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Jüdische allgemeine Zeitung · 1934-11-28 · 91 (28.11.1934) · page 2

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
14 (1934)
Issue
91 (28.11.1934)
Date
1934-11-28
Page
– (sequence 2)
Language
German
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„BelFeres Emanderkeimenlernen" Eine Antwort an Jefuitenpater Bichlmaü* / Von Juatizrat Dr. ernst Schlesinger Der bekannte Jesuit cnjtatcr G. R i c h 1 m a i r hat in der "Wiener „ltcichsnost" einen aueh in der „Jüdischen Allgemeinen" wiedergesehenen Artikel üher das Thema „Christen und Juden" veröffentlicht, in welchem er für ein ..besseres Eiitundcrkennenlerncn** von Christen und Juden eintritt. Nach dieser Richtung hin glaubt er beiden Itcligionsbckcnncrn Vorwürfe machen zu dürfen, daß sie es bisher an gegenseitiger Anerkennung des. guten Wollcns und der tatsächlichen Leistungen der anderen hübe fehlen lassen; u. a. führt er aus: „Selten bringt ein Jude den Mut und die Objektivität auf, die herrliche Gestalt Jesu Christi wenigstens ihrer menschlichen Seite nach ehrlich zu würdigen und hochzuschätzen." Diese Ansicht kann, da sie nicht richtig ist, nicht unwidersprochen, bleiben. Unter den jüdischen Schriftstellern, die sich mit dem Menschen Jesus Christus eingehend beschäftigt haben, mögen einige Ausführungen wiedergegeben werden, die dos Gegenteil beweisen. So hat sich Emil Ludwig in seiner Geschichte eines Propheten, ,.Der Mcuschcnsohn", wie er selbst im Vorwort ausführt, nur mit Jesus 'dem Menschen und nicht mit Christus dem Erlöser beschäftigt und seine Wunder natürlich gedeutet, da er nur . ^Geschichte schreiben und menschliche Charaktere aufbauen Sollte". „Vermöchte man alle Wunder Jesu zu widerlegen oder -'hundert neue zu beweisen: seine Größe bliebe davon unberührt." Ein anderer namhafter jüdischer Geschichtsschreiber führt aus: „Und so crBCiilue ihn das Geschick, das ein Geschick dca Juden war, das Geschick einer Zeit und das Geschick eine* Menschen aus der Zeit, der seinem Volke 'nach seinen besten Kräften hat dienen wollen. Ks. ist nicht sein Verdienst, sondernseine Tragik, daß das Versöhnliche, das Subjektive, das Individuelle und Private in aeinem Wesen die ^Begegnung mit seinem Volke, die er aus .der Tiefe seines Herzens ersehnte, verfehlt -haben. Aber über seinen Tod hinaus ist das Geschick ihm gnädig gewesen und hat ihm im Geiste derer, die sich seine Nachfolger nannten, in anderen Welten und anderen, Bezirken die Unsterblichkeit verliehen." Am ausführlichsten hat sich wohl Professor Dr. Joseph Klausner von der Universität -Jerusalem in seinem Buch ,Jesus von Nazareth, Seine Zeit, sein Leben und seine Lehre" mit dem Menschen Jesus beschäftigt;- insbesondere mit seiner Ethik. Er schreibt u. a.; „Von einem allgemein-menschlichen Gesichtspunkte aus» ist _ er gewiß „ein Licht den Völkern4'. Diese welthistorische Bedeutung Jesu und seiner Lehre kann kein Jude leugnen." f Hierbei weist er poch auf Maimonidcs und Jchuda Ilalevi, die der gleichen Ansicht waren, hin. Er hält Jesus für ,-cin Lehrer hoher Sittlichkeit und ein Glciclinisredner ersten Hanges". Geradezu für den „Lehrer der Sittlichkeit, die für ihn im religiösen Bereiche alles bedeutete." Pjofcssor Klausner schließt das über fünfhundert Seiten umfassende Werk mit den Worten: ,,Doch ist seine .Sittenlehre .eine erhabene, gewählter und originaler in der Form als jedes andere hebräische ethische System. Auch seine wunderbaren Gleichnisse stehen ohne Ueiüpiel da. Der Scharfsinn und die Kürze seiner Sprüche und wirkungsvollen Parabeln machen seine Ideen in außergewöhnlichem MaDe zum Eigentum aller. Und wenn einst der Tag kommen; wird, wo diese Ethik die ilülle ihrer mystischen und ntirakelhaften Umkleiduug abstreift, dann wird Jesu Buch der Ethik einer der erlesensten Schätze der jüdischen Literatur aller Zeiten' sein." Nicht uncrwälmt kann der jüdische Geschichtsschreiber FI n - vius Jose p Ii us bleiben.. In seinen „Jüdischen Altertümern" erwähnt er Jesus mehrere .Male und in seinem Werk „Der jüdische Krieg" seil reibt er: . „Zu dieser Zeit trat ein Mensch auf. wenn man ihn so nennen kann. Er war menschlicher Natur, aber seine Erscheinung war mehr als menschlich. Af«r seine Werke waren göttlich. Er vollführte erstaunliche und gewaltige. Wunder . . Von den jüdischen Dichtern, die sich in lyrischen Gedichten mit Jesus beschäftigen, sei vor allem Franz Werfe 1 genannt. In dem 1914 erschienenen Gedichtband „Einander" findet -sich von ihm das große Gedicht „Jesus und der Aescr-Weg", eine gedichtete Legende von tiefstem Verstehen für diese Gestalt. Ferner sei der große Gedichtband von Franz Wcrfel,„Dcr Gerichtstag" erwähnt, der zahlreiche Gedichte enthält, die sich mit der christlichen Rcligionsvorstcllung beschäftigen. Am Schlüsse des Gedichts „Geburt" finden sich die Worte: „Ein Kind, ein Sohn, ein Mensch, ein Geist« ein Menschen- Sohn verwebt sich durch die Geburt mit uns." Endlich sei noch der jüdische Dichter Karl Wolfskehl erwähnt, der beste Freund Stefan Georges, dessen Gedichtband „Der Umkreis" viele Mariengedichte und religiöse Gedichte enthält, in deren Mittelpunkt Jesus steht. iAn diesen Stimmen jüdischer Geschichtsschreiber und Dichter wird wohl Bichlmair nicht gut vorübergehen können, vielmehr ihren „Mut und die Objektivität" zu würdigen verstehen; denn nur so kann ein „besseres Einanderkennenlernen" zwischen den Juden und Christen gefördert werden. Die oliriitlieheii Niehl arier Noch ein Beitrag zur Pfychologie der Halbjuden *Wir haben in der letzten Nummer der Jüdischen Allgemeinen" einen Artikel äea „Westdeutschen Beobachters'1, . Kühl! ütter -das Problem der Mischrasse veröffentlicht, der seinen Ausgangspunkt in einer Darstellung des Vorsitzenden dem „Jtoichjbondes nichtariBcher and nicht reinarischer Christen" hatte. Mit derselben Frage beschäftigen sich die nachstehenden, der „Deutschen Zukunft" eingesandten Ausführungen. „Die Ausgliedcrung des Nichtaricrs vollzog und vollzieht sich, strukturell gesehen, an einer Menschen schiebt, die nach zwei Seiten hin vom - deutschen Volk wesensverschieden ist, nach Hasse und Religion. Sie verlauft aber in gänzlich gleichen Linien an Menschen, deren besondere Lage innerhalb ,dcr Ereignisse sich schon " dadurch kennzeichnet, daß sie rassisch den Niehl ariern, religiös aber den Deutschen zugehüren, sich, demnach in der niemals besonders erfreulichen Lage des Menschen befinden, der zwischen zwei Stühlen sitzt. Von diesen deutschen und. christlichen Menschen nichtarischen Ursprungs ist in der Öffentlichkeit fast niemals die Xlcde. Objektiv ist dazu zu sagen, daß die Terminologie des Nationalsozialismus, aufbauend auf den Gedanken der Hasse, solche Unterscheidungen nicht macht und auch nicht machen kann. Subjektiv darf aber - nicht außer Betracht gelassen werden, wie sehr diese Menschen-' -r ßruppc Grenzlinien zu ziehen sich bemüht, damit,'daß man sie ihnen offiziell nicht zugesteht, ist die seelische Situation noch nicht geändert. ... In den ersten Monaten des politischen Umbruchs ist da und dort auch von den deutschen christlichen Nichtaricrn die Hede gewesen (zur Feststellung des Begriffs: es handelt sich um Menschen, die, * obgleich christlicher Religion, doch bis zur dritten Generation ihre rein arische Abstammung nicht nachweisen können). Damalsgingen ziemlich phantastische Ziffern über die Zahl dieser christlichen Nichtaricr Deutschlands durch die Presse, man gelangtezu Schützungen, die bis zu drei Millionen gingen, gab sich aber auch schon mit eineinhalb Millionen zufrieden. Genau statistische Zahlen sind wohl überhaupt nicht zu bekommen, neuere Schützungen, die von den früheren sich durch sorgsamere Arbeit unterscheiden, kommen zu einem Ergebnis, nach dem die Zahl der christlichen Nichtaricr, in Deutschland geringer ist als die der .rüchtchristlichen (etwa 600000). ■ Auch diese letzteren sind in sich ziemlich zerklüftet, aber doch durch das Band der gemeinsamen Religion stark ' verklammert, wenn auch die religiöse Wiedererweckung durch flic Ereignisse auf die Dauer weniger tief griff, als es zuerst den Anschein hatte ... Es gibt einen, bis heute allerdings nur einen winzigen, Bruchteil der deutschen christlichen Nichtaricr umfassenden Vcr- -^band. Sein Name lautet: ,Jlcichsvcrhand deutsch-christlicher Staatsbürger nichtarischcr und nichtrcmarischcr Abstammung", und dies langatmige Firmenschild enthüllt die ganze Tragödie. Es war nicht möglich, dem Verband den Namen zu geben, der ihm zukam, er konnte nicht „Rcichsvcrband christlich-deutscher Nichlarier" genannt werden. Die Gesetzgebung des Staates macht zwar keine Unterscliicdc, — von einigen unbedeutenden Ausnahmen etwa bei der Zulassung zum Studium abgesehen —, bei den' Betroffenen hat dieser Standpunkt aber bisher noch kein sehr lebendiges Gefühl des Zusammengehörens ausgelöst. Diejenigen etwa, die bereits in dritter Generation dem Christentum angehören, oder den Nichtaricrn nur wegen der berühmt gewordenen , mebtariseben Großmutter zugezählt werden, distanzieren sich sehr lebhaft von solchen etwa, die in erster Generation Christen sind. Andere wieder, die bis heute geschickt zu verbergen wissen, was sie von der Umwelt absondern müßte, schmiegen sich mit.krampfhafter Übertreibung dieser Umwelt an, hoffen, nicht- „aufzufallen" und tun es doch vielleicht bei der ersten Gelegenheit. Andere» zartere Charaktere, bis zum Umbruch in ihrem Christentum und Deutschtum ganz selbstverständlich ruhend, finden sich, zum Teil auch in materielle Not geraten, vor dieser Frage nach dem „Warum?" überhaupt nicht mehr zurecht. Es gibt daneben noch andere Typen des christlichen Nichtariers. Denjenigen etwa* der in jener nüchternen Betrachtung der Religion, wie sie die wilhelminische Epoche mit ihren Heiraten zwischen Finanz- und Geldaristokratie charakterisierte, einst zur Taufe kam und nun die Umwelt, die er verließ, mit sentimental-romantischem Schimmer verklart, ohne doch jemals den Entschluß durchzuführen, dahin wieder zurückzukehren. Man sieht,, die Farbmischung ist bunt und man versteht, warum jene oben erwähnte Organisation ein solcher „Langnamvcrcüi" wurde. Und doch eint alle diese Menschen ein Schicksal, es ist das des nichtchristlichen Nichtariers auch, es unterscheidet sich in nichts von ihm; mögen auch Tauscndc von christlichen Nichtaricrn nicht den Mut haben, sich dos einzugestehen. Der Staat kann in seiner Nichtariergesetzgebung keine Unterschiede machen, er würde damit sein Uasscnprinzip ad absurdum führen. Ja, er muß, denkt man tiefer nach, Menschen, die aus einer Blutmischung stammen und, mit heißem Herzen vielleicht gerade diesem Staat zustreben, eigentlich, mit mehr Mißtrauen gegenüberstehen, als etwa einem anderen, der nicht leugnet, daß seine -völkische Bindung ihre Wurzeln anderswo hat. Man sieht schon aus diesem kurzen Gedankengang die tiefe Tragik, die gerade den christlichen Nichtarier umschattet. Ihm kann eigentlich nur eines Halt geben, dann aber wohl einen sehr starken: die feste religiöse Stimmung, . die Überwindung des Taufscheinchristentums, dos Hinabstoßen bis auf den Grund, in dem, wie es in einem geistlichen Lied heißt „der Anker hält". . . . Der Gedanke einer judenchristlichen Kirche, der einige Zeit in der Diskussion eine Rolle spielt, steht heute nicht mehr zur Debatte. Gerade in den Kreisen der christlichen Nichtaricr wurde er mit Entrüstung zurückgewiesen. Es fragt sich aber sehr, ob er. nicht im Sinne von Körner 11 für die christlichen Nichtarier positive Kraft gehabt hätte, die stärkste vielleicht, die ihnen in dieser Zeit zuwachsen konnte.*' Berliner Veranstaltungen Gemeindeobend in der Fasancnslraße „Jüdisches Leben in neuer Gestalt" lautete das Thema eines ■ Gcmeinduobends, der am Montag in der Synagoge Fasanenstraße ~ stattfand. Die Vorträge des Abends wurden durch Mozartschc Musik' umrahmt, die das Kulturbundorchestcr unter Leitung von . ■ Generalmusikdirektor Rosenstock meisterhaft zu Gehör - brachte. Moritz Roscnthal betonte in seiner Ansprache die Notwendigkeit, die religiöse Unwissenheit zu beheben. Richtunggebend für die praktische Arbeit, insbesondere der Erziehung der Jugend, sei die Sehicksalsverbundcnhcit mit der deutschen Heimat. Walter' B re s 1 a u e r wies auf die kulturelle Arbeit hin. Die i'üdische Schule, die' Lehrstätten für die Erwachsenenbildung, der Kulturbund und nicht zuletzt die jüdische Presse sind es, die dem kulturellen Leben der deutschen Juden heute ihr Gesicht gcbcii. In zündenden Worten wies Bruno W o y d a auf die gewaltige Umwälzung unserer Zeit hin, die den neuen gemeinschaftsverbundenen Menschen formt. Hier liegen die ewigen Aufgaben, die uns die jüdische Religion stellt. Sic zu erfüllen, ist wesentlicher als jede wechselnde Gestaltung. —-rat—. ' „Jüdische Jugend ruft!" Unter diesem Motto "veranstaltete dos Jugendpflcgedezernat Norden der Jüdischen Gemeinde Berlin in der Aula Große Hamburger Straße seinen ersten, wohlgclungcncn Abend. Heinz Schneemann leitete den Abend mit Bachs Präludien C- und A-moll ein. Jungen und Mädchen hatten sich zu einem Sprech- und Singechor vereint. Ein Jugendlicher dankte allen Stellen der Gemeinde für das durch tatkräftige Hilfe bewiesene Interesse. 700 jüdische Jugendliche seien allein im Bezirk Norden zu betreuen, . junge Menschen, aus größtenteils .notleidenden, erwerbslosen Familien. Dr. Lamm, der stellvertretende Vorsitzende des Wohlfohrts- und Jugendamtes, unter dessen Protektorat der Abend stand, begrüßte die Jugend und deren Gäste. Jugend müsse mithelfen, den Rrüdern, die sich auf der Schattenseite des Lebens befinden, aufzurichten. Dann sprach Rabbiner Dr. van der Zyl über „Helfende Gemeinschaft". Der Abend bedeute eine neue Form jüdischer Jugend-Wohlfahrtspflege. Jugend wende sich an die. Person, die sich ihr zur Verfügung stellen soll, führend zur Gemeinschaft, fih Bild der Zukunft. .Wille zur Gemeinschaft müsse früh geweckt werden. Nicht erst in Not soll der helfende Bruder zur Stelle sein, schon in Not soll Bruder und Gemeinschaft sich bewähren. Nach einem Chorgesang führten Jugendliche jüdischer Organisationen das Drama ,,Kain'.' von Koffka in frischem und lebendigem Zusammenspiel auf. Die Feierstunde war ein Beweis dafür, daß das Jugendamt den richtigen Weg in der Betreuung jüdischer Jugendlicher eingeschlagen hat. * Des großen Erfolges wegen wiederholt dos Jugendpflegeamt Norden ain Sonntag, dem 9. Dezember 1934, in der Aula der Schule Große Hamburger Straße 27 um 8 Uhr abends diese Veranstaltung. Dos Elternhilfswerk wirbt Das Eltemhilfswerk für die jüdische Jugend e. V. hatte zu einer Werbeveranstaltung in die „Tribüne" geladen.- Im Mittelpunkt stand ein Theaterstück, in dem die Sorgen und Nöte jüdischer Eltern und Kinder, die durch die. Ereignisse der - letzten -Zeit Schule und Beruf verloBsen mußten, dargestellt werden, und es werden Wege gezeigt, wie diesen'Menschen durch das EUernhilfswerk geholfen wird. Im letzten Bild d«s von Jugendlichen gut gespielten Stücks sprach der Leiter des Elternhilfswerks, Rechtsanwalt Dr. Schwarz, über Zweck und Aufgabe des Hilfswerks. Agnes Lenbach sang Lieder von Schubert und Brahms, Heinz Behrendt las „Die Menorah", und Margarete Moses spielte Chopin. ' Die Darbietungen wurden mit großem Beifall aufgenommen. Jugend für das Alter Im großen Saal des Logenhauses in der Kleiststraße fand ein Schabbat der Jugend, für die Jüdische Altcrshilfe statt. Die Feier leitete der Sprechchor des Bundes deutsch-jüdischer Jugend — Zug 18 — mit Jehuda Halcvys „Israel lebt ewig" wirkungsvoll ein. Rabbiner Dr.' Swarsensky sprach hierauf über „Heroische Zeiten im Judentum" und zeichnete den Schicksalsweg des jüdischen Volkes bis in die - heutige Zeit, dessen Existenzform im Laufe der Jahrtausende eine heroische gewesen ist. Lichtbilder gaben dem interessanten Vortrag weitere Lebendigkeit , Wa- Chanukka-Messe Der Verband Berlin des Jüdischen Frauenhundes c. V. eröffnete in seinen Klubräumen, Lützowstraße 49, seine diesjährige Chanukka-Messe, die besonders Kunst- und kunstgewerbliche Gegenstände zeigt. In drei Räumen, reizvoll und übersichtlich aufgebaut, findet man Gcschenkartikel aller Art. Plosüken, Keramik, Puppen, Silberwaren und Kultgeräte, Lederwaren, Handschuhe, handgewebte und gemalte Stoffe, Kissen und Krawatten. Alles Handarbeit. Die Wände schmücken Bilder, Photos und Zeichnunsen. Jeder Wunsch findet hier Erfüllung. Die Ausstellung bleibt noch bis zum 30. November von .11—20 Uhrt täglich geöffnet; der Eintritt ist kostenlos. Zwei Synagogeneinbruche in Wien Wien; ' In den Bcthäuscrn in der Unteren Viaduktgassc. 13 und in der Radctzkystraßc 27 wurden in derselben Nacht Einbrüche verübt. In beiden Fällen wurden die Tora-Scbränkc erbrochen und der sakrale Schmuck der Tora-Rollen geraubt. Im Bethaus in der Radctzkystraßc fielen den Verbrechern goldene Toraschildcr, zwei mit Edelsteinen besetzte goldene Knäufe und ein Zclgcrstab aus massivem Gold in die Hunde. .In der Unteren Viaduktgassc raubte die Bande ebenfalls den 'Toraschmuck sowie einen großen goldenen mit Edelsteinen inkrustierten Kelch. Die erbeuteten KultgerStc stellen bestes Kunsthandwerk im Barock des 17. und 18. Jahrhunderts dar und repräsentieren einen hohen Wert. Buenos Aires. Unbekannte Täter schleuderten eine Bombe egen die Große Synagoge in Buenos Aires, wobei die 'rontwand der Synapoge zerstört wurde und in .vielen Häusern der Nachbarschaft die Fensterscheiben in Trümmer gingen. I, Oberrabbiner Ton Amflerdam geÄorben Amsterdam.: Im Alter von 72 Jahren ist in Amsterdam der Oberrabbiner der aschkcnasischcn Gemeinde und de3 aschkenasischen 'Gemeindeverbandes, Abraham Simson Onderwijzer, gestorben. Von den Werken des Verstorbenen sind insbesondere seine Übersetzungen des Pentatcuch und 'des Raschi-Kommentars^ hervorzuheben. Er begründete in Amsterdam die Vereinigung Bczalel, die sich die religiöse und wirtschaftliche Betreuung der jüdischen Handwerker und Iiandelsangcstcllten zur Aufgabe gemacht hat. Anläßlich seines 70. Geburtstages im Juli 1932 waren große öffentliche Feierlichkeiten geplant, von denen man jedoch auf Wunsch des Jubilars Abstand nahm. Die letzte Jüdin Jülich. Der „Westdeutsche Beobachter", Köln, schreibt! „Früher beherbergte Rödingen viele Juden. Es gab auch hier, wie in Eschweilcr, eine Judenstraße, d. h. sie besteht in Rödingen immer noch. Die meisten Juden haben in der Zwischenzeit das nette Dörfchen im Kreise Jülich verlassen und verzogen sich zur Vermehrung ihres Reichtums in die Großstädte. Nun hat auch die letzte Jüdin Rödingen den Rücken gekehrt und ihr Anwesen einschließlich der von ihr betreuten Synagoge verkauft. Ein Marktreisender hat seine Wohn- und Packwaren hier untergestellt." Teppichhaus Zentrum, C 2 Soandauerstr. 28 [grüner Teppitiiiaden] Teppiche Jeder Art.. Häuf er. Vorlagen. Steppdecken. Gardinen. Keine Aufmachung — niedrige Preise

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