Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 14 (1934)
- Issue
- 76-77 (21.9.1934)
- Date
- 1934-09-21
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2613366-2613519-2613590--5202-2616993- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Sabbat, wenn er keinen besonderen Sabbatmantel hat. Jm Sommer trage er keine Schuhe, an denen Flicken auf Flicken sind. Im Winter ist es, wenn er arm ist, erlaubt; Er gehe nicht parfümiert auf die Straße, trage keine parfümierten Kleider und tue keine Salbe ins Haar. Hat er aber seinen Körper mit Salbe eingerieben, um den Schweiß zu entfernen, so ist das erlaubt. Ebenso gehe er nachts nie allein aus dem Hause, außer wenn er zu einer festen Zeit seines Studiums wegen auszugehen pfegt. Dieses befolge er um’ keinen Verdacht zu erregen. Der Weise versieht das Seine dem Recht gemäß; er ißt und trinkt und ernährt seine Familie nach seinem Vermögen und Gelingen, bürdet sich aber nichts im Uebermaß auf. Unsere Weisen haben folgendes geboten: Der Mensch esse stets und weniger als seinen Verhältnissen entspricht, er kleide sich seinen Verhältnissen gemäß und gewähre seiner Frau und seinen Kindern mehr , als den Verhältnissen entspricht. Es ist verboten, daß ein Mensch sich all seiner Güte enteigne oder sie. dem Heiligtum weihe und dann den Geschöpfen zur Last falle. Desgleichen verkaufe er kein Feld, um dafür ein Haus zu kaufen, und verkaufe kein Haus, um dafür bewegliches Gut einzukaufen oder mit dem Gelde Handel zu treiben; wohl aber darf er bewegliches Gut verkaufen, um ein Haus zu kaufen. Als Regel gelte: er sei darauf bedacht, seine Güter nützlich anzubringen und das Ungesicherte in Beständiges zu w'andeln. Nicht aber sei sein Ziel der kurze Genuß einer Stunde, oder ein kurzer, durch großen Schaden erkaufter Genuß. Handel und Wandel des Lehrbeflissenen sei in T reueund Glauben geführt, er spreche zum Nein: Nein! Und zum Ja: Ja! In der Rechnung sei er streng gegen sich; aber gegen andere sei er" freigiebig, wenn er bei ihnen kauft, und nicht streng gegen sie. Den Kaufpreis bezahle .er sofort, doch übernehme er keine Bürgschaft für Schulden und keine Vollmacht. Er nehme in Handel und Wandel keine anderen Pflichten auf sich, als die ihm die Tora auferlegt hat, damit er sein Wort einhalten könne und nicht dahin komme, daß er etwas abzuändern wünsche. Sind aber durchs Gericht andere als ihm schuldig befunden worden, dann sei er langmütig und vergebe ihnen, er verzeihe und sei milde. Auch begebe er sich nicht in das Handwerk seines Nächsten und bedränge nie in seinem Leben einen Menschen. Als Regel gelte: Er gehöre zu den Verfolgten und nicht zu .den Verfolgern, zu den Gedemütigten und nicht zu den . Demütigenden. Der Mensch aber, der all dieses und dergleichen tut, von dem sagt das Schriftwort (Jesaja 49, 3): Er sprach zu mir: Mein Knecht bist du, ■ das Israel du, mit dem ich prangen darf. Wussten Sie das? Bibelübersetzungen gibt es schon seit jener Zeit, da die Kenntnis des Heb.r'äisehen bei den großen Massen immer mehr a b n ah m. In der Diaspora wurde die hebräische Sprache kaum noch verstanden. Neben der aramäischen Übersetzung werden im Talmud noch ägyptische, elymäische und medische Bibelübersetzungen genannt. Da die-Heilige Schrift immer s o zum Vortrag kommen sollte, wie in jener großen Versammlung unter Esra, wo sie „deutlich mit Klarlegung des Sinnes“ vorgelesen wurde;, mußte zur Bibelvorlesung die .Übertragung hinzutreten. In späterer Zeit wurden auch arabische und persische Übersetzungen im Gebrauch der Synagoge verwendet. In den Synagogen trat neben den Vorleser der Übersetzer zur Thora hin; er mußte frei dastehen und ohne Vorlage die Übersetzung vortragen. Der Reim in der hebräischen Sprache ist erst seit der Zeit des fruchtbarsten und populärsten religiösen Dichters des jüdischen Mittelalters, Eleasar Kali r, der etwa im 8. oder 9. Jahrhundert gelebt hat, nachzuweisen. Man hat den Reim schon in der Bibel finden wollen. Wo jedoch der Gleichklang dort , angetroffen wird, beruht er‘auf Zufall. Die bewußte Verwendung des Reims ist nur aus dem Einfluß der Araber zu erklären. •* Die Trennung de rGeschl echter beim Gottesdienst scheint in früheren Zeiten nicht durchgeführt worden zu sein. Am Gottesdienst der Synagoge haben Frauen von Anfang an als vollberechtigte. Mitglieder teilgenommen. In ältester Zeit fand man nichts dabei, , wenn eine Frau aus der Thora .vorlas, erst später wurde es mit Rücksicht auf die Gemeinde für unstatthaft erklärt. Daß Frauen die gottes- ■ dienstlichen Versammlungen besuchten, berichten die Quellen wiederholt^ hingegen, erwähnen sie nirgends, daß das weibliche Geschlecht sich in einem besonderen Raum aufhalten mußte. Der Talmud berichtet, .daß Abbaje irdene Krüge, Rabba getrocknete Schilfstäbe zur Abgrenzung zwischen den Sitzplätzen-der Frauen und der Männer in der Synagoge aufstellen ließ. Daraus ergibt sich, daß selbst in den sicherlich nach den strengsten ' Grundsätzen eingerichteten Synagogen Babyloniens, wie in den alten christlichen Kirchen, getrennte Sitzreihen für Männer und Frauen vorhanden waren, daß sie aber ganz dicht nebeneinander lagen. Es sind wiederholt Versuche gemacht worden, ein möglichst zuverlässiges Modell der Arche Noah zu kon- . struieren. Ein Kopenhagener Ingenieur namens Vogt hatte einige Jahre vor dem Krieg ddreh die Marinewerft in Kopenhagen den Bau eines solchen. Modells fertigstellen lassen, mit dem im Oeresund eine Probefahrt unternommen wurde. Ingenieur Vogt hatte für ein Modell die im ersten Buch. Mos. Kap. 6 angegebenen Dimensionen beibehalten, und es stellte sich heraus, daß diese Form der Arche in den Wogen der Sintflut eine glückliche Landung auf dem Gipfel des Ararat durchaus glaublich macht. Nach den Berechnungen des 1791 gestorbenen Berliner -Oberbaurats Silberschlag war die Arche Noah 22 Fuß höher, 156 Fuß länger und 166 Fuß schmaler als das Königliche Stastschloß in Berlin. GESCHICHTE EINER UHR Ich besitze eine goldene Uhr; sie hat eine lange Geschichte. Mein Großvater, der Kolberger Arzt und Geburtshelfer, trug sie schon im Freiheitskriege; sie hat einen großen Sekundenzeiger, der über das ganze Zifferblatt läuft. Mit ihm hat er schon den Puls des tapferen Nettelbeck, der mit Schill zusammen 1S06 die Stadt vor dem Einfall der Franzosen bewahrte, gezählt, ehe er langsam verebbte. Wenn nächts die Schlitten der Gutsbesitzer und der Bauern vor dem bescheidenen, altertümlichen Hanse hielten, und meine Großmutter eiligst den Reiseproviant cfnpackte, — mein Großvater hielt die religiösen Speisegesetzc — dann verstaute er seine ärztlichen Instrumente in der geräumigen, gestickten Reisetasche, und sein erster Griff galt dem pantoffelartigen Uhrbehälter, der neben seinem Bett hing. Er entnahm ihm die große goldene Uhr mit der dickgegliederten goldenen Kette und steckte sie sorglich in die Tasche seiner Weste. Dann fuhren sie los, mitunter etliche Stunden, beim schneidenden Nord-Ost, beim dichtfallenden Schnee, weit über das einsame Land. Ab und zu ließ mein Großvater die Stunde repetieren und die Viertelstunden schlagen, und er rechnete die Zeit, wußte er doch, daß Eile nottat und die Frau, zu der er gerufen war, in Wehen lag. auch die Uhr auf zu spielen. Als Kind drückte ich manches Mal auf den breiten goldenen Knopf, doch nur ein oder das andere Mal wiederholte sie die Stunde, spielen konnte sie nicht mehr. Damals war Hartwig, der spätere DirektQr der Bamberger Sternwarte, ein häufiger-Gast in meinem Eltemhause. Hartwig reparierte mit unendlicher Geduld alle Uhren im Hause; er regulierte und kontrollierte sie. Ich sehe ihn noch vor mir, wie er zum Entsetzen meiner Mutter auf dem Sofa 'Steht, um den Pendelausschlag der großen Wanduhr zu ‘ beobachten. Eines Tages, er war längst Assistent an der Straßburger Sternwarte, entdeckte er die goldene Uhr. Es war ein schwieriger Fall; er nahm sie mit, cs dauerte ein halbes Jahr, dann kam er triumphierend ins Haus, wickelte aus der Schachtel sorglich die in Watte gepackte Uhr und flüsterte: „Sie gellt und spielt. Aber sie ist alt geworden und bedarf der Ruhe!“ Sie ruhte bis 1914; daim nahm ich'sie mit in den Krieg, die goldene Kette wurde gegen die eiserne getauscht. - Ich lag am Donon, hoch in den-Vogesen", war „Eisenbahner“; wir durften nachts kein Licht machen, da repetierte sie mir die lauten Stunden, wenn wir Munition und Draht- . rollen, Grubenholz und Eiseuschiencn zum Graben fuhren. Aber der Krieg dauerte lange. Eines Tages halte sie ihren Knacks weg und spielte nicht mehr. „Ein böses Omen,“ sagte mein Kamerad Peter. Es vergingen wiederum Jahre; endlich ist es. gelungen, die Uhr wieder instandzusetzen. T —^ Wenn dann alles vorüber war und er beim Grog in der warmen Stube saß, dann geschah es wohl, daß er das Spielwerk aufzog; andächtig lauschten die Anwesenden und "sangen leise den Schluß des alten Volksliedes mit. Mein Vater trug sie 66, trug sie 70, und als er beim Sturm auf den Geißberg schwer verwundet wurde, da-hörte Und manche Nacht, wenn meine Frau von der Sorge und den Aufregungen des Tages den Schlaf nicht findet, wenn ihr bqngt in diesen schweren, für uns Juden so schweren Zeiten, dann halte ich ihr die Uhr ans Ohr, und noch ehe das alte Lied verklungen, ist sie eingeschlafen. - Dr. T. Simon. Zu Unrecht vergessen:- ■ Alfred Lichtenstein 1914 bei Reims „Die Erde verschimmelt im Nebel. Der Abend drückt wie Blei. Rings reißt elektrisches Krachen Und wimmernd bricht alles entzwei. Wie schlechte Lumpen qualmen Die Dörfer am Horizont. Ich liege gottverlassen ln der knatternden Schützenfront. ■ Viel kupferne feindliche Vögelein Surren um Herz und Hirn. Ich stemme mich steil in das Grazie Und biete dem Morden die Stirn.“ „Die Schlacht bei Saarburg“ sind diese Verse' überschrieben. 1889, im Jahre der Uraufführung von Gerhart Hauptmanns „Vor Sonnenaufgang“, wurde ihr Verfasser geboren, 1914 als eines der ersten Opfer vom Weltkrieg verschluckt — sinnvolle Symbolik liegt in diesen abgrenzenden Daten. Programmatisch — wie das „Vor Sonnenaufgang“ einer Generation zuvor — der Titel seiner ersten Veröffentlichung: „Dämmerung“, die als lyrisches Flugblatt erschienen und'leine bibliophile Kostbarkeit ist. (Nach seinem Tode hat der Verlag Georg Müller, München, seine gesammelten „Gedichte und Geschichten“ herausgebradit.) Das charakteristische Titelgedicht dieser „phantastischen, halb spielerischen Gebilde“ lautet: „Ein dicker Junge spielt mit einem Teich. Der Wind hat sich in einem Baum gefangen. Der Himmel sieht verbummelt aus und bleich. Als wäre ihm die Schminke ausgegangen. Auf lange Krücken schief herabgebückt Und schwatzend kriechen auf dem Feld zwei Lahme. Ein blonder. Dichter wird vielleicht verrückt. Ein Pferdchen stolpert über eine Dame. An einem Fenster klebt ein feiler Mann. Ein Jüngling will ein weiches Weib besuchen. Ein grauer Clown zieht sich die Stiefel an. Ein Kinderwagen schreit und Hunde fluchen.“ Heute besteht weniger die Gefahr, daß man Lichtensteins Gedichte ästhetisch mißversteht und in ihnen nichts als ein. „sinnloses Durcheinander komischer Vorstellungen“ erblickt, als daß rpan geneigt sein wird, sie ethisch zu verwerfen* weil ihr Dichter den Verfall der Kultur, die Aushöhlung des Bürgertums, die Haltlosigkeit der Jugend „zynisch, im Kaba- . retton“ behandelte. Er ist das Kind ejner Zeit, die künftigen Generationen nicht viel bedeuten kann, und er spiegelt "das Zeitalter getreulich wieder, aus. d--m heraus er zu verstehen ist, dieser Außenseiter der expressionistischen Bewegung* dieser Abseitige, der weltanschaulich und kunstanschaulich an der Wegscheide vom - Impressionismus zum Expressionismus steht. Alfred-Lichtenstein kann einer neuen Jugend kein vorbildlicher Anreger mehr sein, wie es die crepuscolari, die „Dämmerungsdichter“ um Ercole Luigi Morselli, deren Werke den gleichen Niederschlag des europäischen Zeitgeistes bekunden, für das junge Italien wurden. Ihm eignet weder die strahlende Pathetik Franz Werfels noch der feuertrunkene ' Schwung des frühen Hasenclever, weder die süße Schwermut Georg Trakls, noch die gedankenschwere Wesenhaftigkeit Emst Stadlers, aber er ist, obgleich Jacob van Hoddis, der Verfasser des Versbandes „Weitende“, ihm entscheidende Impulse gab, „origineller“ als sie. Und doch ist gerade seine unbestreitbare Originalität Beweis seines tragischen Daseins. Sie ist Ausdruck des grenzenlosen Individualismus eines Menschen, der aus Mangel an Gemeinschaftzugrundegeht. Er fühlt sich unter den Cafehausliteraten, die er in 'der Erzählung „Cafe Klößchen“ verhöhnt und deren Jargon er verspottet, („Kuno Kohn ist dasselbe in Grün was die Else Lasker-Schüler in Blau ist“), ebenso einsam wie in seiner rettete. Militärzeit als Einjährig-Freiwilliger. Der Kriegsbcginn verschafft ihm kein Gemeinschaftserlebnis, obgleich ihn kem grundsätzlicher Pazifismus daran gehindert hätte. (Er hat den Krieg — und "den eigenen Tod — ohne Pathos prophezeit — aus einer allgemeinen Weltuntergangsstimmurig.y Den verhaßten Literatenbetrieb stellt er immer wieder dar, so daß die zahlreichen Skizzen sich, fast zu einem Schlüsset- - roman runden, — die Worte „Er habe die Juristerei satt, ■er werde als Schriftsteller seinen Neigungen leben“ (ln „Cafe -Klößchen“) mögen ein Bekenntnis des Dr. jur. Lichtenstein sein, der mit einer Arbeit über Theaterrecht promoviert hatte. Gemeinsamkeit empfindet er im Negativen. In seiner Erzählung „Der Sieger“ heißt es: ,;Die alten, prächtigen Oeschichten von Gott sind totgeschlagen. Wir dürfen ihnen nicht mehr glauben. Aber die Erkenntnis des Elends, glauben zu müssen, bedrängt uns — die Sehnsucht nach neuem, stärkerem Olaubcn. Wir suchen. Wir können nirgends finden. Wir grämen uns, weil wir hilflos verlassen sind. Komme doch einer, lehre uns Ungläubige, Gottsüchtige.“ Einer Hauptgestalt seiner Prosa, der Lichtensfein_auch einige seiner tiefsten Poesien in den Mund legt, Ist ein buckliger Dichter mit dem romantisch-grotesken. Namen Kuno Kohn. Der Buckel wird, ohne daß Alfred Lichtenstein cs ausspricht, zum Symbol seines Judeseins, Seines besonderen Ausgesetztseins als Jude. - Während der Name Lene Levi in der Moritat „Der Fall in den Fluß“ nur eine Marotte Lichtensteins ist, der fast allenscinen Geschöpfen alitcrierende Namen gab, läßt sich noch eine Äußerung für sein — unbewußtes — Dichten aus dem Judentum heränziehen. Er sagt einmal, der „Wunsch, sich überlegen zu fühlen“, habe den „Anstoß zur Formulierung" reiner . Lyrik gegeben. Wenn der junge Olaf in der Skizze „Mieze Meier“-von den Dichtern spricht, die für ihn etwas bedeuten, so können wir ihn’ hierin mit Lichtenstein identifizieren. Schiller und George mochte er nicht — wegen ihrer feierlichen Getragenheit. Goethe, Rilke und 'Wedekind liebte er sehr; mit Wedekind teilte Lichtenstein die Abneigung gegen den Götzen Feierlichkeit, Rilkes Innigkeit finden wir uv einigen seiner besten Gedichte aufgegangen. Aber zu diesen deutschen ‘ Vorbildern kommt ein jüdisches Erbe, ein spezifisch jüdischer Humor: „Wenn die Traurigkeit in Verzweiflung ausartet, soll man grotesk werden.“ " _ Diese Mischung gibt den Schöpfungen Alfred Lichtensteins erst ihr unverwechselbares Ocpräge. Überschätzt soll .das Jüdische im Dichten Lichtensteins nicht werden. Die „geistreiche Verzerrung des'Wesentlichen ins Phantastische ist. auch Merkmal der expressionistischen Kunst an sich, mit der Groteske begegnete diese antibürgerliche Richtungjener naturalistischen Phantasielosigkeit, die es dem Bourgois allzu bequem machte. ■ — Zuerst und zuletzt jedoch ist für Lichtenstein nicht entscheidend, daß er ein Jude und daß er ein Expressionist ist, vielmehr, daß er ein Dichter ist. Neben zeitbedingten trägt er auch zeitlose Züge, mit Dichtem der Romantik hat er Verträumtheit und Sehnsucht gemeinsam, und nicht ohne Grund setzen wir rein gefühlsmäßig das "Wort „romantisch“ gern mit „poetisch“-gleich.. Ohne, daß-der Wortsinn romantisch ist, schwingt die Melodie des Fluges einer suchenden Seele als Unterton in Gedichten mit, in denen sich der Dichter in groteske Capriccios oder in die „Freude an reiner Artistik“ Lutz Weltmann. „Jeremias“ als Wohltätigkeitsaufführung Die Premiere im-Kulturbund deutscher Juden von Stefan Zweigs;,J e r e m i a s“ findet am Sonntag, 7. Oktober, abends 7 Uhr, als .Wohltätigkeitsveranstaltung zur Eröffnung der diesjährigen Sammelaktion des Zentralausschusses für_Hilfe und Aufbau statt. Der Reinertrag fließt ■dem Hilfswerk zu. Die Aufführung wird eingeleitet durch Ansprachen von Justizrat Dr. Julius Brodnitz und Dr. Siegfried Moses..