Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 14 (1934)
- Issue
- 6 (19.1.1934)
- Date
- 1934-01-19
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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sagt Fichte, „und die ist dauernder als die Trümmer ,des Weltalls, sie ist ewig, und ich bin ewig wie sie.“ Und wenn Nietzsche in seinem „Trunkenen Lied" von der „Lust“, die „Ewigkeit will“, singt, so' dürfte auch hier kein anderer Gedanke herausgehört werden als der zutiefst religiöse. Und so darf es denn in der jetzigen Zeit nicht einen Augenblick dahin kommen, daß etwa die die Oberhand gewinnen, die, entweder noch nie deutsch gesinnt oder ehemals deutsch Gutkind & Co. Internationale Transporte BERLIN WKakkreuthsU. W62 V 14 B S Barbarossa 3191 . gesinnt, aus Zeitgedanken heraus die Führung des Ewigkeits- .Judentums, des zeitlosen Judentums an s.ich reißen möchten, daß sie uns beeinflussen dürften. Wer jetzt nicht eiserne .Stärke der Gesinnung mit ganz großem weltgeschichtlichen Blick, mit Ewigkeitsgefühl verbinden kann, ihm wollen wir nicht unser Geschick in Deutschland, nicht unser jüdisches Geschick und nicht unser deutsches, anvertrauen. „Die Reinsten sollen der Erde Herr sein,' die Stärksten, die Tiefsten, die Mitternachtsseelen.“.. Und die kleinbürgerlich jüdische — auch nichtjüdische — Frage: „Warum können die Juden nicht einig sein? Nicht einmal jetzt?“ — läßt uns ganz kalt, ln dem Gegensatz: Zeitjudentum und zeitloses Judentum darf es, vom Gesichtspunkt der Ewigkeit aus gesehen, keine Einigkeit geben, hat noch nie Einigkeit bestanden. Jeder hat das. Recht, sich zu entscheiden, aber niemand hat das Recht, die Gefühle zu verwirren, die Geister zur Unklarheit zwingen zu wollen, zu einem Frieden zu rufen, der — nach unserem Glauben jedenfalls — ein Ende des überzeitlichen, überweltlichen, ewigen, göttlichen Judentums wäre. „Wir sind nicht bloß wir, ein zeitlich Geschlecht, im. Kämpfe um unser gutes Recht, wir sind was Jahrhundert — Jahrtausend alt, den Völkern als groß und heilig galt.. Wir sind auf dem Boden urewigen Rechts der alte Glaube des Menschengeschlechts. Wir sind — und was auch stürzt und fällt. Wir sind — eine neue Jugend der Welt!“ : Tagung der jüdischen Frauen Der Jüdische Frauenbund hat in diesen Tagen in Berlin seine 12. Delegiertentagung abgehalten, zu der über 150 Delegierte aus allen Teilen des Reiches erschienen waren. Die Versammlung wurde als reine Afbeitssitzung, d. h. ohne Zuziehung der jüdischen Öffentlichkeit und Presse, abgehalten. Im Mittelpunkt der Verhandlungen standen Fragen der hauswirtschaftlichen Ausbildung, des Schulwesens und der Erziehung. Anstelle der Frau Bettina Brenner, die seit 1924 als Nachfolgerin von Bertha 'Pappenheim den Bund leitete) wurde diesmal Frau Ottilie Schoenewald (Bochum) zur Vorsitzenden gewählt, die bekanntlich auch unserer religiös-liberalen Bewegung nähesteht. Ein zusammenfassender Bericht über die bedeutsame Tagung soll demnächst bei uns erscheinen. .- ' Theodor Schönberger 60 Jahre sechzigsten Geburtstages gedacht werden kann. Dieses unaufdringliche Wirken, innerhalb einer großen verdienstvollen Lebensarbeit, ist überhaupt das Signum für Theodor Schönberger. Als Sohn des unvergeßlichen Potsdamer Kantors geboren, tritt er, nach beendeten Gymnasialstudien, in das Stern’sche Konservatorium ein, wird Vorzugsschüler der großen Meister Ehrlich und Dreyschock. Schönbergr--“ ein blendender Virtuose-, diese gediegene Musikant Äußerlichen. Der geistvolle Pianist war stets bemüht, nur das Werk für sich sprechen zu lassen. Er neigte aber immer mehr zur pädagogischen Wirksamkeit. Das wurde zeitig ernannt. Vor nunmehr 37 Jahren — die Zeit spricht für sich — wurde an derselben Anstalt aus dem Lernenden ein Lehrender. Es ist ganz selbstverständlich, daß in einer solch großen Zeitspanne die Schülerzahl und die Aleister, die Schönberger ausgebildet hat, sehr erheblich sind. Männer wie Professor Schünemann, Buschkötter, der gegenwärtige Intendant des rheinischen Rundfunks, Heinz Unger, Friedrich Holländer u. a. zählten zu den Schülern Schönbergers. Vor 22 Jahren wurde Schönberger als Chordirigent an die Berliner Gemeinde berufen. Er wirkte kurze Zeit an der Synagoge Lützöwstraße und kam dann in die Synagoge Fasanenstralle, in der er bis heutigen. Tags hervorragend tätig ist. Wer. diesen, heute so kleinen Chor hört, merkt sofort, daß hier ein Dirigent von ausgezeichneter Musikalität führend tätig ist. Hier ist er nicht nur der begeisterte Musiker, sondern auch der tief empfindende religiöse jüdische Mensch. Es ist klar, daß im Zusammenwirken solcher Eigenschaften bedeutsame Erfolge erzielt werden. — Schönbergers Geburtstag wurde überall dort, wo seine Persönlichkeit geschätzt und gewertet wird, zu einem wahren Jubeltage. Im Hause gab es mannigfache Ehrungen seines Konservatoriums, der Chordirigenten und vieler Freunde. — Die Synagoge Fasanenstraße ehrte ihren langjährigen Dirigenten, mit besonderer Herzlichkeit. Vor Beginn des Freitagabend-Gottesdienstes begaben sich Rabbiner Dr. Salomonski, Oberkantor Davidsohn und der Synagogenvorstand in den Chorraum, woselbst das Wort« der i erkennung und Wünsche für einen ferneren Lebensweg wurden dem trefflichen Manne gewidmet. Wenn am Sabbathmorgen Kantor und Chor in dem Moment da Schönberger zur Torah trat, Worte aus dem „Hallei“ erklingen ließen, so war dies gleichsam ein Dankgebet für das reiche Leben eines Mannes, dem auch wir wünschen, daß er noch lange seiner großen schönen Arbeit in unverminderter Kraft dienen möge. Dübifdjer Kulfurbunb Rljein-Kuljr Kantoren-Konzert: 21. Januar in Köln, Synagoge Roonstraße. Vortrag Prof. Salomon: 21. Januar in Duisburg, Synagoge. — 24. Januar in Krefeld, Synagoge. Vortrag Kinsky: 20. Januar in Bochum, Logensaal. — 21. Januar in Aachen, Ballsaal des Städt. Konzerthauses. — 27. Januar in Gelsenkirchen, Logensaal, Bahnhofstraße. Kammermusikabend: 23. Januar in Gelsenkirchen, Logensaal, Bahnhofstraße. — 25. Januar in Aachen, Städt. Konzert- Aus der Bewegung des religiös-liberalen Judentums Rall«IBs-lib*ralar Varaln, Barlln Bezirksgruppc Wedding-Reinickendorf Dienstag, 23. Januar, 2D.15 Uhr, Restaurant „Zum. Steinacker", Seestralle 44 (Ecke Müllerstraße) Redakteur George Goet-z: „Zukunftsiveg der deutschen Juden.“ Anschließend' gemütliches Beisammensein. Mitglieder und Freunde unserer Bewegung willkommen! (Jugendheim der Li be ra 1 eiu-Sy nirdeji.) Nach zehnjährigem segenvollen Wirkeu -- aseres Freundes Hern- " " —*■ J- Berlln. agoge Not_, _ _,. hat die unter Führung unseres Freundes Hermann Falkenberg stehende Liberale Synagoge Norden nunmehr den Grundstock zu einem Jugendheim gelegt. Die Einweihung der neuen Räume im Hause Schönhauser-Altee 31 findet am 19. Januar statt, und zwar im Anschluß an den Freitägabendgottesdienst (Schönhauser Allee, 162), der deshalb an diesem Freitag_ ausnahmsweise schon um 6.30 Uhr beginnt und als Gottesdienst der Jugend abgehälteu wird. Ule Predigt hält Rabhinatskandidat Erwin Zimet. Gottesdienste Liberale Synagoge Norden, SchOnhauser Allee 162__ ' Freitag. 19. I., 6.30 llhr: Zimet. Gottesdienst der Jugend. Sonnabend. 20. 1:, 10 Uhr: Zimet. Liberale Synagoge Osten, Aula Kalserstr. 30 Freiiag, 19. /., 7.30 Uhr: Dr. Kliersfeld. Liberale Synagoge Westend, . Aula des Jüdischen Schulvereins Kaiserdamm 78 Freitag, 19. 1., 7.15 Uhr: Dr: Hirschberg. Liberaler Gottesdienst Schmargendorf Altersheim - Berkaer Straße 32 Freitag, 19. /., 7 Uhr. — Sonnabend, 20. 1., 10 Uhr. Jüdische Religionsgemeinde Charlottenburg, Schulstraße 7 Freitag, 19. /., 4.30 Uhr. — Sonnabend, 20. /., 9.30 Uhr. Jüdische Reformgemeinde Logenhaus, JoachlmsthalerStr. 13 Freitag, 19. 1., 6.30 Uhr: Dr. Rosenthat. [ GeachMftliches j Außer Verantwortung der Schrlltieitung verfügt, welches zur Ahtassung sachgemäßer Steuererklärungen unerläßlich tat. Carl Boblnski, "SS; Wittelsbacher Str. 9a. Zentralheiz., Warmwasser-, Gas- und sanitäre Anlagen. Köstenl. Beratung. Tel. Oliva 5535 QPteatex, Haßaxeitf Hino BO (fyufiM und (fytQÜi IU. DI Ul 15, Joachimstiiaier Straße 13 Tätlich (außer Freitag) 83° Uhr abds. Wieder Neues Kabarettprogramm Willy Prager konferiert HBdl Hass, Jacks, Martin Hsttnar, marlon Hoegel. fllirad Pelz, mini Fraser, Baatrlca Waghaltar. am Flügel: Erich Ronis ' Kapelle: Jack Polischuk Donnerstage» nachm. 4,30 V Hausfrau«n*Nochmltta« r, Sänger, Artisten, und Vorträge. Ausstell e Hausfrau. Eintritt inet Steuer RM 025. I Sonnabend u. Sonntag 4,30 Tanz - Tee Vorverkauf täglich 11-1 Uhr an der Kasse und Abendkasse (J 1 Bismarck 6979) KOMODIE . Direktion: Hans Effenberger Kurfürstendamm206.Bism.904/5 Täglich B Va Gespenster von Henrik Ibsen Preise von 1—6 Mk.. Vorverk. ab 10 Uhr ünunterbr Sonnabends 9.30 und Drucksachen la Diitir adilühnig. Bllllgs Pr*!«. Sonntags 5.15 u.936 VorverkauMägl, ab 'Weimarcnlr. 18 C l SteinpL 1128 Kabarett der Komiker KurArstendamn 156 JT, 7621 mirraretmdinm IM J7, 7821 Wiiiy (Rabatt u. d. große Kabarett-Programm Vorverk. ab 11 Uhr ununterbr. Dienstag, Donnerstag und Sonnabend 4 Uhr: Nachmittage der Hausfrau ä „Brclfl Im Zentrum“ W /V* KABARETT UND TANZ Eröffnung Sonnabend, den 20. und Sonntag, den 21. Januar' Hotel „König von Portugal“, Berlin C2, Burgstr. 16 Beginn 8.30 Uhr, Eintritt M. 1,-. TischbesL E2 Küpfergr. 1525 Willi Rosen, Hedi Haas, Heinz Gaother, Hans Pelz n. a. Arthur Zander — Conference FORSORGUCff VORSORGEN SCHÜTZT VOR SORGEN! i St. Josefs-Heilanstalt HIRWnWiR Berlin-Wclss«osee.Gartenstrasse1-5 Femspr.: E 6 Weißensee 2271. Für Neurosen, Psychopathien und Psychosen, für Erholungsbedürftige u. Rekonvaleszenten. Mod.Therapie. Fieberkuren, Entziehungen. Herrl-Parkanlagen, Dr. Weninger — Dr. med. et phll. Weiß. Mitglieder zu Vertragssät--- Vertreter (Innen) - gesucht für leistungsfähige v Bremer Kaffee-Großrösterei Nach Ausschluß aus allen Kauen übernehmerieh Beratung u. Ausführung protheüscher, orthodontischer und keramischer Pille, spez. Stahlbflgelprothesen Dr. med. Dr. med. denl. 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