Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 14 (1934)
- Issue
- 76-77 (21.9.1934)
- Date
- 1934-09-21
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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daß ihm* die N.S.B.O. Vorhaltungen darüber gemacht habe, daß die betreffende Firma noch immer jüdische Angestellte beschäftige; er solle sich unverzüglich mit der Geschäfts!- leitung in Verbindung setzen und die Entlassung der jüdischen Angestellten, zunächst insbesondere der betreffenden Dame verlangen. Da die Firma glaubte, diesem Verlangen Folge leisten zu müssen, sprach sie auch die Entlassupg der jüdischen Angestellten aus. Unsere . Vereinigung erhob hiergegen Einspruch bei. dem Vertrauensrat der Firma und -gleichzeitig Beschwerde bei dem Senat der Freien Stadt Danzig; sie wies darauf hin, daß in diesem Verhalten eine Verletzung der Bestimmungen des Gesetzes zum Schutze des Wirtschaftslebens vom 6. 2. 34 und zugleich ein Verstoß gegen die Senatserklärung vom 2. 7. 34 zu sehen sei, in der die Regierung eindeutig zu erkennen gegeben hat, daß sie Boykottmaßnahmen gegen die jüdische Bevölkerung Danzigs mißbillige; Die K ü n d i g u n.g wurde auf den -Einspruch hin auch zurückgezogen, ferner teilte der Senat unserer.Vereinigung mit, daß er die betreffende Stelle der N.S.B.O. auf die Ungesetzlichkeit ihres Verhaltens aufmerksam gemacht und dafür Sorge getragen habe, daß ähnliche Vorkommnisse für die Zukunft sich nicht wiederholen.. Gleichzeitig hat der Senat der betreffenden Firma mitgeteilt, daß sie keineswegs auf Veranlassung irgend einer Organisation hin zur Kündigung von Angestellten gezwungen werden könne. Reichsbischof Müller zur Judenfrage In einer programmatischen Rede, die Rcichsbischof Müller in Hannover hielt, kam der Redner auch auf die Judenfrage zu sprechen und wandte sich gegen die Leute, die da sagten, Christus sei doch auch Jude gewesen. „Man müsse“, heißt es in dem Bericht des „Völkischen Beobachter“, „darauf immer erwidern, daß in jenem Volke stets •der Mann, der ihm die Wahrheit sagte, umgebracht'worden sei, zuletzt der Heiland selbst. Das Christentums sei nicht aus dem Judentum herausgewachsen, sondern in stetem Kampfe mit ihm entstanden. Zum erstenmal seit-christlicher Zeit habe nun ein Volk es gewagt,, den Juden den Kampf inzusagen. In diesem Kampfe müßten wir Christen. zu-_ sammenstehen, und wenn wir auch einmal ein halbes Jahr darben müßten.“ Antisemitischer Weltkongreß in Belgien .. Antwerpen. Es wird angekündigt, daß am 22. Septem-, ber in einem belgischen Kurort, dessen Name nicht genannt wird, ein antisemitischer Weltkongreß stattfinden soll. Dieser Kongreß wurde anstelle der ursprünglich geplanten getrennten Tagungen in Nürnberg und Brüssel einberufen und soll vier Tage dauern. - ’ -. ... und erster internationaler Kongreß gegen den Antisemitismus in Paris Paris. Am 22. September findet in Paris der erste internationale Kongreß der Ligen zur Bekämpfung des Antisemitismus statt. Unter den angek&ndigten Rednern befindet sich auch Lord Listowol. Ihre Teilnahme haben bisher die Ligen Englands, Frankreichs, Amerikas, der Tschechoslowakei, der Schweiz, Ägyptens und Armeniens angemeldet. Eine Schweizer Würdignng des Dichters Der 65 jährige Karl Wolfskehl Aus Anlaß des 65. Geburtstages des Dichters Karl W o 1 f s k e h 1', der Stefan George in die Ehrenhalle der deutschen Dichtung geleitet hat, veröffentlichen die „Basler Nachrichten“ eine eingehende Würdigung Wolfskeh'.s, in der es heißt: „Es gehört zu den wundersamen, nicht erklär- und nichtauflösbaren Tatsachen, daß im Kreis der Dichterfreuncte gerade dieser deutsche Dichter jüdischen Stammes es ist, in dem uraltes verschollenes germanisches Gut zu neuem Leben erwacht. Mag es eine tiefste Verwandtheit der schweifenden Stämme des Nordens und der wandernden Stämme der Wüste sein, die den Funken überspringen ließ, mag eine jener geheimnisvollen Verwandlungen. von Geist in Leib und Blut, geschehen sein, wie sie selten in seltenen- Wendezciten sich ereignen — wir wissen es nicht. Doch fassen wir und ehren die Frucht: In einer Zeit,- in 'der Tausende sich romantisch oder historisch um eine Wiedererweckung der Vergangenheit bemühen, ist zuerst diesem Einen Wotan leibhaft wieder erschienen-und wittert durch seinen Vers der nordische Gott. Darum auch erschließt sich ihm al t- und-mittelhochdeutsche Dichtung; nicht aus’gelehrtem Wissen, dessen es freilich auch in" reichem Maß bedurfte, sondern aus gleicher Erschütterung, aus gleichem Takt des Herzens übersetzt er die ältesten deutschen Dichtungen vom Hildebrands- bis zum Ezzolied, übersetzt er den Erzpoeten wie den Weinschwelg und gewinnt so dies versunkene Erbe dem neuen Tag ... Unter den Prophetenbildern, die Michelangelo artverwandt in der Sixtinischen Kapelle malte,-befindet-sich das Bild des Ezechiel, der im Lesen überrascht und erschüttert wurde von der Erscheinung der Herrlichkeit des Herrn und der die an ihn; ergehende Berufung annimmt, obschon ihre Schwere ihn schreckt. Vom Geschledht dieses Propheten ist- Karl'Wolfskehl: Leser und Seher und Deuter, dem alle Stufen des Wissens eignen, dem der Schauer der Gesichte, durch Auge und Herz, durch Seele und Leib blitzartig zuckend, das Zeichen der Berufung aufprägt, dem das Zeit- und Raumlose, das Ewige und das Unendliche zu Wort, Bild und Gestalt wird. Von seinem Geschlecht in einem Grade, daß man wesentliche Züge des Ezechiel in Wolfskehl .wiederzufinden meint, — die edle Handlung-des vorgeworfenen, .zugleich gesammelten und spähenden Kopfes, die jähen, weit •ausladenden Bewegungen, die Vereinigung von Stolz und Demut, von Zorn und Güte. Von seinem Geschlecht, doch nicht aus seinem Geist. Denn was Wolfskehl wirkte und wirkt, steht nicht mehr im Dienst' des Herrn der Vorzeit, sondern "ist Baustein zu den Grundvesten des neuen Aeon. Wenn sein Tag. anbricht, seine Sonne leuchtet, mag sich dem Dichter das Prophetenschicksäl erfüllen, dessen unentziehbare und bittere Last er in diesen Jahren oft genug nicht minder stark empfunden haben mag als das Glück der Begnadung.“ Folgenschwere Verdächtigungen jüdischer Serumforscher Immer wieder der Talmud! Danzig. Am. 25. August-brachte der „Danziger Vorposten“ einen aufsehenerregenden Angriff gegen die Verwendung von Heilserum, mit der Begründung,, daß die Senimforscher Behring, Ehrlich, Calmette, Neißer und Wassermann Juden und als solche bestrebt gewesen seien, einem angeblichen Talmudgebot folgend die Nichtjuden, mit Hilfe der' Sera zu vernichten! Dieser Artikel hat zwar die genannten weltberühmten Wissenschaftler in keiner' Weise berühren können, wohl aber hat er verheerende Folgen in den'Köpfen von Kranken gehabt, die auf die Anwendung der Heilsera daraufhin glaubten verzichten zu sollen. Angesichts dieser Gefährdung der Volksgesundheit sieht sich der „Vorposten“ genötigt, mit Hilfe einer ausführlichen Zuschrift des Leiters : des hiesigen pathologischen Instituts, den Versucji zu machen, die Folgen seines unsinnigen Angriffs auf die jüdischen Wissenschaftler einzudämmern. . In den Ausführungen der Danziger Sachverstän- . digen heißt es: „Der Verfasser des genannten Aufsatzes nennt in einem Atemzuge mit Behring (der übrigens kein Jude \Var. D. Red.) die Namen Ehrlich, Calmette, Neißer und Wassermann. Man erweist den rassischen Bestrebungen unserer Regierung einen schlechten Dienst, wenn man die Gefährlichkeit des Judentums dadurch zu beweisen sucht, daß man in billiger Weise Entdeckungen jüdischer "Forscher, die ihre Anerkennung in der ganzen Welt gefunden haben,, und über deren Wert die Akten geschlossen sind, als Angriffspunkte zu gehässigen Verdächtigungen benutzt. Es maßt sich kein Nationalsozialist die Behauptung an, daß der Deutsche allein in der Lage ist, auf irgendeinem Gebiet Hervorragendes zu leisten. Wir sind stolz auf die großen Leistungen gerade der deutschen Wissenschaft, und wir können mit Stolz sagen, daß unser Volk von jeher in der Wissenschaft führend gewesen ist und führend ist. Gerade weil diese Tatsache in aller Welt anerkannt wird, darf es uns nicht schwer fallen, auch unserer-' seits die Leistungen anderer Völker anzuerken-, nen. Es wäre müßig, an dieser Stelle auch nur ein -Wort zu verlieren über den.Wert der Wassermannschen Reaktion und der durch Ehrlich eingeführten Salvarsanbehandlimg bei einer Seuche, die mit der Einführung dieser Methoden ihre Schrecken verloren hat. Es ist klar, daß eine Behandlungsmethode, die sich die Abtötung von Krankheitserregern im lnenscji-“ liehen Organismus zum Ziel gesetzt hat und die dieses Ziel in der Tat erreicht, -besonders bei ihrer Neueinführung mit gewissen Gefahren verbunden sein mußte. Diese Gefahren sind durch die jetzt vorliegenden jahrzehntenlangen Erfahrungen auf ein Mindestmaß zurückgeführt worden, ja man kann sagen, daß eine richtig durchgeführte S a 1 v a r s a n b e h a n d In ii g keine Gefahren mehr in sich birgt.- Auf der anderen Seite steht dann der u n g e h e u re Erfolg dieser B.e h a n d 1 uugsw eise, von dein man sich nur eine Vorstellung machen kann, wenn man in älteren medizinischen Werken Darstellungen von verheerenden syphilitischen Zuständen findet, die' uns heute dank der Salvarsanbehandlimg ganz unbekannt sind. Aus welchen Gründen in dem Aufsatz Neißer und Wassermann zitiert werden, ist ganz unverständlich. Neißer ist" durch die Entdeckung des Gonocoecus als des Erregers, der Gonorrhoe bekannt geworden, eine Entdeckung,' die lediglich als Erfolg der Anwendung der auf Robert Koch zurückzuführenden bakteriologischen Methodik zu werten ist. Die Entdeckung Neißers hat uns die allein sichere Methode zum Nach-" weis der Gonorrhoe geschenkt. Wie man der Menscli- .heit mit dieser Methode überhaupt schaden kann; ist' unvorstellbar. Genau so verhält es sieh mit der Wassermannschen Reaktion, über die überhaupt kein Wort zu verlieren ist“. * Der Sachverständige weist zum Schluß darauf hin, daß die Juden Ehrlich, Wassermann und Neißer in engster V e rk n ii pfu n g. in i t der deutschen medizinischen Wissenschaft gearbeitet haben, eine Tatsache, die iiur den überraschen kann, der in dein Wahne lebt, daß jüdische Wissenschaftler ihre Rezepte sogenaimten jüdischen Gchcimlehren entnehmen. Werbetätigkeit jüdischer Finnen wird erschwert DecJCnlturbuhd probt - ' ' Von der Leinwand verschwunden Hundert Menschen auf der Bühne Dortmund. Die „Westfälische Landeszcitung Rote Erde“ schreibt: „Man. muß immer wieder feststellen, mit welcher Unverfrorenheit jüdische Geschäftsleute es auch heute noch versuchen, marktschreierische .Reklame für ihre Zwecke zu machen. Außer der gesamten NS-Presse in Deutschland, die bekanntlich grundsätzlich keine J ud en an ze igen aufnimmt, haben sich seit der Machtergreifung des Nationalsozialismus diesem Vorgehen auch die meisten übrigen Zei-, fungen in Deutschland angeschlossen. Hier und da gibt es allerdings noch sogenannte „Heimatblätter“ — auch in Dort-' mund —, die aus gewinnsüchtiger Einstellung heraus auf die Einnahmenaps jüdischen Inseratenaufträgcn nicht verzichten können. Der Jude, gerissen wie er ist, weiß sich zu helfen. Da für ihn auf dem Wege der Insertion in Deutschland heute nicht mehr viel zu machen ist, stürzt er sich neuerdings wieder auf die Kinogesellschaften und versucht, diese zu überreden, für ihn die Werbetrommel zu schlagen. Freitag abend voriger Woche Tief erstmalig jm Capitol der Film „Der verlorene Sohn“,“ der von allen Theaterbesuchern als ausgezeichnet angesprochen wurde. Diese aber waren andererseits nicht wenig erstaunt, als man ihnen am gleichen Abend jüdische Reklame-Filme der Firmen Gebrüder Kaufmann und Hergershausen vorsetzte. Ersterer sollte veranschaulichen, wie groß dieses Kaufhaus aus kleinsten Anfängen heraus (dank solcher Zeitgenossen, die ihr Geld nicht zum deutschen Kaufmann, sondern zum Juden tragen, D. Schrftl.) geworden ist. Die „WLZ“ erhielt Samstag vormittag fortgesetzt telefonische. Anrufe, die sämtlich in eine Entrüstung darüber ausklangen, daß man es im nationalsozialistischen Deutschland Im Kulturbund haben die Proben für das große Volksstück „Jeremias“ begonnen. Zum ersten Mal steht der Kulturbuna vor der Aufgabe, „Massen“ auf der Bühne des Berliner Theaters zu'sammeln und sie zu einem künstlerisch einheitlichen - Ganzen zusammenzuschmieden. Alte Schauspieler des Solo-Ensembles und eine große Reihe von Schauspielern und Schauspielerinnen, keine Komparseriemasse im üblichen Sinne, sondern künstlerisch geschulte Kräfte, werden für die Masscn- und Volksszenen des „Jeremias“ herausgcstellt. Man wird diese Menschen in ihren Bewegungen und in ihrer Sprache so leiten, daß ein unkünstierischcs „Rhabarber“ der Chöre vermieden wird und wirklich Stimmen und - Bewegungen des Chors aufeinander abgestimmt einen geformten und gestalteten Ausdruck erreichen. Die dramaturgische Arbeit des Werkes, die von Zweig selbst gelöst wurde, -hat man im Kulturbund noch weiter ausgeführt. Es wurde eine stimmungsvolle Bühnenmusik aus alten jüdischen Melodien geschaffen, die das großartig Deklamatorische des Stückes betont -und unterstreicht. Es war auch notwendig, den gesamten Bühnenaufbau für die Volksszenen zu verändern. Die Ausnutzung des' Bühnenraumes durch Podeste im Einklang mit Projektionen auf den Rimshorizont wird die an sich nicht sehr große Bühne in die grandiose palästinensische Landschaft wandeln, und es wird mit allen diesen _ Mitteln möglich sein, zum ersten Mal großes Theater— nicht . nur das intime Oesellschaftsstück, sondern wirklich breit angelegtes Volkstheater — zu spielen und auszubauen. Ein neuer Rabbiner der Reformgemeinde Köpenicker Wäscherei Ernst Richter Köpenick, AUhltdorfer Straße 90 P 4 Köpenick 0263 Tetef. Bestellungen täglich, aufier Fieltag u. Sonnabend, schonendate Behandlung . noch wage, den Besuchern von Kino-Theatern derart aufdring-. liehe jüdische Reklamefilme zu zeigen. Samstag früh sprach dann sofort ein Beauftragter der NSDAP, Ortsgruppe Uroß- Dortmund, bei der Geschäftsleitung des Capitol-Theaters vor, um diese über die Situation aufzuklären. In anerkennenswerter Weise sagte man sofort zu, die jüdischen Reklamcfilme auszuschalten, was inzwischen auch geschähen ist. Wir stehen daher nicht an, der Öffentlichkeit mitzutcilen, daß die beiden vorgenannten jüdischen Reklamefilme nun einmal,»und zwar am vergangenen Freitagabend, liefen, sie sind jetzt von der Leinwand verschwunden.“ ' In Ergänzung dieser Erklärung teilt die Westfälische Landeszeitung ihren Lesern am nächsten Tag folgendes mit: „Die Reklamefilme der jüdischen Kaufhäuser Gebr. Kaufmann und Hergershausen ■ wurden dem“Capitol-Theater nicht direkt, zugestellt, sondern durch Vermittlung einer großen Berliner Reklamegesellschaft, in deren Händen die Verteilung der gesamten Lichtbildreklame liegt. Die in Frage kommenden örtlichen Lichtspieltheater sind dadurch vertraglich verpflichtet, die jeweiligen Reklamefilme laufen zu lassen. Im vorliegenden Falle jedoch' hat die Direktion, wie die WLZ gestern schqp mitteilte, auf Grund des Einspruchs der NSDAP von sich aus sofort die beiden jüdischen Reklamefilme aus dem Programm . entfernen lassen, weil die dcufschbewußte Bevölkerung Dortmunds-dagegen energisch Protest erhoben hatte. Wir freuenuns über das mannhafte Verhalten des Direktors vom Capitol- Theater und würden es im übrigen begrüßen, wenn auch andere Unternehmungen, so auch zwei hiesige Zeitungen, die bekanntlich noch immer ihre Spalten für jüdische Anzeigen hergeben, dem vorstehenden Beispiel nacheifern würden.“ .Cfhlnccerpi Feyeraband, C 25 tfUlIVMCICI U. Ataind#r*tj. 11 Fordern SU imwr* VUHniiAMi bindüch Kottmwschlaf. Bämtt. Repa- '-Klempnerei nburm, Umbmitm UIV.W büL Pr$Um Nachdem der Rabbiner der Jüdisclien Reformgemeinde, Dr. Jelski, am ersten Mai d. J. in den Ruhestand getreten ist, haben Vorstand und Repräsentantcnkollcgium der Jüdischen Reformgemeinde beschlossen, die Predigcrstelle Rabbiner Dr. Max Koppel zu übertragen, der sein Amt am. ersten Oktober übernehmen wird. Dr. Koppel, der 29 Jahre alt ist, war seit.Ostern 1931 in Hirschherg als Rabbiner tätig. Die Amtseinführung des neucn Rabbiners wird am 7. Oktober, vormittags 10.30 Uhr, im Gotteshaus in der Johannisstr. 16 stattfinden. •Randbemerkungen" Nürnberg. Die „Fränkische Tageszeitung“ schreibt in den „Randbemerkungen" ihrer Nummer vom IQ. September: „Der Jude wäre eben nicht Jude, wenn er nicht versuchen würde, sein Geschäft nach wie vor zu seinem Nutzen und zu des deutschen Volkes Schaden weiter zu betreiben. Täglich mehren sich bei uns die Anfragen und Einsendungen, aus denen klar hervorgeht, daß jüdische Firmen glauben, in dem Maße, wie die Zeit seit der nationalsozialistischen Revolution verstreicht, sich wieder fest im deutschen Geschäftsleben eihnisten zu können.- Leider ist ihre Spekulation auf die Gedankenträgheit und Vergeßlichkeit breitester Volksschichten nicht ganz unrichtig. Wir wollen deshalb, vorerst einmal zwei Fälle kurz erwähnen, um an diesen Beispielen zu zeigen, wie sich das Judentum wieder überall festzusetzen beginnt und in alter Weise sein Geschäft zu machen versucht^ Eswerden dann die Eigentumsverhältnisse von zwei Nürnberger Geschäftsunternehmungen untersucht und die Bemerkung daran geknüpft: „Es wäre nicht uninteressant festzustellen, welche Käuferkreise im nationalsozialistischen Nürnberg immer noch in diesen Geschäften zu finden sind?!“