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Jüdisch-liberale Zeitung · 1921-07-29 · 34 (29.7.1921) · page 3

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
1 (1920-1921)
Issue
34 (29.7.1921)
Date
1921-07-29
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Judentum gegenüber. Gemeinhin liebt man es, Bismarck als einen „Antisemiten" zu bezeichnen. Man hat sich sogar — und zwar sowohl die Antisemiten als auch die Juden — nicht gescheut, ihn als den Bater der antisemitischen Bewegung zu charakterisieren. Die Antisemiten haben, wo sie nur konnten, Bismarck als Reklameschild vorangetragen, ost in völliger Berkennung des wahren Standpunkts des Reichskanzlers, oft in böswilliger Verdrehung jeiner Worte. Gutgläubige auf beiden Seiten suchen sich an Worte zu klammern, die der Bismarck vor 1848 öffentlich ausgesprochen, dabei aber völlig vergessend, dag Bismarck sich von seinen alten Ansichten gründlich losgesagt und sich scharf dagegen gewandt hatte, wenn ihm aus Preisen seiner Freunde frühere Ansichten vorgehalten wurden. Wollen wir Bismarcks Stellung zum Judentum verstehen, dann müssen wir das Leben des Mannes in drei Teile zergliedern, die sich scharf voneinander abheben. Die erste Periode umfaßt die Zeit von dem öfsentlichetl Auftreten bis zunt Eintritt in den Staatsdienst als Bundestagsgesandter von Frankfurt, die zweite Periode die Zeit seiner Tätigkeit als Gesandter, als preußischer Ministerpräsident inw Reichskanzler bis zum Jahre 1890, und die dritte Periode die Zeit im Sachsenwalde bis zu seinem Tode. So grundverschieden sind die Aeußernngen, die in den drei Zeitabschnitten fallen, oft so außerordentlich widersprechend, daß man, wenn umit lediglich die Worte vor sich sieht, glaubt, verschiedene Menschen hätten sie gesprochen! Ter „tolle Bisrnarck" ist kein Freund der Juden. Er versucht, ihnen objektiv gegenüberzustehen, aber zahlreiche Judengegner werden nicht mit Unrecht aus seinen Worten den „Antisemiten" nachzuweisen imstande sein. Kein Wrmder. Denn in den: Kreise, aus «dem Bismarck stammt, und in dem Kreise, in den: er Johanna v. Putt, kamer, seine spätere Gattin, kennen lernte, liebte man das Judentum nicht, vielleicht, weil man es. nicht kannte, vielleicht, weil die Bertreter, die dem Landedelmann zu Gesicht kommen, nicht immer die besten Bertreter des Judentums find. Aus dieser Zeit stammen alle die Worte, die sich ablehnend mit den Juden befassen oder doch ihre Rechte begrenzen wollen. Für die Gleichberechtigung der Fuden hat der jugendliche Bismarck kein Verständnis. Freilich fei von vornherein bemerkt, daß nicht jedes Wort, das Bismarck einmal im Unmut hingeworfen, das er bei irgendeiner Gelegenheit ausgesprochen hat, nun lvie ein Aktenstück der Nachwelt gegenüber als untrüglicher Beweis für den Standpunkt Bismarcks benutzt werden darf. Bismarck selbst hat sich einmal dagegen gewandt, und der Bisnmrcksorscher findet mehr als einen Ausspruch Bismarcks, der gar nicht in das System des Mannes hineinpaßt. Mit welch hingebender Treue hat Bismarck feinem König und Kaiser Wilhelm I. gedient, und dennoch sind uns starcke Ausdrücke überliefert worden, die Bismarck in. verärgerten Minuten, irr Zeiterr des Unwillens ausgesprochen hat. Will man diese Worte etiva als Zeugnis ansehen für die wahren Gefühle, die Bismarck gegen seinen König gehabt hat? Das gleiche gilt auch, lvenn hier und da in Privatgesprächen oder Brieferr Bemerkungen über die Inden gefallen sind. Aber der jugendliche Bismarck, der tolle Junker vom Kniephof, hat nicht viel Liebe für die Juden gehabt, und das kommt zum Ausdruck vor allem in der bekannten Rede im Bereinigten Landtag von 1817. Hier war er der Reaktionärsten einer, und hier lenkte er die Aufmerksamkeit des Hanfes auf sich durch seine Reden, insbesondere die vom .15. Jnni 1847, wo er über „Preußen als christlichen Staat" sprach. Er betonte von vornherein, daß er einer Richtung angehöre, die im Parlament als „finster und nrittelalterlich" bezeichnet werde, und führte dann wörtlich aus: „Ich bin kein Feind der Inden, und wenn sie meine Feinde sein sollten, so vergebe ich ihnen. Ich liebe sie sogar unter Umständen. Ich gönne ihnen auch alle Rechte, nur nicht das, in einem christlicheil Staat ein obrigkeitliches Amt zu bekleiden. . . . Ich sehe Preußen als einen christlichen Staat an, als einen Staat, welcher sich die Aufgabe eine romantische Novelle. holdsel'ger Scherz aus Urgroßväter Tagen, Wie ferne bist du unsrer Zeit, Die sich zerquält mit ihren Weh'n und Klagen; — Versunken bist du, traute Heimlichkeit! - - Ach! eines nie gelebten Seins Erinnerungen Mit ihrem märchenhaften Sternenlicht Ertönen leise nach, und sind so rasch verklungen, Die Menschen hasten und sie hören's nicht! Gleich selt'nem Blumenschmuck, den niemand mehr betrachtet, Weil er in Gärten längst vergeß'ner Schlösser sprießt, Träumt ihr, bist einst ein Liebender euch achtet Und euern rätselhaften Duft genießt. Widmung. Jahre vergehn und zerrollen, Nimmermüd rinnet die Zeit, — Doch das Leben der Seele Blüht in uns immer erneut! Manche trauten Gestalten, Die wir gekannt und geliebt, Kann das Gedenken so halten, Daß kein Vergessen sie trübt! Und die Zaub'rin Erinn'rung Löscht alle Schatten heraus, Pinselt leis ihre Bilder Mit leuchtendem Goldgründe aus. . . . gestellt hat, die Lehre des Christentums zu realisieren, zu verwirklichen. Daß wir mit Hilfe der Juden diesem Zweck des Staates näherkommen sollten als bisher, das kann ich nicht glauben. . . . Deshalb, meine Herren, schmälern lvir dem Bolke nicht sein Christentum, indem wir ihm zeigen, daß es für feine Gesetzgeber nicht erforderlich fei. Nehmen wir ihn: nicht den Glauben, daß unsere Gesetzgebung aus der Quelle des Christentums schöpft, und daß der Staat »die Realisierung des Christentums bezweckt, wenn er auch diesen Zweck nicht immer erreicht. Wenn ich mir als Repräsentanten der geheiligten Majestät des Köngs gegenüber einen Juden denke, dem ich gehorchen soll, so mutz ich bekennen, daß ich mich oft niedergedrückt und unbefriedigt fühlen würde, daß nüch die Freudigkeit und das aufrechte Ehrgefühl verlassen würden, mit welchen ich jetzt meine Pflichten gegen den Staat 311 erfüllen bemüht bin. Ich teile diese Enrpfindung mit der Masse des niedrigen Volkes und schäme mich dieser Gesellschaft nicht." In derselben 'Rede führte Bismarck eine Gegend an, wo es Bauern gebe, die nichts ihr Eigentum nennten ans den: Grundstück. Das ganze Mobiliar, das Vieh im Stall, das Korn auf dem Felde, alles gehöre Juden. „Bon eitlem ähnlichen christlichen Wucher habe ich, wenigstens in meiner Praxis, noch nie gehört." lieber diese Rede finden sich einige Bemerkungen in den Briefen, die Bismarck feiner Braut geschrieben. 15. Juiti 1817: „Gestern langweilige Judendebalten. 25 Roden für Emanzipation der Inden, die immer wieder dieselben seniituentalen Salbadereien vorbrachten. Heute früh wieder Juden. Ich eilte lange Rede gegen die Emanzipalion gehalten, viel Bitteres gesagt, gehe nicht mehr durch die Königsstraße des Abends, weil mich die Jtldetl totjchlagen." Unter bem 18. Jnni schrieb er an seine Braut von der Diskussion über die Ehe zwischen Juden ilnd Christen und erwähnt die namentliche Abstimmung „in der Jllden- Heiratssache. Die ist mir gleichgültig. Ich muß auf den Wollmarkt gehen." Eine große Bedeutung scheint demnach Bismarck der Jndenehe nicht gerade beigemessen 31t haben. Am 15. November 184«) svrach sich Bismarck über die Zivilehe aus und über das christliche Bolksbewußtseiit. Hier manbte er sich gegen die Zivilehe, uub zwar geschah dies mit krassen Worten. Bismarck erklärte, daß durch die Einführung der Zivilehe die Freiheit des religiösen Bekenntnisses ztir Phrase würde, wenn man von den Bekennern der christlichen und besonders der evangelischett Kirche verlange, daß sie sich erst beit Erfordernissen der konstitutionellen Glaubensartikel unterwerfen sollen, ehe ihnen gestattet werde, „den Segen der Kirche, durch den allein die Gültigkeit der Ehe bei uns bedingt wird, zu empfangen." Mit scharfen - Worten bekämpft Bismarck die Einführung der Zivilehe, die nach seiner Auffassung feindselig und gewissermaßen erobernd in dem Bewußtsein des Volkes der kirchlichen Trauung gegenübertrete. Und dann leistet er sich folgenden Satz: „Als ein wirkliches Bedürfnis kann ich die Zivilehe nur bei den Reformjuden anerkennen. Für einen wahren Juden wird die Ehe mit einer Christin ebensogut eine sittliche Unmöglichkeit fein, lvie umgekehrt. Wollen aber diejenigen Juden, welche nicht mehr Inden sind,, sondern sich fälschlicherweise Juden nennen, mit denjenigen Christin-- neu, welche sich fälschlicherweise Christinnen nennen, ziviliter sich zusammentun lassen, so mag man ihnen diese Ausnahme gestatten. Aber wunderbar finde ich es doch, wegen dieser wenigen Renegaten einer Bevölkerung voll Millionen, die denk Glauben ihrer Bäter treu geblieben sind, einen solchen unerhörten Zwang auf!egen zu wollen." In diesen Reden sieht man deutlich den Einfluß des Kreises v. Puttkamcr, v. Blankenburg und anderer jener Pietisten, denen es geklingen war, den „tollen Junker" zn sich herüberznziehen. (Fortsetzung folgt.) LebM-Ajmeruligeli Mer alten Jean. Ju Fortsetzung. - Reb Liepmann Goldstaub war der Busenfreund des Großvaters und mir darum vertrauter. Er war viel kleiner als Reb Hirsch Abairbanell, imponierte mir daher in seiner äußeren Erscheinung weniger, aller wenn er am Jom Kippur den Gebennamel über den Kops gezogen, vor dem „Allerheiligsten" stand, tam er mir später auch noch wie ein gottgeweihtcr Heiliger vor. Im bürgerlichen Leben erschien er mir damals als ein kleiner Torquemada..*) Obgleich man damals noch nicht von „Milieu" sprach, hatte ich doch schon volles Verständnis, daß diese beiden Kollegen in ganz verschiedenem „Milieu" lebten, Reb Hirsch hatte seine Kinder verheiratet — eine Tochter, Earoline, war eine Jugendfreundin meiner Mutter, eine jüngere, Eile, ist mir noch lebhaft in Erinnerung — und lebte ganz dem Studium der heiligen Lehre, scharre auch eine Anzahl Jünger um sich, darunter auch Louis Weyl, ein Vetter meiner Mutter, später Lehrer in Frankfurt a. O., der dem hochverehrten Meister nach dessen Heimgang in der „Allg. Ztrg. d. Jdtms." einen Nekrolog gewidmet hat. Reb Liepmann Goldstaub hingegen war Vater einer zahlreichen Familie, und da mag der Kinderlärm doch ost m sein stilles Studierzimmer gedrungen sein, wenngleich seine treffliche Frau ihm sicherlich jedes störende Geräusch möglichst sernbielt. Diese, Ehaze, geb. Scherbe!, eine zarte, blasse Frau, war die Tcmpelnachbarin meiner Großmutter und ist mir nicht nur durch den schönen rotwangigen Apfel, den sie mir an jedem Purim gab, in Erinnerung geblieben, sondern durch ihre hohen Tugenden als Gattin, Mutter *) Seine Schwester Frau Esther Sachs, die Mutter des hochverehrten Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde, war jahrzehntelang „Gabbrtte" in Breslau und genoß die höchste Wertschätzung. Rus öem Reich. vom Keren Hajessoü. Vor einigen Wochen wandte sich die Verwaltung des Keren Hajessod, gezeichnet Rosenblüch, an einen Verband jüdischer Standesvereine und machte dem Vorstände dieses Verbandes den Vorschlag, in kürzester Zeit eine Vorstandssitzung nach Berlin einzuberufen, um eine Entschließung über Beteiligung oder Nichtbeteiligung am K. H. zu fassen. Die Kosten einer solchen Sitzung hätten schlecht gerechnet 4000 Mark betragen. Wir überlassen es unseren Lesern, über die Frage nachzudenken, ob die Summe, die für den Aufbau Palästinas gesammelt wird, in dieser Weise verschwendet werden darf, und ob diese Art von Geldverwendung auch bei anderen Verbänden stattgefunden hat. CelprotM unö «WniUWWlM dca öeütftytn Mmim». In der Angelegenheit der Ablehnung der Lchrersorderungen auf dem 15. Gemeindetage, sowie der vom Deutschisraelitischen Gemeinde'bund eingesetzten Kommission „zur Prüfung der Lage der jüdischen Lehrer" »hat der Vorstand des Lehrevverbandes folgende Entschließung angenommen: „Der Vorstand des Lehrerverbandes spricht seinen Delogierten auf dem 15. Gemeiudetage Dank und Anerkennung für die mannhafte Vertretung 'der Lehrerforderungert aus und bedauert zugleich, daß >der Gemeindetag die wichtigste Forderung, „Die Anstellungs- und Besoldungsverhältnisse der Lehrer durch Bundesbeschluß zu regeln", abgelehnt hat. Er kann in der seitens des Gemeindebundes eingeleiteten Notstandsaktion keinen Ersatz für das der Lehrerschaft v 0 r e n t >h a l t e n e R e ch t, sondern allenfalls einen Versuch erblicken, das auf dem Gemeindetage an ihr begangene Unrecht einigernlaßen grrtzmnachen. Der Vorstand vertritt die Auffassung, daß der Fortbestand des Lehrerstandes und mit ihm der Fortbestand der jüdischen Gemeinden davon abhängt, daß an die Stelle der bishergen Willkür in der Anstellung und Besoldung der Lchrer Gesetz und Recht tritt und spricht die ganz bestimmte Erwartung aus, daß die Leitung des D. I. G. B. alles daran setzen wird, eine gesetzliche Regelung der Anstellung und Besoldung, die den Anschauungen und wirtschaftlichen Verhältnissen der Zeit entspricht, herbeizuführen. Unter dieser Voraussetzung ist der Verbandsvorstand bereit, an der Gesamtorganisation des deutschen Judentums mitzuarbeiten und auch auf seine Mitglieder in gleichem Sinne einzuwirken. Berlin. Einwanderung nach d e n Vereinigten Staaten. Die scharfe Handhabung und prohibitive Wirkung des neuen Einwauderungsgesetzes der Vereinigten Staaten von.Nordamerika, das die jährliche Zuwanderung für Angehörige fremder Nationalität auf 3 Prozent ihres Bovölkerungsstatus in den Vereinigten Staaten im Jahre 1910 beschränkt, geht aus folgeiwem Vorfall hervor. Auf Grund eines im letzten Augenblick aus Newyork eingegangenen Kaibels wurden sämtliche Polen, darunter 254 Juden, von der Einschiffung mit dem am 14. Juli fahrplanmäßig von Hamburg nach New- York abgehenden Dampfer „Mount Elay" zurückgewiesen. Dieselben find zur Fährt mit dem Dampfer „Mount Carroll" zum 21. Juli zugelassen, damit ihr Eintreffen erst im August — im Rahmen der festgesetzten Einwandererzahl — erfolgt. Königsberg. Bolschewisten und Juden. Der Deutschvölkische Bund hatte sich wieder einmal bemüßigt gefühlt, Zahlenangaben über die jüdischen Mitglieder der Regierung Räterußlands zu veröffentlichen. Die Ziffern waren so willkürlich aufgestellt, daß sogar die „Ostpreußische Zeitung" ihnen nur eine bescheidene Unterkunft einräumke: Jetzt hat sich die Königsberger Ortsgruppe des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens dazu und Hausfrau, die ich als Kind und noch später oft rühmen hörte. Sie hat sich buchstäblich für ihren A?ann und ihre Kinder aufgeopfert und war eine berühmte, ja fast berüchtigte Janatikerin der Sauberkeit in der ganzen „Kille". Ich sehe noch ganz deutlich die blendend weißen Dielen, ganz fein mit Sand bestreut, in ihren Zimmern. Als sie ziemlich jung noch aus dem Leben schied, betrachtete man sie als ein Opfer ihrer übertriebenen Sauberkeit. Ich habe sie alle gekannt, auch Reb Fabifch Heldenftein, dem feine Frau, die der frommen Familie Falk in Breslau entstammte, auch die Sorgen für das tägliche Brot abnahm, während er seinen gelehrten Studien opla-g, versah die allzeit freundliche Frau das Spezereigefchäst. Sie stand oft an der Tür mit tiefer Haube und breitet Schürze, gab uns Kindern für den artigen Kuix auch zuweiien manche Handvoll Mandeln und Rosinen und war eine typische Erscheinung der Kostcnerstraße. Ganz nahe von Hcldensteins war die „Mewatrunschul", die viele verwandte und befreundete .Herren besuchten. Im Monat Schwat, der Tag ist mir nicht mehr erinnerlich, hatte die fromme Bruderschaft der „Achtzehn Männer", die mir schon früh als Verkörperung von „Edel sei öer Mensch, hilfreich und gut" imponierte, ein Festmahl, von dom die Großväter uns eine eigene Art Kuchen mit Mandeln mitbrachten. Mein Großvater mütterlicherseits gehörte lange Jahre dem Vorstände der Synagogengemeinde, wie dem der „Leipziger Chewra" an. Er hat leidenschaftlich gern auch Tabak geschnupft, zum großen Leidwesen der guten Großmutter, trugen doch ihre blendend weiß gescheuerten Dielen nur allzuoft tiefe braune Spuren. Seine Tochter in Rawitsch versorgte ihn überreich mit Vorräten von Tabak aus der berühmten Fabrik von Fr. Wilh. Braun und er hat oft seinem Freunde Reb Liepmann Goldstaub von seinem Uebersluß, mttgeteilt-, eine Prise aus der silbernen Tabaksdose war die höchste Auszeichnung, die er den Gästen bot. (Fortsetzung folgt.)

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