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Jüdische allgemeine Zeitung · 1934-12-26 · 95 (26.12.1934) · page 10

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
14 (1934)
Issue
95 (26.12.1934)
Date
1934-12-26
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Der berühmtefte Burgfchaufpieler Zu Adolf vrSonnentlials 100. Geburtstag I Von KURT PINTHüS Vor hundert Jalirun. ntn 21. Dezember 1834, wurde in der un"ar^che« IlnuptMadt als Sohn eines jüdischen Schniltwiiren- »esiJiölLsiiihuber.s Adolf Sounenthul geboren, der julirzeliiilelung als 5er -roßte Schauspieler deutsrher Zunge galt. Selion am I. Juni 188h ul» Somienthal 25 Jahre am Iiurgdieater zurück<ivlvj:t hatte, srlirieb LudwJ» Sncfdcl, der damals bedeutendste Kritiker Wiens» ein .Mann von unbestrittener Sachlichkeit " und Autorität: ..Der Liebling der Stadt, des Landes, des Keiehes ist nun einmal SonncnthalT- und als ob freundliche Mächte planvoll daran gearbeitet hatten, ihn zu seinem Jubiläum auf eine unbestrittene künstlerische Höhe zu stellen, hat auch Deutschland, haben Berlin, München und Hamburg Meli in jüngster Zeit beeilt, ihm den I>orheer auf das Haupt zu drücken. Man braucht es nicht zu sagen, es sagt sich selbst: Adolf Soimentliul ist der erste deutsche Schauspieler." Der geadelte Schaiifpieler Dies Jubiläum beging, wie Sonnen tlials Biograph Ludwig fliseuherg berichtet, ganz Wien wie. einen Festtag., Die zu dieser Zeit |Mjpulärstc Lyrikerin Uslcrreichs Betty Pauli halle einen 11 viuuus> gediehtet, der in der Komposition des Kapellmeisters Sulzcr ihm *om llafopcrnehor als Ständchen dargebracht wurde, unzählige Vereine und Privatpersonen erschienen als Gratulanten, und schließlich' der .Bürgermeister mit dem Gemeinderat. Kaiser Kranz Joseph verlieh ihm den erblichen Adel und den hohen Orden der Eisernen Krone. Am Abend spielte Soimenthn! den Herzog in dem Schauspiel «ler George Sand ..Der Manjuis von Vi Hemer**, das er selbsL bearbeitet hotte. Während und nach der Vorstellung wurde Sounenthal gefeiert, wie weder vor noch nach ihm ein Künstler von dem gerade für Schauspieler so hegeisterungsfälligen Wien gefeiert worden ist. Und das. will viel heißen, denn die Jahre von Sonncnlhals Glanzzeit fielen zusammen mit der Glanzzeit dieses im 19. Jahrhundert ersten' Schauspiclthcatcrs der Welt. Es waren die Jahre, in denen Laube mit zäher Bemühung zum ersteh Mal ein dauerndes Ensemble höchsten Banges geschaffen hatte und nach ihm Uirigelstodt. Wilbrandt, Förster die ..Burg" leiteten. Während dreier Jahrzehnte, etwa von 1863 bis 18?)ö.. galt Sounenthal als der Führer der in Europa führenden Mimeusehar; das wurde auch äußerlich dadurchanerkannt, daß er zum Regisseur und Oberregisseur und. während einiger Cbcrgangsjahre sogar zum Direktor des Btirgthcntcr* ernannt wurde. Deklamation in der Schneidertcerkftatt Anr Tage seines Jubiläums wurde Sounenthal besonders uc rührt durch ein Telegramm des Schneidermeisters Präger aus Budapest, dessen Glückwünsche, „dem großen Meister vom kleinen Meister", seinem ehemaligen Lehrling galten. Langsam und schwer war der Aufstieg Sonnen Üi als gewesen: Seine frommen Eltern hatten sich gegen die früh erwachte Thcotcrlcidcnsehaft des Sohnes gesträubt, der schon als Knabe heimlich am Stadttheater statierte, nachdem er während seines ersten Theaterbesuchs vor Autregung auf der Galerie in Ohnmocht gefallen war.. Nachdem'.er bei.einem Familienfest in der ' weiblichen -Hauptrolle eines. Gclcgcnhcitsstücks viel Beifall gefunden hafte, Heß er sich von dem Sekretär der. jüdischen Gemeinde, zugleich mit Ludwig Harn ay, ausbilden. Aber ata die Eltern in der Revolution von 1*548 ihr Vermögen verloren hatten, gaben sie ihn zum Schneidermeister Prager in die Lehre. Der Lehrling" Adolf war fleißig und pünktlich, doch er /ernte schon damals alle "klassischen Bollen, die er in derrWerkstatt den erstaunten Kollegen vordeklamierte, Ein temperamentvolles Talent Als er sein Gcscllcnzcugnis erhalten hatte, fuhr er stracks nach Wien, ging gleich am ersten Abend ins Burgtheater, wo ihn das poIiiisch-jüdisthe.Virtuos'eiigcnie Dawisons im ..Erbförstcr" von Otto Ludwig.- dem Dichter der .,Makkabäeru, so erschütterte, .daß er am nächsten Tage den Weltberühmten anflehte, ihm vorsprechen zu dürfen, — mit dem Erfolg, daß unter ihm. als er den Monolog Karls aus den ..Häubcrn" dahiuschmeUcrtc, ein Stuhl zusammenbrach, worauf DawiWn ausrief; ..Jawohl, Sic haben Talent, jungei Mann. — aber ruinieren Sie mir meine Möbel nicht!" Der sonst unzuverlässige Dnwisou nahm sich des Sehncidcrlcins an. das nachts nähte,yind flickte, um sich am Tag von der ehemaligen Hof Schauspielerin Frau Bender jmsbilden zu lassen. Dawison stellte seinen Schüler dein größten Talente- Entdecker seiner Zeit, dem Burgüieutcrdirektor Heinrich L u u b c vor. der ihn slaticren ließ und nicht aus dem Auge verlor, bis er den jungen Sonnenthal, nach einer mühseligen Laufbahn über „Tcmesvar, Hermannstadt, Graz und Königsberg nach Wien holte, sobald ihn von Königsberg Hans Marr, „das Vorbild aller deutschen Schauspieler**, für hurgüieatcrrcif erklärt hatte. Aber in seiner ersten. Vorstellung auf Engagement, als Mortimcr, gefiel Sounenthal noch gar nicht. Trotzdem engagierte ihn Laube., und langsam und stetig gewann sich nun der jüngste jugendliche Liebhaber und Held dieser Bühne die Herzen Wiens, seit er am 1. Juni 1856 als Homco sein Engagement angetreten hatte. Vorbild für ganz Wien Er spielte nun die großen klassischen Rollen seines Fachs, bildete sich stetig weiter als „lebendige Verkörperung der Tradition des Btir »thealers" und wurde bald der meistbesehäftigtu Schauspieler der Burg. Dann trat er auch in jenen Kon versa üonsutid Gesellschaftsstücken hervor, die, heute längst vergessen, damals als modernes Theater die Bühnen Europas, unter Führung der Franzosen, beherrschten. So bedeutend er durch seine menschlische und einfache Darstellung klassischer Rollen schon damals war, —' seine größten Triumphe erzielte er, nachdem er auch das Charakterfach und das Repertoire des jvon ihm besonders verehrten Fichtner übernommen hatte, als >dcr elegante, überlegene Causcur, als „Kavalier vom Scheitel bis zur Sohle'" im Konversationsstück, Sounenthal hatte bereite' in seiner Jugend Wert darauf gelegt, „nett und möglichst fein gekleidet zu sein". Jetzt wurde er, wie er auf der Bühne sich trug, ging und stand, das Vorbild für ganz Wien — und zugleich für die Schauspieler einer ganzen Generation, die seine Sprechart und Gesten nachahmten. Der einstige Schneider wurde tonangebend für die ersten Schneider. der Kaiserstadt. Er kreierte die Hcrrenmodc Europas; seine Manieren waren vorbildlieh für die Aristokratie, die Gesellschaft und den kleinen Mann. Der Schnitt seines Gehrocks, seines Fracks, die Weite seiner Hosenbeine wurden nachgeahmt, und wer sich das nicht leisten konnte, der trug wenigstens ..Sonnenthnl-Hüt c", „Somiciithal-Krawattcn**. Seit 1871 war er Ehrenmitglied des Wiener Dien st in änncr-V crcin s, und in New York wurde ein Adolf Sonncnthal-Club ■ gegründet. ' _ Hohe Gestalt, großes. leuchtendes Auge kamen der geistigen -Durchdringung seiner Figuren, der technischen Meisterschaft m Sprache, Mimik und Gesten zu Hilfe. Und dies alles verursachte, daß er, neben den „bürgerlichen Italien", bis an sein Leheiiscndc die wirklich großen Gestalten der wirklich großen Kunst nachsehaffeu konnte, besonders in der Zeit seiner Reife, als er auch große Helden und Heldcnvätcr spielte, vor allem Faust, Lear, Wallenstein und den Nathan. Freilich war er nicht eigentlich ein Hcldenspieler, so daß alle Welt überrascht war, als er — und -wie er den Wallenstcin gab; er stellte.weder das Soldatische noch , das übernatürliche in den Vordergrund, sondern den klugen, im Grunde gutartigen Menschen. Und so stellte er auch den, Nathan dar, als schlichten und gütigen, wie manchmal bemängelt wurde, als zu schlichten und zu wenig als weisen Juden, worauf er erwiderte: „Wie könnte Nathan weise sein, wenn er nicht gütig wäre.'" Als eine jüngere, nervösere Generation mit komplizierterem Stil, die' Mitter wurzer und Kainz, und vollends der Realismus der Brahm-Schule aufkam, geriet er am Burgtheater ein wenig in den Hintergrund als „alte Schule", womit man jene edle, für unser heutiges Ohr gewiß etwas zu gefühlvolle Spielart meinte. Aber Sotmenthal bereitete der Welt noch einmal eine Überraschung, als er 1899 Hauptmanns „Fuhrmann Henschcl" spielte. Der Tod beim Gaflfpiel Sonuenthal hat mehrmals große Gastspielreisen unternommen, nach Berlin und anderen deutschen Städten, nach Moskau und St. Petersburg, zweimal nach Amerika; aber er konnte sieh niemals zu dem unsteten, meist den Schauspieler entwurzelnden fahrenden Virtuosentum entschließen, sondern blieb verwurzelt, selbst als'ihn sein Entdecker Laube an eine andere Wiener Bühne ziehen wollte, dem Burgthcalcr, bis zum letzten Atemzug, — als der Greis während eines Gastspiels in Prag am 4. April 1909 starb. Sonnenihal und das Bnrgtheater waren ein einheitlicher Begriff geworden. Und diese Glanzzeit der „Burg** und ihres ersten Schauspielers waren ein Gegenstück zur Glanzzeit der Regierung Franz Joseph, zur Glanzzeit des üppigen, genießerischen Wien, seiner alten kultivierten Aristokratie und einer schnell reichgewordenen Schicht, zum Wien Maknrts, des feschen Leutnants, des süßen Mädels und der großen Dame. Ein guter Jude Aber Sonncnthal, der seine Frau früh verloren hatte, blieb immer ein einfacher, bescheidener Mensch, fanatisch seiner Kunst lebend, die ihn beim Studium jeder neuen Rolle tief erregte; er focht einen berühmt gewordenen Disput mit dem ihm befreundeten französischen Kollegen Corjuclin aus, in dem Sounenthal behauptete, der Schauspieler müsse in seiner Rolle stehen, während Coiptclin forderte, daß er darüber stehen müsse. Sonncnthal war ein guter Vater seiner Kinder, und er war und blieb ^cin guter Jude, der seinem Licblingssohn, als der die Laufbahn eines -aktiven Offiziers einschlagen wollte, mit einer an ihm sonst nicht gekannten Hartnackigkeit den Gl a u b c n s w c c h s c 1 v c rbot. Denn sonst hat von ihm zu gelten, was der Kritiker Spcidcl, der ihn am besten kannte und ihn jahrzehntelang in fast jeder seiner Rollen gesehen und beurteilt hat, anläßlich der Nathan-Aufführung von ihm schrieb: „Selten hat Herr Sonnenthal so überzengend wie hier1 eczeigt, was er ist: ein guter Mensch und ein großcr^Kflhstlcv, denn nur der Finc durch den Andern gegenseitig gesteigert, ist imstande, einen solchen Nathan durchzuführen.** Von tfnach und Rafchi bis Ufa Was bedeuten die Ablcürsungen? — Bekannte Worte mit unbekannter Herkunft Sonncnthal als Nathan -Eine dereigenartigsten Sentenzen ist zweifellos das Wort des Predigers: ,.Es gibt nichts Neues unter der Sonne", ein Satz,'der in Verwechslung mit dem Ausspruch einer Dramenfigur oft in der Form zitiert wird: ..Alles ist schon dagewesen, sagt Itahbi Akiba." Nun hat das nicht der Proselytcnsohn und Märtyrer Rabbi Akiba gesagt, sondern der Dichter Gutzkow läßt in seinem Drama „Uriel Acosta'; einen Rabbi hen Akiba diesen Ausspruch tun — ein Beweis, dalS auch Gutzkow das Wort für sehr "klug gehalten hat. Vielerlei ..Neuheiten" gibt es, die für .den Kundigen gar nicht neu sind — denn sehr viele Dinge, die man als eine Errungenschaft der Neuzeit anstaunt und rühmt, zwingen dem Philologen, dem Historiker, dem Archäologen ein Lächeln ab: ihnen .sind sie nicht neu, er kennt sie schon aus alten Zeiten, wenn auch in einer ■ anderen und technisch noch nicht so fcingcschUffcncu Art. Bei sprachlichen Dingen ist es noch etwas anderes: sie haben mit der Technik nur indirekt eine Verbindung und dienen nur als Mittel zum Zweck: für irgend eine Sache eine recht passende und leicht merkbare Bezeichnung zu finden. Auf diese "Weise sind gewisse Abkürzungen und Wortkürzungcn entstanden, - und darum sind llajiag, llunomag und Ufa wohl neue Namen, aber sie sind nach einem uralten, schon iih alten. Judentum gebräuchlichen System gebildet. Bereits sechs Jahrhunderte vor der gewöhnlichen Zeitrechnung hat es in der hebräischen Sprache und Literatur dergleichen zusammengezogene Worte, wie aus einer aramäischen Inschrift aus dem Jahre 526 v. hervorgeht. Im tanaitischen Zeitalter waren solche Wortkürzungen bereits gebräuchlich, und auf Münzen aus der Hasmonäcrzcit finden sich Jahreszahlen und Zeitangaben in verkürzter Form. " * Der altjüdischc Sprachgebrauch der Abkürzung kommt auch einer großen Anzahl jüdischer Organisationen zustatten. Dem jüdisch interessierten Leser sind Bezeichnungen wie Ort, Ose, Ica, Hins nicht unbekannt, wenn er auch nicht immer weiß, woher die Namen kommen. Ose und Ort sind russische Zusammcuzichungcn: Ohschtschc«two Sdrawrcorhrnnenija Ewrcjcw (auch: Orgunisatio Sanitaria Ebraconhn) heißt im vollen Wortlaut der Übersetzung: die segensreiche Vereinigung, die sic h, den Gesundheitsschutz der Juden zur Aufgabe gestellt hat. Der langatmige Titel des Ort lautet: Obschtschcstwo rcmcslcnnowo i scmlcdcltschcskottu truda sredi jcwrcjow; w Rossii, wozu allerdings zu sagen ist. daß die werlvolle Arbeit dieser Organisation sich nicht nur auf Rußland beschränkt, sondern überall mithilft, wenn es gilt, Juden im Handwerk oder bei der Ansiedlung zu unterstützen, fea {Jeu Uli Oilonisution Association) und Hins (Hcbrew Shcllcring and Imiiiinrant Aid Society o[ America) sind ausländische'Gesellschaften, die sich, die Förderung, jüdisch-humanitärer Angelegenheiten. Auswanderung!!-. Ansicdlungs-, Arbcitsbcschaffungsfrazen zur Aufgabe «cslellt haben. . " ° Die Abkürzungen hatten früher zunächst religiöse Ursachen. Aus Ehrfurcht wurde der Name Gottes schon frühzeiti» in abgekürzter Form geschrieben und wahrscheinlich auch gesprochen. Aus Gründen der Zeitersparnis und weil das Schreibmaterial zuweilen selten und teuer war, griff mnn zu dem Mittel, Worte, besonders solche, die in Fachkreisen bekannt waren, abzukürzen. Es entstand eine Art wissenschaftlicher Stenographic, die man nach griechischen Benennungen als notarikon oder semeion bezeichnete. Für religiöse Bücher kamen sehr bald solche Kürzungen zustande: für den Pcntatcuch, die Propheten, die Ilagio-' graphen (tora, ncwiim, keluwini) prägte man das Wort t'nach. aus den Anfangsbuchstaben zusammengesetzt: also genau so wie Ilapag aus Hamburg-Amerikanische Pakctfalirt-Akticnscscllschaft entstanden ist. Srhclnh nannte man die zwei Bundestafcln. die sehne luchot, habriss. Srhass war die kurze Benennung-der schische sidarim, der sechs Bücher der Mischna-Talniud. Das häufig als ominös hingestellte Wort A k k u m ist nichts als eine Zusammcnziehung der Worte: Owdc Kochawim umasalot, ..Anbeter der Sterne "und Planeten", im übertragenen Sinne: Heide, Götzendiener. Zu den volkstümlichsten Abbreviaturen muß die Zusammcnziehung der zehn Plagen Ägyptens in die drei Worte dzach, adass b'aehaw gelten.. Die Zusammenstellung stammt, wie in der Pessach- Haggada zu lesen ist, von Rabbi Jchuda. Die Talmudgelehrtcn schufen nicht nur selbst solche Wortgcbilde, sie mußten es sich auch gefallen lassen, daß ihre eigenen Namen zusammengezogen wurden. In der späteren jüdischen Literatur bürgern. sich" diese Zusummcnzichungen immer mehr ein. Rabbi Moses ben Maimön, der bedeutende jüdische Philosoph des Mittelalters, Gesetzesichrer und Arzt, wird fast nur Rombäm genannt, der große Mainzer Gelehrte Jakob ben Moses Halevy, der auf dem jüdischen Friedhof in Worms begraben liegt, wird gewöhnlich M u Ii a r i l genannt, was eine Abkürzung von Morenu baraw rabbi Jakob Lcvi ist, und den berühmten Excgcten von Bibel und Talmud Salomo beu Isaak kennt man fast nur unter dem Namen H a s r h i. Jedem — auch dem nichtjüdischen — Sportler ist der Name Makkabi geläufig. Man nimmt allgemein an, daß er von Juda Makkabi abgeleitet ist, dem tapferen Hasmonäcr, dem Begründer des soeben gefeierten Chanukkafcstcs. Makkabi wird gewöhnlich als der „Hammerschläger" erklärt.' Es gibt jedoch noch" eine andere Deutung: Danach ist Makkabi eine Zusammcnziehung der Worte: Mi kamocha haclim* adonaj — „Wer ist wie Du unter den Mächtigen, Herr!" Wobei man in Betracht ziehen muß, daß adonaj in der abgekürzten Umschreibung „jj" geschrieben wird. Die Worte sollen auf den. Fahnen der Hasmonäcr gestanden und die begeisterten Truppen zum Kampf und Sieg geführt haben. Wie mit den Namen ging ■ es auch mit Titeln, und Amtsbezeichnungen Manchen in jüdischen Dingen nicht ganz Unkundigen wird die Bezeichnung Schaz Mai nicht fremd sein. Man meint . damit oft in scherzhafter Weise einen Mann, der in der Gemeinde vielerlei Geschäfte hat und überall dabei ist. Man hat damit insoweit nicht unrecht, als Schaz Maz nichts anderes ist als eine Zusammcnziehung der Berufe: schcliach zibur und more zedek, das heißt: Vorbetcr und frommer" Lehrer. Da in kleinen Gemeinden oft der Lehrer auch Vorbeter, Schächtcr und zugleich Bürobeamlcr sein mußte, so war er als Schaz Maz wirklich das ausführende Organ für alle Gemeinde- und Kultusangclcgcnhcitcn. Der Name Kntz hat nichts mit Katzen zu tun, wie man wohl glauben möchte. Auch er ist eine Zusammensetzung: kohen zedek frommer Priester. Die Träger des Namens Katz sind auch zumeist Aaronidcn und zählen sich zum Pricstcrstammc. Man sieht also, die augenscheinlich modernen Abkürzungen sind nicht so ganz neu. und" Salomo der Weise behält auch hier recht: Es gibt nichts Neues unter der Sonne ... Dr. B. Sch. . Tapeten Farben C 1 Stclnplatz 3297 GEORG ADLER KANTSTRASSE 107 Fußboden- N belag ______Linoleum _____ Auslegen von Wohnungen und Treppenhäusern 1 Wäschereibetrieb Wilhelm Mertitz Gegründet 1SS3 Berlin-Adlershof, Selchowstraße 15 F 3 Adlershof 7347 Johannes THOM, Haiensee, Eisenzahnstr. 54 Auto-Reparatur-Werkstatt Abschleppen lür unsere Kunden gratis I H 7 Wilmersdorf 0225 H 7 Wilmersdorf 7958 Tu- und Hachtdionit Heinrich KUnnemann seit 1905 Pap.trhandlune - Buchdruckerei - Hürobedirf - Monop-amm-PrJgerei Bethn W 15, Uhlandstr. 31, Fernsprecher: J 1 Bismarck 1368

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