Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 13 (1933)
- Issue
- 37 (27.12.1933)
- Date
- 1933-12-27
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Heiligtums selber heHi,, un « h E!nB:mS ziem dessengeistliche Autorität und starke T™ "-I Hewa tr dafür bieten ri-,n o- Sta kc ' erson:eit o..»t,d,i„li cs „s? m "■ \ i» ■ ’ä “r «* ” *» wert-ist: ’ R besonderer ßeleung nicht zuruck. Wi^müssoritlT-Ltl>enSi “nd ^echtsung Schriften des Alten Testament ancrk™>>en: die igen nung. aller Zeiten auch werth* j-^r" für die sociDrd- - Volk Israel. Jas is, lucht 2ausl«‘»e!**• Ule Gesetze sind „.eilt Geist dvnn''"\ Gar‘™ ge’lsen' glauben, da« der Geist Gntr..- r deinem Geist Wir eingegeben hat und fordern deshalb*6 0esetze hnc'orte heiligen Bücher des Alte^ Test ,?,,' wieder- * dk Evangelium-dem Knl*nri..h s*3inenis zusammen idem Volkes eLfjn U"d Sc,Ud™ d« «<*'•«» wachse? IcaTn,-daS ™dlt in Einern Gar ge- N-n. ganz bestimm! nichts""gejen^e ' 8aÄÄ"Ä.^ ei'nJ;d„r\t; "UttClidR. W'irl.i.i 8ües Ka'id^nafenl"''Ij l’"'1 d*an“ Deutung -iinntütrlirh Fh dlna,s niaolit eine siche "a.e, lilZSgvSFSSJfi, % Zmmr ■ auftfin? Wäts •|&M3*asaah£&^ die göttliche Erl<Mirhtt. i intt’ der aiidc« an „übm-natürlhtid'l tlgeltdmidsv0i?0*tCS*t^i r-^i glaui dieser Vorgau- Viir iJdJn fo l ’ “''^Warbar acibt für den Liberalen und Orthndnv'.'Ch?'Sten.Und ^CM’ liaben seit je eine Anff 10doxcn. Gerade wir .uch dcs'Judc-ntuinsb'iologiscff erkia>fvLde''n^ die den «eis‘ Geist von derRas^phoW ^‘ar^arniachen wollte den mänschaft n- Umgckehrt wir nach; wird er in D,es™ Geiste stnbcn weltliche Bedeutung auch für*"1 und lsf.seine iber- Unnveit festgesiellt^cr. i *Umiscrc nichtjüdsche' fertigt, der gläubige Christ annri-a ya*sache, die £erade auch ment, zum Teil von I« nn* d'e lrn Neuen TestagesprochenJcvird daR H SeIbs‘* nachdrücklich aus- —^^i£g£E—QekL_zwar nicht in „ _ Garten gewachsen, wohl aber von einer höherenrMacht in ihn gepflanzt wurde, daß wir erwählt wurden, dieses Geistes einzigartiges Gefäß zu sein. Sollen wir in unserem Blatte all die zahllosen Stellen aufzählen, in denen von Gottes Liebe zu Israel, von Gottes Bund mit Israel gesprochen wird? Die Bibel ist jedem zugänglich. Sollen wir erinnern, daß wir als dieses Geistes Gemeinschaft 'ein einzigartiges Schicksal tragen? Jüdische Geschichte älteren und neueren Datums ist ebenfalls nicht unbekannt, und cs bedarf der Aufzählung von Zitaten und geschichtlichen Einzelheiten nicht. Geist des Judentums ist „jüdischer“*, denn dann wäre er menschlicher Geist; er ist Gottes Geist und gilt auch denen heilig, die selber einem Glauben anhangen, der im Judentum nur Vorstufe sieht. „Die sozialen Gesetze der mosaischen Zeit standen nicht auf der Höhe des Evangeliums“, heißt es in der Predigt des Kardinals Faulhaber, und niemand wird erwarten, daß wir Juden dieser Meinung beistimmen; doch ging der Text weiter: „aber auch nicht in der Tiefe des Heidentums.** Liegt nicht in solchem Wort die Anerkennung der Tatsache, daß Israel fähig und würdig war, Gefäß eines Geistes zu sein, für dessen Offenbarungen alle heidnischen Völker ausnahmslos zunächst nicht reif erschienen, so daß erst über Israel das Gotteslicht zu den Menschenvölkern gelangte? Wahrlich, das Symbol unseres Chanukkahleuchters wird uns lebendig, wenn wir diese Gedanken auf uns wirken’lassen —; Israel, der Diener, bringt den andern Kerzen das Licht. Draußen aber, die Umwelt zündet ebenfalls Kerzen an, die Kerzen des Weihnachtsfestes, auf das die Adventszeit vorbereitet. Eine Adventspredigt hat Kardinal Faulhaber gehalten, und die Krönung seines Wirkens kann nur das Weihnachtswort sein, das wir als so jüdisch empfinden, wie es christlich ist: Friede auf Erden! Wir Juden fügen nach den Worten unseres Kaddischgebetes hinzu: „Der Friede schafft’ in seinen Höhen und Friede auf der ganzen Erde, der schafft ihn auch für uns und Israel. Amen!“ Widerruf von Einbürgerungen Nach Mitteilung der Regierung in Arnsberg wird zur Durchführung des Gesetzes'über den Widerruf von Einbürgerungen und die Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit allein im südlichen Westfalen in 7200 Fällen die Einbürgerung nachgcprüft. Das Gesetz sieht bekanntlich die Möglichkeit vor, in der Zeit zwischen dem 9. November, 1918 und dem 30. Januar 1933 erfolgte Einbürgerungen, sofern sie nach völkisch-nationalen, insbesondere rassischen, staatsbürgerlichen und kulturellen Gesichtspunkten als nicht erwünscht anzusehen sind, zu widerrufen. Vom der Ausbürgerung werden häufig Personen betroffen, die keineswegs erst nach dem Kriege eingewandert sind, sondern aus irgend einem Grunde erst in dieser Zeit die Aufnahme in den Staatsverband beantragt liaben. So wurde auf Grund des’ Gesetzes dieser Tage der aus Tauroggen stammende Kaufmann. D. Kaplan, der seit 1902 in Friedland (Ostpreußen) wohnt, ausgebürgert. Ferner wurde der seit 35 Jahren in Deutschland ansässige Mitinhaber der Firma Gebr. Löwenthal in Dresden, Karl Löwenthal, von der Ausbürgerung betroffen. Arierparagraph für Wohlfahrts- [schulen Der preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung hat in einem. Erlaß angeordnet, daß das Gesetz gegen die ÜberfüIIüng deutscher Schulen und Hochschulen auch aut die Wohlfahrtsschulen, Landpflegeschulen, sowie aut die sozialpadagogischen Seminare und Lehrgänge sinngemäß Anwendung findet. Die Entscheidung über die.Aufnahme von Personen, die im Sinne des Gesetzes nichtarischer Abstammung nicht vor. Abweichungen von ijen Prüfungsvorschriften’werden für Personen, die im Sinne des § 3 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums nichtarischer Abstammung sind, künftig nicht mehr zugelassen werden. Niederländisches Dankgebet als „jüdisches Geistesprodukt“ abgelehnt Einer Meldung des „Berliner Börsen-Courier4* zufolge hat die sächsische Kirchenregierung folgende Verordnung erlassen: „Der Wortlaut des Niederländischen Dankgebetes, der schon seit langem durch den unchristlichen Geist, den er atmet, Anstoß erregt hat, wird immer untragbarer als das Geistesprodukt eines jüdischen Verfassers. Die Ersatztexte, die hier und da aufgetaucht sind, befriedigen jedoch nicht Probe aufs Exempel Nichts wird den konsequenten deutsch-jüdischen Rednern und Journalisten so verübelt wie der oftmals unumgängliche Hinweis auf die Tatsache, daß nationaljüdische Gedankengänge auf den gleichen Theorien fußen und zu den gleichen Ergebnissen führen wie die Theorien des Antisemitismus. Es ist aber sicherlich nicht uninteressant, daß dieser von den Vertretern des Nationaljudentums stets geleugnete Rarallelismus gelegentlich auch von deutsch-völkischen Blättern festgestellt wird. Hier der Beweis: Das in deutscher Sprache erscheinende Blatt der jüdischen Minoritätengruppe Rumäniens, das „Zernowitzer Morgenblatt“ brachte vor kurzem einen Leitartikel, in dem es u. a. hieß: ■ „Man komme da nicht mit der alten, überlebten Phrase von der sogenannten Assimilation. Dies Wort ge' hört zum alten Rüstzeug eines Kampfes, der längst entschieden ist. Die Juden können sich völkisch nicht assimilieren. Sie bleiben das, was sie als nationales Volkstum sind, auf Grund der ihnen von der Geschichte zuteil gewordenen tragischen Mission.“ Diese Sätze greift der Kölner „Westdeutsche' Beobachter ‘ vom 6. Dezember auf und schreibt, die Feststellungen des jüdischen Blattes „könnten nahezu wörtlich einer nationalsozialistischen Zeitung oder Zeitschrift entnommen sein.“ Es wird niemanden verwundern, daß das völkische Blatt die These von der „tragischen Mission“ der Juden bestreitet und stattdessen ’ von einer selbstverschuldeten Tragik der Juden spricht. Im übrigen aber, schreibt der „Westdeutsche Beobachter“ ausdrücklich, „kamt man den .obigen Ausführungen des jüdischen Blattes nur betpflichten und in diesem Zusammenhang den Wunsch aussprechen, daß das Judeutum künftig ganz allgemein und in allen Ländern aus den zitierten erkenntnisreichen Sätzen die Folgerung zieht Man sieht also: der Parallelismus von deutschvölkischen und nationaljüdischen Ideen im Hinblick auf unsere angebliche •Nichthierhergehörigkeit wird nicht nur von uns bösen Assimilanten behauptet, sondern er-wird auch von einer Suite festgestellt, deren Kompetenz auf diesem Gebiete der fanatischste Natiönaljude nicht abstreiten kann. Die Probe aufs Exempel durfte damit wohl für immer gemacht sein. voll und ganz. Es ist deshalb wünschenswert, daß ein neuer Text gefunden werde, der sich zur allgemeinen Einführung eignet. Nachrichten über etwa vorhandene bessere Texte oder Einsendungen neuer Vorschläge werden an das* Evangelischlutherische Landeskirchenamt erbeten.“ Gegen Einkauf bei Juden In Widerspruch zu den wiederholten 'Anordnungen des Reichswirtschaftsministeriums, durch die der ungestörte Aufbau der deutschen Wirtschaft gewährleistet werden soll, bringt das „Heilbronner Tageblatt“, das den dortigen Instanzen der NSDAP naliesteht, große Verlagsanzeigen mit folgendem Wortlaut: „Wer beim Juden kauft, schädigt die Deutsche Wirtschaft!“ — „Das jüdische Warenhaus ist der Totengräber des Deutschen Mittelstandes.“ — „Wer seine Einkäufe für das christliche Weihnachtsfest in jüdischen Geschäften tätigt, muß als moralisch minderwertig bezeichnet werden!“ Lehrstuhl für Rassenhygiene an der Berliner Universitär ^'^" 'Xn^Ge^ÜnTvcfsitar^eHiiirvaJrde1 ein~neuer I^ehrstuTil für Rassenhvgiene eingerichtet und 5 mit dem bisherigen Inhaber des Lehrstuhls für Rassenhvgiene an der Universität München Professor Dr. Fritz Lenz,' der auch dem Sachverständigenbeirat für Bevölkerungspölitik angehört, besetzt. , Schulordnung und deutscher Gruß Die Tagespresse veröffentlicht die Richtlinien des Reiclisinnenministers zur S c li u I o r d n u fi g.\ In diesen Richtlinien wird u. a. bestimmt, daß der Hitler-Gruß innerhalb und außerhalb der Schule zwischen Lehrern und Schülern zu wechseln ist, und daß insbesondere zu Beginn und Ende jeder Schulstunde dieser Gruli allgemein eingeführt wird. Den n ich t arisch en. Sc.liü lern, wird in den Richtlinien freigestellt, ob sie den deutschen Gruß erweisen wollen oder nicht. Kunftbrißf aiis Frankfurt a. Hl. Die Kulturarbeit der „Gesellschaft für jüdische VolksbUihuig“ fand ihre erfolgreiche Fortsetzung in zwei küm-tl'iisch hochstehenden Musikabenden. Hans Wilhelm Stdnbcrg, der bisherige’ musikalische Führer unserer Oj«e«, verband sich als Pianist mit der einheimischen Geigerin Aniite Stcimr-lirtzdk zu einem Sonatenabend, der neben Meisterwerken Handels, Mo/arts und Beethovens einige interessante kleine Stücke des russisch-jüdischen Komponisten S. Prokofieff brachte. Das werkgerechte, begeisternde Spiel der beiden individuell geprägten Musikerpcrsönlichkeiten fand ■seinen Höhepunkt in Beethovens „Kreutzersonate." — Zwei Künstlerinnen von Rang waren für ein gemeinsames Konzert «gewonnen worden. Die Kölner. Altistin Ruth Kisch-Arndt wußte die Hörerschaft mit Gesängen Beethovens und Schuberts durch die Größe ihrer Gestaltung aufs tiefste zu ergreifen. Heida Hermanns, eine junge, sehr begabte Pianistin, erwies ihr großes Können an Kompositionen Handels, Bachs, Schuberts bnd Chopins. Iran Schwarz-Mayerhofer besorgte die Liedbegleitung. Der erste Versuch eines Bülinenabcnds mußte sich, den vorhandenen schauspielerischen Kräften und szenischen Mitteln'entsprechend, in bescheidenen Grenzen bewegen. Daß dennoch eine anregende Darbietung zustande kam, ist das* Verdienst Alffed Auerbachs, der . dabei als Bearbeiter, Regisseur und Schauspieler tätig war. Auerbach hat unter dem SaiMiieitilel „Jüdische Autoren** eine Reihe kleiner Erzählungen von Meier Aaron Goldschmidt, Perez, Ben Ami und - Salomen Kolm in Dialogform gebracht und durch ein Rahmeii- ‘spiel Uilmcrmäßig.zusammengefaßt. Eine eigentliche Dramatik wurde so /.war»nicht geschaffen; die Stücke bleiben nach wie vor mein auf das pointierte Wort als auf Handlung gestellt. Aber die reizvolle Prosa erfäfirt doch durch die Bühne eine gewisse Steigerung und sinnfällige Deutung. Auerbach stand Selbst als fähiger Darsteller im Mittelpunkt. Um ihn "gruppierten sich mit unterschiedlicher Leistung die Damen Marum, ISruunthal und Lupcsai, die Herren Ganz, Busch und Aiassarck (vom Neuer Theater). Die gefälligen Bühnenbilder schufen Carlo-jGuld.-ihmidt und Willy Löwenstein. Herbert tromm “schrieb die geschickte, feinsinnige Zwischenmusik. Eine \\ eihestunde in dem feierlicher» Raume der W e s t e n d- S y u a g o g e bot neben einem Orgelwerke Bachs und einem .Aufschnitt des Händelschen Oratoriums „Josua** zwei bedeutende E rs t a u f f ü h runge n geistlicher Musik aus der Feder zeitgenössischer jüdischer Komponisten. Die Ficitagabend-Liturgie*4 von Heinrich Schalit stellt einen gangbaren, künstlerisch vollwertigen Weg zur Erneuerung der synngogalen Musik dar. Die eigenwillige Haltung dieser kultischen Gesänge, die alt-orientalische Melodik mit modernen Ansdrricksmkteln verbinden, bieten dem Verständnis des Durch- 'schnitts-Svnagogenbesuchers keine leichte Aufgabe. Aber ihr innerer Gehalt Ist so groß, daß alle derartigen Bedenken verstummen müssen. Ihre Einführung in den liberalen Gottesdienst kann nur von Gewinn sein. — Mehr als lokale Bedeutung beansprucht das Oratorium „Mose4* der Frankfurter Kompuuistin Rosy Geiger-Kull/nann, dessen dritter Teil zur Wiedergabe gelangte. Die Erzählung von Moses Tod (nach Worten der Bibel) wird mit den Mitteln einer lyrisch getönten, gut gearbeiteten und innerlich erlebten Musik zu verklärender Wirkung gebracht. Sangliche Führung der Melodik und feinhörige Behandlung des Klanges sind besondere Vorzüge der spälroinanisch orientierten Partitur. Der Ersatz des Orchesters durch die Orgel war bei der Aufführung nicht zu umgehen. Aber auch so erzielte das Werk nachhaltigen Eindruck. Der Abend wurde von Studienrat frank Rothschild als überlegenem, verantwortungsbewußtem Dirigenten geleitet. Ihm stand der leistungsfähige Chor und Jugendchor der Westend-Synagoge sowie ein Ensemble ausgezeichneter Solisten zur Seite. Es wirkten mit: Bettina feiilcr (Sopran), Helene Iscnburgcr (Alt), Benno Ziegler (Bariton), Hans Asscnheim (Bariton), Rolf Sander (Tenor), die Oberkantoren Naumow-flcischmann und 5. Scheuermann, S. Würzburger (Orgel). Rabbiner Dr. Salzbergcr leitete die Schalitschen Gesänge mit einem fesselnden Vortrag über das Thema „Vom Sinn des Sabbats*4 ein. —eh. Drei musikalische Uraufführungen bei einer Chanukkahfeier in Mannheim Drei musikalische Uraufführungen waren bei einer Chanukkahfeier zu verzeichnen, die die Gemeinde und der Liederkranz in der bis» zum letzten Platz gefüllten Hauptsynagoge veranstalteten. Es handelte sich um drei neue Schöpfungen Hugo Adlers. Das Charakteristische und Überraschende an ihnen, vor allem dem „Maos zur**, das Adler nach einer Melodie Benedetto Marcdlos für gemischten Chor, Streichorchester und Orgel bearbeitete, ist, daß es eine erfreuliche Abkehr seines vordem hypermodernen Schöpfers von seiner früheren Schreibweise darstellt: so melodisch schlicht und sangbar wirkte es. Charakteristisch und musikalisch fesselnd war auch die zweite, farbige und rhythmisch markante Uraufführung „Hanueros hallolu44, bei welcher Adler eine typisch chassklische Melodie aus dem 18. Jahrhundert wirkungsvoll bearbeitete. Zum Höhepunkt wurde die dritte der Uraufführungen, ein Hvmntis für Chanukkah von Saloinou ibn Gabirol „Sch’ne seßim“. Diese Komposition für gemischten Chor, Kinderchor, Streichorchester und Orgel bringt die interessante Verquickung einer alten süddeutschen synagogalen Weise mH unserem ChanukkahBed. Wie die Knabenstimmen über das Ganze als cantus firmus emporsteigen, darf es überall seiner Wirkung gewiß sein. Um die Wiedergabe machten sich unter der umsichtigen, straffen Stabführung von Kapellmeister Sinzheimer verdient: der klanglich wie rhythmisch sichere gemischte Chor des „Liederkranz44, die neue „Instrumentalgemeinschaft4*, ein prächtig frischer Knabenchor und Joseph Lcvi als überraschend sicherer blinder Meister' der Orgel. Packende Ansprachen der Rabbiner' Dr. Lende und Grünewald waren geistiger Mittelpunkt dieser Chanukkahfeier, die wiederholt werden mußte. —t. —//. Die Juden Im Leben der Völker In der Freien jüdischen Volkshochschule e. V. hielt Dr. IV. Nufibaum, der Leiter der Arbeitsgemeinschaft für jüdische Erbforschung und Erbpflege seine vierte und letzte Vorlesung über das Thema „Die luden im Leben der Völker“. Dr. Nußbaum legte aus dem Archiv der Arbeitsgemeinschaftinteressante Stammbäume und Unterlagen über die Zwillingsforschung vor und könnte so die seelische und körperliche Vererbung grundsätzlich beweisen. Gewisse Übereinstimmungen und Verschiedenheiten der Zwillinge geben qualitativ und zahlenmäßig einen Einblick in die Zusammenhänge von Erbe und Umwelt. Soziologisch sei auffallend, so führte der Redner weiter aus, daß bestimmte Erbkrankheiten bestimmten Schichten zugeordnet seien. Der Redner wies schließlich'darauf hin, daß Naturgehundenheit und Blutsverwandtschaft erst durch die jeweilige Naturlage und die geistige Wahlverwandtschaft Bevölkerungsgruppe und Individualität in wechselseitige Resonanz und Zusammenarbeit bringe. Julius Walter. Ein Äbenb im Berliner „B unb B“ Mit einem neuen Programm warteten die Künstler im „U und B“. auf. Der Conferencier Heinz Fuß wußte die Zuhörer Sogleich in die richtige Stimmung zu versetzen, die durch die Vorträge der allseitig beliebten Künstlerinnen Hedi Haas und Eva Böhm noch erhöht wurde.. lani Ballan rief mit seinen Zauberkünsten und mit seiner stummen Filmreportage Stürme des Beifalls hervor, deren