Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 14 (1934)
- Issue
- 59 (24.7.1934)
- Date
- 1934-07-24
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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erlebe, die Natur sich näherbringe.: Immer stärker sogar sei es notwendig, .jüdische Jugend zu den Dingen hinzuführen, die ihre gleichaltrigen Kameraden trieben; die Unterscheidung und Trennung solle immer nur im Geistigen liegen. Von hier aus wird auch leichter das Wesen der zweiten Jugendgruppe zu erklären sein, die außerhalb der Gesamtheit der deutsch-jüdischen Jugend steht, obwohl sie-.ihr wesentlich verbunden ist. „Der deutsche Vortrupp“ ist an dieser Stelle schon einmal diskutiert worden, er muß wieder erwähnt werden, weil er in den Gesprächen junger Menschen immer häufiger genannt wird. Er ist bis zur Kompromißlosigkeit „deutsch“ im Äußeren und. auch im Geistigen; verschiedene seiner Meinungen stoßen auch in der Jugend auf lebhaften Widerstand. Aber er verlangt von allen, die zu ihm gehören, eine Vertiefung in das Theologische des Judentums und erschließt ihnen so einen Weg zur Besonderheit eines neuen deutschen Judentums. Vielen jungen Menschen scheint hier ein echter Zukunftsweg zu liegen, wenn sie auch fragen, ob denn allein das Theologische zu der wahren jüdischen Sonderexistenz führen könne, ob nicht etwa auch die Besinnung auf geschichtliche und traditionelle Gegebenheiten unserer Vergangenheit sinnvolle Grundlage neuer deutsch-jüdischer Jugend sei. So wertvoll aber für die deutsch-jüdische Jugend die heutige geistige Auseinandersetzung mit den Zielen des Deutschen Vortrupp ist, so sehr bedauern es weite Kreise in ihr, daß eine Verbindung des Deutschen Vortrupp mit dem „Bund“ nicht möglich ist. Die Schwierigkeit liegt, das wissen alle, nicht in Organisationsfragen, die unter jungen Menschen immer zu beheben wären, sondern darin, daß der Deutsche Vortrupp eine Gruppe jüdischer Führer darstellen will; die Mehrzahl aber der .deutsch-jüdischen Jugend, und nun vielleicht der jüdischen Jugend überhaupt, glaubt, daß Führer sich ers.t erproben und beweisen müssen, daß dies aber nur gegenüber der im „Bund deutsch-jüdischer Jugend“ vereinten Gesamtheit möglich sei. Manchem will es schmerzlich scheinen; daß so die wertvollen Kräfte des Deutschen Vortrupp der Gesamtheit verloren gehen könnten. Unter den vielen Problemen, die in den Unterhaltungen und Gesprächen der Jugend immer wiederkehren, sind dies nur zwei, beide aus konkretem Anlaß geboren. Und es ist vielleicht merkwürdig, daß das Grundproblem des Judentums der Zeit, die Heimatfrage, dahinter sehr stark zurücktritt. Das ist kein Zufall: zu deutlich hat es die jüdische Jugend an sich selbst erlebt, daß es sich dabei um Dinge des Glaubens handelt, über die zu diskutieren überaus schwierig ist. Gewiß würde kein junger Mensch auch nur einen Augenblick zögern, sich zu verteidigen, wenn man seine Einstellung angreift oder herabsetzt. Aber da jeder um die Schwierigkeiten weiß, die die Bewahrung eines festen Glaubens an eine Sache in dieser Zeit mit sich bringt, ist er vorsichtig darin, einen änderen unbedingt umstimmen zu wollen. Die Bereitschaft, allen Dingen sich zu eröffnen, um die der junge jüdische Mensch bei sich weiß, weil einzig hierum all seine Erziehung und Bildung kreist, setzt er auch-bei dem anderen voraus. Und also ist es ihm nicht zweifelhaft, daß notwendige Erkenntnisse nicht durch Gespräche, sondern durch Erfahrungen übermittelt werden. Die Konsequenz daraus heißt für die deutsch-jüdische Jugend, daß sie getrost in die Zukunft sehen kann, die Grundlage ihrer Arbeit wird nicht kleiner, sondern größer werden. Und heilst dann nur noch, daß sie letzten Endes einzig davon abhängig ist, ob ihr von denen, die zu ihr geistig sich bekennen, neue Letrensmöglichkeiten und Arbeitsstätten in Deutschland eröffnet werden. Und obgleich das schon überhäufig erklärt wurde, darf es nicht verschwiegen werden, daß dies das Problem ist, das in allen Gesprächen der Jugend heute und wohl auch in der Zukunft an erster Stelle steht. Auch hier gilt, was von der Einstellung der Jugend zu allen Erscheinungen 'des Lebens gesagt wurde: daß sie von grenzenloser Bereitschaft zu allem ist, was ihr entgegentritt. Diese Bereitschaft freilich gilt es auszunutzen. Die Gemeinden arbeiten Der Etat im Berliner Gemeindepariament Gemeinschaftsgefühl — Opferbereitschaft — Deutsche Kultur und jüdische Bildung. — Die Zusammenarbeit mit der Reichsvertretung — Erklärungen der Fraktionsführer Ober die in der letzten R ep rasen tan ten versa m m I u n g der Jüdischen Gemeinde zu Berlin erfolgte Beratung des Etats; der vom Vorsitzenden der Etatskommission, Wilhelm Marcus, in der Jüdisch-liberalen Zeitung“ bereits ■ ausführlich besprochen worden ist, wird jetzt der offizielle Bericht herausgegeben, dem wir folgendes entnehmen^ Nach allgemeinen Darlegungen des Vorsitzenden des Gemeindevorstandes, Heinrich Stahl, nimmt das Wort der Verwaltungsdirektor der Gemeinde, Dr. Breslauer. Die , Gemeinde habe sich erhalten durch das große Gemeinschaftsgefühl ihrer Mitglieder, das sich in einer stark erhöhten ipferbereitschaft ausprägte. Die Gemeinde habe ihre Leistungen auf verschiedenen:Gebieten noch gesteigert, sie habe die religiösen und sozialen Aufgaben in weitestem Sinne erfaßt. Der gesteigerte Besuch der Gotteshäuser beweise, daß die Gemeindemitglieder mehr dehn je den Wert und die Notwendigkeit religiöser Gemeinschaftsarbeit anerkannt hätten. Auf dem Gebiete des Schulwesens könne man mit Befriedigung verzeichnen, daß im Laufe eines Jahres die Zahl der Schüler von 2000 'auf 4000 gestiegen sei, und daß der örtliche Radius des Schulwerks ausgedehnt wurde, ln den.Schulen der Gemeinde werden die besten Werte deutscher Kultur gepflegt und ein größtmögliches Maß innerer und äußerer j ii d i s c h e r B i 1 d u n g vermittelt. Die -Fürsorge für die Jugend nach dem Verlassen der Schule drücke sich in der Betreuung durch das Jugendpflegedezemat aus, wobei es selbstverständlich sei, daß alle Richtungen zu ihrem Recht kommen. Die ’ Wohlfahrtsarbeit sei mit der Betreuung. von notleidenden Gemeindemitgliedern noch nicht erschöpft. In der ' heutigen Zeit halte die Gemeinde sich für verpflichtet, auch an dem Lastenausgleich mit den übrigen Gemeinden teilzunehmen. Der Etat sehe deshalb wiederum die Beteiligung an den Ausgaben des Preußischen Landesverbands und neuerdings . der, Reichsvertretung der deutschen Juden vor. Der Etat schließe mit einem Steuersoll von RM. 6 055 000 ab. Wir sind gezwungen, unsere Finanzgebarung in vorsichtiger Weise zu führen und jede Defizitwirtschaft zu vermeiden. Vor einer Überschätzung der Steuereingänge sei zu warnen, obwohl die Verwaltung selbstverständlich bemüht sein werde, das vor- . gesehene Steueraufkommen zu erreichen. Für den Etatausschuß gibt Herr Marcus einen Überblick über die einzelnen Kapitel, Mit dem angesetzten Steuer- . soll sei die Höchstgrenze der-Inanspruchnahfie der Gemeindemitglieder erreicht. Die Notwendigkeit der Reichsvertretung der deutschen Juden erkenne die Gemeinde an, sie meine aber, daß ihr selbst ein weit größerer und. stärkerer Eiufluß eingeräumt werden müsse, als es bisher der Fall sei. Fest fundiert und mit jüdischem Leben traditionsgemäß verbunden sei nur die Gemeinde, bei der deshalb auch das Hauptgewicht des jüdischen Lebens ruhen müsse. Der Preußische Landesverband, der zwischen Gemeinde und •Reichsvertretung stehe, habe eine segensreiche Tätigkeit.ent- . faltet. i Beim Etat des Schulwesens sollte darauf Bedacht genommen werden, einen wesentlich verstärkten Werkunter- rieht durchzuführen. Im Wohifahrtswesen habe sich : die Trennung zwischen charitativer und produktiver Betreuung ' als Segensreich erwiesen. Festzustellen sei auch, daß sich, im ' vergangenen Winter die Zusammenarbeit mit der NS-Winter- .- hilfe’ bewährt habe. .! Für die religiös-liberale Fraktion, erklärt "i Dr. Fleischer, die Gemeinde habe für alle Teile, der Berliner Juden zu sorgen, für diejenigen, die Palästina im .: Herzen haben, und.. für die, die in . Deutschland und für Deutschland leben wollen. Die beiden Richtungen werden; friedlich nebeneinander arbeiten können, wenn keine von : ihnen den unnatürlichen Versuch unternimmt, die getrennten Wege zu vereinen und eine falsche Einheit zu schmieden. - Für die volksparteiliche Fraktion spricht Rechtsanwalt K o z o w e r, der betont, daß in Verbundenheit zur deutschen Kultur alle Teile der Jugend einig seien. Die Gemeinde habe jedoch die spezielle Aufgabe, alles Jüdische zu pflegen und auszubauen. Landgerichtsrat Dr. Rau, als Redner der zionistischen Fraktion, hob hervor, daß der Etat als solcher zu Beanstandungen keinen Anlaß gebe. In der Spezialdebatte, die in einer späteren Sitzung stattfand, wurden die einzelnen Kapitel des Etats besprochen. Beim Etat der allgemeinen Verwaltung gelangte ein Antrag * Kreindler-Marcus-Sadger zur Annahme, in dem es als wünschenswert erklärt wird, eine organische Verbindung zwischen der Gemeinde und der Reichsvertretung der deutschen Judenherzustellen. Namens der Antragsteller begründet Herr Kreindlerden Antrag mit dem Hinweis auf die veränderte Schichtung der deutschen Judenheit, die es bewirkt habe, daß von den Juden in Deutschland ein erheblicherer Teil in Berlin wohne. Tagung des Sächsischen israelitischen Gemeindeverbandes Dresden. Unter starker Beteiligung aus allen Verbandsgemeinden fand hier die diesjährige Tagung des Sächsischen Israelitischen Gemeindeverbandes statt. Sie stand unter der Leitung des Vorsitzenden Carl Gold- Schmidt. Den Verwaltungsbericht erstattete der Verbandssyndikus, Dr. Saalheimer. Die Entwicklung der Verhältnisse brachte es mit sich, daß im Berichtsjahr die Tätigkeit des Verbandes eine bedeutend mannigfaltigere war als bisher, insofern, als für die Gemeinden mehr denn je das Bedürfnis bestand, in allen Fragen ihrer eigenen Verwaltung sich beim Verband Rat und Hilfe zu holen. Die Berichterstattung über den Haushaltplan für 1034 hatte der Verbandssyndikus übernommen. Der Etatentwurf sieht eine Position „Beitrag zur Reichsvertretung der Deutschen Juden“ vor, wobei nach dem Wunsche der Reichsvertretung ein Betrag von 0,55 RM pro Kopf der jüdischen Bevölkerung Sachsens angesetzt ist. Die Debatte endet mit der Bewilligung der- Position. Selbstverständliche Voraussetzung ihrer Erfüllung durch den Vorstand soll sein, daß auch die übrigen Gemeindeverbände entsprechende Leistungen abführen. Die Position „Ruhegehalt und Hinterbliebenenversorgung von Beamten kleiner Verbandsgemeinden“ sowie „Zuschuß zur Lehrerbesoldung“ mußten im wesentlichen unverändert bleiben, da die Gemeinden ihren eigenen Anteil an diesen Bezügen bereits weitgehend gekürzt haben. Die Position „Landeswohlfahrtsstelle“ mußte mit Rücksicht auf den gänzlichen Wegfall von Verteilungsstellen aus öffentlichen Mitteln erhöht werden. Neu eingestellt wurde ein „Zuschuß an den Landesverband Sachsen der jüdischen Jugendverbände“. In der Generaldebatte schilderte ein Vertreter Annabergs die besonderen Nöte dieser Kleingemeinde. Die Vereinigung Annabergs mit der Nachbargemeinde Chemnitz soll dennoch zunächst vermieden werden. Der auf Anregung des Sächsischen Gemeindeverbandes von der Reichsvertretung der Deutschen luden erstellte Entwurf für Vereinbarungen der Landesverbände über die Besteuerung von Forensen und Gemeindemitgliedem mit mehrfachem Wohnsitz wurde mit kleinen Modifikationen gutgeheißen. Mit Rücksicht auf die außerordentliche Wichtigkeit dieser Besteuerungsart für die sächsischen Gemeinden, denen lediglich Zuschläge zur Reichseinkommensteuer zu Gebote stehen, wird die Reichsvertretung um beschleunigte Inkraftsetzung des Entwurfs gebeten. Die Aussprache über Unterrichtsfragen zeitigte nachstehende Resolutionen: „Da der schulplanmäßig obligatorische Religionsunterricht nicht mehr genügt, fordert der Sächsische Israelitische Gemeindeverband von seinen Gemeinden dessen Erweiterung nach Stundenzahl und Lehrziel.“ Der Sächsische Israelitische Gemeindeverband fordert von seihen Gemeinden die beschleunigte Errichtung jüdischer Volksschulen, entsprechend den Richtlinien der Reichsvertretung der Deutschen Juden.“ In der Kulturarbeit soll der bereits bisher gepflegte Programmaustausch weiter gefördert werden. Es herrscht Übereinstimmung, daß die Großgemeinden und auch der ZEITBILDER i. Palästina ist ein schönes Land, ein fruchtbares Land, ein heiliges Land. Aber darüber hinaus ist es genau so mit tausend Fäden an die Wirtschaftsformen dieser Zeit verknüpft wie andere Länder auch. Für den Besitzenden mögen Milch und Honig in Hülle und Fülle fließen — der Nichtkapitalist muß sich im Schweiße seines Angesichts für einen Lohn plagen, der beim Bauarbeiter noch unter derti Tarif eines polnischen Schnitters liegt. Wer die sozialen Gegensätze, die in Palästina herrschen, noch nicht aus den Schilderungen der dort Eingewanderten kannte, konnte sich kürzlich ein Bild davon machen in der Philharmonie, wo ein neuer Palästinafilm vorgeführt wurde. Was in diesem Lande in kurzer Zeit für eine Aufbauarbeit geleistet wurde, das ist unbestreitbar und auf jeden Fall bewundernswert. Aber es wäre nicht angebracht, eine illusionsbereite Jugend darüber hinwegzutäuschen, daß es ein Mensch ohne Geld in Palästina ebenso schwer, wenn nicht schwerer hat, wie in änderen-Ländern. -Auf der einen Seite gibt es dort Villen, Limousinen neuesten Typs, vornehme Promenaden, auf denen Menschen ihre eisgekühlte Limonade trinken, auf der anderen Seite sieht man junge Intellektuelle in mörderischer Hitze Steine karren und Sand schippen. Wir wünschen gewiß nicht, einem - verhängnisvollen Klassenhaß das Wort zu reden. Palästina ist ein sehr junges Land, das sich heute noch in den „Gründerjahren“ befindet.' Was für Lebensbedingungen aber dort auch für unbemittelte Sdiichten bestehen, wird sich erst -zeigen, wenn die Zeit der großen Konjunktur vorüber ist. II. Der deutschlitauische M e m e 1 kon f 1 i k t läßt auch uns deutsche Juden unsere Augen richten auf jenes kleine Land, welches eine Mittlerstellung zwischen der deutschen und russischen Kultur einnimmt und einen großen Prozentsatz unserer Glaubensgenossen beherbergt. Die litauischen Juden bilden in Litauen genau so eine Minderheit wie das Memeldeutschtum. Sie haben es dem litauischen Chauvinismus gegenüber fast ebenso schwer, wie dieses. Das Paradoxe aber ist, daß, während die deutschen Juden .in ihrer Heimat unter Sondergesetzgebung'stehen und ihnen infolge des Arierparagraphen die Möglichkeit genommen ist, sich im öffentlichen Kunst- und Geistesleben zu betätigen, der litauische Jude sich um die Propagierung deutscher Kulturgüter in Litauen, die größten Verdienste erworben hat und immer noch . erwirbt. Wer die Verhältnisse in Litauen ein wenig kennt, weiß, daß die deutsche Sprache, die deutsche Geschichte, Literatur und Philosophie in Litauen fast ausschließlich von Juden gepflegtwird und daß bis vor kurzem litauisch-jüdische Eltern ihre Kinder mit besonderer Vorliebe an deutsche Universitäten schickten. So betrachtet, bildet das litauische Judentum gerade heute, da die deutsche Minderheit in Litauen brutal unterdrückt wird, eine nicht zu unterschätzende Stütze im Kampfe um die Erhaltung und Pflege deutscher Kulturgüter in Litauen.. Connor. Verband als solcher für die kulturelle Versorgung der Kleingemeinden zu finanziellen Opfern bereit sind. An die Verhandlungen schloß sich noch eine weitere‘Sitzung des Sozialen Ausschusses des Verbandes unter Leitung des Vorsitzenden der Landeswohlfahrtsstelle,: Max Lesser, an. Hierbei referierte Fräulein Blank von der Zentralwohlfahrtsstelle der Deutschen Juden, Berlin, über aktuelle Fragen der Wohlfahrtspflege. Im übrigen diente diese Sitzung dem Austausch praktischer Erfahrungen in der Sozialarbeit. Dortmund. Die hiesige Ortsgruppe der Vereinigung für das religiös-liberale Judentum hielt nach längerer Pause eine Mitgliederversammlung ab, die von dem stellvertretenden Vorsitzenden Emanuel Goldschmidt geleitet wurde. In dem kürzen Tätigkeitsbericht wies er auf .die stille und zielsichere Arbeit der Ortsgruppe innerhalb der Gemeinde und ihrer Einrichtungen, vor allem auf Gottesdienst und Vortragsveranstaltungen hin und' dankte dem früheren, verdienstvoll wirkenden ersten Vorsitzenden Arthur Rosenberg. Fräulein Heide gab ein knappes Bild einer vortrefflichen Geschäftsführung. Frau Hede Vorreuter hielt eineu eindrucksvollen Vortrag über das, Thema: „Was will und was sagt uns das religiös-liberale Judentum in der . heutigen Zeit?“. An die Dankesworte des Vorsitzenden für die trefflichen Ausführungen schloß sich eine kurze Aus- . spräche. — Zur Förderung der Bibelkenntnis sollen im Winterhalbjahre Bibelkurse eingerichtet werden. Eine Vortragsreihe des Seminaroberlehrers Falkenberg, Berlin, durch einige benachbarte Ortsgruppen konnte leider nicht stattfinden, da die Zahl der teilnehmenden Gemeinden oder Vereinigungen" zu gering blieb; die Vortragsreihe ist für das Winterhalbjahr vorgesehen. — Durch Zuruf wurde Rabbiner Dr. Appel einstimmig zum ersten Vorsitzenden gewählt. A—n. Brandlegung auf dem Warschauer Friedhof Warschau. Auf dem jüdischen Friedhot in der Warschauer Vorstadt Praga brach nachts ein Brand aus, der sämtliche .Verwaltungsgebäude und - Magazine vernichtete. Es .wurde festgestellt, daß der Brand gelegt worden ist; man fand in Naphtha getauchte Lumpen und auch Naphthabehälter, die zur Brandlegung benutzt wurden. Juden erwünscht Beirut. Die in Beirut erscheinende arabische-Zeitung „Alealm Alashraili“ schreibt: Die erste Frage, die ein Libanon- Einwohner an einen ihm auf der Straße, im Caffi oder im Geschäft begegnenden Juden richtet, lautet: „Warum kommen die Juden nicht nach dem Libanon?“ Die Zeitung fügt hinzu, daß gewisse Wirtschaftsgruppen im Libanon, vor allem die Kaufleute, Unterschriften Unter ein Memorandum sammeln, das dem französischen Oberkommissar für Syrien überreicht