Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 14 (1934)
- Issue
- 54 (6.7.1934)
- Date
- 1934-07-06
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Im Ausschuß des Sächsischen Israelitischen Gemeindeverbandes fungieren als Vertreter der Dresdner Gemeinde während der Geschäftsjahre 1934 und 1935 die Gemeindevorstände Max Lesser, Hermann Schocken, Dr. Walter Grün und als deren Stellvertreter die Gemeindevorstände Direktor Erich Schapira, Samuel Weiner, Dr. Arthur Rosenbaum. Der Gemeinderat hat die Wahl der Herren Rabbiner Prof. Dr. Winter und Bankprokurist Friedrich Pick zum Vorstand der Sozialen Stiftung für die Zeit von 1934 bis 1938 bestätigt. Plauen i. V. Um den durch Abwanderung stark zusammengeschmolzenen Gemeinderat wieder auf seine satzungsmäßige Stärke zu bringen, fanden die Gemeinderatswahlen statt. Wie stark die Abwanderung ist, beweist die Wahlliste, die gegen die letzte Wahl im Jahre 1932 um 48o/o zuruckgegangen ist. Die aufgestellte Einheitsliste wurde auch gewählt. Ende Juni 1934 fand die Einführung der Gewählten und ihre Verpflichtung statt. Gleichzeitig wurden die Vorstandsämter neu besetzt, und zwar wurden als 1. Vorsitzender Herr J. Goldmaim und als 2. Vorsitzender Herr Adolf Langgut wiedergewählt, während zum Kassierer Herr Ludwig Korytowski gewählt wurde. Der seit 19 Jahren das Kassiereramt verwaltende Herr Alex Löwenthal wurde im Hinblick aut Seine hohen Verdienste für die Gemeinde einstimmig zum Ehrenmitglied ernannt. Außerdem soll sein Bild zusammen ' mit demjenigen des früheren 1. Vorsitzenden Dr. Goldberg im Gemeinderatszimmer aufgehängt werden. Aus dem sonstigen Verlauf der Gemeindratssitzung ist noch erwähnenswert, daß die Gemeinde zwei. Räume für jüdische Jugendherberge zur Verfügung gestellt und auch dem Jugendring Aufenthaltsraume überwiesen hat. Die Jüdische Künstler hilf e bringt demnächst ein neuartiges Kotcnderwerk bekannter Autoren heraus und. vermittelt eine lohnende V erd'Jenstmö glichkeit BVIailior Eigene Ateliers im Hause KluiUul Vetttr-Sohuia. Strickwaren Kurffirstendamm 153 (Universum) J 7, 4902 für berufswechselnde .Akademiker, Beamte, Künstler und sonstige .Mitarbeiter, die als Hbtf er beim Vertrieb miiwirken wollen. Schriftliche Angebote nebst Referenden baldigst erbeten an die Jüdische Künstlerhilfe, Berlin-Charlottenburg 2, Kantstraße. 158. In der Synagoge Kaiserstraße fand ein Gemeindeabend statt, an dem Direktor Heinrich Stahl und Rabbiner Dr. Martin Salomönski sprachen. Nach Gesangsvorträgen des „Sängerbundes Harmonie 1883“ unter Leitung des Dirigenten W. Zwillenberg hielt Heinrich Stahl über das Thema „Reichsvertretung und Wir“ einen Vortrag. Er sprach von der Zerrissenheit im deutschen Judentum und forderte zur Bildung einer einigen Front auf. Einen ausführlichen Tätigkeitsbericht der Reichsvertretung beschloß er mit dem Hinweis, es käme nicht so sehr darauf an, der Jugend einmal große Stellungen zu schaffen, sondern vielmehr darauf, unsere Position zu festigen, daß unseren Kindern die Kraft zur Mitarbeit an den Aufgaben des deutschen Judentums gegeben wurde. Dr. Salomonski schilderte in teils humorvollen Ausführungen das alte jüdische Berlin. Er hoffe, daß der alte „bekowete“ Mittelstand Wiedererstehen möge, der eine Zierde des deutschen Judentums war, und ermahnte zum Schluß die Eltern, ihren Kindern den Sabbat und den Feiertag zu einem Erlebnis im Familienkreise zu gestalten. Der Abend wurde durch weitere Gesänge des Sängerbundes Harmonie 1885“ und des Oberkantors Hoffmann verschönt. W. Letzte Nathritltten Gegen die Änderung jüdischer Namen Nach Mitteilungen der Tagespresse hat der preußische Innenminister Anweisungen über die Änderung von Familiennamen und Vornamen herausgegeben. Die für die Entgegennahme des Antrags zuständigen Behörden haben danach zu prüfen, ob mit der Namensänderung unlautere Zwecke verfolgt oder berechtigte Belange vertreten werden. Anträgenauf Änderung des Vornamens sei in der Regel nur zu entsprechen, wenn ein wichtiger Grund vörliege. Personen arischer Abstammung, die Namen tragen, die nach allgemeiner Auffassung jüdisch klingen, heißt es in diesen Anweisungen, könnten diese Namen ändern. Dahin sollen aber nicht Namen gerechnet werden, die auch von Juden, häufiger aber von Christen gebraucht werden, wie Meyer usw. Anträgen von Nicht a ri e rn, ihren Namen zu ändern, soll grundsätzlich nicht stattgegeben werden, damit nicht die nichtarische Abstammung verschleiert werde. Nur anstößige jüdische Namen könnten in andere jüdische Namen umgeändert werden.- Vorrechte für die bodenständige Bevölkerung in Österreich Wien. Für die Gestaltung der Lage der Juden in Österreich ist eine Äußerung des Bundesminister Schuschnigg. bezeichnend, die er im Rahmen eines Rundfunk-Vortrags getan und mit der er seine antisemitische Gesinnung neuerdings zum Ausdruck gebracht hat. Der Minister erklärte, er sei gegen Radau-Antisemitismus, doch -müsse die bodenständige Bevölkerung unter allen Umständen jene Vorrechte genießen, die ihre Vorzugsstellung in Österreich sichern können. — Es braucht nicht erst klargelegt zu werden, was unter diesen Worten des Ministers zu verstehen ist. - An die Gläubigen aller Konfessionen Boston. Als Abschluß der anläßlich seines 50jährigen Priester-Jubiläums veranstalteten Feierlichkeiten hielt aer höchste katholische Geistliche der Vereinigten Staaten, Kardinal William O’Donnell eine Rundfunk-Ansprache, in der er an die „Gläubigen aller Konfessionen, an Katholiken, Juden, Protestanten und die Angehörigen der übrigen Bekenntnisse“ den Appell richtete, in Harmonie zusammen zu leben und „die Vaterschaft Gottes und die Brüderschaft der Menschen“ zu proklamieren. Die christliche Welt, erklärte der Kardinal, dürfe nie vergessen, daß das jüdische Volk dasjenige sei, von dem die ganze Welt jene großen Gebote übernommen hat, die Moses empfing. Das Alte Testament in den Danziger Schulen. Danzig. Einem- Bericht des Danziger „Vorposten“ zufolge, erklärte der Senator für Kultus und Erziehung des Freistaates Danzig vor der Lehrerschaft des Kreises Werder u. a.: „Das Alte Testament, die Geschichte des jüdischen Volkes, hat aus dem Unterricht möglichst weitgehend zu verschwinden. Wir habenals nationalsozialistische Lehrer keine Zeit dazu. Wer die Schweinereien atis dem Alten Testament kennt; wird ohnedies. genug davon haben. Wir wollen saubere Lehrbücher.“ Plötzlicher Tod des Herausgebers des „Neuen Wiener Journals“ Wien. Der frühere Herausgeber des Neuen Wiener Journal, Jakob L i p po w itz,-ist, wie hiesige Blätter berichten, plötzlich aus dem Leben geschieden. Erst jetzt wird bekannt, daß er seit April dieses Jahres aus der Leitung des Blattes ausgetreten war. ZI ««retten-Helm - Apparat* Koitentoee Aufstellung ln Jedem Haushalt mit jeder-Marke auch Jedes Quan« tum ohne Apparat frei Haus. Heepa. Pfalzburgerstr. 60, H 7 Wilmersdorf 8972. Vertreter werden noch eingestellt Sictotia 311 ©erlitt 3Wgemeint Serjidjtnmgs=51 dien ©ejellfäjaft ©Uatiä für bas ©eftf)äftsjal)r 1933 SHtfoa Steidjsmarl ipafffoa Sttiä|5mart Grundbesitz . . . . . . Hypotheken- ...... Schuldscheinforderungen gegen öffentliche Körperschaften . Wertpapiere ... . . . . Vorauszahlungen und Darlehen auf. Policen . . . ... Beteiligungen' an anderen Versicherungsunternehmungen . Guthaben bei Banken u. a. . . Teilprämien, fällig 1934 . . Ausstehende Zinsen und Mieten Außenstände bei Generalagenten und Agenten . . . . . Bare Kasse u. Postscheckguth. Sonstiges . . . . Posten, die der Rechnungsabgrenzung dienen .... 25.045.895 226.732.258 11.656.025 39.886.697 52.797.210 5.231.188 17.259.476 15.600.047 7.923.270 6.777.510 665.727 3.679.591 3.055.067 Aktienkapital. Gesetzlicher Reservefonds . . Rückstellungen ...... Wertberichtigungsposten . . Prämienreserven u. Überträge Restaufwertungsstock für nicht fortzusetzende Versicherung. Schadenreserven . Gewinnreserven d. Versicherten Verwaltungskostenrücklage . . Sonstige Reserven u. Rücklagen Verbindlichkeiten gegenüber abhängigen und anderen Versicherungsunternehmungen . Sonstiges. Posten, die fler Rechnungsabgrenzung dienen .... Überschuß . . .; . . . 3.000.000 1.200.000 1.288.687 6.696.329 255.097.714 61.907.887 16.120.740 41.345.595 1.819.709 7.756.327 2.960.571 2.752.048 8.149.018 | 416.309.961 | 416.309.961 Aus dem Überschuß, wurden den mit Gewinnanteil Versicherten der Lebensversicherungs-Abteilungen RM 7.572.220 zugewiesen; es beträgt die Dividende in der Abteilung der größeren Lebensversicherungen ebenso wie im Vorjahre für die Versicherungen nach dem alten und dem Bm Gewinnplan . 3% nach dem Gewinnplan Bo/n.2,4o/o von der bedingungsgemäßen Summe der gezahlten gewinnberechtigten Prämien. Für die neue Tarifgruppe D wurde die Zinsdividende auf 2°/o der maßgebenden Prämienreserve, die Zusatzleistung auf 80 »/oo der Versicherungssumme für das in 1935 beginnende Versicherungsjahr festgesetzt. In der Lebensversicherung ohne Untersuchung (OU) beträgt die Dividende wie im Vorjahre 21 o/o der Jahresprämie. Rrillanlan -ftrfen, Uhren,Baldu. 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Hauptschriftleiter und verantwortl. für den gesamten redaktionellen Inhalt: Dr. Eugen Tannenbaum, Berlin- Wilmersdorf; Leitung der Anzeigenabteilung und verantwortl. für den Inhalt der Anzeigen: Georg Michaelsohn, Berlin-Charlottenburg.'— Redaktion und Geschäftsstelle: Berlin-Chariottenburg 4, Mommsenstraße 40; Fernruf: J 6 Bleibtreu Sammelnummer 1545. Bankverbindung: Kreditverein für. Handel und Gewerbe e.G.m.b.H., Berlin N 24. Postscheckkonto: „Jüdisch-liberale Zeitung“ Berlin 227 64. DA. VI/34 5125. — Druck: Sonnendruckerei G. m. b. H. (Felix Wolf), Berlin-Charlottenburg 4, Weimarer Straße 18. — Bezugspreis: Monatlich 1,35 RM. zuzügl. Bestellgeld.. Abonnements werden bei allen Postanstalten angenommen. Anzeigen nach Tarif. Bei Nichterscheinen infolge Streiks oder höherer Gewalt besteht, kein Anspruch auf Nachlieferung oder Rückerstattung der entsprechenden Bezugsgebühren. ‘ . 51297