Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 14 (1934)
- Issue
- 88 (7.11.1934)
- Date
- 1934-11-07
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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2. Beilage 7. Novem ber 1934 JÜDISCHE AUGEMEDC ZCITUNG Im zweiten Jahr Die Arbeit des Kulturbundes Von Direktor HEINRICH STAHL Präsident des Kulturbundps C über ein Jahr tritt jetzt der Kulturbund Deutscher Juden täglich mit seinen künstlerischen Darl.iclun-cn vor die Öffentlichkeit. In niebr als 500 Veranstaltungen seiner Theater-. Konzcrt.- und- Vortragsabteilungen haben die rund 18 00Ö Mitglieder des Bundes Gelegenheit gehabt, den Aufbauwillc.i jüdischer Künstler auf allen Gebieten zu verfolgen. In den letzten zwölf Monaten konnte die jüdische Öffentlichkeit, die mit warmherzigem -Wohlwollen, und wo es not tat, auch mit fördernder Kritik, diesem eigenartigen und bisher einzigartigen Werke zur Seite stand, das Wachsen der künstlerischen Leistungen und den energischen Ausbau der Organistaion beobachten. Als im Sommer 1933 die heute Jährenden Männer des Kulturbundes mit ihren Plänen an die großen jüdischen Organisationen und insbesondere an die Berliner jüdische Gemeinde herantraten um sich die Hilfe der maßgeblichen Institutionen bei der Verwirklichung ihrer Ideen zu . sichern, stießen die Initiatoren des Unternehmens auf volles Verständnis für ihre Absichten. Die Notwendigkeit, dem Schaffen jüdischer Künstler eine Heimstatt zu bieten und damit zugleich dem jüdischen Publikum cine-Stätte der Kulturpflege zu errichten, wurde allseilig anerkannt und bejaht. Und doch meldeten sich Zweifel, ob es möglich sein würde, diese an sich vom kulturellen und sozialen Gesichtspunkte aus wundervolle Idee zu konkretisieren. Zuviel Widerstände schienen sich der Verwirklichung entgegenzustellen. , ° Wenn man nunmehr zurückblickt, — auf die Periode des Werbens, die nach anfänglichen Schwierigkeiten von Erfolg gekrönt war, und auf das erste Jahr künstlerischen und organisa-. torischen Wirkens, so muß alle Beteiligten Stolz und Dankbarkeit «füllen. Ein Gefühl des Stolzes, daß es jüdischer Initiative und jüdischen Energien gelungen ist, in verhältnismäßig so kurzbr Zeit ein Werk dieses Ausmaßes zu schaffen. Ein Gefühl des Dankes, daß das jüdische Publikum dem Hufe gefolgt ist, der an seinen Kulturwillen und an seih soziales Empfinden appellierte. ' Gewiß, über Mangel an auftauchenden Schwierigkeiten konnte sich der Kulturbund im ersten Jahre seines Bestehens nicht beklagen. War es schon finanziell nicht einfach, ein Theater in kurzer Zeit aus dem Boden zu 'stampfen, so war es nicht minder, schwierig, einen festen Stamm begeisterter, und treuer Theaterbesucher um diese Kunststätte zu sammeln, der das wirtschaftliche Fundament der Bundesarbeit .bildet. Nachdem der Kulturbund nun ein Jahr voller Erfahrungen hinter sich hat, nachdem aus Fehlern, die notwendigerweise gemacht werden mußten, gelernt "wurde, kann man -wohl sagen, daß die Kinderkrankheiten des GrQndungsjabres im großen und ganzen aberwunden sind. Der Kulturbund genießt in der jadischen Öffentlichkeit die Anerkennung seiner Leistungen und das Vertrauen, daß seine Arbeit immer stärkere Impulse aus der 'Wechselwirkung von Bühne und Podium einerseits und Publikum andrerseits erhält. Auch die jüdische Gemeinde, die den Bestrebungen des Bundes vom Tage seiner Gründung an mit vollster Sympathie gegenüberstand, fördert das Werk, das ihr schon unter dem ' Gesichtspunkt der sozialen Künstlerhilfe innerlich nahesteht. •Wenn wir dic_künstleri9chcu Leistungen der Kulturbund- Bühne, der Konzertfund der Vortragsabteilung, die gerode eben in der „Jeremias"-Aufführung wohl ihren bisherigen Gipfelpunkt erreicht haben, als ein Geschenk der . unter Führung von Dr. Kurt Singer stehenden Künstler betrachten, das uns in der Nu dieser Tage Erhebung gibt, so soll dabei in der Öffentlichkeit nicht der großen sozialen Bedeutung dieses Werkes produktiver Selbsthilfe vergessen werden. Der Kulturbund deutscher Juden stellt heute einen wichtigen Faktor innerhalb der jüdischen Wirtschaft dar. Ein Unternehmen, das einen Jahresumsatz von mehr alscincrhalbcri Million bewältigt, das über 200 Menschen ständig und einer großen Zahl nicht fest engagierter Künstler von Fall zu Fall Brot gibt, verdient in weitestem Maße die Förderung durch die Öffentlichkeit und die schützende Hand der jüdischen Gemeinschaft. Mehr als 300000 Mark wurden im ersten Jahre des Bestehens vom Kulturbund an Gagen, Gehältern und Löhnen, an jadische.Menschen gezahlt, die zum großen Teil aus der gegenwärtigen Situation heraus weder Schaffensnoch Unlerhaltsmöäuchkcitcn mehr gefunden hätten. Wer Gelegenheit gehabt hat, .diese Menschen bei ihrer Arbeit zu beobachten, wer die Schaffcus- ' freude keimen gelernt hat, die die führenden Künstler ebenso wie die hingebungsvoll arbeitenden Angestellten beseelt, der weiß, daß, der Kulturbund jenseits künstlerischer und wirtschaftlicher Werte seinen Menschen eine inilcrc, seelische Befriedigung vermittelt, dir hoch zu veranschlagen ist. Das jüdische Publikum, dos dem Kulturbund nahesteht, möge sich auch immer vor Augen halten, daß ein erheblicher Teil des vom Kulturbund verwalteten Geldes sich in- Warenlieferungen umsetzt, die von jüdischen Gewerbetreibenden bewältigt werden. Annähernd 150 000 Mark wurden in Aufträgen bei jüdischen Geschäftsleuten investiert, die als Lieferanten des Kulturbundes am Aufbau teilhaben. Das Heer der Drucker, Maler, Tischler, der Lieferanten für alle Utensilien der Bühne und des Hausbedarfs, mc alle setzen wiederum durch Aufträge des Kulturbundes ihrerseits Arbeitskräfte in Brot. So wird nicht nur praktische. Künstlerhilfe betrieben, die zugleich durch ihre geschlossene Leistung den Kulturwillen des Judentums dokumentiert, es wird auch ein soziales and wirtschaftliches Werk vollbracht, das der jüdischen i Öffentlichkeit Deutschlands den Gemeinschaftsgeist dieser Schar beacisterter Arbeiter beweist. ..... " Wenn auch die Stabilisierung des Bundes nach einjährigem Bestehen weitere Fortschritte gemacht hat, wenn auch die schönen küibtlcri.st-hi-n L'rfo!^.- des .Institutes zu weiteren Iloffinnigen berechtigen, so «ibl ,- doch immer noch deutsche Juden, dir'diesem Werk bisher nbwarteud gegenüberstanden, die noch immer zögern, ihren Beitriit zun, Bunde zu vollziehen. An diese ergeht heilte meine Mahnung, bei diesem Werk nicht abseits /u stclwn- Die Zahl der Menschen, die auch unter den heutigen L Histamin! in-der Lage ist. mit ihrem geringen Beitrag die Existenz des Kulturbundes weiter /.u sichern und damit der künstleriseheu und Muialrn Arbeit der Organisation ein muh breiteres Kmiihiiiirut zu gehen, ist »eil größer, als der »i-riiwfiriis,- Mitslirdrrlu-stniid de» Hundes. Kri'mili.-hcrwrisc ist die Zahl der Mitttlirdrr inden letzten Wochen nicht unerheblich gewachsen. Wir alle hoffen, daß dieser Zustrom andauert und daß die Arbeit des Hundes damit den schönsten Krfolg doMiiilriigr, den sie haben kirn»: die Krriibtung einer immer l.rcitrri-ii Gemeinschaft von Mile.lirdrr.1. dir nn diesem, ihrem eigensten Werk durch Miterleben "Anteil nimmt. Das letzte Gebet / Von KAHL .lAKOll WUSCH. Maiickonute nicht auseinander gehen; es war nachts zwei Uhr. und die Kellner standen gähnend im Cafe herum und blickten mürrisch auf den einzigen noch besetzten Tisch, an dem sich dir Herren Ginzberg und Haas mit dem schäbig aussehenden Maler Epstein unterhielten . . . Die Herren schienen heute Nacht noch die wichtigsten Probleme lösen zu wollen. Man spradi über die Gewalt, ob es schon Gewalt sei, wenn man den anderen mit Worten zu Leibe rückt, mit scharfer und unerbittlicher Rede, oder ob der Begriff Gewalt erst anzuwenden sei. wenn eine körprrhYh.- Hedrohung vorläge . . . -.- Da sagte Maler Epstein: „Ich habe schon einmal jrniandru getötet . . . eine Frau. Das ist jetzt 30 Jahre her . . .*• Die beiden Herren lachten: .,Du hast noch keine Fliege getötet . . . geschweige denn einen Menschen . . .!" .JJoch ... ich habe getötet . .. bewußt und absichtlich . . . darf ich es erzählen?" Dr. Haas sah über seine ewig rutschende Brille hinweg auf die müden Kellner: „Es muß aber kurz sein ... wir sind hier nämlich nicht mehr gern gesehen . . ." „Bis drei ist geöffnet, aber so lange dauert meine Geschichte nicht. Es ist ganz"kurz.....Ich war etwa zehn Jahre alt und besuchte zusammen mit meinem älteren Bruder die llcligionsschule. Es, war ein herrlicher Sommer-Mittwoch-Nachmiuag, ein Tag, an dem die nichtjüdischen Kinder frei hatten, sich austoben konnten, während wir in der muffigen Stube beim Lehrer Levin die Schönheiten des Nachtgebetes kennen lernen mußten. Diese» Nachtgebet war eine Marotte des alten Levin. Wir kannten es schon auswendig, aber Levin sagte immer: „Wer dieses Gebet kennt . . dem kann nichts passieren mehr . . in diesem Leben". Nun wir .Jungens waren anderer Ansicht* 'Wir interessierten uns für den russisch-japanischen Krieg, far die Beschießung von Port Arthur und für den Herero-Aufstand, der damals »Ue Welt erregte. Wir waren schrecklich unaufmerksam an diesem Nachmittag, besonders ich, weil heute Nacht noch die Ferienreise angetreten werden sollte, die Reise ans Meer und in die Freiheit. Aber es. gab da noch ein Hindernis, ein schwerer Fall in der ärztlichen Praxis meines Vaters, eine Frau Sara Goldmann (ich weiß den Namen heute'noch), die nicht /eben und nicht sterben konnte. Es war wohl eine aussichtslose Sache, deren Ende aber mein Vater als gewissenhafter Arzt abwarten mußte, bevor er mit seiner Familie in die Ferien reisen konnte. Furchtbar drückend und schmerzlich lastete diese Ungewißheit auf mir und wohl auch auf meinen Bruder, der aber die Geschichte leichter zu nehmen schien. Er sagte: „Ich kann mich auch ein paar Ferientage hier beschäftigen . - mir ist das wurscht . . Mensch", so sprach er mit mir. Aber ich hätte heulen können vor Wut und Verzweiflung. Denn die ' Wochen am Meer, am Strande waren unbeschreibliche Freude und Glück; jeder Tag, der davon ver-; loten ging, war unersetzlich. Ich saß nun in der Klasse und doste vor mich hin, ich schluckte die Tränen hinunter, die ab und zu aufstiegen, wenn ich daran dachte, daß wir nicht reisen könnten ... Ich sagte das Nachtgebet gänzlich »innlos und verstümmelt herunter, ich hätte den Lehrer Levin mit seiner öligen Sti.....ic .morden können vor Verzweiflung. ..Hab' Dich nicht -o . .. 1 Mensch1', sagte mein Bruder zu mir. als wir in der Hause zusammen in den düsteren Hof gingen, zusammen mit den anderen, die johlend vor Ausgelassenheit die Treppe hinuntrrpo.terten. Draußen beteiligte ich mich nicht am Spiel, beim ..Dritten-Abschlägen", ich stand mürrisch und" gequält in der Ecke und zermarterte mein Gehini, was ich tun sollte, um diese Krau Goldmami genesen oder sterben zu lassen. Sterben soll sie . .. nicht gesund werden, denn das würde lange dauern und meinen Vnit r festhalten hier, bis sie wieder ganz gesund werden würde . . nein, nur ihr Tod wäre für mich Glück und Befreiung. Ich weiß nicht, ob ich damals es als schlecht empfand, ob ich mich schon damals als Mörder fühlte; jedenfalls befand irh mir!) plSlzlirh im verschwiegenen abseitigen Orte des Schulhofes in dem häßlich riechenden Verschlag auf den Knien, und ich' betete und flehte, ic.i weinte und beschwor Gatt mit Trinen und Versprechungen, sie zii siel, zu nehmen, diese Sara Goldmann, von der ich wußtr, daß sie -noch jung sei und vielleicht voll Lcbenskralt und Schönheit. „Nimn. sie zu Dir, Colt, gleich . . in dieser Stunde noch . . .'• So weinte und betete ich, während dir Schulgloeke längst die Klassenkameraden wieder in» Haus gerufen haut. Ith erhob mich, ich weiß nicht, wie lange ich dort gekniet hatte, ich fühlte mich zerschlagen und jämmerlich, verschwitzt und erschöpft, ich halte meine ganze Kraft in dieses Gebet gefegt. Jetzt ws," ich fertig. Als ich über den Hof schlich, da sah ich in der schon tost finsteren Ecke meinen Bruder knien. (leh erschrak, er sab mich und sprang auf: „loh habe was verloren.", sagte er, umich sah, daß er rot wurde ... Nachts um 1U Uhr harte Ich, wie mein Bruder sich hin und her -wslxlt, aucl» er Uaeuvte nltvbA oatdoftoej..^Mausl:. VaWt jraUfca un» um mwBl Uhr nachts weekett, falls die Reise stattfindet» wende, denn umein Uhr nachte ging der Zug ab. Mein Vater dornte. 4flUo wir Us dahii doch etwas schlafen würden, da wir schon um 8 Unr z« Bett gegangen waren. Aber an Schlaf war nicht »u denken. Ich flüsterte: „Du . . . sag mal, host Du auch gebetet . . daß Frau Coldmantr sterben soll?" ' Mein Bruder antwortete Ionen nicht dam sagte er grab und beinahe drohend i „Na ja . . . ober sog* niemanden etwöä . sonst . . leb weiS nach doli ich damals glacJtliofa vor mlen UiiUeheh*. doli icl plötzlich wußte,' unser Gebet wird erhart werden. loh muß wohl etw» eingeschlafen sein, denn Job schrait um halb uw»U aus dem Schlafe als mein Vater uns weckte. Frau Goldmonn war um elf Uhgestorben. Ich zitterte beim Anriehen so sehr, dt» ich. meinei Strumpf zerriß." Der Malei Eppstein stand »uf, er zog semen schäbigen Mantel an, wollte gehen Aber Dr. Haas sagte: „Die Frau wäre auch ohne Ihr Gebet gestorben . . . sicherlieh." _\ Nein . das glaube ich nicht. Aber ich kann Ihnen sagen. ich -h.be ni. mehr gebetet . . nie mehr in meinem Üben; habe Gott niemals angefleht, weder um Leben noch um Tod. Ich habe- Angst vor Gebete . . . ich fürchte ««•••• . Epstein ging fort. Die" beiden andern zahlten, draußen ver- „bsrhicueten sie sich voneinander, ohne etwa, zu «gen. Neben der Souffleuse -Von EUGEN-TANNENBAUM Der Wc zur Souffleuse führt über die Hintertreppe des Berliner Theaters. Eingang für Lieferanten von Dramentexte» an. unteistüttungshcdürfügc und gedächtnisschwache Schauspieler, dir der Theaterjargon „Schwimmer" nennt. Die Treppe ist zvCar eng und nicht ungefähr ich, aber eine Souffleuse ist, nach zuverlässigen Zeugenaussagen, dort noch nicht zu" Fall gekommen, obwohl 'und weil) sie gewohnlich in vorgeschrittenem Alter stchl. ... . , „„ ,„.„ Die SouHlev.sc sieht aus — erinnern Sie sich noch an llka Grüning? — So sieht sie aus. Wie llka Grüning in einer gütige» Müttcrrollc. Und sie wollte vielleicht selbst einmal eine llka Grüning werden. Die künstlerischen und pekuniären Mittel haben aber nicht gereicht, und s«. hat sie »icl» resigniert m de» Souffleurkasten verkrochen. Keine Künstlerin, aber eine huchstnbciitreuc Dienerin d„ Kunst seit vielen Jahren. Sie war früher in Theaterbüros beschäftigt. Seit sie einmal für eine erkrankte Kollegin ein- _ ° . r, rt\... r*.. ____I. ..sliermir \lftllfH der Probe, fühle ich das heraus. Die Souffleuse muß cm untrügliches Empfinde» dafür haben, w<» der Schauspieler unsicher ist, sie muß es ihm vom Cesicht ablesen können. Sie muß wissen wenn er eine künstlerische und eine Kunst-Pause der Verlegenheit macht. Beim „Jeremias" ist ein solche» Einheiten allerdings kaum noch nötig. Denn von Witten bis zum Darsteller der kleinste» Holle beherrschen alle den Tejt vollkommen, und ich bin mehr zu ihrer Beruhigung, als zu ihrer Gedächtnisstütze da '. Das Reich der Souffleuse liegt im Keller. An abbrockeh»leu Mauern entlang, unter schwankenden Bohlen hin ziehen sich Kabel und nöhre» aller Gattungen. Von hier aus sieht man den technischen Dreh der Drehbühne. Eiserne Türen, führen tu gejieimnisvollcs Dunkel. Morsches Gebälk. Hydranten. Wasserscl.läuche. Löschapparate. büros beschäftigt. Seit sie einmal iur OK (.u.i»»------„- Der lm .iziclIt „r\,cn dem Vorhang hat die llühiieiigl.»ke in springen mußte, ist sie Soulflcuse. „Es gab von jeher nur wenig... & gesetzt. Höchste Zeit zum Einsteigen. In den Souffleiirjüdische .Souffle«*»';. .»''«• ,:'v,elf.J^.S:Ä "™ IE! Usten nämUch. ' . . Der Souffleurkasten' ist,'vom Zuschauerraum gesehen, ein großer Maulwurfshügcl. Im Innern ist er-wie-ein unbcrpiemcr Strandkorb mit eleklrisclwr Beleuchtung, der ein Nebeneinaiidrrsitzen nicht ohne beiderseitiges Entgegenkommen gestattet, wo. allerdings auch am Meercsstrand in ähnlichen Fällen mitunter notwendig ist. Hier wie da ist manchmal Aussicht auf mehr oder weniger kühne Schwimmer und Schwimmerinnen. jüdische Soulileuscn . mcnii ..... . . Kasten zu kriechen." Aus .1er tugagcmei.ts nsigkrit hat sie in. vergangenen Herbst der Lockruf des Kulturb.mdthcaters be re.U Vom ersten Wort des „Nathan" bis zur letzten Silbe des „Jeremias" hat sie alle Schauspiclaufiühruiigc» u« Charlottcnslr.ißc flüsternd begleitet. . Ihre Macht ist unbegrenzt. Sic kann dem Schauspieler ..einreden",- was sie will. Obgleich sie nicht den Gebrauch davon macht, wie jener englondfeindlichc Kollege aus der napoleonischen Zeit, der in einer Aufführung der „Jungfrau von Orleans nur. die Darsteller der Franzosen mit Jamben versorgte, wahrend er die „Engländer" zappeln ließ. Auch von Fausts Worten „Was sagt sie uns für Unsinn vor?", die der He« gelten, braucht sich Frau Steinschneider nicht getroffen zu fühlen. Sie ist vielmehr ein gütiger und hilfsbereiter Geist, dessen Geistesgegenwart über mancbes Lampenfieber hinweggeholfen hat. ..Ich kenne meine Pappenheimer ganz genau", erzählt die Souffleuse, .,'mre Stärke und ihre Gedächtnisschwäche. Schon bei Aber vorerst sehe ich nichts «1s einen schmalen Saum des Bahnenbodens und des Vorhangs mit ein paar staubigen dran. Der rote Samt büßt in uer Nähe viel von der 1«^"*« Illusion ein, die der Zusehauer v«n Parkett aus g'™*^™1 Bühne hört man letzte» hssuges Klopfen der Bühnen.rbe^er,^u reTtrürken von Podesten. Der nerioseur jagt die Bühne. Ceknarr. Geflüster. Entferntes R»-»P«™ dem Zuschauerraum zu un, herab. Dann dje Salle der Erwartung.