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Jüdisch-liberale Zeitung · 1934-01-19 · 6 (19.1.1934) · page 6

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
14 (1934)
Issue
6 (19.1.1934)
Date
1934-01-19
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Nr'e Pas Wort der Tugend Monatlidv erscheinende Beilage der „lüdisch-liberalen Zeitung“ Verantwortlich für den Inhalt; Heinz Keller mann, Berlin- Charlottenburg 1, Königin Luise Sfr. 3 Die Lehnitzer „ARGE“- Tagung jm Rahmen der Lehnitzer Tagung der deutsch-jüdischen Künde traten die Vertreter der einzelnen „llis“ zu ihrer jährlichen Delegierlenversam mIung zusammen- Anwesend waren als Delegierte: von Breslau: Dr. Alfred Fabian, Ruth Ticliauer; von Berlin: Manfred Schwarz, Erika Loewenstantni, Artur Posnanski, Werner Saatfeld, Heinz Schneemann; von Frankfurt a. M.: Artur Aslheirner, Otto Stein; von L i e g n i t z : Wilhelm Kaufmann; von Hamburg; Hetmuth Heinemann Nicht anwesend war Magdeburg. Der Vorsitzende, der „ARGE“, Heinz Kellermann, stattete den Arbeitsbericht für das Jahr. 1933. Die Arbeit der „ARGE“ sei trotz begreiflicher Schwierigkeiten im wesentlichen fortlaufend durchgeführt worden, die Organisationen arbeiteten nach wie vor, der Mitgliederbestand sogar durch Intensivierung der Jüngcrenarbeit (Neue Jüngerengruppen in Breslau, Berlin,’ Liegnitz, Magdeburg) gewachsen, Der Ili- Magdeburg sei Anfang des vergangenen Jahres der „ARGE“ wieder heigetreten. tm Augenblick schweben Verhandlungen zwecks AnschiuH religiös-liberaler Jugendgruppefi in Köln, Mannheim und Worms. Der Beitritt der „Jugendgemeinschaft an der Synagoge Rrinzregentenstralie zur „ARGE“ stehe bevor. Bedauerlich .sei, daß man bei diesen Bemühungen trotz der auf der letzten Hauptversammlung der „Vereinigung für das religiös-liberale Judentum“ gegebenen Zusage der Delegierten die Unterstützung der liberalen Ortsvereine größtenteils vermissen müsse. Weitere Schwierigkeiten bereite die ungünstig; Kassenlage und die dadurch bedingten geringen Propagaudamöglichkciten. Mit dem „Reichsbund jüdischer Frontsoldaten“ sei ein Abkommen getroffen worden, auf Grund dessen die Mitglieder der „ARGE“ ihre sportliche Betätigung außerhalb Berlins in den Sportbünden des R.j.F. suchen, wahrer ' — t>; er .. nk a dp.pu ,i..~ jerlicherweise aus taktischen Erwägungen im Laufe des Jahres aus der „ARGE“ ausgeschieden, nach Fortfall des maßgeblichen Anlasses aber — trotz mehrfacher Aufforderung — der „ARGE“ ohne Angabe zwingender Gründe nicht wieder beigetreten. — Auf dem Gebiete der Außenarbeit ' sei ergänzend zu berichten, daß die „ARGE“ auf der Weltkonferenz der „World Union-for Progressive Judaism“ durch einen Referenten vertreten gewesen sei. Im übrigen habe die Reichsleitung der „ARGE“ die Anmeldung bei der Reichsjugendführung sowie bei der Geheimen Staatspolizei besorgt und die notwendigen Verhandlungen geführt. Die Innenarbeit der „ARGE“ habe sich in erster Linie auf die Unterstützung der Arbeit der einzelnen „Ili’s“ erstreckt und eine Belebung der geistigen und kameradschaftlichen Verbindung der „Ili’s“ in Angriff genommen. Zu dem Zwecke seien die selten und in unregelmäßiger Folge erscheint den Mitteilungen, der „ARGE“ im Rahmen der „J.-I. Z.“. .. dem allmonatlich ganzseitig erscheinenden „Wort der Ju-- gend“ ausgebaut worden. Für den „Ili“-Berlin gebe die „ARGE“ außerdem besondere Rundbriefe heraus. Weiter werde der „systematische Katalog“, enthaltend die einschlägige Tendenzfind Fachliteratur für die Ausgestaltung . der, Heimabende, bearbeitet. Eine „A rb e i t s k a rt o th e k“ sei eingerichtet worden zwecks Sammlung, Bearbeitung ui Veröffentlichung der auf den Heimabenden besprochen... Themenkreise. Im Rahmen der Rundschreiben habe die „ARGE“ einen „Informationsdienst“ zur Bekanntgabe der wichtigsten und neuesten Einrichtungen auf dem Gebiete der Jugendpflege eingeführt. Schließlich seien die „Ili’s“ verschiedentlich in ihrer Arbeit durch Übersendung von Fachlektüre, "Broschüren und Entsendung vou' Referenten (Magdeburg) unterstützt und s eine neue „ARpE“-Satzung geschaffen worden. Im Mittelpunkt der Tagung stand die Diskussion um d alles bewegende Frage der Eingliederung in die kommende deutsch-jüdische Jugendorganisation. Hierbei tauchte stets wieder das Bedenken auf, daß die „Ili“-Arbeit über den Rahmen der deutsch-jüdischen .Arbeit bei vergleichsweiser Gegenüberstellung mit bestimmten Juger.dgruppeii hinausgehe. Religiöse Arbeit, wie sie auch in deutsch-jüdischen Gruppen getrieben werde, sei etwas anderes als religiöse Erziehung, wie sie der Ui zum Ziel habe. Voraussetzung für einen völligen Verzicht auf jedwede Autonomie müsse die Gewißheit sein, daß die religiöse Arbeit mit gleichem Nachdruck ins deutsch-jüdische Lager aufgenommen werde wie es im lli der Fall-sei, wobei immeUnoch die Frage der reUgiös-tibera/cn Haltung nicht geklärt sei. Es wurde daher die folgende Resolution gefaßt und anläßlich des Beitritts ‘der „ARGE“ in den „Bund" dem Bundesführer zur Kenntnis gebracht: „Die „ARGE“ gliedert sich dem „Bund deutsch-jüdischer Jugend“ ein. Sie begibt sich ihrer Autonomie in allen Fragen gemeinsamer deutsch-jüdischer Arbeit: Dieses Aufgabengebiet Wird in Form von Richtlinien festgelegt., Innerhalb dieser Richtlinien ist die Bundesführung autoritär. Dagegen beansprucht die „ARGE“ in Fragen religiös-liberaler Erziehung völlige Autonomie und beantragt, dieser Sonderaufgabe durch Beifügung eines, Untertitels zu dem gemeinsamen Namen und Errichtung einer besonderen religiösen Sparte Ausdruck geben zu dürfen.“ An weiteren Beschlüssen wurden die folgenden gefaßt: 1. „Die der „ARGE“ angeschlossenen Vereine führen in Zukunft wieder sämtlich den Namen „ILI“, behalten dagegen ihrenerweiterten Namen (z. B. „Jüdisch-re/ig/öse Jugendgemeinschaft“) bei. 2. Dem bisherigen Vorsitzenden Heinz Kcltermann wird die absolute-Vollmacht zur Erledigung aller für den Bestand und (Jic Organisation der „ARGE“ wesentlichen Fragen " gegeben. - An neuen „ARGE“-VorStandsmitgliedern wurden vom sl’au: Dr. Alfred Fabian für L i e jf n i 1 .für H ämbui für Magdeb :: Günter Prcuß g : Hetmuth Heinemann irg (hiermit): Ruth Hadr, Als besonders erfreuliche Feststellung muß abschließend bemerkt werden, daß die „ARGE“ heute wirklich jene geschlossene feste Gemeinschaft darstellt, die wir für den „Bund“ erst erhoffen, und daß namentlich Gegensätze zwischen Berlin und dem Reich innerhalb der „ARGE“ in keiner. Weise bemerkbar wurden. Was ist religiöser Liberalismus? Die'Bemühungen: von Herbert Brcmler in Nr, 4 unseres „Wortes“, dem religiösen Liberalismus durch den Irrationalismus neue Impulse zu geben, scheinen mir ein Aufgeben des Liberalismus, Degeneration aber nicht Regeneration zu bedeuten. So verlockend es im Augenblick aussehen mag, den Irrationalismus heute auch für den religiösen Liberalismus nutzbar zu machen, so wenig zeugt dies von einem tieferen Verständnis des Liberalismus, ja, geradezu Beweis der Unkenntnis würde es sein, den Geist der Aufklärung als Ursache für die Gleichsetzung von Ethik und Religion zu bezeichnen. Das Verdienst der Aufklärung liegt vielmehr darin, den Prophetismus in seiner Reinheit erkannt zu haben, jene geniale Tat jüdischen Geistes, das Gefühl als die Quelle der Religion nicht in sich selbst zurückfließen zu lassen, sondern es herauszuführen zu sittlicher Erkenntnis. Gott suchen hieß für die Propheten: Gutes tun. Nach einem alten Wort des Talmud heißt es, daß der Messias kommt, j wenn alle Menschen böse oder alle gut sind. Der Messianismus kann also nur als die unendliche Aufgabe | Biblischer Geist im deutschen Schrifttum Womit soll ich treten vor, den Ewigen, mich beugen vor Gott in der Höhe? Soll ich vor ihn treten mit Ganzopfern, mit jährigen Kälbern? Hat der Ewige Gefallen an Tausenden von Widdern, an Myriaden Strömen Öls? Soll ich meinen Erstgeborenen hingeben für meine Missetat, mein leibliches Kind für die Sünde meinet- Seele? Es ist dir gesagt, ö Mensch, was gut ist, und was der Ewige von dir fordert: nichts anderes als Recht zu tun, Liebe zu üben und in Demut zu wandeln mit deinem Gotte. * (Micha, Kap. 6 Vers 6—8.) .. Begreifst du aber. Wieviel andächtig schwärmen leichter, als Gut bandeln ist? wie gern der schlaffste, Mensch Andächtig schwärmt, um nur, — ist er zu Zeiten Sich schon der Absicht deutlich nicht bewußt - Um nur gut bandeln nicht zu dürfen?. Lessing: „Nathan der Weise“ I. Aufz. 2. Auftr. der Menschheit verstanden werden; die Preisgabe des Begriffs der Menschheit bedeutet: Verzicht leisten auf den Messianismus und damit letztlich auf das Judentum. Wo die Aufgabe der Gesamtheit zurücktritt vor der des Individuums, da setzt jene Überbewertung des Gefühls ein, die manche Weltreligion zur Gefühlsreligion werden ließ. Welche Verwirrung hier eintritt, das zeigt mit erschreckender Deutlichkeit die Romantik, wenn Schleiermacher sagt: „. . . die religiösen Gefühle' lähmen ihrer Natur nach die Tatkraft des Menschen . . .; daher auch die religiösesten Menschen, denen es an anderen Antrieben zum Handeln fehlte, und die nichts waren als religiös, die Welt verließen und sich ganz der müßigen Beschauung ergaben.“ Niemals kann sich das Judentum seines Totalitätsanspruches auf die Gesamtheit entäußern, wenn es sich nicht selbst aufgeben will. Auf die notwendige Folge, die durch eine Ethik ohne Universalismus.eintritt, hat Benzion Kellermann in seiner Schrift „Der wissenschaftliche Idealismus und die Religion“ (1908) hingewiesen: Haben etwa Gruppen als partikularistische Gebilde, so fragt er, Ewigkeitswerte? Solche Verwirrungen sind nur möglich bei einer mythologischen Fassung des Gottesbegriffes. Wo das Gefühl als transzendente-Macht auftritl, und wo es die Ethik übertreffen will, da bildet es eine Verfälschung und Vernichtung der Kultur. Diese erschlichene Philosophie des Gefühls ist in Wirklichkeit nichts anderes als der „Versuch, romantischen Tendenzen den Schein wissenschaftlicher Methode zu leihen“. -Wer in der Schwere unserer Zeit bestehen will, muß sich im Gegenteil allen derartigen Versuchen und Versuchungen widerselzen. Mehr Ratio ist die Forderung! Der Prophet spricht aus der Tiefe seiner Seele, aber er fordert Taten und nicht Beschaulichkeit. Nicht Schwärmerei und Phantasie, sondernde vernünftigerweise allen billig und gerecht denkenden Menschen zugänglichen Erkenntnisse sittlicher Leberisordnting lassen ihn in Zorn gegen Volk und König geraten. Wer Go» außerhalb der Sittlichkeit sucht, verfällt dem Mythos. — Nicht an leeren Idealen dürfen wir unsere Kraft verschwenden, nicht an Schwärmerei und Gefühlswelt, sondern an der Realität unseres Daseins messen wir unsere Kräfte. An diesem Jetzt und Hier vorbeisehen, ist die mit Bewußtsein vollzogene Flucht in die Phantasie. Diesen Fluch der Romantik spricht Schiller in der Mahnung aus: „Aber ebendarum, weil die Phantasie keine Ausschweifung der Natur, sondern der Freiheit ist, also aus einer an sich achtungswürdigen Anlage entspringt’ die ins Unendliche perfektibel ist, so führt sie auch zu ei unendlichen Falle irr eine bodenlose Tiefe und kann nu einer völligen Zerstörung sich endigen.“. Hüten wir uns diesem Sturz; härtet die Herzen! Helmut Gallinc Redaktionelle Notiz. Infolge einestechnischen Versehens ist bei dem in Nr. 5 veröffentlichten Aufsatz „Wir — im Bund deutsch j-üd ische r Jugend“ der Verfassername fortgeblieben. Der Aufsatz ist von Manfred Jugend und Gottesdienst Zum zehnjährigen Bestehen der Liberalen Synagoge „ Norden (Von einem Vierzehnjährigen.) Sabbatli „Wajeze“ vor 10 Jahren — ich war damals Jahre alt — die Liberale Synagoge Norden errichtet Je, waren sich die Schöpfer dieser völlig neuen Idee bewußt, daß auch die’ Jugend aktiv am Gottesdienst teilnehmen müsse. Zwar war auf lange noch nicht mit der Verwiiklichung dieses Gedankeiis-'zu rechnen; mußte sich doch der neue Gottesdienst selbst erst bewähren. Immerhin machte csdie Liturgie den Jugendlichen möglich, — und die Jugend bildete oft ein Großteil der Besucherzahl — mit Verständnis den Gebeten zu folgen. Auch bot dieser Gottesdienst etwas vollkommen Neues: Auch schon vorschulpflichtige Kinder konnten mit teilweisem Verständnis dem Gottesdienst folgen. Oder wie kam es — um es an meinem eigenen Beispiel zu zeigen —, daß ich ungefähr in meinem fünften Lebensjahre, als der Tempel noch in den Anfängen steckte, nicht, den Augenblick erwarten konnte, da der Gottesdienst begann? Neugierde war es bestimmt nicht,- denn diese wäre ja schon nach den ersten Malen erlöschen. Nein, es mußte etwas anders sein, was meinen Eifer begründete. Vor allen Dingen waren es die gut vorgetragenen deutschen Gebete und einig; Bruchstücke der Predigt, in denen kleine Erzählungen -für mich besonders interessant waren. Um auch den hebräischen Gebeten folgen zu können, lernte ich schon vor meiner - Schulzeit Hebräisch. Da ich für die Gesänge Verständnis hatte, war ich bald einer der fleißigsten Besucher des. Gottesdienstes. Aber die Schule mit ihren vielen Interessengebieten und auch der Sport entfremdeten mich mehr und mehr dem Gottesdienst. Schließlich kam es sogar, so weit, daß ich nur ungern die Synagoge betrat. Aber dann wurde ich durch unsere Jugendgottesdienste aufs neue mit der Synagoge verbunden. ' Der vor einigen Jahren geschaffene Jugendgottesdienst an den Hohen Feiertagen war zuerst noch recht dürftig. Ein Saal, wenn auch ziemlich ungeeignet, war zwar schnell gefunden. Schwierig war es jedoch; die Liturgie so umzugestalten, daß sie den Jugendlichen verständlich und auch •nicht zu lang wurde. Zuerst behalf man sich mit einem Zettel für das Gebetbuch der Neuen Synagoge. Auch wurde der Gottesdienst nur zur Hälfte von Jugendlichen getragen. Aber bald wurde dieser Zustand beendet. Es wurde ein kleines Gebetheft geschaffen, das vervielfältigt wurde und .das alle Besucher des Gottesdienstes bekamen. Auch wurde der Gottesdienst von jetzt ab ausschließlich von jungen Menschen getragen. Dank der Energie und dem Eifer unserer Führer ist es gelungen, einen Kinderchor zu bilden und junge Menschen als Prediger zu gewinnen. Schließlich wurde vor zwei Jahren -eine neue Gebetsstätte gefunden, die viel geeigneter als die vorige war. Die Hauptsache aber war,, daß die Jugend zu den Jugendgottesdiensten in größter Zahl erschien, so daß die Gottesdienste regelmäßig überfüllt Waren. In der letzten Zeit wurden dann die Jugendgottesdienste in die Synagoge verlegt und meistens so umgestaltet, daß am Freitag Abend „ausgehoben“ wurde. Dann sprachen immer junge Menschen im Alter von 17 bis 21 Jahren. Die Thorävorlesung wurde von Jungen; die manchmal noch nicht. „Barmizwah“ waren, ausgeführt. Vor zwei Monaten kam es sogar so weit, daß alle Funktionen von Jugendlichen ausgeführt wurden. Auch zahlreiche Sondergottesdienste, zu Simchat Tora, zu Sukkot usw., wurden eingeführt. So ist es der Liberalen Synagoge Norden in ihrer zehnjährigen Tätigkeit gelungen, die Jugend dem Gottesdienst zu gewinnen und zwischen ihr und dem Gotteshaus ein starkes Band zu knüpfen. Den Erfolg ihrer Arbeit konnte die Synagoge darin sehen, daß vor einiger Zeit eine Synagogengruppe der Jugend gegründet wurde. Walter Plaut. . Aus der Arbeit der Deutsch-jüdischen Jugend (JLJ) Breslau Der JLJ-Breslau arbeitet seit einigen Monaten wie auch die anderen JLJ’s im Reich in mehreren Hauptgruppen, die sich mit religiösen,’ religiös-politischen, geschichtlichen und anderen kulturellen Fragen befassen. Daneben läuft eine gut durchorganisierte Jüngeren- und Jüngstenarbeit, die in kameradschaftlichem Geist durchgeführt wird und ständige Erweiterungsmöglichkeiten bietet, ln einigen Abständen finden regelmäßig gemeinsame Veranstaltungen statt, die den großen Zusammenhang fördern sollen. Bei einer solchen Veranstaltung sprach im Dezember. Herr Philipp Lachs über Fragen der Berufsumschichtung. Der Redner behandelte neben den praktischen Fragen auch die ideellen Dinge, die heute leider ■ so oft völlig neben den Erfordernissen des Tages .-verschwinden. Eine rege Diskussion förderte manch wertvolle Anregung zutage, die jetzt oder später von vielen verwertet werden kann. Am 7. Januar 1934 hatten wir. die Freude, unser Ehrenmitglied Herrn Rabbiner Dr. Goldmann, Leipzig, bei. uns begrüßen zu können. Das Thema der Veranstaltung Rückkehr zur Religion“ nahm besonders auf die Arbeit der JLJ’s und ihre Verantwortung im Dienste der religiösen Jugenderziehung Bezug und fesselte durch die lebensvolle Gestaltung. Dr.GoIdmann betonte, daß er nicht positive Fingerzeige geben könne oder: wolle, sondern er zeige nur den Weg, und wer auf dem! Wege sei, d. h.: wer beginne, nachzüdenken und mitzuarbeiten an der Gemeinschaft und an sich selbst, der habe sich ischon in den Dienst der Tat gestellt. Man solle nicht unter dem Begriff Judentum nur Geschichte oder gar Abstammung verstehen, sondern man solle wieder beginnen, tiefer in das Judentum hineinzugehen. Der „Nun-grade!“- Standpunkt, der eine Folge des Antisemitismus sei; berge nichts positiv Wertvolles für das wahre religiöse Judentum. Einej Vollendung könne es ja in Glaubenssachen nie geben, aberjgrade.darum sei der Weg und das Suchen schon die Tat. |ln der Chanukkahzeit beteiligte sich der Breslauer JLJ an einer Chanukkahfeier des Liberalen Hauptvereins. Unser; Jüngeren und Jüngsten feierten auf ihre Weise Chanukkah mit Spiel und Gesang.;pür die nächste Zeit ist eine noch intensivere Arbeit der Gruppen, vorgesehen, religiöse Feierstunden und die Angliederung neuer Gruppen geplant. - Ruth Tichauer. 'vur< stein und Willi Tis' Inseratenteil: Willi T ch Verlag, Berlin-Charlottenburg 4. Hauptscliriftleiter, und verantwortlich iscli, Berlin NW 21. DA 50U0 XII. Druck: Sonnendruekerei G. m. b:

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