Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 14 (1934)
- Issue
- 20 (9.3.1934)
- Date
- 1934-03-09
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Argentinischer Beitrag zur Klärung der Judenfrage M an. kann cs nicht leugnen, die Judenfrage stellt auf der Tagesordnung in Argentinien.“ Mit diesen ' '• Worten beginnt /. O. t'ranccschi, der Herausgeber des „Criterio“, der führenden' Wochenschrift der Katholiken Argentiniens, den Leitartikel einer der letzten Ausgaben seines Blattes. Seine Ausfuhrungen haben auch in Europa ihnchtung gefunden. Oie in Wien erscheinende „Schönere -Zukunft“ zum Beispiel gibt in ihrer Ausgabe vom 1. Februar einige Partien des Aufsatzes wieder und fügt hinzu, er sei . „ein Beweis dafür, dal! die Auseinandersetzung über die Judenfrage nun auch in; den südamerikanischen Staaten begonnen" j hat. Das ist gewili richtig; aber welches ist der Grund dafür? Die „Schönere Zukunft“ gibt ihn selbst an; sie schreibt: „Der Grund hierfür ist das ständige Anwachsen der Zahl der jüdischen Zuwanderer in den letzten Jahrzehnten.“ Es felgen dann einige Zajilenbcispiele, die offenbar dem argentinischen Aufsatz entnommen sind; sie soljen auch hier ihren Platz finden: j „War bereits 1914 ein starkes Abströmeu der Juden aus Osteuropa nach den, rasch aufblühenden Handelszentren Nord- und Südamerikas feststellbar, so wuchs die Zahl der Juden, die nach dem. Kriege infolge der Verschlechterung ihrer Lage in Rußland und in den Randstaaten alljährlich ihre Zuflucht nach Übersee nahmen, in die Hunderttausende. Nach dem "Jahresbericht des American Jewish Committee von 1931 betrug die Zahl 'der jüdischen Neuzuwanderer in den Vereinigten Staaten 1908—1930 1 076 272, in Kanada 1901—1929 insgesamt 116 279, in Brasilien 1925-UI20 21368, in Argentinien 1913-1929 rund S5 00." Solche Zuwanderung muß notgedrungen ihre wirtschaftlichen und kulturellen Auswirkungen haben, und so stellt denn auch der argentinische Schriftsteller fest: Rassen und Stämmen erst zu einer nationalen Einheit verschmelzen müssen, ihre völkische Absonderung.“ ‘ Jawohl, auch wir halten die „völkische Absonderung“ der Juden für ein Unglück und für die Ursache unseres Unglückshäher man kann es bei Spinoza nacldesen, dal! jede Ursache selber verursacht ist; in diesem Falle die „völkische Absonderung“ der Juden durch den Druck von außen. Durch gemeinsames Schjcksal nach Argentinien, gekommen, halten sie nun zusammen, sind auch dort wieder die — „Ostjuden“. Und müssen auch dort wieder streben, aus der Absonderung herauszukommen! Wobei das argentinische Volk — wie jedes andere Volk — ihnen helfen sollte. Denn: „Die Lösung der Frage sieht der Verfasser im Gegensatz zu der in Deutschland vorgeschlagenen „Desintegration“, der völligen Herauslösung des jüdischen Volkes aus dem Staatsvolk, merkwürdigerweise in der französischen These von der völligen Assimilation. Diese sei indes nur möglich, wenn das Judentum seine revolutionären Ideen, sein rück- Palästina - Übsrsae — Ausland I MZTtHi Möbelspeicher auch durchheizte Kabinen Carl Deyke Nachf., Berlin 0 17 sichtsloses Eindringen in die freien Berufe und in die nationale Kultur sowie seinen „Charakter als Kolonie im Staate“ aufgebe. Andernfalls seieine Katastrophe zu befürchten, da das argentinische Volk „die Kolonie“ eines Tages aus seinen Volksgrenzen ausscheiden würde,“ . „Das Ergebnis war, daß Buenos Aires in der Reihe der jüdischen Weltstädte emporrfickte. Die hebräische Invasion hat eine Welle des Antisemitismus entfacht, die sich heute noch nicht in Gewalttaten Luft macht, wohl aber in zahllosen Artikeln und Flugblättern.“ Dies alles sind durchaus bekannte Erscheinungen; man kennt sie nicht nur bei uns in Deutschland, sondern in jedem Lande, das eine größere Judeneinwanderung aufzuweisen hat. Was hier der argentinische Journalist schreibt, das hören wir seit Jahresfrist auch aus Holland, Frankreich, der deutschsprechenden Schweiz und andern Ländern, die heute von Juden aus Deutschland aufgesucht. werden, so wie früher Deutschland von Juden aus östlicheren Ländern aufgesucht Was lern«-, wir daraus? Dieses: die Weft ist rund, und jeder ist der „Ostjude“ des andern! Liegt dann aber das geringste Kennzeichen für den Wert der Juden? Hört man die „Schönere Zukunft“, so könnte man’s glauben. „Der Verfasser (Frauceschi) stellt dann ausdrücklich fest, daß’ die Judenfrage für die Katholiken Argentiniens, das bis 1919 einen Antisemitismus überhaupt nicht gekannt hat, keine religiöse, sondern vor allem eine moralische und wirtschaftliche Frage sei.“ Eine wirtschaftliche Frage, nun'ja: ganz gewiß ergeben sich aus Neueinwanderungen wirtschaftliche Fragen. Aber moralische Fragen? Zu ihnen gelangt inan wohl immer erst, wenn man die Umstände würdigt, in denen die Einwanderer sich befinden. Sie leiden seelisch und materiell Not, sind geistig;imd wirtschaftlich entwurzelt, und da ist es kein Wunder, daß sie auch gefährdet sind'lind andere gefährden. Ist es nicht auch in jeder. Stadt so, daß die Elendsviertel meist zugleich die Verbrecherviertel sind? Wenn also. die. eingewanderten Juden wirklich zu einer moralischen Gefahr werden, so liegt die Ursache dazu nicht in den Juden — die haben nachgewiesenermaßen dort, wo sie in normalen Verhältnissen wohnen, nicht mehr, eher weniger Anteil au der Kriminalität als die nichtjüdische Bevölkerung. Die Ursache liegt in den Anlässen oder Zuständen, von denen die. Juden zum Wandern getrieben werden oder getrieben sich fühlen. Das ist so oft gesagt worden, daß es kaum wiederholt zu werden brauchte;' aber der Aufsatz voll Franceschi ist dafür ein neuer Beweis, den man sogar aus der gekürzten Zusammenfassung noch herausliest, die die judengegnerische „Schönere Zukunft“ von- Franceschis Darlegungen gibt. Der Jude ist bekanntlich seinem Wesen nach konservativ und religiös. „Als Hauptgründe der wachsenden Abneigung gibt Franccsclii das Eintreten zahlreicher religiös entwurzelter Juden für die extrem kommunistische Sozialrevoltition an." So zitiert das Wiener Blatt den Argentinier und gibt damit selber zu, daß es die Entwurzelte n sind, die die Jiidcnfeiiidschaft Ticrvorrufen. Wer oder was aber hat die Entwurzelung dieser Juden hervorgerufeii? Diese Frage, scheint uns, mul) beantwortet werden, und die Beantwortung wird keine. Belastung des Judentums ergeben. Auch wenn Franceschi, den wir immer' nach der Wiedergabe des Wiener lismus“ spricht, der cs „mit sich bringe, daß die Juden-trotz aller inneren Spaltungen stets eine gemeinsame Front gegen alle Nichtjuden bilden, und .so diese zur Abwehr gegen den jüdischen Wirtschaftsimperialismus herausfordern", so scheint uns diese gemeinsame Front, sobald sie sich auf mehr erstreckt als auf die gemeinsame religiöse Betätigung in Gottesdienst,‘Unterricht uiid Wohlfahrt, scheint uns dieser "Zusammenhalt darauf zu beruhen, dal! die Juden von außen zusammciigchaltcii werden. Ebenso verhält es sich auch mit dem wichtigsten Grund für die neue Judenfeindschaft in Argentinien. Die „Schönere Zukunft“ zitiert hier Franceschi in folgender Weise. „Am gefährlichsten aber erscheint ihm bemerkenswerterweise für den jungen Stadt, wo sich .Menschen aus allen Die „Schönere Zukunft“ mag diesen Lösungsvorschlag mit dem Prädikat „merkwürdigerweise“ versehen, und auch unsere Zionisten mögen sich darüber wundern, daß die „französische1' Emanzipations-These noch lebt. Die übrigens, das muß einmal gesagt werden, garnicht französisch ist! Sie kam in Frankreich zuerst auf, wurde in der französischen Revolution zuerst wirksam; aber sie eroberte sich die gesamte Kulturwelt, weil sie nicht m einem Lande (Frankreich), sondern in der Zeit wurzelte: es handelt sich bei dieser Emanzipations-Idee um ein echtes Kind des Humanismus. Daß über ihn das letzte Wort noch nicht gesprochen ist, das mögen unsere Zionisten u. a. aus dem vorliegenden Aufsatz aus Argentinien lernen. Die „jüdische Gruppe“ ist ja das Ziel, durch das 'der Zionismus glaubt, in den Ländern der Diaspora die Freiheit erlangen zu können. Wir unsererseits haben immer gewarnt: kein Volk wird sich die Etablierung eines solchen Fremdkörpers in seinen eigenen Reihen auf die Dauer gefallen lassen. Die Juden sollen eine Glaubensgemeinde, bilden, im Übrigen seien sie Menschen des Landes, das ihre Heimat ist! Bilden sie aber eine „Kolonie im Staate“, so wird nicht nur das argentinische, sondern jedes Volk „die Kolonie eines Tages aus seinen Volksgrenzen ausscheiden.“ Mit allen Mitteln sollten wir sinnen, keine jüdische Sondergruppe, keine „Anderen“ und „Fremden“ zu sein. Und jedes Volk, jeder Staat sollte uns hierbei helfen. Dann wird auch die Judenfrage Das Fiasko von Biro-Bidschan Jüdische Einwanderung geht scharf zurück Deni soeben veröffentlichten Bericht über die jüdische Siedlung in Biro-Bidschan ist zu entnehmen, daß im Jahre 1933 im ganzen 3190 jüdische Seelen, davon 622 Familien und 892 Einzelpersonen, nach Biro-Bidschan eingewandert sind. Nach dem allgemeinen Siedlungsplan für Biro-Bidschan hätten im vergangenen Jahre 25 000 jüdische Seelen nach- Biro-Bidschan kommen sollen, später wurde im Plan die Einwanderzahl auf 17 000 herabgesetzt, iit der zweiten Hälfte 1933 fixierte man die Zahl der Einzuwandernden auf nur 7000 Menschen. Noch im letzten Jahresviertel war geplant, neue 3000 Einwanderer bis Jahresende ins Land zu bringen, es kamen aber stattdessen nur 498 Menschen. : Zahl, i- Qua t. für die Mißerfolge tät der Einwanderer _ ... Biro-Bidschan ___ _ schlecht aufgenommen und nicht nach ihrer Eignung oder ihrem bisherigen Beruf plaziert. Auch wurden die Neusiedler nicht entsprechend mit Wohnung und Nahrungsmitteln versorgt, wodurch eine Rückwanderungsstimmung gefördert wurde. Die Leiter von Ozet und Komzct in Kamenetz-Podolsk, Uman, Tolna, Odessa, Tultschin, Nicschin, Winiza und in anderen Städten wurden zu gerichtlicher Verantwortung ge- Für das Jahr 1934 ist geplant, 10 000 bis 12 000 Juden nach Biro-Bidschan zu bringen. Es wird mitgeteilt, daß Maßnahmen getroffen wurden, um. die Siedluiigsaktipn in diesem Jahre in Ordnung sich vollziehen zu lassen. Offene und geheime Propaganda gegen „Überfremdung“ in Rumänien Das unter der Leitung von Pampfil Seicaru stehende nationalistische Blatt „Curentul“ brachte in der letzten Zeit eine Serie von Leitartikeln, in denen unter antisemitischere Anspielungen über „Überfremdung“ des rumänischen öffentlichen Lebens geklagt wurde. Daß es sich hier um eine wohl überlegte Aktion handelt, beweist die Tatsache, daß „Curentul“ geheime Rundschreiben an zahlreiche Vertreter der freien Berufe in Rumänien versandt hat, in denen diese aufgefordert werden, sich zu einer gemeinsamen Front gegen die „fremde Invasion" zu vereinigen, die „Politik und Presse. Schule und Universität, Wirtschaft und freie Berufe“ überflute. Warum bleiben wir deutsche Juden? Von Berihold Auerbach, Berlin Die Bedrängnis, in welche das deutsche Judentum wieder alles Erwarten geraten, ist ein Schicksal. Ob sie ein Unglück ist, — als solches vernichtend und zerstörend — oder ein Leid, das Segen in sich birgt, kann nur entschieden werden durch die Art, wie wir es ertragen. „Wir“ — deutsche Juden. Also nicht jene, welche früher oder unter dem Drang des Geschehens die Wendung zum Zionismus vollzogen haben und somit auch zur jüdischvölkischen Ideologie, in w elcher Schattierung und Nuancierung sie sich immer geltend machte. Ebenso gut wie diese eine ' gedanklich klare Scheidung wünschen zwischen aufrechten und opferbereiten Bekennern und Zeitassimilanten, die es in Angleichung an eine zumindest geistige Konjunktur auch dort schon gibt und mehr noch geben wird, so verlangen auch wir das Gleiche in Entschiedenheit und Klarheit, das ein „Sowohl als auch“ ausschließt, ein „Entweder — Oder“ . Warum halten wir fest am deutschen Judentum, wo doch das Denken der Zeit in seiner nationalen und rassenärtigen Betontheit ihm noch fremder und verständnisferner gegenübersteht als dem zionistischen Ideal, mit dem es den Primat des Völkischen, der Rassentrennung und Erhaltung wie der Kollektivethik — bei aller sonstigen Wesensscheidung — gemein hat? — Abgesehen von der geistpolitischen Verhandlungstaktik, die stets leichter und freier sich abwickelt, wo der als Gegner Betrachtete sich in.fundamentalen psychologischen und ideologischen Kategorien dem Denksc’hema der Zeit in freier Erkenntnis und Emotion unterwerft. — Warum sind wir solche Toren, so leicht widerlegbar vor dem Forum der Vernunft und Ratio? Weil wir müssen, weil die innere Stimme uns treibt, die mehr ist als das Ergebnis von Umwelt und Kultur, mehr als Gewohnheit und Geistesruhe, als Beharrungswille und Haften am Alten, sondern im Tiefsten der Wille zum Leiden aus dem Geist über die Not der Zeit. Die religiös bedingte Liebe zu deutscher Heimat und deutschem Geist ist es, die das deutsche Judentum geprägt hat und weiterhin formen wird, auch wenn die staatlichen Repräsentanten dieses Gefühl nicht wünschen. Ist es doch das Wesen emotional' — geistiger Kräfte, ihren Drang zur Idee auch und gerade dort nicht zu verleugnen, wo die Realität ihrer zeitlichen Anerkennung — nicht Verwirklichung — entgegensteht. Ja im Leiden erst bewährt sich der Geist, die religiöse Haltung zuvorderst. Freilich, wäre diese Liebe zum Deutschtum nur ein Affekt, fern von Sinnbemühtheit und Wesenserfahrung, so müßte sie auch vergehen. Sie wird aber bestellen in gewandelter Form, so länge der religiöse Geist in uns nicht versiegt. Als Bekenner der jüdischen Religion, als Täter jüdischer Ethik, gestalten wir unser Dasein im deutschen Raum, wissend, daß es. schwerer ist, .ein geistbewußtes Judentum wider die Sprache der Zeit'durchzusetzen als mit ihr zu Geprägt durch deutsche Kultur, erwachsen in deutscher Heimat, verbunden mit deutschem Schicksal seit Jahrhunderten, gestählt und gereift durch deutsche Philosophie, nicht nur Erbe, sondern Mitgestalter und Interpreten deutschen Geistes, können und wollen wir. uns nicht von deutschem Wesen trennen, dessen überzeitliche Schöpfungen integrierender Bestandteil unserer Erziehung und Selbsterziehung sind und Wir Juden sind primär eine Gemeinschaft des Geistes, dessen Mission gleich der jeder Religion übernational ist, ohne je. sich der Volkszugehörigkeit zu entschlagen. Das wir in uns noch Elemente fremder, wenn auch vermischter Rasse tragen, ist bedingt durch unser historisches Schicksal, das als solches seinem Wesen nach niemals Ausdruck freien Willens ist, nicht aber durch die jüdische Religiosität, die aus Volkstum zur Weltreligion sich entwickelt hat. Die Folgen und Folgerungen dieser schicksalsniäßigeri Andersartigkeit müssen wir tragen, ohne sie gewollt zu verewigen. Die Geschichtsbetrachtung unserer Zeit 'legt den Hauptakzent auf diese Differenz; die jüdische Idee, die mit der Zeit rechnet, aber nicht und niemals von ihr ausgeht, will anders sie Idee bleiben, nicht. Das ist ihre Schwäche in der Zeit, ihre Stärke und Würde im geistigen Reich und darum letztlich ihre normative, richtunggebende Macht. r Der Wille zum Absoluten ist stärker als reaktive Orientierung an den Passaten und: Mächten der Gegenwart, so wenig wir zweifeln an der Bedeutsamkeit der Triebkräfte, welche die Umwälzung' und somit das weitere Geschehen in Deutschland, ja vermutlich der Welt, bestimmen. Ist doch das geistige Judentum eine ewige Macht, solange es — in stets, erneuter Projektion auf die Zeit — aus entschiedenem Willen, reinem Herzen, klarer Kenntnis und Erkenntnis und heiliger Gläubigkeit gelebt wird, mögen es auch nur wenige sein, die zu den letzten esoterischen Gehalten denkend und leidend Vordringen. Sie sind heute unsere wahren Führer und werden es sein. Aus deren Geist, der der Schicksalsnotwendigkeit überzeitlichen Sinn zu geben trachtet, sind wir religiöse deutsche Juden, die der Idee des Deutschtums die Treue halten, weil die Idee des Judentums sie trägt und in sich schließt, auch wenn Leiden und. Schmerzen in absehbarer Zeit unser Los Wer sein Schicksal erträgt, wird lernen, es zu tragen. Die Passivität, die uns aufgezwungen, führt zu einer innerseelischen Aktivität, diu. —■ wir glauben es — dereinst den Rahmen sprengt, nachdem wir aus Notwendigkeit zur Freiheit Katholischer Großgrundbesitzer in Budapest hinterläßt sein - Vermögen der jüdischen Gemeinde man sein Testament öffnete, erlebte man die folgende Üeberraschung: Frideckv, der einem alten katholischen Geschlecht entstammt, hatte sein Vermögen im Werte von etwa 75 000 Dollar der Israelitischen Kultusgeineinde in Galantlia vermacht. Der katholischen Kirchengemeinde fiel nur ein geringer Betrag zu. Daran war noch die Bedingung geknüpft, daß alljährlich an seinem Todestag^ in der katholischen Kirche eine Messe für sein Seelenheil abgehalten, sein Grab stets gepflegt und zu Allerheiligen festlich beleuchtet sein müsse.. Semen zwei Täuflingen hinterließ er zweicinhalbtausend Dollar. Die Verwandtschaft will nun die Rechtsgültigkeit des Testaments anfechten. Es handelt sich um eine entferntere Vtrwai dtschaft, eine Nachkommenschaft hinterließ Frideckv mclit. Di. Beweggründe, warum Frideckv die jüdische Kuh. ti.sgen tindc zur Universalerbin seines Vermögens einsetzte, siim urbekannt. Man weiß nur, daß Frideckv seit Jahren mit dem katholischen Ortspfarrer auf Kriegsfuß" stand.