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Jüdische allgemeine Zeitung · 1934-11-21 · 90 (21.11.1934) · page 8

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
14 (1934)
Issue
90 (21.11.1934)
Date
1934-11-21
Page
– (sequence 8)
Language
German
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2. Beilage 21. November 1934 JÜDISCHE AUGEMEINE WEITUNG Improvifierter Bunter Abend Applaus in der Synagoge-/ ><»■ kcon .iacoiisoiin nic-nsla-alii-ml limsi-ji rin ],;,;ir llrrlim-r Kfmslli-r. Cnmilla S [.ira. Eni;, K I <-• i 111 l-.Ua K« r Ii . Wilht-Im C n 11 m a i, n "ml ich in H l,-(I in an. -Sic siutl in i-iiicin «ruK.-n Saal vom Kulturbund für ihm. Ah.iul: ..SoiriV in, Maus,- <U> llaukii-rs Mtycrlitcr-- vi-rpflirlitcl. D.r \ ur,lan,l hult siiam lialiiiln.f ah. Traurig Kun.lc: a:ii Narlimittag erfährt man. daß der Saal nicht zur Verfugim*;;,-stcllt wiriliMi kann. Was. nun ''• Die Mitwirkenden nach Berlin zurüeUendelv die Kliltnrhiiml- »■it-:lirder heiiiise|iieken!'r Nein'-- L)ie Ilcrliiier,Wullen in einem Weinen Saal dreimal hintereinander auftreten: um hall» neun, um zehn, ein drittes Mal um hall, zwölf. Je 200 Zuhörer, dreimal': alle Mitglieder sind erfaßt. Zu umständlich. W as soll mit den Ankommenden bis hall. zwölf £CScI|cllC»'r Ua sicij,t ,,;„ Vorschlag auf: es gibt nur einen llauin. in den mau gemeii^am »eilen kann . . . Die Synagoge. Gut. ' " \ Es ist ein liunier Ahend. Aber als künstlerisch einwandfrei anerkannt . ■ > Diskussion. Der Vorstand beginnt sieh für den l'lan zu erwärmen. Rasch spricht . Camilla Spira ilue \ erse durch: (;„cll,e. I leine, Kolzcl.ue, Angel}-. Die anderen singen Mcycrlieer. Mendelssohn. Der Erklärer spricht über Biedermeier. Mcverbeer. Mozart. ..Heizen lassen!'" ' .,Klavier bestellen!" ' " Es geht auf sieben. „Transporteure bestellen.'" Es werden alle Gäste des Kulturbunds, die viele Freunde besitzen, angerufen: „Weitersagen! Wir treffen uns im Tcmpel!" Akustik-Probe: Ein Vorhang für die Tora fehlt. Man ist in der Not. Er wird für künftige Fälle beschafft werden. Pünktlich um B Uhr 30 sitzen alle 600 Mitglieder des Kulturbünde,, in der Synagoge. Mit Ilm und Mantel. ' Dr. Hauff. \i.rsland. sprirhl über die Itrdeiilinig ,lc> W ortes Synagoge. V.- i>.t der Ort der Zusammenkunft. Auch zur freudigen Erbauung, wenn, wie m diesem Falle, keine nmlrre MBg. lichkell \orbauden ist. Alles lauscht gi-spaiml -einen Worten. Wird Widerspruch erhoben werden? Jeder sieht die tirüude ein. Ich belrcte die Ställe vor dem Tornschrrin, von einer seil, samen Erregung ergriffen. Im Kaum Stille. Zwölfhunderl Augen dei Freude Icuchlen mir entgegen. Ich fühle die Welle. Vor 211 Jahren stand ich in Berlin an dieser Slelle als llarinizwah. Dann lönen die Worte voll durch den llaum. Ich erzähle andeutungsweise eine amüsierliihe ilegelieulirit aus dem l.ebcli des jungen Meyerbeer. Ein Lacher ertönt. Alle anderen lachen mit. Wieder erschrecke ich mache eine l'alise. Aber, als'ich erkenne, daß >orn in der ersleu Iteihe die Herren von der Kultus. Leitung auch herzhaft lachen, da lösen sich die Dil.....ungen. Am Schluß lauter Applaus. Ein wenig erschreckend an dieser heiligen Stätte. In . einem Nebenraiim hat man ein ..künsllerziiiimer" eingerichtet. Gullmimn und Elsa Koch singen Mendelssohn. Sie singen so wohlklingend, w ie man sie im ltahmeii - dieser Verunstaltungen kaum je zuvor vernommen hat . Auel, sie schürt die l'mgebung. auch sie sind in maßloser Erregung. Dröhnender Applaus. Camilla Spira spricht Verse. Es'wird gelacht, viel gelacht. Immer inniger verfolgen die Synagogeu-licsiicher die Darbietungen, immer freudiger wird ihre Stimmung. Ein einheitliche» Gefühl der Zusammengehörigkeit, der Geborgenheit umfaßt sie. Zum Schluß dankt der Vorstand den Fünfen, und 600 Paar Hände kluisdien unaufhörlich. Es wnr ein erhebender Abend, aus der Not gebore», zu einem glückhaften Ende geführt, ein Altern!, der ein Beweis war. für das Zusammengehörigkeitsgefühl in Stunden gemeinsamer Freude.' Die Prüfung I Von ludwig windeh Der tschechoslowakische Staatapreis für Literatur j« deutscher Sprache ist, wie gemeldet, dem Jlümauscliriftateller Ludwipr Winder zugesprochen worden. In seinem Hfiiim ' Ricola-Verlag erschienenen Roman „Die jüdische Or- B e 1'* behandelt Winder, selbst Sohn eines jüdi-ichen Lehrer», die Geschichte eines Kantorensohnes einer kleinen Dorfgemeinde, der. durch die Abgründe eines wüsten Lehens . hindurchwutet, um dann als Nachfolger seines5" Vaten durch Askese und durch die Ehe mit einer, abschreckend häßlichen l'ruu. die ihm als Uedinjrunjr' seiner Gemeinde würde auf* gediängl wird, den Wen der Itulie zu beschreiten. Wir veröffentlichen hier, mit eiüipen unwesentlichen Kümmln, einen Abschnitt aus diesem realistischen See.engeraätde. Malvinc besprach jeden Tag den II ei ratsplan mit ihrem Onkel. Ucr junge Mann gefiel ihr, er war aber schwerfällig, man konntekaum ein Wort mit ihm reden, er ließ Malvinc reden und antwortete ,Ja oder Nein oder Vielleicht. Die Hoffnung auf eine intime Aussprache blieb gering, „Hast du zehn Jahre auf einen Mann gewartet, wirst du noch ein halbes Jahr warten",?agle Blum, .,du. versäumst nichts, er entgeht dir nicht, laß mich mir machen.4' „Aber er sieht mich gar nicht,1* warf"Malvinr. ein. „er weiß gar nicht, mit wem. er geht; ich kann ihn doch nicht zwingen, mich anzuschauen.'" ..Das kannst du nicht." sagte Blum, „aber du kannst etwas andres, du kannst versuchen, von hintenherum in seine Gedanken einzudringen. Der junge Mann ist unglücklich, du darfst ihn nicht mit dummem Geschwätz abschrecken, du darfst ihm nicht Sachen «rzählen, für tlic er keinen Sinn hat, sondern '■du mußt auf seinen Ton cingehn und ihm zeigen, daß du für einen unglücklichen Menschen Verständnis hast.** v. Das war ein guter Uat. Malvinc erzählte Albert, sie habe nie liebe erfahren und nie ein gutes Wort vernommen: der Onkel »ei zwar ein braver Mensch, aber mit dummen Weibern gebe er sich nicht ab — einen andern -Menschen habe sie nie gekannt, seit Ihrer Kindheit ist sie verwaist. Niemand könne sich eine Vorstellung \on ihrem traurigen Leben machen. Diese Heden rüttelten Albert auf; er fühlte sich verpflichtet, an des Mädchens Unglück teilzunehmen. Es war egoistisch, immer nur über das eigene Elend nachzugrübeln. Eine Gelegenheit sah er, eine gute . Tat. zu tun. einem armen Menschen Trost zu geben, diese Gelegenheit durfte er sich nicht entgehen lassen. Nun konnte Malvinc beginnen, deutlicher zu werden, an diesem Tag erst' sah er, daß sie ein W eib war. er sah die häßliche Hopfenstange, einen Zwicker trug sie auf der lächerlich dünnen langen Nase, ihr dünner Mund lächelte süßlich, zwei Zähne stolperten wie Betrunkene über die andern Zähne und hielten sich krampfhaft am Unterkiefer fest. -.Und er verglich sie mit Elclka und mit allen andern Frauen, die er kannte. Er sah. daß sie häßlicher als alle war, und er beschloß, sie zu licbeu. sie. die so häßlich war. daß niemand sie lieben konnte. Gott selbst hat sie auf meinen Weg gestellt, dachte er, um meine Wandlung zu erprohen. Gott hat sie so häßlich gemacht, damit ich vor ihm und vor allen Menschen meine Heue bezeugen könne. Der Kultusvorstand rieh sich diu Hände und berief eine Sitzung der Gcmciudcrntc ein und klagte, der Prcraucr Oberkantor berechne hundert Kronen für jeden Gcbcldicnsl. die Gemeinde dürfe die Wahl des neuen Kantors nicht länger hinausschieben, und keinen Geeigneteren könne man finden als den Sohn des Veistorbcncn. Man könne den Posten auch öffentlich ausschreiben, aber -das ko-Uc wieder Geld und führe zu nichts, denn wer werde sich schon melden? Der Kantor von Damboritz vi«|- ■ leicht oder der zweite Unterkantor .von Olmütz oder ein Lnbekanntcr aus Ungarn oder Polen, von dem man nichts wüßte. Alberl Wol/ hingegen, ein Rabbinalskatididat aus der Gemeinde, erzogen in den Traditionen der Gemeinde. Sohn. Enkel. Lrcnkel berühmter Talmudistcn. biete jede Gewähr dafür, daß man die Wahl nicht bereuen werde. * Albert wurde einstimmig gewählt. 'Blum suchte ihn sofort auf und fragte: „Wie lange wollen Sic noch hier bleiben?** Vergessen hatte Albert, daß alle so gefragt hatten, mörderisch flber- ' fiel ihn nun die Frage. „Nicht 'mehr lange", sagte er und bemühte sich% aufsteigenden Zorn zu unterdrücken. Er wollte nicht zornig sein, er hatte kein Hecht, zornig zu sein, die Prüfungszeit hatte erst begonnen, nur ein Anfang war gemacht. Der Ku)lus\ orstand sah ihn kämpfen um! entbrennen und fragte lauernd: „Und wohin wollen Sie? Und was wollen Sie machen? Habbincr studieren?" _ Albert antwortete nicht: dieses Schweigen war ein gute* Zeichen. Der junge Manu hing in der Luft . . . Blum laßte Albert, scharf ins Auge und sagte: „Wenn Sie wollen, können Sie in der Gemeinde bleiben und ein Amt haben und eine Familie gründen; aber nur. wenn Sie wollen.** Dann machte er eine kleine Kunstpause und setzte fori: ..Dber meinen Vorschlag sind Sie heute einstimmig zum Nachfolger Ihres Vaters gewühlt worden. Nehmen Sic au oder nehmen Sie nicht an. ganz wie es Ihnen paßt, ich will Ihnen nichts dreinreden, von mir ist nur die Idee und der Vorschlag und der Beschluß.*" Albert sprang auf, Blum sah ihn au und sagte: ..Mir scheint. Sic trifft der Schlag, regen Sie sich nicht so auf, es ist doch keine solche Sache!** „Ich komme zu Ihnen, lassen Sic mich jetzt allein ", bat Albert. Blum ging und sagte in der Tür: „Aber noch heute oder spätestens morgen, wir können nicht langer warten.'- Dic Witwe ließ sich vor dein Hause alles von Blum erzählen. ..Es ist doch ein Glück für ihn. warum wird er nicht wollen1*, sagte er. als sie Bedenken äußerte. ..Natürlich ist es ein Glück für ihn.'", nickte sie. Aber als sie allein war, konnte sie sich nicht recht Irenen, ihr Sohn war doch zu etwas Größerem bestimmt, und wenn er auch als ein Nichts ins Elternhaus zurückgekehrt war und böse Zeiten hinter sich hatte. — sie hatte nie gering von ihm gedacht und wollte auch heute noch an seine große Zukunft glauben. Am Abend beobachtete sie ihn heimlich und wollte sprechen und konnle nicht und fragte endlich: „Nun. Albertl, was ist'.*" Aber er hörte sie nicht und gab keine Antwort ... Am Morgen ging er zum. Kultusvorstund und sagte, er fühle " sich außerstande, das Ami zu übernehmen; unwürdig sei er solcher Ehrung. Man möge ihm ersparen, weitere Gründe y.n nennen, genug daran, daß er selbst sieh aller unverzeihlichen Sünden anklagen müsse, genug daran, daß er wich glücklich fühle, im verstecktesten Winkel des Tempels sitzen zu dürfen und im» der Gemeinde der Würdigen und Frommen nicht ausgestoßen zu sein. Blum, hörte ihm ruhig zu . , . Schließlich ging Blum in die Küchizu seiner Nichte und stellte ihr anheim. den Verstirb zu machen, den Widerspenstigen umzustimmen. Sie setzte sich zu Albert und frugte mit wrmerlü her Stimme, ol| c* denn wirklich wahr sei. daß er sie verbissen wolle. Da blickte er ihr ins Gesicht — das wur schon ein Erfolg, denn an Blum hatte er vorbeigeblickt mit dem Blick de-, schlechten Gewissens. Als sie sab, daß er ihr_ zuhörte, sagte sie: „Nimm die Stelle an — tu's mir zuliebe!" Er sah, daß es in seine Gewalt gegeben war, einen Menschen glücklich odcc unglücklich zu nn-.chcn und daß er die Macht hatte, ein ganzes MniHchenlebrn durch ein einziges Wort zu retten. Und er wußte, daß sie so häßlich war, damit er^ vor Gatt und den Menschen seine Heue . bezeugen könne. Er sagte: ..Ja.*" Und er küßte demütig den häßlichen Mund. Der Kultusvorstand hatte hinler der Tür gehorcht. Er trat schmunzelnd ein und'umarmte „seine Kinder" und brachte Wein, sie tranken, er und Malvinc waren freudig erregt, nur Albert war bediückt. denn er wußte: viel Schweres hat Cr er sich in dieser Stunde auferlegt, fast Übermenschliches. Aber gerade das stärkjr ihn. war doch diese Stunde da-» Zeichen einer neuen Kraft, die Gott ihm > geschenkt hatte. ^Welchen Sport fall ich treiben?" 7.7/n» StUmIe_jM*im Sportarzt — Mil (.ciiuglmui:: haben die jüdischen Sportvereine le>t«r*.tellt, ■laß das luicrc->c der JuiM'iid au -p.<irlliehen Dingen g:ui/ erheblich ni!:riumuucii bat. Iber auch die Mieren, die hi-lier ttenig oder gar nichts In i die sportliche I i In. Ini^uu:; ulin;: luil'-n. beginnen ehi/iiM-Iicn. wie fnlseh es m:h. diesen Dingen kein fiiir-n-W zu widmen. S» erfreulieh ' -diese Kuluickhiiig auch i-t. muß doch betont werden, daß falsch \eiMutulcmr sportlicher Ehrgeiz, erheblichen Schatten ainiihicn kann. Deshalb ist r» auch /u begrüßen, hiß sieh wir .einiger Zeil dir Berliner Jüdische (.euieiiule enl- M-hhi-M'u hat. eine »portar/tliehe Iteratmigstlcllc ein/tuiehtem Wenn sieb auch in dem hellen, geräumigen Warle/immer übei v. iegend das jugeiullirbc^ Element einfindet, so kumml es doch ntebt selten vor. daß ein riHligei- Fünfziger den Spoitar/I aufsucht, um sieh \nn ihm beraten zu luven, lul s|. b dir Tür de-« liliol. S........Ilfeld. Der Blutdruck wird gemessen liiVerMU'htutgsrntimes nul. diiun marnchicrrfi sie—tapfer hinein. \or den! Ausgang der Untersuchung schrinl ihnen nicht bayge* zu sein. Allerdings wfire den freundlichen Ärzten ge((cnüber kaum Angst um Platze. Für die- Mädchen, die uutcvHuehl werden so Ilm, hiebt eine Ärztin zur Verfügung. Nachhaltigeren Eindruck scheineu erst die hwtrumente hervorzurufen, die zur Uniernuchuüfr, benötigt werden. Kür jeden Uenuchcr wird eine KortolhcUtcarte »naclc^l. Db muß er angeben, ob er früher einmal «chworo Krankheiten durch* femaeht hat, ob er -gegenwärtig .an irgendwelchen Beschwerden eidet. Aber Mcllmtverittandlieh Kann man den jungen Menscheftr denen die S|iorlbegc'mlerung aus den Augen leuchtet, nicht bd ohne weiteres trauen. Es könnte schon vorkommen, daß der eine oder andere irgendwelche Dinge verschweigt, Ja er befürchtet» daß man ihm sonst die sportliche Betätigung unterlagt. DeahaUk wird eine eingehende kSrj>erlirhe Unlonnjcnuiig vorgenommen. Dpi* Botsuchende wird gewogen, maiv mißt »einen mutdruck. Eine wichtige, Bolle bei der Untersuchung «pielt die KentMteffung dem AtcmvulumciiH, beispielsweise für den Läufer. Selbstverständlich werden auch die Organe, besonder» da* l/en«,_rjnrr gründlichen Musterung unterzogrn. "~ ■ HinsichlhYh des N n e h w u u h h c » siud dir Arzte der Brratungsslelle im allgemeinen recht zufrieden. Es ist übrigeim ein in Laienkreisrn weit verbreitetes Vorurteil, daß jemand, der etwa mit dem Herzen nicht ganz iii_Orduung ist, überhaupt keinen Sport Ireibrn durl. Das trifft nicht zu. Em wäre mitunter sogar schädlich, den Betreffenden willkommen von sportlicher Betätigung auszuschließen. Man wird ihm vielmehr sage», aul welche- Gebiete er sich beschränken muß. Aufgabe den Arzte» ist es auch, dem_„ Einzelnen fuil/uleilcii. welcher Y.t g fl n z ti n g »h p o r I für ihn in Fra^e kommt. Für die nächste Zeil ist ein wesentlicher Ausbau der BrritluugsHlclIc gcphii'l. In gemeinsamer Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt und dem Jugendamt der Jüdischen Gemeinde. al,er auch mit den SpnrUcrbiinden miII * di r Tätigkeilnhrrrirh . erweitert werden. Eh i»| möglich, daß in Zukunft dir Sportvereine jede N e u a u f n a h in e von der vorherigen Untersuchung durch die Beratungsstelle abhängig machen werden. Von hier aus wird dann auch der Sanitätsdienst auf den Sportplätzen geregelt werden, wie auch die sanitäre Überwachung dieser Plätze Aufgabe der Beratungsstelle sein wird. Obcrdir* wird mau wir allem die "Jugendlichen verpflichten, wahrseheiiih'ch alle .sechs Monate die sportärztliche Heniluii»s-*tclle aufzusuchen. Eine rruchtbore Tätigkeit kauti die Beratungsstelle nur dann ausüben, wenn die Sportverbände mit ihr Hand in Hand arbeiten. Dior Zusammenarbeit muß vor-allem darin bestehen, daß der Trainer eines, Vrreins den Befund der Bcratuugnslcllr. einsieht und daraus eine Handhabe gewinnt, . welche l^iHtuugru rr dem einzelnen Sportler zumuten kann; Den Sportlern selbst erspart die ärztliche Beratung Enttäuschungen und Fehlschlage. Wird doch der junge Mensch von farhmämuscher Seite darauf aufmerksam gemacht, auf welchem Gebiet er wirklich vollgültige I^iMtungcfi vollbringen kann. Die freudigen Gesichter der Jungen, die den ärztlichen Unlrrsiiehtingsraum \erlassen, lassen erkennen, daß das ärztliche Urteil günstig ausgefallen ist. Erregt debattiert man untereinander, welchem Verein maii-unn beitreten wird, wobei die Vorzüge und "Nachteile einer jeden . Vereinigung sachverständig gegr»einander abgewogen werden. Ein wenig von oben herab nehmen dir aiulerrn Jungen und Mädchen, die sich bereits einem Sportverein angeschlossen bähen und nun nachträglich die Erlaubnis der Beraiungs* Melle einholen, an diesen Diskussionen teil. Sie spielen ihren_ Altersgenossen gegrnüber die erfahrenen Sportler, und wenn man ihne't glauben darf, so repräsentieren gerude sie die zukünftigen Giganten des Sports ... - S. Aseher. Auszeichnung für judifche Polarforscher .Moskau. Fünf jüdischen Teilnehmern der abenteuerlichen arktischen Expedition de*« Eisbrechers „Litkr.'* wurden hübe Auszeichnungen und rDiplome, für muliges Verhüllen und wissenschaftliche Leistung' verliehen. Der Expedition ist es gelungen, die Strecke Wladiwostok—Murmansk zum ersten Male unter Durchuucrung von zehn Polarmeercu ohne- Zwischenlandung zu bewältigen. Unter den ausgezeichneten jüdischen Trift nrhn'crn befinden sich der stellvertretende Kommandant Boris Bronslcin, .der erste Funker Olek Kuksin, der Hydrobiologr Benjamin Bjugodoff und der Bruder des stellvertretenden Kommendanlrn, ixH Bronsteiij, der die Expedition gefilmt hat.

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