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Jüdische allgemeine Zeitung · 1934-12-19 · 94 (19.12.1934) · page 5

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
14 (1934)
Issue
94 (19.12.1934)
Date
1934-12-19
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1. Beilage 19. Dezember 1934 JÜDISCHE AUGEMHNE ZEITUNG Der Sabbat der Schuljugend Praktische Vorfchläge / V01l Rabbiner Dr. JULIUS GALLJNER Die AüsBeslaHung des Sabbats der jüdischen Schuljugend nimmt erfreulicherweise immer mehr irreifharc Gestal' Der Aufruf der Keichsvertretune. den vom Schulunterricht befreiten Sabbat der jüdischen Jugend wieder zu einem Mittelpunkt jüdischen .Gemcinschaflsleliens zn machen, hat nicht nur in der Jugend, sondern auch in den Gemeinden stärksten Widerhall Befunden. Wir haben Herrn liabbiner Dr. Julius G all iner:, den Dezernenten des Preuüischcir Landesverbandes jüdischer Gemeinden für 'Scbulauseleceiiheiteu und Bezirksrabbinatc. gebeten, hier eine Iteihe praktischer Vorschläge zur Erörterung zu stellen. Weitere Meinungsäußerungen über die bedeutungsvolle Aufgabe der Sabbatgeataltung veröffentlichen wir in der nächsten Nummer. Wer die jüdische Sabbatfeier in der Familie oder im Gotteshaus in ihrer ganzen Schönheit kennt, der dürfte kaum verstellen, daß ein Besonderes der Jugend gegeben werden muß, umsie, wie man sagt, für den Sabbat zu gewinnen. Aber die Tatsache 'i5tj i "Un cinmil1 nicht hinwcgzulcugnen, daß vielen, vielen Juden der Sabbat verloren gegangen ist, daß viele seine Schönheit nur noch aus Erzählungen und bildlichen Darstellungen kennen, ts ist . . c eine gewisse Tragik in unserem jüdischen Leben, daß in dem Augenblick, da der jüdische Sabbat die Welt erobert' hatte, ein allgemeiner Ruhetag durch das Gesetz der arbeitenden Menschheit gegeben war, wir Juden den Sabbat fast verloren haben. Die Last des Tages, die auf vielen Juden lastete, hatte wohl die Sehnsucht nach Rulle geweckt, aber nicht nach jener ideale» Erhebung über das Alltagsleben, die der jüdische Sabbat sein will. Auch der Jude hat nach sechstägiger Arbeit nach Zerstreuung gesucht, aber nicht nach Andacht und religiöser Erbauung. Das moderne Judentum hat die Gefahren, die sich daraus ergeben konnten, wohl erkannt. Es hat auch nach Abhilfe gesucht, indem es einen besonderen Gottesdienst für die Jugend geschaffen hat, den J u g e n d g o 11 c s d i c n s t. Die Einrichtung des Jugendgottesdicnstcs ist nicht mehr als 50 Jahre alt. Er ist nicht aus der Erkenntnis der religiösen Entwicklung des Jugendlichen hervorgegangen, sondern vielmehr aus der Tatsache, daß der -rußte Teil unserer Jugend durch den Besuch der öffentlichen Schulen verhindert war, am Babbatgottcsdicnst teilzunehmen. Das ist nun anders geworden. Ein großer Teil der schulpflichtigen jüdischen Jugend besucht jüdische Schulen und der andere Teil, der die öiientliehen Schulen besucht, hat gleichfalls die Möglichkeit, den Schulunterricht zu versäumen und am Sabbatgottcsdicnsl teilzunehmen. Das dauert schon einige Zeit. Aber der Eingeweihte weiß, daß unsere Jugend nur in geringer Zahl am Sabbat im Gotteshaus zu finden ist. Die Gründe dafür sind mannigfacher Art. Wir sehen den tiefsten Grund für diese Erscheinung darin, daß es unserer Jugend an Vorbildern fehlt, die religiöse Persönlichkeiten sind. Kinder, die Vater und Mutter nie haben beten sehen, können auch nicht beten. Religiöses Leben wächst nicht nur aus spontanen Trieben hervor, sondern es muß-in das Kind hineingelegt werden. Spranger sagt in seiner „Psychologie des Jugendalters": „Die religiöse Einstellung des Kindes ist wie sein Verhalten überhaupt durchaus-egozentrisch. Alles, soweit es überhaupt gesehen wird, wird gesehen als eine Veranstaltung auf das eigene kleine Ich hin." Was wäre da wohl geeigneter, das Kind von seiner egozentrischen Art abzubringen und in ihm das soziale Gefühl zu wecken und zu stärken als der gemeinsame Gottesdienst, in dem die Gleichheit aller vor dem Ewigen so sinnfällig zum Ausdruck-gebracht wird? (Vgl. meine Abhandlung über „Jtigeiidgoltcsdicnstl' aus der Festschrift für Prof. Moritz Scharfer.) Darum dürfte die Aufgabe, die wir an der Jugend zu. erfüllen haben, eine doppelte sein. Einmal muß die Jugend zur Gemeinde geführt, als "die Gemeinde der Zukunft erzogen werden, dann aber auch muß in ihr das religiöse Gemeinschaftsgefühl gewerkt werden; Daraus folgt von selbst, wie wir die Jugend für den Sabbat wiedergewinnen könneu. Zur Gemeinde wird sie erzogen, wenn sie in der Gemeinde und mit der Gemeinde betet. Jeder besondere Jugeudgottcsdicnst erübrigt sich dadurch. Die Jugend muß a ndem regelmäßigen Sabbatgottes dienst teilnehmen, sowohl am Freitagabend wie am Sabbatvormitta". Die bisherige Liturgie wird beibehalten. Aber die musikalische Ausgestaltung muß so sein, daß der Ccmcimlegcsang besondere -Berücksichtigung findet und die Jugend durch den Schillu n t c r r i c h t f ü r d c n C e m c i n d c g c s a 11 g v o r b e r c i t e, t wird. Am Freitagabend soll die Jugend nach dem Gottesdienst zu einem K i d d u s c h versammelt werden, an dem ganz besonders die Kinder teilnehmen sollen, die im Elternhaus keine Frcilagabciidfcier haben. Die Vorlesung aus der Tora um Subbatvormittag muß ganz besonders feierlich vor sich gehen. ..Deutlich-und mit lliucinlcgimg des Sinnes'-, wie es im Buche Nehcmia heißt. Es ist selbstverständlich, daß die Jugend nicht nur am Tage der Barniizwah, sondern auch sonst zur Tora aufgerufen wird. Die S c Ii r i f t e r k 1 ü r u n g muß schlicht und einfach sein damit auch die Jugend sie versteht und durch sie zum Nachdenken angeregt wird. Die Predigt wird wie bisher auf den Freitagabend zu legen sein, zumal die* Erwachsenen um diese Zeit mehr Möglichkeit haben am Gottesdienst teilzunehmen als am Sabbiitvormitlog. Aber, wie bereits gesagt, »oll in der Jugend das religiöse Gemeinschaftsgefühl geweckt werden. Der Ccmcindcgoltcsdicnst allein reicht dazu nicht aus. & dürfte daher notwendig sein, die Jugend im Anschluß an den Snbbatgotlcsdicnst zu einer religiösen W c i h c s t u n d c zu vereinigen. Unter Führung eines Rabbiners soll hier Jugend zu Jugend sprechen. Nicht unvorbereitet, sondern nach festgelegter Ordnung, die für jeden Sabbat verschieden sein kann, soll diese Wcihcstundc .stattfinden. Das jüdische Schrifttum soll auch hier im Mittelpunkt stehen. Aber auch das, was aus j ü d i s c h c r S c e 1 c zu jüdischen Seelen sprechen kann, muß hier vorgetragen werden. Dadurch werden uns wieder religiöse Persönlichkeiten erstehen, die, von tiefem Ernst getragen, aus ihrem Leben zum Leben gleichgestimmter Menschen sprechen können. Der Sabbutnachmittag gehört dem Hause. Es dürfte dies für vielo judischo Familien die einzige Zeit in der Woche sein, in der Eltern uiwl Kinder beisammen sind. ^Die Hawdaluh, umrahmt von den überlieferten Gesängen, soll 'den" Sabuaf'im 'Mause beschließen/ Auf diese Weise wird die Jugend zur lehendigen Teilnahme am religiösen Leben der Gemeinde geführt und -durch die Stimmung . in der Sabbatweihestunde für die jüdische Gemeinschaft erzogen; denn „die Stimmung ist sympathisch, d. b. sie erwacht und behauptet sich sicherer in der Gemeinsamkeit mit Vielen, in einer Gesellschaft, Gemeinde". (H. Steinthal „Zu Bibel und Itcligionsphilosophic", Bd. 1, S. 162.) David Friedländers Wandlungen Zum 100. Todestag des Wortführers der Emanzipation I \on ihlde ottenheimek David Fricdläiider Von jedem Standpunkt der geschichtlichen Entwicklung aus ist,der' Blick in die Vergangenheit und ihre Bewertung für die Gegenwart verschieden. ' War uns noch vor kurzem die Periode der jüdischen Emanzipation unangreifbar, weil sie in das damals erstarrte jüdisch-religiöse Dasein neuen Lebcnsodcm blies, und weil sie die politische Gleichstellung der Juden begründete, so betrachten wir heilte mit .Kritik die seinerzeit anscheinendnur unvollkommen vollzogene Synthese zwischen Deutschem und .Jüdischem undauch die rechtlichen Errungenschaften, deren Fraglichkeit uns so eindeutig ins Bewußtsein gebracht wurde. Aber alles geschichtliche Geschehen hat seinen eigenen Sinn. Und ebensowenig wie wir heute in der Lage sind, die vielgestaltige Bewegung der jüdischen Emanzipation in allen Phasen. Seiten.und Wirkungen "zu übersehen und zu würdigen, ebensowenigkönnen wir ein abschließendes Urteil über einen so hervorragenden Vorkämpfer jener Bewegung wie David Fricdläiider fällon, der am 25. Dezember 1834 gestorben ist. llcform des Judentums, ist das Programm seines Lebens. das sich parallel mit dem Ablauf-der Emanzipation-mit stets neuem Inhalt erfüllt. In der ersten, stark jüdischen" Akzent tragenden, meist als gesellschaftliche Emanzipation bezeichneten Periode, als neben dem Drang, die reine deutsche Spracht kennen zu lernen, das Bemühen herrscht, den Talmud durch die Bibel.' den jüdischdcutschcn Jargon durch reines Hebräisch zu ersetzen, beteiligte sich Friedländer an der Gründung der jüdischen Frcischule in Berlin und an der Schaffung der ersten Zeitschrift für deutsche Juden, dem hebräischen ,.Sammlcr'\ Reform des Judentums verstand er damals also als Reform der B i 1 d u n g der Juden. In der zweiten, im Zeichen des Kampfes um die staatsbürgerliche Gleichberechtigung stehenden Epoche führte Friedländer für die preußischen Juden die'Verhandlungen mit der Regierung. Damals schien ihm eine Reform unerreichbar ohne äußere Gleichstellung mitden anderen Untertanen. Nachdem sie erreicht und diese Phase der Emanzipation abgeschlossen war, wendet Fricdländer sein Interesse wieder mehr dem innerjüdischen Leben zu. Jetzt beteiligte er sich uu den von Israel Jarolisobn ausgehenden Bestrebungen, den Gottesdienst zeitgemäß auszugestalten; Reform des Judentums bedeutete ihm nunmehr llcform der jüdischen Religion. Als man dann später unter Zwist' Führung aus dem Umkreis der Synagoge hinaustrat, und die Wissenschaft des Judentums ihr Haupt erhob, versuchte der siebzigjährige Fricdläiider un die Seite der jungen, von neuen jüdischen Idealen erfüllten Generation zu treten. Jedoch sein durch die Aufklärung' geprägtes Judentum halte einer Zeit nichts mehr zu sagen, welche für ei» neu gewonnenes. C.cscl.ichtsbcwußlscin einen Ausdruck suchte. Die jüdisch« Leistung seines letzten Lcbcnsjahrzcliiits beschränkte sieh dann nilfjlic Förderung philanthropischer Unternehmungen^ r Dieses lange Leben erhält seine entscheidende Züge durch das Verhältnis zu .Mendelssohn. Fricdläiider war 1771 nach Berlin gekommen, in.einer Zeit, als Mendelssohn infolge der Kontroverse mit Lnvater chic philosophische Begründung der jüdischen Religion gab. Er unterschied im Judentum die ewigen Wahrheiten, die mit der damals herrschenden Ycrnlmflrcligion übereinstimmten, und das durch Offenbarung »cchenc Gesetz, das Ccrcmonial, das rational weiter nicht bcgeündet werden kann. Der so geschaffene Zwiespalt war und ist theoretisch nicht aus der Welt zu schaffen, und er wurde auch nur in der Person Mendelssohns überbrückt. Es ist also kein Wunder, daß bei dem doktrinären Fricdländer eine solche Kluft entstehen konnte, wie sie dem berühmten S e n d s e hrc ■ I. e n an den P ro b s t Tc 11 e r zugrunde hegt. Darm verzichtete er auf das Ccrcmonial. das doch (wie Mendelssohn gezeigt hatte) nur ein geschichtliches Faktum, also (dies ist friedländers Folgerung; unwesentlich ist zugunsten der re.nen Religio.^ Die Folgerung ist beeinflußt durch Jiigendcrlcbinssc l-ri.dlan.lers. Sem merkwürdiger Vorschlag, die Judcn-solltcn in die „GcHtllschaft des Protestantismus'" eintreten und nur die reinen Wahrheiten anerkennen, ist ferner nur zu verstehen^aus der glühenden heimsucht Friedländers jener Jahre nach Erlangung der CleichberechU- . gung. Da er eine Kollision der jüdischen und staatsbürgerlichen Pflichten belürchtete, wollte er lieber ouf jene verzichten. Jedoch erst die Theorie Mendelssohns von Vcrnunftrcligion und Gesetzesrcligton hatte dos Sendschreiben ermöglicht. Trotz der nur logisch und formal verständlichen, alle Lebensfülle ignorierenden Konsequenz, die Fricdländer aus Mendelssohns Philosophie gezogen hatte, besaß jener ■ eine zrößere Achtung vor geschichtlichen Tatsachen *b dieser. Mehr in die Augen springt eine andere Verschiedenheit, w ar Mendelssohn eine ausgesprochen theoretische Natur, so verwandeln DIE BIBEL ERZÄHLT im Wodienabfchnitt Wajechi vom Sterben Jakobs. Alle seine Kinder sind um ihn gesehaart. Sein seherischer Wiek dringt in die Zukunft. Jedem seiner Sühne sagt er sein Schicksal voraus." Dann spricht er zu ihnen: „Ich gelle ein zu meinem Volke, begrabt mich bei meinen Vätern." Nachdem-' er so seine letzte Weisung erteilt hat, stirbt Jakob. Seine Kinder weinen um ihn, und mit ihnen trauern die Aegvplcr. In feierlichem Zug wird Jakobs Leiehnam nach Kanaan geleitet und in »1er Höhle Mmhpela bestattet. Dann kehren Josef und seine Brüder nach Aegypten zurück. o Cber dum Sterben Jakobs liegt der erhtibene Friede, den nur frommer Glaube zu schenken vermag. Alle Todesfurcht ist gebannt. Aus dem Leben scheiden bedeutet hier Heimkehr zu den Vätern. Jakob wehrt sich auch nicht gegen die Tragik des Vergehens, friedlich löst sich seine Seele von der irdischen Welt. Das Sterben hat seinen düsteren Charakter verloren, den es für die heidnische Welt besessen hat. Die Menschen der Gegenwart aber weichen dem Gedanken an den Tod aus. soweit nicht Verzweiflung ihren Sinn inndüstert. Ihre innere Unsiclicrheit verrät sich darin. Ihr Lebenswille wehrt sich gegen das Schicksal "der- Vergänglichkeit. Doch sie setzen der Unstcrblichkcitslchre tles Judentums ihre wissenschaftlich begründeten Zweifel entgegen, ohne eine andere Lösung diesestiefsten Problems gefunden ztrhalicn. Unsere sichere Stellung dem Leben gegenüber aber , hängt diwmv n\>, ilnt» wir an der Tatsache unserer Sterblichkeit nicht vorbeidenken, sondern sie klar ins Auge fassen und ihr eine religiöse Deutung geben. In der letzten Stunde seiites Lebens denkt Jakob .nicht ah sich. Er ruft nicht das lüld entschwundener Jahre zurück. Ein einziger Gedanke erfüllt seine Seele: Die Frage nach der Zukunft der Kilülcr. Darin offenbart sich nicht nur die Selbstlosigkeit seinef Liebe, die auch angesichts des Todes ihre Kraft behält. Wenn der _ sterbende Jakob seinen Kindern ihr künftiges Schicksal verkündet, so kommt dorm zum Vorschein, daß' jüdischer GeUt, so tief er. auch in der Vergangenheit wurzelt, in die Zukunft gerichtet ist. Nicht in die Erinnerung fliehen, sieh nicht vom Leid der Gegenwart überwältigen lassen, sondern überjede* Dunkel hinweg vertrauend und hoffend in die Zukunft blicken; dmm muß auch in unseren'Tagen unsere Haltung «ein. Die Worte, die der sterbende Jakob an seine Kinder richtet, enthüllen die Größe inniger Liebe. Doch mitten in tlcr Verheißung herrlichen Segen» finden sich auch Worte - scharfen Tadels und strenger Verurteilung begangenen Unrechts. Jakobs Liebe macht ihn nicht blind für die Kehler der Kinder. Solch sehende Liebe ist auch heute notwendig. Weil wir liebloser Kritik ausgesetzt sind, die nur das Häßliche an uns entdeckt, dürfen wir sellist nicht den Fehler begehen, aus Liebe über die Schwächen rni jüdischen Wesen hinwegzusehen. Abgesehen von der praktischen Notwendigkeit bessernder Kritik bilden für unser Empfinden Liebe und Gerechtigkeit eine nnaitflösbari- Einheit Lewkowitz-Iferlin. sich seine Odankrn l«i 1'riidlfm.l.r in praktische Ideen. S> verdankt die Frci-schulc in 1t e r I i n ihr Kiilst.li.-n den l.iilcrhnltiiugrn mit Mendelssohn; sie wurde in einer Zeit eröffnet, als Mendelssohn im Interesse der llil.l.liig seiner Kinder anfing, ihr Hibcl ins Deutsche '/" übersetz«-!!. Wiederum zieht V ncdll.iid.-r djs Konsequenz: die Freischule wurde die erste jüdische Schule: mit driilsrlier l'nlcrrKlils.praclir. Ihre Inhalte schöpfte sie. obwohl mau llcligi.ins- und l'rnfnnuill.rri.lit verbinden wollte, im wesentlichen aus dem Judentum. stammt in einem »ehr unpädagogischen mm sehrm..raWl..n .Lesebuch für jüdische Kinder", da» Friedender herausgegeben hat, die Mehrzahl der Hcitrüge aus d..... jüdischen kulliirkrci». " Fricdlüililcr war aber nickt — wie Crälz es lieblos darzustellen versuchte■— der „Affe" Mendelssohns, «rill Kell« und Abklatsch. Davor bewahrte ihn Hclmn die bcreils angedeutete W wvcrscbicdciiheil. Welch »lolzc Würde einer selbslb. w.ißl.11 jl ersfiiilirbkcit zeigt Fricdländer'st. IL, als nach buigeii V. rliii.idliii.geii 'mit der Hcgieruug eine mir teilweise Aufhebung der .liidengeselzgcbiing zugestanden wurde, was Fricdländer aber n b I c Ii u t c . da er um die Befreiung von den Ketten, nicht tun ihre F.rwrilcrüng gebeten - _ halle. Fricdläiider war aber' kein blinder Vertreter seiner ("dtmbcnsgciiosscn. Mit demselben Nachdruck, wie er sich noch außen für die Juden einsetzte, bekämpfte er im Innern den liilmiidisrli- - scholastische» llabbinismus. Mit Encritie wandle er »ich aiirh immer wieder gegen die umsichgreifendc Haltlosigkeit der Juden, was doch — -welche Tragik birgt diese» so bürget Iah erscheinende Lehen — zum Teil eine Folge »einer eigenen Wirksamkeit wor. Fricdländer ist schließlich nicht denkbar ohne „Kreis" und ohne Beziehungen zu tred c u t e nd c n Zeitgenossen. In seiner Jugendzeit hatte er z. II. im Hause Mendelssohns den durch einen berühmten Brief Kant» bekannt gewordenen Arzt Markus Herz, außerdem Eitchef, den Herausgeber de» „Sammler , den Kantianer Bendavid und Wesscly, den „hebräischen Klopstock", kennen gelernt. Ihn bewahrte er'einmal mit der ganzen-Würde seiner aufgeklärten Persönlichkeit vor dem r ahbin i sehen Bann. Au» den Jugendjahren stammte einfreundschaftliches

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