Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 14 (1934)
- Issue
- 86-87 (26.10.1934)
- Date
- 1934-10-26
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2613366-2613519-2613595--5256-2617002- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Aus den Gemeinden Reichsgerichtsurieil auf Schadenersatz ' Das betonte Arierprinzip Breslau. Der neu^egrundcte jüdische Musi k v e r e i-u veranstaltete ein großes Werbekonzert, das mit einer Ansprache des hiesigen Genieimleralihiners, I)r. Vögelst ein, des ersten Vorsitzenden des Musikvereins,. eröffnet wurde. I)r. Vogelstein, betonte,' dall niemand in dieser Zeit Kunst und Wissenschaft, die stets im Judentum gepflegt und hoch- . gehalten wurden, missen könne oder gar missen solle. l)ie grobe Aufgabe der küiistierischcn^Verbände sei es gerade, die Juden aus dem Alltag heratiszilreißen, .und .er hoffe, daß . das vornehmlich in-Breslau, der Stadt der jüdischen Musikliebhaher,- vollauf gelingen würde. Das Konzert war eine Leistung, die vornehmlich dem Dirigenten Curt Havdand und dem -altbewährten Chordirigenten Werner Sander zu danken ist.. Den Höhepunkt des. Abends bildete der Vortrag des Badischen Violinkonzerts E-Dur. Der Solist, Simon Goldberg, entzückte durch sein weiches Spiel. D,-r grolle ,,Schalit*‘-Chor, „Im-Ewigkeit4*,, dem der Text Jehuda Halewis unterlegt ist,- wirkte auf die meisten Zuhörer vielleicht etwas befremdend. bau des Gotteshauses war infolge Verfalls dringend notwendig, obwohl die Synagoge nicht: benutzt wird. Die Gemeinde Neustadt bei Pinne, die auf Grund dys polnischen Judengesetzes als Filialgeincmde zur jüdischen Krcisgemcindc Neutomischei gehört, besteht nur aus wenigen Personen. ~ Nürnberg. Die Kultusgeincinde Nürnberg errichtet ein Umsdm hiuugsiieiin, in dem auswärtige junge Leute Aufnahmfinden, die in beruflicher Umstellung begriffen, ‘ihre Ausbildung in Nürnberg vornehmen.' Für alle diejenigen jüdischen Kinder, die am Sonnabend die Schule nicht besuchen, werden Sabbatweihestunden ahgchalten. Sie sollen die Jugend mit dein Judentum enger verbinden. — Weiterhin ist die Errichtung einer Schulküche im Untergeschoß des neuen jüdischen Schulhauses geplant, die zugleich der hauswirtschaftlichen Abteilung der weiblichen Berufsschule dienen soll. Für das Frühstück minderbemittelter schwächlicher. Kinder sind bereits Mittel 'gespendet.-worden. //. •//. Das Reichsgericht hatte jetzt in.einem Konkurrenzstreit das letztinstanzliche Urteil zu fällen. Vertreter eifier Firma der Gümmiindustrie hatten .versucht, die Erzeugnisse der Konkurrenz, dadurch zu verdrängen, daß sie der Kundschaft erklärten, der Inhaber der Konkurrenzfirma sei ein tschechischer Jude, und bei seinen Geschäften handle es sich um Schmut/geschaftc jüdischer Schmutzfinken. Wegen dieser Äußerung nahm der Betroffene die Firma der Vertreter auf Schadensersatz in Anspruch, mit dem Erfolg, daß das Reichsgericht als letzte Instanz die Schadensersatzpfliclu -der beklagten Firma bejahte. In der B e g r ü u d ü n g heißt es, daß nach den Erfahrungen im Wirtschaftsleben davon auszugehen sei, daß die von meinem Vertreter der Beklagten, zunächst schriftlich 3öÖiftf)=Iiöetole Bettung künftig Jüdische Allgemeine Zeitung Dem Musikvereih, der sich mit diesem Konzert viele.neue Freunde erworben hat, ist eine gute Aufwärtsentwicklung mir zu wünschen. — Der Kulturpreis' hatte zu einer Bialik-Feier geladen, die dem vor kurzem verstorbenen jüdischen Dichter .galt. Dozent Dr. Speyer betonte in seiner ausführlichen -Würdigung des Dichters. das stark religiöse ‘ Moment im Charakter des Künstlers, die Lyrik Bialiks kam in Wort und Gesang zu Gehör. R. T. Dresden. Durch einstimmigen Beschluß des Gemeinde-- rats wurde über die Errichtung einer jüdischen Schule folgendes festgestellt: Die Gründung und der Betrieb einer jüdischen Volksschule in Dresden-durch die Gemeinde ist /. Zt. finanziell nicht tragbar. Die Grändung einer Schul-.* durcii den zu diesem .Zweck seif einiger Zeit bestehenden Jüdischen Schulverein e. V. wird dagegen begrüßt. Die Gemeinde* ist in diesem Falle bereit, zunächst auf die Dauer von drei Jahren ein Drittel der Gesamtkosten zu übernehmen,, unter der Voraussetzung, daß nach und nach verschiedene Lehrkräfte der Gemeinde von der Schule übernommen werden, daß der Gemeindevorstand im Schulvorstand ausreichend vertreten ist und die Gemeinde das Recht erhält, die Schule später als Gemeitideschule zu übernehmen: An den Gesamtkosteu soll sich auch die Reichsvertretung beteiligen; räumlich dürfte die. neue Schule im Gemcindcanwesen ihr Unterkommen finden. — lin gesegneten Alter von 82 Jahren starb hier Frau Therese P r i s t e r. Ihr humanitäres Wirken im Dienste der Gemeinde galt besonders dem Frauenvercin und Kinderhort. . ’ ‘ " Kassel. Den 60. Geburtstag beging unter zahlreichen Ehrungen eines großen Freundeskreises Dr. med. Willy Gotthilf, per Jubilar war bis in die jüngste Zeit in vielen Berufsorganisationen als bewährtes Vorstandsmitglied tätig; das Vertrauen von Behörden berief ihn auch zum Vertrauensarzt des Bezirks und der Nachbargebicte. Als Vorsitzender der Ferienkolonie-Kommission der Sinai-Loge leitete Dr. Gotthilf die Betreuung und Unterbringung erholungsbedürftiger Kinder in Bädern und Kurorten. — Der Jüdische Kulturbund eröffnete soeben seine diesjährige Wiriterarbeit mit einem Kammermusikabend, der von Generalmusikdirektor Rosenstock geleitet wurde. An erster Stelle stand Nardinis Sonate für Bratsche und Klavier. Hildegard H e i n i t z bewährte sich als ausgezeichnete Vertreterin ihres Instrumentes; technische Virtuosität und geistige Durchdringung alles Tonlichen sind ihr in hohem Maße eigen. Stärkste Eindrücke hinterließ der Wiener Cellist Stefan Atiber, der Beethovens Sonate für Violoncello und Klavier 'A-Dur Op. 69 mit souveräner Beherrschung aller technischen und dynamischen Feinheiten spielte und jedem einzelnen Satz des Onus eine sorgfältig abgeklärte Interpretation verlieh. Zu ealer Musizienreudigkeit vereinigten sich die beiden Solisten im Brahmsschen Trio für Klavier, Vjoline und Violoncello mit Generalmusikdirektor Rosen stock, der durch die virtuose und plastisch exakte Gestaltung des Klavierparts zum. bedeutsamen Faktor der Wiedergabe wurde und am starken Erfolg des Abends hervorragenden Anteil hatte.. Die stattliche Zuhörerschaft zeigte sich in hohem Maße befriedigt und beifallsfreudig. — Im Anschluß an die von der .Mittelstelle für Erwachsenenbildung veranstaltete „Lernzeit“ sind auf Veranlassung der Gemeindeverwaltung Lernkurse für Jüdische. Geschichte, Bibelstudium, Betrachtungen über Gebete und Liturgie mit musikalischen' Erläuterungen eingerichtet worden. Der Kulturbund beabsichtigt außerdem, in der zweiten Hälfte des Winters einen Zyklus von Vorträgen mit anschließenden Arbeitsgemeinschaften über jüdische Gegenwartskunde abhalten zu lassen. ‘ Landsberg-Warthe.. Der Bezirksrabbiner für die Svnagogengemeinde Landsberg und für die Gemeinde Soldau, Lippchhe, Berlinchen, Woldcnberg, Dricsen und Friedeberg, Herr Rabbiner Dr.* Ernst Guttinann, hat dieser Tage seinen Wirkungskreis verlassen, unr einem Ruf an das staatliche Rabbiner-Seminar in Budapest als Dozent zu folgen. Rabbiner Dr. Guttmann war seit 1. April 1932 hier tätig und hat, sich besonders um die Jugend seines Bezirks verdient gemacht. Die von ihm betrauten Gemeinde sehen Rabbiner Ur. Guttmann,, der es verstanden hat, sich das Vertrauen der Geineindcmitglieder zu erwerben, mit lebhaftem Bedauern scheiden. — l)em fast 90jährigen Kleinrentner Abraham Salomo u, Kriegsveteran von 1866 und 1S70 71 ist als einzigem Juden iiu.hiesigen Bezirk die Hindenburgspende zu* gegangen. , Neutomischei. Die erste Einweihung einer Synagoge seit dem Ausscheiden der Provinz Posen aus dem deutschen Reichsverband fand jetzt in Lwowek, dem früheren Neustadt bei Pinne, statt. Rabbinatsverweser Rabbiner. Sender aus Posen weihte das Gotteshaus. Zu der Feierlichkeit waren erschienen, die Vertreter der Stadt, der Kreisstarost aus Nowy-Tomysl, der Vorsitzende der Synagogcngemcinde Posen, Rechtsanwalt Cohn, außerdem die Synagogenvorstände der» jüdischen Gemeinde Westposens. Der Neubau bzw\ der Um* Tapeten Farben C 1 Steinplatz 3297 GEORG ADLER Auflegen von Woifnungen und Treppenhäusern Plauen. Die erhebliche Abwanderung in unserer Gemeinde hat es lange fraglich erscheinen lassen, ob wir in diesem Winterhalbjahr Kulturarbeit durch Fortsetzung der Veranstaltungen des Ausschusses für Ktinstpflege leisten können. Dank der unermüdlichen Arbeit der Ausschuß** mitglieder gelang es zunächst auf wunige Monäle die Abhaltung von monatlich einer Veranstaltung finanziell zu sichern. Der erste Abend in dieser Saison wurde von Ludwig' Hardt bestritten. In bekannter souveräner Beherrschung des Stoffes brachte uns Hardt Heine, Thomas Mann, Beer- Hofmajm und Peter Altenberg nahe. Der reiche Beifall des vollbesetzten Saales bewies, daß der Vortragende das Publi-, kmn in seinen Bann gezogen hat. Die nächste Veranstaltung im- November wird ein Konzert des Geigers Stefan Frenke! bringen. Wuppertal-Elberfeld. Der Jüdische Frauenbund hatte, wie schon öfter, Frau Edith Herrnstadt-Öttingen zu einem Vortragsabend gewonnen. In dem reichhaltigen Programm, in dem Wassermann, Bialik und,. Buber vertreten waren, wurde besonders die_. Novelle „Adam Urbas“ von Wassermann in der Wiedergabe der Vortragskünstlerin ein Erlebnis, an dem jeder Zuhörer ganz persönlich teilhatte. Ähnlich stark war auch die Wirkung, die von dem Kapitel eines unveröffentlichten Manuskripts ausging. Auchhier w*ar nicht nur die Wiedergabe meisterhaft,-sondern der Stoff und seine dichterische Formung, waren so fesselnd, daß man wünschen möchte, daß das Manuskript bald aus dem Dunkel der Anonymität herausgehoben und dem Publikum als Ganzes zugänglich gemacht würde. Mit dieser Veranstaltung Ijat der Frauenbund wieder einmal bewiesen, daß er auf dem . Boden der Wirklichkeit steht und recht genau weiß, worauf es heute ankommt: die gequälten Menschen für ein paar Stunden von der Last ihres harten Alltags zu befreien und ihnen Eindrücke zu bieten, die nicht mit dem -Verlassen des Raumes erledigt sind, sondern weiter klingen und noch in der Erinnerung etwas Freude geben. Auch sonst hat der Frauenbund seine Tätigkeit intensiviert, im Laufe des Winters sollen in Zusammenkünften die Mitglieder gesellig einander näher gebracht werden. Kurse dienen' dem Ziel der Erwachsenenbildung auf religiösem wie auf allgemeinem Gebiet. Nach dem verheißungsvollen Anfang kann man dem weiteren Verlauf der Winterarbeit mit froher Erwartung entgegenselieii. ' . Hede Israel. aufgesteüten Behauptungen einen Schaden des Klägers verursacht haben; das Vertrauen zu-einer Firma müsse durch die Behauptungen, der Inhaber sei tschechischer Jude, und die Geschäfte seien Schmulzgeschüfte jüdischer Schmutzfinken, selbstverständlich beeinträchtigt werden. Darüber hinaus sei der Beweis'erbracht, daß Vertreter der Beklagten die jüdische .Rasseeigenschaft des Klägers' auch bei mündlichen Angeboten in einem Umfange betont haben, der notwendig eine Schädigung des Klägers im Gefolge haben mußte. Für diese Verfehlungen ihrer Vertreter sei die Beklagte gemäß § 831 BGB verantw ortlich, und zwar'deshalb, weil nach der allgemeinen Auffassung in der Wirtschaft jeder Betriebsinhaber verpflichtet sei, die kaufmännischen Angestellten zu leiten, zu' I Wäschereibetrieb Wilhelm Merlitz Gegründet 1869! Berlin-Adlershof, Selchowstraße 15 F 3 Adlershof 734T Überwachen und alle ihre Maßnahmen ständig1 zu. überprüfen. Demzufolge müsse sie für den dem Kläger entstandenen Schaden haften. Schuschnigg: Gleichheit und Gleichberechtigung vor dem Gesetz Wien. Wie erinnerlich, hatte das Präsidium der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde* nach der. Bekanntmachung der Verordnung über die konfessionelle Kla‘ssentrennung in den öffentlichen Schulen um eine Aussprache mit dem österreichischen Bundeskanzler nachgesucht. Der . Bundeskanzler Schuschnigg hat nun dieser Tage das Präsidiunr der Kultusgemeinde unter Führung Dr. Desider Friedmanns empfangen und mit ihm in längerer Aussprache, über die‘aktuellen Schulfragen hinaus eine Reihe von Einzelheiten über die gegenwärtige Lage der österreichischen1 Judenbesprochen. Bei dieser Gelegenheit .wiederholte Kunstschau in Breslau Breslau. OerBreslauer jüdische Musejimsvcrcin eröffnete eine Ausstellung von Werken jüdischer Künstler, die einen Querschnitt diirch'cTas jüdische Kunstschaffen der Gegenwart gibt, aber auch einigen großen Malern der Vergangenheit Ehrenplätze zuweist. Die Ausstellung ist, wie von dem Vorsitzenden des Museumsvereins, Max S i I b e r b e rg, betont wurde, eine Veranstaltung rein privater Natur, die dem jüdischen Künstler, der seit anderthalb Jahren keine Gelegenheit mehr hat, seine Kunst der breiteren Öffentlichkeit zu zeigen, Ausstellungsmöglichkeit geben soll. Viele Wjrke sind verkäuflich,’ doch spielt der Museumsverein lediglich eine vermittelnde Rolle, will nur die Verbindung zwischen Interessenten und Künstler hersteilen.. Die Ausstellung wurde gleichsam aus dem Nichts geschaffen. Der unermüdlichen Arbeit der Auswahl- und Hängekommission istes zu danken, Dr. Schuschnigg seine zuletzt in Genf abgegebene Erklärung, daß die österreichische Bundesregierung auf dem in der Verfassung verankerten Grundsatz der Gleichheit und Gleich-, berechtigung aller Staatsbürger vor dem Gesetz zu stehen gesonnen sei. Vorbereitung eines antisemitischen Weltkongresses Antijüdische Weltunion Warschau. (Jta.) Die Leitung der kürzlich in der Schweiz hinter verschlossenen Türen abgehaltenen Tagung des antisemitischen -Weltverbandes hatte es vorderhand abgelehnt, einen Bericht über die Beschlüsse der Tagung der Presse zu übergeben. Die Katholische Presse-Agentur, der Pressedienst des polnischen Episkopats, veröffentlicht nun einen Bericht, in dem er über die Arbeit und Ziele des Weltbundes der Antisemiten informiert. In dem Bericht heißt es u. a.: daß nur wirklich wertvolle Bilder und Maler zur Schau kamen. Wie Architekt H a d d a in seiner Eröffnungsrede 'ausführte, sei es das Ziel des jüdischen Kunststrebens der Jetztzeit, eine dem jüdischen Kult angepaßie religiöse bildende Kunst zu schaffen. Das habe nichts mit nationaler Kunst zu tun. Kunst 'kenne keine Grenzen, sie diene allem, was ihrer würdig sei, ihr diene alles, was Liebe ziim Schönen besäße. In vier Räumen sind Plastiken,. Radierungen, Aquarelle, Ölgemälde aus den Ateliers jüdischer Künstler ausgestellt. Besonders, bevorzugt wurden selbstverständlich die heimatlichen Künstler, aber das ganze Reich, ist vertreten, alle, die das Bedürfnis hatten, wieder einmal ihre Kunst der Öffentlichkeit zu zeigen, haben ihr Bestes gegeben. Von den Älteren kommt Liebermann mit einem wohlbekannten Porträt zur Ausstellung, Marc Chagall schwelgt in wundervollen Farben, fasziniert in seinem'seltsamen mystischen Gemälde „Frau mit dem Blumenstrauß“,1 Spiros „Lesende im Bett“, eines der schönsten Bilder der Ausstellung; lockt in weichen Farben, fesselt durch die unglaubliche Lebensnahe der weiblichen Gestalt. Die heimatliche Künstlerin Paula Grünfeld, zeigt verschiedene BInmenbilder, die in einer hauchzarten Linienführung gemalt sind. Isi'Aschheini bringt verschiedene Themen u. a. neue Palästinabiidcr, von bestechender Farbenpracht und Größe zur Darstellung. Von dem verstorbenen Buchillustrator Lilien sieht man „Der jüdische' Mai“. Israels „Holländische Frauen“, ein Mädchenkopf von Bendemann," das bekannte »Morgengebet“ von Laboschin sind eine kurze Auslese aus der reichen farbenprächtigen Vielfalt des Dargebotenen. Die Ausstellung bringt ferner Plastiken von dem jungen Künstler Walter Cohn, einen weiblichen Torso von Elisabeth Wolf und unter dem Glasaufsatz gebrannte'Emaillcbilder von Kurt Lewv, Essen, die biblische Motive zum Vorbild haben, und stärksten Anklang beim Publikum finden. Ruth Tic/tauer. Vom 22. bis 26. September d. J. tagte in Bellinzona, Schweiz, eine antijüdische Konferenz, die über eine so brennende Fragt, wie es die Judenfrage ist, beriet. Repräsentiert waren 27: .Staaten. Die seit -1923 arbeitende. Studienkommission des Kongresses beschloß folgendes: Die Zeit des Studiums der Judenfrage ist vorbei, jetzt muß die Arbeit zur Lösung dieser Frage beginnen. Die Studienkommission beschloß deshalb, sich in eine „Gesellschaft für Propaganda und Tat“ unter dem Namen „Antijüdische Weitunion“ umzuwandelh. Das Ziel ist die Lösung der Judenfrage. _ . r - Die neugegründete Union kündigt einen antijüdischen Weltkongreß an, der ein Arbeitsprogramm zur Aussonderung der Juden aus ihren W o h n I ii n d e r n und ihre Ansiedlung auf einem freien Territorium festsetzen soll, das groß genug sein muß, um die ganze Juden heit aufzunehmen. Dieses Territorium könne nicht Palästina sein. Ein ständiges Zentralbüro soll geschaffen, eine. Monatsschrift als ihr Organ begründet und eine Proklamation an alle Völker erlassen werden, in der das Recht der Völker auf freie Entwicklung in ihrem Gebiet unter Ausschaltung der Juden betont wird. Das Zentralbüro der Union soll bald in dem einen, bald in dem anderen der der Union angesclilossenen Länder seinen Sitz haben. Im Zentralbüro sind England, Holland, Frankreich, Deutschland, die.Schweiz und Ungarn, , ferner durch stellvertretende Mitglieder die_ Türkei und Polen vertreten. I Bruno Walter dirigiert Wein-Uraufführung Amsterdam. Im Amsterdamer .Konzerthaus erhielte die Uraufführung eines neuen Werkes von Kurt Weill, „Symphonische Fantasie“, einen außerordentlichen Erfolg. Die Aufführung wurde in Vertretung des ersten Dirigenten des Konzerthauses, Professor Dr. Willem Mengelberg, ’ von Bruno Walter geleitet. esamten redaktionellen Inhalt: Dr. Eugen Tannenbaum, Beriinsohn, Berlin-Charlottenburg. —.Redaktion und'Geschäftsstelle: Ber- „ .. _ , _ . , - - ‘“"8; Kreditverein für Handel und Gewerbe e.G.m.b.H., Berlin N 24. Postscheck- . ,= O.« D“ - 2^I64- DA. IX; 34 5000. — Druck: Spnnendruckerei G.m.b.H. (Felix Wolf), Berlin-Charlottenburg 4, Weimarer Straße 13. — Bezugspreis: 1.35 KM. zuzugt. Bestellgeld. Abonnements werden bei allen Postanstalten angenommen. Anzeigen nach Tarif. Bei Nichterscheinen infolge Streiks oder höherer Gewalt besteht kein Anspruch auf Nachlieferung oder Rückerstattung der entsprechenden Bezugsgebühren. i-Charlottenburg konto: „Jüdisch-liberale Zeitung4 Monatlich