den Erregern der Seuchen auf die^Spur^zu kommen. Allerdings hatte man schon lange^vorher etwas über Bazillen vorausgeahnt. So schreibt im ersten Jahrhundert vor Christus ein gewisser Barro in seinem Buch „Ueber die Landwirtschaft": „An feuchten Orten wachsen ganz kleine Tierchen, die man nicht mit den Augen wahrnehmen kann, die mit der Luft durch Mund und Nase in den Körper gelangen und schwere Krankheiten Hervorrufen." Aber diese Anschauung brauchte zwei Jahrtcmsende, um sich durchzuringen. Daß die Jnfekttonskeime im Wasser vorhanden seien, ist eine Ueberzeugung, die zwar auch dem Mittelalter geläufig war, nur daß man glaubte, dieses Wasser sei künstlich vergiftet worden. Natürlich suchte man nach den Urhebern dieses vermeintlichen Verbrechens und verfiel dabei aus die Juden, die man für ein bequemes Ableitungsobjekt des Bolkszorns hielt, um so mehr, als sie sich mcht wehren konnten, und somit chre Verfolgung ohne Gefahr für den süßen Pöbel verbunden war. Charakteristisch für die Denkweise der damaligen Zeit ist ein Brief, den während der Pest von 1439 Landgraf Friedrich der Strenge von Thüringen, Markgraf von Meißen, an den Rat der Stadt Nordhaujen schickte. Ins Neuhochdeutsche übertragen lautet der Brief so: „Ihr Ratsmeister und Rat der Stadt zu Nordhausen! Wisset,. daß wir alle unsere Juden haben verbrennen lassen, soweit unser Land reicht, der großen Schuld wegen, die sie der Christenheit getan haben, indem sie sie mit Gift töten wollten, das sie in alle Brunnen geworfen haben. Darum raten wir euch, daß ihr eure Juden töten laßt, Gott zu Lob und Ehre und zur Seligkeit der Christeicheit. Damit sie die Christen nicht schwächen können. Wollte einer darum wider euch klagen, so wollen wir euch vor unserem Herrn dem Könige und vor allen Herren das abnehmen. Auch wisset, daß wir Herrn Heinrich Suoze, unserem Vogt von Salza, zu euch , senden, der soll eure Juden der vorgenannten Schuld anklagen, die sie an der Christenheit getan haben. Darum bitten wir euch fleißig, daß ihr ihm dazu helft. Das wollen wir zu eurem Besten. Gegeben zu Eisenach am Sonnabend nach Walpurgis unter unserem Siegel. Friedrich." Man begreift diese Denkweise, wenn man bedenkt, daß sich das zu einer Zeit abspielte, in der die Dumpfheit und Verwirrung der Geister -ihren Höhepunkt erreicht hatte. Wagte es doch erst zehn Jahre später, 1631, der Jesuit Friedrich Graf von Spee, gegen die Scheußlichkeiten eines ähnlichen Aberglaubens, die Hexenprozesse, einen offenen Kampf zu führen. Welch ein Irrsinn damals in den Köpfertr kreiste, davon berichtet unter anderem der großherzoglich hessische Kirchenrat Georg Conrad Horst in seiner „Zauberbibliothet", die sechsbändig im Anfang des vorigen Jahrhunderts in Mainz erschien. Es dauerte bis 1675, daß AMHonY van Leuwenhoel aus Delft die Aufgußtierchen mit dem Mikroskop entdeckte und damit der Vorläufer der modernen Bakteriologie wurde. Ms dem Reich. Gotteslästerer Hinter vor Gericht. Caffel. Vor der ersten Strafkammer des hiesigen Landgerichts stand der Führer der Deutsch-Völkischen, Dr. Phil. Artur Dinter, unter der Anklage der Gotteslästerung. In einer von der Ortsgruppe Cassel des Schutz- und Trutzbundes einberufenen Versammlung am 21. Mai 1920 hat dieser gesagt, „der Judengott" sei Geschäftsmann. Die alttestamentlichen Schriften waren von ihm als „Tagebücher fortgesetzter jüdischer Betrügereien" bezeichnet worden, und endlich hatte er in der den Antisemiten geläufigen Art das Kolnidre-Gebet ausgelegt, als erlaubte es den Inden Verbrechen jeglicher Art, wie Mein- ,0uöenöeutsch" bei Goethe. Von Dr. Phil. Walter A. B e r e n d s o h n , Hamburg. In dem Streit um die „Goethecchtheit" des sogenannten Altonaer „Joseph", in dem, irre ich nicht, Professor Julius P e t e r s e n zuerst in der „Frankfurter Zeitung" eine vielbeachtete und in weiterer Folge befehdete Abhandlung veröffentlicht hat, spielt auch eine gewisse Rolle Manuel Schnitzers „Fall Potiphar", ein Buch, das dem Josephroman der Bibel in seinen mannigfachen Bearbeitungen von der Urzeit bis ans unsere Tage nachgeht. U. a. macht es auf eine oder mehrere dramatische Quellen zu der von Paul Piper aufgefundenen Dichtung aufmerksam, und erwähnt bei solcher Gelegenheit auch eine Komödie in jüdisch-deutscher Mundart: „Die Verlausung (Mekirath) Josephs", die zu Beginn des 18. Jahrhunderts in Frankfurt mit vielem Pomp aufgeführt wurde und 1710 dortselbst als Büchlein, gedruckt mit den hebräischen Lettern dieser Art Literatur, erschienen ist. Eine drollige Probe daraus hat die „Frankfurter Zeitung" am 2. Februar dieses Jahres mitgeteilt, ohne dabei aus den „Joseph" Bezug zu nehmen, oder Verbindungen zwischen dem jungen Goethe^und jenem „Purimspiel" herzustellen. Solche Verbindungen sind aber vorhanden. Am 17. Februar 1766 feierte man in Frankfurt die Hochzeit des Tr. jur. Johann Jost Textor ynt Maria Magdalena Möller. Der Neffe.des Bräutigams, Johann Wolfgang Goethe, studierte seit einigen Monaten in Leipzig galante Formen in Trocht, Benehmen und Sprache und war nicht abkömmlich. Er sandte daher ein Hochzeitsgedicht, über das man im 7. Buch von „Dichtung und Wahrheit" allerlei Nachlesen muß, da es leider nicht erhalten ist. Indes: unter den sin der Frankfurter Stadtbibliothek) vorhandenen Gedichten für dieses Fest findet sich ein ganz merkwürdiges Stück: ein Lied in jüdisch-deutscher Mundart mit folgender Widmung: „Ein schön Schier (Lied), Hübsch und bescheidlich, Rauffe (Doktor) Textor sing ich Dir, Und der Calle Deinem Maydlich: Aber Hab Gedult mit mir. In dem Schein (Namen) all der Jehudim, Die bcym Mischpott (Gericht) Du vertrittst, Singt im Tone der Talmndim Dir Wolfs Maas der Maliz (Prokurator) izt." Man brachte im 17. und 18. Jahrhundert diesem Jargon lebhaftes Interesse entgegen, was offenbar auch für die angesehenen Familien Textor und Goethe gilt, und lieh ihn gern bei Festlichkeiten zur Ergötzung beitragen. Dem hier erwähnten Liede aber, dessen weiterer Text nicht in Betracht kommt, geht eine Art Leitspruch voraus, der, wie folgt, lautet: „Dir in allem Glück und Segen zu geben, Und zu verlängern Dein Leben, Ich bin versichert, daß dieser Wunsch hat seinen Fortgang. Es mag anstehn kurz oder lang. Mechires Joseph." „Mechires (askenasische Aussprache von „Mekirath") Joseph" Dies wird in einer Fußnote als „Verlausung Josephs oder Joseph-Spiel" erläutert: es ist ein Zeugnis dafür, daß in den sechziger Jahren des 18. Jahrhunderts das Stück in Frankfurt noch bekannt war. Im übrigen ist seine Erhaltung gerade dort nicht verwunderlich. In Frankfurt war es nämlich, wie schon erwähnt, 1710 im Druck erschienen — ein Exemplar, ein dünnes Oktavbüchlein, befindet sich heute noch in der dortigen Stadtbibliothek. Außerdem hatte der Rektor des, Frankfurter Gymnasiums Johann Jacob Schudt in seinen' „Jüdischen Merkwürdigkeiten", drittem Teil (1714), „Die Comoedie von der Verkauffung Josephs" abgedruckt: rechts mit hebräischen Lettern, links in „hochteutfcher" Uebersetzung, die, wie das Original auch, stark srankfurtisch gefärbt ist. Daß der Knabe Goethe dies alte Spiel gekannt hat, besagt keine Quelle; man darf aber wohl annehmen, daß er, das „Judendeutsch" eifrig lernend, das Stück in seiner „Ursprache" kennen gelernt und in seiner „Urschrift" gelesen^hat. Zur Uebung. Tenn Goethe nahm richtigen Unterricht in der jüdisch-deutschen Mundart, die er, genügend „vorgebildet", bald so gut beherrschte, daß er, wie in „Dichtung und Wahrheit" zu lesen, in seinem zur Uebung in den erlernten sechs oder sieben Sprachen ausgezeichneten „Roman" in Briefen (er ist nicht erhalten) das in Frankfurt verbliebene Nesthäkchen, „eine Art von naseweisem^ Nestquakelchen" seinen Beitrag in Judendeutsch geben läßt und „durch seine schrecklichen Chiffern die übrigen in Verzweiflung und die Eltern über den guten Einfall zum Lachen" bringt. Ten Namen des Judendeutsch-Lehrers, der 1761 in Akion trat, hat der Rat Goethe in seinem lateinisch geführten Haushaltungsbuch aufbewahrt. Er nennt ihn: Chrjstamicus. Andächtiger Fleiß einer Frankfurterin, Frau Elise Mentzel, hat den „Sergeanten Chrjstfreund" als den Jargonlehrer des Knaben Goethe ausfindig gemacht, einen Mann, der sicherlich kein grimmiger Kriegsheld, sondern ein friedlicher Polizeiwachtmeister gewesen ist und, wie sein Name vermuten läßt, ein getaufter Jude war. Der sogenannte Altonaer „Joseph" zeigt in seiner Hand" lung selbst wenig Verwandtschaft mit dem jüdischen Joseph- Spiel, das sich natürlich ebenso auf die Bibel stützt, sonst aber einer alten hebräischen Erbauungsschrift „Seser Hajaschar" folgt und die uns vertraute Erzählung durch allerlei Derbheiten und rohe Züge verzerrt. Es ist ja eine „Pickelhäring"-Komödie. Und doch schöpfte der Verfasser der Altonaer Handschrift, der so viele, inzwischen nachgewiesene Quellen benutzt hat, auch aus „Mekirath Joseph". Hier singt Joseph auf der Wanderung zu seinen Brüdern nach Dothan ein Schäferlied, dessen erste Strophe (nach Schudts Uebersetzung) lautet: „Halts denn nit ein Schäfer gut? Er liegt auf der Weydn und ruht. Sein Schaf und sein Widder Last er weyden aufs und nieder. Wenn sie haben ausgeweyd So fährt er nach Haus in lauter Freud." Dieser Strophe folgt eine zweite, in der vom Nutzen det Schafschur, und eine dritte, in der vom Nutzen der geworfenen Lämmlein die Rede ist. Auch der Held des in Altona aufgesundenen Epos singt ein Lied „zum Preis der Schäferei", aus dem zwei Strophen in etwas geregelter Rechtschreibung) mitgeteilt seien: „Das Schäferleben ist vergnüget, Wobei man aller Sorgen frei, Wenn man gestreckt im Schatten lieget, Und wenn ein Bächlein flieht vorbei, Wenn einer schöne Lieder singet Und sie dem Schöpfer dankbar bringet, Sich auch darin übt, B Daß man den, der's gibt, , Stets dafür liebt. Will dann die Sonne untergehen, Und bricht die finstre Nacht herein, So bleibt man auf dem Feld nicht stehen, Der Schäfer treibt die Schafe ein, Dann spielt er auf der Feldschalmeien, Woran sich seine Kinder freuen, Also bleibt's dabei, Daß die Schäferei Vergnüglich sei," Der Gedankengang jener Strophe aus „Mekirath Jofetzh" ist hier ausgeweitet zu einem längeren Gedicht, das gewiß kein Meisterwerk ist, aber für das Altonaer Manuskript im Gegensatz zu den Vermutungen mancher Joseph-Kritiker immerhin nach Frankfurt weist . . . („Frankfurter Zeitung.")