Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 14 (1934)
- Issue
- 60 (27.7.1934)
- Date
- 1934-07-27
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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sorgearbeit tätig gewesen waren, fanden, durch das Beispiel anderer. Frauen ermutigt, den Weg zur Gemeindearbeit und zu bewußtem Judentum. Sie-sind Pioniere geworden für das Religiös-liberale Judentum, das sie in ihre Familie tragen. Es gibt wieder ein leidenschaftlich gefühltes Judentum, das den festen Kitt zwischen Individuen, Familien und Gemeinde bildet. Die manchesmal in früheren Zeiten, vernommene Verwechslung von „gleichgültig“ und „liberal“ existiert nicht _ mehr. Die jüdische Frau, deren höchster Ehrgeiz es früher war, als „gebildete Frau“ zu gelten, ist in der Entwicklung der letzten Jahre und in der Schulung moderner jüdischer Frauenarbeit, die in Deutschland in vorbildlich neutraler Art vom Jüdischen Frauenbund geführt wird, verschwunden. Ziel und Weg lassen sich nicht vom jüdischen Sein. trennen, zu welchem die Arbeit wiederum erzieht. Und so erfüllt sich uns das schöne Midrasch-Wort, das dem liberalen Judentum vor allem teuer ist: „Was will denn Gott, daß du tuest? Die Menschen lieben, Gerechtigkeit üben ■ und in Demut wandeln mit deinem Gott“, d. h. immer ist die Gemeinschaft mit unserem höchsten Vorbild in der Seele zu tragen. Das unterscheidet uns, die Gegenwärtigen, von der sogenannten jüdischen Gesellschaft der Zeit vor zehn Jahren. Uns gibt., die Gemeinde den Halt, den wir brauchen, wir geben ihr einen Teil des Inhalts, den sie braucht. Makkabikreises gestattet dem I.T.S.C. 05, an den Sportfesten des Deutschen Makkabikreises als Gäste teilzunehmen. Eine besondere Einladung erfolgt zu jeder Veranstaltung. Der I.T.S.C. 05 lädt seinerseits die Vereine des Deutschen Makkabikreises über das Präsidium zu seinen Sportfesten ein. Der I.T.S.C. 05 verpflichtet sich, Veranstaltungen des Deutschen Makkabikreises vor allen anderen Veranstaltungen den Vorzug zu geben, sofern nicht bereits vorher Verpflichtungen anderen Vereinen gegenüber vorliegen. Der I.T.S.C. 05 verpflichtet sich 'ferner, in Berlin in einen regelmäßigen Rundenspiel- Betrieb mit den Vereinen des Bezirks Berlin-Brandenburg, des Deutschen Makkabikreises über die bestehenden - und etwa noch zu bildenden, möglichst alle Vereine umfassenden und unabhängigen Spielausschüsse einzutreten. Rosa Valettis Bunter Abend Aufder Bühne des Kulturbundes Deutscher Juden reifet Rosa Valetti,-trotz tropischer Hitze, die Hohe Schule ihrer vielbewunderten Kabarettkurist. Sie rezitiert (nicht immer glücklich-ausgewählte) Verse von Erich Kästner- und Mascha Kale'ko. Sie pflanzt sich an der Rampe auf, um -in zwei Chansons, von Wilhelm Altmann am Flügel begleitet, Satire und Tragik des Komödiantenicbcns und des Hinterhofdaseins in Wort, Ton und Geste transparent zu machen und umgibt als Schauspielerin, die die Unruhe aus einem häuslichen Abend in dem lärmenden Betrieb des Kaffeehauses treibt, das Skelett eines klappernden Sketsches mit vollsaftigem Fleisch. Ihre Theaterbesessenheit entlädt sich am wirkungsvollsten als Berta Schneider, genannt Beatrice Ballavacini aus Kobelsdorf. Besitzerin eines elenden Wanderzirkus, dessen Verfallserscheinungen schon dadurch zum Ausdruck kommen, daß der Affe,dem bejahrten Löwen ungestraft in den Schwanz beißen darf, pathetisch drapiert mit der zerschlissenen Würde der Prinzipalin, hüllt sie sich beim Auftauchen eines Jugendgeliebten aus U.S.A. in der Gestalt des alkoholfreudigen Fritz Lion in die hochgeschlossene Gewandung der Bürgerlichkeit, umgibt sich mit dem züchtigen Gehabe der Besitzerin eines Mädchenpensionats. Wie die Valetti in. solchen Rollen «Ke Farben mischt, das hat sie an anderen Berliner Stätten ihres vielseitigen und ehrgeizigen Wirkens oft genüg gezeigt. Es bemusterte die Kulturbunabesucher von neuem bis lange über das Fallen des eisernen Vorhangs hinaus. Außer Fritz Lion assistieren ihr Ludwig Roth als martialischer Dompteur und Zoologieprofessor wider Willen, der literarisch säuselnde Clown Max Koninski, Ernst Lesart, in amtlicher Eigenschaft als paragraphenwürdiger Gemeindesekretär, lind die ausgelassene Ruth Anse Im,, die als Schulreiterin und als Schulzöglipg vergnügt ihre Purzelbäume schlägt. Der Phantasie des Bühnenmalers Heinz Condell waren keine Schranken gezogen. Er tobt sich infolgedessen . vergnüglich zwischen verstaubter Spießigkeit und ‘ komödiantenhafter Verschlamptheit aus., E. Ta. Nochmals: Richard StrauB und sein jüdischer Librettist Die „Jüdisch-liberale Zeitung“ veröffentlichte kürzlich eine Glosse des ,.Stürmer“, die Kritik daran übte, daß Richard Strauß für seine neue Oper das Textbuch des jüdischen Dichters Stefan Zweig benutzt hat. Die „Rhein. NSZ Front“ in Neustadt a. d. Hardt schreibt nun zu dem gleichen Thema: Herr Richard Strauß ist einer der größten lebendigen deutschen Komponisten. Das ist schön und wertvoll und soweit sind wir stolz auf ihn. , *, Herr Richard Strauß ist aber auch Deutscher. Er scheint das nur bisweilen zu vergessen. Und das ist schmerzlich und bitter. Schmerzlich für uns, daß einer unserer Großen so wenig Selbstdisziplin aufbringt, denselben Pflichten -zu gehorchen," die selbst der einfachste Volksgenosse _als selbstverständlich ansieht und befolgt, und bitter für ihn, weil diese Tatsache ein wenig an seinem Ruhme zehren wird. Von Heinrich Heine mußte einst Hebbel strafend sagen, er war ein großer Dichter, aber kein großer Charakter. Es liegt nicht an uns, wenn man einst von Richard Strauß ähnliches wird berichten müssen. Es wird dann heißen: Ein Jahr nach der deutschen Revolution, die den Deutschen wieder ihre Selbstachtung zurückbrachte, und sie v o n fremdem, jüdischen Geiste, reinigte, schrieb einer ihrer größten Musiker eine deutsche Oper, deren Text der Wiener Jude Stefan Zweig schrieb. Vorbild war Zweig, wie er selbst mitteilte eine englische Komödie nach italienischem Muster. (Wo schriebe auch ein Jude Eigenes?) Diesen italienischenglisch-jüdischen Salat also verwendete im Jahre der deutschen politischen und kulturellen Erneuerung Deutschlands großer Musiker Richard Strauß, den eben erst sein Volk als großen Sohn des Vaterlandes gefeiert hat, zum Fundament Seiner neuen deutschen Oper; - Kann man sich im Emst vorstellen, daß dem Komponisten aus diesem Mischmasch deutsche Eingebungen kommen, er dazu angeregt werde, ein großes deutsches Werk zu gestalten? In einer Nacht der Empörung sammelte sich das Volk auf den Plätzen der deutschen Städte und verbrannte, während ein «leutscher Reichsminister den Bannfluch sprach, «iie Bücher und Werke der schlimmsten undeutschen Geister und Seelenvergifter. Wenige Monate darnach verkündet Richard Strauß der staunenden Mitwelt, der Text seiner Oper stamme von einem der damals Geächteten. Freut euch, Ihr Männer Israels, jauchzet ihr Söhne Davids, der Weg zu deutschen Tantiemen steht euch wieder offen. Einer wird sich immer finden, der Deutschland nicht achtet und sich eurer erbarmt. Die Einigung im Jüdischen Sport Zwischen dem Deutschen Makkabikrefs V.. Verband jüdischer Tum- und Sportvereine Deutschland^ and -dem Jüdischen Turn- und Sportklub 1905 wird folgendes vereinbart: Unbeschadet der verschiedenen Weltanschauung und des Bekenntnisses zu dieser treten der Deutsche Makkabikrcis E. V. und der I.T.S.C. 1905 in einen geregelten sportlichen Verkehr. Das Präsidium des Deutschen 40 Haler und Bildhauer Die Künstlerhilfe der Jüdischen Gemeinde Berlin (Abt. Bildende Künstler) bringt soeben einen Kunstkalender für das kommende^Jahr 5695 heraus. In diesem Kalender, der im Kunstverlag Dr. Herbert Loewenstein (Berlin SO 16, Köpenicker Straße 76) erscheint, begleiten uns die Arbeiten von vierzig Malern und Bildhauern «furch das Jahr. Dr. Max Osbom, Prof. Franz Landsberger und Erna Stein haben den Bildern kurze erklärende Texte beigegeben, um dadurch das Eindringen in die Mannigfaltigkeit moderner Kunst zu erleichtern. So wird dieses Werk, für das Max Liebermann das Geleitwort schrieb, zu einer kleinen jüdischen Kunstgeschichte, «iie mit Absicht neben den bekanntesten Künstlern weniger bekannte Kräfte berücksichtigt hat. Der Reinertrag für diesen Kalender, der zum Preise von 2,50 RM. in Buchhandlungen, bei den Vertriebshelfern, bei, der Künstlerhilfe und im Jüdischen Museum Berlin oder beim Verlage zu haben ist, fließt der Künstlerhilfe zu. Letzte Mathrithten Vandalismus in einer New Yorker Synagoge New York. In der in der Westend Avenue gelegenen Ansche Chessed-Synagoge haben bisher unbekannte Täter große Verwüstungen angerichtet. Ober hundert Gebetbücher wurden vernichtet und zahlreiche Gebetmäntel zerrissen. Wie sich bei der Untersuchung herausstellte, war auch der Versuch gemacht worden, die Synagoge in Brand zu stecken. Die Suche nach den unbekannten Tätern wird fortgesetzt, Unbekanntes Manuskript des Historikers Leon da Modena aufgefunden Rom. Der vom Verband der Jüdischen Gemeinden Italiens mit der Ordnung alter jüdischer Bibliotheken beauftragte Historiker und Bibliograph Professor Jesaja Sonne hat in Ancona ein bisher unbekanntes Manuskript des berühmten Historikers Leon da Modena, der von 1571 bis 1648 lebte, aufgefunden. Das Manuskript enthält mehrere Arbeiten des großen venezianischen Rabbiners, die von hohem Wert für die jüdische Geschichtswissenschaft sind und eine Reihe bisher unbekannter Tatsachen über die Arbeiten Leon da Modenas und die .Verhältnisse seiner Zeit beleuchten. Verbreitung antisemitischer Schriften strafbar Amsterdam. Die Erste Kammer der holländischen Generalstaaten hat ein Gesetz zum Schutz der öffentlichen Ordnung angenommen, das u. a. schwere Strafen für die Verbreitung antisemitischer Schriften und für aufreizende Reden gegen den jüdischen Teil der Bevölkerung vorsieht. Das Gesetz wurde mit 24 Dampfwfischerei Schnabel. Köpenick, Grönanerstr. 4ö. Tel. F4 Köpenick 1605 Sorgfältigste Behandlung! In drei Tagen zurück. Pfundwätche - Lieferung ‘ Abholung Montag u. Donnerstag frei Haus gegen 10 Stimmen beschlossen. Dier Gegenstimmen wurden von den sozialdemokratischen Mitgliedern der Kammer abgegeben, die jedoch erklärten, daß sie mit dem gegen die antisemitische Propaganda gerichteten Passus einverstanden - seien. Das Gesetz wird von allen maßgebenden holländischen ' Zeitungen begrüßt. Für die Einheit des jugoslavischen Judentum? Belgrad. Um die Einheitlichkeit der Vertretung jüdischer Interessen _ in Jugoslavien zu sichern und aut einen Ausgleich der zwischen den verschiedenen jüdischen Gruppen, besonders auch innerhalb der zionistischen Organisation bestehenden Spannungen hinzuwirken, berief der Verband der jüdischen Gemeinden Jugoslaviens eine Konferenz führender jüdischer Persönlichkeiten nach Belgrad. Zu der Konferenz waren ungefähr 70-Repräsentanten jüdischer Gemeinden, Verbände und Einrichtungen aus dem ganzen Lande, erschienen. Die Konferenz faßte folgende Resolution: Die aus Persönlichkeiten des jüdischen öffentlichen Lebens und Vertretern der verschiedenen jüdischen Gruppen des ganzen Landes bestehende Konferenz betont die Notwendigkeit, die Methoden im Kampfe der Gruppen untereinander zu mildern, und spricht die Hoffnung aus, «laß. Wege gefunden werden, die zu einer erträglicheren Atmosphäre führen. Die Konferenz stellt fest, daß die jugoslavische Judenheit ihre- Vertretung im Verband der jüdischen Gemeinden Jugoslaviens besitzt, der das einzige legitime Organ der jüdischen Gesamtheit Jugoslaviens darstellt. Das selbständige Hervortreten von Einzelnen oder. von Gruppen mit dem Anspruch, die staatsbürgerliche Korrektheit für sich zu monopolisieren, wird als schädlich erachtet. - *3L«&S oZlPnLl* Beginn Montag 30. Juli Atet&CGriMnr zigarrennaus mimm Btn.-W11meredorf, nor BraudenburgUchettr. 16. am Preußen park . H 7 Wilmersdorf 5603 Marken-Zljcirron^ZIgaFOlt««n Drogerie iviinemiaiz nor Witteabergplitz 3a Drogen, PorfQmtrlen, . tolton, Fofoartlkot |a l nur Braun Zigsmu, Zigaretten, liarkenfabrikaie in gr, Auswahl Margret HirsebfeldtSehBoeberg, Mcraner Str. 4, gegenüber d. Ibst, Q1,7465 A.SpletMößernA,. Bln.-Halensee, Humboldtstr.6 Gediegene Hitafertigng zu zdtgcmlSen Prd«<n Heißmangeln beckstraße 2t Benutzung Viertelstunde WO. 1 Stunde 2,—. Schnelles und akkurates Arbeiten. 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