Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 14 (1934)
- Issue
- 44 (1.6.1934)
- Date
- 1934-06-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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daß diese den Wahrheitsbeweis für die in dem Artikel erhobenen Beschuldigungen antreten. Sie beantragen die Einholung eines Gutachtens des erzbischöflichen Ordinariats, der theologischen Fakultät der Wiener Universität und anderer Autoritäten darüber, daß die Ritualmordbeschuldigung eine Verleumdung ist, die Protokolle der Weisen von Zion gefälscht sind, und daß cs eine schwere Verunglimpfung des Talmuds bedeute wenn behauptet werde, der Talmud schreibe den Juden Ausbeutung und Bewucherung der Nichtjuden' vor. Der Richter gab dem Antrag der Verteidigung auf Zulassung des Wahrheitsbeweises statt. Damit hat der Prozeß eine über den lokalen Rahmen weit Jiinausgehende Bedeutung erlangt. Der Aufrollung der Ritualmbrdlegendc und der von antisemitischer Seite gegen, den Talmud immer wieder erhobenen Beschuldigungen in öffentlicher Gerichtsverhandlung wird mit Spannung entgegengesehen. 1 ’ „Ritualmord?“ „Der Deutsche“, die Tageszeitung der Deutschen Arbeitsfront, berichtet aus Regensburg, daß der Sohn eines Straßenwärters in Kuenzig bei Vilshofen in einem Kleeacker sterbend'aufgefunden wurde. Zu dem herbeigeholten Vater habe das neunjährige Kind noch lallend die Worte „ein fremder Mann . . .“ gesprochen und dabei auf seine Kehle gedeutet, däinr verschied es. Die Polizei habe bisher noch keine Spur von dem Verbrecher gefunden. Diese Nachricht wird von dem Blatt mit der Überschrift „Ritualmord?“ versehen. Dr. Hadrich im „Deutschen Ärzteblatt“ clen Versuch einer Vorausberechnung des Angebots an Ärzten in den kommenden Jahren. Die Zahl derjenigen, die in den nächsten Jahren ihre Vorprüfung ablegen, werde sich auf etwa 5000 jährlich belaufen. Die Zahl der Approbationen werde 1934 wahrscheinlich 3500 erreichen, sie werde 1935 auf 4000 und 1936 wahrscheinlich auf 4500 steigen. Dem stehe ein jährlicher Bedarf von nur etwa 1500 Ärzten der freien Praxis gegenüber. Sowohl die Zahl der Studierenden wie die Zahl der Ärzte, die in den kommenden Jahren approbiert würden, gehe somit weit über den Bedarf des Staates und der Wirtschaft hinaus, ab 1935 sogar um mehr als das Dreifache. Hadrich erklärt, daß die Ausschaltung von Nichtariern und weiblichen Ärzten nur eine Milderung bringe, nicht aber eine Beseitigung des bestehenden Mißverhältnisses. ' Shylock ist schuld Die „Nationalzeitung“, Essen, schreibt: „In einer Tagung von M i 11e 1 schu 1 leli rern in London wurde von eitlem Lehrer darauf hingewiesen, daß in den Kindern des einfachen Volkes gewöhnlich eine starke Abneigung gegen Juden bestehe. Dies sei außerordentlich seltsam und müsse an einem Erziehungsfehler liegen. Der tüchtige Pauker fand nach langem Suchen,' daß die frühzeitige Lektüre von Shakespeares „Kaufmann von Venedig“ mit'seinem berühmten Juden Shylock hierfür verantwortlich zu machen sei.“ Leslie E. Edcjai* Ml. A.s Hilfsrabbiner der Jüdisch-liberalen Synagoge in London, setzt hier die in Nr. 42 unseres Blattes begonnene Schilderung der liberalen Judentums in England fort. Jüdisches Leben in London Die Synagoge im Mittelpunkt — Religiöser Unterricht durch Briefe Badegäste sollen helfen Vom Jüdischen Frauenbund wird uns mit der Bitte um Veröffentlichung geschrieben: Viele jüdische Familien, die sich oder ihren Kindern bisher noch allsommerlich einen wenn auch nur kurzen Erholungsaufenthalt gönnen konnten, haben heute so schwer nur für den notwendigsten ■ Lebensunterhalt zu kämpfen, daß sie aus eigenen Mitteln nichts mehr für die Gcsund- Jl£if^hfCr Angehörigen, tun können.-Die stark verminderten Einnahmen der jüdischen ’ Gemeinschaft reichen kaum zur Linderung der bittersten Not, so daß die gesundheitliche Fürsorge für Erkrankte sehr stark eingeschränkt werden; die Beihilfen für Erholungsbedürftige, ganz fortfallen mußten. Daher wird der Jüdische Frauenbund c. V. im Einverständnis mit dem Zentralausschuß der deutschen. Juden für Hilfe und Aufbau an diejenigen Juden herantreten, denen auch noch heute das Glück zuteil wird, aus eigenen Mitteln in Bade- und Kurorten die heilenden Kräfte der Natur auf sich wirken zu lassen, örtliche Vertrauenspersonen werden von den Badegästen Beihilfen für die Kräftigung ihrer bedürftigen Brüder und Schwestern erbitten. Wer nicht an die örtlichen Vertrauenspersonen geben kann, sende seinen Beitrag unmittelbar an den Jüdischen Frauenbund E. V., Berlin- Charlotlenburg, Kantstraße 158, Gth. I. Postscheckkonto: Berlin 968 02.. Auch die kleinste Gabe ist willkommen! Arische Arzte mit Jüdischer Bindung" Bei der Städtischen Krankenversicherungsanstalt zu Berlin ist die freie Arztwahl seit Beginn dieses Jahres dahin beschränkt daß nur die Rechnungen und Verordnungen der zur Krankenbehandlung zugelassenen arischen Ärzte anerkannt und honoriert, werden.-Wie der Vorstand der Versicherungsanstalt mitteilt, haben sich die Fälle gemehrt, in denen diesc arischen Ärzte ihre Patienten an bestimmte Fachärzte überwie- -sen haben, die als Niclitarier für die Versicherungsanstalt n,jcht-zuge 1 assen sind; daraus erwachsen den Kranken unter- Umständen erhebliche Kosten. Der Vorsitzende der Ärztekammer Tür Berlin weist nachdrücklich auf diese Tatsache hin“ und bringt bei dieser Gelegenheit eine Anordnung des ReichsärzteführerS in Erinnerung, wonach arische Ärzte keine Überweisungen an nichtarische Ärzte vornehmen sollen. Wie der Vorsitzende der Krankenversicherungsanstalt neuerdings mitteilt, können nach einem Beschluß der Hauptversammlung arische Ärzte, ebenso Zahnärzte und Dentisten m i t „j D d i s c h e n B i n d u n g e n“ zur Krankenbchandlung zugelassen werden, sofern ihre Ehe vor dem 1. Juli' 1933 geschlossen worden ist. Hier bildet also die Mischehe kein Hindernis. Die Zulassung erfolgt aber nur auf besonderen Antrag — auch in den Fällen, in denen bereits früher ein abschlägiger Bescheid ergangen ist. Der Reichstührer der deutschen Ärzteschaft und Beauftragte der NSDAP für Volksgesündheit, Dr. Wagner (München), hielt in Weimar vor der thüringischen Ärzteschaft eine Rede über die" Entwicklung des. Gesundheitswesens im Dritten Reich, in der er u. a. ausführte: Gesunde Seele, gesunder Geist und gesunder Körper sind die Tragpfeiler des neuen Reichs und der deutschen Zukunft. Wir nationalsozialistischen Ärzte wissen, daß der Arzt seine Aufgaben im Dritten Reich nur erfüllen kann, wenn er in seiner inneren Einstellung, in seiner Berufsauffassung und in seinem Handeln von anderen Voraussetzungen ausgeht als der Arzt der Vergangenheit. Zwei, Tatsachen sind es, die außerhalb unserer Grenzen eine höchst unnötige und von den Emigranten künstlich geschürte Erregung hervorgerufen haben: Die Ariergesetzgebung und das Bestreben, unsere männliche und weibliche Jugend zu kraftvollen, körperlich, geistig und seelisch widerstandsfähigen deutschen —Menschen zu erziehen. Nicht Rassenhaß, sondern der einfache nackte Selbsterhaltungstrieb hat das deutsche Volk dazu gezwungen, pie Grenzen seines völkischen Werdens und Lebens so abzustcckcn, -daß wir deutschem Wesen, deutscher Sinnesart, deutschem Charakter und deutscher Lebens¬ und Weltauffassung wieder zu ihrem Rechte verhelfen können. Wir lassen die Frage ganz offen, ob wir rassisch wertvoller sind als die Gäste unseres Volkes, aber wir sind eben anders als sie und lehnen es ab, durch die zu enge Ber rührung oder gar durch die Vermischung mit ihnen in einen seelischen Zwiespalt zu geraten, der die Grundlagen unseres völkischen Daseins und Bewußtseins zerstört. Es ist eine bösartige und bewußte Entstellung, wenn'man uns nachsagt, -wir wollten den Hilfsbedürftigen, den Siechen und Schwachen die Hilfe des Arztes, und. der Gesundheitspflege vorenthalten. Es ist für jeden deutschen Arzt höchstes sittliches Gebot, -menschliches Leben zu schützen. _ * Nachdem die neue' Zulassungsordnung für Kassenärzte eine weitgehende Ausschaltung oder Zurückdrängung der nichtarischen und weiblichen Ärzte gebracht hat, unternimmt London, im Mai. Zu einem Tätigkeitsgebiet von ganz.eigenartiger Natur für eine englische Synagoge (ob in Deutschland Ähnliches bereits unternommen ist, weiß ich nicht) haben sich die jüngeren Mitglieder der Synagoge zusammengefunden. Man hat in der Montefiore-Halle eine Ausstellung von Kunstwerken der Mitglieder unserer Synagoge veranstaltet. Malereien, Skulpturen und verschiedenartigste Gebilde des Kunstgewerbes (Keramik, Stickereien usw.) wurden ausgestellt. Diese Ausstellung sollte zwei Zwecken dienen. Erstens wollte man durch die Tat beweisen, daß für die moderne Synagoge auch die Schaffung von Kunstwerken ein Ausdruck religiösen Geistes bedeutet, und zweitens wollte man jungen Künstlern helfen, die sonst wenig Gelegenheit hatten, ihre Werke auszustellen oder sie gar zu verkaufen. Die Ausstellung hatte bedeutenden Erfolg. Sie War gut besucht und wurde auch in nichtjüdischen Blättern auf das wohlwollendste besprochen. Einige junge Künstler haben hier ihre ersten Aufträge empfangen und wurden Gönnern bekannt, die in der Lage sind, sie zu fördern. *> Die Rabbiner und die Gemeinde Einer der Nachteile einer so großen Synagoge von über 1500 Mitgliedern ist natürlich, daß persönliche Beziehungen zwischen Rabbinern und Mitgliedern sich schwer anbahnen lassen, ja manchmal sogar unmöglich sind. Die drei Rabbiner (Dr. Mattuck und ich selbst wirken nur in dieser Synagoge, während Rabbiner P e r 1 z w e i g zwar auch in unserer Synagoge tätig ist, aber das Hauptarbeitsgebiet einer kleineren liberalen Synagoge in Nord-I.ondon zu-" wendet) können natürlich nicht all die Mitglieder unserer Gemeinde besuchen; selbst die, -die zum- Qottesdienst kotrttnen, sind uns nicht alle persönlich bekannt. Um dieser Schwierigkeit Herr zu werden, haben wir monatliche Zusammenkünfte ein- ' gerichtet, zu denen jedes Mitglied der Synagoge eiiigeladen ist, und -bei denen alle Rabbiner anwesend sind. Diese Zusammenkünfte sind ganz formlos, aber man darf hoffen, daß mit der Zeit auf diese Weise unsere Gemeindemitglieder mit ihren Rabbinern in Berührung kommen und Gelegenheit haben, sich mit ihnen zu unterhalten. Synagogaler Arbeitsdienst Eine neue Entwicklungsstufe im Leben unserer Gemeinde, der wir große Bedeutung beimessen, ist der Zusammenschluß aller Mitglieder unter dreißig Jahren zu einer neuartigen Organisation. Im Gefühl, daß es für Mitglieder einer Gemeinschaft nicht genügt, Beiträge zu zahlen und Gottesdienste oder Versammlungen zu besuchen, ohne selbst etwas Positives für die Synagoge zu tun, haben sich diese jüngeren Mitglieder zusammengeschlossen, nicht zu gesellschaftlichem Zweck, sondern zu dem einzigen Ziel, der Synagoge irgendwelche persönlichen Dienste zu leisten. Jedes Mitglied der. in der kurzen Zeit ihres Bestehens auf 50 Mitglieder angewachsenen Organisation hat sich persönlich verpflichtet, jährlich für die Synagoge wenigstens eine persönliche Dienstleistung zu übernehmen und durchzuführen. Diese Dienstleistungen zerfallen in zwei Gruppen. Einmal handelt es sich um Arbeit, die mit der ordentlichen Synagogenarbeit in Verbindung steht. So stellen sich für jeden Sonntagsgottesdienst drei junge Menschen der Synagoge bereit, um den Andächtigen zur Verfügung zu stehen, dafür zu sorgen, daß Spätkommende den -Gottesdienst nicht stören usw. Überdies helfen sie bei der Abhaltung der regelmäßigen Sitzungen, Konferenzen und Besprechungen. Die zweite Gruppe dieses Arbeitsdienstes geht über die schon bestehenden Arbeitsgebiete der Synagoge hinaus und versucht, ihr neue Tätigkeitsgebiete einzugliedern. So waltete z. B. während des gegenwärtigen wirtschaftlichen Niedergangs das Gefühl ob, daß auch die Synagoge sich an der Hilfe für Arbeitslose beteiligen sollte, um sie während ihrer Untätigkeit geistig ungebrochen und leiblich kräftig zu erhalten. > Eine- Anzahl dieser jüngeren Mitglieder richtete daher einen „Klub der Arbeitslosen“ ein. Dieser Klub war übrigens nicht nur auf Juden beschränkt (zufällig waren in dem Distrikt, für den er bestimmt war, verhältnismäßig wenig jüdische Arbeitslose), sondern die jungen Leute fühlten die Verpflichtung in sich, gerade als Juden einen besonderen Beitrag zur Linderung der Not auch der Gesamtheit zu liefern. - Ein Raum im Synagogengebäude wurde als Erholungs- und Leseraum eingerichtet. Man sorgte für . Spiele; Zeitungen und Bücher standen zur Verfügung, ln der Kantine konnten die Leute für ganz wenig Geld ein einfaches Mittagessen erhalten. Nachdem der Klub auf über 200 Mitglieder angewachsen war, eröffnete.man eine Gymnastik-Gruppe, für die sich die .Mitglieder ganz besonders interessierten. Eine Schuhflickerei wurde eingerichtet, und die Leute lernten ihre Schuhe und Stiefel reparieren, wofür ihnen das Leder zu Großhandelspreisen zur Verfügung gestellt wurde. Allmählich konnte sich der Klub selbst verwalten, die Leute haben ihr eigenes Komitee eingerichtet usw. Weitere Handwerksbetriebe wie Teppichmacherei usw. wurden angegliedert, auch ein Kursus für „Erste Hilfe“ wurden organisiert. Der Klub erhielt von den öffentlichen Behörden Empfehlung und Förderung; denn man schätzte richtig ein, wie sehr der Klub dazu beitrug, die Menschen während der Periode erzwungener Untätigkeit innerlich aufzurichten. Heute ist er schon ein Muster für andere geworden, die später ähnliche Klubs für Arbeitslose im gleichen Distrikt eingerichtet haben. Gottesdienst im Garten Ein weiteres Gebiet, dem diese Gruppe junger Mitglieder sich zugewandt hat, ist die Einrichtung spezieller Gottesdienste für sie selbst, in welchen sie , danach trachten, ihre eigenen religiösen Ideen zu formen. Dieser Gottesdienst wird einmal im Monat, am Sabbat um 8.15 Uhr morgens,' abgehalten. Die Stunde ist so gewählt worden, damit die Mitglieder vor ihrer Tagesarbeit den Gottesdienst besuchen können. Jeder einzelne Gottesdienst bezweckt, Gedanken und Gefühle der religiösen Betrachtung eines jeweils gewählten Themas zuzuwenden. In dem einen Gottesdienst wurde z. B.- das Thema „Die Idee des Gottesdienstes“ behandelt; ein anderer stellte in den Mittelpunkt den „Gedanken des Judeseins“, ein dritter das „Problem des Bösen“, ein weiterer handelte von der „Erfüllung von Idealen“; — immer; wurden dabei poetische und Prosaabschnitte aus den Werken jüdischer und nichtjüdischer Autoren zu Gehör gebracht, die sich mit dem Thema gerade dieses Gottesdienstes befassen. Eingeleitet wurde er durch eine kleine fünf Minuten dauernde Erläuterung des Themas. Die Abschnitte der jüdischen Schriftsteller und Dichter wurden besonders nach dem Gesichtspunkt aüsgewählt, um die Entwicklung der jüdischen Gedankenwelt über das bestimmte Problem vorzuführen, und so nicht nur gegenwärtige jüdische Anschauung, sondern die vergangene und auch die möglicherweise künftige Entwicklung klarzulegen. Das Judentum wurde in diesen Gottesdiensten immer in Beziehung gebracht zu den Menschen und dem Leben der Umwelt, durch die wir ja so tief beeinflußt werden. Bei der Musik zu den Gottesdiensten (teils ein: Vokal-, teils ein Streichquartett) wechselten weltliche mit den traditionellen jüdischen Melodien ab, wobei auf den inneren Wert des Musikstückes das Hauptgewicht gelegt wurde. Der letzte Gottesdienst des ersten Jahres, dessen Thema;,Religion und Natur“ lautete, wurde im Freien in einem Garten abgehalten. Für die deutsch-jüdischen Freunde Endlich ein letztes Beispiel, für die Aktivität unserer Synagoge: Um unseren deutschen Freunden, die in England leben, Gelegenheit zu geben, sich mit jungen englischen Juden zu treffen, hat die Organisation junger Mitglieder eine Gruppe organisiert, die in der Synagoge jeden Donnerstag-Abend zusammenkommt. Dieser Klub ist ganz besonders populär, weil er jungen englischen und deutschen Juden Gelegenheit gibt, einander persönlich kennenzulernen und in innere Beziehung zueinander zu* kommen. ’ Der Einfluß, den die Liberale Hauptsynagoge auf die Entwicklung des liberalen Judentums außerhalb Londons, ja auf das ganze britische Weltreich, ausgeübt hat, ist außerordentlich groß. Die Jüdischen Gemeinden in Australien und Südafrika z. B. verdanken ihre Gründung der Anregung und Förderung englischer liberaler Juden. Es wäre noch zu sprechen von dem Einfluß unserer Synagoge auf das jüdische Leben in England selbst, von den Erziehungsaufgaben, die wir in der Sonntägsschule zu erfüllen trachten, auch von dem neuartigen Experiment, Kindern auswärtiger Schulen religiösen Unterricht durch Korrespondenz auf schriftlichem Wege zu erteilen usw. Aber darüber ein anderes Mal.