Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 14 (1934)
- Issue
- 43 (29.5.1934)
- Date
- 1934-05-29
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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31. Mai. Dr. Paul 'Eppstein, Vorsitzender des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands: „Gemeinschaftsformen Das Hauptthema der vom 6.-9.. Juli in London stattfindenden Konferenz des Weltverbandes für religiös-liberales Judentum heißt „Judentum im Spiegel menschlicher Aufgabe“. Das Programm der Tagung sieht im einzelnen vor: 6. Juli: Vorstandssitzung. 7. Juli, .11 Uhr: Konferenz und Gottesdienst. Predigt: Rabbiner Dr.'GoIdenson, Präsident der Zentralkonferenz der amerikanischen Rabbiner. Gemeinsames Frühstück. 3 Uhr nachm.: Eröffnungssitzung. Vorsitzender der Präsident Dr. Montefiore. Begrüßung der Konferenz durch den Präsidenten. Antwort der Vertreter der Länder. Einsetzung der verschiedenen Ausschüsse. 8 Uhr abends: 1. Sitzung der Konferenz: „Judentum und die Aufgabe des Menschengeschlechts“, öffentliche Sitzung. Vors.: Ludwig Vogelstein, New-York. 8. Juli, 10,30 Uhr:.2. Sitzung der Konferenz: „Die Aufgabe Israels als religiöse Gern ei n schaf t“. Vors.: Rabbiner Dr. Mattuck, London. 3 Uhr nachm.: Jugendversammlung. „Der Beitrag der Jugend zum religiösliberalen Judentum“. Vors.: Mr. Leslie E. Edgar. Am Schluß der Sitzung werden die Vertreter für den Vorstand des Weltverbandes gewählt. 8 Uhr abends: 3. Sitzung der Konferenz: „Das Judentum und die Aufgabe des Einzelnen“. Vors.: Rev. H. L. Reinhart, London. Referenten: Rabbiner Dr. Schulmann, New-Yorit, und Dr. Ehrenpreis, Stockholm. 9. Juli, 10 Uhr: Geschäftssitzung der Konferenz. Vors.: Dr. Mattuck, London. Geschäftsbericht: Mrs. Montagu. Finanzbericht. Bericht der Ausschüsse. Entschließungen. Wahlen. 3'Uhr nachm.: Freie Aussprache des Vorstandes mit den Delegierten. Abends findet ein großer Empfang statt". Für die jüdischen Mütter Die Zentralwohlfahrtsstelle der Deutschen Juden bittet uns um Veröffentlichung folgender Zeilen: Die Beitragskarte für Hilfe und Aufbau gilt der Förderung der gesamten jüdischen Aufbau- und Fürsorgearbeit in Deutschland. Jeder Monat soll im Mittelpunkt der Werbetätigkeit eines bestimmten Aufgabengebietes stehen. Der Monat Mai dient der Mütterhilfe. Die Mütterhilfe ist heute notwendiger als je. Der Geburtenrückgang unter den Juden hat in den letzten Jahren ein" beängtigendes Ausmaß angenommen. Die Zeitverhältnisse, die zur Auswanderung-einer großen Anzahl von jungen erwerbsfähigen Männern, geführt haben, lassen einen weiteren Rückgang der', Geburten befürchten. Um so sorgfältiger müssen'wir die Betreuung der jüdischen Mutter durchführen. Wir müssen sie von den quälenden Sorgen (um das tägliche Brot befreien, wir müssen die ärztliche, rechtliche und persönliche Beratung der werdenden Mutter sicherslellen, damit sie gesunden Kindern das Leben geben und sie zu starken und lebenstüchtigen Menschen erziehen kann. - Unter der wirtschaftlichen Not und den . Sorgen des letzten Jahres hat die jüdische Frau und Mutter physisch und psychisch schwer gelitten. Vielfach ist sie anstelle des aus dem Erwerbsleben ausgeschalteten Mannes Ernährerin der Familie geworoen oder mußte neben dem Ehemann-einer Erwerbsarbeit nachgehen, um den Lebensunterhalt der Familie zu sichern. Daneben lastet unter den sorgenvoll veränderten Verhältnissen die gesamte Wirtschaftsführung auf ihr. Es werden an ihre Leistungsfähigkeit und ihr Können Anforderungen gestellt, die häufig’ ihre Kräfte -übersteigen. Wir müssen versuchen, der durch das Erwerbsleben und den Haushalt überlasteten Mutter zu helfen durch Entlastung im Haushalt, wirtschaftliche Hilfe und Pflege bei Krankheit. Der Erfüllung dieser Aufgaben dient die Mütterhilfe. Die Arbeit kann nur geleistet werden, wenn durch persönliches Opfer jedes einzelnen auch der finanzielle Bestand der-Arbeit gesichert wird. ' , _ Kein Mitglied' unserer Gemeinschaft darf sich dieser I Pflicht entziehen; jeder trägt zur Hilfe bei, der eine Beitragskarte für Hilfe und Aufbau . erwirbt und den Beitrag für Monat Mai entrichtet. Der Monat Mai dient der .Hilfe „Für die Mütter“. Der Arlosoroff-Mordprozeß Entlastungszeugen werden vernommen Jerusalem. Im weiteren Verlauf des Arlosoroff-Prozesses wurde - eine .Reihe von Entlastungszeugen vernommen, die einstimmend erklärten, daß Stavsky an dem Abend, an dem Dr. Arlosoroff in Tel-Aviv ermordet wurde, in Jerusalem gewesen sei. _ Dem Gericht wurde sodann Achi-Meir, der aus dem Gefängnis von Akkö nach Jerusalem gebracht worden war, in Ketten vorgeführt. Da er nach dem Hungerstreik sehr - angegriffen aussah, wurde ihm gestattet, sitzend auszusagen. Er lehnte dies jedoch mit dem Bemerken ab, daß er nicht aut derselben Bank wie „die größte Lügnerin“ sit-;zen wolle. Trotzdem war Achi-Meir bald darauf infolge seines geschwächten Zustands genötigt, "von der Erlaubnis zugelassenen Kassenzahnärzten wurden 285 als nichtarisch bezeichnet. Aus den Zahlen könne man aber doch entnehmen, daß mindestens die Hälfte der von der ersten Instanz ausgeschlossenen Ärzte usw. Beschwerde eingelegt habe. Die letzte Instanz, der Reichsarbeitsminister, hat nach Prüfung der Beschwerden insgesamt 827 Kassenärzte nicht zur weiteren Kassenpraxis zugelassen hat. Insgesamt sind nach Durchlaufen des Beschwerdeweges ruiid 1000 nichtarische bzw. kommunistische Ärzte von der Kassenpraxis ausgemerzt worden. Da nur in etwa der Hälfte aller Fälle die Beschwerde' eingelegt sei, ergebe sich also, daß rund 2000 Nichtarier bzw. Kommunisten aus der Kassenpraxis in Deutschland ausgemerzt wurden. Große Schwierigkeiten habe noch die richtige Definition des Begriffs Frontkämpfer bei den Ausnahmen für Nichtarier gemacht. Nach einer soeben vom Reichsarbeitsminister erlassenen neuen Verordnung über die Zulassung von Ärzten zur Tätigkeit bei den Krankenkassen werden nichtarische Ärzte und Ärzte mit nichtarischen Ehegatten nicht mehr neu zu den Kassen zugelassen. Die Zulassung" eines bisher zugelassenen Kassenarztes erlischt, wenn dieser einen Ehegatten nichtarischer Abstammung heiratet oder nach dem ersten Juli 1933 geheiratet hat. Eine opferfreudige Gemeinde Brief an die „Jüdisch-liberale Zeitung“ Landsberg [Warthe] ln einer gemeinschaftlichen Sitzung des Vorstandes_und der Repräsentanten der Synagogengemeinde wurde der Haushai tspl an für das Steuerjanr 1934/35. beraten. Der Vorsteher der Synagogengemeinde, Fabrikbesitzer Arthur Heimann, eröffnete die Sitzung. Durch den weiteren Wegzug verschiedener Gemeindemitglieder und durch das infolge der Ereignisse des letzten Jahres erheblich verminderten Einkommens der Gemeihdemitglieder, so führte er aus, wären die im Voranschlag des vergangenen Jahres vorsichtig eingesetzten Einnahmen illusorisch. Die Steuereingänge hätten nur etwas mehr als 60°/o erbracht, und auch die Einnahmen aus den Legaten, ebenso wie aus den Vermietungen.der Synagogenstände seien in der gleichen Höhe gegenüber dem Voranschlag zurückgeblieben. Die Ausgaben seien durch starke Drosselung vermindert worden: der Fehlbetrag mußte dem Fonds entnommen werden. In dem vorliegenden Etat sind die Gehälter wieder geringer eingesetzt, und auch die Ausgaben noch weiter bis zur niedrigsten Grenze herabgesetzt. Der Etat schließt mit 18 107.— RM Ausgaben ab, denen 3 379.— RM feste Einnahmen gegenüber stehen, sodaß etwa 14 500.— RM aufzu- . bringen wären. Die N eue i n sch ätzung nach dem bisherigen Modus, Besteuerung nach dem Einkommen, Vermögen und Verbrauch, könne. erst erfolgen, sobald die nötigen Unterlagen vom Finanzamt vorliegen. Der Antrag des Vorsitzenden der Repräsentanten, Rechtsanwalt Kann, die Steuern bis zur endgültigen Einschätzung in der bisherigen Höhe zu erheben, wird einstimmig angenommen. Der Haushaltsplan fand gleichfalls einstimmige Annahme. Der Vorsteher schließt die Versammlung, wobei er berichtete, daß es trotz der ungünstigen Lage der Gemeinde durch die'Opferfreudigkeit der Gemeindemitglieder möglich war, die bedürftigen Glaubensgenossen durch eine Winterhilfe erheblich zu unterstützen. ln den Räumen der Toleranzloge fand ein Kamera risch aftsabentj. des RjF. statt, zu dem auch die Förderer Jerusalem gesehen. Aut eine" Frage sitzenden antwortete Achi-Meir, er bekenne sich zum Legionsgedanken Jabotinskys und zu der Auffassung, "daß sich die Jugend im Kriege opfern müsse, individuellen Terror aber lehne er ab. Vom Generalstaatsamvalt einem Kreuzverhör unterzogen, erklärte Achi-Meir, er habe mit Stavsky wegen -des Wohnungsmangels in Tel-Aviv ein Zimmer gemeinsam bewohnt. Sein und Stavskys gemeinsames Interesse habe darin bestanden, dem Einwanderungsdirektor Hyamson — allerdings illegal — „zu helfen, Juden nach Palästina zu bringen“: Die AusschlieBung jüdischer Aerzte aus — der Kassenpraxis ' Der Ministerialrat im Reichsarbeitsministerium, Dr.Karst e d t, schildert in dem demnächst erscheinenden Heft des Reichsarbeitsblattes, dem B. T. zufolge, die „Durchführung der Arier- und Kommunistengesetzgebung bei den Kassenärzten, -Zahnärzten usw.“ Soweit bekannt, habe es am ersten Januar 1933 35 000 zur Kassenpraxis zugelassene Ärzte gegebnen. Zur Zahnbehandlung waren bei den reichsgesetzlichen Kassen. neben Zahntechnikern 8000 Zahnärzte zugelassen, während es an Zahntechnikern rund 12 000 gab. Wieviele von ihnen für die. Kassen täfig waren, sei unbekannt. Unbekannt sei auch,.wie hoch im Rahmen dieser Zahlen der Anteil .der Nichtarier war, und es werde zuverlässig statistisch auch nicht ermittelt werden können. Für Berlin liege für Oktober 1933 eine- Feststellung vor, wonach von den damals :npch vorhandenen 3481 Kassenärzten 1404 als deutschstäm- Imig und 1888 als fremdst äm m i g bezeichnet wurden;;der Rest war zweifelhaft. Von 965 am 1. Januar 1933 11 Chemische Reinigung Erich K_ . II Kaiserallee 13 Ecke Meieroltostraße II Wollkleid 150 bis-3,— Seidenkleid 3 II Stufan Sla am J 9 Oliva 9341 Gottesdienste Ieitungdes Bundesdeutsch-jüdischer Jugend: „Persönlichkeits¬ und Gemeinschaftsbildung“. Donnerstag, 7. Juni. Georg Pape, Mitglied der Bunaesleitung des Habonim: „Jüdische Jugend und Beruf“. Dr. Bruno Sommerfeld, Geschäftsführer des Reichsausschusses jüdischer Jugendverbände: „Sozialarbeit der jüdischen Jugend“. Fritz Schwarzschild, Vorsitzender des Ausschusses für Berufsumschichtung im Reichsausschuß jüdischer Jugendverbände: „Jüdische Jugend und jüdische Öffentlichkeit“. -Mitglieder der Bünde erhalten kostenlos Teilnehmerkarten durch ihre Bünde. Cykluskarten für 75 Pfg. im Sekretariat der Volkshochschule. Am 3. Juni, abends 8.15 Uhr, gibt Ludwig Hardt im Berliner Theater einen Rezitationsabend unter dem Titel: „Theater! Theater! Theater!!“ Das Programm wird durch 10 seiner berühmten Schauspieler-Porträts vervollständigt. Der Kulturbund Deutscher Juden teilt mit, daß die Konzerte des Monats Juni vom Opem-Chor des Kulturbundes unter Leitung von Kapellmeister Berthold Sander mit einem ganz neuen Programm bestritten werden. Neben alten Madrigalen, einem romantischen Teil (Brahms, Schumann, Mendelssohn) und einigen deutschen Volksliedern ist hauptsächlich ein ausgedehnter Teil jüdischer Gesänge und palästinensischer Chormusik erwähnenswert, vor allem ein Psalm von James Simon, der als Berliner Uraufführung das besondere Interesse aller jüdischen Kreise erwecken dürfte. vor 15 Jahren die Ortsgruppe des RjF. gegründet wurde. Kunstgewerbeschau im Berliner Theater Die kunstschaffende Frau Das Foyer des Berliner Theaters hatte sicham Sonntag unter dem Protektorat des Kulturbundes und der Künstlerhilfe in eine Kunstgewerbeschau unter dem Titel „Die kunst-- schaffende Frau“ verwandelt. Um ihren sozialen Zweck zu erfüllen, den Ausstellerinnen durch Verkauf' ihrer kunstgewerblichen Produkte zu helfen-, wird sie eine Woche lang geöffnet bleiben — sollte man meinen. Neugierige Nachfragen ergaben indessen die mehr als merkwürdige Tatsache, daß die Frist für diese Messe nur auf wenige Stunden bemessen war. Eine Ausstellung also, die, wenigstens in organisatorischer Hinsicht, zu Ausstellungen veranlaßt. Auch ein schöpferischer Kunstfrühling konnte bei der herrschenden Kälte eigentlich nicht wahrgenommen werden. Fast nirgendwo ein neuer Ausdruck eines neuen Innenlebens. Aber alles von jüdischer Geschmackskultur durchtränkt; solide, materialecht, schlicht in der Form. Der Anziehungspunkt ein in kostbares Material gehülltes Mannequin, das sich frierend durch den Raum schlängelte. Die Attraktion der vielbewunderte Stand der Puppenkünstlerin Edith Samuel. Da sitzen Kinder auf einem Karussell, Miniaturgeschöpfe aus Stoff, Bast und Holz, aber lebensecht, und andere stehen als Zaungäste herum, gieriges Verlangen nach einer kurzen Fahrt durchs Glück in den menschlich angehauchten Puppenzügen. Komplizierte kleine Wesen aus primitivem Material. Auch eine beliebte Filmgestalt ist von Edith Samuel nachgeschaffen worden: das kleine vom Leben zerzauste Mädchen aus Jean Benoit- Levys Film „Mutterhände“. Mutterhände und Mutterliebe scheinen auch diese Figuren geschaffen zu haben. Alle nur erdenklichen Materialien sind verarbeitet. Seide und Pergamentpapier, Silber und Wolle, Handschuhleder und Porzellan. Da gibt es Bucheinbände aus Leder und Holz, da sind Kissen malerisch geballt. Jumper, Gobelins, Spitzenentwürfe. Hier lädt ein Teeservice zum Verweilen ein. Alice Simon hat mit Farbe und Pinsel Schals, Taschentüchern, Pyjamas künstlerischen Anstrich gegeben. Lore, Lilien zeigt, wie man altem Schmuck eine neue Fassung geben kann. Emmy Roth hat schlanke Silberkannen in eine Vitrine gestellt. Dem Charakter des jüdischen Hauses tragen die hübschen Kultgeräte von Lotte Engel-Hecker und Rahel Ruth-Sinasohn Rechnung: Chanukahleuchter und Sederschüsseln, Barchesdeckchen und Esrogdose, wobei der' Versuch gemacht wird, traditionelle Formen mit neuzeitlichem Geschmack zu vereinen. Blumendüfte entströmen den Schalen, die Franziska Bruck - gefüllt hat. Ein Photo Max Liebermanns von Gerty Simon fällt auf. Irma Cohn hat Szenenbilder und ein charakteristisches ■ Porträt der jungen Schauspielerin Rosowsky beigesteuert. Eine Tochter des unvergessenen Siegfried Ochs zeigt Bildnisse des berühmten Dirigenten, Ludwig Hardts und Dr. Kurt Singers. Weiter: Handtaschen, Kaffeewärmer, Lampenschirme, Gebrauchsartikel und Geschenkgegenstände — kürz: Was Ihr wollt! Für die Ausstellungsbesucher gab es auch bildende und unterhaltende Darbietungen in zwei Etappen. Hettä Bamberger illustrierte einen aufschlußreichen Vortrag über Kunstgewerbe im Wandel der Zeiten mit Lichtbildern, Ruth Anselm tanzte, Elly Reicher rezitierte.. Hoffentlich findet die „kunstschaffende Frau“ bald ein gastlicheres Heim als das Foyer des Berliner Theaters. E. Ta. Liberale Synagoge Norden, Schönhauser Allee 162. Freitag, abds. 7.15 Uhr. Predigt: Zimet. Sonnabend, vorm. 10 Uhr: Zimet (Einsegnung). Liberale. Synagoge Osten, - Kaiserstr. 30. Freitag, abds. 7.30 Uhr. Predigt: Dr. Plotke. Liberale Synagoge Nordost, Prenzlauer Promenade 176. Freitag, abds. 7.15 Uhr. Predigt:- Dr. Heymann. Liberale Synagoge Westend, Kaiserdamm 78. Freitag, abds. 7.15- Uhr. Predigt: Goetz. Liberale Synagoge Wedding-Reinickendorf, Seestr. 44. Freitag, abds. 7.30 Uhr. Predigt: Dr. Hirschberg. Jüdische Ref ormgemeinde. Freitag, abds. 6.30 Uhr, im Logenhaus, Joachimsthalcr Str. 13. Predigt: Dr. Rosenthal. Sonntag, vorm. 10.30 Uhr, im Gotteshaus Johannisstr. 16. Predigt: Dr. Gottschalk. Wann? Wo? Juge« dgemeinschaft der.Jüdischen Reformgemeinde. Dienstag,^. Mai, abends 8 Uhr, Arbeitsgemeinschaft „Die Ethik des Judentums“. Leitung: Dr. B. Gottschalk. Beginn abends 8 Uhr bei Gottschalk, Niebuhrstraße 75. Mittwoch, 30. Mai, abends 8 Uhr, im Gotteshaus Johannisstraße 16. Vortrag Dr. Hermann Schildberger „Die Orgel“. Erklärung und praktische Erläuterung an der Orgel. . Auf Einladung der Freien Jüdischen Volkshochschule Berlin werden die Mitglieder des Führerrats des Reichsausschusses jüdischer Jugendverbände im Rahmen einer Reine von Kurzvorträgen unter dem. Thema „Vom Werk der jüdischen Jugend“ über Gegenwartsfragen jüdischer Jugendarbeit berichten. Donnerstag, letzte Nariiritlrten Ministerpräsident Kiagges über die Judenfrage In einer. Massenkundgebung in Harburg-Wilhelmsburg erklärte der Braunschweigische Ministerpräsident Kiagges einem Bericht des Deutschen- Nachrichtenbüros zufolge, von den 150prozentigen Nationalsozialisten sei u. a. behauptet worden, in der Judenfrage hätte die Regierung versagt. Es müsse doch zugegeben werden, daß die Juden aus allen öffentlichen Ämtern entfernt worden seien und daß sie nirgends mehr einen Einfluß hätten. Man könne natürlich das jüdische Volk nicht vollständig ausrotten. Das sei auch gar nicht die Absicht der Nationalsozialisten. Gefängnis für Fälschung von Talmudzitaten Kattowitz. Das Kattowitzer Kreisgericht hat nach zweitägiger Verhandlung das Urteil in einem Verleumduhgsprozeß gefällt, den die Jüdische Gemeinde gegen den Schriftleiter der antisemitischen Zeitung „Blyskawica“, Eduard Chowanski, angestrengt hatte. Chowanski hatte auf Grund gefälschter Talmud-Zitate behauptet, die Juden bereitetendie Vernichtung der christlichen Welt vor. Der Angeklagte wurde zu neun Monaten Gefängnis und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf drei Jahre verurteilt. Neben den Kosten des Verfahrens wurde ihm die Zahlung von 200 Zloty an die Jüdische Gemeinde als Buße auferlegt. Alexander Kipnis verläßt die Berliner Staatsoper Wie die „Frankfurter Zeitung“ mitteilt, verläßt Alex-, ander Kipnis aus eigenem Willen die Berliner Staatsoper. Das Blatt weist aus .diesem Anlaß darauf hin, daß im-Vorjahre der erste Bassist der Staatsoper, Emanuel List, als Nichtarier ebenfalls seine Stellung freiwillig aufgegeben hat. besteht kein Anspruch auf Nachlieferung oder Rückerstattung der entsprechenden Bezugsgebühren.