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Jüdisch-liberale Zeitung · 1934-01-05 · 2 (5.1.1934) · page 3

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
14 (1934)
Issue
2 (5.1.1934)
Date
1934-01-05
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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für eine unbedingte Pflicht hält, die Gattung zu er-’ halten. So gelang es dem katholischen' Christentum, die Idee der Arbeitspflicht durchzusetzen, und für den lutherischen Protestantismus, den Calvinismus, die Baptisten, Mennoniten und andere protestantische Sekten wurde die Arbeit ebenfalls zum hohen Gebot. Das Postulat der Arbeit ist aus Ethik und Wirtschaftsphilosophie der Gegenwart nicht mehr fortzudenken. Der Mensch ist zur Herrschaft über die Güter der Erde berufen und bedient sich dazu der geistigen und körperlichen Arbeit, deren Wesen die zweckbewußte Betätigung der geistigen und körperlichen Kräfte ist und. deren wirtschaftliche Wirkung in der Deckung des Güterbedarfs, besteht,' wie Pesch in seiner Nationalökonomie grundlegend erklärt. ■Diese sittliche und soziale Pflicht erkannte in ihrer ganzen 'gewaltigen Größe das Judentum zuerst, und es ist die alte jüdische Arbeitsethik, die im Christentum die Welt eroberte. Ist es da — besonders vom Standpunkt der Rassen- und Vererbungslehre aus — gerechtfertigt, den Typus des „Raffenden“ gerade im jüdischen Menschen verkörpert sehen zu wollen? Bretgnhöe det fyOocfte Dr. Ludwig Holländer tritt in den Ruhestand Mit Ende des Jahres 1933 tritt der bisherige Direktor des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Dr. Ludwig Holländer, der über 30 Jahre lang in München und Berlin in der Arbeit des Central-Vereins an-führender Stelle gestanden hat, in den Ruhestand. Der erste Vorsitzende des Central-Vereins, Justizrat Dr. Julius BrodniU, würdigt in der letzten Nummer der „C.V.-Zeitung“ die Persönlichkeit des scheidenden Direktors, der als Mitglied des Beirats des Präsidiums und des Arbeitsausschusses auch in Zukunft an der C-V.-Arbeit aktiv Anteil nehmen wird. 'Da — wie an anderer Stelle dieses- Blattes ersichtlich — Herr Dr. Holländer in ein enges Verhältnis zur „Jüdischliberalen Zeitung“ tritt, brauchen wir nicht hervorzuheben, daß auch wir seine jahrzehntelange Arbeit im Dienste des Centralvereins und damit der deutschen Judenheit stets als einen Segen für uns alle empfunden haben. Wir begrüßen es, daß seine Kraft und Persönlichkeit in veränderter Form dem Centralverein erhalten bleibt und wissen keinschöneres Wort, als das des C.V.-Vorsitzenden Justizrat Dr. Brodnitz, der in seinem Artikel mit Recht darauf hinweist, daß. Ludwig Hol 1 jjjudfer eine Tradition bedeutet, und der usführungen mit dem Wunsche schließt: „Möge diese ^5n in Ludwig Holländer lebend und lebensvoll sich ...„-e des Herrn •einziger Syna^ogeni Tagung der Kantoren j&de Dezember fand in Leipzig unter dem Vorsitz von JfOberkantor Leon Kornitzer (Hamburg) die Tagung ^allgemeinen Deutschen Kanloren-Verbandes (Vereinigung "her Kantoren)“- statt. Nach Eröffnung und Begrüßung ihrengäste erstattete der Vorsitzende den Tätigkeitsbericht. :tzten Jahre hat der Verband für eine größere Zahl von legen mit wechselndem Erfolg interveniert. Das wichtigste Jer letzten Zeit waren die Verhandlungen über den Beitritt _> Kantoren zur Reichsmusikkammer, der jeder im öffentffihen Musikleben Schaffende, auch Nichtarier, anzugehören w\ — Es folgten freundliche Begrüßungsv—J" IJ“— _r_Loebenstein vom Vorstand der Leipz ■»gemeinde und des Herrn Jaffi vom Mitteldei \ Lehrerverein. — Die Aussprache erstreckte sich hauptsächlich auf-die Frage,-ob jeder einzelne Kantor oder der Verband als Gesamtheit der Reichsmusikkammer beitreten soll. Es würde einstimmig im Prinzip beschlossen, nach -Klärung betimmter Vorfragen bei den zuständigen Stellen, den Beitritt i corpore zu vollziehen. — Den Kassenbericht erstattete llnternationale-u. Ubersee-1 I Transporte ■ I Spedition - Möbeltransport - Speicherei ■ I Willy Kulka, Berlin W 50 I ■ B5Baitantsa5070 Bambergerstr. ■ einer jüdischen Gemeinschaft zugeführt. Programm: Klavierquartett von Mozart, Streichquartett E-Moll von Mendelssohn, Klavierqüintett von Dvorak. - Eintrittskarten von 75 3tpf bis 2,50 3tM hei Wertheim, Kadewe, Hans Riedel, Uhlandstr. 38 und an der -Abendkasse. Uübifdjer Kulfurbunb Rtjein-Kutjr Dar.’ Januar-Programm des „Jüdischen Kulturbundes Rhein-Ruhr“ bringt die Aufführung von Goethes „Stella“ unter der Regie von Oberspielleiter Fraenkel-Froon. Mitwirkende: Friedl Münzer, Elly Reicher, Franziska Okmiansky, Hermann Schindler u. a. Konzerte:. •1. Kantoren-Abend (synagogale und weltliche Musik). Mitwirkende: die Herren Oberkantoren J. Alter, Leo Gollanin, Nicolai Naumow Fleischmann, Herrmann J. Fleischmann. — Begleitung: Kapellmeister Kurt Heinemann, ehemaliger Kapellmeister an den Städtischen Bühnen, Köln. Kammermusik (Werke von Beethoven, Mendelssohn, Dvorak, Bloch, Toch u. a. — Mitwirkende: Ilse Saß, Dora Loeb, Ida Oppenheimer, Ernst Drucker. Vorträge: ' . Dr. Georg Kinsky, ehern. Konservator des Heyer-Museums: „Goethe und der junge Mendelssohn“ (mit ’ musikalischen Darbietungen). Prof. Dr. Albert Salomon: „Die religionsgeschichtliche Bedeutung der Prophetie“. Die Erstaufführung der „Stella“ durch die Kulturbund- ^bühne findet am Samstag, 6. Januar 1934, in. Krefeld statt. Nächste Aufführungen: 8. Januar in Aachen, 13. Januar in Essen, 14. Januar in Gelsenkirchen, 15. und 16. Januar in- Köln, 20. Januar in Wuppertal. || Mitteilungen des Kulturbundes deutscher Juden || „Kultur und Recht“ Das Recht hat der Kultur zu dienen; aber oft entstehenscharfe Divergenzen zwischen formalstem Recht und materieller Gerechtigkeit, — ein dankbarer Stoff für Dramatiker. Über diese und ähnliche Dinge will Amtsgerichtsrat i. R. Berthold Herz im Februar im Kulturbund Deutscher juden vortragen. — Eintrittsmarken und Zusatzmarken für 0,50 5f.g' sind möglichst bis zum 8. Januar bei den Zahlstellen zu entnehmen: Danach bei den Zahlstellen und in der Hauptgeschäftsstelle, Kochstraße 64. Verhältnisse des Verbandes, die die Durchführung der Verbandsaufgaben und auch das Erscheinen der wertvollen Verbandszeitung „Der jüdische Kantor“ bedrohen. — Der wissenschaftlichen Fortbildung diente der Hauptvortrag des Herrn Oberkantor Eschwegc (Würzburg) über „Nussach, Minhag, Schinnuj“, der in seiner wissenschaftlichen Gründlichkeit einem Hochschullehrer für die Wissenschaft des Judentums alle Ehre gemacht hätte. Erläuternde musikalische Beispiele wurden von dem Referenten selbst vorgetragen und von Lampet (Leipzig) am Harmoniumbegleitet. — Die Tagung brachte dann ein Referät Guttmann (Potsdam) über „Die berufliche Situation des Kantors unter den gegenwärtigen Gemeindeverhältnissen“. Verständigung mit leistungsschwach gewordenen Gemeinden ist ernste Pflicht der Stunde; andererseits müssen aber auch die Gemeinden erkennen, daß es in ihrem eigenen Interesse liegt, die materielle Grundlage des Kantors nicht über Gebühr zu schwächen. — Ein Referat von John (Berlin) über das von ihm verwaltete Archiv des Verbandes gab ein Bild dieser Sammlung, die nach Vollendung einen wertvollen Beitrag für die Wissenschaft des Judentums darstellen wird. — Weiter beschloß die Versammlung einstimmig, den um die kantorale Wissenschaft verdientesten Mann der Gegenwart, Prof. Dr. Idelsohn (Cincinnati) zum Ehrenmitglied des Kantorenverbandes zu ernennen. — In vorgerückter Stunde, als es nicht mehr möglich war, das Für und Wider genügend zu erörtern, beantragte Kornitzer, den Gemeinden, zu empfehlen, die sephardische Aussprache des Hebräischen als Gebetssprache allgemein einzuführen. Nach kurzer Diskussion ergab die Abstimmung Stimmengleichheit und damit im Sinne der Verbandssatzungen Ablehnung des Antrages. — Die Neuwahl des Ausschusses erfolgte einstimmig; es wurden gewählt: 1. Vorsitzender: Kornitzer. (Hamburg), 2. Vorsitzender: Guttmann (Potsdam), Kassenführer: Kaiser (Berlin), 1. Schriftführer: Alt (Aachen), 2. Schriftführer: Rainowitz (Stettin), Beisitzer: Eschwegi (Würzburg), -t'cldmann (M.-Gladbach), Gollauin (Berlin) und Lampet (Leipzig).... Widerruf von'Einbürgerungen Die Reichsvertretung der deutschen Juden hat den Centralverein beauftrage auch in den Fragen des Widerrufs von Einbürgerung auf Grund des Gesetzes vom 14. Juli 1933 Auskunft zu erteilen. Der Centralverein wird diesem Ersuchen nachkommen. Die Auskunft wird von der Juristisch-Wirtschaftlichen Beratungsstelle in Berlin und in den Landesverbandsgeschäftsstellen des C.V. erteilt, die über genaues .Material zu <T- Fragen verfügen. " Es wird, empfohlen,'vor dem Besuch bei der Beratungsstelleschriftlich anzufragen, ob und welche Unterlagen im Einzelfall beizubringen sind. , Mitglieder des deutschen Anwaltvereins in den nationalsozialistischen Juristenbund übergeführt Jüdische Anwälte bleiben außerhalb der Organisation Der deutsche Anwalt-Verein mit 15 000 Mitgliedern ist in Hamburg in einer Vollversammlung der Mitglieder nach entsprechender Satzungsänderung aufgelöst worden. Di4 Mitglieder sind einzeln in den Nationalsozialistischen Juristenbund aufgenommen und in die Reichsfachgruppe Rechtsanwälte eingegliedert worden. Die früheren nichtarischen Mitglieder — nach den letzten Angaben etwa 3000 nichtarische Anwälte — sind nicht übernommen worden. Ariergnindsatz und Kreditwesen Ein Schreiben des Reichswirtschaftsministers . Auf eine dem Reichswirtschaftsminister vom Central- Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens gemachte Mitteilung, daß verschiedene Sparkassen und Genossenschaftskassen dazu übergegangen sind, ihren jüdischen Kreditnehmern die Kredite zu kündigen, ist seitens des Reichswirtschäftsministers eine Antwort erfolgt, in der es heißt: Am 8. September habe ich an den Deutschen Industrie- und Handelstag in Berlin das abschriftlich beigefügte Schreiben gerichtet, das den Regierungen der Länder zur Kenntnis zugegangen ist Was in diesem Schreiben bezüglich der Unter- .scheidung zwischen arischen und nichtarischen Firmen innerhalb der Wirtschaft ausgeführt ist, gilt auch für die Belassung von zur Verfügung gestelltem Kredit und von der Gewährung neuer Kredite. ‘Keine jüdischen Feiertage mehr im Kalender Die Ministerialabteilung 3 (Arbeit und Wirtschaft) des Hessischen Staatsministeriums ließ am 8. Dezember — nach einer Notiz in Nr. 94 der „Zeitschrift für Deutschlands Buchdrucker“ — folgende Mitteilung an den Bezirk Darmstadt des Deutschen Buchdruckervereins gelangen: „Wir ersuchen Sie, Ihre Mitglieder zu veranlassen, daß len deutschen Kalendern, insbesondere den Behörden- •dern, die jüdischen Fest- und Feiertage nicht mehr aufgeführt werden. ' . —i -Die mit der Vergebung von staatlichen Druckarbeiten beauftragten Steilen haben wir ersucht, auch ihrerseits die mit amtlichen Aufträgen bedachten Druckereien hierauf aufmerksam zu machen.“ Bestimmungen gegen Mischehen hessischer Beamter M«uaiauicr ucanuer - Beamte, Angestellte und Arbeiter im Staatsdienst sowie Dienst von Gemeinden und Körperschaften des öffentlichen its haben nach einem Ausschreiben des hessischen Staatsrs vor der Eheschliellmur ,li,. -.rische Abstammung des ■n Dienststelle naehjiui.ii einem Ausscnre .■..,„„1119 vur der Eheschließung di. zukünftigen Ehegatten der vorgesi Aas den Gemeinden Qomolndeaßend Die Stellung der Jugend zur Gemeinde Redner: Wilhelm Graetz, Rabbiner Dr. Manfred Swarsensky, Dr. Friedrich Brodnitz, Heinz Kellermann Im künstlerischen Teil wirken mit: Margarete Kroo (früher Städtische Oper), Lieder; Julius Peissachowitsch, Gesang; Burchardt-Wachsmann, Violinenduett, Eintritt frei! Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Berlin über „Unsere Tefillah“;; der Redner Hörern die Schönheiten und Tiefen unseres Gebetbuches undruiglich vor Augen zu führen. Vorträge dieser Art unil ' 1 (fer Orollgcmeinde Frankfurt a. M. (5 0 j ä h r i n Rabbi--!- n - «.. ii ... igmann h gefeiert. Ei ... sophischen Fakultät der UnivL.„---- .„.oc„..e. r,r-’ .'!u:ues Doktordiplom, das folgenden Wortlaut hat ’ilPn {^.■losophische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg erneuerte altem Herkommen gemäß dem Rabbiner Dr. Caesar Seligmaun (Frankfurt a. M.) das von ihm vor fünfzig Jahren, am 18. Dezember 1883, erworbene Doktordiplom unter Würdigung und Anerkennung seiner Verdienste m seiner langjährigen Berufstätigkeit und sandte ihm diesem Ehrentage aufrichtige und herzliche Glückwünsche. Wattenscheid. (Feierstunde in der Synagoge.) Die hiesige Gemeinde veranstaltete nach Sabhath-Ausgaug in der Synagoge eine Feierstunde. Sie wurde eingelcitet durch ein Präludium nach Motiven des „Ledowid boruch“. Nach einer kurzen Ansprache des Predigers S. Oppenheim folgten Gesänge von Frau Else Koppel (Sopran) und Herrn Kantor trien Mendel (Bariton); beide aus Bochum, die es gern übernommen hatten, unserer kleinen Gemeinde einen seltenen uenuu zu bereiten. Frau Else Koppel sang mit ihrer vorzliir» lv/k|tU;!t*!:*]ildeten'Sopranstinune Lieder von Kiirschmann und Wolf, Arien aus Oratorien von Meiidelssoluruiid Händel. Mit seinem weichen Bariton brachte Herr Mendel liturgische Gesänge von Lewandowski, Kaufmann und Birnbaum und das „rlallelujah“ von Hummel mit tief empfundener Religiosität zu. Gehör. Herr Organist Max Rosenthal aus Bochum begleitete die Gesänge feinsinnig. Wilmersdorf ' RiUUsh*imerplatz / Irma Wiebering Bruno Bry Verlobte Zurückgekehrt Dr. LIII Brandt Zahnärztin Berlin-Baumschulenweg, Kiefholzstr. 246 F 3 Oberspree 4301 Nach Ausschluß aus allen Kassen übernehme ich Beratung u. Ausführung prothetlscher, orthodontischer und keramischer Fälle, spez. Stahltiügelprothesen Dr. med. Dr. med. dent. Max Meyer Teiei. 1587 Liegnitz, Baumgartstraße 5 Medizinisch-Dlagnost Institut Dr. med; AnnelUe Caiper Berlin C 25, Lendeberger Strmße «4. Ecke Aleeantferpl E I Berolina 4352 Willi Wagner verzogen nach Wilmersdorf, Berliner BAD^SMU 2 i Str. 4. Feraspr. H 7 Wjlmersdort 7356 siiti.Bldiri.lraitiilaiiii Wohmmgsgesuche 2 mObl. Komfortxlmmer . Heizung,Warmw.u.Küchenben. v. berufstät. jungen Ehepaar z. l.Febr. billigst ges.Oeg. Stadt- ‘ park—Nürnbergerpl. Angeb.u. A. 50 a. d. „Jüd.-lib. Zeitung“, Berl.-Charl. 4 Af, Vertreterinnen)^ gesucht für leistungsfähige v Bremer Kaffee-Oroßrösterei Singakademie, Sonntag, 7. Januar. 8 Uhr II. Konzert, Neues Streichquartett Mitwirkend: Generalmusikdirektor Josef Rosenstock Karten zum Preise von 0,75 bis 2,50 StM im Vorverkauf Wertheim, Leipziger Platz; Kadewe, Wittenbergplatz; Riedel, Uhlandstraße 38; Weil, Schlüterstraße 37, Telefon:- J 1 Bismarck 3508; Meyer, Mommsenstraße 57, Telefon: J t Bismarck 1881, und an der Abendkasse.

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