Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 1 (1920-1921)
- Issue
- 20 (15.4.1921)
- Date
- 1921-04-15
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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So -sieht «das antisenritische Märchen von -der Judenregreruna aus. Was mag der armen Jugend von solchen Lchrern sonst noch geboten weiden? Ich würde mich nrcht ' wundern, rvenn in dieser Art Unterricht — etwa m Staatsbürgerkunde — demnächst Themen behandelt wurden. wie etwa dieses: „Die großjüdische Weltherrschaft und das Verhältnis 'der internationalen bolschewrstfchen Juden zu den internationalen kapitalistischen Juden. Jeder nichtantisemitrsche Ldser wird verstehen, daß man einen: solchen Untervichtsthema leicht eine Widerlegung schreiben könnte, in der n:an von den „arischen" deutschen SchlveriNdustriellen und Magnaten, den schlesischen .A>hlenbaronen und ostelbischen Großagrariern zu sprechen hätte. Sind denn Krupp. Thyssen, Stinnes. Ehrhardt, Körting. Kirdorf, Fürst von Fürstenberg und Graf Henckel v. Donnersmarck Juden? Die Großbanken sirtd durchweg Aktiengesellschaften, deren Aktienbesitz sich zum weitaus größten Teil in nichtjiidischen Händen ^befindet. Unter den zehn reichsten Leuten der Welt, die Nichtjuden sind, haben I. D. Rockeseller, Carnegie, W. Roggefcllcr, Armour, Ford und Bauderbilt ein ausschlaggebendes Uebergewicht über den sogenannten großjüdischen Weltkapitalismus. Der Antisemitismus aber spielt Studenten der Volkswirtschaft „Statistiken" in die Hand, die „Nachweisen", daß sich neun Ahntel des Weltkapitals in jüdischen Händen befinden. Ein Kabinettstück antisemitischer MsseNschaftlichkeit! Mit diesem „Märchen fiir groß und klein" fängt man eben nicht nur große Kinder, man trägt sie gewissenlos an wirklich Jugendliche heran, ja man läßt sie in Flug- und Werbeschriften durch die Jugend verbreiten! So drückte mir vor nicht langer Zeit aus der Straße ein hakenkrmzgeschmückter rotmütziger Oberrealschüler das bekannte Ginrpelfallgblatt in die Hand, das der „Deutschvölkische Schutz- und Trutzburrd" mit der geheimnisvollen Hintertreppenromanüberschvist versehen, hat: „Enthüllung jüdischer Geheinrpläne. Der Zusammenhang zwischen Judentum und Bolschewismus!" Die „russische" Zeitung „Prisyw" („Ruf"), aus deren Nummer vom 6. 2. 20 der Flugblattrnhalt entnonnnen wurde, ist von — Berliner Antisemiten (!) gegründet. Der Artikel ist eine Fälschung! Der „Zentrülverein Deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" hat 10 000 Mark (nicht nur 1000 wie Eckard) für denjenigen ausgelobt, der die Echtheit dieses Dokuments Nachweisen kann. Diese gute Gelegenheit ließen sich die Macher dieses Flugblattes entgehen. Unsere Jugend glaubt aber an diese „russisch-jüdische", von — deutschen Judenfressern in Berlin hergestellte Zeitung. Auch aus den Härten eines Dresdener Gymnasiasten empfing ich im letzten Sonmrer eine Nummer der „Deutschen Zeitung" vom 31. 8. 20, in der ein Artikel angestrichen war über ein Buch: „Die siegreiche Weltanschauung und wir Juden" von „Siegfried Pentha-Tull", in dem also — nach der „D. Z." — ein Jude selbst den Beweis erbrächte für die Gemeingefährlichkeit der Juden. Natürlich ist „Pentha- Tull" ein Pseudonym für „Tulpenthal". Der Unrkliche Verfasser ist der antisemitische Schriftsteller und Baurat Hans Schliepmann in Berlin! Kommentar überflüssig! Ist man so naiv, zu glauben, daß die Jungen solchen Schwindel ungelesen und ohne dadurch verseucht zu werden. nur an Erwachsene verteilen? Die sicher aus solchem Einfluß entstandenen Zuschriften, mit denen ich seit einiger »Zeit bedacht tzverde. trögen deutliche Merkmale, die jugendliche Verfasser vernmten lassen: „Mord und Totschlag den verdammten Inden" usw., lautete kürzlich der mit einem Hakenkreuz und einer Handgranate Unterzeichnete Inhalt einer solchen Karte. Da haben wir die Wirkung antisemitischer Jugenderziehungskunst. So will man die deutsche Jungend sittlich hoben! Wir danken und finden erneut bestätigt, daß der Antisemitismus eine der übelsten Niedergangserscheinungen ist. lvphlr, öa$ ' ‘ m jmmm. Bon Dr. M a n n c I Joel- BrcsNn. Wenige Bibelstellcu haben die gesamte interessierte Gelehrtenwelt so beschäftigt, wie diejenigen, die über Ophir handeln. Und in der Tat berühren die hier aufgeworfenen Fragen nicht nur denjenigen Kreis der biblischen Geschichte, ihre Beantwortung gibt gleichzeitig Fingerzeige für dieAnsdehnung der damaligen Handelsbeziehungen und den Umfang der bekannten Welt. Die Bibel weist an den verschiedensten Stellen den Namen Ophir aus. Genesis X, 25—30, die Bölkertafel, in der das Wort als Volksstannn erwähnt wird, 1. Buch Könige IX, 26—28, X, 10—11, X, 22, 2. Buch Chronik VIII, 17—18, IX, 0—10, usw. An der Existenz von Ophir zu zweifeln, geht nicht an, im Gegenteil muß nach den überlieferten Einführziffern auf ein ertragreiches und ausgedehntes Gebiet geschlossen werden. Eine Ophirflotte. brachte 420 Kikkar Gold, das Kikkar zu 42,6 Kilogramm berechnet, ergibt es die Summe von 34 Millionen Mark Vorkriogswährung. David will für den Tempel 3000 Kikkar Gold — 244 500 000 Rmk. als Betveis fiir die aufgehäuften Schätze geben. Unter dem Einfluß von Ptolemäus und zumal Flavins Josephus, «des jüdischen Biographen der Flavier, hat man ausschließlich das Gebiet in Indien gesucht. Erst neuerdings hat man diese Annahme fallen lassen, 'weil zu gewichtige Gründe dagegen sprechen. Bor allem ist Indien kein goldproduzierendes Land, und womit sollte die palästinensische Bevölkerung die Unmengen Gold bezahlen? Denn abgesehen von der verhältnismäßigen Armut bedurfte das an Gewürzen und landwirtschaftlichen Produkten reiche Indien dieser Einfuhr nicht. Gegen Arabien, das eine Zeitlang an Stelle Indiens trat, wurden bald Bedenken laut. Einnral wird das Gold aus Arabien ausdrücklch vom Ophirgold getrennt, dann vollzieht sich der (Handel zwischen Sabäa und dem Reiche Salomos aus dem Landwege, wie die Bibel berichtet, während fiir die Ophirsahrten ausdrücklich von Flottenaus- Daß so unsere Jugend mit Haß und Hetze und bösartiger Erfindung verseucht wird, anstatt sie immer und immer wieder aus den Gedanken der Versöhnung, Duldsamkeit rnrd Gerechtigkeit hinzuweisen, das ist mir als Lehrer das Widerlichste. Daß man der Jugend Schundromane und andere üble Bücher in die Hand drückt, ist eine weitere nicht geringe sittliche Gefährdung des Nachtvuchses. Ich wende mich deshalb an alle Freunde unserer Jugend und rufe sie auf, nicht zur Unterstützung der Juden, sondern zur Abwehr der Judenhetze! Ich wende nrich an unsere Jagend mit der Bitte, sich nicht kritiklos verhetzen zu lassen, sondern sich sachlich aufzuklären! Und dem „Dentschnationalen Jugendbund" empfehle ich. statt des Ha^nkreuzkalenders und der Dinterbücher in seinen Reihen lieber das Buch seines Parteifreundes Fr. v. Op- Peln-Bronikowski „Antisemitismus?" zu verbreiten und zum besseren Verständnis von Dinters Unsinn die in Berlin bei C. A. Schwetschk u. Sohn erschienene Broschüre „Jüdische Gcheimgesetze?" von dem dentschnationalen Professor der evang. Theologie. Geh. Konsistorialrat D. Herrn. Strack zu lesen. Sie werden dort von einem der bedeutendsten christlichen Gelehrten hören — Geheimrat Stracks eigene Worte — „daß es keine jüdischen Geheinrschriften gibt". Im Januar dieses Jahres hat Geheimrat D. Strack aus Anwürfe eines bekannten Antisemitenführers diesem seine fälschlichen und unwahren Behauptungen wissenschaftlich als völlig lächerlich nachgewiesen. Der bekannte Theologe und Gelehrte schließt mit den Worten: „Ich bin deutsch-national und gehöre der kirchlich-positiven Richtung an, aber ich bin Gegner des Rassenantisemitismus, den ich als unchristlich, unwissenschaftlich und dem Vaterlande schädlich verurteile." So spricht die Wahrheit und ein Volkserzieher. Werdas Gegenteil sagt, ist ein Jugendverderber. Grünüung -es „verban-es national-eutscher Juden". »mseavs Berliner Bertveters.) Am 11. April fand in Berlin die erste größere Kuitdgebung des Verbandes nationaldeutscher Juden statt. Zu ihr waren, abgesehen von der Presse, nur der Bewegung zustinnnende Perönlichkeiten geladen. Die Berichterstattung über die Gründung und Ziele des Verbandes lag in den Händen seines Urhebers, Rechtsanwalt Dr. Max Naumann. Er teilte eingangs seiner Rede mit, daß die Gründung des Verbandes (zunächst als Formalakt) vollzogen und auch bereits die Anmeldung in das Vereinsregister erfolgt sei. Der Verband habe bereits an 35 Orten Deutscheres Vertrauensleute. Er beabsichtige. demnächst mit einer großen Propagandatätigkeit zu beginnen. Sein Referat schloß sich im wesentlichen den Ausführungen in seiner Broschüre: „Vom nationaldeutschen Juden" an: „Das Judentum ist nur eine Stammesgemeinschaft, eine Religionsgemeinschaft ist cs nicht mchr. Wir sind im deutschen Volk ein Stamm neben den anderen. Uebergeordnet dem Einzelgefühl des Stammes ist das Gemeinschaftsgefühl des Volkes. Das Gefühl als Deutscher muß das jüdische Gefühl überwiegen. Die Stammesart muß zuriicktreten." In der anschließenden Diskussion wurde besonders dagegen protestiert, daß der Verband auch Dissidenten aufnehme. # # * Man muß Herrn Dr. Naumann wirklich bewundern. Mit großem Mangel an Wissen in jüdischen Dingen verrüstungen gesprochen wird, endlich spricht das nahe Arabien der dreijährige Turnus, in dem die Flotten zurückkeyrten. Es war der geniale Karl Peters, der Schöpfer der deutschen Kolonien, der den entscheidenden Schritt tat und Ophir nach Südafrika legte. Hier in Portugiesisch-Ostafrika, im Bereiche des Sambesi, und dem angrenzenden Rhodesia, in dem mittelalterlichen Kasfernreich des Königs MakoMbe, finden sich eine Menge Namen, die offensichtlich mit Ophir ethymologisch zusammen!)äugen. Die Bucht von S o f a r a besteht nach dem Aegyptiologen Dr. Glaser ans dem Suffix sa-Laud und Ofir. Ueberdics übersetzt die Septuaginta Ofir mit Sofara. Wichtig fiir die Beurteilung der Frage ist auch die Tatsache, daß die Inden nrit den Sabäern verbündet waren und sie scheinbar die Berechtigung hatten, deren koloniales Gebiet nrit anszunutzen. Daß es sich aber um solches handelt, geht unzweifelhaft allein aus der Unmenge mit sa zusammengesetzten Namen hervor, wie Sabi. Sambesi, Rusapi usw. Weitere Aufschlüsse in dieser Hinsicht gab eure Karte aus einem Atlas in 7 Bänden aus den Jahren 1705 bis 1719. Sie fd)itf eine genaue Uebersicht über „le royaume de Congo, du Monomotapa et de la Casrerie". Hier findet sich eine genaue Eintragung der Porttlgiesischen Niederlassungen in Zentral- und Südafrika, sowie der Goldminen und Goldmärkte siidlich des Sambesi. Diese Karte enthält einen Begleittext von einem Portugiesischen Geographen de Contos, der u. a. folgendes besagt: Die reichsten Minen sind die von Massapa, wo sie die abessynische Mine zeigen, aus welcher die Königin von Saba den größten Teil des Goldes nahm, welches sie für den Tempel Salomos spendete; und es ist Ophir, denn die Kasfern nennen es Für und die Araber Afur. Und an einer arideren Stelle heißt es: Man sieht noch heute in diesem Gebirge Zyklopenumwallungen von der Höhe eines Mannes, die Steine inemandergefügt mit einer bewundernswerten Kunstfertigkeit, ohne Kalk und ohne mit der Picke bearbeitet zu sein. Es war augenscheinlich in diesen Umwalbindet er den Wtut, einen „jüdischen" Verband zu gründen. Allerdings ist dieser Verband auch demgemäß. In den Satzungen heißt es: „Aufnahmefähig sind Männer und Frauen deutscher Staatsangehörigkeit und jüdischer Abstammung. die nicht Mitglieder einer nichtjüdischen Religion sgemeinschast sind." Das jüdische Heim für Dissidenten ist also geschaffen. Spart die jüdischen Steuern, tretet aus der jüdischen Religionsgemeinde aus (dann braucht ihr das Dings von jüdischer Religion nicht erst kennen zu lernen) und werdet Mitglied im „Verband nationaldeutscher Juden". Und schon seid ihr fein-feine Deutsche und geltet weiter als prima Juden. (Natürlich nur bei Juden.) Die Sinnlosigkeit dieser ganzen Auffassung zeigt sich sehr bald. Was ist denn mm, tvenn jemand zum Christentum Übertritt? Herr Dr. Naumann antwortete auf diese Frage, die in der Diskussion gestellt wurde, folgendermaßen: „Das persönliche Verhältnis zir Fragen der Religion ist Gewissenssache des Nnzelnen. Da die jüdische Abstammung natürlich bestehen bleibt, so wird er evangelischer oder katholischer Jude." Soweit ist er wenigstens noch konsequent. Aber die BegrüMmg seines Standpunktes ist doch wahrlich recht schwach und unlogisch, 4venn er als Grund für die Nichtausnahme dieser in den „Verband nationaldeutscher Juden" nur als Entschuldigung weiß, daß sie doch „meistens ans materiellen Interessen getrieben^ so handelten, und daß sich „für die übrigen keine Sonderbcstimmung lohnt." Ein neuer Verband ohne jede Daseinsberechtigung ist also gegründet worden. Wenn die Vermehrung der jüdischen Vereine in diesem Tempo der Kaninchenvermehrung sortschreitet, so stehen uns ja noch nette Gründungen bevor. Uns fehlen ja auch wirklich noch einige nach dem Mister des Verbandes Naumann. Der Leidtragende bei dieser Neugründung ist natürlich der Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Mag man auch an der Tätigkeit des Zentralvereins manck-erlei auszusetzen haben — wir haben zu m Z e nt r a l v e re in das u n bed i n g te Zu - t r a u e n , daß er d a s M ö g l i ch st e inderBek ä m p s u n g d e s A n t i s e m t t i smustu t. Unsere Anhänger aber können wir nur vor denr Eintritt in den Verband w a r n e n. Wenn der „Verband nationaldeutscher Juden" erklärt: „Der französische, der englische Jude ist dem nationaldeutschen Juden nur Franzose, nur Engländer", oder „Für den nationaldeutschen Juden ist die Ostjudensrage kein jüdisches, sondern nur ein deutsches Problem", so wird diese Auffaffung dem Jndentunl keineswegs gerecht. Wenn er aber gar einen „nationaldeutschen Standpunkt, unbeeinflußt von Gefühlen internationaler Zusanrmengehörigkeit" fordert, so widerspricht das ohne Zweifel jeder Religion überhaupt. B. W. In Nr. 18 des Blattes hatten wir unter der Ueberschrift „Vom nationaldeutschen Juden" einen Briefwechsel zum Abdruck gebracht, zu deffen- Ergänzung' uns Rechtsanwalt Dr. Naumann folgenden Brief mit der Bille um Veröffentlichung zur Verfügung stellt: (Tie Red.) Frau H. Vorreuler, Dortmund. Sehr geehrte gnädige Frau.! Hierdurch bestätige ich mit bestem Dank den Eingang Ihres Schreibens vom 8. d. M. und sende Ihnen das an die zionistische Vereinigung gerichtete Schreiben wunschgemäß zurück. Gerade dieses letztere Schreiben hat mich sehr interessiert, weil es in den wesentlichsten Punkten durchaus mit meinen Ansichten übereinstimmt. Auch im übrigen decken stch ja unsere Ansichten in vieler, wenn auch nicht in jeder Hinsicht. Soweit es nicht der Fall ist, wird sich eine Klärung aus schriftlichem Wege wohl kaum erzielen lassen. Vielleicht findet. sich einmal Gelegenheit zu einer persönlichen Erörterung. Dann l u n g e n , w o d i c I »den der F l o t t e S a l o m o s wohnten. Diese, sowie andere literarische Quellen, die anzusiihren der Raum verbietet, veranlaßten Peters, Lokalstudien an Ort und Stelle vorzimchmen, zumal da Bent und Manch schon zu interessanten Ergebnissen gekommctt waren. Es ergab sich tatsächlich, daß am Sanrbesi und in Rhodesia eine Kulttlr existierte, deren Ueberreste aufs trefflichste nrit denen von Maraiba Bahramalakum (Warte des Königssees), der Hauptstadt des Sabäerreiches, harmonierten. Vor allem ist die Kultur von Srmbabje charakteristisch. Die Verzierungen der hier ausgefi'chrten Tempelbauten 'bienten offensichtlich Zwecken des Sonnenkultus, und vor allem deutet ein 32 Meter hoher Turm darauf hin. auf welchen: die Sonne von ihrer Kulmination bis zrrm Untergang das ganze Jahr beobachtet werden konnte. Dr. Schlichter berechnete nach der Schiefe der Ekliptik, die nicht konstant ist, das Alter der Ruinen, und es ergab sich die Zeit 1000 v. Chr., d. h. hundert Jahre vor Salomo. Zwar hat Luschan die Verzienmgen nicht für Tierkreisbilder. sondern für die Zauberhölzer der Koffern erklärt. Aber wie oft konrmt es vor, daß Einzelnes aus untergegangenen Kulturen verständnislos übernommen wird mrd daun ganz anderen Zwecken dient. Die Untersuchung von Peters und den anderen Männerrr. die sich divser Ausgabe unterzogen haben, erscheint mir dadurch keinesfalls als verfehlt erwiesen. Befremdlich könnte die Weite des Horizonts der Alten erscheinen. Aber auch dafür, daß Afrika bekannter war als noch im 19. Jahrhundert, fehlt es nicht an Belegen antiker Schriftsteller. Wenn man den Erlragreichtum der heutigen Minenfelder Rhodesias betrachtet, erscheint der Gedanke, das alte Ophir ebenfalls dorthin zu verlegen, sehr verlockend. Wer sich für die Frage näher interessiert, sei auf die einschlägige Literatur hingewissen. vor allem Carl Peters: „Im Goldlande des Altertums" und den Abschnitt über Simbabje in Passarqe: „Südafrika". 414