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Jüdisch-liberale Zeitung · 1934-04-17 · 31 (17.4.1934) · page 2

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
14 (1934)
Issue
31 (17.4.1934)
Date
1934-04-17
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Sie nicht zuvor sich selber geholfen hätten, frei zu werden von den Dingen der Erscheinungswelt? All ■ das fanden Sie nicht draußen, in der Welt, in der es Neid, Bosheit, und kleinliche Gewinnsucht gibt — all das fanden Sie in der Stille Ihrer meditierenden Stunden, in der Einsamkeit Ihres Arbeitszimmers, in der täglichen Zwiesprache mit Ihrem Gotte. Sie haben Ihre Stellung verloren. Ich verstehe, daß dies gerade einem zur Aktivität drängenden - Menschen wie Urnen schmerzlich sein muß; ich verstehe, daß es Anlaß geben kann zu vorübergehenden Depressionen. Aber was ich nicht verstehen kann, sind Ihre Bedenken, daß Sie mangels eines geeigneten Wirkungskreises den Anschluß an die' Realität verpassen . und weit- und wirklichkeitsfremd werden könnten. Dies gerade von Ihnen zu hören, ist mir - mehr als schmerzlich, scheint es mir doch ein Beweis dafür, wie sehr heute gerade die wertvollsten und reichsten Naturen unter den deutschen Juden dank ihrer größeren Sensibilität bedroht sind.. Sie schreiben, Sie hätten sich in der ersten Zeit nach dem Verluste Ihrer Stellung um eine Vertiefung Ihres Wissens bemüht und sich mit allen möglichen x Sie interessierenden Stoffgebieten sowohl rezeptiv wie | produktiv beschäftigt, hätten aber bald die nötige / Spannkraft verloren, weil Sie sich angesichts der Tagesereignisse gesagt hätten, daß . Ihre jetzige Tätigkeit nur mehr eine rein private sei, sozusagen . eine Luxusangelegenheit, mit der niemand gedient sei, eine Flucht vor derWirklichkeit, die seelisch für Sie von den schwersten. Folgen begleitet sein könnte. Gehen wir einmal im Einzelnen die von ’ Ihnen vorgebrachten . Bedenken durch, um zu sehen, was eigentlich an ihnen dran ist. Bereits die erste Behauptung enthält eine so große Fülle >von Mißverständnissen, daß es schon Amtliche Bekanntmachung übersehen Nochmals: Nichtarier als Betriebsfuhrer In einem „Unternehmer und Führer des Betriebes“ überschriebenen Leitartikel erwähnt die „Frankfurter Zeitung“, daß über die Frage, ob Nichtarier Führer des Be- . Haüpfkreisbetriebszellen-Abteilung Aschaffe satz mit der Überschrift „Kann ein Jude Betriebsfuhrer einer deutschen Gefolgschaft werden" gebracht, in dem die Frage neuerdings verneint wird, obgleich man eigentlich hoffen durfte, daß in diesem Zeitpunkt früher vorhandene Mißstände bereits überall aufgeklärt seien. t Überraschend ist vor allem, daß in dem Aschaffenburger Artikel von düm Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit gesagt wird, es sei zwar an dieser Frage vorübergegangen, . aber „für den Gesetzgeber dürfte es - von vornherein feststehend gewesen sein, daß ein Jude als Führer niemals in -Frage kommt“.- .Der Verfasser hat offenbar die amtliche es hinsichtlich der Vorschriften" über den Führer des Betriebes heißt: „Von der Aufstellung besonderer Voraussetzungen ist dabei auch hinsichtlich der Staatsangehörigkeit und der Rasseuzugehörigkeit abegeseilen worden. Auchnichtarische Unternehmer können daher Führer des Betriebes sein. Das entsprichtden wiederholten Verlautbarungen der Reichsregierung, nach denen die Bestimmungen des Gesetzes über das Berufsbeamtentüm für das Gebiet der Wirtschaft keine Anwendung finden." « Auch einer der neuesten Kommentare zum Arbeitsgesetz von Landgerichtsdirektor im Preußischen Justizministerium, Dr. Werner Grussendorf, trifft dieselbe Feststellung. der Dialektik eines Kierkegaard bedürfte, ihre psychologischen Wurzeln aufzuzeigen.'Hier sei nur soviel gesagt: Jede Tätigkeit ist von Natur aus individuell, d. h; privat. Denn sie entspringt einer unteilbaren, unveränderlichen, einmaligen Persönlichkeit. Der Begriff einer allgemeinen Tätigkeit wäre logisch unhaltbar. Die Tätigkeit ist nicht eine allgemeine, sondern wird erst eine allgemeine. Oder anders: Jede Leistung, wird umso besser und damit umso allgemein- - gültiger sein, mit je mehr persönlicher Freude sie her- : vorgebracht wird.-Wahre Freude aber, empfindet der Mensch nur an ihm Wesensnahen, Wesehsbedingten — woraus hervorgeht, daß der Ursprung jeder schöpferischen Tätigkeit individueller, d. h. privater Natur - ist. Zum Thema Luxusangelegenheit etwas zu sagen, scheint mir in diesem Zusammenhang überflüssig zu sein. Mit ökonomischen Theorien kann man unmög- ' lieh an das differenzierte geistige Leben eines modernen Menschen herankommen. Oder aber man stellt sich überhaupt auf den Standpunkt, daß Kunst und Kultur in der heutigen Zeit überflüssig sind und daß es nur darauf ankomme, den Menschen Arbeit und Brot zu schaffen. Damit setzt man sich mit einem) Hechtsprung über alle metaphysischen Bedürfnisse des Menschen hinweg und erklärt sie bestenfalls für „Imponderabilien“. Ich gestehe, hier keine Diskussionsbasis finden zu können. Viel eher erscheinen mir Ihre Befürchtungen, den Anschluß an die sogenannte Wirklichkeit zu verlieren, eine Entgegnung zu verlangen. Sie enthalten nämlich : in niic& die ga nze Problematik des heut igen : deutschen Judentums, das sich plötzlich außer-; halb der Volksgemeinschaft gestellt und abgeschnitten sieht von allen geistigen Wirkungsmöglichkeiten. Ich. deutete bereits vorhin an, daß der sogenannten Realität zweierlei Bedeutung zukomme und daß sie im ■ Grunde eigentlich nur insoweit Realität ist, als sich der Mensch selber gefunden hat. Man könnte sagen, -daß die Realität erst dort anfange, wo der Mensch, übervoll seiner selbst, sich an die Gemeinschaft ver- . strömen muß, wobei vorausgesetzt wird, daß die Wirklichkeit primär im Seelischen selbst liegt. Der geistige deutsche Jude nun befindet sich heute in der Situation eines Menschen, der bereit ist, sein Bestes zu geben und von seiner Umwelt zurückgewiesen wird. Was bleibt ihm anderes übrig, frage ich Sie, als sich zurückzuziehen auf sein, geistiges Erbe, auf seine vielfältige geistige Interessiertheit? Nur mit Rührung kann ich mich an einen Platz in Warschau erinnern, auf dem man jeden Mittag die Juden des Nalewki-Viertels über ihren Gebetbüchern und Talmudschriften gebeugt sitzen sehen kann, vom Leben geschlagen, zu Fronarbeit verurteilt, sozial noch unter den Bauern des Landes stehend. Aber was für eine unbeugsame Gottesfurcht, was für ein tiefer Wissensdrang, was für eine geistige Regsamkeit liegt in diesen von Sorgen, Entbehrungen und harter Arbeit gezeichneten Gesichtern! Diese Juden in der Warschauer Altstadt — könnten sie nicht in mancher Beziehung den deutschen Juden heute Vorbild und Mahnung sein? Wo gibt es denn eine andere Wirklichkeit als die seelische? Wo gibt es denn einen anderen Feind als den Widersacher in der eigenen Brust? So meine ich denn, daß Ihre Zweifel, die sie davon abhalten, das zu tun, was zu tun Ihnen in der heutigen Situation übrigbleibt, daß diese Ihre Zweifel vielmals schlimmer sind als manche äußere Beschwerungen. Denn dadurch, daß man Ihnen Ihre Stellung nahm, schnitt man Ihnen zwar die Verbindung zum lebendigen Volkskörper in vieler Hinsicht ab, ließ aber Ihr Eigenleben unangestastet. Indem Sie aber einem oberflächlichen, verführerischen Begriff der Wirklichkeit nachlaufen und sich so den Weg zur Quelle Ihrer schöpferischen Wesensheit . verbauen, schneiden Sie sich erst selber den Lebensfaden durch und machen sich einer schweren Sünde gegenüber dem schuldig, der Ihnen Ihr geistiges und seelisches Leben gab. Lassen Sie alle hemmenden Zweifel beiseite, arbeiten Sie, vertiefen Sie sich in die tausendjährige Weisheit Ihrer Vorväter, nehmen Sie in sich auf und verarbeiten Sie das Geistesgut aller Völker und Zeiten, wie es vor Ihnen Spinoza und Moses Mendelssohn getan haben, kurz: tun Sie das, was für Sie die einzig wesensgemäße und wesensnahe Realität bedeutet! Versuchen Sie, wie es die Zeitumstände für Sie erfordern, in der Gemeinschaft Ihrer Glaubensgenossen zu wirken. Ihr geistiger Überschuß, den Sie zu anderer Zeit einer größeren, breiteren Gemeinschaft hätten zufließen lassen, wird sicherlich in der heutigen Situation für den Neuaufbau des deutschen Judentums .-von besonderem Wert sein. Mitgeteilt von Herbert Connor. Eine Ehrenpflicht der jüdischen Arbeitgeber Arbeitsplätze für jüdische Kriegsopfer! Binnen kurzem wird durch die Schaffung eines neuen Kriegsopfergesetzes manches frühere Versäumnis wiedergutgemacht. Aber wenn auch in Zukunft die Versorgung der Kriegsopfer würdiger als bisher geregelt werden wird, so wird sich doch eine Reihe von praktischen Fragen auch weiterhin; noch geltend machen und stets besonderer Beachtung seitens aller beteiligter Kreise bedürfen Das gilt vor allem von der berufsmäßigen Eingliederung der Kriegsbeschädigten in den Wirtschaf t s p ro z e ß , ein Problem, das weit wichtiger ist als es jede noch so großzügige Regelung der Versorgungsbezüge durch den Staat sein kann. Daß bei der großen Frühjahrsoffensive gegen die Arbeitslosigkeit, die vor kurzem eingesetzt liat, der Kriegsbeschädigten in ganz besonderem Maße gedacht wird, versteht sich von selbst. Der neue Staat, beschränkt sich den Kriegsbeschädigten gegenüber nicht auf leere Versprechungen, er gibt ihnen vielmehr das, wonach sie so viele Jahre hindurch sehnsüchtig verlangt haben, ihren Platz im Wirtschaftsleben, er macht sie von Rentenempfängern zu sozial vollwertigen Mitkämpfern in der Front des wirtschaftlichen Wiederaufbaus. Es bedarf kaum der Erwähnung, daß hierbei auch die jüdischen Kriegsopfer nicht zurückstehen werden, genau so, wie sie auch bisher vom neuen Staat mR ihren uichtjüdischen Kameraden gleichgestellt worden sind.- Allerdings macht gerade die Wie'derunterbringung der jüdischen Kriegsbeschädigten in der Wirtschaft ganz besondere Schwierigkeiten. Hier spielt einmal die jüdische Berufsschichtung eine große Rolle, andererseits aber auch die Tatsache, daß eine Berufsumschulung bei Kriegsbeschädigten durch ihre körperliche Behinderung vielfach erschwert wird. Zudem steht den jüdischen Kriegsbeschädigten heute nur ein beschränkter Kreis von Wirtschaftsbetrieben offen. So steht z. B. ihrer Unterbringung bei Behörden die Ariergesetzgebung entgegen. Helfen kann hier nur die Privatinitiative jüdischer Wirtschaftskreise. Die. Regelung der Versorgung der Kriegsopfer mit Arbeitsplätzen beruht noch immer auf einem Gesetz vom Jahre 1923, auf dem Gesetz über die Beschäftigung Schwerbeschädigter, das mit einer Reihe späterer Abänderungen noch heute in Kraft ist. Danach hat jeder Betrieb mit wenigstens 19 Arbeitnehmern einen Schwerkriegsbeschädigten zu beschäftigen sowie auf je weitere 50 Arbeitnehmer entsprechend jeweils einen Schwerkriegsbeschädigten einzustelleh. Schwerkriegsbeschädigt ist, wer eine Rente von mindestens 50°,, erhält. Es können jedoch auch Kriegsbeschädigte mit einer niedrigen Rente unter gewissen Bedingungen den Schwerkriegsbeschädigten gleichgestellt werden. Leider haben es bisher sehr viele Betriebe vorgezogen, sich durch gewisse monatliche Zahlungen von diesen Verpflichtungen „loszukaufen“. Heute bestellt erfreulicherweise diese Möglichkeit nicht mehr, vielmehr ist gerade in letzter Zeit wieder eindringlich darauf hingewiesen worden, daß Unternehmer, die sich ihren Pflichten gegenüber den Schwerkriegsbeschädigten entziehen, st ren ge Strafen zu erwarten haben. Es wäre jedoch zu wünschen, wenn die Unternehmer, sofern es eben ihre wirtschaftliche Lage erlaubt, nicht nur diese Verpflichtungen innehalten, sondern auch darüber hinaus noch möglichst weitere Plätze. für Kriegsbeschädigte freimachen. Dies gilt ganz besonders für die jüdischen Unternehmer gegenüber jüdischen Kriegsopfern. Jeder Betrieb, der unter jüdischer Leitung steht, sollte es als seine vornehmste Aufgabe betrachten, soweit überhaupt freie Stellen vorhanden sind, ■ sie in erster Linie jüdischen Kriegsbeschädigten offen zu halten. Nicht allein wegen der bereits erwähnten Schwierigkeiten für jüdische Kriegsopfer, in nichtjüdischen Betrieben einen Arbeitsplatz zu finden,.sondern auch wegen der sozial gefährdeten’Lage vor allem der Schwerkriegsbeschädigten. Die gesamte deutsche Kriegsopferversorgung beruht ja gerade auf dem Gedanken, daß die wirtschaftliche Behinderung infolge einer Kriegsverletzung soweit wie möglich wiedergutgemacht werden soll. Dabei spielt die Rente, die der. Kriegsbeschädigte erhält, nur eine ganz untergeordnete Rolle. Viel wichtiger ist es, ihm eine solche Beschäftigung zuzuweisen, die ihn zu einem tätigen, nützlichen Glied der Gemeinschaft macht. Leider finden sich auch heute noch immer Unternehmer, die cs an dem nötigen Verständnis für die Bedeutung dieses Problems, ferner aber auch an der wünschenswerten Geduld in der Praxis fehlen lassen. Es wäre vollkommen falsch, zu glauben, daß Kriegsbeschädigte lediglich Lückenbüßer in einem Betriebe sein sollen, die keinerlei praktische Arbeit leisten, sondern nur das Gehalt oder den Lohn einkassieren, der für ihren Posten ausgesetzt ist. Genau so wichtig wie ihre wirtschaftliche Sicherstellung ist das Bewußtsein, ein vollgültiges, gleichwertiges Glied im Arbeitsprozeß zu sein. Um dies zu erreichen, bedarf es der verständnisvollen Mitwirkung auch des Arbeitgebers. Nicht immer wird ein Kriegsbeschädigter, sei es infolge seiner Kriegsverletzung, sei es infolge seiner Ausbildung und bisherigen Berufsarbeit, aut den ersten Blick in vollem Umfang den Anforderungen zu genügen scheinen, die der für ihn in Aussicht genommene Posten stellt. Der Arbeitgeber, der sich durch solche Umstände sofort abschrecken läßt, beweist, daß er seine sozialen Pflichten nicht richtig verstanden hat. Die Kriegsbeschädigten sind zwar vielfach durch ihre Verletzungen oder Krankheiten körperlich behindert, aber sie bringen dafür andere Quali-' praktischen Fragen fikationen mit, die man bei anderen, vor allem bei jüngeren „ —■->- Arbeitskräften, vergebens suchen dürfte. Handelt es sich doch durchweg um Männer, die durch die harte.Schule der Frönt gegangen sind und die auch heute, im Wirtschaftskampf, Disziplin zu üben verstehen. Es ist also wohl zu hoffen, daß bei der Frühjahrsoffensive gegen die Arbeitslosigkeit in besonderem Maße auch der jüdischen Kriegsbeschädigten gedacht wird, die teilweise schon seit Jahren erwerbslos sind und sich vergebens um einen für sie geeigneten Arbeitsplatz bemüht haben. So wie die Kriegsopfer überhaupt dem gesamten Deutschland als ein lebendes Mahnmal gelten müssen, der Blutsopfer des Weltkrieges niemals zu vergessen, so müssen insbesondere die jüdischen Kriegsbeschädigten . jedem deutschen "Juden als Männer gelten, auf die er mit Stolz blicken darf, als lebendige Kronzeugen des jüdischen Anteils in den Jahren der Rettung Deutschlands vor dem Ansturm der ganzen Welt. Es geht also um die Einlösung einer Ehrenpflicht, an der jeder deutsche Jude, soweit es in seinen Kräften steht, mitwirken muß. v L. SteinfeM. Wann darf ein Unternehmen als jüdisch bezeichnet werden? Nürnberg. Die hier erscheinende Wirtschafts-Rundschau berichtet: „A. und B. waren Konkurrenten. Als A. das Unternehmen seines Konkurrenten Kunden gegenüber für jüdisch erklärte, ging B. gegen A. auf Grund des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb vor und beantragte, A. zu verurteilen, derartige. Äußerungen zu unterlassen, da er das Geschäft ordnungsmäßig von einem Juden auf 5 Jahre gepachtet habe. Während das Landgericht die Klage von B. abwies, gab das Oberlandesgericht der Klage statt und führte u. a. aus, B. habe allerdings das betreffende Geschäft von einem Juden auf 5 Jahre gepachtet, es liege aber ein ordnungsmäßiger Pachtvertrag vor, so daß er nicht als Strohmann, sondern als ordnungsmäßiger Geschäftsmann anzusehen sei, welcher strafrechtlich und zivilrechtlich die Verantwortung trage; er nehme seine Angestellten selbst an und entlasse sie nach eigenem Ermessen, ohne von dem jüdischen Verpächter abhängig zu sein; nicht entscheidend sei, daß B. einen Pachtzins an den jüdischen Verpächter zahlt. Liege aber ein ernstlicher Vertrag vor, so sei A. nicht berechtigt gewesen, das Unternehmen von B. als jüdisches Unternehmen zu bezeichnen; er habe solche Äußerungen in Zukunft Zu unterlassen. (Aktenz.: N 260.33).“ .. künftig zu unterlassen“ Der Obermeister der Bäckerinnung im Bezirk Dieburg hatte, der „Frankfurter Zeitung“ zufolge, Mitte März in einer Bekanntmachung von den Mitgliedern der Innung verlangt, daß jüdische Lieferanten und christliche Lieferanten, welche jüdische Verkäufer haben, auszuschalten seien, ln einem Schreiben der Hessischen Handwerkskammer wird mitgeteilt, daß dies Vorhaben inzwischen gerügt und der Obermeister aufgefordert worden sei, derartige Veröffentlichungen künftig Es werden gesucht: Die Arbeitsgemeinschaft der Jüdischen Arbeitsnachweise teilt uns mit: Für Berlin werden gesucht: erstklassige Direktrice für Maßkleider, perfekte Zuschneiderin für Maßkleider, Heimarbeiterinnen für Kletterwesten und Berufsbekleidung, Heimarbeiterinnen für Blusenkonfektion, geübte Damenkon-, fektionsnäherinnen für Kleider, Rocknäherinnen, Gummimäntelkleberinnen, Zuarbeiterijinen, Mamsells, Stepperinnen und Handnäherinnen für Damenmäntel, Handnäherinnen, Ausfertigerihnen, Hosenstepperinnen für Herrenkonfektion, perfekte Zuschneiderin für Schürzen und Waschkleider, Direktrice’ für konfektionierte Weißwaren, Zuschneiderinnen für kunstseidene Damenwäsche, für -Herrenwäsche, Näherinnen für Damenwäsche, für Zickzack, für Weißwaren, für Ober- und Sporthemden, für steife und ’halbsteife Kragen, perfekte Zuschneiderin für Kinderstöffhüte und Mützen, Mützenstepperinnen, jüngere Meisterin für Pütz, selbständige Putzarbeiterinnen (detail), Cellonlampenschirmarbeiterinnen für Betrieb, perfekte Kürschnermamsells. 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