Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 14 (1934)
- Issue
- 88 (7.11.1934)
- Date
- 1934-11-07
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Es wird gemeldet] ■ Die Bibliothek des großen Berliner Literarhistorikers Erich Schmidt kommt jetzt zur Auflösung. Die wertvolle Büchersammlung war nach Erich Schmidts Tode in den Besitz Rudolf Mos s es übergegangen, und sie war zwei Jahrzehnte lang fü.- die Benutzung durch die Gelehrtenwelt offengehalten worden. . - * ■ •Der Präsident der R e i c h s.k n j l u r k a m m e r hat die'alttcstamcntarischeii Texte in Handels Chorwerken einer Prüfung, unerzogen und entschieden, daß sie zu Beanstandungen keinen Anlaß geben. * ■ Reichsarbeitsminister Seldte hat eine n e u e P r ü f u n g s - Ordnung für Krankenkassenangest eilte in Preußen erlassen. Eine Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung ist die arische Abstammung. Das Prüfungsgebiet umfaßt unter anderem auch allgemeine Kenntnis der Staatsbürgerkunde (natio- . nalsozialistische Weltanschauung), der Rassenkunde sowie der Rassen- und Erbgesundheitsfrage. * ■ Der planmäßige außerordentliche Professor für Scniitistik an der Hamburgischen Universität, Prof. Dr. Arthur S c h u a d c , den die Haraburgisclie Regierung auf Aiiforderung der ägyptischen Regierung vom 1. November 1930 ab zur Wahrnehmung der Professur für semitische Sprachen an der ägyptischen Universität Kairo beurlaubt hat, hat seine Lehrtätigkeit an der Hamburgischen Universität wieder aufgenommen. * ■ Nach einer .Meldung aus Warschau wird voraussichtlich einer der zu ernennenden fünf Vizebürgermeister der jüdische Stadtrat Maurucy Meisel sein. * ■ Wie in einem soeben veröffentlichten Bericht der llebrew Sheltering and Immigrant Aid Society (Hias) mitgeteilt wird, sind in der Zeit vom 1. Januar bis 30. September 1934 von 5048 nach Amerika eingewanderten Juden etwa 50 » o aus Deutschland gekommen. ■ Nach Meldungen aus Wien wurde drr Präsident der Wiener Israelitischen Kulturgemrindc, Dr. Desider Fried mann, in den neu konstituierten österreichischen Staat ».rat berufen. Zum Mitglied des gleichzeitig eingesetzten Kulturrats' wurde der jüdische Celehrte und langjährige Direktor der Wiener Universitälsbibliothek, Professor Dr. Salomon Frankfurter,, ernannt. _ ■ Wie aus Bukarest gemeldet wird, haty die Generalversammlung der Nationalen Vereinigung ehemaliger Kriegsteilnehmer es abgelehnt, alle jüdischen Mitglieder aus zu - schließen, da ein solcher Schritt unvereinbar sei mit den Grundsätzen echter Kriegskameradschaft. ■ Anläßlich der 11. Wiederkehr des Jahrestages der Verkündung der Balfour-Üeklaralion,' die Palästina als jüdische Nationalheimal erklärt hatte, kam es in verschiedenen Städten Palästinas zu - j u d e n f e i n d 1 i c h r n K u n d g e Ii u u - gen der arabischen Bevölkerung. ■ In der Salouikicr Vorstadt Nea|Kilis ist es zu j u d <• n - feindlichen Ausschreitungen gekommen. Dabei wurde der Apotheker Moisc' schwer mißhandelt. Ferner wurde ein Stcinhoinhardcmcnt gegen e i ti c jüdische Schul e eröffnet, die erst vor kurzem errichtet worden war. » ■ Das Preisau>schrcibcn für das beste literarische. Werk, in dem die Nutnrscliönheiten, Kunstschätzc und die Stellung Italiens als Touristcnland beschrieben werden, wurde von dem jüdisch-amerikanischen Schriftsteller I.. Untc. rmeyer gewonnen. Kampf gegen die Arbeitslosigkeit Die Zentralwohlfahrtsstelle der Deutschen Juden ^veröffentlicht im Auftrage des Zentralausschusscs der Deutschen ..Juden für Hilfe und Aufbau folgenden Aufruf: ' . DieblaueBeitragskartefürHilfeundAuftau stellt im Monat November die Arbeitsvermittlung in den Mittelpunkt ihrer Werbung. Zahlreiche jüdische Existenzen sind in den letzten - Jahren schwer betroffen worden; viele tüchtige Kräfte wurden -nach jahrelanger Tätigkeit entlassen; viel Not ist über fleißige, arbeitsfreudige Menschen gekommen. Helft uns, sie wieder in das Wirtschaftsleben einzureihen! Helft uns, ihnen wieder ein erfülltes Dasein zu schaffen! Helft uns, ihrem Leben wieder Sinn zu geben! Die Regierung hat durch die Anordnung vom 28. August 1934 über die Verteilung von Arbeitsplätzen eindeutig klargelegt, daß es ihr jetzt nicht nur auf die Einstellung von - Arbeitslosen ankommt, sondern darüber hinaus zunächst auf. Einstellung von Kräften, die lange erwerbslos sind, die' in vorgerücktem Alter stehen, die Familien zu versorgen haben. Auch wir Juden müssen es .uns zur Pflicht machen, in erster Linie für diese Kräfte zu sorgen, besonders für unsere Familienväter, für unsere Mütter, die allein im Leben stehen ^und für ihre Kinder zu sorgen haben. Die Sorge für die junge Generation bleibt daneben bestehen.' Wir können dieser Aufgabe nur voll gere'cnt werden, wenn unsere behördlich ge^iehmigten Arbeitsnachweise so ausgebaut werden, daß sie in der Lage sind, die Arbeitslosigkeit nach besten Kräften zu bekämpfen, und die jüdischen Arbeitgeber über ihre Pflicht voll aufzuklären. Wer mit uns den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit aufnimmt, stützt unser Werk. Die Erfüllung dieser Aufgabe ist daher die vornehmste Pflicht eines Jeden, der noch in der Lage ist, zu geben. - Bvwerbt die blaue Beitragskarte für Hilfe und Aufhau! sei auch der Monotheismus und die Schöpfungsgeschichte ent- , standen, die durch Träger der Megalilhkultur den I lebräcni über-. mittelt worden sei. Um 680 v.Chr. hat ein großes Mcgalilhvolk Westeuropa und Nordafrika, wo sich das Meer Atlantis befunden habe, wie . neuere Ausgrabungen zeigten, bewohnt, und »eine Verbreitung erkläre die Übereinstimmung der Schöpfungsgeschichte einer etruskischen Quelle (Nord-Wcst-Afrika) mit der der Bibel und der eines südchinesischen Volkes. Veran Haltungen des religiös-liberalen Vereins Der Religiös-liberale Verein für die Angelegenheiten der Jüdischen Gemeinde XU Berlin, Bezirk Norden, veranstaltet Montag, den 12. November, 20 Uhr, in der Liberalen Synagoge Norden, Schönhauser Allee 162, einen Gemeindeabend. Es sprechen das Mitglied des Gemeindevorstands Moritz Rosenthal Ober „Zwei neue Wego zum Aufbau" und Rabbiner Dr. Cottichalk. Cello: Dr. Fritz Ball. Harmonium: Alfred Ldwy. Die Bezirksgruppe Oberspree veranstaltet Donnerstag, den 15. November, 20 Uhr 30, im Restaurant „Hubertus", Obcrechäneweide, Rödernstraße 15, einen Vortragsabend, bei dem' Wilhelm Crictz, Mitglied des Vorstandes der Jüdischen Gemeimle, über „Jüdische Probleme der Gegenwart" sprechen wird. Anschließend geselliges Beisammensein. Baron Edmund de Rothschild geftörben Paris. Am vergangenen Freitag ist im Alter von nahezu 90 Jahren in seiner Wohnung in Boulogne-siir-Srine da» älteste . Mitglied der Bankierfauiilie Rothschild. Bnron Kdinond de Rothschild, gestorben. Der Verstorbene War der letzte Sohn des Barons James Rothschild. Er hinterläßt zwei Söhne, nämlich den französischen Senator Ilaron" Maurice de .Rothschild und da» Mitglied des englischen Oberhauses. Baron James Rnthsrhild. Der große jüdische Philanthrop hat sich in großzügiger Wri»r für dai Palästina-Aufbauwerk eingesetzt und war seit Gründung der Jrwish Agenry deren Ehrenpräsident. Neben der Paläsliim- Arbeit hat llurou Edmund de Rothschild die socialen und kulturellen Aufgaben aller großen jüdischen Verbände in großzügigster Weise gefördert. In den letzten anderthalb .Uhren Inn er für das Wohlfahrtswcrk zugunsten der nach Frankreich ausgewanderten Juden außerordentlich hohe Summen aufgewandt. Die Finanzierung der Arbeiten de. Pariser Hilfskomitees war eine Zeillang fast ausschließlich durch ihn durchgeführt worden. Grundfafze zur Kalfenpolitik Dir Lciicr lies Rassrnpolilischrn Amtes der NSDAP., Dr. - Gross, hat dieser Tugc den in Berlin »eilenden asialiarhru Studenten ein Ilitit der Aiiffas-iiiigrn und Maßnahmen entrollt, ilie das neue Deutschland -mit dem Gebiet drr llassrnpnlilik in Allgriff ^genommen bat. Dr. Gross führte u. a. uus: Meist uns politischen Gründen, aber ihm Ii zum Teil-»iis wirklichem Niclin erstehen, hat man dem iieüen Deutschland den Vorwurf griuuclit, es »ei überheblich mnr benutze sehn' Rassenlehre dazu, um andere Völker und Kulturen als minderwertig herabzusetzen. Dieser Vorwurf treffe nicht zu. Die Frage, nli irgendein Volk uder irgendeine Hasse 'oder irgendeine - Kultur wertvoller sei als eine andere, habe mit 'den Anschauungen des Nationalsozialismus nichts zu Inn. Wenn Deutschland die besondere Art der rassischen Zusammensetzung seines Volkes wieder hochhält und schützt, so. liege darin nicht die geringste H e r a b s e t z u n g gegen u u d e r e V ö I k e r u n d R a if ne u. Do» neue Deutschland beansprucht für »ich da» Itcelil, seine» Staat und seine Kultur nach seiner eigenen Art zu gestillten.' Aller . gerade deshalb lehnt es jeden Versuch ah, andere Hassen oder Völker zwangsweise politisch oder kulturell zu ernliern, mit Gedanken, die vielleicht für uns Wert Italien, für ändrre Hassen oder Völker aber nachteilig oder schädlich , sein" können. Kür irgendeinen Imperialismus ist im rassischen Denken de» Nationalsozialismus kein Platz. __. ' „Mu(ik ilt an RalTe gebunden64 Köln. Der stellvertretende Direktor der Musikhochschule in Köln, Prnfctsoi' Dr. Unger, hat vor hundert Jungvolk fuhrern einen Vortrag über das Thema Deutsche Musik 'gehalten, den er durch Schallplatleuvorfahrungcn unterstützte. „Zum Schluß", so heißt es in dem Bericht des „Westdeutschen Beobachter", „brachte er noch eine Probe jüdischer „Tonkunst". Richard . Wagner habe einmal Resagt, die jüdische Musik sei uns naturfremd, weil der Jude uns fremd-sei. Gerade der Jude aber habe Immer wieder versucht, uns mit seiner kitschigen Selon«, und Operetten* musik erazufengen. Die von Juden importierte Jazzmusik, lühfe nach Jahren sozusagen zu einer Inner lieben .V e vn'e ge r n n g. Wieviel ernster nehme es der deutsche Musiker mit seiner Kunst. Der deutsche Tonkünstler sei geneigt, philosophisch vorzugehen, aber immer hinge er mit seinem Volkstum in der Musik zusammen. Uber; alles gehe ihm die Reinheit in der Tonkunst." „Der getarnte Jude" , Geilenkirchen. In einer Massenveis-unmfunir in Galeeiiliircbea sprach der Gauleiter van Franken, Julius Streicher, u. «. Ober "die Hintergründe des verbrecherischen Treibens an der Saar. „Wir _ glauben", so sagte er, „den Feind zu sehen und sehen ihn nicht. Nicht die Volker, nichl dos französische Volk ist unser Feind, Feind ist allein der getarnte Jude, der an der Saar Mal« Braun heißt." Auch das französische Volk sei in der Geschichte und heute mehr als je (Slnvisky-Skandal usw.) vom v8lkerzerflciscfiriiden Judentum.ausgcluiilrl und verhetzt worden. Fidelio" im K11 Itu rbiiml Jüdisch-liberales Gemeindehaus für Amsterdam Amsterdam. Die Sekretärin der Vereinigung für das religiösliberale Judentum in Holland und der Amsterdamer Ortsgruppe dieser Vereinigung, Frau F. Hcilbut-Kulkcr, ist aus Gesundheitsrücksichten zurückgetreten. Die religiös-liberale Bewegung Hollands ist weiterhin äußerst rege. In Amsterdam finden regelmäßig Gottesdienste unter der Leitung von Rabbiner Dr. J. M e h 1 c r und religiöse- Unlerrichtskurse statt. Man. arbeitet jetzt an dem Plan der Errichtung eines eigenen Hauses in.Amsterdam, das gleichzeitig als Synagoge dienen soll. Die Weltkarte der Hebräer In der Berliner Universität sprach Professor Dr. A. Her r m a n n vor der ReligionsSvissenschaftlichcn Vereinigung über „Die biblische Völkcrtafcl und die Herkunft der ältesten hebräischen Sagen". Der Vortrag bot die Grundgedanken der beiden Bücher, des Redners „Die Erdkarte der Urbibel" und „Unsere Ahnen und Atlantis". ' Aus drei alten Schriften hat Herrmann eine Weltkarte rekonstruiert, wie sie die Hebräer 950 v. Chr. besessen haben sollen. Im Mittelpunkt lag Zion, denn „jedes Volk glaubt sich im Mittelpunkt der Welt", und Asien, Afrika und Europa waren auf Sem, Harn und Japhet aufgeteilt. Diese' Karte sei verloren gegangen und nur der Text erhalten geblieben, dessen letzte Reste die Genesis zeige, die nur noch eine unverständliche Ahnentafel biete. Auf noch unsichereren Quellen fußte der zweite Teil des Vortrages, der von den Troja-Burgcn, zu denen auch der Turm von Babel gehöre, ausging, die nichts anderes zeigten als die Sonnenhahn, wie sie nur der Polarmensch erlebe. Hier im Norden 9* Nach - dem Drama um einen Propheten — die Oper einer Prophelcn-Nalur. „Höheres gibt es nicht", hat Beethoven einmal bekannt," „als der Gottheit sich mehr als andere Menschen nähern lind von lucr aus die Strahlen der Gottheit unter das Menschengeschlecht verhreiten." Auch der musikalische Ausdruck des ,,Fidelio" ist von rcligionliaftcr Prägung. Die Musik struhlt Erlösendes, Befreiendes, Erhebendes aus. Aus dem Ansatz der Liebes- und Leidensfähigkeit entwickelt sich das große Ethos vom Glauben 'einer ewigen Gerechtigkeit. Beethoven bat besonders heftige Klagen über die schlichten Opernlibretti erhoben. Zu Carl Maria von Weber meinte er bitter:.,.Immer die alte Geschichte, die deutschen Dichter können keine guten Texte zusammenbringen", und er begriff nicht, doß Mozart „solches Zeug" wie „Figaro" und „Don Giovanni" angenommen habe. Was ihn an dem Schauspiel „Leonore ou l'oinour conjugal" des Franzosen Bouilly reizte, war der ethische Kern dieses Hohelicdcs der Galtenlicbe. . „Fidclio" ist 105 Jahre alt." In diesem Zeitraum ist so viel über <lic augcnschcinliclicu Mängel des Textbuches geschrieben worden, daß es sich erübrigt, die Aufführung im Kulturbund zum Anlaß zu nehmen, die Einwände, zum x-ten Male zu wiederholen. Beethovens Töne sind zum Glück ausdrucksvoller als die Worte des Textes. . * Es war ein Abend ungetrübten musikalischen Schwelgen». Angefangen von der'spielerischen, hüpfenden Grazie der engen und kleinbürgerlichen Welt Maraellincs und Jacnuinos bis zu jener ekstatischen Vision des gefesselten Florcstan im dunklen Verließ und. der elementaren Entlodung übermächtigen Gefühls, wenn nach dem befreienden Trompetensignal Orchester und Stimmen hinreißend, überströmend sich -in Klage und Jubel vereinen. Ein Triumph des Orchesters. Ein Triumph Beines Schöpfers und Leiters Josef Rosenstock, der die reich abgestuften -Farben des grandiosen Tongcmäldes" funkeln ließ und die innerliche Dramatik der Beethovenschen Musik faszinierend interpretierte. Die Leonore ist Ruth W o 1 f f r e i m. Vornehm in Gesang und Haltung. Nicht die typische Heroine in jener Cberweiblichkek, die ans Männliche grenzt, sondern eine schlicht duldende Märtyrerin mit dem unerschütterlichen Glauben an die göttliche Vortchung. Sie verzichtet auf Virtuosität, uni von innen heraus dn» seelische Opfer zu motivieren. Ein stimmgewaltiger Floreatnii ist Hans Joachim Heinz. Siegfried Urin», donnert als Dan Pizarro mit der Miene des Thcalcrbösewirlit» seine wuchtige Rachc-Aric und hat auch in seiner Begegnung mit dem wehrlos «cfes'scllcn Florcstan, den Dolch in ilcr Hand, dio Brutalität des Teufel», wie er im Ruche steht. Walter O I i t /. k i (Kerkermeister Rocco) hot sich zwor die bleiche Forbe seines sonnenliiseu Milieus angeschminkt, ober seine humorvolle, dem I.ehen zugewandte Art nicht verloren. Auf der bürgerlichen Seite der Handlung stehen Fritzi JokI und Paul F e h e r als angenehme Repräsentanten ihres Rollenlnchcs. ... Als nach dem dithyrambischen Schwung des letzten riwile endlcsei . Beifall die. Mitwirkenden an die Ranitic rief, erschien ■ unter ihnen auch ein Mann in der grauen Gefängniskleidung der unglücklichen Opfer des bestialischen Pizarro: der Intendant persönlich-, der sich als Regisseur unter die Massen auf der llühno gemischt hatte. Es ist der Regie Dr. Singers hoch anzurechnen, daß sie es" verstanden hat, den gesanglichen und schauspielerischen Ausdruck der Solisten und de» Chors zu lebendiger Bewegtheit zu lockern und ihm nur da Storrhcit zu gestatten, wo eV der" Stilwillc erfordert. ■ Dem Abend der großen. Kunst war ein "Klcinkunslabend im Berliner Theater vorangegangen." Die Veranstaltung zeigte ein er. treuliches Aufwärtsstreben gegenüber früheren Versuchen mit dem gleichen Gebiet.' Auf dem Boden Berlinischer Dialektik und Drastik bewegten sieh mit urwüchsigem Humor und kunstreicher Interpretation Cerda LKoeppler, Hanni Ronen, lledi Haas und Annemarie Hase. Dazwischen musizierten Werner Selig-Ha«» und Heinz Fenster an zwei Flügeln. Ein östlicher Bilderbogen, von Jushny inspiriert, entrollte ernste, heiter«; utid melancholische Szenen östlichen Lebens. Der starke Beifall war wohlverdient. j E. To. •'.•"' -1 Kreditverein für Handel und Gewerbe!a. G. m. b. H BERLIN N 24, Oranienburger Str. 3 Die Bank des jüdischen Hittelstandes #