Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 14 (1934)
- Issue
- 94 (19.12.1934)
- Date
- 1934-12-19
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/4109741-4109754-2613602--086-2617134- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
im Hosentn] mit Warenhausartikcln der verschiedensten Art vollgepfropft sind, befindet sich ineiner derselben, schon von der Scndlingerstraläe aus sichtbar, eine große Weihnachtskrippe, die die biblische Szene der Geburt Christi darstellt und natürlich auch von den Vorübergehenden, insbesondere von Kindern und Frauen, mit Freude und andächtiger Aufmerksamkeit betrachtet wird. Vielen wird kaum bewußt daß hier der Jude eine christliche Legende mißbraucht, um Käufer anzulocken, denen selbstverständlich auch, die Werbung der danebenlicgenden Auslage gilt, in der Spielsachen für den Weihnachtstisch geschickt zur Schau gestellt sind. Wir aber" erheben mit denen unserer Leser, die sieh empört über diese Tatsache mit der Bitte um öffentliche Stellungnahme an uns gewandt haben, Einspruch gegen die Weihnachtskrippe als Blickfang für ein jüdisches Geschäft." * Auch wir halten es nicht für taktvoll, wenn ein jüdisches Geschäft sich bei seinen Dekorationen religiöser Symbole des Wcihnachtsfcstcs bedient. Für ungestörte Durchführung des Weihnachtsgeschäftes ist durch einen Erlaß des Wirtschaftsministeriums Sorge getragen. Es ist aber eine selbstverständliche Pflicht, der jüdischen Kauflcute, daß sie sich in ihren- Auslagen größte Zurückhaltung auferlegen und nur solche Gegenstände für ihre Dekorationen verwenden, die einen allgemeinen festlichen Charakter tragen. Propaganda gegen Einkauf in jüdifchen Gefchäften - Nürnberg. Die in Nürnberg erscheinen de ..Fränkische Tageszeitung^ veröffcntlieht in auffälliger Aufmachung die Aufforderung: Keine Weiunachts-Einkäu Ic beim Juden! Beweisende!» Du ein Deutseher bist! In derselben Nummer findet »ich unter den ..Randbemerkungen" auch die folgende: „Wir unterstützen niemanden, damit er unser Werk sabotiert! Eine Nürnberger Familie, in der der Mann eine Heute bezieht, ein Kind auf Kosten der Allgemeinheit in Erholung geschickt wird und' das zweite Kind am Tisch eines mitleidigen Nachbars täglich sein Mittagessen einnimmt, brüstet sich damit, daß sie mm auch ihre Strümpfe im ..Ehapc''* kauft. Die Nachbarn, die dem Kind einen halbjährigen Kreitisch gewährten, haben daraufhin ihr Auerbieten zurückgenommen und ein anderes Kind an den täglichen Mittagstisch gerufen, mit der Begründung, daß man nicht gewillt ist, zu helfen, damit die ersparten Groschen ein jüdisches Geschäft unterstützen. — Das mag Menschen, an denen Mitmenschen ihre Nächstenliebe beweisen, eine Warnung sein, falls es ihnen an dem nötigen Takt fehlen sollte, von selbst zu dieser Erkenntnis zu gelangen.** # liremcn. Die ,.Urcmer Zeitung** vom 11. Dezember \cröffeut- Kclit in einer ,.huiuurUttM*hvu" Hubrik: ,AVas müßte am schnellsten erfunden VerdenV* folgende Zuschrift eines ..notleidenden Geschäftsmanns": ..Ein Präparat, um alle Volksgenossen bzw. Parteimitglieder zu kennzeichnen, welche ihre Einkäufe immer noch in Einheitspreisgeschäften, Warenhäusern und ii i c Ii t a r i s e Ii e n Geschäft e n besorgen und immer noch nicht begriffen haben, was sie damit anrichten. Ich denke an ein geruchloses, sonst unschädliches Gas. welches in diese Iläu.-er unauffällig gelegt werden kann und eine Wirkung erzielt, wo die weiblichen Volksgenossen meinetwegen beim Betreten einen Schnurrbart bekommen und die männlichen eine blaue Nase erhalten, was mindestens 14 Tage anhalten müßte. Für die notleidende Geschäftswelt wäre dieses iH'stimmt zum Vorteil, zumal der größte Teil der Geschäftsleute größere Sorgen um seine Existenz hat denn je. Also, deutsche Chemiker, rnn aus Werk!** Es wird gemeldet! n Der König von Rumänien hat den Berliner. Schriftsteller Professor Dr. Eugen Wölbe zum Offizier des Ordens ..Stern von H u m ä n i c n" ernannt. Die Auszeichnung erfolgte in Anerkennung seines im Vorjahr erschienenen Werkes ..Carmen Sylva. Der Lebensweg einer einsamen Königin". *. ES Der Gelehrte Lazarus Goldsehmidt "hat soeben die deutsche Übersetzung des Talmud zum Abschluß gebracht. Die erste Lieferung erschien im Jahre 18%. * ' HB Iii Istanbul hat eine Bewegung eingesetzt, die die zwangsmäßige Einführung der türkischen G c b c t s s p r a e Ii e f ü r sämtliche Konfessionen in der Türkei anstrebt. In manchen Synagogen wurde die hebräische Gebetssprache bereits aus dem Gottesdienst ausgcsehaUcl. * B Auf Einschreiten der Wiener Israelitischen Kultus gemeinde wurde ein vom „Österreichischen Anliscmitcnbund"* erlassener Aufruf beschlagnahmt, in dem zum Boykott jüdischer Geschäfte bei den W c i h n a c ht s c i n k äu f e n aufgefordert worden war. ■I Nach einer Meldung der Frankfurter Zeitung ist da* Buch ,.N euc Grundlagen der Rassenforschung" von Hermann Gnuch, dns durch seine abstrusen rassenpolilischen Darstellungen Aufsehen, besonders im Auslände, erregt hatte, v e r - : boten worden. ■* ■ - - M Mit Genehmigung des Preußischen Staatsministcriums hat, wie die T.Krcuzzeitung" mitteilt, der Berliner Polizeipräsident die Lindenallee im Verwaltungsbezirk Zehichdorf in ,TT licodor- F r i t s cli - A 1 I c e** umbenannt. Der im vorigen Jahre ".erstorbene Theodor Feilsch war der Herausgeber des antisemitischen ..Handbuchs der Judenfragc". * H Au« Bukarest wird gemeldet: in einer in der Nähe von Mariiscsti arbeitenden II a e h s c h a r a h - G r u p p e sind zwanzig GhuLuztm au einer schweren Fleischvergiftung erkrankt. Zwei von ihueu sind bereits .gestorben. Der Zustund der übrigen ist besorgniserregend. ■3 Der ehemalige Professor an der Frciburger Universität, Dr. Eduard Fraenkcl, wurde zum ordentlichen Professor an der Universität Oxford ernannt und hat den Lehrstuhl für romnuischc Sprachen und Literatur erhallen. < B| Wie ans Dan/ig berichtet wird, ist ilirser Tage «Ins Handelsabkommen Danzig-Polen um ein Jahr verlängert worden. Das Abkommen enthalt eine Klausel, wonach den jüdischen Kau fleu ten in Danzig volle Freiheit für die Ausübung ihrer geschäftlichen Tätigkeit im Dan/.igcr Gebiet garantiert wird. * H In P a r i s findet 'gegenwärtig eine K o'u fiTcnz d c s V c r b n n d e s für G e s u n d h c i l s s e h utz der .1 u den. OSE, stau. ■I Anläßlich des 25jährigen Bestehens der Union rumünisclicr' Juden, die im Kampf um die Erringung der Gleichberechtigung eine hervorragende Rulle gespielt hat und Tieute neben kultureller und sozialer Arbeit die Abwehr von Verletzungen des Glcichbercchtigungsgrundsolzcs als ihre Hauptaufgabe betrachtet, verunstaltete die Jugendorganisation eine große Jubiläumsfeier. Im Mittelpunkt stand eine Ansprache Dr. W. Fildermans, des Führers der Union und Vorkämpfers für die Emanzipation der rumänischen Juden. H Aus Jerusalem wird gemeldet, daß vom L Januar 11)35 an durch zwanzig Postämter in Palästina h e h r -ü i s c h c Telegramme nicht nur wir bisher in lateinischen Lettern, sondern auch in hebräischen Schriftzeichen entgegengenommen und zugestellt wcruVn. « An dem Markttag des Städtchens Smigicl im Kreise Posen wurden j ü d i s c h e M a r k t f a Ii r e r \ou polnischen nationaldemokratischen Jugendlichen überfallen und mißhandelt. Polizei stellte die Hohe wieder her.?- * ■1 tu Ittga mußten die beulen jüdische u A h c u d g y m - u a. s i c (i aus Maimcl an Mitteln g c s c h 1 o s s c u werden, nachdem ilie staatlichen und slüdtischen Beihilfen eingestellt worden waren. »• muß mit dem Tode beitraft werden" Nürnberg. Wie die ..Fränkische Tageszeitung'* meldet, sprach . Gauleiter Julius .Streicher vor Richtern, Staatsanwälten und Rechtsanwälten im Bund Deutscher Juristen über Rechtsprechung im neuen Staat, wobei er sich vor allem mit der üassenfrnge befaßte. Julius Streicher erklärte, der ..Fränkischen Tageszeitung" zufolge: „Wir bekämpfen die Juden nicht aus blindem Haß. sondern deswegen, weil sie unser Volk vernichten wollen. Und wenn es da oder dort einem Juden schlecht geht, dann können wir mit ihm kein Mitleid haben, 'weil uns unser Volk näher steht alsdas jüdische Volk.'1 Der Redner ging sodann auf rassentheoretische Erörterungen ein, wobei er u. a. behauptete, "die Blut kör p c r - chen des Juden seien ganz anders gestaltet, als die eines nordischen Menschen. Er führte weiter aus: vEs ist ungeheuer und kaum glaublich, wie rasch die Entrassung eines Volkes durch den geschlechtlichen Verkehr eines Juden mit einer Nichtjüdin vor sich gehen kann. Die Nichtjüdin i?t für ihr Volk-für immer verloren und auch die einer solchen Ehe enstämmenden Kinder (Bastarde) tragen weiterhin zur Entartung unseres Volkes bei. Wenn wir daher nicht in absehbarer Zeit Gesetze schaffen:, die es weiterhin unmöglich machen die deutsche Rasse zu verseuchen, dann gibt es keine Rettung mehr. Der geschlechtliche Verkehr eines Juden mit eincr-Nichtjüdin muß mit dem Tode bestraft werden . . .** Judenfrage, für die er eine internationale Lösung im antisemitischen Sinn verlangte. Er wurde von dem Präsidenten des Kongri-s-es, einem italienischen Faschisten, mit dem Bemerken unterbrochen, daß die Judenfragc im gegenwärtigen Augenblick nicht besprochen werden solle. Befitzwedifel bei Tietz . Familie Tictz aus der Firma ausgeschieden Nachdem bereits MilH* winden Jahres eine wesentliche Umbiidnn^ hei der Finita Hermann Tietz erfolfit ist. ist nunmehr die Familie Tietz ipfnl^i: vertraglicher Vrrciidiarmi^rn zwischen den Gcscllschtirteni ans dem Warcnhauskonzeni Hermann Tictz n. Oi. ausgeschieden. Alleiniger Inhalier ist jetzt die llertic Katifhi...3-llctciligiiiigs-G. in. 1.. II. " Die llertic K^itiniaus-Bclciltenn^cscllschaft m. h. II. war bereits im vergangenen Jahre an Stelle des persönlich haftenden Gesellschafters Dr. Uni« Zwillenbcrj; mit einer l!ctci!ij!inig von 6(1 Prozent in die Firma eingetreten. Durch das nunmehrige Ausscheiden der Familie Tietz und den Clicrgang auch der restlichen 40 Prozent .fcteilc an der Firma auf die ..llertic'" ist da» Unternehmen also vällig in den Besitz der als Gläubiger interessierten Kreise, nhergegangen- Judenfrage auf dem internationalen Fafchiflenkongreß Genf. Auf dem ersten internationalen Faschistenkongreß, der am 17.' Dezember in .Montreux zusammentrat, und ■ an dem Vertreter von 16 faschistischen Verbänden aus 14 Ländern teilnahmen, beschäftigte sich der Vertreter der antisemitischen rumänischen Organisation ..Eiserne Garde", Jan Mola, mit der \Vic die ..Frankfurter Zeitung1hierzu noch erfährt, wurde vor einigen Tagen heim Amtsgericht Charlottrnburg eine „T i c t z A n s c Ii I u U - u n d Export-Gesellschaft mbH Berlin" eingetragen. Gegenstand des Unternehmens soll Engroshiindel mit Waren aller Art, insbesondere Einkauf von Waren der Wnrrnhnus- ■ hranche im Anschluß an den Konzern der Firma Hermann Tietz £" Co. oder deren ltcclitsnarhfolgcrin und Vertrieb von \t aren im In- und Auslände bilden. Das Kapital beträgt HM. '201)00. Geschäftsführer sind Georg Tictz und Martin Tictz in Berlin-Dahlem. Die Zeit ill nahe in. der Ihnen der Briefträger die Quittung über du» Abonnement des :koninienden Monats vorlegen wird, übersehen Sie bitte nicht, für die rechtzeitige . Erneuerung Ihres Abonnements Sorge ■ zu tragen, damit keine Unterbrechung in" der Zustellung eintritt.. Der liezugspreis beträgt K.M. 1,— zuzüglich 10 Pfg. Bestellgeld. IIIIIUIIIII1IIIIIUIIIIUIIIIIIIIU Tagung der Vereinigung für das religiös-liberale Judentum -Am 20. Januar in Hrrliu. Am 20. Januar findet in Berlin die ordentliche Delegierten* e r s n m m I u n g der \ erciuiguug für das rcligiüsihcrale Judentum statt. I'V ist dies »fie "er*ti* größere Tagung der Vereinigung seil der L'mwäl/.uug. Sic beansprucht schon darum ein .erhöhtes Interesse. Außer den *iiL*uugsihußig notwendigen Orgamsatinii>fragcu :_\ orslandswablcu usw.) werden die I'ragen ler S 11» 1 I ii u g der r e I i g i ö * - 1 i b erat e u J u gc n d und .UV Frage der U ü v k gl*wi n n u u g des* S u l» Im l ü im Mittelpunkt der Tagung wichen. Im Zusammenhangemit der Tagung wird ferut-;' in öffentlicher Versammlung eine Kundgebung den rcligiüs-lihci;:!cu Judentum* erfolgen, in der über »eine -Haltung und Aufgabc;i in der heutigen Zeit Itccheiischaft gegeben werden wird. - * Heute. Mittwoch, abends 20.15 I hr, verunstalten die wesilicheu Hey.irksgruppcii des Liberalen Vcrrins für die Angelegenheiten der Jüdischen Gemeinde zu llcrlin c. V. im l-ogctiluuH KU'isi»tral>ia einen Vortragsabend. Zu dem Thrmu .Jlcligiöscs Judcutum-Hckf nulois und Gestaltung" sprechen Habilitier Dr. Gut th c Ii a 1 k uuil iiiimt .Mitarbeiter Hein/. K e 1 I e r m a n u. Kiiileiieml und zwi.srhrn den beiden Vnrtragrn Spreehchiire den, Hunde» deutsch-jüdiM'hcr Jugend. Leitung der Veranstaltung durch de»» Vorsitzenden l.andgrrirhlsrnt i. H. Dr. Martin Leiser. Mitglieder und Freunde des Vereins willkommen. Arthur Koch mann Zum 70. Grlmrtftag des Führers drr «hcr*r.hlc«isflint Juden (■leiwit/.. 'Am 24. Dezember \ollcudct Jusli/ral Arthur KTCChll! a ii n in Cileiwit/. — dessen Hüd wir'iui anderer Stelle diesen IMatlr-i \erü[fcullicheu — sein 70. Lebensjahr. Di»* ohcrHc|i|eM!<eho. Judenheit blickt au diesem Tage mit dem (Jeft'dil de« Sud/.en und tles Danken auf den Jubilar, der sieh um das öffentliche Leben und 'um die jötUschc CetneiuscUuft un/,fthU^t* Vrnlirwlr erworhen Unt. \orbihllieh in Keinem gerattun. gütigen Charakter, niiHgrzeiehnnt durch reiehr KeuntiUHM! und uuermuillieheii Arbritm-ifcr, stellte er unci(;eiiiiülzig heine Fähigkeiten jcder«:il in den Dienst dir Allgemeinheit. Schon im Alter von Iii Jahren, kurz, nnrhdr.m er »ich in nciiicr Hcimatnlnilt Gleiwhx nU Anwalt nicd«rgcla»i»en hatte, wunde ihm der V<irsitz des Gewcrhrgerichtn filtertrngrn. Wenige Jahre spüter wählten ihn die städtm-hen Körperschaflcn zum Stadtverordneten und kurz darauf zum uubmoMeten Stadtrat. Nach, jahrzehntelangem HCgcmrrirheu Wirken fflr «eine Vnler»ta»lt wurde ihm im Jahre 19IH der Titel ciiirH StJidtölte»tetT, "im Jnhrr VJ2H der vinvH E Ii r e n b ii r g c r m verliehen. Seine Kollegen rnlsaudten ihn in den Vorstund Vier Hchlc*i>tehcii AnwallHkammrr, welche ihn in das Khrrngrricht delegierte. Sein hohe« Ansehen in juristischen Krcif-rii fand ferner »eine Hestäligiiug, als ihn der JuHtizminister vor wenigen Jahren . zum Mitglied de» grulWn DiszipfiuarM'iiaLH für j\«larc in Hcrliu ernannte. . 4 Aber bei all 'der Aueikemuiiig, die Jimtizral Kochmaiiii im öffentlichen Lehen fand, hat er vor aljem' hciuc Persönliclikeit der Kutwiekhmg und dem Wühle der j fi d i « e iCc u Gemein-__ Hehaft gewidmet. Seit 211 Jahren gehört er der HepraVntaii/. der (ileiwitzcr. Cieincindr a;i. int .seit bald 20 Jahren Vorsitzender ill res Vorst linde;', seil 12 Jahren des nhcrNchlrsiacheu Syuagogcu- («emeiudciiverbaudc.s, ferner Mitglied im Großen Hatr. den Urcußischen Ijindesverhande.H der jüdischen—Gemeinden. Siel** ein selbstbewußter Jude hat er sieh unerschrocken auch tu den letzten selbstbewußter Jude, hat er sich unerschrocken mich In den Ict/.tm gesetzt und vertritt gegenwärtig au führcTiTIcr Stelle die Itclmigv der oberschh>is4'hcn Juden. S<» ist er in der Tat zum Führer der «lirrschlrutHehen Juden, zum Vorbild eines deutschen Juden geworden, und wir sprechen au seinem 70- Geburtstage den her/lichru Wiiusch üuk, dnU er j uns auch in Zukunft mit jugrndliehrr Frische zum Segrn und /um Frieden Icilcii möge. II.' IL Neue Synagoge in JcruTalem Jrnisalrin. Dieser Tage, fand in der J r r u n a I r in er V » fs t n d t T n I p i o I Ii die Grundsteinlegung zu einer nruen Synagoge statt. An der Feier nahmen die beiden OherrnhhinrT von l'alttstiua und zahlreiche («äste aus anderen jüdischrn Sladtviertelii Jerusalems leih Die Synagoge, die auf einem höchgrlcgcneii IMalz errichtet wird, soll in der Mfiiiiicr-Ahlrilung für 'J50. in der Fraunn-^Vhteiluug für 150 Personen Itaiim ^luntrn. Neben der Svnagoge wird ein u0 Personen fassender Hctsaal erbaut. Bafel rerbietet Diffamierung ' der jüdischen Rasse und dr» jüdisrhen Glaulienw Basel. Iii Ha^cl besteht seit einiger Zeit eine kleine (Hililiscbe Gruppe, die eine antisemitische Zeitung unter «lern Namen ..Volksbund** herausgibt. Der Hegieriingsrat des Kautoim Hasel-Stadt hat nun der Zeitung und ihren Hintermännern unter Androhung -strafrechtlicher Ahndung' jede gemeine, Schmähung— oder Verunglimpfung der -jüdischen Hasse <nler de» jüdischrn Glaubens verlx>lcir. Unter dieses Vcrlmt fallen inslH'.souderr> tWr öffentliche Gebrauch der Verwünschung ,.Jmla verrecke", die öffentliche Verbreitung des Anwurfs, daß di« Juden zu riliialen Zwecken Menschen töten, die'öffentliche Aufforderung, «ich den- \crkchrs mit Juden als etwas KutehreiKlcin .zu enthalten, jede gemeine Vers|>oltung o«lcr böswillige Verunglimpfung der Gegenstände, die von den Juden au» religiösen Gründen verehrt werden oder ihrem Kultus dienen. Kulturbund. Rhein-Ruhr gaftiert In Berlin Infolge des großen Erfolgen der Uraufführung des ,.Jo»rph ben Matthias,. Tragödie vom Untergang de» jüdischen .Staates" von Jub'ua Wolffsohn, hat der Kulturbund Deutnrhcr Juden Berlin den (kölner Kulturbund eingeladen, mit diesem Stück am Montag, 14., und Dienstag;, 15. Januar 1935 hier zu gastieren. Das Gastspiel gilt als Sandcrvcranstaltungdes Kulturbundes.