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Jüdisch-liberale Zeitung · 1934-05-22 · 41 (22.5.1934) · page 2

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
14 (1934)
Issue
41 (22.5.1934)
Date
1934-05-22
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Es wird gemeldet : Die zweite Zivilkammer des Landgerichts Breslau hat. die Ehe eines Militäranwärters mit einer nichtarischen Frau für nichtig erklärt. Der Ehemann machte glaubhaft, daß er infolge besonderer Umstände von der Abstammung seiner Frau aus einer jüdischen, Familie nichts gewußt habe. Die Frankfurter jüdische Künstlerin M i t i a Mayer- Lisman wird bei den Salzburger Festspielen eine Reihe von Einführungsvorträgen halten. Der Verein jüdischer Teilnehmer an den Kämpfen für Polens Unabhängigkeit veranstaltet, wie aus Warschau gemeldet wird, am 27. Mai zum Andenken an den j ü d i s c h e n Obersten Berck Josselewicz, der vor 125 Jahren an der Spitze seines jüdischen Regiments in der Schlacht bei Kozk gefallen ist, in ganz Polen Feierlichkeiten. Der soeben zurückgefretene polnische Ministerpräsident Janusz Jendrzejewicz hat das ^Protektorat.. übernommen. Der Bürgermeister von Wien hat soeben die Ö4 Mitglieder der- Wi en e r Bürgerschaft ernannt, die nach der neuen Verfassung an die Stelle des Gemeinderats tritt. Als Vertreter der Wiener Judenhcit wurde Rechtsanwalt Dr. Jakob Ehrlich in die Bürgerschaft berufen. Neben ihm ist noch ein zweiter Jude Mitglied der Bürgerschaft, Gremialpräsident Langer, und zwar als Repräsentant eines der Wirtschaftskreise. . m Wie aus Warschau gemeldet wird, hat der Vorstand der Warschauer Jüdischen Gemeinde sämtliche jüdischen Deputierten telegrafisch zu einer außerordentlichen Beratung eingeladen, in der Maßnahmen im Hinblick aut die Gefahr besprochen werden sollen, die die-außerordentlich verstärkte Propaganda der National-Radikalen für die gesamte jüdische Bevölkerung mit sich gebracht hat. * In Pistyan ist die ältesteFrau der, westlichen Tschechoslowakei, Frau Netta Seßler, im Alter von 103 Jahren verstorben. Sie entstammte einer alteingesessenen jüdischen Familie, die lange Jahre hindurch die Oberfahrt über den Waag-Fluß in Pacht hatte. Eine kompromißlose Ablehnung Restlose Ausschaltung von Juden an den Bühnen Das Reichskabinett hat das vom Reichsministcr für Volksaufkiärung und Propaganda vorgelegte Theatergesetz verabschiedet* nach dem nicht nur die Theater der Länder, sondern auch die der Gemeinden und die Privattheater unter Führung des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda zusammengefaßt werden. Die Auswirkungen dieses Gesetzes auf die Juden erkennt man am besten aus einer Veröffentlichung des „Büros des Vereins deutscher Zeitungsverleger“, die wir nachstehend wiedergeben. Während es bisher schien, als ob die freie künstlerische Betätigung in gewissen Grenzen nichtarischen Künstlern nicht benommen sei, heißt es jetzt in der erwähnten Veröffentlichung: „In den Veröffentlichungen des Kampfbundes für deutsche Kultur und Rcichsverbandes „Deutsche Bühne“ wird auf den Passus der großen Rede des Reichspropagandahiinisters Dr. Goebbels im Sportpalast verwiesen, der sich -auf die Judenfrage bezog. Der Minister hatte u. a. erwähnt, die Juden ■ möchten diese Worte als letzte Warnung betrachten. Hierzu weisen mm die genannten Institutionen darauf hin, daß ein notwendiges Wort zu notwendiger Zeit von maßgeblicher Seite gesprochen worden sei. Nicht nur als Schauspieler und Sänger verbitten wir uns die Juden, so heißt cs u. a. weiter, „sondern auch als Autoren und Komponisten.' Auch als Textdichter in musikalischen Bühnenwerken verbitten wir uns die Juden ebenso wie als Regisseure oder Bühnenbildner. Unsere kompromißlose Ablehnung trifft aber auch jene Judenstänunigen, welche als sogenannte Frontarier heute noch auf Nebengleisen oder Hinterhöfen glauben, ungestraft Personal- und Spielplanpolitik, treiben zu können. Ebenso lehnen wir aut deutschen Bühnen alle jene Leute ab, die heute noch mit jüdischen Kreisen befreundet oder mehr oder weniger, verheiratet sind. Sie mögen noch so große „Könner“ sein. Hier Kernsiellung des Judentums in der deutschen Kultur bilden heute noch die jüdischen B ii h n e n v e r I age , die wir leider verabsäumt haben, ihrer Machtstellung zu entkleiden." Eine Bekanntmachung des Reichswehrministers ' Nichtarier in der Wirtschaft Der R e ichs \v eh rin i n i st<c r hat jetzt für den Bereich seiner Zuständigkeit das Rundschreiben des Rcichsirtnenmmisters Dr. Frick über die Grenzen der Arier- .Gesetzgebung zur Beachtung bekanntgegeben. Der Rmchsinnenminister hatte in diesem Rundschreiben an die _ obersten Behörden, wie erinnerlich, vor allem darauf hingewiesen, daß es nicht angebracht, ja sogar bedenklich sei, wenn die Grundsätze des sogenannten Arierparagraphen auf Gebiete ausgedehnt wurden, die für sie überhaupt nicht bestimmt seien; dies gelte insbesondere, wie die nationalsozialistische Regierung immer wieder hervorgehoben habe, von der freien Wirtschaft; er bitte Übergriffen auf diesem Gebiete m«t aller Entschiedenheit entgegen zutreten. Der Reichswelirminister fügt der Bekanntgabe noch die Anordnung hinzu, dal! wegen der Behandlung nichtarischer U n t c r n e li m c n bei der Vergebung von Leistungen die bestehenden Bestimmungen zu beachten seien und dal! ihm, dem Minister, unter Anführung der Gründe zu berichten sei, bevor Maßnahmen getroffen würden, die. auf Sonderbchandlung von Nichtarieni abzielten. Zulassung der Kassenärzte geändert Die Zulassung der Ärzte zur Tätigkeit bei den Krankenkassen wird durch eine vom Reichsarbeitsminister im Reichsgesetzblatt bekannt gegebene Verordnung neu geregelt, wobei wesentliche Änderungen namentlich bei den Vor- -aussetzungen für die Zulassung vorgenommen wurden. Entsprechend der Beamtengesetzgebung werden n i c h t a r i s c h e Aerztc und Aerzte mit n i c h t a r i s c h en Ehegatte n n i c h t m ehr ii c u z u g c 1 a s s e n. Schon vorher war die-Ausschaltung der uichtarischen Aerzte, soweit sie nicht Frontkämpfer oder sfit 19 U niedergelassen waren, erfolgt. Für'die Zukunft werden Aerzte fcmgehaltcn, die nicht die Gewähr für ein jederzeitiges rückhaltloses Eintreten für den nationalsozialistischen Staat bieten. Oie Möglichkeiten zur bevorzugten Zulassung der Kämpfer des Weltkrieges und der nationalen Erhebung wurden erweitert. Die Kassenärzte müssen künftig, eine JZeitlang in der Landpraxis tätig gewesen und im Denken und Handeln im Sinne der Volksverbunden- ' heit erzogen sein. Jüdischer Abgeordneter beim Innenminister Fortdauernde antisemitische Unruhen in Polen Warschau. Die Stoßtruppen der Radikal-Nationalen Partei veranstalteten in Warschau wiederum antisemitische Exzesse. In der Ujazdowski-Allee wurden zahlreiche jüdische Straßenpassanten überfallen und mit Stöcken mißhandelt. Abends drangen die Exzedenten üi das Cafe Bagatella ein, vertrieben die jüdischen Gäste und mißhandelten sie. Ein jüdisches Obst- und Zuckerwarengeschäft wurde zerstört, die Waren wurden mit Teer und Naphta übergossen. Lodzer jüdische Ausflügler wurden in Pabianuc von den Radikal- Nationalen blutig geschlagen, einige Juden wurden in schwerverletztem Zustande ins Hospital überführt. In der Lodzer Pietrokower Gasse wurden jüdische Passanten. überfallen und schwer mißhandelt. Das Lodzer Polizeigericht verurteilte sechs Teilnehmer an dem antisemitischen Überfall am 3. Mai zu je 2 Monaten, andere zu einem Tag bis Zu einem Monat Gefängnis. Auch sieben Juden, die sich der Üherfälle erwehrten, wurden zu je zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Angesichts der unaufhörlichen antisemitischen Ausschreitungen, die seit der Gründung der Radikal-Nationalen Partei erfolgen, hat der Sejm-Deputierte Mendelson im Namen des Jüdischen Klubs beim Innenminister, Pieracki vorgesprocchen und Schutz der jüdischen Bevölkerung Polens gefordert. Der Innenminister versprach, die zur Verhütung weiterer Ausschreitungen notwendigen Maßnahmen zu treffen. Furchtbare Not unter der Bevölkerung Die Katastrophe von Tiberias Jerusalem. Wenn auch die Zahl der Todesopfer in der von der Unwetter-Katastrophe schwer heimgesuchten Stadt Tiberias glücklicherweise nicht so groß ist,wie die ersten Meldungen besagten, so hat doch der Wolkenbruch in ihren Einzelheiten noch unübersehbare Folgen gehabt. Der Bürgermeister von Tiberias schätzt die Zahl der. durch die Katastrophe obdachlos Gewordenen auf 5000 und den angerichteten Schaden unter Berücksichtigung der Zerstörung öffentlicher Verkehrswege auf 100 000 Pfund. Die Zahl der Toten wird nach den letzten Meldungen mit 29 angegeben. Mehrere Personen werden noch vermißt, und es muß befürchtet werden, daß sie gleichfalls den Tod gefunden haben. Von den jüdischen Opfern wurden bisher, sechs bestattet, darunter der siebzigjährige Rabbiner Mosche Jifrah und seine sechzigjährige Gattin, die während des Mittagessens von den Fluten überrascht und fortgerissen worden waren. Die Not unter den zahllosen Obdachlosen ist unbeschreiblich. Im ganzen Land hat die H i 1 f sa rbeit für die Opfer der Katastrophe eingesetzt. Aus allen Teilen treffen in Tiberias Lebensmittel und Kleidungsstücke für die von dem Unglück betroffene Bevölkerung ein. Auch die Regierung hat Mittel zur Speisung von 2000 Menschen zur Verfügung gestellt. In Jerusalem wurde die Abhaltung eines einstündigen Gebetes für die Opfer der Katastrophe angeordnet. Geflügelschäditen bleibt verboten Die „Fleischer-Verbands-Zeitung“ gibt eine Entscheidung des Reichsministeriums zur Schächtfrage. bekannt,, in der es heißt: „Die erwähnte Methode ist nach der von mir in Übereinstimmung mit dem Reichsgesundheitsamt -vertretenen Auffassung weder geeignet, mit Sicherheit Tierquälereien zu vermeiden, noch entspricht sie dem Sinn und der Vorschrift des Paragraphen S der Verordnung über das Schächten von Tieren.“ Wie das Fachblatt dazu bemerkt, ist diese Entscheidung des Reichsministeriums des Innetn auf einen Antrag ■ des Oberrats der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs erfolgt, die Tötung von Geflügel ohne Betäubung nicht zu beanstanden. Durch Erlaß des Innenministeriums werden die Polizeibehörden angewiesen, gegen Zuwiderhandlungen einzuschreiten. Erklärung zur Schechita-Frage Die in unserem Blatte veröffentlichten Artikel von Rechtsanwalt Heinrich Stern und Rabbiner Dr. Dienern a n n, in denen auf die dringende Notwendigkeit hingewiesen wurde, die Schächtfrage zu lösen, haben das Dozentenkollegium des Berliner Rabbinerseminars zu einer Entgegnung veranlaßt. Im Namen des Dozentenkollegiums geben Rabbiner Dr. M. Auerbach, Rabbiner Dr. S. Grünberg und Rabbiner Dr. J. Weinberg folgende Erklärung ab: „ln . der „Jüdisch-liberalen Zeitung“ vom 4. Mai sind zwei Artikel über die elektrischeBetäubung vor der Schechita erschienen, durch die im Publikum Verwirrung erregt werden kann. Demgegenüber erklären .wir: Es ist nicht wahr, daß seitens der Orthodoxie aus anderen als halachischen Gründen Zurückhaltung gegen die Betäubung geübt wird. Tatsächlich sind die orthodoxen Rabbiner seit Jahren dauernd bemüht, halachisch zulässige Möglichkeiten für Anwendung der Betäubung zu finden. Zu unserem großen Bedauern ist es aber bisher noch nicht gelungen, eine einwandfreie religionsgesetzlich statthafte Form der Betäubung festzustellen. Bei aller Sorge um die Ernährung der deutschen Juden hat kein Rabbiner, der sich der Verantwortung gegenüber Judentum und Judenheit-bewußt ist, jjas Recht, eine Form der Schechita gutzuheißen, die nicht ohne jeden Zweifel dem göttlichen Gesetz entspricht." Heines Sterbeiiaus niedergeritsen Paris. Ohne daß die Pariser Öffentlichkeit etwas davon erfahren hätte, ist vor kurzem das Haus in der Avenue Matignoii, in' dem' Heinrich Heine nach langem Leiden starb, niedergelegt worden. Die Gedenktafel, die man erst im Jahre 1929 an der Fassade angebracht hatte, ist spurlos verschwunden. Mehrere Schriftstellervereinigungen haben an zuständiger Stelle Beschwerde erhoben. Aus den Gemeinden 'wnd oUtztiation eBtief an Sie „3ücisch-lit>cia.lc ScitMug“ Hamburg, im Mai. In der letzten Sitzung der Repräsentanz wurden zu Beginn einige Anträge des Vorstandes auf Zahlung eines nachträglichen Zuschusses für den Gemeindeabend, auf Beitragszahlung an die Reichsvertretung u. a. debattelos angenommen. Im Mittelpunkt der Sitzung stand die Einrichtung eines Schulkindergartens, dem gleichzeitig ein Sonderhort angehören soll. In dem Sonderhort sollen solche Kinder Aufnahme finden, die trotz Vollendung des sechsten Lebensjahres noch nicht reif sind, eine Schule zu besuchen; der Sonderhort soll außerdem die Kinder umfassen, die bereits eine Schule besuchen, — sich aber zu Aufnahme in den bestehenden Kinderhört der Gemeinde nicht eignen. Der Vorstand schätzt die Einrichtungskosten auf 900 Mark, die monatlichen Kosten aut 500 Mark. Da durch diese Einrichtung verschiedene Unkosten innerhalb des Jugendamtes fortfallen werden, wird nur ein absoluter Mehrbedarf von 3000 Mark im zweiten Halbjahr entstehen. Die Repräsentanz bewilligte einstimmig' 2400 Mark für das zweite Halbjahr 1934. Um eine weitere Ausgestaltung der J ugend-S<a bbatst u n d e n zu ermöglichen, hat der Israelitische Tempelverband einen Ideenwettbewerb ausgeschrieben, der die besten Anregungen zur Ausgestaltung dieser festlichen Stunden prämiieren will. In diesen Anregungen soll grundsätzlich alles enthalten sein, was der Freitagabend an Ausgestaltungsmöglichkeiten bieten kann: das Lichterbenschen, gemeinsame Gesänge, Kiddusch, Formen der Bewirtung und das Tischgebet. Der Wettbewerb ist in zwei Klassen geteilt; für Jugendliche über und unter 16 Jahren. Einsendungsschluß ist der 15. Juni. Auch über einen beachtlichen Rezitationsabend ist zu berichten. Schade nur, daß das Interesse unseres Publikums für diese Art von Veranstaltungen bedenklich nachgelassen zu haben scheint. Anders ist es nicht zu erklären, daß an dem letzten Rezitationsabend des durch die „Gemeinschaft jüdischer Künstler“ hier bereits bekannten Rezitators Willi Kruszinsky der Vortragssaal fast halb leer war. Kruszihsky ist ein Rezitator von hohem Rang, dessen schauspielerische Gestaltungskraft in dem von ihm zum Vortrag gebrachten Werken Heines, Bubers und Perez’ wirksam zum Ausdruck kamen. Die Zuhörer spendeten reichen Beifall. E. Ala. Burgsteinfurt i. W. Im, 79. Lebensjahr verstarb hier der langjährige Vorsteher der Gemeinde, Herr Benjamin Wertheim, ein treuer Sachwalter aller Gemeindeinteressen, eine durch aufrichtige Frömmigkeit und Wohltätigkeitssmn ausgezeichnete Persönlichkeit, die sich in weitem Umkreis großer Wertschätzung erfreute. Prediger Emanuel würdigte an der BaTire das vorbildliche gemeinnützige Wirken des Entschlafenen. Kassel. Die Ortsgruppe des RjF. hatte zu einem Kameradschaftsabend eingeladen, der regen Besuch aus allem Kreisen der Gemeinde aufwies. Dr. med. Steinhardt referierte über die körperliche Ertüchtigung durch den Sport, und Dr. Kurt Grünebaum sprach von den Aufgaben des RjF. in heutiger Zeit. Vom Berliner Bundesvorstand waren den hiesigen Vorstandsmitgliedern Dr. Grünebaum und Louis Engelbert goldene Ehrennadeln zuerkännt worden, die Felix Rosenbach überreichte. Gesangliche und turnerische Übungen umrahmten die angenehm verlaufenen Stunden. — -In diesen Tagen vollendet das älteste Gemeindemitglied, Herr Alexander Fiorino, sein 92. Lebensjahr. Mit bewundernswerter geistiger Regsamkeit nimmt Herr Fiorino noch an allen Ereignissen innerhalb der Gemeinde regsten Anteil. Er besucht' regelmäßig die Veranstaltungen des Kulturbundes, der Sinai- Loge und vieler Vereine, deren Ehrenmitglied er ist. Kürzlich hat der Israelitische Krankenpflegeverein Herrn Fiorino, sein ältestes lebendes Mitglied, das seit 58 Jahren treu seine Ziele fördert, durch die Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet. In gleicher Weise wurde auch Justizrat Dr. M. Rothfefs geehrt, der 60 Jahre dem Verein angehört und demnächst seinen 80. Geburtstag feiert. — Zahnarzt Dr. Theo Rothschild ist aus dem Ältesten-Kollegium der Gemeinde ausgeschieden, da er seinen Wohnsitz verlegt. Mannheim. Der „L i e d e r k r a n z“ veranstaltete im eigenen Heim sein drittes, Franz Schubert gewidmetes Jugendkonzert, das trotz strahlenden Mahvetters gut besucht war. Kapellmeister Max Sinzheiiner sprach instruktive einführende Worte über Schubert, während sich für Instrumentalschöpfungen und Lieder des Meisters eine Reihe Mannheimer und auswärtiger Kräfte cinsetzten. Ihnen allen wie auch den Mitwirkenden der vorhergegangenen Jugendkonzerte dankte der Vorsitzende des Liederkranzes, Rechtsanwalt Dr. Hecht, in warmen Worten. . - —t. —n. Ein Aufruf des Rabbinerverbandes Vom Vorstand des Allgemeinen Rabbiner- Verbandes in Deutschland geht uns nachstehender Aufruf mit der Bitte -um Veröffentlichung zu: „Wir wenden uns ari die E 11 e r n d e r j e n i g e n j-ü d ischen Kinder, die simultane Schulen besuchen: ihnen allen ist gewiß der Erlaß des Innenministeriums bekannt geworden, der vermutlich in wenigen Wochen in Kraft treten wird. Danach können die jüdischen Schüler und Schülerinnen dem Unterricht am Sabbat entweder vollkommen oder auch während der Zeit des Gottesdienstes fembleiben. Wer indessen von dieser Erlaubnis keinen Gebrauch macht, verwirkt das Recht darauf, sein Kind vom Unterricht im Zeichnen, in der Handfertigkeit und vom Schreiben zu befreien. Wir rufen die Elternschaft auf: Ergreifet die Hand, die Euch geboten wird! Tut, was-in dieser-Zeit die Würde,-«das Ansehen und die Ehre des Judentums in dieser Zeit doppelt erfordern und legt geschlossen ein stolzes Bekenntnis zum Sabbat und damit zur jüdischen Religion ab!“ Preisausschreiben für Gehrauchsgraphiker. Die Künst- ' -lerhilfe der Jüdischen Gemeinde bereitet die Herausgabe eines Kunstkalenders vor, der zu Rausch-Haschonoh erscheinen wird. Für den Entwurf des. Titelblattes, und die Aufteilung von Kalendarium, Bild und Text wird ein Wettbewerb jüdischer Gebrauchsgraphiker ausgeschrieben. Für die beiden besten Entwürfe sind zwei Geldprämien ausgesetzt. Richtlinien sind vom Jüdischen Museum, Berlin N 24, Oranienburger Str. 31, anzufordem. Die Einsendung der Arbeiten muß spätestens bis 3Ö. Mai 1934 an .das Jüdische Museum erfolgen. Berliner Sportgemeinschaft 1933 im Sportbund des RiF. Sehwimmabteilung. Während der Sommermonate findet das Schwimmtrairiing Montags und Donnerstags - im Seebad Mariendorf (Ullstein-Haus, Tempelhof) von 6 Uhr bis zum Eintritt der Dunkelheit statt. Das Bad ist für Mitglieder an diesen Tagen von 4 Uhr an geöffnet. Nähere Auskünfte dortselbst oder in der Geschäftsstelle Kaiserallee 51/52. Telefon: H 6 Emser Platz 2623.

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