Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 14 (1934)
- Issue
- 63 (7.8.1934)
- Date
- 1934-08-07
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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«eilte Schulter ist auffallend muskulös. Ihre Sprache berührt mich heimatlich; aber ich kenne Sie nicht.“ „ „Wenn ich Ihnen meinen Namen nenne, werden Sie mich dann kennen? Ich bin Frau Wohl, vielleicht,“ fügt sie bescheiden hinzu, „haben Sie in unseren Zeitungen schon von mir gelesen.“ . Ich mache ihr achtungsvoll Platz. Die bekannte jüdische Tennisspielerin aus Frankfurt. Sie läßt sich im Sande nieder und erzählt; erzählt, wie nett-sie überall aufgenommen, mit welcher einmütigen Freude das jüdische Publikum sie in Stuttgart, in Köln und Homburg begrüßt hat, wie fair die Spiele waren, und wie sie sich auf die kommenden freut. Jetzt ist sie in Berlin, will ein paar Tage „verschnaufen“ von ijiren Siegen, will aber auch neue Kampfspiele unter den jüdischen Klubs arrangieren. „Und,“ fügt sie lächelnd hinzu, „wir haben nicht mehr viel Zeit zu verlieren, bald ist die große Olympiade, da müssen wir diesmal erst recht zeigen, was wir können!“ Sie nimmt ihren Bademantel, schüttelt mir die Han'd sportsmäßig und kameradschaftlich, als ob wir am Netze gestanden hätten. Zwei Menschen haben mitten unter dem Publikum die Bälle gegenseitiger Achtung, gegenseitigen Vertrauens gewechselt ... Dr. T. Simon. Wie Karl Schurz über die Juden dachte Worte des Wohlwollens Im Tiergartcnviertel Berlins wurde vor kurzem das neue Heim der Ka r I-Schu rz-V e r einigung eingeweiht. Gleichzeitig mit der Einweihung und einer Gedenkfeier für . diesen berühmten deutschamerikanischen Staatsmann zu seinem 28. Todestage .fand die Enthüllung einer Kqrl-Schurz-Büste statt. Auch wir Juden haben im Geiste an jener Feier teilgenommen. Denn Karl Schurz bekundete bei den verschiedensten Gelegenheiten in der alten und in der neuen Heimat nicht nur stets Verständnis für die jüdische Gemeinschaft, er fand auch wiederholt Worte der Anerkennung und des Wohlwollens für Juden und Judentum. So führte er bei der Einweihung-des Möntefiore- Heims in New;York im Jahre 1899 u. a. aus: „Aus zwei Gründen bin . ich ganz ..besonders stolz, bei der Einweihung dieses Denkmals der Wohltätigkeit tätig sein zu können. Den einen finde ich in dem Zwecke, dem dieses herrliche Gebäude dienen soll, den andern in der Tatsache, daß der Name, den _es trägt, einen der edelsten Männer dieses Jahrhunderts, wenn nicht aller Zeiten, verewigt. Der Ruhm Sir Moses Montefiores ist verschieden von dem der meisten gefeierten Männer. Er war ein einfacher Bankier, ein Kaufmann. Er errang sein Vermögen durch ehrliche Arbeit aut dem Geldmärkte, er war ein schlichter Bürger, keineswegs in hoher sozialer Stellung geboren, und war ein Jude, ein Jude zu einer Zeit, wo in Vielen Ländern Jude sein eine Last von Vorurteilen, von politischen und sozialen .Beschränkungen tragen hieß. Und noch mehr; da er Jude war, bestrebte er sich, vor der Welt auch als Jude z-u gelten . . .“ Sein Charakter und seine Lebensführung als Mann würden jedem Bekenntnis zur Ehre und den besten Lehren jeder Religion zur Zierde gereicht haben. Ihn ehrten Minister, Könige, Kaiser, Paschas und Sultane, deren Achtung er nicht durch das Gewicht seines Vermögens, sondern durch den Zauber seiner Herzensgüte sich erwarb. Wo immer Not und Elend seine . Stammesgenossen heimsuchten, war er zu helfen bereit, indem er nicht'nur mit vollen Händen von seinem Überflüsse gab, sondern selbst hinauszog, zu sehen, zu prüfen, zu raten, zu helfen — nicht einmal, sondern wieder und immer wieder. Ob Christ, ob Heide oder Jude, sie alle ‘fanden seine Börse offen, sein tiefes Mitgefühl, seinen weisen Rat, seinen mächtigen Einfluß tätig und hilfsbereit. Selbst die Feinde seines Glaubens bezwang die Hochherzigkeit und Milde des wunderbaren Mannes . . .“ - Nach einer Würdigung der Verdienste der Männer, die das Montefiore-Hcim im Geiste Montefiores ins Leben gerufen haben, fuhr Karl Schurz fort: „ES ist dies nicht das einzige Denkmal, das die Juden Ncw-Yorks ihrem Gemeinsinn und ihrer. Wohltätigkeit gesetzt haben. Wohl mögen andere an Pracht und Größe dieses Denkmal übertreffen, aber keines ihrer eigenen, keines der von anderen Bürgerklassen errichteten gleicht ihm in der Herrlichkeit der Empfindungen, die es geschaffen . . . Wenn die alte Welt uns auf die Pracht ihrer Fürstenpaläste und Königsschlösser hinweist, so deutet die amerikanische Republik auf ihre Lehrstätten und Krankenhäuser, die von dem patriotischen Großmut schlichter Bürger geschaffen wurden, und spricht: Dies sind meine Paläste! Und daß das Volk Amerikas zu diesem stolzen Wort berechtigt ist, dazu haben die Juden ebenso viel beigetragen, wie irgend eine Klasse der Bevölkerung, ja, ich darf hier wiederholen, was ich oft in Gegenwart anderer gesagt, die Juden haben im Verhältnis zu ihrer Zahl viel mehr getan. Ich wiederhole dies mit uni so größerer Bereitwilligkeit, als ich neuerdings Gelegenheit hatte, die ursächlichen Quellen, den Charakter und die Ziele der sogenannten .antisemitischen Bewegung' zu beobachten, einer Bewegung, deren fanatischer und verfolgungssüchtiger Geist eine Beschimpfung des neunzehnten Jahrhunderts ist, deren Ungerechtigkeit jedes Gefühl der Billigkeit und des Anstandes schmäht. Angesichts, dieser Bewegung, die auf Jahre hinaus die Ruhe einiger Länder Europas gestört und ihre Schatten selbst über den Ozean hinüber auf unsere Küsten geworfen hat, ist es für dasl Menschenherz doppelt wohltuend, den Präsidenten des Montefiore-Heims sagen zu hören, daß dieses Dach zwar bestimmt ist, die Bedürftigen Israels zu schützen, daß aber kein Menschenwesen seines religiösen Bekenntnisses wegen von dieser Zufluchtsstätte ausgeschlossen werden soll.“ . Bei einer anderen Gelegenheit hat sich Karl Schurz einem Zeitungsmann gegenüber gleichfalls über den Antisemitismus ausgesprochen. Er meinte u. a.: „Ich habe gute und schlechte Menschen gefunden, ehrliche Menschen und Schufte, edle und unedle Typen, gesellschaftlich angenehme und unangenehme, unter Juden und Christen in fast gleichen Verhältnissen. Für das vorurteilslose Auge gibt es, wenn .einige, nur sehr geringe Verschiedenheit. Aber die Juden leiden unter dem Nachteile, daß das Verfehlen der Individuen unter ihnen von der Stimme der herrschenden -Gesellschaft auf Lasten ihrer Rasse gesetzt wird. Wenn ein Jude sich ungefällig bemerkbar macht, tönt sofort der Ruf: „Seht auf den Juden!“ Wenn ein Christ dasselbe Ding tut, hören wir nie den Ruf: „Seht den Christen!“ Die Mittel, welche allmählich das herrschende Vorurteil zerstören werden, sind Zeit, Erziehung und gegenseitige Pflege von Gerechtigkeit und gutem Willen. Die Wirkungen, welche Jahrhunderte der Verfolgung und Unterdrückung auf die Juden geübt, werden allmählich verwischt werden durch den freien Verkehr der Juden und Christen auf dem Boden anerkannter Gleichheit. Und dieser Prozeß wird um so mehr erleichtert und beschleunigt werden,' je mehr der eine dem Gefühle und der Selbstachtung des andern seine Aufmerksamkeit zuwendet.“ Was Juden der Welt gegeben haben Wer anders — als Sanders?! SrhfinfPr dPC riPIltCfhPn WnrtPrHlirhPC . Sanders ealt “> das oft nur schwach entwickelte SprachwM1U|IICI UCJ UCUuVIlwII nUllCIVUMl» gefühl zu wecken, die Liebe zu deutschem Wort und deutscher Es sind jetzL vierzig Jahre" her, seit DanielSanders Ausdrucksweise zu fördern, der F r e m d s p r a c h e 1 e i entdie letzten Korrekturbogen zu seinem monumentalen Werk: gegenzuarbeiten und so für den Gebrauch einer verbesserten „Wö rter buch»der deutschen Sprache! Mit Belegen nnd veredelten Sprach- und Schreibweise zu wirken. von Luther bis zur Gegenwart“-äbliefertc. Nach langen Vor- . arbeiten, zu denen vorerst nur die Liebe zur deutschen Sprache . den Ansporn gegeben hatte, war in sechs Jahren das Wörterbuch entstanden. Diese Liebe war es auch, die den stillen, fleißigen Gelehrten veranlaßt hatte, den Direktorposten einer höheren Schule in Frankfurt a‘. M. äbziilehnen und sibh lieber dem weniger sicheren Beruf eines Privatgelehrten zu widmen und das Wörterbuch in Angriff zu nehmen. Für die Fortentwicklung und die Kenntnis der deutschen Sprache war der „Sanders“ für die vorige Generation ein außerordentlich wertvolles Lehr- und Hilfsmittel. Bis weit über die Grenzen Deutschlands drang der Ruf des Mannes und seiner Arbeit. Es war kein Lehrbuch, das der Meister seiner Muttersprache geschaffen hatte, aber ein Nachschlagewerk, das über den richtigen Gebrauch des -Deutschen — der oft noch im Argen lag — klare und belehrende Auskunft gab. -Daniel Sanders wurde am 12. November 1819 in Strelitz - geboren. Sein Vater war ein wohlhabender Kaufmann und konnte dem begabten Knaben eine gute Schulbildung zuteil werden lassen. Er besuchte das Gymnasium in Neustrelitz und studierte dann in Berlin und Halle Philosophie und germanische Philologie. Mit dem Doktordiplom und dem Befähigungszeugnis zum Oberlehrer verließ Sanders Halle und kehrte in seine Heimat zurück,' wo man ihm die Stelle eines Schulleiters übertrug. Hier war er bis zum Jahre 1852 tätig. Aus politischen Gründen wurde die Schule geschlossen. Und nun begann Sanders an seinem Lebenswerk, dem „Wörterbuch“ zu arbeiten. Diese Arbeit und dieses Streben wurden von seinen Zeitgenossen hoch anerkannt und gewertet. Fehlte es auch nicht an Kritikern, so blieben sie doch sehr in der Minderzahl gegenüber der großen Schar der Begeisterten. Wie viele Persönlichkeiten, die damals im deutschen Schrifttum. maßgebend waren, liehen .dieser Begeisterung wiederholt wärmsten Ausdruck. E. du Bois-Reymond, der große Berliner Physiologe, schrieb: „Wie Leibniz zehn Jahre lang allein die Berliner Akademie der Wissenschaften war, so ist uns Daniel Sanders jetzt noch allein die Akademie der deutschen Sprache.“ Sanders, Typus des stillen deutschen Stubengelehrten, lebt: nur seiner Arbeit und scheute den Trubel der Welt. Er hatte jedoch eine geradezu kindliche Freude, wenn solche Lobsprüche zu ihm kamen, und er bewahrte auch große Dankbarkeit für solche Anerkennung, die nicht selten von seiten der zu seiner Zeit zu den Literaturgrößen gezählten Dichtern eine poetische Form annahm. So widmete Friedrich von Bodenstedt dem Sprachmeister ein längeres Gedicht, aus dem einige Zeilen zitiert seien: - Ha! keiner Geist und Körper unsrer Sprache So tief erfaßt und jedes Worts Bedeutung Vom Unsinn bis zur ailerneusien Häutung So klar anschaulich nah gebracht dem Volke Wie D u,' ''zerstreuend manches Irrtums Wolke Durch lichte Forschung. Drum sind deine Werke Geworden unsrem Volk zum Augenmerke; ' Wenn’s nach den besten Führern fragt: wer anders Wird ihm genannt als Doctor Daniel Sanders! — In einem lebhaften Briefwechsel stand Sanders mit dem Erinnerung an einen 1813 er Auf dem jüdischen Friedhof der alten Ordensstadt Kulm an der Weichsel liegt mein Großonkel Dr. Philipp Nast begraben, der zu den allerältesten Inhabern des Eisernen Kreuzes zählt. Zwanzig Jahre war er alt und stud. med. im vierten Semester an der Alma mater zu Breslau, als — am 17. März 1813 — der „Aufruf an mein Volk“ den deutschen Freiheitsfrühling verkündete. Mit vielen anderen jüdischen Kommilitonen folgte auch er dem Waffenruf und leistete den Fahneneid. Als Feldchirurg in der Schlesischen Armee machteer die Schlacht an der Katzbach mit und wenige Wochen später — bei .Leipzig — empfing er das Eiserne Kreuz. Aus dem Kriegsdienst entlassen, nahm erseine Studien wieder aut, beendete sie, ließ sich aut gut Glück in Kulm nieder, wurde Kreisphysikus, Sanitätsrat. Zwei Menschenalter hindurch lebte er in seinem steinernen Giebelhaus an der Marktstraße, und als er schon längst seine Praxis aufgegeben hatte, kam immer noch aus Dörfern des Landkreises das eine oder andere ratheischende Bäuerlein und zog mit angstzitternder Hand den Porzellangriff der Doktorschelle. Denn so geschätzt der Alte ob seiner Heilkunst war, nicht weniger gefürchtet war seine bärbeißige Grobheit. Knorrige Soldatenflüche schleudernd, kritzelte er Rezept auf Rezept . . . „Scheer er sich mit dem Wisch zum Apotheker,“ brüllte er seine getreuen Patienten an, „erst mal aber in die Küch’ marsch, marsch, und laß er sich, Potz Bomben ynd Granaten, nich wieder bei mir sehn, verstandez vous?“ Denn — auch dieses darf nicht unerwähnt bleiben — auf der therapeutischen Tabelle meines Großonkels stand der Bohnenkaffee, ein Balsam dazumal für den an Kartoffelschnaps gewöhnten Bauernmagen, obenan. Mehr und mehr wurde es in seinem patriarchalischen Hause zur feststehenden Heilsregel, jeden Hilfesuchenden mit der herzstärkenden und selbstgebrauten Arznei — Rezept: ein viertel Lot Bohnen, einhalb Lot Cichorie, ein Liter Wasser — zu traktieren. An manchen Markt- und Kirchentagen glich die geräumige Küche der Großtante einem gemütlichen Kaffeekränzchen. Als ich im Jahre 1886, aus der Schule'entlassen; zum erstenmal nach Kulm kam, lebte im alten Doktorhaus nur meine Großtante noch, und diese hat mir erzählt, was ich hier der Nachwelt berichte. „Er war ein- Balmilchomoh“ (Soldat) — sagte sie, wehmütig lächelnd, und wiegte den weißen Kopf, als wundere sie sich immer noch — Ja, das war er wohl, der sonderliche Alte, nicht erst die Kriegsjahre' hatten ihn. zum Soldaten gemacht — er war dazu geboren. Sein ganzes Leben war ein Kampf gegen Krankheit und Aberglauben, gegen Irrtum und Unwissenheit, gegen alle Obel des Menschengeschlechtes. Neunzigjährig, starb er anno 83, und die selbstverfaßte Inschrift auf seinem schmucklosen, doch ungewöhnlich großen Grabstein legt beredtes Zeugnis dafür ab, daß er auch über den Tod hinaus nicht gesonnen war, einen faulen Frieden mit der Welt zu machen. . 5. Hast. damaligen Postminister v. Stephan, dem Erneuerer des deutschen Postwesens. Stephan beschäftigten und interessierten die Arbeiten von Sanders sehr, und besonders den in das Postressort fallenden Verdeutschungen bisher gebrauchter Fremdwörte oder veralteter Ausdrücke zollte Dr. v. Stephan starken Beifall. Es ist daher verständlich, wenn der Minister anläßlich eines Neujahrsgrußes, den Sanders geschickthatte, dem Gelehrten erwiderte: „Ihre Wünsche für das neue Jahr erwidere ich auf das wärmste und bitte Gott, daß er unser großes Sprachgenie in dem kleinen norddeutschen Winkel (potest vir magnus ex casa exire!) noch lange zum Wohle unsrer Wissenschaft und Nationalität auf Erden, walten lassen möge. In alter Freundschaft der Ihrige v. Stephan.“ Sanders hatte mit seinen Arbeiten einen internationalen Ruf erworben. Das bekannte große englische Wörterbuch Muret-Sanders wurde von ihm bearbeitet und trug seinen Ruhm besonders in die anglikanischen Länder, England und Amerika. Dem Charakter als deutsches Wörterbuch entsprechend, hat natürlich das Werk stärkstes Echo in Deutschland gefunden. „. . . Ihre kleine Schrift wird neben Ihrem Riesenwerke, den drei mächtigen Quartbänden, zu stehen kommen, einem Quell der Belehrung, an den ich alle Augenblicke einmal -wandern muß . . .“, schreibt der Dichter G u t z k o w. Professor Dr. Daniel Sanders war J ltd e, und er hat nicht einen Augenblick daran gedacht, sein Judentum zu verhehlt« oder gar sich dessen zu schämen: er war ebenso zufrieden, ein Jude zu sein, wie er es zufrieden war, ein Deutscher zu sein. „Forscher und Förderer der deutschen Muttersprache, Sammler und Mehrer des deutschen Sprachschatzes, dabei ein tüchtiger Mann von Kopf, Herz und freier Gesinnung, so war er den Zeitgenossen wert, und so wird sein Bild bei den Späteren fortleben“, rühmte der Dichter Rudolf von G o tt schal 1 das Andenken des Gelehrten. Daniel Sanders starb, achtundsiebzigjährig, am 11. März 1S97. Man darf wohl sagen: an seinem Grabe -trauerte das geistige Deutschland, soweit'es an deutschem Sprachgut und deutscher Sprachkenntnis interessiert war. Er war ein Deutscher, von guten Deutschen als solcher anerkannt: „Wie Kunst und Wissenschaft zwei leuchtende Sterne sind, in deren Schein alle konfessionellen und Rässenunterschiede verblassen, das hat uns wieder Daniel Sanders . bewiesen, der sein ganzes langes und arbeitsreiches Leben der Erforschung, Weiterentwicklung und lexikograpliischen Behandlung unserer Muttersprache erfolgreich gewidmet hat. Ich bleibe dem fruchtbaren Sprachgelehrten zu dauerndem Danke verpflichtet — seit zwanzig Jahren steht auf meinem Schreibtisch sein „Handwörterbuch der deutschen Sprache“, das mir oft schnelle und erwünschte Dienste geleistet hat. So schrieb Dagobert von Gerhardt- Amyntor, der deutsche Dichter, der adlige preußische Offizier, und Eufemia von Adlersfeld (geb. Gräfin Ball estrem) riet: „Daniel Sanders hat es sich zur Aufgabe seines Lebens gemacht, unserer Muttersprache ein Monument zu setzen; darum ist es nur recht und billig, wenn die deutsche Sprache nun ihm ein Denkmal errichtet.“ Dem guten Deutschen un d guten Juden Daniel Sanders! Dr. S. Elbe.