Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 14 (1934)
- Issue
- 89 (14.11.1934)
- Date
- 1934-11-14
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Schweren Pfwl, " 3 " " b "d, so,"'c ihre t«ond«cn un.l Ju-endl seih« Z dlr A^gkWmng eingehend erörtert. De, ihrer Bund? 8f °bscn i*nd sein .Mahnruf: dem Zuviel -i m-Rt» . Organisationcii, dem Zuviel einer ^wissen " UC " , F ü ^"t^"- ''<-■"' .Zuwenig, den, Mange a" gul^ll tvrkrnftm. Seine Forde™.,« galt der Verinnerl ehung jüd.seher Jugenderziehung, sein Weckruf dem Lernen juuW,er Geseh.ehte, Spraehe und LefTre. ( emei^de ^f5C!5,m,,t'n"f:ollci?,'um odcr D™^™ israelitischen kwi-keh ^f « i SC-'ne ICt2tf S',iu"- crntut die ungeheure bell»'er,gkc,t der Balancerung des Gemeinde-Etats. Es ^eMdeaühtht<:rtSl:arSTfc<:if?"irt*hah« »erden, «enn die -e^el«erd™' - " drV1,8liel,s,c" Anforderungen, die an sie ge?tcm «erden, genügen sull. nu.v Dr. Plotkes Abschied von der Liberalen Synagoge Berlin Nachdem vor w enigen Voehcn Itabliincr Dr. I I i r s c-h Ii c r " T'hfeT ä7 Jt'r Lil,era'™ Svnagoge Iljrli» ge^cl eden «I um da» Hahhinat in Oppeln zu ühernehmen, hielt nun llnbbmer Dr. Plotke, der « llahbiner der Gemeinde Landsberg berufen ,st, ,„ derselben Synaguge Norden, in der er >«r fünf Jahren zum_ ersten Male gepredigt hatte, seine Ahsvltfed»- an»pracl,e. tr w.es darauf hin. daß es eine bereits traditionelle Aufgabe der Liberalen Synagoge Berlin «worden sei, der i u n g e n R a b b , „ e r g c ., erat i o n Wirknngsmögliehkeit und -fördern,,:; zu bieten. JJ.c jungen Kandidaten empfänden es mit vollem BcwulMscni, dal, ,hncn hier, an der Sta,nn,sy.lagogc im Norden, wie auch au den später errichteten vier anderen Andachtsstätten, die Möglichkeit und die günstige Gelegenheit gegeben sei. sich für ihren verantwortungsvolle» Beruf in praktischer Arbeit, auf der Kanzel, am Vortragjynilt und nicht zuletzt in, Kreise einer hcwiiLU herangezogenen, begeisterungsfähigen .fugend vorzubereiten. Zum Schluß dankte uiil bewegten V oricu Dr. l'lolke für die Förderung und innere Bereicherung, die er au diesen Amlaclitstättcn und diesen Kreise empfangen habe. Im Namen der Liberalen Synagoge stattete der Vorsitzende Hermann Falken berg llerrnDr! Plotke für die Arbeit au den Gottesdiensten dieser Gemeinde seinen Dank ab. Kr betonte, daß der junge in der Großstadt aufgewachsene Haitianer gerade hier die Vorbereitung erfahren könne, die zur geistigen Führung der mittleren und kleinen Gemeinde erforderlich sei. Denn in diesem Kreise, der zur wirklichen Kehilln zu*nmmcugcschli>»cn ist oder werden soll, lernt er^die vielseitigen und schwierigen Aufgaben meistern, die ihm in meinem zukünftigen Amte bevorstehen. Daß es Habbiuer Dr. Plotke gelingen möge, diese Aufgaben zum Segen seiner Gemeinde zu lösen, das war der Alischiedsgruiä der Liberalen Synagoge llerlin. - ,1. W. Neue Rabbiner in Hirfchberg und Schneidemühl Breslau. Die llabbinatc in II i r s c h Ii e r g und S c h n e i d e - n, ül, I sind neu besetzt worden. Nach Uirscbberg ist Habbiuer Dr. It i e h t e r berufen worden: das Mim Preußischen Laudesveilrnd stibientioiiierte Hezirks-Habbiiiat Schneidemühl, das durch die Herufung des Herrn Habbiuer Dr. Hosenzweig nach Prag frei geworden ist, wurde mit Herrn Habbiuer. Dr. .1 o s p e hc.-ctzt. Ber iii>»iiiiilVliteIitiiiio am Wendepunkt? Die Frage der Berufsumschichtung ist oft untl immer wieder in der jüdischen Öffentlichkeit erörtert worden. Das Für untl Wider hat allzusehr diesem Phänomen an sich gegolten, ohne richtig zu erfassen, daß es sich nur um einen üb ergang, nur um die Überführung von einer zur andern soziologischen Situation handelt. Und selbst bei genügender Berücksichtigung dieses Zwischencharakters ergibt sich außerdem die Schwierigkeit, daß sich die Ausgangssituation dauernd ändert. In den-Richtlinien des Zentralausschusses für Hilfe und Aufbau zur jüdischen Berufspolitik standen im Vordergrund der berufspolitischen Tendenz Berufstimschichtung und wirtschaftliche Einordnung. Die jetzige Situation^ zwingt uns ..nunmehr, das funktionelle Verhältnis dieser beiden Hauptpunkte zueinander zu prüfen!an den praktischen Ergebnissen von f ünfcinviertel Jahren öffentlicher Berufsumschichtungsarbeit. Nicht soll geprüft -werden, welche Aufgaben Behörden, Organisationen und Bünde erfüllt oder nicht erfüllt haben, sondern es wird versucht, die Notwen- . digkeit einer zielmäßigen Ausrichtung jeder jüdischen Umschichtungsarbeit alternativ im zionistischen oder im deutsch-jüdischen Sinne festzustellen. Mit anderen Worten: •-'."' Vor dem Entschluß zum neuen Berufe steht die weltanschauliche Entscheidung. Ungültig wird die Lesart, die bei der neuen Berufs- . ausbildung die spätere Ausübung sowohl In Deutschland als im Ausland als auch in Palästina verspricht. Ferner übersah die bisherige Erörterung allzusehr, daß dies Experiment einer vollständigen Unigliederung so umfangreicher Kräftemasscri immer wieder der prinzipiellen Nachprüfung bedarf. Die Tatsache, daß Bcrufsumscliichtung zwar für die Gegenwart und die jüngste Vergangenheit außerordentlich, interessant ist. daß aber der Bcrui'stuuschichfiuigsakt au Wichtigkeit weit zurücktritt hinter der Möglichkeit der Ausübung des neuervvorbenen Berufes. ist allzuoft übersehen worden. Die Freude und Genugtuung über die Unlcrbringungsniöglichkeiteii so vieler Menschen, die sich nicht mehr zu helfen wußten, in Unisehichtiiiigsvorhabcii. befreit nicht von der viel . schwierigeren Aufgabe, den gleichen Menschen I.cheüsmöglichkcitcu im neuen Hernie zu schaffen. ücruf.suuischichluug ohne ideologisches Ziel-hatte, als Hilfsaktion der Gemeindestellcn. einen bestimmten Sinn, der ihr auch — als Noviim auf diesem Gebiete — bleibt: nämlich den der Arbritsl'iirsorgr. Die Massen der berufslosen und gefährdeten deutschen .luden wurden durch die Bcnifsumsrhichtuiigsiiiilcrnclimiiugcn aufgefangen und vor einem chaotischen Abgleiten bewahrt. Der Trost dieser .Menschen war die Möglichkeit, die geringe Chance, etwa nach Ö2wöchigcr Ausbildung als Hilfsarbeiter nach'den Bestimmungen der Beichsanstalt für Arbeitslosenversicherung und Arbeitsvermittlung vermittelt werden zu können. Dies war sicher nur eine kleine Chance, die außerdem noch tlie Gefahr in sich barg, daß die Rückkehr zum Verdienst das einzige Ziel wurde, verleitend-zur Kundenarbeit und zu sonstigem unlauteren Wettbewerb. Denn es fehlte die Ergänzung einer geistigen und gesellschaftlichen Umschichtung, die aHein eine Degradierung des neuen Berufes zur „Geldquelle um jeden Preis" verhindern konnte. Die Tatsache, daß jeder, der auf irgendeine Weise etwas verdienen konnte, vom neugewählten Berufe absprang, mag Zeugnis für das Gesagteablegen. Der schöpferische Akt vollständigen Abschlusses mit der Vergangenheit und des ehrlichen Neu-beginnens ist denen, die nur aus wirtschaftlicher Notwendigkeit ohne weltanschauliche Bindung umschichteten, nicht gelungen. Die Berufsumschichtungsarbeit an solchen Menschen, d.h. ohne Ausrichtung auf ein den Berufswechsel rechtfertigendes ideologisches Ziel, wird stets eine teure und auch schwer zu dirigierende Form eines 'wirtschaftlichen und seelischen Überbrückungskredites sein. Denen, die mit dem Ziele ..Palästina" umschichteten, gab dieses Ziel den Fundus au moralischen und gesellschaftsbildcnden Kräften, den eben beschriebenen schöpferischen Akt zu vollziehen. Anders im deutschjüdisehcnK reise. Wenn die deutschjüdischen Organisationen den Sinn der erschütterten Existenzen und die Bereitschaft zum wirtschaftlichen und gesellschaftlichen INeubeginn richtig verstanden hätten, so wäre es unmöglich gewesen, diese Bereitschaft einer in Bewegung geratenen' Menschengruppe ungenutzt vorüber zu lassen, ohnedie Umstellung als Ziel, als ganz-neu.es Mittel einer sinnvollen Einordnung aufzugreifen. Der neue deutsche Staat, der in prägnantester Weise dem Arbeiter einen neuen Adel verlieh, wäre das beste Beispiel dafür gewesen. Gewiß, die Struktur des deutsch-jüdischen Kreises war — im besten Sinne — durchaus bürgerlich und unter normalen Umständen solchen Erwägungen schwer zugänglich, aber wie sehr fraglich war und ist die Erhaltung ihrer bürgerlichen Existenz, untl wie wenig normal sind die derzeitigen Lebensbedingungen für sie. Das Aufgreifen der Bcrufsumsehiehtungsbewegung — und eine solche gab es fraglos — im deutschjüdischen Sinne wäre den vielen, die in der deutschen Heimat fest verwurzelt sind, eine richtunggebende und auch zukunftsfrohe Zielsetzung gewesen und hätte die Träger der Bcrufsumschichtimg als Former und Gestalter einer neuen deutsch-jüdischen Gesellschaft mit besonderer Mission ausgestattet und gekräftigt. ' Dies ist versäumt winden. Die Situation ist heute bereits wesentlich anders. Die Lösung des Problems muß also anders versucht werden. Die Schwierigkeiten der deutsch-jüdischen Situation, die alle vorhandenen Kräfte auf anderem Felde bindet, führt zu" eineui Vcivieht auf den umschichtenden Menschen als Gestalter eines neuen deutsch-jüdischen Typs und zu einer Beschränkung auf das Bemühen, ilic vorhandenen Wirtsrhaftsposilioi.cn zu halten und auszubauen. Allerdings besteht hierbei die Gefahr, daß der riiertritl zur manuellen Tätigkeit, der im Berufscntschluß mancher, sehr uiizionistisch"er Schulentlassener vollzogen wird, wieder zurückführt über den selbständigen Handwerker zum Betriebsherrn und V erkäufer, soilaß <lie für die tlcutschjüdische Position so wichtige Schichl'dcs reinen und zeitlich andauernden körperlich schaffenden Arbeitnehmers wieder gefährdet ist. Die Erhaltung dieser in ungewohnte Bortifsbezirke vorstoßenden Jugendlichen wird eine der vornchmKten Aufgaben deutsch-jüdischer Berufspolitik sein müssen. Im folgenden sei ungefähr die BeViifsumschichfuiigsarbcil für den jetzigen Zeitpunkt skizziert, durchaus ohne Anspruch auf Vollständigkeit und .im Bewußtsein der immer währenden Veränderlichkeit. In erster 'Linie wird es zweckmäßig sein, die Berufsumschichtungsarheit, die mit dem Ziele Palästina geleistet wird, den zionistischen Organisationen bzw. dem liechajuz allein zu übertragen. Hierdurch wird der behördliche Apparat eingespart, der im Falle der Chaluzim lediglich doppelte Arbeit leistet, ohne irgend eine Verbindlichkeit oder Verantwortlichkeit für die Überführung nach Palästina eingehen zu können. Auf «1er deutsch-jüdischen Seite wird tlie Berulsuiusehichtuug erheblich zurücktreten hinter einer A u sw e i t it u g des zur . Verfügung stehenden. Wirt- Schaftssektors. Die Verwendung der vorhandenen Mittel als Kredite erhaltbarcr .oder aushaufähiger Unternehmen werden der soziologischen Struktur dieses Kreises am ehesten gerecht. Eine sinnvolle Ausnutzung, dieser Kredite bestände noch darin, daß man sie. die meistens ä fmid perdu gegeben sind, mit bestimmten Auflagen ansstattet. wie z. B. die Einrichtung privater Lehrwerkstätten, die erfahrungsgemäß von den Uchörifeif anerkannt werden, wenn sie hu Anschluß an größere Betriebe eingerichtet werden, ferner tlie von den Gemciiidcstellcn zugewiesenen Lehrlinge später ins Arbeitsverhältnis zu übernehmen", eine bestimmte Anzahl jüdischer Arbeitnehmer einzustellen usw. Schließlich wäre notwendig, die Kerufsuinschichtnngsarheit der Gcincindcstellen auf solche Maßnahmen zu beschränken, die eine sofortige Vc.niuttliingsiiiliigkcit der l ingrscIiichteU'ii ■ wahrscheinlich machen.. Die \ erinittliuigsfähigkcil läßt sieh stets aus den Statistiken der Arbeitsnachweise herauslesen. Als Vergleich-gelte nur der außergewölui—— liehe Bedarf an Malern und Anstreichern, der sich in der vergangenen Saison bemerkbar machte, l ud ferner - verblieb den jüdischen Behörden als wichtigstes Gebiet tlie A j-b e i t s f ü rso r g e. tlie tlie Einrichtung von Vorhaben zur Aufnahme wirtschaftlich Gefährdeter und zur Vorbereitung berursunreifer Kräfte umfaßt. - Wenn <lcr_Ze u t r a I a u ssch ti ß für llilTe n n d A u f b a u sieh in Punkt <> seiner llichllinien die genaue EiToischunng .untl Schaffung späterer Brrtifseinordiiuiigsmöglii-hkcileu zur Aufgabe macht, muß diese Erforschung auf die-dauernden Schwankungen, denen ein solch labiles Experiment wie die jüdische Bcrufsiunschichtuiig naturgemäß unterworfen . ist, ausgedehnt werden. Der Zentralausschuß wird hierbei an der notwendigen weltanschaulichen Anstrich-" tung dieser soziologischen Erscheinung nicht vorhergehen können untl seine Maßnahmen an dieser Ausrichtung mehr als bisher orientieren. Der Obergang von der „absoluten" zur weltanschaulich „gebundenen" ßerutsumschschtung und die klare Trennung von den Maßnahmen c\cr Arbeitsfürsorge würde die im gegenwärtigen Zeitpunkte, zu leistende Arbeit'außerordentlich befruchten. Vom deutschjüdischen Standpunkte aus gesehen, kann die Umschichtung nur, wie bereits gesagt, tlcr Weg zu neuer, sinnvoller Eingliederung sein. Dabei' .sind uns ganz bestimmte Wege vorgeschrieben. So wird z. B. Kurzausbildung in einem Handwerk niemals-einen Handwerker hervorbringen, , sondern nur den angelernten Arbeiter. Zur handwerklichen l/mhildung wird die Hilfe tles fertigen Handwerkers, tlie Schaffung von Lehrstelleu., tlie den gesetzlichen Anforderungen genügen, notwendig sein:. Die öffentlichen Stellen; als Treuhänder-'der zur Verfügung stehenden Mittel, haben bei tler Vergebung von Krediten die Möglichkeit, zulässigen Druck in . dieser 'Richtung auszuüben. Wichtig wirtl ferner die Berufswahl sein. Für denjenigen, tler in Deutschland bleiben wirtP— und das darf keine Frage der wirtschaftlichen, sondern eine der seelischen [Notwendigkeit sein — wirtl «las eigene Interesse und die Eignung stets in Einklang zu bringen sein mit dem tleulschjütlisch gesehenen volkswirtschaftlichen Bedarf. Hierzu brauchen .. wir eine außerordentlich genaue W i r I- Schafts- Ii Ii cl Bc r ti f sgeog i-a p Ii i e-ilcr tleiil-. scheu Juden. . In diesem Augenblicke .stehen' die praktischen Ergebnisse der .Berufsiimschiehliuig zur öffentlichen Debatte. Aber eines ist zu sagen notwendig: Der Einzelne kann nicht ..umschichten". Soll •las Uinschichtungswcrk für die deutsch-jüdische He-" wegung nicht verloren "sein. M.r_gilt es in erster Linie, den Übergang zum Handwerker, zum ungelernten und Industrie-Arbeiter'zu unterbauen durch den gemeinschaftlichen Übertritt in ilie neue geistige, gesellschaftliche und in Lebensform und Lcbcnsäiißeriing so fremde Sphäre. Erst der G I e i eh sc Ii r i 11 d e r Vielen würde auch 'dein deutschen Judeii die Kraft geben, über den schwierigen Kampf uin's tägliche Brot hinweg einer Neugliederung der deutsch-jüdischen Gesellschaft ideelle Berechtigung und Beständigkeit zu geben. — T- LOGENHAUS KLEISTSTRASSE 10 Bußtag, Mittwoch, 21. November, abends 8 Uhr £ditft HewnUadt-ÖQttiHQtn BIBLISCHES SCHICKSAL Beer-Hof mann: Aus „Der junge David" und Dichtungen von Ben-Cnotin, M; Blank, A. Silbergleit, M. Sturmann, H. Zuckermann Kitten zu RM. 1.— und 2,— (bei KChtztltlgtf Bettcllunc numrilcrl) sind in haben beim Hauswirt des Untenhausesv bei Hedem, Dahlmannjlr. 8. Seblldberfar, Plemburger Str.. Ptillo-Verlaj. Pariser Str. 44. Robin Mail, Pestalozzisir. IS