Mannheim
Compact Memory

Jüdisch-liberale Zeitung · 1934-03-16 · 22 (16.3.1934) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
14 (1934)
Issue
22 (16.3.1934)
Date
1934-03-16
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2613366-2613519-2613539--4800-2616528
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Dr. Rudolf Geiger 60 Jahre. W5 .. .. und jugendlich, er ist in den vergangenen 25 Jahren .nicht „alt“ geworden, und s Judentums,,sein Enkel Rudolf ..... ... ... hard Breslauer, Heinemann Vogelstein, Benas Levy und gen andern d_ schuf, und das Seither i: , religiös-liberalen Judentums fünfundzwanzig Jahren, also. Zweite Vorsitzende der V einigung für religiös-liberales Judentum, und man kennt ihn als Verfecliter eines rein reli riösen Judentums, als Befürworter religiöser Reformen, als Gegner eines politiscli orientierten'Judentums, vor allem lies Zionismus um) aller nrozionistiselien Strömungen: man) kennt ihn ferner als Meister der Debatte und der Abstimmung. Alle diese Fähigkeiten, dazu sein religiöses" Wollen, seine menschliche Güte und Liebenswürdigkeit haben ihn ailch in der jüdischemReligionsgemcinde seiner Heimatstadt Frankfurt auf hohe und verantwortungsreiehe Posten geführt! er steht-an der Spitze der religiös-liberalen Gemeindevcrtijcter (Repräsentanten). Nocli viel wäre über ihn hier zu schreiben, doch ist heute nicht die Zeit, Feste zu feiern. Am 25. Juli begeht Dr. Geiger seinen 60. Geburtstag: wir alld werden mit guten Gedanken und Wünschen bei ihm sein.“ Er, der die Situation und die Notwendigkeiten der deutschen IJuden stets klarer erkannt hat als -mancher andere, sagf Von sich off mit leiser Resignation, er habe stets Recht gehabt und stets Unrecht bekommen. Doch immer siegt dann bei ihm der .altjüdische Optimismus und Iaht ihn'fortfahren: seine Unnerjüdischen Gegner werfen ihm vor, von gestern zu sein, er sei aber von übermorgen. Daß dieser, fröhliche Glaube glückhaft in Erfüllung gehe, wünschen wir’ihm und uns. < ’ —tz. Errichtung einer Dr. Joseph Lehmann-Stiftung. e Refor: vor Kiii identui-ns Die Berliner Jüdische Reformgemeinde hat beschlossen, zum Andenken an ihren vor Kurzem verstorbenen Rabbiner und Führer des Refuriujiidentuijis in Deutschland Dr. Joseph Lehmanii’ eine ‘Stiftung -zu errichten. Die Jüdische Reformgeincinde wendet sicli mit folgendem Aufruf an die Oeffentlichkeit: t „Oft kamen Gebeugte oder Bangende, Sorgenvolle oder Zweifelnde zu unserem Dr. Joseph Lehmann. Ihnen allen warer Berater, Urquell neuer Krall oder trostreicher Zuversicht. Oft kamen zu ihm Menschen tn materieller Not. Jlinen gewährte er Hilfe in Stille und Verschwiegenheit. Er hatte ja wie selten einer wohlhabende u id mildtätige Freunde um-sich geschart, die bereitwilligst gaben, wenn -er es für erforderlich liielt. . Unmöglich erscheint es uns heute, die Lücke zu schließen, die im Gemeinschaftsleben, deutscher Juden durch den Heimgangjlieses seltenen Mannes entstand. Was aber in unseren Kräften: stellt, das wollen wir zur Fortführung seines Werkes tim. j Aus dieser Erwägung hat der Vorstand der Jüdischen Reformgemeinde die Errichtung! einer „Dr. Joseph Lehmann- Stiftung“ beschlossen. Sie soll das Andenken an sein soziales Wirken wacli erhalten, soll Not jschnell und verschwiegen, wie er es 'tat. lindern helfen. So sollen die Beiträge zur iDr. Joseph Lehmann-Stiftung“ — mag es sich dabei um große oder kleine Beträge handeln, die.der einzelne nach seinen Kräften gibt — Bausteine sein für eiij.-Werk in seinem Geiste, fein Werk des Dankes und der Anerkennung. (Zuwendungen erbeten auf dal Postscheckkonto der Jüdischen Reformgemeinde. Berlin. Nr. 26134 ijiit dem Zusatz: für die Dr. Joseph EINLADUNG Der KULTURBUND DEUTSCHER JUDEN ist soeben mit Genehmigung der Regierungsbehörden unter Beteiligung aller grofjep jüdischen Organisationen der deutschen ^luden durch Theater ■(Sawuspiel und Cjper), Konzerte und Vorträge zu pflegen. Näheres über dip Ziele unseres Bundes soll Ihnen unser erster Werbeabend sagen, zu dem wir Sie hiermit ergebenst einladen. r We det s aft Montg., d. 17.7. 33, Synag. [s'XI Diensfg, d. 18.7.33, Synag. Prinzregenlenstrafje 69/701 Uhr| Oranienburger^ Strafe 30 Es sprechen: Rabb. Dr. Leo Baejdc - Rabb. Dr.. Joachim Prinz - Dr. Kurf Singer - [Julius Bab Edith Heri-nstadt-Oeftingei : Rezitationen; Musikalische Umrahmung der Veranstaltung < ster und Orgel. Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen, die r Programm stattfinden ist frei. KULTURB Dr. Kurt Si js der Bibel lit gleichem Gleichschaltung im Deutschen Metallgro$handeL Wie die „Börsen-Zeitung“ meldet, hat der Vorstand des Vereins deutscher Metallhändler im Sinne der vom Spitzenverband des deutschen Großhandels, dem Reichsverband des Deutschen Groß- und Ueberseehandels, herausgegebenen Richtlinien für die Gleichschaltung der Handelsverbände eine Umgestaltung erfahren. An Stelle der bisherigen Vorsitzenden sind neun durchweg arische Herren getreten, von denen vier der NSDAP angehören. Der neue Vorstand hat seine Geschäfte bereits aufgenommen und zu seiner Unterstützung einen Beirat bestellt, der sich aus Vertretern jüdischer Firmen der Branche zusammen- Studienräte als Religionslehrer. Auf eine öffentliche Anfrage, die in diesen Tagen an die Berliner Jüdische Gemeinde gerichtet wurde und die eine Art Beschwerde darüber darstqjlte, daß man Studienräte zu Religionslehrern ausbildet, anstatt sich der vorhandenen oder in Ausbildung begriffenen Rabbiner oder Religionslehrer zu bedienen, teilt der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden folgendes mit: Die von dem Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden — nicht von der Berliner Jüdischen Gemeinde — eingerichteten Kurse, an denen nur Lehrkräfte mit einer bereits abgeschlossenen pädagogischen Ausbildung teilnehmen können, bezwecken einmal, die Anstellungsfähigkeit dieser Lehrkräfte dadurch zu erhöhen, daß sie zu ihren sonstigen Fakultäten auch die Befähigung zur Erteilung des Religionsunterrichts erwerben können. Daneben aber, und bei einem großen Teil der Teilnehmer vorwiegend, soll durch die Kurse den Lehrkräften, die im jüdischen Schulwesen Verwendung zu finden hoffen, dasjenige elementare jüdische Wissen vermittelt werden, das heute von Lehrern an jüdischen Schulen, ganz gleich in welchen Fächern sie unterrichten, verlangt werden muß. — Die Dozenten, die berufen sind, die Kurse zu leiten und die Abschlußprüfung abzunehmen, bieten die Gewähr daiür, daß sie nur solchen Kursteilnehmern die Lehrbefähigung erteilen werden, die sie nach Vorbildung und Wissen verdient haben. Eine Konkurrenz für die Rabbiner oder akademisch ausgebildeten Religionslehrer ist im Gegensatz zu der Annahme des Herrn Dr. Flatow keineswegs zu beiürchten, weil es sich nur um einen kleinen Kreis von Personen handelt, die zudem nicht als hauptamtliche Religionslehrer Beschäftigung finden dürften, sondern im Rahmen ihrer sonstigen unterrichtlichen Tätigkeit auch einige Stunden Religionsunterricht geben sollen. Regierungsrat Friedlaender und Professor Mühsam. Der preußische Unterrichtsminister Rust hat den Geheimen Regierungsrat Dr. Max J. Friedläqder von der Leitung der Direktion der Gemäldegalerie im Kaiser Friedrich-Museum entbunden. Regierungsrat Friedländer, eine international anerkannte Autorität auf dem Gebiet der älteren deutschen und niederländischen Malerei, war länger als ein Menschenalter der engste Mitarbeiter und Freund- Wilhelm v. Bodes. Sein 1916 erschienenes Werk „Von Eyck bis Bruighel“ gilt als eine der besten geschichtlichen Darstellungen der niederländischen Malerei. Nach fast 40 jähriger Krankenhaustätigkeit im Dienst der Stadt Berlin ist der chirurgische Direktor des Rudolf Virchow- Krankenhauses Professor Richard Mühsam im 62. Lebensjahr zurückgetreten. Er ist der Verfasser eines Buches über die Chirurgie der Milz. .Noch vor dem Aufkommen der sogen. Kurhaus Konradshöhe Erholungs- und Dauerheim, Wodienend (4,50) mit und ohne Pension (auch rituell). Tagespension, Malerische Waldwasservilla, Havelpavillon. Fernsprecher: Tegel 307 : Straßenbahn 28. Prol.Bßnjflffl'msKiflüßrsMifliorinm unfl Erzietinnoslißim j^einEbenhausen^nartal^oOi^iocI^ Rosenthnl & Schey\ jSIf Fleischhonsetven tujd eigener Herstellung unt. Aufsicht d. Rabb. d. Kasdir. Komm. d. Jüdischen Gemeinde, Berlin ■ I Nachtrag zur Veröffentlichung der Kaidiruth-Kommiision || der Jfidlsdien Gemeinde in der Ausgabe vom 1. Juli 1933 Folg. Restaurationen unterstehen noch d. Aufsicht unseres Rabbinats: Mensa Academlca Jndalca e.V., Berlin N 54-, Rosenihaler Straße 40/41. Durchfahrt 5. parterre (Telefon: D 1 Norden 5950) Kasdiruth-Kommlssion der Jüdischen Gemeinde zu Berlin Aus den Gemeinden jüdische Arbeitsnachweise Berlin-Charlottenburg 2, Kantstraße Nr. 158, ist eine besondere Ausgleichs- und Vermittlungsstelle für jüdisches Krankenpflegepersonal eingerichtet worden. Jüdische Krankenanstalten, Hospitäler, Altersheime, Heilstätten, Erholungsheime, Privatkliniken sowie Privatpersonen werden dringend gebeten, offene Stellen unter Angabe der ^sonderen Wünsche bei der Vereinigten Zentrale für indische Arbeitsnachweise, Abt Krankenpflegepersonal-Vermittlung, anzumelden. ’ Berlin. (P e r s ö n 1 i c h e s.) Am 1. Juli beging Herr Siegmund Salinger-seinen 75. Geburtstag. ■ Herr Salinger, einer der „Stifter“ der religiös-liberalen Organisationen, ist eine der populärsten jüdischen Persönlichkeiten des Westens, und gehört dem Vorstand der Synagoge Fasanenstraße an. — Nicht weniger populär und bekannt ist unser Gesinnungsfreund Herr Albert Silbermann, der am 15. Juni in vollster körperlicher und geistiger Frische seinen 85. Geburtstag beging und rege in unseren religiösen Vereinen mitarbeitet. — Beiden Jubilaren sprechen wir an dieser Stelle unsere herzlichsten. Glückwünsche aus. , Hindenburg O.-S. (Anschlag auf.die Hindenburger Synagoge.) Auf die Hindenburger Synagoge und die gegenüberliegende jüdische Schule ist in der Nacht vom 25. zum 26. Juni ein Anschlag verübt worden, durch den auch einige Privatwohnungen, in denen nichtjüdische Leute wohnen, betroffen worden sind. Die Täter rissen den die Synagoge umgebenden Holzzaun nieder und zertrümmerten durch Steinwürfe eine große Anzahl von Fensterscheiben. Die Schuldigen, die inzwischen festgestellt werden konnten, sind junge, unvorbestrafte Burschen; sie haben allem Anschein nach in angetrunkenem und völlig unüberlegten Zustande gehandelt. Die Kreisleitung der NSDAP, der di,e Täter angehören, hat sich nach Kenntnisnahme des Vorfalles sofort mit dem Gemeindevorsitzenden Herrn Rechtsanwalt Dr. Guthaner, in Verbindung gesetzt und ihr lebhaftes Bedauern zum Ausdruck gebracht: sie erklärte hierbei, daß sie derartige Exzesse weder billige noch unter irgendwelchen Umständen dulden werde. Schadenersatz wurde in vollem Umfange angeboten. Landsberg (Warthe). (Neuer Gemeindevorsitzender.) An Stelle des von hier verzogenen, um unsere Religionsgemeinde hochverdienten Herrn Rechtsanwalt Dr. Martin Meyer wurde Herr Fabrikbesitzer Arthur Heymann zum Vorsitzenden der Gemeinde gewählt' Vereinsnadiriditen. r Jüdischen Handwerker- und «Kleists Der Zentralverband iüdischcr^Handwerl ~ ” ’ EUGEN SCHÖNBERGER EDITH SCHÖNBERGER, geb. Falk Vermählte Mainz, Walpodensfr, 5 ’ 23. Juni 1933. ' Sami£ien=7lachdchten- Silberne Hochzeit: Albisheim a. d. Pfr.: Adoli Rothschild-und Frau geb. Metzger. 8. VII. 33. Gestorben: Berlin: Bernhard Krisch. Vertreter (-innen) gesucht für erste Bremer Kaffeerösterei Carl Max Josephs n PeBach-Kaffee und Tee Elsa Scheyer Kurfürstendamm 153 Hausfrau oderfür jeglidie /_ in Heimen als Vorleserin, Gesellschafterin» Reisebegleiterin einer Dame empfiehlt sich versierte, sehr gewandte Dame. Näh. zu erfragen unt. R428 an die Jud. lib. Ztg., Berlin SW 11. ilast DAMEN-MODEN für den verwöhntesten Geschmack Berlin-Halens.ee BERLIN tmpfeMenswecte tBezugsqueiHen -„ - --/Sanitäre /Gas/ Wasser / Elektrisch / Spez. Krankenhäuser, r Ausführung Bauingenieur Karl Graeber I Installationen » Sanitäre-, Heizungsu. Warmwasserbereitungs-Anlagen Ausführ, sfimll. Reparaturen Berlin W 8, Mohrenstr. tO * Fernruf: A t Jäger 3926 BERLIN | Altpapier ||| Autobatterien | | Autokühler | | Autolichtu. -Zündung | | Autoreparaturen | | Autoreparaturen | Oswald Zimmer Ladestatlon Anstalt k c A R |i“‘0“behö‘A" “■ Fernsprcdfcauu ^Kupferpraben 1 |J Bai,bwg.tr <3. Tal. B 5 Barbara,.. C82« Richard Koebel BerH?-Llchh»rnber*.CärleistraBe4 Tal.: E5 Lichtenber* 3678 AUTOLICHT-DIENST WnUer Speler Berlin SO 16, BQduielldrdutraBe 29 Fernruf tanch nachts) t F7 Jannowitz 3691 ■ Fachwerkstatt für Auto-Licht und ■ | -Zündung . Batterie-Reparaturen | Automobil - Reparaturen Spez.: Dixi - Cykloa - NSU - BMW FABIUNKE&MITTELBACH Berlin H 65, OhMrSteß Ford SP“orizinaf-ErsatzteMeSta“ Wllh. Korn & Co. Berlin N 65, Gonter ^StraBa 3 1 Apotheken || Autobereifung | 1 Autolicht u. -Zündung 1 | Autoreparaturen | loiernalionalß Apotheke Palart-Hotel / Potsdamer Platz Tel.: A2 Flor. 2223 ■ Alles frei Haus |j LuloreUen S5mi|. in-^u 'ausländ. DtoTeifcn-VcrtHcbs-GrabGU laidiimttjkrnU 22-23. aa luktpiatx. Tdtfoo: J 2 Oliva 1H4-45 naitüdw Kouittdiast! Fadwiailsbt Btntuil Erich Moraih Elektrotechniker SfKzUl-Wcrkstltten für Auto licht, EJektromotore, Lichtmaschinen. Eigene Ankerwickelet Berlin N 24, Oranienburger Strafte 59 Fernsprecher: D 1 Norden 4994 Fritz Bieback Auto-Reparaturwerkstatt simtl. Sytteme Spez.: Ford», Chevrolet- Zylinderschleiferei. Dreherei. Berlin 017, Frnchtatrafie 74 (im Hause der Israel. Gern.). E 4 Alexander 2474. Fordd. Trattoren-Spezlalwerkslall MORITZ GALBERG Stand. Lager in Ersatzteilen sowie Bereifung Berlin NO 55, Greifswalder Str. 23 Telefon: E 3 Konigstadt 989? HeinrlchK ose r Anto-Repjurrtnr-Werlutatt^fBr^SBmti. lijK^KappL-fehalrär A^U^L DIU*.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.