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Jüdisch-liberale Zeitung · 1934-03-09 · 20 (9.3.1934) · page 3

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
14 (1934)
Issue
20 (9.3.1934)
Date
1934-03-09
Page
– (sequence 3)
Language
German
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tteucii Lebensmut lind neue Hoffnung gegeben habt*». Saj'c» Sie es der jüdischen Öffentlichkeit, dali alle die, die noch* in der Lage sind, durch Spenden an unsere Winterhilfe dazu beitragen mögen, unsern Notleidenden weitere* frohe Stunden zu bereiten. judentum ist 'immer eine Religion der Lelxrnsbejahung gewesen und nur mit dieser Let>ensbejahung und durch gegenseitige Verbundenheit werden wir diese schwere /.eit überdauern. Wir werden einer späteren Generation die Jortdauer und das Hesteheu nur sichern können, wenn wir mit Lebensmut und Optimismus an den Neubau unserer Zukunft heraugeJieu. Möge unsere seelische Winterhilfe ihr feil bier/n beigetragen haben. Die Zulassung niclitarisclier Ärzte zur Krankenkassenpraxis Definition des VroiitknmpferUeyjiffs In mehreren aBeschlüssen hat.das Rcithsschicdsnmt ent’ schieden, dab der Begriff des l'roukämpfers im Zusammenhang mit der Zulassung nicht;irischer Aer/te zur KrankenkasHciipraxis auch auf Teilnehmer au Kämpfen im Baltikum, in OberKchlesieu gegen Spartakisten; Separatisten lind Leinde der nationalen hrhebmig anzuwendeu ish Terner wurde festgestellt^ (hilf die Tätigkeit als Krankenpfleger und Krankenpflegerin In einem von den obersten Kommandohehördcu ausdrücklich als Seiicheula/arett eingerichteten oder erklärten Lazarett Voraussetzung für die Zulassung zur Kassenpraxis .bilden kann, sofern sieh diese Tätigkeit auf insgesamt sechs Monate erstreckt hat. (UidsehcUhmgcn 13033 und 152/33). Gouverneur General Balbo bei jQdischcn Sportlern * in Tripolis Der frühere italienische Luftfahrtmriiistcr und jet/ige Gouverneur von Tripolitauieu General Ihdho besuchte den S|>orlpIatz der jüdischen Sportvcrhämlc in Tripolis, wohnte längere Zeit den Darbietungen der jüdischen Sportler bei unu sprach seine Bewunderung über die. nulkTordeutliche sportliche Schulung der jüdischen Mannschaften aus. General. Iialbb-übergab der FulJballgruppc persönlich den Lokal, den die jüdische Mannschaft in den Treffen gegen alle anderen lokalen Lußballvcrbiindc gewonnen hat. Litauischer Innenminister verspricht' Schutz gegen antisemitische Boykottpropaganda Eine Abordnung des Rabbinerverbandes besuchte den Innenminister Oberst Dustajko und forderte von ihm Abhilfe gegen. die in verschiedenen Gegenden Litauens betriebene gefährliche Judenhetze. Als Beispiel führte die. Abordnung an, dab in Siad der Leiter der Ortsschule die Schulkinder an einem Markttag vor jüdische Geschäfte postierte, damit siedie den Markt besuchenden Bauern daran hindern, bei Juden zu kaufen. Der Innenminister verspracii Einleitung einer Untersuchung und Bestrafung der Schuldigen. Zunächst wurde die Versetzung des Lehrers, von dem die Boykottpropaganda ausging, veranlaßt. Annullierung der sozialdemokratischen Mandate in der Wiener Israelitischen Kulfusgemeinde Auf Grund der Regierungsverordnung, wonach alle auf Grund von sozialdemokratischen Wahlvorschlägen gewählten Funktionäre in öffentlichen ' Körperschaften ihrer Mandate, verlustig werden, hat der Präsident der Wiener Kultusgemeinde die Mandate der „Poalc-Zion“-Partei -sowie die der „Werktätigen-Juden“ annulliert. Die beiden Parteien verfugen über je'vier Mandate, von denen die „Werktätigen" dein Klub der Nichtzionisten angchörten, der auf diese Weise 15 Mitglieder zählte, während die Zionisten mit den „Poalc-Zion“ 21 Vorstandsmitglieder hatten. Durch das Ausscheiden der annullierten acht Mandate ist das Verhältnis der Zionisten zu den Nicht/ionisten von 21:15 auf 17:11, also um eine Kleinigkeit zuungunsten der Nicht/ionisten verschoben. Keine Berücksichtigung von Rasstn- und Volkszugehörigkeit bei der österreichischen Volkszählung Die Volkszählung in Österreich wird mit dem Stichtage. 22. März, durcligefülirt werden. Wie der Vertreter der jüdischen Telegraplicu-Ageiitiir aus authentischer Quelle erfährt, wird bei dieser Volkszählung, im Gegensatz zur Volkszählung vom Jahre 1<J23, weder um die Rasse noch um die Volkszugehörigkeit gefragt werden. Die entsprechende Rubrik des Fragebogens enthält liloll die Frage nach der sprachlichen Zugehörigkeit, wozu in einer Fußnote bemerkt wird, daß liier nur eine Sprache an/tifiihreii ist, und zwar diejenige, deren Kulturkreis der Befragte sich zugehörig fühlt: Ein gelungener Purimscherz Also das mit dem zionistischen Orden (vgl. „J.-l. Z." Nr. IS vom 2. März) war ein Witz! Ich hatte die Nachricht aus dem „Israelitischen Wochenblatt für die Schweiz“, und auch ich hielt sie zunächst für einen Purimscherz. Gewissenhaft, wie ich nun mal bin, wartete ich auf die nächste Nummer des schweizerischen. Blattes und suchte nach der in solchen Fällen üblichen „Aufklärung“, wie ich sie von den jedes Jahr wieder amüsanten Apriliimuim'rii unserer „Berliner llhistrirtcn , Zeitung“ her gewohnt hin. Als ich dieses humoristische' Dementi nicht fand, mußte ich die Sache ernst nehmen und : schrieb meine Glosse. In freier Abwandlung des Esther- Wortes sage icli jetzt: „Bin ich hereingefalleu, nun, so hin' ich hereingefalleu."' In' diesem Sinne nachträglich: gut Purim! Leopold Nathansohn. Bühne unb .Brettl Das Kabarett in der Joachimsthaler Straße ist in neue künstlerische Hand übergegangen. Es hat jetzt Hand undi (Heinz) Fuß. Es ist natürlich nicht ganz leicht, mit einem Schlage und mit einem Schlager gut zu machen, was vorher, an Bühne und Brettlgesündigt worden ist. Der gute Wille dazu ist jedenfalls vorhanden. Egon Jacobsohn, der Ansager, treibt Berliner Lokalgeschichte und schließt mit dem Publikum Bifdungs-Wettcii ab. Wally Winter parodiert temperamentvoll den Werdegang eines Pariser Midinettchens. Während Black u'n d White schwarz und weiß behost und berockt herumhopsen, erficht sich Val Mäbee mit einem Florett-Tanz einen Sondererfolg. Dann ist noch ein Mann da: Rolf Rafael y. Der klebt wahllos bunte Stoff-Fetzen an eine schwarze Tafel. Und wenn das Ganze fertig ist, ist es ein Dörfchen im Grünen. Rita A11 a s z singt glänzend, wozu sie schon ihr Name verpflichtet. Die beiden Brüder Schwarz können zum miilionstenmal ihren Spiegel zerbrechen — man wird immer wieder über sie lachen müssen. Eine etwas bläßliche Lohengrin-Parodie erhält durch den ulkigen König Karl F1 e i s c h m a n n s Farbe. Um ihn herum Rita Atlasz als Elsa und Heinz Rogland als Ritter des Dreirads tmd viel Volk, das durch die Aufschrift „Männer“.und! „Frauen“ repräsentiert wird. u. a. Kunstnachrichten Hermann Geiger, der Gbcrspiellciter aus Frankfurt a. AL, ist für die Dauer der italienischen Saison als Regisseur au das Teatro Colon nach Buenos Aires verpflichtet worden. Gesellschaft für jüdische Volksbildung e.V., Frankfurt a. AI. Am Sonntag, 10. März .8,30 Uhr im grollen Saal der Frankfurt-Loge,' Frau Edith Herrnstudi-Oetiingm (Berlin), spricht aus jüdischen Dichtungen unserer Tage. Ernstes und Heileres von Zangwill,- Jacob Loewenherger. Cli. N. Bialik, ~Saiumy Gruuviuaiiu, Thomas Alaun, Heer-t lofmauii, Joseph Roth u. a. - . Vereins-Nachrichten. Die J ugendgemeinschaft des Synagogen Vereins PrinzregentenstraBe (Berlin) (im Bund Deutsch-Jüdischer Jugend) verunstaltet am- Sonnabend, 10. .März, eine Purk, ,'eier im Logenliaiis, Einser Straße I I. Nachmittags 10 Ulli. Eintritt ' frei! (Feier der Jüngeiengruppr.) Der gesamte lliinil ist herzliehs! ciugcladen. t De (imppeiileitmig: i. A. Haus Keinpiier. __ Neuer Synagogcnverein Rykeslraße, Berlin Infolge technischer Schwierigkeiten findet die l’iirimleier des Neuen Synagogeiivereins Rvkestraße nicht am 11. März, in den Unionsfestsälen, sondern .Millwoeh, 14. März, ahends 8 illtr in dm Afärchenhrannen-t esisäten am t:rieilriChshain 20 .72 statt. Festansprache: Herr Rabbiner Dr. Manfred Swarsmskv. Ferner wirken mit: die Damen •■!//<)■ (ieisenlierg muF Heili Haas, die Herren Ohcrkantor Kart Naumann, OhcrkTOitor Magnus Davidsolm und Hirns Alerer. Am Flügel-: Hermann Schwarz. Eintrittspreis 0,50 -KM. cinschl. Kaffee' und Kochen. Tüdische Buch -Vereinigung (JBV) Wir treuen uns. dali es uns gelungen Ist. dem Kulturbund Deutscher Juden eine Jüdische Buch-Vereinigung zur Sette zu. stellen, die soeben unter Mitwirkung und Panierung der maßgeblichen Jüdischen Organisationen gegründet winde. Nun hat auch das Jüdische Schrifttum eine Stille gefunden. von der au» e» sich ausbreiten und wirken kann, jüdische Dichter und Denker werden Im thpti zu uns sprechen können. Wertvolle Bücher. Komane unserer beliebtesten Erilhler. aber auch' solche, die der Durchleuchtung de» Jüdischen Schicksals, seiner Oeschichte und seiner Gegenwart dienen, werden erscheinen. Die Jahresproduktion umfaßt vier Bücher. Al»__erstes Werk erscheint der neue Roman von Georg Hermann: „Eine Zelt stirbt“. Besondere Beachtung verdient die Herausgabe einer neuen Uebersetzuuj: der Jüdischen Bibel, dereu erster Hand schau ln der ersten Jahresrelho des Programms erscheint. Daran schließt sich ein Palästina - Bilderbuch. Ein besonders wichtiges Werk wird vorbereitet: Die Geschichte dee-Juden in Deutschland von. Professor Dr. J. Elbogen. .Die Jüdische UuctuYvrelnlgung arbeitet auf gemeinnütziger Grundlage. Nur so ist es möglich, den Mitgliedern vier Bücher im Jahre für den geringen Monatsbeitrag von RM. I.- zu bieten. Dabei rechnet die Jüdische Buchvereinigung auf die Mithilfe jedes jüdischen Menschen. Jüdischen Geist zu pflegen. Ihm eine Heimstätte zu schaffen und der jüdischen Seele neue Nahrung zii bieten, deren sie heule mehr denn je bedarf, erscheint auch uns als eine der vornehmsten Aufgaben, die die Zelt uns auferlegt. Anmerkung der Redaktion: Die Geschäftsstelle der Jüdischen Buch-Vereinigung befindet sich Berlin W 1.% Pariserstr. 7 BERLIN &npfeMeaswecte Jh&zuq&quzlieii fv Bügeiansiaii „Präsident“ T Poldy Peyaadc »ybelstr. 50, Ecke Dahlmannstr. j 6 Bleibtreu 2270* Hatullnigetei. omplixierteÄnderungen. Cbem. Reinigung. 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