Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 14 (1934)
- Issue
- 61 (31.7.1934)
- Date
- 1934-07-31
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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stand die Teilnahme von Tolan und iyietcalfe — um nur zwei1 Namen der letzten Olympia zu nennen — außer Frage. Tolan wurde doppelter Olympionike über 100 m und über 200 m. Metcalfe wurde in den 100m Zweiter. Was für einen Sinn hätte die größte Sportschau der Welt, wenn die größten Könner einer Disziplin ihrer Rassenzugehörigkeit wegen nicht teilnahmeberechtigt gewesen wären! Aber Deutschland wird dem jüdischen Sportler 1936 dieselbe Chance geben wie jedem anderen! Wichtig ist vor allem, daß die jüdischen Sportvereine aus dieser Tatsache ihre Konsequenzen ziehen. Es wurde vor einigen Wochen an dieser Stelle aufs Schärfste für Ausmerzung jeglicher Politik aus dem jüdischen Sportbetrieb plädiert. An Resolutionen hat es seit dieser Zeit nicht gefehlt, und wenn nicht alles ' täuscht, hat man auch auf ’ Seiten der Offiziellen den festen Willen, den unwürdigen und unnötigen Streitigkeiten, die von den Aktiven immer als schwere Sünde empfunden wurden, einen eisernen Riegel vorzuschieben. Das Olympia 1936 winkt, und es. darf keine Möglichkeit außer acht gelassen werden, möglichst viel jüdische Sportler für das. große sportliche Ringen konkurrenzfähig zu machen. Leider liegt das Schwergewicht der Startmöglichkeiten immer noch lediglich innerhalb der jüdischen Vereine. Diese müssen also den Aktiven immer und immer wieder Gelegenheit schaffen, im Kampf gegeneinander hart, kampfgeübt und routiniert zu wer- ’den. Unterschiede intern-politischer Natur darf es dabei'nicht mehr geben! Die Suche nach dem unbekannten Sportsmann, der zu großen Taten berufen, sich als wirkliche sportliche Begabung herausstellt, muß auf allen Seiten mit gleichem Ehrgeiz, und gleicher Begeisterung geführt werden. Die große sportliche Begebung eines liberalen Juden muß einem Zionisten, ebenso lieb und unterstützenswert sein, wie ein Könner aus den' eigenen'Reihen. Man verlasse sich hierbei ganz auf den Sportgeist und die Disziplin derjenigen, die es eigentlich angeht: die Aktiven. Wir dürfen -versichert sein, daß sie einen Sportler, der sich irgendwie gegen die einfachsten Gesetze sportlichen Anstands und sportlicher Fairnes auflehnt, von selbst auf seine Pflichten aufmerksam machen werden. , Das Olympia ruft! Da gilt es nicht nur der Cracks und der großen Hoffnungen zu gedenken, da' ist es vielmehr Pflicht und Selbstverständlichkeit, hinabzusteigen, in die Masse der Kleinen, immer wieder zu suchen, anzufeuem, zu verbessern. Vielleicht ist der unbekannte Sportsmann von heute der Star von morgen. Laßt den unbekannten Sportsmann nicht im Schatten des' Titanen verdorren, sondern sorgt dafür, daß er sich an dem großen Vorbild emporranken und entwickeln kann! Wenn'diese Zeilen, in Druck gehen, haben die deutschen Kampfspiele in Nürnberg ihr Eiide. erreicht. Hoffen wir, daß das Olympia 1936 unseren jüdischen Sportlern nicht nur für die Dauer der Spiele Möglichkeiten gibt, mit'arischen Sportskameraden zum ehrlichen Wettkampf zwischen die Schranken zu treten, sondern darüber hinaus Wege zur sportlichen Zusammenarbeit weist. Wir wollen in diesem' Zusammenhang noch einmal das Wort von Prof. Glöckner, des Leiters des Deutschen Fußballbundes, zitieren, der Spielen zwischen arischen und nichtarischen Mannschaften seine Zustimmung grundsätzlich-nicht verweigert, wenn die erforderliche und gebotene Zurückhaltung gewahrt würde. Jawohl, . diese Grenzen, sollen gewahrt werden! Der Sport soll nicht dazu dienen,' bestehende Differenzen zu vertuschen und undeutlich zu machen, genau wie diese Differenzen nicht imstande sein sollen, eine sportliche Zusammenarbeit zu verhindern. Möge das gemeinsame Rüsten für den großen- Kampf, das Olympia 1936 in Berlin, allen Beteiligten vor Augen führen, daß es im Sport nur eins gibt: die Suche nach dem Besten. Friede im jOdischen Sport Hamburgs Hamburg. Unter Leitung von Mitgliedern -des Vorstandes der Gemeinde, der Herren Dr. Emst Loewenberg und Dr. Fritz Warburg, fand eint Aussprache zwischen Vertretern des Hamburger Bar Kochba und der Hamburger Sportgrüppe „Schild1-“ statt, in der die zwischen den beiden Sportvereinigungen bestehenden Unstimmigkeiten restlos, bereinigt wurden. Im Anschluß hieran wurde bei der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zwecks dauernder Erhaltung eines freundschaftlichen Verhältnisses zwischen den Hamburger jüdischen Sportvereinen und zwecks sofortiger friedlicher Beseitigung etwa wieder entstehender Reibungen^ ein Sport-Dezernat eingerichtet, an dessen Spitze Dr. Ernst Loewenberg steht. „Arier" als Beleidigung In der „Rheinisch-Westfälischen Zeitung“ lesen wir: „Daß sich jemand durch die Bezeichnung .Arier* sozusagen beleidigt fühlt, das kommt sicher nicht alle Tage vor. Es blieb dem Grafen Coudenhove-Kalergi, Präsidenten der Paneuropa-Bewegüng, Vorbehalten. Das Mannheimer „Hakenkreuzbanner“ hatte in einem Artikel_ „Der jüdische Krieg“ geschrieben, daß der große Paneuropäer „Arier sei. Alsbald flatterte der Zeitung eine geharnischte Erklärung auf den Redaktionstisch, in welcher festgestellt wurde, daß der Graf Niclitarier sei, da seine Mutter eine halbmongolische Japanerin gewesen sei. Der gute Paneuropapa fühlt sich also gekränkt, wenn man ihn als Arier bezeichnet. Das Jüdische Museum, Berlin, Oranienburger Straße 31, bleibt vom 1. August bis 2. September einschließlich geschlossen.- Wiedereröffnung am 3. September. Umzüge, Spedition „Tr»." Massiver Lagerspeicher. Beratung kostenlos s. simonowitz, stiiüfM, ßruneuiawstr. es Versammlungen müssen angemeldet werden Der Vorstand der J üd i sch en . G em e i n de zu Berlin gibt folgendes bekannt: Wie das Geheime Staatspolizeiamt mitteilt, wird von -Angehörigen jüdischer Organisationen' In der letzten Zelt die Pflicht zur Anmeldung jüdischer Versammlungen dadurch umgangen, daß Zusammenkünfte in Ausflugsorten, Landhäusern und anderen Privaträumen vorbereitet und äbgehalten wurden, ohne daß der für den Versammlungsort zuständigen Polizeibehörde hiervon rechtzeitig Mitteilung gemacht worden ist. Dieses Verhalten steht im Gegensatz zu den gesetzlichen Bestimmungen und darf,in Zukunft unter keinen Umständen fortgesetzt werden. Wir weisen mit allem Nachdruck darauf hin, daß alle Zusammenkünfte von Mitgliedern der Organisationen rechtzeitig und in schriftlicher Form der für den Versammlungsort zuständigen Polizeibehörde mitgeteilt werden müssen. Der Vorstand der Jüdischen Gemeinde erwartet von allen verantwortlichen Leitern der jüdischen Organisationen und Vereine, daß sie die bestehenden gesetzlichen Vorschriften und Anordnungen mit äußerster Korrektheit beachten. Er gibt gleichzeitig der Auffassung Ausdruck, daß die Leiter der Organisationen und Vereine auf eine Verminderung der Versammlungen und Zusammenkünfte bedacht sein sollen. „Die Stadt Arthur Schnitzlers“ keinen bezeichnenderen Stadtheiligen:' Wenn es nicht auf so tragischem Hintergrund geschähe, wäre es ganz lustig zu beobachten, wie Herr von Schaukal bei seinem Kampf gegen die Juden immer wieder das alte Problem zu lösen versucht: „.Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht naß.“ Er möchte , die Juden gern los sein, aber „bitte sanft“. . „Die Literatur“ zitiert dann folgende Sätze aus dem Schaukalschen Artikel: „Das darf nicht so weitergehen“, schreibt er. „Gebärden, sich doch, nach dem heilsamen Schrecken, der ihnen in die Glieder gefahren war, unsere Juden geradezu so, als wäre das, was gegen Österreichs . Unterdrückung ins Werk gerichtetworden ist, nur für. sie geschehen! Keinem anständigen-Juden sei die Teilnahme verübelt an einer vaterländischen Erhebung, die auch sie, die rechtmäßig bei uns Zuständigen, an ihrer aufrichtigen Liebe zu unserem gastlichen Lande, berührt. Aber nicht, mit allzu leicht schäumender Begeisterung, im Vordergrund, nicht, wie bitterer-Spott feststelien zu dürfen-meint, womöglich geschlossen im Mitteltreffen der Heimwehr wollen wir immer wieder die Leute erblicken, deren Dreistigkeit mit dem Gefühl der Sicherheit sogleich ins' Unverschämte überschnappt . . . Auch die in Österreich ansässigen, zumal die um Österreich, nicht nur um das eigene Verdienen verdienten Juden sind — damit mag sich Gewohnheit und Langmut abfinden — unsere Mitbürger und sollen trotz geringer Liebenswürdigkeit unangefochten bleiben. Aber, bei Gott, nicht als unsere Verwalter, gar als unsere Vormacht, unsere „europäischen Ver-. treter“!“ Die ganze Hilflosigkeit und Ahnungslosigkeit des „österreichischen Menschen“ (Schaukal), meint die Iberische Monatsschrift, werde an dem Beispiel dieses „deutschen Dichters" klär. Die von Will Vesper herausgegebene Monatsschrift „Die Literatur“ beschäftigt sich mit einem ausführlichen Artikel über den österreichischen Dichter Richard Schaukal, 3er sich im Wiener „Heimwehr“-Organ über „die unübersehbare Verjudung des gesellschaftlichen und geistigen Lebens“ in Österreich folgendermaßen äußert: '„Diesem Mißstand, der einen Fluch bedeutet, Nachsicht, ja Duldung zu gewähren, wäre ein selbstmörderisches Auskunftsraittel, das sich durch keinerlei Bedenken rechtfertigen ließe. Die Judenfrage wird nicht durch Hinwegschauen gelöst. Sie muß mit dem Ernst und der Unerhittiichkeit der Selbstachtung ins Auge gefaßt und mit reinen Händen angepackt und bewältigt werden. Die Juden haben, zumal seit dem Kriege, bei uns (zunächst sind wir’s, die es angeht) eine Obermacht erlangt, die gebrochen werden muß, wenn wir anderen nicht ersticken sollen.“ Besonders, so fügt die erwähnte Monatsschrift hinzu, ärgere es Herrn von Schaukal, daß die jüdische Presse wiederholt Wien „die Stadt Arthur Schnitzlers“ nannte, und fährt fort: „Wir wüßten aber auch für das Wien von heute Paul Koretz in Hamburg gestorben Hamburg. Auf dem Ohlsdorfer Friedhof wurde der Vorsitzende der Hamburger liberalen Gemeinde und Mitglied des Repräsentantenkollegiums, Paul Koretz, zu Grabe getragen, der im Alter von. 5Q Jahren nach kurzer Krankheit gestorben ist. Die große Verehrung, die der. Verstorbene in allen Teilen der Hamburger jüdischen Bevölkerung genossen hat, kam in der starken Beteiligung bei der Beerdigung zum Ausdruck. Auch aus den Trauerreden, die gehalten wurden, ging hervor, welcher Beliebtheit sich Paul Koretz erfreut hat, dessen offener Sinn für die Fragen des Judentums und dessen Hilfsbereitschaft sich bei jeder Gelegenheit dokumentierten. Dr. Bruno Italiener sprach auch von dem religiös-liberalen Juden Koretz, der einer der führenden Männer des Israelitischen Tempelverbandes gewesen ist, und bei 'dem der Schwerpunkt auf der Religion gelegen habe. Recht und Liebe und demütige Frömmigkeit — in diesen drei Begriffen erblickte Dr. Italiener das Wesen des Verstorbenen. Ein Gerichtsurteil und seine Auswirkung Der Ariergrundsatz im Wirtschaftsleben Im Anschluß an die Besprechung eines auch von uns wiedergegebenen Urteils des Berliner Arbeitsgerichts über die Tarifpflicht nichtarischer Firmen und der Polemik, die in der „Deutschen Volkswirtschaft“ und im „Nationalsozialistischen Wirtschaftsdienst“ gegen dieses Urteil geführt wurde, bespricht die „Frankfurter Zeitung“ in einem „Zur Situation der Nichtarier“ überschriebenen Artikel die Schwierigkeiten, von denen die von der Reichsregieruitg grundsätzlich gewünschte Gleichstellung von Ariern und.Nichtariern auf dem Gebiet des Wirtschaftslebens in-der Praxis vielfach begegnet und verlangt; daß die freie Betätigungsmöglichkeit der Nichtarier durch autoritative Maßnahmen nicht nur grundsätzlich anerkannt, sondern auch in der Praxis gesichert werde. Die Entscheidung des Arbeitsgerichts vom 20. 6. 1934 Nr. 25/26 AC 220/34 besagt im wesentlichen folgendes: Nichtarische Firmen seien an die in ihrer Geltungsdauer über den 30. April 1934 hinaus verlängerten Tarifverträge nicht gebunden, soweit diese Tarifverträge nicht vorher für allgemeinverbindlich erklärt waren; denn, so begründet das Arbeitsgericht seinen Standpunkt, die Weitergeltung solcher Verträge beschränke sich auf diejenigen Firmen, die zur Deutschen Arbeitsfront gehören; nichtarische Firmen aber seien ja von der Aufnahme in die Deutsche Arbeitsfront grundsätzlich ausgeschlossen. Würde man diese Entscheidung, schreibt die „Frankfurter Zeitung“, zum Grundsatz nehmen, so würden sich immögliche Konsequenzen ergeben, und zwar nicht etwa für die nichtarischen Unternehmer oder Finnen als solche, sondern vor allem für die in ihnen Beschäftigten, insofern sie zunächst in beträchtlichem Umfang geringeren gesetzlichen Schutz genössen als die Gefolgschaften arischer Firmen. Man kann, fährt die „Frankfurter Zeitung“ fort, insofern der „Deutschen Volkswirtschaft“ zustimmen, wenn sie davon spricht, daß es sich katastrophal auswirken müsse, falls sich die Auffassung des Arbeitsgerichts Berlin in der Praxis durchsetzen würde. Der grundsätzliche Ausschluß aller Nichtarier von der Deutschen Arbeitsfront, heißt es dann weiter, hat z. B. in dem oben geschilderten Urteil zu ganz unvermuteten Konsequenzen geführt. Daß er auch für die Nichtarier selbst in so mancher Hinsicht bedrückend und auch materiell folgenreich sein kann, braucht kaum besonders hervorgehoben zu werden. Es ist doch so, daß die Deutsche Arbeitsfront sich das Ziel gesetzt hat, alle schaffenden Deutschstämmigen in ihren Reihen zu organisieren, wobei der soziale und ökonomische Schutz, welcher aus solcher Mitgliedschaft erwächst, keineswegs gering veranschlagt werden darf. Von den Schaffenden in Deutschland bleibt einzig die Gruppe der Nichtarier von. der Mitgliedschaft grundsätzlich ausgeschlossen. Wie aber könnte es diesen Ausgeschlossenen auf die Dauer möglich sein, gleich den andern zu wirtschaften, ohne daß irgend eine Stelle geschaffen würde, die sich nun auch ihrer annähme? Die „Frankfurter Zeitung“ kommt sodann auf das Hauptproblem zu sprechen, indem sie ausführt: „Wenn immer wieder hervorgehoben wird, daß die Grenzen der Arier-Gesetzgebung von der Reichsregierung selbst gezogen worden seien, wenn sich erst kürzlich auch das Reichsgericht auf jenes bekannte Rundschreiben des Reichsministers des Innern berufen hat, in welchem vor der Ausdehnung der Arier-Gesetzgebung auf Gebiete gewarnt wird, für die sie nicht bestimmt ist — so muß man dabei heute weniger an den Text von Gesetzen als an Unterschiede denken, die im praktischen Leben gemacht werden. Der nichtärische Firmeninhaber hat heute unbestritten die gleiche Aufgabe wie der arische: seinen Teil zum Auftrieb des. Wirtschaftslebens und zum Kampf gegen die Arbeitslosigkeit beizutragen. Um produzieren, um Angestellte und Arbeiter beschäftigen zu können, muß er verkaufen. Wohin soll es also führen, wenn von so manchen Stellen lokal immer erneut Aufrufe und Aufforderungen an alle ergehen, die arischer Abstammung sind, jüdische Firmen und jüdische Geschäfte zu meiden? Die Formen, die dafür gefunden werden, durchlaufen alle Grade der Deutlichkeit, von der kommentarlosen Veröffentlichung langer „Judenlisten“ an, in denen alle nichtarischen Firmen der Gegend aufgeführt werden, bis zu der Drohung, daß die Namen all derer, die bei Juden kauften oder bei ihnen kaufen ließen, künftig veröffentlicht würden. Soeben erst ist, wie berichtet, bei einer großen Tagung die Formulierung gewählt worden, ■wer bei einem Juden kaufe, einen jüdischen Arzt oder einen jüdischen Anwalt zu Rate ziehe, beschmutze die deutsche Ehre. Sieht man ganz davon ab, daß die Folgen solcher Einstellung für die deutsche Wirtschaft schwerlich günstig sein können, so bleibt auch noch das Problem, daß die Nichtarier in Deutschland ja nach dem Willen der Reichsregierung nicht vernichtet werden sollen, sondern daß ihnen wie allen anderen Menschen die Aufgabe bleibt: zu leben und zu arbeiten. Das wird lokal, wie es scheint, teilweise verkannt. Nachdem man nun die deutschen Nichtarier von allert Berufen ausgeschlossen hat, denen der Staat besondere Bedeutung für den politischen und weltanschaulichen Aufbau beilegt, müßte einmal die Zeit kommen, in der den'Nichtarie rn ein Wirkungsbereich gesichert wird, in welchem sie in ihrer Betätigung, frei sind und in dem sie auch nach der Anschauung des Volkes nicht als „Feinde“ hingestellt werden. Dies dürfte auch dem Willen der Reichsregierung entsprechen, denn es ist nicht anzunehmen, daß sie nur au eine „gesetzliche“ Erlaubnis ohne praktisch^ Möglichkeiten gedacht habe," als sie bei Ärzten und Rechtsanwälten eine Reihe von Ausnahmen für Nichtarier zuiieß und als sie durch-, das bekannte Schreiben des Reichsinnenministers Dr. Frick einer Ausdehnung der Arier-Gesetzgebung auf die freie Wirtschaft widersprach. Man wird sich ferner erinnern, daß vor nicht langer Zeit, nämlich bei Gelegenheit der „Frühjahrsoffensive des Deutschen Handwerks, Gewerbes und Einzelhandels“; jede antijüdische Boykott propagand a ausd rückl ich untersagt wurde. Allein die gleichen Stimmungen und mit ihnen die gleichen Schwierigkeiten tauchen hier und dort immer erneut auf. Diesen Strömungen begegnen könnte nur eine autoritative Grenzziehung, eine Grenzziehung, welche die Gewohnheiten des praktischen Lebens ausdrücklich mit den Schranken der Arier-Gesetzgebung in Obereinstimmung brächte.** Malerei K. Kubig, so 36, Manteuffelstr. 28 Ausfuhr. sämtl.Malerarb.Treppenfl.,Fassad.,Wohnungen, Reklame