Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 14 (1934)
- Issue
- 8 (26.1.1934)
- Date
- 1934-01-26
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Einer, der vieles leistete wi Epc Von Jula Magnus, Hamburg - eher Männer die .Volk g die lange Reihe jiidisc et unser Auge an ilf Frank, dessen Geh en Male jälirt und < Chepiik berblicken i Namen des grollen tag sich am 20. Januar :n Wirken durch zwei Grolltaten bezeichnet wird: die Einführung der Kalidüngung und die Herstellung des Luftstickstoffs.! Beide Erfindungen haben eine grundlegende Umwälzung in der Landwirtschaft der ganzen Welt hervorgerufen und Deutschland fast ganz vom Import ausländischer Dungmittel ham-^VorlciI.L'" hC!>0"tk'rS WahmK‘ " ' U * AUoTT Frank ist ün besten Sinne Selfmademan. Am 20. Januar 1834 in der altmärkischeii Kleinstadt Cloetze geboren, wo seine Familie alteingesessen und überaus angesehen war, wurde er früh' Waise.-Nach Absolvierung der Jacobsonschule in Seesen trat er als Lehrling in eine Apotheke ein. Aber dieser halb mechanische Beruf befriedigte ihn nicht — schon -in seiner Gehilfenzeit 1854—55 begann er sich mit chemischen Untersuchungen auf wissenschaftlicher Basis zu beschäftigen, die ihn zum Studium in Berlin und Breslau führten. Erst 1865 jedoch — nach langer praktischer Arbeit — konnte er in Göttingen das Doktor-Esai. i.-.tc Frank e ine Stellung als Fabrikchemiker ,n Staßfurt eingenommen. Hier beobachtete er bei dem staatlichen Salzbergwerk die mangelhafte Ausnutzung des Abraums uncL beschäftigte sich, angefeuert durch Justus von Liebig, ’ ,J rstellung und .Reinigung von Kalisalzen C. ,i;.. v.-i,ccndbarkeit > | diesen des j Kali für Landwirtschaft und Industrie richtig Jaliite 1861 entstand in bescheidenstem Rahmen eine Fabrik zur Ausnutzung des neuen Frankschen Verfahrens. Damit War die_ deutsche Kali-Industrie gegründet, die 50 Jahre später eine Produktion von rund 11 000 0001 erreichte, und der die ganze Welt tributpflichtig geworden ist. _ Dabei blieb aber Frank nicht stehen; er begann gemein-: sam mit einem altmarker Jugendfreund auf dessen Grundbesitz praktische Versuche,- die ihn zu dem Ergebnis führten, daß der Kali zwar ein ideales Dungmittel aber noch nicht ausreichend sei für erschöpften Böden oder für’Nutzbarmachung von Oedland. Von da an hat sein ganzes Streben diesen Problemen gegolten, bis ihn schließlich seine Zusammenarbeit mit Professor 79. Caro und später mit seinem Söhn Albert Frank zu der Herstellung des Luftstickstoffes führte. Wenn uiigefieure Moor- und Oedlandflächen der Kultur erschlossen ' in Deutschland ganz unabhängig von Chilcsalpeterimport für seine Landwirtschaft ohne Sorge - -, haben hierzu die unermüdlichen Arbeiten Adolf Franks Erhebliches beigetragen. i Nebenher gingen zahlreiche Versuche, die .... .„ukiiMLi giMg^ii <.uiiii-ih.il— ■— mu—u—, hi.— .... besten Erfolgen führten, und die bei meinem minder starken Menschen schon eine Lebensarbeit dargestellt hätten. Es seien hier nur genannt: billige Gewinnung von Brom als Nebenprodukt der Kalibearbeitung, sowie von Kieselgur als Filtermaterial; elektrische Zentralen im Moorgebiet, welche mit Torf betrieben werden, epochemachende Studien über Karbid und Eau de Cologne Parfüm Puder ■len (daraus folgend die Gründung des „deutschen Acetylenvereins.“); Herstellung des natürlichen Karlsbader Sprudelsalzes durch Vcrdampfungsanlagen und Bau derFabrik- —'igen dafür in ganz neuartiger Anordnung, was ihm den eubürgerbrief der Stadt Karlsbad einbrachte; Begründung deutschen Glasmosaik-Industrie und die Holzzellstoff- Fabrikeu in Ostpreußen usw. Persönliche Ehrungen blieben bei dieser umfassenden Tätigkeit nicht aus. Außer dem Roten Adlerorden, dem Professoren- und Geheimratstitel, dem Dr. ing. h. c. der Technischen Hochschule Dresden, erhielt Frank die große goldene Liebig-Medaille, die große Medaille des Franklin- Instituts, Philadelphia, die Ehrenmitgliedschaft zahlreicher Akademien, und Vereine des In- und Auslandes. All diese ^Aber er hat sich nicht nur aus eigener Kraft emporgearbeitet — er hat auch strengstens an sich gearbeitet. Stets jung, stets allen neuen Anregungen zugänglich, bis zu n 82. Lebensjahr voll Lerneifer, voll feinem Verständnis für Natur, Kunst und Literatur, ein glühender Goetheverehrer, in treuer Jude (das Mögen Dovid war seine Fabrikmarke, ie er siegreich durch die Welt trug), hat sich dieser Mann lit goldenen Lettern in die Ruhmeschronik seines Vaterlandes ingetragen. Notwendigkeit jüdischer Berufsumschichtung auch in Amerika eine Konferenz des Zentralstes der jüdischen Wohlfahrtsverbände und Wohlfahrtsfonds der Vereinigten Staaten statt, in der Fragen der Normalisierung des jüdischen Wirtschaftslebens und im Zusammenhänge hiermit auch der wirtschaftlichen Eingliederung aus Deutschland ausgewanderter Juden besprochen wurden. Nach einem einleitenden Referat des vom Völkerbund eingesetzten Hochkommissars für Emigrantenfragen, James G. MacDonald, ergriff Felix M. Warburg das Wort zu einer Ansprache, in der er die Notwendigkeit, auch in Amerika an die Berufsumschichtung der jüdischen Bevölkerung heranzugehen^ betonte. Die jüdische Jugend müsse dahin beeinflußt werden, sich anderen Berufen ztizuwenden als denjenigen, in denen Juden bereits in allzu großer Zahl vertreten sind. Es werde die Frage gestellt werden, in welcher Weise die amerikanischen Juden sich an der wirtschaftlichen Wiederaufbauarbeit beteiligen; man müsse dafür sorgen, daß auf diese Frage eine befriedigende Antwort erteilt werden könne. Schließlich befürwortete Warburg warm die Verwendung öffentlicher jüdischer Mittel zu Erziehungszwecken und erklärte, mit der Gewohnheit, die Budgetposten für Erziehungszwecke zu kürzen, müsse Schluß gemacht werden. Es sprachen noch der ehemalige Vorsitzende des Industriebeirates der N.R.A. Louis E. Kirstein-Bosion. der an die amerikanische Judenheit den AppelT richtete, sich mit aller Macht für die Durchführung des amerikanischen. Wiederaufbauplans einzusetzen, und der Herausgeber des „Jewish Daily Forward“ B. C. Viadeck, der die Notwendigkeit betonte, sich auf die .Rolle zu besinnen, die die Juden vernünftigerw-eise im sozialen und wirtschaftlichen Leben Amerikas zu spielen haben, und vor der Gefahr warnte, daß die amerikanische Judenheit in eine ebenso unglückliche wirtschaftliche Schichtung geraten könnte wie die der. Jidejn Deutschlands. . / ’ J Auf der Tagung wurde eine Begrüßungsbotschaft ‘rihßtf dent Koosevclts verlesen, in der er schreibt: „Gott stefcA'mtten bei in der Verwirklichung Ihrer Pläne.“ Jüdische Gemeinde Berlin und Jüdische Buchvereinigung Zu den Organisationen, die die jüdische Buchvereinigung gegründet haben, ist nun auch die Jüdische Gemeinde Berlin hinzugetreten. Auch sie nimmt lebhaften Anteil an einer gesunden Entwicklung dieses im' Dienste der. jüdischen Kultur stehenden. Unternehmens. Jeder, dem. die Förderung deutschen Schrifttums jüdischer Herkunft am Herzen liegt, jeder, der die schönen Bücher der Jüdischen Buch-Vereinigung besitzen will, die ihm gegen den so geringen Monatsbeitrag on RM 1,— angeboten werden, sollte sich sofort als Mitglied lei der Jüdischen Buch-Vereinigung, Berlin W 15, Pariser Straße 7, anmelden. - Vortragsverlegung Der „Neue Synagogenverein Rykestraße- (Berlin) gibt bekannt, daß der dritte Vortragsabend, der ursprünglich am 27. Januar stattfinden sollte, wegen Behinderung des Referenten Rabbiner Dr. Manfred Swarsensky auf Sonnabend, 3. Februar, abends 8.30 Uhr, verschoben werden mußte. Es wird an diesem Abend Herr Oberkantor Wilhelm Friedmann singen; den letzten Abend (10. Februar) wird Herr Oberkantor Kar! Neumann mit Gesangsvorträgen umrahmen. f WILLY GREGOR NW 87, Levetzowstr. 13a Möbeltransporte nach dem Ausland ÜBBRSEB.TRA ] 11 Mitteilungen des Kulturbundes deutscher Juden -11 Als nächste Schauspielaufführung des Kulturbundes Deutscher Juden im Februar ist „Sonkin und der Haupttreffer“, Lustspiel von Semen Juschkewitsch, festgesetzt. Voran geht der Schnitzlersche Einakter „Paracelsus“. Die Regie führt Dr. Fritz Jeßner, vormals Intendant des Königsberger Neuen Schauspielhauses. Die Proben haben bereits begonnen. — , Der Kulturbund Deutscher Juden veranstaltet auf vielfachen Wunsch seiner Mitglieder im Februar 4 Sondervorstellungen, um den neu hinzugekommenen Mitgliedern sowie den sogenannten Abwechslern — den Mitbenutzern der Mitgliedskarte — Gelegenheit zu geben, die Aufführung von' „Nathan der Weise“ und „Die Hochzeit des Figaro“ gemeinsam besuchen zu können. Am Donnerstag, den 1. Februar, und Montag den 5. Februar 20,15 Uhr geht „Nathan der Weise“, und Sonnabend den 3. Februar und Sonntag, den 4. Februar 8,15 Uhr „Die Hochzeit des Figaro“ nur für Mitglieder und Abwechsler in Szene. — Preise der Karten für „Nathan“ sind 1.— Mk. und für „Figaro“ 1.50 Mk/ Diese Karten, die. zum Losen berechtigen, sind für diese 4 Aufführungen zu haben: in der Zahlstelle Gerson, Meinekestr. 2, - Kedein,-/Dahlmannstr. 8, Schildberger, Flensburgerstr. Fromm, Meinhardstr. 4, Buchladen Bayrischer Platz 13, Werchno, Greifswalder Straße 190, ferner im Mitgliederbüro, <-4<ochstr. 64, Montag bis Freitag 9—1 und Mittwoch 5—7 und abends an der Theaterkasse. Eintritt nur gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte... August Reuter | Groß-Bauglaserei NW 87, Klopstoctetraße 31 Schaufensteru. Neubauverglasungen, Schaufenster- L scheiben v. Spiegel-Syndikat, i. pr. Qual. I Großes Lager in heuen und f gebrauchten Schaufensterscheiben!. all. Größen stets vorr. H. Rab. 4M. Besellsch, h. 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