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Jüdische allgemeine Zeitung · 1934-12-26 · 95 (26.12.1934) · page 6

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
14 (1934)
Issue
95 (26.12.1934)
Date
1934-12-26
Page
– (sequence 6)
Language
German
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nie darüber hinausgewachsen, der rechte Antrieb' Ichitc. Die Not, die Einsamkeit, die jeden befällt, wenn er heute nicht unter Gleichgesinnten ist, drängle' zur Tat, der religiösen Tat. Am nächsten Freitagabend wird ein anderer Kreis geladen werden, andere Gäste werden au den Tafeln sitzen, wer irgendwie kann, zahlt eüicn bestimmten Betrag, junge auswärtige Kauflculc werden es sicherlich vorziehen, iii festlichen Jtäumen zu sitzen, als daheim in öden Zimmern. Familien, denen es bisher nie wirtschaftlich möglich war, den Freitagabend zu gestalten, sind nun nicht mehr darauf angewiesen, jede für sich aul gütige Geber zu »arten. Alle bisherigen Verbünde, wie der It.j.l., der Bund der Erwerbslosen, das Wohlfahrtsamt, sie erhalten Freikarten in bestimmter Anzahl zur Verfügung gestellt, liier wird das große Fxcilngubcndvycrk des Religiös-Liberalen Vereins zu Urcsluu gcschalfeu, das vorher noch von keiner anderen 'Vereinigung ins Lehen gerufen worden ist, - iiier fand kürzlich 'eine Tagung des 1' r o v i n z i a I v c r - bau des der Synagogenge mein den N i c de r s c h1c - siens statt, der \i>r allem Fragen der Bcrufsuinschichtung .behandelte, -ilio von dem Leiter der IkTufsberalungsslelle, Pliilipp Lachs, besprochen wurden. Einer Diskussion wert ist vielleicht die Frage der Binnenwanderung, die von den kleinen Städten nach Berlin' lührl und die Philipp Lachs als sehr unerwünscht bezeichnete. — Der Kulturbund Deutscher Juden, Berlin, veranstaltete einen Kleinkunstabeud mit Brcslaucr Künstlern und einigen Berliner Güsten, der lebhaftesten Beifall hervorrief. — Das drille AI«jnnemcntskoiizcrt ties Jüdischen Musikvcreins Breslau stellte ein noch junges Talent auf die Konzcrtbühne. Trude 11 c Ii r verfügt-über einen weichen hellcu Sopran. Sie sa;ig schultisi he \ olkslicdcr von Haydn mit unterlegten Teilen ilcs Heimatdichters Löhs sowie Lieder von Umhin». Audi die Freunde reiner Kammermusik kamen au diesem Abend auf ihre Korten. Eine der besten jüdischen Kummcrmusikvcrcmiguugeu, das Kroyt-Quarlcll, spicke das 1. Streichquartett Es-Dur von Mendelssohn sowie das erste Streichquartett Es-Dur von Beethoven mit jener fcingcistigcii liulluug, die zum Spiel der großen Meister gehört-. iL T. Heinrich Stern über fjleligiöj'en Wiederaufbau" Bericht für die „Jüdische Allgemeine" Halle. In unserer Vereinigung für religiös-fortschrittliches Judentum sprach Rechtsanwalt Heinrich S t c r n - Berlin über „Religiösen Wiederaufbau'", bevor er auf sein Thema einging, . schilderte er in Tvurzcn Zügen einige besonders markante Teilnehmer der diesjährigen Londoner Wcltkonfcrcnzfür das religiösliberale Judentum. Dann führte er zu seinclii iThcmu, wie das deutsche Judentum durch Geschichte und Schicksal mit dem deutschen Vaterland verbunden sei und folgerte hieraus die Mahnung, das deutsche Judentum zu erhalten und neu zu beleben, über alle materielle Hilfeleistung hinaus falle der jüdischen Gemeinschaft die l'flicht zum religiösen Wiederaufbau zu, und besonders habe hier die religiös-liberale — oder wie wir sie voll jetzt ab in Halle nennen wollen — die religiös-fortschrittliche Vereinigung große Aufgaben zu erfüllen. Der ltcduer führte weiter aus, wie nötig es sei, religiöse Werve wieder »n den Vordergrund zu rücken, und zwar so. daß sie auch den bisher Abseitsstchenden vertraut gemacht werden. Die Abhaltung von gemeinsamen Freitagabcndfeiern sei ein geeignetes Mittel zur religiösen Fortentwicklung. Die hiesige Vereinigung grift eine Anregung Hciurich Sterns dunkbar auf und ucbchloll, um 18. Januar VJ'J5 eine FrciUguiiciid-FcicraUmdc xu verunstalten, zu der ullc Gcmciudcmilglicdcr eingeladen smd. Die Ortsgruppe Halle des H.j.F. beging in einer eindrucksvollen Vcranstnhune; die Feier der Enthüllung "ihrer Gedenktafel für die gefallenen Kameraden aus dem Syaagogcnbczirk Hülfe. Die ergreifende Codcukrcdc hielt Dr. Fackcnucim, wobei er die Namen und Todestage der 31 auf der Gedenktafel .verewigten Kameraden, die den Heldentod für das Vaterland gestorben sind, verlas. Indem er der Gedenktafel das Geleitwort verlieh, sie solle in alle Zukunft dienen: „den Hinterbliebenen zum Trost und1 zur Erhebung, uns Kameraden zum immerwährenden Gedenken, uns allen zum Zeichen nie verlöschenden Dankes, unserer Jugend aber als eine unendlich eindrucksvolle Mahnung an ein leuchtendes Vorbild trcucslcr Pflichterfüllung.'- Sodann hielt llabbincr Dr. Kahlbcrg eins von tiefer Religiosität erfüllte Predigt, der Gesänge und eine Weiherede von Dr. Karl lloscntlial-Bcrlin folgten. Der Kulturkreis .der Synagogen gern ein de Halle hatte Dr. Anneliese'Landau und Fritz Lcehner zu Gast gebeten, um' den Hörern durch sie Hugo Wolf näherzubringen. Die Lebendigkeit der Rednerin verstand es, auch die Herbheit dieses Komponisten zu überwinden und dem Publikum Hugo Wolf vertrauter zu machen. Die von Lechner zu Gehör gebrachten Wolf-Lieder unterstützten Anneliese Landaus Vortrag vortrefflich. Mannheimer Brief H e r i e h l I ü r .d i e ...1 ü d i's c h c Allgemeine"- Mannheim. Die hiesige jüdische rcligiös-libcralcVcreiliigung hatte jüngst in den Tempel der August Lamcy-Loge zu einem Vortrage von Frau Rabbiner Dr. A p p e 1 - Dortmund geladen. Nachdem in Vertretung des Vorsitzenden Dr. Strauß die Erschienenen willkommen geheißen hatte, sprach die Rcfcrentiu über „Die Londoner Tagung der Vereinigungen des religiösliberalen Judentums'". Frau Dr. Appel gab in ihrem Referat ein fesselndes Bild der londoner Konferenz wie ihrer Teilnehmer, wobei sie das Wesentliche der'Hauptreferate in klaren Linien und heincrkenswerter Konzentration erstehen ließ. Das gehaltvolle Referat fand mit Recht warmen Beifall. . Die l.chrkanlaK- „Licht und Volk" in der packenden Diehuiug Dr. Max Grunewalds mit der Musik Hugo Adlers erlebte in der hiesigen 1 Iauplsyuagoge in völlig neuer musikalischer Bearbeitung für volles Streichorchester ihre Erstaufführung. Wenn auch natui gemäß Vieles neu geformt wurde, so wurde die melodische Substanz des Werkes doch wenig geändert". Es wurden am Anfang des dritten Teiles und an dessen Schluß selbständige Orchesterslückc eingefügt, vor allem aber ist die neue -Orehcstcrbearbeitun« koU7.eutri.rter:- Ans technischen Gründen nahm man allerdings bei der vom hiesigen Lchrhaus veranstalteten Erstaufführung große Streichungen vor, wodurch man kein völlig geschlossenes Bild der Wirkung dieser Neubearbeitung erhallen konnte. Trotzdem wurden unter Leitung von Kapellmeister Sinzheimer mehrfach zwingende Wirkungen erreicht. Von den Solisten sang Mathilde Lazarus mit Musikalität die Sopranpartic. während Lisbeth Döhren mit Wirme ihren Part durchführte. Völlig befriedigend der pastosc Alt von Schna Weil-Elk und der blinde Bariton Jos. Lcvi, der ganz aus dem Geiste des Werks heraus : gestaltete. Dem Chor des Liederkranz wie dem Orchester der lnstrumcntalgcmcinsrhaft war das von Frau Clara Goldsrhmidt und Ida Frank-Leser rlrvthmisch prägnant gespielte Klavier eine starke Stütze. Prächtig Franz Oppcnheimcr als der eine der Sprecher, während Rieh. Hirsch derart anspruchsvollen Aufgaben noch nicht gewachsen ist. Der Kinderchor gab narh Kräften sein Bestes. In der Ersatzwahl zum Synagogcnrat wurde Stadtrahhincr Dr. Grunewald einstimmig als Mitglied des Synogogcnratcs gewählt. 1 . —nn. „Bekenntnis und Geftaltung" Dr. Gottfclialk und Heins Kellermann im Religiös-liberalen Verein ' Der Liberale Verein für die Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde zu Berlin hatte' zu einer \ crauslaltuiig der westlichen : Bezirksgruppen, unter dem Vorsilz von Landgcrichtsrat i. R. Dr. Murtiu L e s s e r , nach dem Logenhaus in der Klciststraßc eingeladen. Programmatische Ausführungen von Rabbiner Dr. Gqttschalk und Heinz K e 11 c r m u n u , dessen Referat au leitender Stelle dieses Blattes veröffentlicht ist, beschäftigten sich mit dem zeitgemäßen Thema „Religiöses Judentum — Bekenntnis und Geslulumg". In zündender Hede führte Dr. Cotlsehnlk etwa folgendes aus: Aufklärung sei keinesfalls gleichzusetzen mit Anti- Religiosilät und Atheismus. Seihst Männer, die als Atheisten verschrien seien, wie üescartes, Voltaire und andere haben den Atheismus verworfen und den Gott in uns als einen Beweis für das Dasein1 Gottes augesehen. Cbcrull und immer wieder ipiillt hier Religion auf.. Niemand könne auch Spinoza Religiosität absprechen. Das alles sei deshalb wichtig festzustellen, weil auch Moses MenT delssolm ausging von der Bedeutung der Vernunft. Trotz aller Vernunft trat er für Beten und Gottesdienst ein, er war, wie Dr. Gottschalk betoute, so voll von Religiosität, daß Jahrhunderte davon leben könnten. Von diesem .Manne gehe eine Linie über Foriustccher, Geiger, 'Samson Raphael Hirsch, Lazarus, llcnzion Kellermann und Hermann Cohen bis in die Gegenwart. Dr. Gottsehalk charakterisierte sodann die Vorwürfe, die dem religiösen Liberalismus in letzter Zeit gemacht worden seien, und wies sie mit begründeten Worten aufs schärfste zurück. Es kämme darauf au, wie weit wir die, Rcligiotl fester und reicher machten als sie vorher war. Judentum müsse im Zusammcidiong bleiben mit Kulturhcwußlscin. Liberalismus sei Erleben des Geistes, dem man keine Schranken setzen könne, i Dos Vernunft-Religiöse sei nicht das einzige gewesen, das das Judentum des vorigen Jahrhunderts religiös-liberal beeinflußt habe. Auch das l'J. Jahrhundert habe Seme großen und kleinen Propheten gehabt, die als Kämpfer für ihre Idee cinllamburg. Im Rahmen eines V ortragszyklus im Tempel sprach Rabbiner Dr. Italiener über „Der Gedanke des Trostes in den Werken jüdischer Denker und Dichter". Im vorigen Jahrhundert, so führte er aus, glaubte man vielfach, daß nur der Einzelne, nicht aber die Gemeinschaft des Trostes bedürfe. Erst das Erlebnis der jüngsten Zeit zeigte wieder allen Juden den Wert und die Notwendigkeit des Trostes für die Gemeinschaft. Davon zeugten die wieder gefüllten Gotteshäuser. Tröster seien die Denker Buber, Rosenzweig und Hacek, die Dichter Stefan Zweig, Wolfskchl und andere. Doch von den Alten bis zu den Modernen schließt sich ein Bing in dem Gedanken „Gott lcbf". Der Vortrag war umrahmt von Gesäugen des Tcmpcl-Chors. E. F. Landsberg (Warthe). Im Rahmen des liier vor kurzer Zeit errichteten Erwachscncnbildungs-Kursus hielt Herr llabbincr Dr.J'lotke in den Räumen der Tolcranz-Logc vor den zahlreich erschienenen Gcmciiidcmitglicdern den ersten Vortrag über ,.Synagogc einst und jetzt". Diese Abende, die sehr viel Anklaif finden, sollen alle 14 Tage stattfinden. — Dem Wunsche vieler erwerbstätigen Gemcindcmitgliedcr, die den Gottesdienst an den Freitag-Nachmittagen nicht besuchen können, soll künftig alle vierzehn |Tagc am Freitagabend um 8 Uhr ein Spütgottcsdienst abgehalten werden. Plauen. Im Monat Dezember bot der Ausschuß für Kunstpflcgc seinen Mitgliedern einen heiteren Abend, der von dem Berliner Humoristen Alfons Fink und den Damen Irma Steinberg und Frau Trude Gassenhcimcr bestritten wurde. Die frohen Stunden, zu deren Gelingen die Genannten mit ihrem Können wetteiferten, werden lange in Erinnerung blcilien. Schwerin. In der hiesigen Synagoge fand ein Konzcrtabend statt: Die Geschwister Jolanthc und Ruth Wa-halter spielten eine Vortrogsfolgc, die beweist, daß sie crstklassigc°Tcchnik mit starkem Gefühl vereinigen. Dankbarer Beifall belohnte die beiden Künstlerinnen. getreten seien. - .Man habe ganz vergessen, daß es bei denen, die heute schreien und schreiben und polemisieren, zweierlei Arten von Liberalismus gäbe: E r 1 c b n i s - Lib e r a 1 i sm u s und Li t e r a t e n - Lib eriilismus. Aufgabe der heutigen Zeit sei es, der Jugend die . Kämpfe der großen Persönlichkeiten des vorigen Jahrhunderts aufzuzeigen, die sie in ihrem engeren und weiteren Kreis zu führen hatten. Die .heutige Jugend, die selbst zu kämpfen hat, müsse religiös gemocht werden; es müsse ihr auch gestattet sein, ein großes religiöses Judentum zu leben, und zwar als K o u k r e L u m zu erleben. Dr. Gottschalk wies mit Recht' darauf hin, daß es ein Fehl e~r. war, daß der religiöse Liberalismus seine Ansprüche nicht mit derselben Sicherheit und Bestimmtheit und Verwegenheit in die Zeit hincingerufen habe wie die jüdischen Brüder im anderen Lager. Aber es sei noch nicht zu spät. Der Glaube an eine zweite. Emanzipation sei unser Traum, an dessen Erfüllung wir nicht zweifeln, aber man dürfe sich nicht einreden, daß nicht ein anderes Geschlecht um eine dritte Emanzipation kämpTcu müsse. Darauf käme es nicht im wesentlichen an. Religiosität bedeute letzten Endes: in der Ewigkeit wurzeln. Wenn wir als Diener und Helfer für unseren Gott Religion bekennen in dieser Zeit, dunu müsse uns das Gefühl der Freiheit und des Lebens überkommen, auf das jüdische Menschen im andern Lager so stolz seien; nur sei dieser Weg, der Jugend geistige Freiheit zu verschaffen, unendlich schwerer. „Aber", so schloß Dr. Gottschalk, „dieses Wissen - ist unser Glück, unsere Zukunft, unsere Jugend. Religiöses Judentum im Konkrctum zu vermitteln, das ist die große Aufgabe der Zeit." Die fesselnden Ausführungen Heinz Kellermanus und Dr. Gottschalks 'wurden wirkungsvoll und eindringlich unterbrochen durch Sprechchöre des Bundes deutsch-jüdischer Jugend, die in gehämmertem Rhythmus das Neuland der Tat verkündeten. I Allerlei aus Frankfurt Bericht für die „Jüdische Allgemeine" Frankfurt am Main. Im Alter von 85 Jahren starb der Frankfurter Maler Max Schüler, dessen „Selbstbildnis" noch vor kurzem in der Chanukku-Kunstschau der Logen und des Kulturbundes ausgestellt war. Sein Kunstschaffen gehörte einer vergangenen Zeit des Wohlstandes an. Seme Porträts schöner Frauen und führender Männer, raeist Aquarelle, gehören in den Salon. Frankfurt ^verliert mit ihm einen seiner feinsinnigsten jüdischcu"*Künstlcr. — Die Ortsgruppe Frankfurt o. M. des lt.j.F. veranstaltete ein Vi ohliätigkcilskonzert unter Leitung von S. Lilicntlial, Wiesbaden, zu Gunsten der jüdischen Kriegsopfer und Kameradschaftsbeihilfe. Unter Mitwirkung hiesiger und Wiesbadener Solisten und des Chors der llauplsynugoge Wiesbaden hörte mau Chorwerke von Meycrbccr, Fuchs und 'Schulit, besonders schöne hebräische liturgische Gesänge von Sulzcr-Schünfeld und Lewandowsky u. u. Ein Programm, dessen Quuulitäl die* künstlerische Qualität nicht ersetzen konnte. — In der Gesellschaft für jüdische V o l UsU i. 1 d u lt.e, sprach llubb. Dr. Italiener, Hamburg, über den „Gedanken des Trostes im Judentum", seine Entwicklung von der Bibel bis zur Gegenwart. Das Leid- Trost-Problcm, das dos emanzipierte 19. Jahrhundert für überlebt liiclr, lebte zusammen mit der religiösen Erneuerung unser er1Tage wieder auf, vorbereitet durch Nietzsche, das Schicksal der Juden Osteuropas um die Wende des Jahrhunderts, die Schriften Hermann Cohens, Franz Kafkas, Franz Rosenzweigs und Stefan Zweigs und heule gedeutet von Murtin . Ruber, Leo Bacck Und Gedichten von Karl Wolfskchl. Die : klinischen Vorträge im hiesigen Krankeuhuus der Israelitischen Gemeinde, die im Winterhalbjahr 1934/35 regelmäßig stattfinden sollen, haben vor wenigen Tagen begonnen. Eine große Anzahl jüdischer Arzte aus Frankfurt und Umgebung war der Einladung gefolgt. — Die Tagung des Provinzialv erbaudes für jüdische W o h 1 f a Ii r t s p f 1 e g e "in Hessen- Nassau, das die „Zciitrulvvohlfahrtsslcllc"- zum Notstandsgebiet erklärt hat, gab durch einen Bericht der Geschäftsführern! Hilde Mcycrowitz einen Einblick in seine Aufgaben, besonders auf dem Gebiete der Wirtschaftshilfe und Berufsberatung, seine Leistungen unter finanziellen Schwierigkeiten und seine Erfolge vor allem in der Bcrufsumschicbtung. — Ein Kammermusik-Abeitd des Kulturhund- Quartetts "der Künstler Hans Basscrmann, Emst Drucker, Richard Karp und Felix Iii Mendelssohn brachte in exaktem und fein abgetöntem Zusaumieuspicl llaydns Quartett op. 77, Hans Güls zweites Quartett op. 33 und das Becthovcn-Quariclt op. ö'J. Die erste Violine unterstrich im Adagio von llaydn die bewegte Ruhe der Grundmclodic, variiert von den anderen Instrumenten. Edel in ihrer traumhaften Klangschönheit wirkte die Cauzonc aus Giiis Quartett. Meisterhaft sicher in der Tonführung glückte zum Schluß besonders das Filialc-Prcslo Beethovens. L. II_r. effud. dm3amüikM Es verlobten -sich : Herr Fritz Rcingenheim (Gclsciikirchen) mit Frl. Anneli Wcyl (Haltern i. W.J. — Herr Fritz Cohen (M.-Gladbaeh) mit Frl. W'andu Osinski (Herne). — Herr Ludwig Kann (Düren, Rheinland) mit Frl. Hilde Loeweriberg (Rciskirchen, Kr. Gießen). — Herr Manfred Bauer (Stuttgart) mit Frl. Ilse Fiiedmann (Buttstädt, Thür.). — Herr Adalbert Kosterlitz (Miltwcida, Sa.) mit Frl. Irma Baimoss (Leipzig-Lind). — Herr lng. Poldi Kuh'mit Frl. Ruth Studinski (Berlin). — Herr Gurt Kusenbaum (Berlin) mit Frl. Grete Fink (Bremen). — Herr Justinv Hamburger mit Frl. Fridl Reichmannsdorfcr (Nürnberg). — Herr Hanns Neulucuder (Beuthcn, OS.) "mit Frl. Erna Knoche (llindcnburg, O.S.). '—v Herr Ernst Baum (Amsterdam) mit Frl. Ruth Mossc (Dorunund). — Herr Bernard Kramrisch (Urudford, England) mit Frl. llauna Levviu (Chemnitz). — Heer Felix Halm mit Frl. Annie Ullmaun (Bamberg). — Herr Alfred Verständig (Berlin) mit Frl. Betty Dorcnter-Grau (Frankfurt a. M.). — Herr Ludwig Lion (Mannheim) mit Frl. Helene Sänger (Marktbreit). — Herr Alfred Weinberg mit Frl. Alice Gohn-Louric (Berlin). — Herr iMax Stobezki (Heilbronu) mit Frl. Berti Alperowitz (Müllhcim, Buden). — Herr Ernst Haas mit Frl. Anny Bulka (Offcnhach.a. M.). —Herr Julius Stern mit Frl. Lotte Lontos-Stern (Frankfurt a. M.). — Herr Max Gugenhcim- (Homburg, Saar) mit Frl. Hilde Forst (Custcliaun, Ilunsrück). — Herr Hans Bonin mit Frl. Alice Fricdheim (Hamburg). — Herr Leo Leib (Gernsbach) mit Frl. Irmgard Juda (Hamburg). — Herr Hans Iwan llaasz. mit Frl. Gerda Buchheim (Berlin). — Herrn Hugo Kaminka (Köln) mit Frl. llanrii Kern (Neustadt a. d. Hardt). Es vermählten sich: Herr Herbert Wolf und Frau Ellen, geb. Jacobsohn (Berlin). — Herr Georg Koh und Frau Lucic, geb. Walter (Nowy-Tomysl, Posen). —Dr. Fritz Lachs und Frau Erna, geb. Höchstädtcr (Nürnberg). — Herr Otto Bochm und Frau Hertha, geh. Gins (Breslau). — Herr Friedrich Rotholz und Frau Küthe, geb. Roßkamm (Berlin). — Herr Walter Caspari und Frau Erna, geh. Holtmann (Kolberg). — Herr Albert Hcskel und Frau Gretcl, geb. Sternheim (Paris). — Herr Willi Kahn und Frau Edith, gebi Plaut (Duisburg). — Herr Kurt Liegncr und Frau Trude, geb. Jacob (Stuttgart). — Herr Kurt Loewenberg und Frau Rina, geb. Schott (Wicschen, Hamburg). — Herr Fritz Rothschild und Frau Anny, geb. Becker (Rhchihauscn). — Dr. Leonard Snowinan und Frau Martel, geb. Wolf (London). — Regicrungsassessor Dr. jur. Ernst Blum und Frau Martha, geb. Mayer (Saarbrücken). — Herr Walter Kaufmann und Frau Else, geb. Ilcrzfcld (München). — Herr Edward Lcwinsohn und Frau Alice, geb. Hoßheimer (Weißcnfels). — Herr Max Bier und Frau Reiiec, geb. Effcr (Köln-Braunsfeld). — Herr Josef Janowitz und Frau Gerda, geb. Willinger (Amsterdam). — Dr. med. Erich Mayer und Frau Bcrtcl, geb. Guggenheim (Frankfurt a. M.). — Herr Boris Simcnski und Frau Edith, geb. Blogg (Hamburg). — Herr Eduard und Frau Dipl.-Ing. Margarida, geb. Stern (Köln). — Herr Max Oppcuhcimer und Frau Acnnc, geh. Lcvy (Hamburg). — Herr Haus Lcvi und Frau Herta, geb. Straus (Barcelona). — Herr Willy Hirsch und Frau Liselotte, geh. Salm (Düsseldorf). Ein Sohn wurde geboren: Herrn Ludwig Ambrunn und rrau Lieschen, geh. Lieberg (München). — Herrn Leo Marcus und Frau Anni, geb. Hertz (Werne, L.). — Herrn Ludwi- Glaser und Frau Dolly, geb. Breitbarth (Breslau). — Herrn Otto Sternheim und Frau Betty, geb. Liffmann (Krefeld). — Herrn Adolf Jaschck und Frau Hanno, geb. Horwitz (Breslau. - Eine Tochter wurde1 geboren: Herrn Dr. Erich Kaufmann und Frau Acnni, geb. Ehrlich (Berlin). Es starben: Herr Isidor Kalmus (Berlin). — Frau Marianne Ehrmann (Frankfurt a. M.). — Herr Julius Klimowski tlhing). — Frau Alice Hanf (Berlin). — Herr Louis Treidel (Kaiserslautern). — Herr Max Löwe (Duisburg). — Herr Isidor liaruch (Berlin). — Frau Zella Weile (Zielcnzig). — Frau Frieda Ltssaucr (Hamburg). — Herr Kurt Lippmann (Berlin). — Frau Jlalwina Jacobsohn (Hamburg). — Frau Mathilde Liebmann (Duisburg). — Herr Ernst Locwe (Berlin). JOflisrho KnulerhlUe. Am S. Januar, 20 Uhr, Besinn eines neuen Miitterseliulkursus mit theoretischem und praktischem Unterricht in Säuglings- und Kleinkmderplleec. Anmeldungca im Biio ilc,\m N «t straüe 14-13, 10—12 Uhr. r Lehranstalt tär die Wissensehaft des Judentum». Die Vorlesung von Pror. Dr. Buber über „Biblischen Messianismus" .findet in den 3Ionaten Januar und Februar jeden Freitag vormittags von 11—13 Uhr statt. Eeginn: Freitag. 11.-Januar 1933.

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