Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 14 (1934)
- Issue
- 82-83 (12.10.1934)
- Date
- 1934-10-12
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Wichtig für jüdische Hausbesitzer In den nächsten Wochen erfolgt die Verteilung der Hauslisten an die Hausbesitzer-zur Personenstands- und Betriebsaufnahme .zugleich mit den Listen, die als Grundlage für die Neufestsetzung der Einheitswerte und Vermögenssteuerwerte per 1. Januar 1935 dienen werden. Bei der Ausfüllung dieser Listen, die im Interesse der Grundstückseigentümer sehr sorgfältig zu geschehen hat, ist eine ganze Reihe technischer und juristischer Fragen zu beachten.' Wie die Pressestelle der Reichsvertretung der deutschen Juden mitteilt, ist die F. W. I. Gesellschaft zur Förderung wirtschaftlicher Interessen von in Deutschland wohnhaften oder wohnhaft gewesenen Juden m. b. H., Berlin-Charlottenburg, Kantstraße 158, bereit, die damit verbundenen Afbeiten für jüdische Hausbesitzer gegen eine bescheidene Vergütung zu übernehmen und in diesem Zusammenhang auch beratend tätig, zu werden. Die Zeitung der Bergjuden Moskau. Die etwa 22 000 Berg-Juden, die in Aserbaidschan und im Kaukasus leben und die tatische Spräche, der iranischen Sprachgruppe zugehörend, sprechen, haben sich nun ihr eigenes Organ, eine Wochenschrift in tatischer Sprache, geschaffen. Die Berg-Juden, die sich früher mit Handwerk und Kleinhandel befaßten, sind jetzt zu einem sehr großen Teil zum Ackerbau übergegangen. Weil er am Sabbat nicht zu Gericht gehen wollte ... Warschau. In Krakau wird demnächst ein interessanter Prozeß stattfinden, den der frühere jüdische Rechtsanwalt Dr. David Berger wegen Verletzung religiöser Minderheitenrechte gegen den polnischen Staat angestrengt hat. Dr. Berger war von der Rech tsan wal tsI is te gestrichen worden, weil er sich geweigert hatte, an Sabbat-Tagen vor Gericht zu erscheinen. Er stützt seine Klage auf die Bestimmungen, durch die den Angehörigen religiöser Minderheiten die freie Ausübung ihrer Religion garantiert wird, und fordert vom Staat eine Entschädigung von 600 000 Zloty mit der Begründung, daß ihm durch die Streichung von der Anwaltsliste die Möglichkeit genommen wurde, seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Unter 5000, Volksschullehrem 12 luden Wien. Im Zusammenhang mit der von antijüdischer Seite aufgestellten und stets wiederholten Behauptung von der „Oberjudimg der intellektuellen Berufe’1 in Österreich, ist es interessant zu erfahren, daß nach den verläßlichen Mitteilungen, die der Rat der Stadt Wien, Dr. Jakob 'Ehrlich, gelegentlich der Schuldcbätte in der Wiener Kultusgemeiiide gemacht hat, in Wien 5000 Volksschullehrer tätig sind, von denen im ganzen — 12 Juden sind. Den Juden ist, wie bekannt, der Staats- und Gemeindedienst schon seit Jahren verschlossen. Istanbul. In Konstantinopet ist soeben ein vollständiges hebräisches Gebetbuch in hebräischer Sprache, aber mit lateinischen Buchstaben nach den Regeln der türkischen Orthographie gedruckt erschienen. Die Transkription wurde von einem sephardischen Juden besorgt. Wann? Wo? Am 14. Oktober findet als SonderveranstaUung des Kulturbundes Deutscher Juden im Atelier von Jose Batö, Berlüi-Halensee, Kurfürstendamm J6, vormittags zwischen 11 und 2 Uhr, die erste Atelierbesichtigung statt. Der Künstler zeigt seine Werke, u. a. auch seine neuesten Bornholmer Bilder. Ein Verwaltungsbeitrag von 0,30 RAI wird beim Besuch des Ateliers erhoben. Die Mitgliedskarten sind als Ausweis mitzubringen. Am 14. Oktober, vorm. 10.30 Uhr, spielt die 1. Mannschuft der E u ßb all ab te i tun g der Berliner Sportgemeinschaft 1933 gegen die erste Mannschaft des der ersten Kreisklasse-des Gau 3 angehörenden „Charlottenburger FC. Ö/** auf dessen—Platz am Bahnhof Jungfernheide ein Freundschaftsspiel. Am 14. Oktober, 7.30 Uhr, veranstaltet die C.V.-OrtS- - gruppe NO und der ' Neue Synagogen verein Rykestraße im Hotel „König von Portugal*\ Burgstr. 16, eine Sunchat Thora- Feier, bei <fer Rabbüwr Dr. Sänger eine Ansprache halten wird. Ferner .wirken mit: Kantor A. Schreiber und Mitglieder des Theatervereins Rheingold. Mm 14. Oktolter, $.30 Uhr, findet in Frankfurt a. Jf. im Vereinshaus Eschersheimer Landstraße,, 27, eine vom Kulturbund Deutscher JudenTllezirk Rhein-Main, veranstaltete Ar n old Scliö nb e r g-F e ie r statt. Es spielt dasjteu• gegründete Kulturbund-Quartett Rhein-Main, Hans Bassec- . mann, Ernst Drucker, Felix Robert Mendelssohn, Richard Karp. Ferner wirken mit: Erich Itor Kahn (Klavier) und Erika Storni (Sopran). Am 15. Oktober eröffnet die T e'nnisabteHuhg der Berliner Sportgenui/isehaft 1933 im Restaurant Kaufmann, KJeiststr. 14, ihre Klubräume, in denen Ping-Pong, Bridge und Skat gespielt wird. - Die Sprechstunden der Künstle r hil fe der Jüdischen Gemeinde, Charlottenburg 2, Kanststr. 15$, finden ab' 15. Oktober 1934 nur noch Montags und Donnerstags Nachmittag in der Zeit von 5 bis 7JJhr statt. Am 20., 21. und 22. Oktober, abends $.30 Uhr, findet in Frankfurt u. .1/. im Vereinshaus, Esclwrsheimer Land— straße 27, das erste O r c h e s te r ko n z e r ( tl e s Kulturbu n durch e s t e r s R h e / // - M-a i n als Beethove/tabend statt. Dirigent: Hans Wilhelm Steinberg. Am KUivter: Franz Osbor/i. Das Haupt unserer Familie, unser geliebter Dr. Felix Goldmann Gemeinderabbiner ist nach kurzem schweren Krankenlager im Alter von 52 Jahren von uns-gegangen. . Im tiefsten Schmerze Die Hinterbliebenen. Leipzig* den 7. Oktober 1934. Ziehung 1. Klasse 19.-20. Oktober Vs_Vs 'h_Vi Doppel Lose 3 6 12 24 48 , Mark Koppel | Einnehmer Berlin W 8 KRONENSTR. 06 07- Tel. A 1 Jäger 0239 Posticb. Berlin 31024 Qa&t&tättan Tanz-Kafffee T r i a n o n W 30, Bayerischer Platz 1 * Inhaber S. Bomstda Mitglied der tüdtseben Gemeinde J . Täglich nachmittags und abends Tanz ■ Für Vereine, Hochzeiten, Geburtstage. Konfirmationen usw. stebes separate Räume zur Verfügung # Erstklassige Oesterrelchlsche - Ungarische Küche zu ganz billigen Preisen __ ■■ TANZKAPELLE HANS GEERT |HI Konditorei Leon , J 7 Hoch- _ . . I meist. 6110 Kurfüratendamm 185 Säle 40-800 Personen fassend für Veranstaltungen jeder Art frei und Caid Dippe Uemmsenstrsße 38 — i 8 8felMrtu 0738 Vorzügt. Kucbcnauswabl. Versand nach all. Stadtteilen. Zahlr. Zeitungen vorh. Cafd Uhlandeck KurtOratendamm 31 i angenehmer Aufenthalt—^— Konzertmusiki Tanz! A y RESTAURANT RUBINSTEIN AtA-JoachimsthaIerStr.41, Dorotheen* V str> 77.78. 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Als Lehrer und Mensch gestaltete er Geschichte und Lehre des Judentums der Jugend zum unvergeßlichen Erlebnis und wies ihr den Weg zur tätigen Menschenliebe als deren Inbegriff. Seine Schüler und Schülerinnen erzog_er zu stolzen Juden und aufrechten Menschen. Unerschrocken und seine Person nichtachtend stand er stets an vorderster Stelle im Kampf für des Judentums Ehre. Er starb früh, weil er sich in rastloser Tätigkeit verzehrte. Unerschöpflich schien seine Arbeitskraft; davon zeugen die zahllosen kleinen und großen Werke, die er neben den vielerlei Amtsgeschälten verfaßte. Erzählen seine wissenschaftlichen Schriften ' von der Klarheit seines Geistes, so offenbarte sich die Größe seines Herzens in der nie versagenden Fürsorge für alle Notleidenden, die seiner Hilfe zu jeder Stunde des Tages und. der Nacht sicher waren. Sein Name wird uns leuchten zur Nacheiferung, solange wir sind. _ Leipzig, den 8. Oktober 1034. _ ,j *u IsraolltlsdMa RaUgtoasgamalade za LofpzJg. Nachruf I Am 20. September ist Herr Prediger LION WOLFF sanft-entschlafen. Ein ewed adonai wurde er genannt; ja, er liebte Gott, den Allmächtigen von ganzem Hcrzenp mit ganzer Seele und seiner ganzen Kraft. Wer das religiöse Urerlcbnis gesucht und gefunden hat, dem waren Unterrichlsstundcn bei dem Verklärten Bausteine zur Ewigkeit. ~ Seine reine Gesinnung und sein edles Denken ■vereint mit einer ehrwürdigen Erscheinung prägten, ihn zum Adclsmenschen. In der Liebe unserer Seele wirken weiter, die in ihrem Leben und Wirken alles- Gute in uns geweckt und gestärkt haben; unvergessen bleibt ihr' Bild in unserem Innern. Ehre seinem Andenken! ' Ein» Prowwlytln Buchhandlung Leihbücherei . Dr. Lohmüller SchÖnsbevf, Innsbrucker Str. 36 O 1 Stephan 6832 Zlggiwhawi Sdwft, Kattrtr. 33 Ecke Wlelandstr. 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