Mannheim
Compact Memory

Jüdische allgemeine Zeitung · 1934-12-26 · 95 (26.12.1934) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
14 (1934)
Issue
95 (26.12.1934)
Date
1934-12-26
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
81% known words query
IRI
…/4109741-4109754-2613603--105-2617154
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

2. Beilage 26. Dezember 1934 JUD ISCHE AUGEHEINE ZEITUNG Gefpräch im Nebel ■ Von ARNO HERZBERG Wir gehen über die Straße mit' den hellen Schaufenstern und den schreienden Heklamen. Die Luft des Abends ist diesig. Der;<cbcl fällt in kleinen winzigen Tröpfchen auf den Asphalt. Die Herde der Aulas fährt langsam und unsicher. . Ihre I.umnen' schneiden einen hellen Lichtkegel aus dein sickernden Sprühregen. Neben mir. geht Ruth. Sie ist schlank und groß in ihrem Sehreiten. Sic wirkt beinahe elegant wie sie da den Kragen des Mantels mit einer sorgsamen Geste hochschläg't. Aber nur scheint, sie ist ein wenig bedrückt von diesem" ungewissen Wetter, das den Körper schwer macht und die Gedanken trübe und stumpf. Ich kenne das an ihr: den zusammengekniffenen .Mund und die zarte Falle* zwischen den Brauen der Augen. So geht sie wortlos und sprachlos nchenjnir her in die Fahlheit des Abends hinein. Menschen gehen "an uns vorüber. Sie eilen. Oder sie pendeln langsam und gemächlich und vielleicht auch etwas großspurig. Sie sind jung und sie sind alt. Ich sehe mir diese .Menschen an, wie sie da an mir vorübergehen. Ich sehe sie mir an, „wie sie mit gelassener Würde sich von des Tages Arbeit erholen wollen. Ich mustere sie mit ihrem GroBstadtmensehentuin, Iiinlcr dem zu oft nur die Sorge sieht und die bange Krage nach der Zukunft. Denn hier, in der großen Stadt mit ihrem massenhaften Erleben geht alles Einzelne, Persönliche unter und wird alles Masse. Und deshalb sehen wir nicht in die letzten Verborgenheiten und in das Leuteder Menschen- Schicksale hinein. Das bleibt uns verschlossen. _ Ich muß an den trügerischen Schein und seine Eigenheiten denken, während ich neben Ruth gehe und das Leben an mir voriiberrinnt wie die Tropfen des Nebels über meinen Regenmantel. . nützlich mid unvermittelt sagt Ruüi neben mir: „.Weilst Du -"- w'cntl ich die jüdischen Menschen in der letzten Zeit auf jüdischen Veranstaltungen mir augesehen habe, muß ich immer wieder staunen, wie wenige ncltc Männer daiunlcr sind. Woher kommt das nur. —V' Ihiths Worte reißen mich aus meinen GcuWkcn. Aber ich begrcilc sie in ihrer lastenden Unsicherheit. Ich sehe sie vor mir in der Wirklichkeit, die sie verkörpern und der sie Gestalt geben. Und lächelnd sage ich: „Weißt Du — wenn ich mir die Menschen auf jüdischen Veranstaltungen ansehe, dann muß ich immer wieviel' staunen, wie wenig nette. Krauen darunter sind. Wo sind bloß die netten .Mädels von früher geblieben —r(i Kuth ist ärgerlich über meine Art, das Männcrgcschlerht zu verteidigen. Sie sagt zwar'nichts. Aber ich merke ihr das an. Und ich. rede ihr begütigend zu: „Was ich sage, ist doch eine Tatsache, keine Beleidigung. Schließlich, was kannst Du dafür, daß es so wenig nette Kranen gibt . .. .?" | Mit ihren großen Augen schaut Iltilh mich au. Sie säst nichts, aber ich wiederhole: - , Es ist eine Tatsache. Man darf_,ihr nicht ausweichen. Es ist sieber, daß die Auswandcrungswelle viele von denen, die wir kannten und als ansprechend in Erinnerung haben, in ferne Länder getragen hat. Und ganz sicher ist, daß die Ilciratssuchl. die linier jüdischen jungen Menschen ausgebrochen ist, den Kreis der Netten und Unbesetzten beiderlei Geschlechts arg verkleinert hat." Uuth, scheint das einzuleuchten. „Ich habe aucli. oft darüber nachgedacht", sagt sie. „Und viele sind zu mir gekommen und haben die gleichen Fragen aufgeworfen. Sic werden heute unter jungen Menschen besprochen.'" „Ich weiß das'% antworte ich. „Aber ich glaiibe, man übertreibt nur zu leicht. Man bringt alles auf eine einfache Formel und ist dann damit fertig: es .gibt keine netten Menschen mehr. Lud doch sprechen hier tausend Dinge mit und nur zu oft der Zufall. Und dann gehen ja auch nicht alle Juden zu jüdischen Veranstaltungen Einige wenige hübsche Jungcns und .Mädels bleiben auch noch zu Hause. Und dann spricht übrigens der Umstand mit. daß junge Menschen es heute nicht mehr so leicht haben und nicht die Mittel für Äußerlichkeiten aufwenden können." ..Aber die Heiraten —t" wirft -Ruth ein. jlDic .Menschen sind nicht mehr so sicher allein", sage ich. <.Sic haben nicht alle den Mut, allein in die Zukunft zu gehen. Sic wissen nicht alle mit den Unsicherheiten des Lebens fertig zu werden. Und deshalb die viele lleiratcrci. Man wundert sich ja heute nicht mehr darüber, auf welch einer Grundlage ofmials Ehen geschlossen werden. Es wächst aber heute etwas zwischen den Menschen, das sie zusammenführt. Das läßt die eingesi'hworcnslen Junggesellen Mädchen heiraten und läßt uns alle vor keiner Überraschung' sicher sein. Wenn heute jemand einen großen Bekanntenkreis hat, hat er eine ganze Menge Zeit und I'orto aufzuwenden, uul zu V erlobungen und Hochzeiten zu gratulieren.'* „Du übertreibst aber auch", meint Uuth vorwurfsvoll. „Durchaus nicht", entgegne ich ihr. „Alles Tatsachen. Jeder Tag bringt sie. Da braucht man sich nicht lange umzusehen im Leben. Es ist ja immer ulkig, wenn man heute einen Bekannten tiifft, den man lange nicht gesehen hat, und der unruhig und ungewiß auf unsere Hand schielt, ob nicht an einem gewissen Finger sieh ein runder Ring befindet. Nur zu oft wird man gefragt: verlobt, verliebt, verheiratet? — und man sieht enttäuschte Gesichter, wenn man diese Fragen verneinen muß. Ja, die Menschen sind komisch. Und sfc merken noch nicht einmal, wie sehr sie gich mit diesen Fragen inmitten, der Zeit charakterisieren." . „Die Zeil, die Zeit", seufzt Ruth. „Wenn man nicht mehr weiter kann und keine Ausrede mehr bei der Hand hat, sagt man: die Zeit."' * t Eigentlich hat sie ja recht. Aber wir alle sind auch berechtigt, von dieser Zeit zu reden. „Und die Krauen", sage ich laut und mit einem bezeichnenden Blick auf. Ruth, ..die Frauen reden von Verstand und Wille, wo sie eigentlich früher von Gefühl gesprochen haben. Die Frauen, ob verheiratet oder nicht, sind kühler, überlegter, vernünftiger geworden. Sic sind schon zu vernünftig. Jeder Mann wundert sich darüber. Jetzt scheint ja alles verkehrt zu sein. Nächstens werden' ' die Männer' von undefinierbaren Gefühlen sprechen und die Frauen noch mehr als bisher .auf ihren Verstand und ihre Einsicht und Nüchternheit pochen. Schöne Aussichten sind das ..." ..Die Zeit, die Zeit", seufzt Ruth ... Ja, ja,- diese Zeit . . .' ' Die Anekdote -- DcrBcwci5 Friedrich der Große, der -bekanntlich erhebliche Zweifel in die Existenz Gottes und damit in das Fundament jeder Religion, setzte, begegnete einmal auf einem Spaziergang im Schloßpark von Sanssouci einem berühmten Theologen, der sich vor allem mit rcligionsphilosophisehcn Problemen beschäftigte. Friedrich trat von ungefähr an den Gelehrten heran und überfiel ihn mit der unvermittelten Frage: ..Bringe er mir einen Beweis für die' Existenz Gottes'.". In'ebenso lakonischem Ton, in-dem die Froge formuliert war, entgegnete der Theologe, sich verneigend: „Die Juden, Eure Majestät." ,Jch hin vorn Tanz befeffen" / * KI.SK JK\NKTTK 1H I».1>> Ps* ...'iidisi-lir A!!^.M'r'.l«•:l:r,• h;it In-Kal.'o j:.iu:,. Tänzerin Kl-e .feaurue nul'i-.u. .(cn-il t.:in/,.ris.tic I» -'..i-t:ineril im K'iitll:Uitm l.-iin I'i;KilMllu l«-l'li:im-slca IVif.rl!;;i.l.-tl. tvlwti Ii, ii'-ei tieL utul ihn* Kunst t-:ti14;e* zu en-ülm-n. Chemie solllc ich studieren — »las Fach fiel uiir. wie eigentlich' die Schule überhaupt, unwahrscheinlich leicht —. aber nach dem Abitur sattelte ich glatt um: Tänzerin wollte ich werden, und wenn sieh die ganze Welt gegen mich verschwören solllc. ich würde sie schon bezwingen, ihr - bew eisen, daß ich dazu berufen wäre. Aber die ..Well" verschwur sich nicht — die Eltern hallen nichts dagegen! Wodurch dieses Gefühl nach tänzerischer Gestaltung ausgelöst wurde, weiß ich wirklich nichl. Ks mag sein, daß dir Hallettstnuden, die ich einmal als ganz kleine-, Mädel bekam, mir einen tiefen Eindruck hiiilcrlassrn hallen. Aber ersl viele Jahre danach wurde ich bewußt \un der Idee besessen: lanzell. tau/cn. tan/eu. Im! noch etwas hatlc mich in Raun gezogen, das beim ersten Anschein eigentlich mit dein Tau/cu nicht da* geringste zu liui hat: ein Wissensdurst nach der licM-liit-htc. nach den Silicn. den Rilen des ...'udrniums plagte mich. Die kvnnlnis der hcl,i;ii-chen Sprache in Wort und Schrift half ihn mir stillen. Meine'.Mittler — übrigens selbst Sängerin — hatte schon früh/eilig mt-iii Interesse für diese Dinge zu wecken -.erstanden, ich wrsclilaug alles, was mir in die Hände kam. insbesondere die Stellen in Büchern. phi'lä'iuncu'clc). Die Tänzerin Dublon die mir irgendeinen Anhaltspunkt über Tänze, Bewegungen, Gebärdenbieten konnten. Ich war Mi erfüllt von dem Gedanken.' — fünf Jahre mag das jetzt her sein —, einmal in einem Programm rein ..'üil'-chc'* Tanzschöpfungen zu bringen, <leficn* auch gänzlich abseits Stehende', durch die künstlerische Uislnng bezwungen, ihre Anerkennung nicht versagen sollten. Ich glaube, daß jeder Tanz aus einer Tradition heraus geboren sein muß. Die Einfälle zum .,W e n n ,<1 e r II c b b e . . ." kamen mir ganz, zwangsläufig, als ich am Anfang des Jahres , in Amsterdam bei den Chassidim war. Ich sah ihnen ihre Gebärden, ihre Bewegungen ab, die zarl, leise, graziös, von Harmonie erfüllt waren. Kennen Sie übrigens lucin .,S p ä t e s Mädchen"'/ Die Anregung zu diesem Tanz, der allerdings mit jüdischen Dingen gar nichts zu tun hat, schöpfte ich aus einer amüsanten Quelle: aus dein bekannten. Lokal „Woltcrchcn, der Seclcnlröster'*. Wie die älteren Mädchen sich auf dem Wilwcnball bewegten, wie sie, so ohne jeden weiblichen Reiz, zuerst verschämt, dann lieilückt taten, wenn einer ..angebissen" hatte, und wie sie zuletzt doch, so ein bißchen von allen Leuten belächelt, allein den Ball verließen, das hatte .mich zu dieser Szene inspiriert. Imitier' ist es natürlich nicht so leicht mit den Einfällen. Es;ist eigentlich nur ein Zufall, wenn sämtliche Tanzphasen auf einmal da sind. Oit hat man wohl den einen oder anderen Sehritt, einen Sprung, eine sinnfällige Gebärde, nl>er Wochen und Monate, dauert es manchmal, bis ein abgerundetes Ganzes iloraus entsteht. Erst wenn icli die Figur in allen Einzelheiten neben den alltäglichen Dingen im Zimmer, auf der Straße — die mir oft die besten Anregungen schenkt — vor mir hcriimwirhcjn sehe, dann erst weiß ich: jetzt ist der Tanz erst wirklich geboren worden. Übrigens muß ich zugeben: mitunter ülrerschätz-i ich auch mein „geistiges Auge". Es gaukelt mir manchmal Pas und Sprünge vor, die ich bei bester Ballcttcchnik und bei aller akrobatischen Geschicklichkeit nicht in die Wirklichkeil umsetzen kann. Dann muß ich eben von neuem anfangen, aufbauen. Und nun habe ich wohl noch nicht erzählt, woher ich stamme. Wenn ich nämlich vom Tanzen rede, vergesse ich immer von Din"cn zu sprechen, die für andere Menschen vielleicht wesentlicher sind. Ich hin Mannheimern!. Gleich nach dem Abilur riß ich aus. nach Dresden, zur 'ran/schule der Mury *A igiunuii." Von dort aus ging ich nach Aachen ins Engagement und .dann nach Berlin, wo ich mich hei der Kdiinrdowa im Spitzentanz vervollkommnete. Mein Pcbut in Berlin: Werner Kinck-s ..K a t » - k o m b e". Andere K'iharctlhuhneu folgten. AImt ein Ruf als 11 n I 1 c t 1 tu e i s t e r i Ii uneh Cottbus stellte mich vor neue Aufgaben, die mir stärksten Anreiz lmten. '**"— Inzwischen batdie Zeit allen Plü)£*u eine andere Riclilimg gewiesen. Lud ich muß gestehen, ich babe mich gaii/. gut zurechtgefunden. Heule weiß ich, «hiß die beiden Pole - das brennende Verlangen nach tänzerischer Gestaltung und ^das Aufgeben in jüdischen Dingen — so ciilgegcugesclil sie mir mwli ehvsi^rrschicncii. mich heule zu dem befähigen, was ich gern sein will1 und bleiben inöcht.....ine Tänzerin, dir äurh ein ..jüdisches" Prognluiui län/erisch und mimisch auszudeuten vermag. - ' Oliver CromwelL der Große Kurfiirß und Vmi!>.. I.l TZ \\ Kl .TM ANN Oliver (In.murll uml k"iirhn>t I-Vinlrivli"\\ illielm M-hmu-u zurzeit alllrl.liii üln-r /Mv't Itcrliiur HuImm-m. „Cnmim'H" i-t dir \\m\ Autor. Mirko .1 r 1 n > i r h ._»i:lhs( \orp-n-niiiiirnr lh..ni.ili-M runm Jh» < erfoi-;rci--Iirn in.in.in-.; jiIht aus rinn» Hornau uiii ilruiHiiti.M-lirii S/riini JhI »1«« Ii nur ein Tlii-airr-Wink. kein Drama uor-lm. ..Der »mUe Kur im-.l" im i-in Srli.iiiHj.irl \*,j* I hui> It r h h r r , du-* für daneue hMo- "nVi-Iir S» h;iu-*pirl rttiUiil-Irn-l M*m~ kann. .Jr|ii-i< Ii Mlt-IIl in M-ini im I)i;uii;i ilmi 'Mi-:riiuiLM<'ii Collrsgii-iilrnltitn <lr> 'Kürn-** Miimi "mw -Inn --<'»rm.l---r. -Irr .,iu «Irr <;iui.Ic i-,r\ Kimiial »u-*! Cmmufll «(»tili rittr» liiltliMiirn"' l'.iulm wir t\v\i hw. 4», lUmim i**, ilns rrVi^insr r.irilanrrhmr iIim Hrlilrn nrii iim'Iii Ii. riiM^rarltriirir rr uinl tilx Uriw\» /.weilrr * (»itlrtm »rpnrMi'ii, Wim Kimi;* Kurl tvinl til» von riniin ^wilcii .Jtrhaliniin Kr^ir-nrlini, tlrr Hrrr /rhitnlli, il.-r <,<>,( Jihhiih, wird aiigmifrii, iimt Alis-iluin«- Km|Hiniu» »ii.l nii^rrüliri, ul*Cr-iiii>u-U <lu!i yrhirkhal von I)a\i(U KiiuaiitLrii. crfälirt. „Mu« riu M»U:Ur** Volk", Hrlirri),, .IrlnVuli im ltninnu von den KnfclümlLni dir-«'» /filullvtH, ,,»U Siimir.Mrr winr-HCdaiibrin» imiiirrliin iliit Namrn inul ltr/nrlimin^rii rinrtf Immlt-a Volke» wölile»!" «ilcr — wie UicUard \W\vt wrU \» »einrni Werke „CcihI und Iteichumdraekl; „Die K»Klfluarr miirhtcn rirh in den licroiuclim Zeiten ihrer uenurcu GcHibicUi» dn* t'ailitM 'des AUcn "Testament» -zu eigen und-landen int tintionitlrn b'tr.tncnt tiiit«» freunden Glnul>vtin n'ncr /reuiden IieZU^ii lliMtorie den Glauben tut -die cigrnc wrrifruiic Satiuti bestätigt." Uaitoellm England, dem cm glückt int, die Jndrnfr/if;o in diuMCiu rrli^ioHcn äiniir tu Ifl,**cii,*" ntvth Itcux tont, /l/lbc „g/ciciizeiiij; iIuh jntliM'Ii-völktKrlie tClrmmt *WU j-üu/ürli riitgrntnltet, daJÄ es Juden in den IiüVlMrn Tti'fiirmn^.s- und Vcrwii/lmi^trHrii fudi und v.* nirht unter uriurr W'iirilr Uii'li, von jilili'.rlirii Miuirtlernrüiidriilcn »}vh frifirrn und vor der WVit verrrrjen jlu l»nj-rii.'* Dcrjeiu^i* alter, der ilir .luilrn,. die wohl vom rr»lrn Noniiaiiiieii- Jfüiiig Mitte de» 11. Jafirliiiiidertii geriifeii, von ICdmird f. Ende de» V.l. vertrii-hru worden ujirrii. um o*ir Mit In dri 17. ./alir- Illliiilrrtn in l'ji^Iaud. utiilrr niif^rnotiimru liallr. twir <)|i\er'Cniiu-. well, der «U * ttrr tM^tr '•i-riiiniiiM-lii- ]>iklal«ir ^rrüliuit winf. Mana<iHe hrn Nrarl im* Am-*n*rilain, der r'rt>un<l )h-in)irandlM,'luitti> ihre Winli r/tilasMiii» Im unlnt^l uml ilmuil hri dm l'irrildiirrn Anklun^ ^rfiuulrii. inul (iroiuvvrll hat ilfiH'ii ^rf^rn ilru W'idrr- Htand von <>ri--lliL'Iikril iiihI Knufiiiaunvcliafl iliii Hrclit, in Ku^- laml zu wolnirn und Mandel /u" treihni. ditreh»i-HV.l/.l. Kr strllt** nur «Ite ltct!inf:tiM^, ihilA ihr (jitftr.Hilirii'-l nii'hl offenlürli sej inul sie >ir|i jr*l(:r C •Intilir-ii-pro^n^ntula riilliirllrn. W ie (.'rountell iM aurli Friedrich' \\'ilhelm \on llraudeuliur-; eine rrli^i-Tw. Natur., iiutl ilicM'r /ti<; i-t in 4(1*1» IhldlUH, dan Haus Hrlilier^ vom (•rnÜi-n Kiirfür-Iru rnlnirfr, hrrvorr-lerlieud. Sein SV-linii**jiii-l i-nt ein Vatrr-Solm-Ura'uia:, Der Thronfolger kann nur 11)» PoliTiki-r t-eiurm V'aler näher kummen und nrlmt nitli dniiarli, einmal \on ilmi nU ..Mein Kind" an^emlel -/u werden, lies Kurfürsten IlerrHrherhrürifr, »Irr .sieh einen verwarWr-encn S«iIiii nl» Niirlifolger nirht - vorteilen Icnnii, kouuut aher \oii Heiiier* Iteli^iosilät. laitl ilior echte Heli^to-ilat bewirkt autli Heine Ahkelir von Ludwig MV., dem er dxix Itauh .SlraLMiur^n, 111 «hl üher du* Edikt von N'inlet. vf-r/t ilien komile. —" t)ns Kilikt von Nfliilr» war liekäiiullieh tler AuluU. «IntV llu-j-e,- notten-I'ninilien uns Krimkreich eiui^rierleii. A)vt (»rot1*»« Kurftlnt hat die Itcfugie» in Ii runde nhurj^ auf^rnouiu^en. Weniger Imknnnt iht, dnÜ> unter dicM'niTlermher auch die jüdiMelie Gemeinde in 'HerIi» hegrfmdet wurde. . \Virt»e!mtlHthcr Sinn und tolerante Get-iunuiii; — eine Auswirkmi|* nieilcrliiiiiliHclieii (Jeislct — hal>en. diericii Mann, dem das Slaalhwohl ohemte» V,rwt/. war,- dazu vennorht, fünfzig jfidi-iilie l'amilien noch der Verlreihun*; der Juden au.i Wien hei .sieh aufzmiehmeii — er Iialle ihren Nutzen ii* ffuII>erHladl erkannt, dan 11U (lehietserwerliun» naeh dem drrilSij>-> - jährigen Krie(*c au llnuidciihiir»1 f^rkoimnen wur. Srhon ilnreli^ XuIjlssuii-; judisehcr SlmlcnU-u im Unive.rsitäl Frankfurt ti» der Oder .hatte er seine, Vorurleil»IoHi»keit bekundet. Am 21. Mai , 1671 erfolgte bei» Aufnahme-Kdikl, knapp ein Jahrhundert nach ihrer AustreihHn^ «u» der Mark. Ik-zeichnend int, dutt üic heirif Itc'utcn im Uinde vom I,eihz<dl frei waren. (rottendiciiNt wur ililirn in einem Privalliauw: j;estattt't, vor Srliinaiiunj; den Cliritilenglaubem wurden sie gewarnt. In Ziyi|»athcii war der zuntüiidige IJürgermeiftcr, in Kriininul-nilir 11 der Kurfümt »cll>cr ihr fn-riehtfiherr. Neben den für alle Untertanen geltenden Losten hotten sie jährlich pro Familie »Taler SHuiixgeld und fGr jede Heirat einen Goldguldcn zu 2ahlcn. Schlorhten naeh ihrem Hitut* war ihnen *h ihren eigenen Hämern gentattet, Ja» nicht (•chromntc FleiBth durfleii sie an Öiritttcn verkaufen. AI» chrintliche Kuufleutc dennoch beim Kurfürsten wn»en der KonVurrenz vor--tcirigj*urden^ gab er ihrer Klage und ihrem Antrag, die Juden wieder auazuweib-cn, nicht statt. *

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.