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Jüdische allgemeine Zeitung · 1934-11-14 · 89 (14.11.1934) · page 2

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
14 (1934)
Issue
89 (14.11.1934)
Date
1934-11-14
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Forl-srtzunj; \oa der 1. Hr.Hr KfuJrtion der Berliner Repräsentanten-Versammlung, Insbesondere von dem Repräsentanten, unserem lieben Freunde und Mitarbeiter Robert Hirschfeld ausgegangen ist. Wenn .in diesen Tagen an die Deutschen das Wort gerichtet wurde, daß nicht das Volk zum Ruch, sondern das Buch zum Volk kommen müsse, so haben ■wir Juden das unermeßliche Glück, seit Anbeginn unserer Gemeinschaft ein Ruch dus unsere zu nennen, «las aus der Mitte des Volkes hervorgegangen und, wo auch immer Juden gelebt haben, ihnen nie verloren gegangen ist. Ober den Wert der neuen Übersetzung kann nach der ersten flüchtigen .Überprüfung noch' nicht"geurteilt .werden: eleu einen Vorzug aber hat sie gewiß, .daß sie in. schlichter, volkstümliche^- Sprache gehalten ist. Bemerkenswert und erfreulich ist übrigens, daß hier eine Zusammenarbeit von Gelehrten aller Färbung unil jüdischen Weltanschauung stattgefunden hat. Man darf also hoffen., daß die Cber- «erzung Gemeingut aller jüdischen Kreise werden wird. Die Reichsregicrung bat ein Gesetz erlassen, welches die 5 f f c n t J i c h e. S a in m e 11 ä t i g k c i t regelt. Bedeutungsvoll ist eine besondere Bestimmung, wonach die ö f f eirt I i c h e . Mitglieds Werbung für Vereine dann genehmigungspflichtig ist. wenn die Mitgliedschaft keine persönliche Mitarbeit an den Voreinszielen, sondern lediglich dazu gedacht ist,'die Vereinskasse zu füllen. Die großen religiösen Organisationen des deutschen Judentums und besonders unsere r eligiös - lib e ra le Ve r-ei n igung darf und wird nur_ auf ^olche Mitglieder rechnen, -die lediglich mitarbeiten an der religiösen Wiederbelebung des deutschen Judentum». Rein zahlende Mitglieder haben wir nie brauchen können und können wir Iigute weniger denn je brauchen. Arbeitendie Ortsgruppen richtig, wie es ihre Pflicht ist, so ist die Aktivierung jedes einzelnen Mitgliedes in Haus, Lehrhaus und Gotteshaus eine selbstverständliche und erste Aufgabe. Darum müssen unsere Ortsgruppen, mehr denn je auf die - Erfassung jedes einzelnen religiös-liberalen jüdischen Menschen bedacht sein, damit unsere Vereinigung nicht nur "ein Irlkasso-Institut für Beiträge, sondern eine Heimstätte liberaler jüdischer Arbeit wird. Die Brofchüre des Rnndfnnkkommiflars '''!"■ - Im Verlauf dei R u n d f u n k p r o z c s s , e s . der augenblicklich in. Berlin stattfindet,' äußerte der angeklagte Staatssekretär D.. B r e d o w; er habe im Jahre -1922 eine Broschüre herausgegeben, in der er an die damalige Heichsregierung junter anderem folgende Fragen richtete: Darf der—Beamte keine freie Meinung äuficrnV Darf der Beamte seiner Abneigung gegen die Ostjuden nicht'Ausdruck gehen? Muß der republikanische Beamte Phi lose mit sein? Ist_ in der Republik die Tüchtigkeit oder die Stellung des Beamten zur Judenfrage maßgebend? Setzt seine Abneigung gegen Juden anti-republikanisrbe Gesinnung voraus? Jadenfrage im Schulunterricht Reichserziehuhgsniinister R u s t hat in seiner Eigenschaft als preußischer Kultusminister ein weiteres Verzeichnis der Lehrmittel bekanntgegeben, die im Schulunterricht über Erbkunde, Erbpflege, Rassenkunde und Bevölkeruiigspolitik als Grundlage verwendet werden können. Das Verzeichnis enthält in der Gruppe der weltanschaulichen Bücher unter anderem Rosenbergs „Der Mythos des 20. Jahrhunderts", in der Gruppe der für die Rassenkunde zugelassenen Werke Ghambcrlains „Rasse und Persönlichkeit". Zur Judenfrage werden als Untcrrichtsgrundlage aufgeführt: - .,IIandburh der Jiidcnfrage"" von Th. K ritsch, Jlasscnkunde des jüdischen Volkes'* von' Hans F. K. Günther und „Die Protokolle der Weisen von Zion und die jüdische Weltpolitik'- von Alfred Rosenberg. Claude Montefiore gegen die Lüge vom jüdifchen Mädchenhandel . London. In . der Jahresversammlung der Jewish Association for the Protection of Girls, Women and Childrep führte der Präsident der Weltvercinigung für das religiös-liberale Judentum, Dr. Claude G. Montefiore, den Vorsitz. Im Anschluß an den Jahresbericht' erklärte er, die Behauptung der Judenfeinde, der Mädchenhandel liege in .den Händen der-Juden, sei Verleumdung und Lüge. Leider sei es ■ aber . wahr, daß infolge der verzweifelten Lage der jüdischen Massen in. verschiedenen Ländern die eben eine Folge antijüdischcr Verfolgung ist, eine große Zahl junger Jüdinnen Opfer dieses Wcißeri-Sklaven-HandeU werden, wobei freilich ■ auch Juden als Händler in^-Erscheinung treten. Es sei darum von äußerster. Wichtigkeit,' d-cß die Juden sicli zur Bekfimjifung dieses 'Handels zusammenschließen. Man habe bereits schöne Resultate erzielt, "aber es könnte noch mehr geschehen, wenn die nötigen Mittel zur Verfügung ständen. Es sprachen noch Oberrabbiner Dr. .1. H. .Hertz, der Londoner Polizeirichter Claude Mullins, das Parlamentsmitglied Miss ■ Horshhlgh u. a. m. — Die Tagung fand im Hause von Frau Lionel de Rothschild statt. Die Pressestelle des'Zentralausschusses der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau teilt mit: In letzter Zeit häufen sich wieder die Fälle, in denen sich Schwindler als Sammler jüdischer Hilfsatellen betrügerisch ausgeben. Wir nehmen 'deshalb Gelegenheit, nochmals auf unsere bereits an das jüdische Publikum gerichtete Mahnung hinzuweisen, nur solchen Sammlern Geld •iu geben, die sich ordnungsgemäß ausweisen können. Jeder Werber für die Sammlungen des Zentralausschusses ist im Besitze eines -LicbtbildausweUcs. ... - - *•••-• ■'*■ ■■ ■ i» Gemeindefteuer für 1934 Neue Festsetzung der Steuerquote Durch ße*chluli der Berliner Gemeindebehörden ist die Gemeindesteuer für das Steuer jähr 1934 auf 20 o/o. der Einkommen- (Lohn-) Steuer 1933 odrr 30*0 der Vermögenssteuer 1933 Fe-1gesetzt worden. Infolge der verspäteten Cberni.Ulung de* amtlichen Materials kann die Veranlngungshenachricltttgung den Gemeindcinilglirdcrn erst . in riliigen Wochen zugestellt werden. Daher Mehl -irh der Gemrijii'riurstand gezwungen, zur Deckung der laufenden Au~»abtn dir (ji-iurindenutglieder aufzufordern, als Vorauszahlung für d;i- 4. Quartal 1934 ein.Viertel der für 1933 entrichteten Gemrindr-lriirr bis zum 20. dieses Monats auf das Postscheckkonto unserer Stmrrkasse, Berlin Nr. 9121, einzuzahlen. Die Abrechnung der für 1934 insgesamt geleisteten Zahlungen wird, aus der endgültigen Veranlagungsbenachrichtigung 1934 ersichtlich «ein. Amtsdauer des Berliner Gemeinde-Direktoriums verlängert Auf Beschluß der Gemeindeverwaltung Die Berliner Gemeindeverwaltung hat beschlossen, die Aratsdaüer de* ursprünglich bis zum 1, Oktober eingesetzten. Direktoriums zu verlängern. Das Direktorium besteht aus den Herren Direktor Heinrich Stahl, Rechtsanwalt Dr. Alfred'Klee und Moritz It o s e ii t h u I. Wahrend der Abwesenheit des Direktors Stahl; der eine lungere Orientreise angetreten hat, wird er im Direkt oriun. der Berliner Jüdischen Gemeinde von Kammer- "ciichtsrat u. D. I-eo Wolf f vertreten. Für chriftlidh-jüdilViie Verltniidigimg Auffehenerregender Artikel des Jefuitenpater Bichlmair in der „Reichspolt" Wim. Der bekannte Joui Impftier G. ß l e h 1 in a j r hui in drr .,Ikirhspo»t" einen aufsehenerregenden Artikel über dus Thema .,(• h r i s t en und Juden" veröffentlicht, in dem er im Gegensatz zu der in dem Buehc des ehemaligen Unterrichtenliuistefs (.'zerniuk vorgeschlagenen provisorischen ..Ordnung in der Juden- Frage'' Für eine endgültige Losung' dieser Krage durch brssere> Einanderkriiiienlernen eint rill. Im Anschluß an diese Ausführungen kündigt Pater Bichlmuir dus Erseheinen einer neuen, christlich-jüdischer Verständigung dienenden Zeitschrift „Die Erfüllung" an. .;,Die Juden", schreibt der Verfasser, „müssen .pich ein für allemal -klarmachen. . daß es zu wenig ist, in der Märtyrerrollc müßig darauf zu warten, daß die Christen in christlicher Nächstenliebe auf jeglichen Antisemitismus einfach verzichten. Den Christen darf es nicht aus dem Bewußtsein verschwinden, daß es für die Angehörigen eines Volkes schlechthin untragbar ist, als Mcn-chen zweiter Klasse zu gelten. Einander verstehen heißt nicht nur ein scharfes' Auge haben für die beiderseitigen Fehler und Mängel. Im Gegenteil; erst dann wird sich ein Mitmensch, ein Mitvolk verstanden fohlen, wenn ich sein gutes Wollen und seine tatsächlichen Leistungenaufrichtig anerkenne und gelten lasse. Selten liest man in jüdischen Schriften etwas von Anerkennung, geschweige denn von Dank für die hervorragenden Leistungen der" christlichen Völker, denen sie doch in hohem Maße ihren wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Aufstieg verdanken. Selten bringen Christen die Objektivität und Selbstlosigkeit auf, ehrlich anzuerkennen, daß auch Juden auf den verschiedensten Gebieten wirklich Großes geleistet haben. Selten finden jüdische Stimmen Töne der Anerkennung dafürt daß wir Christen die Schöpfer und geschichtlichen Ahnen ihrer Nation als heroische Gestalten und Heilige verehren. Selten sind Christen bemüht, die hervorragenden Züge im jüdischen Charakter gelten zu lassen oder, wenn sie es schon tun, kaum anders als in einem Vordersatz, dein dann ein Nachsatz mit Aber folgt, der alles Zugestandene doppelt und dreifuch widerruft. Selten bekunden die Juden Einsicht und Weitherzigkeit genug, daß sie mit Achtung und Hochschätzung von der chrigtliehen Religion sprechen' und schreiben würden. Selten zitieren Christen aus dem Talmud etwas anderes uls lächerliche und belastende Stellen, als olr sich in ihm nicht auch viel religiöses und ethisches Gut fände Sehen bringt ein Jude deii Mut und die Objektivität auf, die herrliche Gestalt Jesu Christi wenigstens ihrer menschlichen Seite nach ehrlich zu würdigen und hochzuschätzen. Selten wagt es ein Christ, dem jüdischen Volk deswegen Achtung und Anerkennungsbereitschait entgegenzubringen, weil es einst von Gott so hoch auserwählt war und der" Welt den einzigen wirklichen Heiland geschenkt hui. Gar manches noch ließe sich anführen, aber das Gesagte genügt schon, um zu zeigen, daß hier Versäumtes na c h - z u h o 1 c n . daß im gegenseitigen geistigen Verkehr zwischen Christen und Juden eine heilsame Änderung möglicli und notwendig ist. Ich habe damit auch die Ziele und Aufgaben gezeichnet, denen ein Unternehmen dienen will, das in diesen Tagen ins Lehen tritt. Das Wiener Pauluswerk will mit seiner eben erscheinenden periodischen Publikation ..Die Erfüllung': 'Reinhold-Verlag, Wien-Leipzig) einer Begegnung der Juden mit dem Geiste Jesu Christi und einer Begegnung der Christen mit der Sendung Israels dienen". Sie „bekennt sich", wie der -Vorspruch sagt, „zum Primat des Geistes. Sie weiß, daß die Entscheidung der Geschichte im Geiste und nirgendwo anders fällt, daß ans unserer Not kein Ausweg ist als geistige Wiedergeburt". Sie will das verborgene Sein des Judentums ans Licht bringen. Sie wird von der göttlichen Wahrheit und der menschlichen Erhabenheit der Bibel sprechen; von Weisheit im Talmud und Von chossidischcr Frömmigkeit. Sie wird, den. großen Anteil auch des heutigen Judentums ara modernen Geistesleben - prüfen." „Meidet den Juden!66 Julius Streicher gegen den Einkauf in jüdischen Geschäften Bielefeld. Das ,,NS-Volksblatt für Westfalen" berichtet über eine Rede, die' der Gauleiter von Niederfranken, Julius Streicher, bei einer Kundgebung der deutschen Arbeitsfront und der NSDAP in Gütersloh gehalten hat. Julius Streicher, der in dem Bericht als .,dcr Schrecken Alljudas" bezeichnet wird, wandte sich u. adagegen, daß Nationalsozialisten in .Westfalen noch .in jüdischen Geschäften einkaufen. In diesem Zusammenhang führte er, dem Bericht des „Volkshlatts" zufolge-, aus: r,Wus weiß man hier vom Juden? . . . Die meisten gehen beim Einkauf un den christlichen Geschäften vorbei und kaufen beim Juden. Es gibt hier selbst Menschen, die sich nicht schämen, mit dem braunen Hemd oder mit einem Abzeichen zum Juden zu laufen* Wenn das bei mir in Nürnberg einer wagen Würde, so w ürde er angespuckt. Wir haben bei uns - den Arbeiter so aufgeklärt, daß er den Juden erkannt hat. * In Nürnberg prophezeite man durch den Kampf gegen die jüdischen Geschäfte neue Erwerbslosigkeit. Das Gegenteil ist gekommen. Mai» bat den Juden genommen, was sie uns gestohlen haben, und den Christen haben wir wieder ihr Recht gegeben. Wir nehmen da drüben keine Rücksicht. Wir gehe« unseren Weg geradeaus. Wenn man bei uns in einen Ort kommt, liest man auf Tafeln: „Juden unerwünscht!" In einem Dorfe steht auf einer Tafel: „Die Juden betreten auf eigene Gefahr diesen Or t". Das haben w i r nicht gewünscht.. Das haben frühere Kommunisten und Sozialdemokralen aus sich heraus getan. Wenn es so weit ist, daß ihr Westfalen dos auch allein macht, dann seid ihr in Ordnung." ..Fragt man die sogenannten Gebildeten nach den Juden, dann erklären sie: Die Juden sind genau so Menschen wie wir,- sie haben nur eine andere Religion. Ganz Gescheite sagen:. Ich kenne auch anstündige Juden. Wenn ich sagen würde: Hier auf dem Adolf-Hitler-Stadion stehen auch anständige Westfalen, dann würde ich sie beleidigt haben. Im frommen Münsterland gibt es Leute, die glauben, wenn sich der Jude taufen ließe, dann sei er keiner mehr. Man kann den Juden jedoch eine Stunde lang in warmes Taufwasser halten, er bleibt doch derselbe Jude." Gauleiter Streicher fuhr dann fort: „Und wenn man sagt: Die ersten Juden kamen mit den Römern nach Deutschland und sind also schon sehr - lange - im Lande, dann hätten die Schwarzen, die mit den Franzosen an den Rhein kamen, .auch Deutsche werden müssen. Wir Nationalsozialisten aber erklären: Das Blut macht die Rasse." Der Redner befaßte sich sodann mit der Frage der Rassenmischung und zog eine Parallele zwischen der Geschichte des Buches Esther und der Zeit vor der nationalen 'Erhebung fn Deutschland, wobei er erklärte: „Die vergangenen 14 Jahre kann man kennzeichnen: Die Hand Judas ruhte schwer auf dem Volke; denn es wurde den Juden zinsbar gemacht. Wir hatten in den' letzten Jahrer« ja nur-die Zinsen für die jüdischen Ausbeuter zu zahlen, und es dauert seine Zeit, bis wir das wieder gutgemacht haben. Draußen in der ganzen Welt hat der Jude den deutschen Waren Boykott ungesagt. Zieht daraus die Konsequenzen. Beweist, wie wir in meinem Gau, den Antisemitismus der Tat. Meidet den Juden und haßt ihn!" Am Prominententifch „Mit Juden Arm in Arm." i Dortmund. Die „W estfälische Laudcszeituug Rote Erde" veröffentlicht unter der Uberschrift „Mit Juden Ann in Arm. Bedauernswerte A'olksgcnossen, die zwei Jahre geschlafen haben" folgenden Bericht aus N i c d c r mo r 5 b c r g: „Niedermarsberg kann den traurigen Ruhm für sich in Anspruch nehmen, auch heute noch in bezug auf Juden in Deutschland prozentual an dritter Stelle zu stehen. Mun braucht sich daher liier tatsächlich über nichts mehr zu wundern. Noch im Sommer dieses Jahres war der Fall zu verzeichnen, daß un einem Kinderschützenfest der hiesigen Schulen jüdische Kinder mit Duldung eines katholischen Rektors nicht nur das Fest, selbst, sondern auch den Umzug durch die Stadt mit Hakenkreuzfähnchen mitmachen durften! Nachmittags saßen dann auf dem Schützenhof die christlichenX.ehrer und Geistlichen mit dem Rabbi Meyerhoff am „Promincntcntisch" ' friedlich beisammen. Daß bis heute noch an der hiesigen höheren Lehranstalt Tcilfreistellen an jüdische Kinder vergeben werden,- sollte man ebenfalls nicht für möglich halten. Die jetzt neu eingesetzten nationalsozialistischen Stadträte haben allerdings sofort einen Beschluß zur Streichung dieser jüdischen Freistellten. herbeigeführt. Weiter: An jedem Samstag benutzen die jüdischen Jugendlichen aus Niedermarsberg die Klassenzimmer der deutschen Schule an der PauHnenstraße zu Zusammenkünften und sportlichen Übungen, bis endlich auch hier im Stadtrat' ein entsprechender Antrag die Beseitigung dieses Ubclstandcs forderte. In dieser Schule, also einer städtischen Anstalt, wohnt übrigens heute noch der vorbenannte Rabbiner. Weiterhin ist es in Nicdermarsberg möglich, daß eine Lehrerin in der Schule deutschen .Mädels,die im BdM. sind, j ü d i s che K 1 a s sc n ge n o ss i n ne n a 1 s V o r b i 1 d e r hinstellt! Schließlich seL noch erwähnt, daß christliche Lchrpersonen aus Niedermarsberg nichts darin linden, wenn sie am hellichten Tage mit geschultertem Gewehr gemeinsam mit dem jüdischen Holzgroßhändler Traugott zur Jagd pilgern. Es dürfte unseres Erachten* die allerhöchste Zeit sein, daß diesen Lehrern beigebogen wird, wie sie sich als Erzieher deutscher Kinder in der Öffentlichkeit zu betragen haben." Freude im Winter. Die Jüdische Gemeinde zo Berlin, Abteilung . Winterhilfe, veranstaltet auch in diesem Jahre unter dem Motto: „Freude im Winter" Konzerte, Bunte Abende. Filmvorstellungen und Kindernachmittage bei freiem Eintritt für ihre Hilfsbedürftigen. Die erste Veranstaltung findet am 17. November in der Synagoge Fasanenstraße statt. ■ ' i Teppichhaus Zentrum, C 2 Spandauerstr. 28 Tappich« Jeder Art. Läufer. Vorlasen. Steppdecken. Gardinen. Keine Aufmachung — niedrige Preise

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