Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 14 (1934)
- Issue
- 91 (28.11.1934)
- Date
- 1934-11-28
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Es wird gemeldet; ■ Anläßlich des 75. Geburtstages der jüdisenen Frauenführerin Minna Schwarz hat der Vorstand der Berliner Jüdischen Gemeinde der Jubilarin eine Plakette gestiftet, die ihr auf einem Ehrenabend von Rabbiher Dr. Salomonski überreicht wurde. ' ■ Wie die Jta aus Wien erfährt, wird in Österreich gegenwärtig ein Buch verbreitet, das unter dem Titel „Gibt es jüdische Ritualmordc?" eine Ritualmordhctzc entfallet. In einer in Wien abgehaltenen jüdischen Protestkundgebung wurde eine Resolution angenommen, in der die sofortige Besch lag - n a h m c des Buches von der Regierung verlangt wird. < ■ _Nach Meldung aus Helsingfors ist dort soeben ein Buch des Ohcrrabhiners Dr. Federbusch in finnischer und schwedischer Sprache erschienen, in dem nachgewiesen wird, daß es sich" bei den „Protokollen der Weisen von Zion" unreine Fälschung handelt. Im Zusammenhang damit wird die Methode der antisemitischen Propaganda im allgemeinen dargelegt. » ■ Der künftige Leiter des palästinensischen Rundfunksenders, Furness, ist in Jerusalem eingetroffen. Furness ist Pressechef der Palästina-Regierung.. ■ '* ■ Nach Mitteilung des „Deutschen" wurden auf. dem Vichmarkt in Fulda mehrere jüdische Viehhändler, die Vieh aufgetrieben halten, angezeigt, daß das Vieh um 8 Uhr noch nicht gemolken gewesen sei, so daß es Schmerzen habe erdulden müssen. Einer der Händler, der den Polizeibeamten bei der Feststellung der Personalien erhebliche Schwierigkeiteil bereitet habe, sei in S c h u t z h a f t genommen worden. * ■ Nach einer Meldung aus Amsterdam hat König Victor Emanuel .von Italien den. jüdischen Notar D.S.K. D.M. vuu Lier im Haag zum Ritter des Ordens der i t ü 1 i c u i s ch e n Krone ernannt. * ■ In einer Versammlung von Studenten der \V i 1 n a c r Universität fielen plötzlich nationaldcmokralische Studenten mit Stöcken und Eiscnstübcn über die in der Minderzahl befind?' liehen jüdischen Versammlungsteilnehmer her. Mehrere Studenten wurden verletzt. ■ Auf Grund des Gesamtergebnisses der Neuwald der amerikanischen Staatsgouverneure und de» Kongresses werden dem Repräsentantenhaus elf, dem New 'Yorker Staatsparlamcnt 23 jüdische Mitglieder angehören. * ■ In einer großen jüdischen Versammlung, die in der kanadischen Stadt Montreal stattfand, versicherte der Bürgermeister Hood, die über ihn verbreiteten Gerüchte, er sei Antisemit, seien unzutreffend, er sei vielmehr ein Freund der Juden. * ■ Wie aus Lemberg berichtet wird, fiel bei der Konstituierung des. neugcwählten Stadtrats das Amt eines der beiden Vizebürgermeister an den jüdischen Kandidaten Dr. Chajes. ' Hauptfragen heraus,"die Kxistenz-Krhahung und -Forderung der S'erbandsinilgliedrr und die Iiili'resscn-Vertretung nach außen. Die Interessen-Vertretung der .Mitglieder gegcnül»er~ticll Behörden würden durch persönliche Verhandlungen und schriftliche Eiiiüiilit-ir nach bestem Ermessen behandelt. Nach einer starken Befürwortung des Erfordernisses der Heranbildung eines geeigneten Nach Wuchses auch für-dickuufmiiniiisehcn Berufe schloß der Redner'mit dem Appell, zur täligen Mitarbeit bereit zu sein. Das neue Mitglieder-Verzeichnis des Vereins selbständiger Handwerker jüdischen plaubeiis e. V. zu Berlin, gegr. 1B9.">, und des Reiehsvcrbandes des Jüdischen Mittelstände!» ist als JubilauuiS'Ausgabe anläßlich des -tOjührigcn Bestehens des Hand' werker-Vereins erschienen. Mitglieder der Jüdischen (»eineiiule erhalten es auf schriftliche Anforderung kostenlos durch die Geschäftsstelle tau» Wulff, Berlin W 50, NarhoJslr.!!. Bearbeitung der flandwerksfragcn durch die Reithtrvertretunjj Einer Anregung des Zentralierbandes jüdischer Handwerker Deutschlands folgend, hat die Hcjchsvertretuug einen besonderen Ausschuß zur Behandlung aller mit dem Handwerk zusttsmffeiihfingendeu Kragen eingesetzt. Den Vorsitz führt ihm Mitglied des l'räsidialausschusses der' üeichsvertretung, Rechtsanwalt Dr. Rudolf Cnllminn, Köln, den stellvertretenden Vorsitz der Vorsitzende tles Vereins selbständiger Handwerker jüdischen GIüiiIh'us', Louis Wulff, Berlin. Der Sabbat der Jugend Ein RnndTdireiben der Reichsvertrelung Die Rcichsvertretung der deutschen Juden hat soeben ein Rundschreiben an die Synagogengemeinden herausgegeben, das sich mit der Befreiung der jüdischen Kinder des 5. bis 8. Schuljahres vom Unterricht am Sonnabend und mit der Ausgestaltung des Sabbats befaßt. Unter Bezugnahme auf die Erlasse des Herrn Ministers für Wissenschoft,.Kunst und Volksbildung vom 16. März und 30. Juli 1934, durch die den jüdischen Eltern freigestellt worden ist, ihre Kinder vom Unterricht am Sonnabend zu befreien, wird darauf hingewiesen, daß für die Eltern, die ' bisher noch nicht um eine Befreiung ihrer Kinder vom Unterricht am Sonnabend nachgesucht haben, keine Bedenken bestehen, dies zu tun. Die Befürchtung vieler Eitern, daß ihre Kinder durch Unterrichtsversäumnis geschadigt werden könnten, wird dadurch hinfällig, daß infolge der Einführung des Staatsjügendt a g e 8 und die Neuregelung des Unterrichts am Sonnabend für die Kinder des 5. his 8. Schuljahres an diesem Tage kein wissenschaftlicher Unterricht mehr stattfindet. Für die Ausgestaltung des Sabbats schlägt die Reichsvertretung den Gemeinden der örtlichen Lage angemessene Einrichtungen - vor.' Der Freitagabend, so heißt es in dem Rahmenprogramm, gehört in althergebrachter Weise dem Gottesdienst und dem Elternhaus. An dem Soruiabcndvormittag-Gottesdienst sollen in denjenigen Gemeinden, in denen kein besonderer Jugendgottesdienst stattfindet, in möglichst weitem Umfang die Kinder mitwirken. Nach dem Gottesdienst soll eine Jugendstunde stattfinden, in der der Wochenabschnitt erklärt, geeignete Erzählungen vorgelesen und Lieder gesungen 'werden. Die hündische und nicht bündische Jugend soll zu einem Oneg Schabbat zusammengefaßt werden. Bei der Gcsomtgestalrung des Sabbats, und Sonntags hängt der Erfolg davon ab, daß Eltern, Syn- . agogc und Bund zu ihrem Recht kommen. Das Rundschreiben empfiehlt weiterhin eine Fühlungnahme der Gemeinden mit den Eltern, wofür von der Reichsvertretung gleichfalls Vorschläge gemacht werden. Die Reichsvertretung rechnet darauf, daß die jüdischen .Eltern der bedeutungsvollen Aufgabe der Ausgestaltung des Sabbats für die Jugend größtes Verständnis entgegenbringen. Widerhall der Jagend Der Reichsausschuß der jüdischen Jugendverb'ände erläßt in Ergänzung der Mitteilungen der Reichsvertretung folgenden Aufruf: „Der Aufruf der Beichsvertretung der deutschen Juden, den vom Schulunterricht befreiten Sabbat der jüdischen Jugend in festlicher Ausgestaltung wieder zu einem Mittelpunkt jüdischen Gemeinschaftslebens zu machen, wird bei den jüdischen Jugendbünden den stärksten. Widerhall finden. In dem Wunsche, dem Sabbat seine, alte Bedeutung als Ruhetag jüdischer Selbstbesinnung und Erneuerung wiederzugeben, begegnen sich alle Richtungen. der' jüdischen Jugend. Wie die Reichsvertretung die Gemeinden "zur Mitarbeit an der Ausgestaltung des Sabbats der jüdischen Schuljugend sammelt, so ruft der Reichsausschuß der jüdischen Jugendverbände die . jüdischen. Jugendbündc auf, ihre Kräfte für diese große Aufgabe bereitzustellen. ■ , Ihre Lösung hängt von den Menschen ab, den Rabbinern, den Lehrern und den Jugendführern, die eingesetzt werden können. Eine schemarisehe Regelung würde den örtlichen Arbeitsvoraussetzungen nicht gerade gerecht werden. In jeder Gemeinde sollen deshalb nach der Anregung der Reichsvertretung Beratungen' zur Planung der Sabbatgestalrung stattfinden. Wir fordern unsere ' Landesausschüsse und Ortsringe auf, sich den Gemeinden zur Beratung und Mitarbeit tatkräftigst zur Verfügung zu stellen. Ein Werk, das der jüdischen Jugend dienen soll, darf nicht ohne die tätige Mitwirkung der Jugend selbst aufgebaut werden." Aufgaben des jüdifdieii MittelAandes In der Arbeitstagung des Reiehsvcrbandes des Jüdischen Mittelstandes, über die wir bereits kurz berichtet haben, sprach der Vorsitzende Wilhelm Marcus über „Die Aufgaben des jüdischen Mittelstandes". Zweck und Ziel des Verbandes habe sich durch die Arbeit selbst beantwortet: Für jüdische Kreise zu werben und für deren Existenz zu sorgen. Die Zusammenfassung der Mittcbtandskreise bedeute auch eine erhebliche inncriüdische Arbeit. Für die zukünftigen Erfordernisse gelte es, die Mittel der Selbsthilfe, insbesondere das Kreditwesen, zu entwickeln und den Verband, der ganz auf sich gestellt sei, so zu starken,-daß sich seine Stoßkraft im Dienste der allgemeinen Wirtschaft und auch des gesamt jüdischen Mittelstandes bewahre. -Uber aktuelle Einzelhandels- und Konjunktur tragen sprach Dr. Herbert Kahn. Bei der gegenwärtigen Wirtschaft»- und Berufs-Struktur der deutschen Juden und der Begrenzung ihres wirtschaftlichen Lebeosraums hänge das Wohl und Wehe nahezu der Hälfte aller deutsehen -Juden vom Gedeihen de« deutschen Einzelhandels ah.' Nach der Gleichschaltung gehörten fast alle von Juden geleiteten Betriebe zur mittelatiLndischea Wirtschaft. Deshalb müßten alle Maßnahmen, die zur Sicherung und Förderung der gesamten mitte (ständischen Wirtschaft getroffen würden, auch den in jüdischen Händen befindlichen Betrieben zugute kommen: Eine weitgehende und ständige Besserung könne nach der herrschenden Meinung nur von einer Mengen-Konjunktur kommen. Deshalb müßte jede Tendenz zu mutwilliger und selbstsüchtiger Preissteigerung verhindert werden. In dieser Zeit trügen die in der Wirtschaft tätigen Juden eine doppelt schwere Verantwortung. Es sei nicht daran zu zweifeln, data der jüdische Einzelhändler alles tun werde, in kluger Vorsicht würdig ein Beispiel zu geben für die verlangte Disziplin. ^achdejn der Steuerberater des R. d. j. M., Franz Katzenstein, über die Bedeutung der neuen Stcucrgcsctzc für die Wirtschaft gesprochen hatte, gab der Verbandsgeschäftsführer, Erich S a 1 i n g c r, ein Bild des weitverzweigten Aufgabenkreises - der Organisation und griff aus dem vielseitigen Arbeitsgebiet zwei Furtwunglcr über den „Fall llindemlth" Der Komponist Paul 11 i n tl c m i t h int ticucrdiiigft Marken Anfeindungen ausgesetzt, weil er für das neue Deut seh tnud nicht tragbar sei. Nachdem unlängst der Führer .der ItcK'hhmui*.korsehnft, Professor Dr. Ii. r. Gustav llnvemann, öffentlirh für 1 lindemilh eingetreten ist, nimmt jetzt in der „Deutschen Allgemeinen Zeitung** Staatsrat Dr. Wilhelm F u r t w an g I c r in ausführlichen und interessanten Darlegungen zum „Fall 1 lindeniilh** Stellung. Furlwfingler wirft die Frage auf, was dem Komponisten vor- . geworfen werde. Er sagt: „Zuiii.il.»t Dingn rein politischen Charakters: er sei jüdisch versippt und hnhe jahrelang in dem teilweise aus Jnden bestehenden Amar-Quartctt, das er ins, Leben gerufen habe, als Bratscher mitgewirkt. Weiter habe er noch nach der nationalsozialistischen Hcvohltimi sich konzertierende rweise mit zwei emigrierten Juden auf SchnllplaUrn aufnehmen lassen. Es handelte sich hier aber um eine Im*reit« Jahre vor dem Umsturz bestehende Streichtrio-GcsclMiaft, deren übrige Partner nicht „Emigranten1" waren, sondern der hervorragende erste Konzertmeister des Berliner PhilhnrmoiUNcheii Orchesters^ Go 1 d h e r g, der erst vor einigen Monaten, in drr Absicht, sich ganz der Solisten-Karriere zu widmen, »las Orcheslrr verlassen hat, und der an der staatlichen Hochschule, für Musik, in Berlin lange Jahre als angesehener Lehrer wirkende Ustcrrcirhiu* Feuermann, der als einer der besten europäischen Cellisten-allgemein anerkannt ist. Zudem waren diese Aufnahmen die Ableistung eines alten Vertrages." FurtwBnglcr verteidigt dann auch die Texte der Hindern.thschen Kompositionen und tritt für die Musik des Komponisten ein, der mehr als sonst einer der jungen Generation für die Geltung deutscher Musik in der Welt getan hohe. "Ein. n^esArUsnhYAnskt fto Pommem Stettin. Hier fand eine Sitzung des Aua&chusMs des Verbandes der Synagogengemeinden in Pommern statt, zu der die Vertreter der Gemeinden ^bis-Wojigerin, BeaenwaJde. Dramburg. B*d Polria, Beigard, Kolberg, KOmtin, BubUtx, .Pöllnow, NcumtcttiB* Bärwalde, Falkenburg und Tempelbura eingeladen waren. Nmeh ■ einem Referat des Dezernenten de» Landesverbände*, Babblner Dr. G a 11 i n e r , wurde einstimmig die Schaffung de«. Bexirksrobbinata Schivelbein beschlossen. Es zeigte sich, daß bei den beteiligten Cemeinden ein dringendes Bedürfnis nach einer aktiven jüdischen Betreuung durch einen Bezirkarabbiner besteht, so daß erwartet werden kann, daß durch, den Entschluß des Landesverbandes das jüdische Leiten in ' Iliutcrnommern einen starken Impuls erhalten wird. Die Besetzung der Stellen soll -schnellstens erfolgen. Der Bezirk dürfte etwa 10ÜÜ Seelen um- - fassen. Liberaler Verein. BMirkurrappp Oberwprep, Am 2. lJcwml»*r~ ynmeinsame Cliaaukka-VcrariHtaltiiDtc mit dem C. V-, OrupjK! Osten, und dem Bund Deutsch-jiidi«c.ii'r JukpdiI, (iruppo Afexnndor, ia den Copr cordia-Fcstsälcn, 0 27, Amlrcnwurnflo (>r.~JIc«mn »lor Feier für Kinder um 4.30 Uhr nnchmittuus, für HrwacliseneT um 7.30 Uhr Ahcnd*. Beginn der „PäclagogiiVJien Woche" Die 130 Jahresfeier des Frankfurter Philanthropin Frankfurt a. M. Anläßlich des 130jälirigen Bestehens de» P h'i! a n t h r o p i n , der ältesten jüdischen höheren Schule Deutschlands, wurde am Sonntag im überfüllten Fcslsool der Anstalt die von uns angekündigte „Pädagogische Woche" feierlich eröffnet. Außer 120 Pädagogen aus dem ganzen Reich waren Vertreter der jüdischen Spitzenverbände erschienen. In seiner Eröffnungsansprache kennzeichnete Obcrstudiendircktor Dr. Driesen die Aufgabe der jüdischen Schule in einem schicksalsschweren Augenblick der Geschichte der deutschen Judenhcit. „Eine ganze Woche lang", so führte der Redner aus, „sollen alle, die es angeht, Lehrer, Eltern, Schüler, jüdische Schulvciwalrungen und jüdische Bildungsgemcinschuflcn Gelegenheit haben, uns bei der Arbeit zu sehen." AU das Haupterlcbnis, das diese Woche den Teilnehmern vermitteln solle, bczeichnctc- •Dr. Driesen „die Freude der älteren Generation über die Schulfreude der jüngeren — einen Trost in der Dämmerung von heute und eine Hoffnung auf die Sonne von morgen," Das Philantropin sei und wolle sein: die Gemeinschaftsschule der Juden deutscher Sprache. „Die Juden deutscher Sprache", fuhr Dr. Driesen fort, „sind keine Einheit. Aber sie sind eino Gemeinschaft, die Gemeinschaft deutscher Sprache und aller kulturellen Folgen, Werte und Beziehungen, die sich aus dieser Sprachgemeinschaft als Kulturgemeinschaft ergeben. Das Philanthrdpin, in der Vielgestaltigkeit seiner Elternhäuser und ihrer Kinder, ist das getreue Spiegelbild des deutschen Judentums als Gemeinschaft der deutschen Sprache." Nach einem Hinweis auf die große Bedeutung der Jugendbünde schloß Dr. Driesen: Heimat, Glaube, Menschheit seien die drei Losungen, die die pädagogische Führung der Anstalt auf ihre Fahne geschrieben habe, und sie würden-ergänzt durch die Leitworte: Kraft, Zucht und Tiefe. Nach den mit starkem Beifall aufgenommenen Ausführungen des Anstaltsleiters sprach Justizrat Dr. Blau, der Vorsitzende der Jüdischen Ccmcindc Frankfurt,_Worte der Begrüßung an dio Ehrengäste. Ministerialrat a. D. Dr. Olto Iii rieh uberbrachte die Grüße der Hcichsvertretung,' Ilektor Dr. II. Stern, der Vorsitzende des Reiehsvcrbandes der jüdischen Lehrerschaft Deutschlands sprach dem Leiter der Anstaltden Dank der. Lehrerschaft und der Schulvcrwaltung der Berliner Jüdischen Cemeinde aus. Der Präsident der Reichsvertretung der deutschen Juden, Rabbiner Dr.-Leo Boeck, der verhindert-war, dem Eröffnungaakt der Pädagogischen Woche beizuwohnen, hatte der Tagung eine Botschaft gewidmet, in der unter der Cuericnrift „Sprache" ausgeführt wird: „Aut Ehrfurcht vor der Sprache, Ehrerbietung damit gegen Menschen, deren Suchen und Hoffen" in dieser Sprache ringt und den Reichtum der Besonderheit ihr schenkt, gründet «ich aller Sinn für eine weite Gemeinschaft, alle Liebe zu ihr und ihrer.Heimat. Ist die Kraft dieser Achtung 'im Schwinden, dann "wird das Empfinden für die Gesamtheit im Weichen »ein, und die Kultur, die im Lande lebt, wird sich verengen. Denn, das ist doch einende Bildung, Kultur: «lie Fähigkeit der einen, innerhalb der verbindenden Ganzen einem Eigentümlichen Form und Wort zu geben, und diese Fähigkeit der anderen Verständnis und Hcrzensscheu dem entgegenzubringen. In der Sprache wohnt so eine sittlicho Aufgabe auch, und wir deutschen Juden dürfen wissen, daß sie zu uns hintritt, daß wir sie — heule zumal — erfüllen sollen.' Sprache des Menschen, Seeleuaeiner Sprache ist das.'waa durch »eine Worte offenbart ist. Von einem Ernst und einer Geradheit, von einer Tapferkeit und einer Hoffnung, von einer Frömmigkeit und einer. Ehrfurcht, von einer inneren demütigen Größe kann die Sprache eines Menschen zeugen. Es ist ein Gebot, auch der Kultur, daß die Seele de» Juden spreche und die Seele des Juden höre." Verein Synnror» LOtzowstnsa. Chaankka-Fewr, 5. Dez., nachm. 3.30 Ohr, Schubertsaal, Bülowitr. 40.__