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Jüdisch-liberale Zeitung · 1934-09-21 · 76-77 (21.9.1934) · page 4

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
14 (1934)
Issue
76-77 (21.9.1934)
Date
1934-09-21
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Allerlei aus Hamburg cßzief an eil „db"i?is<A-fi6«a-fe Scitmtg" Hamburg. Im Januar war beschlossen worden, daß der gemeindliche Einkommensfeuersatz von 15 auf 10 Prozent erhöht werden sollte, damit die mit ungefähr 703 000 Mark veranschlagten Ausgaben gedeckt werden können. In der. letzten Sitzung des Repräsentantcn-Kollcgiums . wurde festgestellt, daß sich die Ausgaben fast in den Grenzen hielten, die im Haushaltungsplan berechnet wären1, aber aus zweierlei Gründen läßt sich dennoch die Lage der Gemeindefinanzen nicht als eine günstige bezeichnen. Einmal waren verschiedene Nachbcwilligüngen trotz der sparsamsten und geschicktesten Gemeiiidefinanzverwaltung unvermeidlich, die sich aber immerhin auf 48 000 Mark belaufen; diese unvorhergesehenen Ausgaben betreffen u. a. die Schulen, die Reichs-' Vertretung, die Beratungsstelle, die-Gemeinde Wandsbek, die Sportgruppc Schild und. Bar Kochba, den Synagogenverband. Außer diesen gewährten Nachbewilligungen wurden7 gleichzeitig vom Vorstand erneut Nachbewilligungen beantragt; die nochmals etwa Ö00ü Mark ansmachen. Während sich also herausstellt, daß der Gemeindeetat bis jetzt .7,5<>/o Mehrausgaben hat als--berechnet waren, wurde andererseits bekannt, daß die S t c u e re i n n a h m e n der Deutsch-Israelitischen Gemeinde im Sinken begriffen sind. Wenn man auch auf einen» Mindereingang der zu zahlenden Steuern gefaßt war, so muß doch bemerkt werden, daß der sich ergebende St eu c r a u s f a 11 von 4 0 »;« bedenklich stimmen und mit Sorge erfüllen muß. In der Synagoge Hoheluftchaussee fand aus Anlaß des 25jährigen Bestehens ein weihevoller Festgoltcsdienst statt, der seine besondere Prägung durch die Festpredigt von Herrn Rabbiner Dr. M. Lewin erhielt. —. Der Vorbereitung auf die hohen Feiertage waren Vorträge, Kurse und Arbeitsgemeinschaften in den verschiedenen Jugendbünden gewidmet. Auch die Synagogengenieindeu: die Neue Dammtor-Synagoge, der Israelitische Tempelvcrband, die Synagoge Hoheluftchaussee hätten durch ihre Rabbiner Vorträge über den Sinn der Feiertage, Wesen und Inhalt der Festgcbctc sowie die Bedeutung des Festgottesdienstes abhalten lassen. - Dr. Walter A. B e r e n d s o h n , der ehemalige Hamburger Universitätsprofessor, beging seinen 50. Geburtstag. Die ihn hochschätzende Hamburger Gemeinde nahm diesen Tag zilm Anlaß, seiner zu gedenken. Berendsolm, der -sich in der Gelehrtenwclt durch sein Werk über Selma Lagerlöf größtes Ansehen erworben hat, war einer der beliebtesten Professoren an der Hainbürgischcn Universität. Auch in jüdischen Kreisen stellten seine Vorträge stets ein Erlebnis dar. Nachdem sein Wirken an der Universität unmöglich geworden war, schied er schweren Herzens von der Heimat. Er lebt heute in.Kopenhagen als freier Gelehrter. In gesegnetem Alter „von 82 Jahren verstarb Moses D e u t scltlä n de r, eine .der bekanntesten Persönliclikeiteii Hamburgs und Altonas. Als Lehrer und später als Haupttehrer der Israelitischen Gemeindescliule in Altona tätig, hat er mehrere Generationen von jungen jüdischen Menschen betreut und fürs Leben erzogen. Auch in der von ihm nach seiner Pensionierung gegründeten Handelsschule .wirkte er erzieherisch und bildend. Er war einer der Mitbegründer der Henry Jones Loge in Hamburg vor 47 Jahren; durch seine Vorträge und sein wohltätiges Wirken in den verschiedensten Vereinen erwarb er sich besondere Beliebtheit. mcy. Aus anderen Gemeinden Bielefeld. Wie uns der Verwaltungsausschuß des Verbandes der Synagogengemeinden Westfalens im Anschluß an die Veröffentlichung der Meldung aus Recklinghausen in unserer Nummer vom 14. September miiieilt, beschränkt sich die amtliche Wirksamkeit des neuen Bezirksrabbiners Dr. Auerbach auf Recklinghausen und den bisherigen Bezirk Borken. Es handelt sich dabei um das vom Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden errichtete und unterhaltene Bezirksrabbinat Borken, das aus etwa 8—10 orthodoxen Kleingemeinden des nordwestlichen Münsterlandes besteht und bis Mai dieses Jahres von Herrn Rabbiner Dr. Köhler (jetzt in Schweinfurt) verwaltet worden ist. Der Rabbinatsbezirk Borken ist bisher dem seit mehr als 40 Jahren bestehenden Provinzialvcrband der westfälischen Gemeinden nicht beigetreten. Die Mitgliedsgemeinde Recklingshausen hat sich allerdings, um dem bei ihr bestehenden Mangel eines Vorbeters und Lehrers abzuhelfen, jetzt bereit erklärt, sich mit dem Börkener Bezirk zu verbinden in der Weise, daß Herr Dr. Auerbach seinen Sitz in Recklinghausen genommen hat. Konstanz. Aus Anlaß der 25jährigen Amtstätigkeit des Bezirksrabbiners Dr. Chone in unserer Gemeinde fand ein Festgottesdienst in der Synagoge statt. Das Gotteshaus und der Platz des Jubilars waren festlich geschmückt. Nach dem Einheben der Thora schilderte der Vorstand Rechtsanwalt Dr. Bloch das vorbildliche Wirken des Jubilars im Dienste der Gemeinde als Rabbiner, als Seelsorger, als Lehrer und Mensch. Die Festpredigt hielt der Vertreter dds Oberrats der Israeliten Badens, Konferehzrabbiner Dr. Ziemeis, Freiburg. Unter Zugrundelegung des Satzes aus- „Jesaia 51, Vers 5“ schilderte er die Pflichten des Rabbiners, die nicht allein rein religiöser Natur seien, sondern auch menschlicher und weltlicher Art, als Seelsorger, Berater und Lehrer. Hierauf ergriff der Jubilar das Wort, um tief bewegt für all die Ehrungen zu danken,' die ihm zu seinem Jubeltage vonseiten der Gemeinde, deren Organisationen und der Gemeindemitglieder erwiesen wurden. Die Ansprachen waren von Gesängen des Synagogenchors umrahmt. Die Gemeinde überreichte einen Chanukkahleuchter von dem jüdischen Künstler Hasgall aus Diesserihofen. ' B. Jüdische Künstler arbeiten für Juden Die „Deutsche Allgemeine Zeitung“ befaßt sich in einem längeren Artikel mit der Arbeit des Kulturhundsdeutscher Juden, in dem sie die Besonderheiten dieser Organisation und ihres Werdegangs bespricht. „Bekannte jüdische Künstler“, beißt cs in dem Artikel, „die Deutschland nicht verlassen wollen und die Hetze bestimmter Emigranten aufs schärfste ablehnen und verurteilen, sind bei diesen Veranstaltungen des Kulturbundes tätig.“ Es werden dann die einzelnen Mitarbeiter namentlich aufgeführt, und einzelne Repertoirestücke werden erwähnt. Zum Schluß heißt es: Wir betonten schon, daß die im Jüdischen Kulturbund organisierten Juden in Deutschland bleiben tHebtau%ant&r Kino immmiiuiimiiiiiiiiimiiiiimiuiuuiuuunmimmmuuummmuuuuiummmiuuuiuunu TAN ZUSTIMMUNG Wo. können wir uns gut amüsieren? „Caf6Trianön“ inh. Bornstein Bayerischer Platz 1, Tet. B 6 0835 MitgL d. jüd. 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III Offerten mit Gebaltsansprüchen und Zeugnisabschriften ■II sind unverzüglich an das Gemeindebüro Lindenstr. 14/15 ■II einzusenden. Hl Der Vorstand der Synagogogengemeinde Königsberg Pr. Unlerrich t Busch - Tennisplätze Wilmersdorf, Kalserallee49/50,H6,S869 Plätze Privatvermietung, Gastkarten. Gemeinschaft. Erstklassiger Unterricht Private Auto - Fahrschule Ignaz Grober Berlin W 50, Geisbergstraße 29 Individuelle Ausbildung, Eintritt jederzeit B 5 Barbarossa 8777 Wilmerstlorf, Westend, Zentrum C bis 14 Jahre. Musik, Sprachen stud. tned. 11. Behretuit Buraria 3'JJ0 Tennisplätze Württemberg geprüfter Tennislehrer Angenehmer Aufenthalt Württembcrgische Ecke Zähringer Str. Oüva 2927 Thiele-Kinderturnen nur Uhlandstr. 169 am Kttrlürstendamm, Tel. Bismarck 1756 Turnzirkel, Sommer im Freien, für Kleinkinder von 2 Jahren ab, Schulkindern und Erwachsenen ärztlich empfohlen. — Besle Eltemrefcrenzen. Prtv. 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In meiner Bibliothek befindet sich ein zweibändiges Werk, betitelt: „Berühmte israelitische Männer und .Frauen“ von Dr. Adolph Kohut. Auf Seite 51 des II. Bandes lesen wir . nachstehendes: Vielgefeiert und bewundert als Dramatiker, Epiker und Lyriker wurde einst Julius Mosen, eigentlich Moses, geboren am 8. Juli 1803 zu Marieney im sächsischen Vogtland und gestorben 1867 in Oldenburg. Einige seiner Lieder, wie z. B. das ernst getragene, würdevolle „Andreas Hofer“ („Zu Mantua in Banden“) und das von heißer Leidenschaft durchbebte „Die letzten Zehn vom 4. Regiment“ („Zu Warschau schwuren tausend auf den Knien“) drangen in alle Kreise und wurden Volkslieder in des Wortes wahrster Be- deutung. Dasselbe gilt auch von der „Völkerschlacht bei Leipzig“ („Es wollten viel treue Gesellen sich kaufen ein Vaterland“), ein einfaches schönes Lied, das seinerzeit von aller Welt gesungen wurde, es gilt auch vom „Trompeter an der Katzbach“. Auf eine weitere Tatsache, die vom jüdischen Standpunkt aus Interesse' verdient, macht die Wiener Schriftstellerin Klothilde Benedikt aufmerksam. Sie schreibt: „Nicht nur die Iselschlacht, auch das ganze Leben Andreas Hofers wurde in der letzten Woche in Österreich besprochen und beschrieben. In der heutigen kritischen Zeit sollte das Judentum sich nicht den Ruhm nehmen lassen, daß es Andreas Hofer den Vert e i-d i ge r bei seinem Todeswege gestellt hat. Man kann den Löwenmutdes jüdischen Advokaten Bassevi ermessen, den von einem Napoleon im voraus zum.Tode Verurteilten zu verteidigen. Kein anderer Advokat in Mantua stellte sich in die Bresche, abgesehen davon, daß kein anderer genügend die deutsche Sprache beherrschte, um sidh mit ■ dem Tiroler zu verständigen. Obwohl der so fromm katholische Andreas sicher einen Glaubensgenossen vorgezogen hätte, war er voll Dankbarkeit und Bewunderung für Bassevi, der entrüstet jedes Honorarangebot ablehnte. Er war übrigens der Sprößling des wohlhabenden Jakob Bassevi, des bekanntlich im dreißigjährigen Krieg in den österreichischen Adelsstand erhobenen Kriegslieferanten Ferdinands II, im übrigen aber schwerlich anders als napoleonisch gesinnt. Um so heroischer war es, daß er die Verteidigung übernahm und als oraiorisches und juridisches Meisterwerk nach nur halbstündiger Instruktion mit dem Gefangenen durchführte. Daß seine Mühe vergeblich sei, hatte ihm der Gefangene" selbst im voraus mit heldenhafter Ruhe gesagt; desto inniger war sein Dank an ihn. Bassevi konnte sich nicht entschließen, der Hinrichtung Hofers beizuwohnen. Man.ua war ihm verleidet; er übersiedelte nach Mailand, wo er eine glanzende Kanzlei hatte, in den Vorstand der Judengemeinde und der Advokatenkammer kam und im höchsten Greisenalter noch die Errichtung des Königreiches Italien erlebte.“ || itHen&t am Ctuio || Auto - Pension Reparaturwerkstatt, Dreherei, Schlosserei, Autogen-Schweißerei Walter Baldin Charlottenbg., Leibnlzstr. 98, Ecke Bismarckstraße C 4 Willi. 1778 Reinhold Fräntzel Spezial-Auto-SatUerel Berlin NW 40, Kirchstr. 10a C 9 Tiergarten 4509 B. M. w. Spezial-Reparaturwerkstatt Friedrich Dittes langjähriger B. M.W. - Fabrikmonteur Hatensee,Scescnerstr.7,n Bhf.Hohemd. sctiippy Auio-Sicfierung Zuverlässigste Steuerrad- Sicherung DRP., DRGM. Allelnuertr. Hin SchlDmann C2, Hoher Steinweg 15. 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