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Jüdisch-liberale Zeitung · 1934-10-19 · 84-85 (19.10.1934) · page 6

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
14 (1934)
Issue
84-85 (19.10.1934)
Date
1934-10-19
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Vor 150 Jaljren würbe fflofes Iflonfefiore geboren Der vierte Moses Der Senbbofe ber ITlenfdjenliebß — Sein Kampf gegen bie Bluflüge - Der Dank ber englischen Königin Alan hat ihn den vierten Moses genannt. Neben unserem Lehrer Alose, Moses ben Maimon, bekannter unter dem Namen Maimonidcs, und- Moses Mendelssohn. Im Alter von 101 Jahren ist Sir Moses Montefiore, der ani 24. Oktober 17S4 in Livorno geboren war, gestorben. Eines seiner Altersbildnisse zeigt die personifizierte Güte. Augen, aus denen milde Warme strahlt. Eine hohe Stirn, von weihen Schläfenlöckchen umrahmt, hinter der Zeit seines. Lebens Gedanken hämmerten, die ausschließlich dem Wohl und dem Glück seiner Mitmenschen galten. In der Leidensgeschichte der Juden des 19. Jahrhunderts leuchtet der Name dieses großem Philanthropen als ynverblaßter Stern der Erlösung. Er ist eine der repräsentativsten Figuren der jüdischen Politik dieser Zeit, ein Sendbote der Menschenliebe. Von der Börse zur Politik Ein Schwager des ersten englischen Rothschild, Nathan Mayer, war er in dessen Firma zunächst als Fondsmakler tätig, liis er die Börse mit der Politik vertauschte, den Beruf anfgab, um der Berufung zu folgen, das Elend seiner Glaubensgenossen zu mildern. An äußeren Ehren hat cs diesem selbstlosen, bescheidenen Manrie nie gefehlt. Im Jahre 1S37 wurde er Sheriff der Londoner'City, wenige Jahre darauf empfing er von der Königin Viktoria den Adel, und als 62jährigcr erhielt er „für seine großen Verdienste um das jüdische Volk“ die Baronetswürde. Inzwischen war Moses Montefiore längst zu internationaler Bedeutung gelangt. Seine erste große Mission, die seinen Namen durch die ganze Welt trug, führte er im Jahre 1841) als Präsident des Board of Depiities of the British Jews im Zusammenhang mit der furchtbaren Blutbeschuldigung der türkischen Juden in Damaskus aus. Doppelte Blulanklage Dort waren zu Beginn jenes Jahres der Pater des Kapuzincrklosters in' Damaskus, Tomaso, und sein. Diener verschwunden. Man wollte sie zuletzt im Judenviertel gesehen haben, und die Mönche verbreiteten, unterstützt von dem französischen Konsul Ratti-Menton, da. Gerücht, Juden hätten die beiden Männer ermordet, um iltr Blut zum Passahfest zu verwenden. Auf Antrag Ralti-Menions wurden sieben der angesehensten Juden in Damaskus, darunter drei Rabbinen, eiugckcrkert und grausam gefoltert, um ihnen Geständnisse zu erpressen. Fast tun die gleiche Zeit fand man auf der zur Türkei gehörenden Insel Rhodus einen zehnjährigen Knaben, den Sohn eines griechischen Bauern, erhängt auf. Audi liier wurden die Juden des Mordes verdächtigt, und mit den gleichen Mitteln wurde versucht, .ihnen Geständnisse abzuringen. Die Folge dieser doppelten Anklage war ein Sturm gegen die Juden in Syrien .und in der Türkei. In Djabar bei Damaskus drang der aufgehetzte Pöbel in die Synagoge, verwüstete und plünderte das Gotteshaus und riß die Gesetzesrollen in Stücke. In Beirut wurden die Juden nur durch die Dazwischenkunft des holländischen und des preußischen Konsuls vor Mißhandlungen geschützt. Für die Unglücklichen von Damaskus Diese Vorgänge gegen die der österreichische Konsul Merlato in Konstantinopel vergebens protestierte, riefen in der ganzen zivilisierten Welt tiefste Entrüstung hervor. Staatsmänner wie Palmerston und Fürst Metternich, Männer der Kirche wie der katholische Domprediger Veitli in Wien und der evangelische Kirchenlehrer Neandcr in Berlin traten für die Unglücklichen in Damaskus ein. Die Juden aller Länder waren von Entsetzen gepackt bei dem Gedanken, daß das mittelalterliche Märchen von der Verwendung von Christenblut zu jüdisch-rituellen Zwecken noch Gehör fände. Adolph Cremieux, damals Vizepräsident des französischen Zentral-Konsistoriums, war der erste, der diesen Verleumdungen in Frankreich entgegentrat und mit dem zündenden Feuer seiner Beredtsamkeit eine Agitation ins Werk setzte, um das Lügengewebe, das sich von Damaskus bis nach Nordafrika ausbreitete, zu zerreißen. Die englischen Juden, Natiianael Rothschild und Moses Montefiore an der Spitze, schlossen sich dieser Bewegung an. Es wurde beschlossen, eine Abordnung nach Damaskus zu entsenden, die an Ort und Stelle die furchtbarsten Blutanklagen widerlegen und die Befreiung der Gefangenen erwirken sollte. . Die Konzert-Saison beginnt Der Kulturbund kündigt für diesen Winter die systematische Pflege auch modernen jüdischen Schaffens an. "Das Oktoberfconzert, das luerin einen Anfang machte, zeigte *Bas Orchester unter Rosenstocks Führung nunmehr in erfreulichem Maße solchen Anforderungen gewachsen. Alan gab gleich zwei Uraufführungen, zunächst eine Ouvertüre „Aus dem Süden“ von Bernhard Sektes, der ja kein Unbekannter mehr ist. Das knapp gehaltene Stück zeichnet sich durch farbige Instrumentierung und ' vor allem Sprache erinnert es zuweilen an Tschaikowjsky; geht aber doch darüber hinaus in modernere Bezirke. Ganz besonders meisterhaft.erscheint uns die Harmonisierung der verwendeten Vo’ksÜedmetodie. DaS ^Scherzo für Streichorchester von Edward Alo.ritz folgr irr. Typus*dert großen sinfonischen Vorbildern: es ist gut gearbeitet ur.d Hübsch, erfunden, zeigt aber trotz des geringen Umfangs in Mittelteil einige Breiten. Beide Neuheiten -wurden mit Beifall aufgenommen. Das anschließend gespielte Cellokonzert von Boccherini kommt im Prögrannbuch bei Anneliese Landau ein bißchen Schlecht weg:, namentlich der MitteUatz ist keineswegs von .spielerischer Leere”, sondern trägt in seiner eilen Haltung sogar ooch Merkmale der Bachzeir,: und auch das Finale besitzt innere Lebendigkeit. Hermann Weil spielte den Solopart mit der nötigen Geläufigkeit; doch* wurde eine stärkere Akzentuierung im .Rhythmischen .die Plastik der Darstellung verstärken. Am Schluß des Abends stand die große C-dm-Svmplionie von Schubert. Das ungeheure Werk mit seinen sehr exponierten Bläserpartien stellte das junge Orchester vor eine sehr schwierige Aufgabe. Rosenstock führte seine Schar mit ‘■sorgsamer und-, rücksichtsvoller Leitung über alle Klippen Lunweg: es wurde eine fließende Aufführung, stellenweise •sogar — Streicher und Holzbläser allein von. ganz, besonderer Klangsehönheit und reicher .Schattierung. Aber die Dämonie dieser Musik, ihre gewaltigen Kontraste, das alles konnte noch nicht Erfüllung werden. Immerhin war es eine respektable Leistung, die denn auch verdienten Beifall faijd. Die Kunst! e r b i 1 f e «rröffnetc die Reihe ihrer Sornlerkon/.erte, in denen;,ror:.:nfn‘e Musiker auftreleu werden, mit einem Programm Openiarien und -enscmhles. So etwas ist nur bei v.irk^’h hochrangiger ' Ausführung künstlerisch tragbar, wenn nämlich solche. Sätze nicht, einfach als Gelegenheit dienen, eine mehr oder weniger „gute Höhe“ zu zeigen u. ä., sondern in ihrem dramatischen Charakter voll gewahrt bleiben. Und dafür war liier Sorge getragen. Alle Mitwirk enden gestalteten mit starker Musikalität und reicher . Ausdruckskraft, voran Hermann Scliey mit seinem prächtig vollem Organ; seine Hans Sachs-Stücke hinterlicßen einen besonders nachhaltigen Eindruck. Elsa Jülich weiß die ihrer Stimme mitunter fehlende Weichheit durch die Kultur ihres Singcns, durch : die Intensität der melodischen Linie auszugLeichcn. Ihnen'schlossen sich in den Enseinblesätzen der vortreffliche Max Mansfeld sowie — . im /Meister- Singerquintett, das wirklich klangschön herauskam — Emma Za der sowie Ralph-Bernd'in würdiger Weise an. Alles in allem: ein'außerordentlich genußreicher Abend, der uns mit Vorfreude den kommenden entgegensehen läßt. F. Auf dem Staatsschiff der Königin Viktoria Die Schlußberatung für die Absendung Montefiores fand in der großen Synagoge in London statt. '„Es ist keine Gelegenheit,“ äußerte Montefiore in seiner einfachen Weise, „Schmeicheleien zu sagen oder zu empfangen. Wie sehr ich mich auch geehrt fühle, meine einfache und klare .Antwort ist: Halten Sie mich für fähig, den Auftrag zu übernehmen, so setze ich jede andere Rücksicht beiseite und sage:. Ja,'ich will gehen... Wir gehen, um womöglich das dunkle Gewirrt teuflischer Taten aufzuhellen, die Verschwörung zu entdecken und die Verschworenen zu beschämen, unsere Brüder im Osten von dem Schandfleck zu reinigen, den Unduldsamkeit, Betrug und Rauhsucht auf unsere Nation zu werfen versucht haben.“ Mil Empfehlungsschreiben von Staatslenkern versehen, und begleitet von den Segenswünschen von Millionen Menschen,-schickte sich Montefiore zu der bedeutsamen Reise an. ln einer Abschiedsaudienz stellte ihm Königin Viktoria ein Staatsschiff zur Verführung. In seiner Begleitung befand sich auch seine gebildete, feinsinnige und warmherzige Frau Judith, die es sich nicht hatte nehmen lassen, die Beschwerden ihres Mannes auf dieser Reise für die gute Sache ihrer Glaubensgenossen zu teilen. Überall, wo diese mutigen Vertreter der Judcnhcit auf ihrer Durchreise erschienen, wurden sie mit Begeisterung empfangen, ln Livorno, der Gehurtsstadt Montefiores, beging die portugiesische Gemeinde den Tag mit einer ernsten Feier, die Rabbinen ließen für Montefiore und‘Cremieux Gebete tin Gottesdienst einschalten. Der berichtigte Freilassungsbefehl Nach. Überwindung von mancherlei Schwierigkeiten, die mau ihnen am Ziel ihrer Reise in den Weg legte, erreichten die Abgesandten schließlich von Mehmet Ali,- dem Vizekönig von Ägypten, der damals die lierrschergcwalt in Syrien ausüble, die Befreiung' der unschuldigen Gefangenen. Nicht gering jedoch war das Erstaunen Montefiores und Cremieux’, als ihnen eine Übersetzung des F r e i l a s s 11 n g s b e f e li 1 s vor Augen kam. Darin stand nämlich: „Die Herren Moses Montefiore und Cremieux haben midi gebeten; die gefangenen- Juden in Damaskus zu begnadigen und ihnen Befreiung zu gewähren.“ Cremieux eilte daraufhin zum Pascha,- um ihm begreiflich zu.machen, daß der Ausdruck Begnadigung einen Makel für die Angeklagten und somit für die ganze Juden-- heit bedeute, weil sie dadurch als strafbar erklärt würden. Dem Verlangen, daß dafür „Freiheit und Ruhe“ gesetzt werde, wurde auch slattgegebcn. Religion verbietet Blutgenuß Auch einen Ferman des Sultans in Konstantinopcl setzten Montefiore tmd Cremieux durch, des Inhalts, daß die Anklagen gegen die Juden, von Damaskus und Rhodus für falsch befunden worden seien, und er bewies aus den Religionsbüchern, daß den Juden nicht nur der Genuß von Tierblut, sondern ganz gewiß von Menschenblut verboten sei. Mit ungeheurer Schnelligkeit verbreitete sielt die Nachricht von der Freilassung der Gefangenen, von denen einige durch Folterqualen furchtbar verstümmelt waren, in der Stadt. Juden und Türken begleiteten die Dulder vom Gefängnisgebäude aus zur Synagoge, wo sie Gott für ihre wiedererlangte Freiheit dankten- Die Freude der Juden in allen Weltteilen über den Sieg, der Wahrheit, war unbeschreiblich. Die Rückreise der jüdischen Gesandten aus dem Morgenlande glich,einem Triumphzug. Überall suchten die jüdischen Gemeinden naclt sichtbaren Zeichen des Dankes, überall wurden die beiden Retter, jüdischer Ehre mit Ansprachen, Adressen und Zuschriften überschüttet. Aufrichtig war auch der Dank, den die Königin Viktoria Moses Montefiore zollte für die Hilfe, die er seinen Stammesgenossen gebracht hatte. Sie belohnte ihn mit einem Ehrenwappen, und als er ohne Nachkommen starb, übertrug sie die Baronetswürde auf seinen Großneffen Francis Abraham Montefiore. Als 90 jähriger in Palästina Eindrucksvoll verlief auch ejne Feier in der Londoner Synagoge, bei der .Montefiore ein silberpes Kunstwerk zum Andenken überreicht wurde. Dieser erste große Erfolg Aloses Montefiores bewirkte, daß cr-bald überall da zum Vorkämpfer der Juden wurde, woimmer sie" der Verfolgung ausgesetzt waren oder ihre Interessen eine Intervention erforderten. ' Die harten Bestimmungen, die Kaiser Nikolaus gegen die russischen Juden erließ, führten Montefiore 1846 nach Petersburg, wö er für die unterdrückten Bekenner des Judentums beim Zaren Fürsprache einlegte. Im Jahre 1350 erwirkte er benn Papst Pius IX. die Rückgabe des seinen Eltern gewait- ' sam entrissenen und zwangsgetauften Knaben Mortara, dessen Mutter vor Schmerz wahnsinnig wurde. Die Judenverfolgungen in Marokko führten ihn noch im Alter von 80 Jahren zum Schutz seiner hart verfolgten Glaubensbrüder dorthin, und 1S67 riefen ihn Exzesse nach Rumänien, und seinen Bemühungen gelang es, viel Elend von den rumänischen Juden abzuwenden. ' . ■ , , ' Seine Sehnsucht war stets nach Palästina gerichtet. Siebenmal hat er dieses Land aufgesucht; das erste Mal im Jahre 1827 zusammen mit seiner Gattin Judith, die bei seinen Missionen seine ständige Begleiterin blieb, zuletzt als Greis' von 90 Jahren. Wöhltun. war ihm' Lebensbedürfnis. Bald sandte er Ärzte und Apotheken nach Jerusalem, bald kaufte er im Heiligen Lande Obstgärten an,. damit arme Leute lohnende Beschäftigung fänden, oder er ließ Druckerpressen aufstellen, um durch ihre Erzeugnisse die geistige Tätigkeit, der Bewohner anzuregen. Für seinen frommen Sinn spricht auch der Umstand, daß er an Rah eis Grab ein Zelt' errichten ließ, damit es in gutem Zustand erhalten bleibe. Bis zu seinem letzten Atemzug stand Moses Montefiore da, wo es das Wohl seiner Glaubensgenossen galt, ein edles, unvergeßliches Vorbild der Humanität. ’ E. Ta. Wie Moses Montefiore den Ritterschlag empfing Eines Abends sind,, wie Eugen Wölbe-in seiner Biographie Montefiores schildert, Montefiores gerade von einem Besuch nach_ Hause gekommen. Da ertönt die Hausglocke. Besuch zu so ungewöhnlicher Stunde? Das muß eine eigene Bewandtnis haben! , - Mr. George Carrol — Montefiores Mit-Sheriff — läßt sich melden. Er bringt eine wichtige Nachricht: Der Lordkanzler beabsichtigt, der Königin vorzuschlagen, den Lord- Mayor in den Freiherrnstand, die beiden Sheriffs, in den Ritterstand zu. erheben. . Diese erfreuliche Nachricht bestätigt sich. Bei der feierlichen Installierung des neuen Lord-Mayors werden die Standeserhöhungen verkündet.. Montefiore nennt diesen -Tag „einen stolzen Tag, ja den stolzesten mit Ausnahme des Tages, an dem wir unserit Tempel in' Rainsgate einweihten.' Ich hoffe, die Ehre, welcher mich unsere Allergnädigste Königin würdigt, wird glückverheißend sein für uns und für, ganz Israel“. ■ . ■ In festlichem Zuge ritten der Lord-Mayor, die Sheriffs, die Aldermen und die Mitglieder des Gemeinen Rates — alle in Galauniform — vom Rathause nach der Guild-Hall. Hierharrte die Königin der Würdenträger. Nach einer Begrüßungsansprache des Recorders verkündete die Königin die Standes-' erltöhung des Lord-Mavors. Jetzt, wurden die Sheriffs in die Halle geführt. Alle Anwesenden erhoben sich von ihren Sitzen. Lautlose Stille herrschte. Da kniete George Carrol nieder und empfing den Ritterschlag. Alsdann beugte Montefiore das Knie. Die Königin berührte seine linke Schulter leicht mit einem Schwerte und rief ihm dann zu: „Stehen Sie auf, Sir Moses!“ Und als dieser den Blick erhob, da sah er sein Banner mit dem selbstgewählten Schmuck über seinem Haupte schweben. in treuem Gedenken an das Land, von dem Gotteswort hinausgegangen ist in alle Welt, hatte Montefiore als Wappen eine Zeder des Libanon gewählt, die zwischen Blumenbergen (monti di fiori) emporsprießt. Rittervisier, Straußenfedern und Krone überragen das Wappenschild, das auf der einen Seite voll einem Löwen, auf der andern von einem Hirsch gehalten wird. Diese Wappentiere tragen je ein, Fähnchen mit dem Namen „Jerusalem“ in hebräischen Buchstaben. Um den unteren Teil des Wappenschildes schlingt sich ein Band um Montefiores Wahlspruch: „Think and Tltank“ (denke und danke). Die sinnreiche Zusammenstellung dieses Wappenschildes beruht auf den Schriftworten: - „Der Gerechte wird grünen wie ein Palmenbaum; er wird sprießen wie eine Zeder auf dem Libanon.“ (Ps. 92, 13.) „Ich erhebe meine Augen zu den Bergen, von wannen wird mein'Beistand kommen?“ (Psalm 121, 1.) „Sei stark wie ein Löwe, zu vollziehen 'den Willen deines himmlischen .Vaters.“ (Sprüche der Väter V, 23.) „Wie ein Hirsch schreiet nach frischem Wasser, so schreiet meine Seele zu dir, o Ewiger.“ (Psalm 42, 2.) Montefiore war glücklich. Glücklich, nicht weil diese hohe Ehre seiner Eitelkeit schmeichelte. Nein, dazu war er zu bescheiden — sondern weil er die herzliche Freude schimmern sah in den Äugen seiner Gattin und weil in seinem vor Aufregung kochenden Herzen der Gedanke lebte, wie wird meine alte' Mutter sich freuen!

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