Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 13 (1933)
- Issue
- 35 (19.12.1933)
- Date
- 1933-12-19
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Seelennöte der Getauften Ans den Gemeinden ■inen Mann zu z linder 'nSDAP iiteiiäluilidien Fu Das Darinstädter Sonder Monaten Gefängnis v aueli von!n,StalfüiehnKMl'it'\ tionen hatte beauftragen lassen. Die Einzelheiten über, diesen kriminellen .Fall haben wir unseren Lesern kürzlich mitgctcilt, doch scheint eine grundsätzliche Erörterung vom jüdischen Standpunkte aus vonnöten, Silnntf^es' (öeset/esICstrafwiirdIigerl,IFonnr,beveuIHI*da^r Gleiche getan hat, dessen sich unbewußt zahllose Angehörige mindestens zweier jüdischer Generationen schuldig gemacht haben: wir meinen die Taufe und die Kindertaufe um äußerer Vorteile willen. Zwei Einschränkungen sind Iller zu machen; die dritte, daß die solcherart Schuldigen sich der Tragweite ihres Tuns nicht bewußt gewesen sind, ist bereits erwähnt. Aber es muß auch noch bedacht werden, worauf gerade in diesen Blättern sehr oft hingewiesen wird, daß die offizielle Form, in der das Judentum jenen beiden .Generationen präsentiert wurde, nicht eben geeignet war, moderne strebende Menschen zu fesseln. Doch diese Unzulänglichkeit hätte gerade alle Glieder unserer Gemeinschaft zum Verbleiben in . ihr und zu einer grundlegenden Reform des Judentums verpflichten müssen, und tatsächlich ist cs ja auch der religiös-liberalen Bewegung gelungen, durch Modernisierung aller Formen des jüdischen Lebens der Ahfallbewegimg Einhalt zu tun. Nun aber wird man sagen, und das ist die zweite Einschränkung. daß die „irdischen Güter“, deren Erlangung di n die Elternpflichten gegenüber den etätigt, sondern es hat auch als eine „ i des Lebens den Segen der Lebensgüter stets bejaht, hat diese Güter niemals als absolut nichtig verworfen, sondern lediglich gelehrt, daß sie auch nicht das absolut Hörhste sind und daß alles darauf ankommc, von ihnen den rei hten Gebrauch zu -machen. Ganz besonders die Güter, die man im vorigen Jahrhundert und zu Anfang des jetzigen durch die Lösung von der jüdischen Gemeinschaft z.u erlangen hoffte, können gewiß nicht unter dem Gesichtspunkt des krassen Materialismus csichtspunkt c._ _ _ all die Fähigkeiten, gemeinnützig zi großen Ideen Geltung z . Aber wie alles ii ) mußten auch die werden. Daß diese s ganzen Zeit betrachken, zu forschen, _ . _, „_ _ _schaffen — alle diese Fähigkeiten blieben vielfach ungenutzt, solange ihre Träger der nicht hof- und kaum salonfähigen Gemeinschaft angchörteh; diese Kräfte zu entfalten, aiiszubilden, -fruchtbar einzusetzen, war bestimmt nicht absolut schlecht, und cs war zumindest'eine Mitschuld der nichfjüdischen Allgemeinheit,, daß sie solche Fähigkeiten bei Juden nur nutzbar werden ließ, wenn diese einen _Scliritt getan hatten, der,, für jeden, erkennbar, Flucht von der alten Fahne und Lüge an der neuen heiligen Stätte war. _ Aber diese Mitschuld der Umwelt spricht die Juden nicht freii Gerade wir Heutigen, die wir unsern Kampf um die Emanzipation wieder von vorn beginnen mußten, sagen, daß auch die’Generationen vor uns. ein Recht auf die allgemeinen und edlen Lebensgüter hatten. Aber wie alles in der Welt, worauf man eiii Anrecht der Emanzipation legitim ei Verpflichtung von weiten _ _ „_ erkannt worden ist, das ist die schwere Schuld schuld eben dieser Kreise. Es wird heute vielfach behauptet, die Erklärung des Judentums zu einer Religion sei eüie „Tarnung“ gewesen und habe den Juden ermöglicht, durch, Taufe sich in die nichtjüdische Gemeinschaft 'einzuschleichen, i Diese These finden wir nicht nur in der judengegnerischen Literatur, sondern auch bei Juden; uatioiialjudische Schriftsteller geben ebenfalls-allen-Ernstes der Meinung Ausdruck, mit der Erklärung des Judentums zu einer Religion sei das Wesen des Judentums „umgefälscht“ worden. Wir gestehen, daß wir bei allein ehrlichen Bemühen, auch einmal etwas Neues zu lernen, uns nicht zu der zweifellos höchst modernen Anschauung durchzuringeii vermögen, die Männer, die die smaitische Offenbarung au den Anfang der jüdischen Geschichte stellten, hätten damit das Wesen des Judentums getarnt und verfälscht. Wir bleiben lieber bei unserer primitiven, dafür aber sicher richtigeren Meinung, daß Moses und die Propheten Rcligionsstifter gewesen sind, und daß nicht das Bekenntnis zur jüdischen Religion, wohl aber die Taufe um der Karriere willen eine Tarnung gewesen ist. Die Juden, die so taten, und die nichtjüdische Allgemeinheit, die solches Tun sanktionierte, diese alle haben in der Tat Schuld und Mitschuld auf sich geladen, und es zeigt sich mm heute, daß auch diejenige Schuld, die nicht im Sinne des Gesetzes strafwürdig ist und über die kein irdischer Richter das Urteil spricht, doch "vor den Richterstnhl der Geschichte gerufen wird. Was eine ganze Gern wollte, s Meii en Geschichte Am Anfang . Kaum aber r leuchtende .._. .. ht sich auf Erden.“ Schuld und Sühne: das Thema der antike: echt merkten, das Thema der modei Denn: wie war das doch noch: göttliche Orakel mit seiner Drolum haben die Menschen es vernommen, so versuchen sie, mit ihren kleinen unzulänglichen Mitteln es abzuwenden. Umi nun rollt sich vor den Augen des Zuschauers das Drama ab: jeder Schritt, den in ihrer vermeintlichen Klugheit die . handelnden Personen tun, um ihrem Schicksal zu entgehen, ist in Wirklichkeit nur ein Schritt zu dieses Schicksals Erfüllung und zieht die Vernichtung, die abgewehrt werden soll, geradezu herbei. So war es bei Aeschvlos, Euripides, Sophokles, und so ist es mit den getauften Juden. Wir Un- ' getauften haben es wahrlich heute schwer. Aber wie tief wir ' i den Halt an unserer jüdischen r allein, an unserer jüdischen Idee. »ii msscii von üinem oinn unseres Leidens, und auch der Verzweifeltste unter uns: der existenzlos Gewordene; der Vater, der seinen Kindern keinen Berufsweg zu eröffnen vermag; Eltern, die ihre Kinder weit über das Meer und über die halbe Erde geben mußten —: sie alle spüren doch jenseits aller Unglficksempfindungen, daß sie Werkzeuge einer höheren Macht sind, die durch das Judentum über die Menschheit einen Segen bringen will, an dessen Erfüllung auch wir Juden teifhaben werden. Dieses Bewußtsein hält uns zusammen, erhebt uns über das Leben, stützt uns und hilft, daß wir auch einander zu stützen vermögen. Wie aber mag Gemeinschaft aussehen, wo alle „gutheute als unheilvoll erweisen und ieschichte als unehrlich gebrandleinschaft u “ -Maßnahm markt wurden‘i ....... . in denen dort, in den Kreisen der „iiichtjiidischen. Nichtarier Kinder ihren Gedanken über ihre Eltern und Größeltef Luft machen. Die Kurzsichtigkeit derer, die5ihnen die Liebste sein sollten, und die in natürlichem Kindesempfinden sie s gern verebten möchten, hat ihnen jeglichen Boden entzogei . ..|,at einen Sinn. Sie aber mögen sich z Trganisat itlich-deu itsächlich gibt c solcher Gebilde von Menschen, c und die wir als Nichtjuden uuuumui, cm- Kcuduiuimci Inhalt nicht innewohnt, so sehr auch ihr Bestreben nach Wiedererlangung der Gleichberechtigung anzuerkennen sein mag. Denn freilich: auch wir erklären, daß wir Deutsche sind. Und da man uns um unserer angeblichen Rasse willen angreift, da man sagt, unsere Rassceigenschaften verhinderten uns, Positives zum Aufbau der deutschen Nation beizutragen, so vermögen auefi wir neben den Leistungen der ««getauften Juden solche von getauften als Beweise für unser Recht, auf Gleichberechtigung anzuführen: gegenüber dem Rassegrundsatz. könnten auch wir, wie es in einer Kundgebung des vorhin genannten Verbandes hieß, „auf Flieger wie Hünefeld, der nach der heutigen Gesetzgebung Nichtarier wäre, auf Generäle wie von Linsingen und von Mosler, für die das gleiche gilt, hinweisen“, könnten dartun, daß es „neben der emeinschaft des Blutes eine andere deutsche Volksgemeinschaft gibt, die aus gemeinsamem Schicksal, gemeinsamem Erleben und gemeinsamem Fühlen besteht“. Dehnt man diesen Beweis vom Militärischen und Sportlichen auch noch auf die Gebiete kultureller Leistungen fn Kunst, Wissenschaft und auch in der Wirtschaft aus, so ist das Ziel solches Kampfes um die Gleichberechtigung edel, und der Preis lohnt. Dennoch glauben wir, daß es ein Unterschied ist, wer diesen Kampf führt. Ob es Menschen sind, die, aus dem Deutschtum ausgestossen, im Judentum ihre ewige Besinnung finden und auf dem Grunde dieser Besinnung für die Wiederanerkennung ihres Deutschtums kämpfen; oder ob es Menschen sind, die nach der heute geltenden Auffassung nicht Deutsche sind, aber ebenso wenig auch Juden. Sie verstehen nicht, warum sie Deutsche sich nicht nennen dürfen, und ihr vorbehaltloses Bekenntnis zum Deutschtum greift ins Leere, weil ihm, anders als bei uns Juden, die religiös-ethische Fundierung fehlt. Selbst soweit wirklich religiöse Christen unter ist ihre Seelennot ungleich größer als die un: ja, was allbekannt, auch innerhalb ihrer kirchlic Schaft vor Schwierigkeiten' ähnlicher Art stehen wie im politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben, Und weil ferner, soweit diese Schwierigkeiten in der kirchlichen Gemeinschaft überwunden werden, ihnen das im politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben nichts nützt — sie alle bleiben: Nichtarier! Aus alledem ist wohl mit übergroßer Deutlichkeit zu ersehen, daß der Kampf ums Recht nur geführt werden kann auf dem Grunde des Geistes. Deshalb muß Hand in Hand mit der Wiederaufnahme unserer deutschpolitischen Emanzipationsbestrebungen die jüdischreligiöse’ Erneuerung gehen. Das hat man in unseren eigenen Reinen erkannt, in denen es ja auch allzu viele gab, die lediglich der Abstammung nach Juden, die nur „noch nicht getauft“ waren. Und selbst von denen, die nach draußen gingen, wird es erkannt. Die jüdischen Gemeinden wissen von Briefen, zu berichten, die ihnen heute zugeheh. Längst Ausgetretene melden sich darin wieder an, und es trifft keineswegs zu, daß, wie Zyniker meinen, dies nur von Leuten geschieht, die acht Tage später einen zweiten Brief schreiben: an das jüdische Wohlfahrtsamt! O nein, das Bewußtsein gänzlichen Verlassenseins, des Fehlens jeder Lebensidee und jedes Lebensinhalts hat auch diejenigen wachgerüttelt, die von materieller Not noch unberührt blieben. Die Seelennot hat vor niemandem Halt gemacht. Und, dies ist unsere Hoffnung, wo vom Seelischen her die Herzen aufgeschreckt und die Menschen in Bewegung gebracht wc den, da kann die Wiedergeburt nicht ausbfeiben. Viele, die einst den jüdischen Glauben verließen oder vu. ihren Eltern einer fremden Glaubensgemeinschaft übergeben wurden, müssen heute um ihrer jüdischen'Abstammung willen Not leiden. Ihr Leid ist Sühne. Und die Schuld, die hier gesühnt wird, besteht in dem Verlassen, Verleugnen lind Verkennen, des jüdischen Geistes. So deuten alle Dinge des heutigen Geschehens auf den Geist des Judentums, der zugleich auch der Geist des Humanismus ist. Dieser Geist ist unabhängig von" der Staatsform, ist durchführbar in jeder Staatsform. Daß er wiederkehren wird, daß in ihm alle Menschen — und unter allen Menschen auch wir Juden — Gleichachtuug, Ehre und Existenz finden werden, dies ist unsere heilige Gewißheit. __ Weihnachten ist ein Fest der Deutschen und kein Geschäft der , Juden Die in Waldenburg erscheinende „.Mittelschlesische Ge-, birgszeitung“ veröffentlicht in Nr. 27S unter der Überschrift „Allen Juden ins Stammbuch: Weihnachten ist ein deutsches Fest“ einen Artikel, in dem der Verfasser sich dagegen wendet, daß Weihnachtseinkäufe durch Nationalsozialisten in dem dortigen Warenhaus Schocken getätigt werden. In dem Artikel heißt es u. a.: Es soll niemand mit dem dummen Hinweis kommen, daß. 'Schocken zweihundert Angestellte und Arbeiter beschäftigt. Der Waldenburger Kleinhandel gibt zwölfhundert Arbeitnehmern Arbeit und Brot. Damit weiß jeder Nationalsozialist, dal! es seine Ehrenpflicht ist, aus sozialistischen Gründen seine Einkäufe beim deutschen Kleinhändler zu tätigen ... Wir verbitten uns auch ganz energisch, daß jüdische Firmen versuchen, sich ein nationales Gesicht zu geben. Der Jude Korn und der Jude Meyer, und wie die Mischpoke sonst hängen . .’. Wir weisen es aufs schärfste zurück, daß die jüdischen Geschäfte Waldenburgs versuchen, ein Weihnachtsgeschäft zu machen. Wir Deutschen feiern Weihnachten, weil an diesem Tage Jesus Christus geboren wurde; dersejbe Jesus Christus, der von Juden auf widerliche Weise ans Kreuz geschlagen wurde . . . Weihnachten ist ein Fest der Deutschen und kein Geschäft der Juden! Jetzt wird die Judensippschaft „Ei, wai“ schreien und behaupten, ich hätte einen Eingriff in die Wirtschaft unternommen . . . Für ganz Schlaue noch eine. Randbemerkung: Adolf Hitler hat noch niemals befohlen, daß wir beim Juden kaufen sollen! Dem „Völkischen Beobachter“ wird aus Landau gemeldet: In sehr „taktvoller“ Weise sind die jüdischen Geschäftsinhaber daran erinnert worden, daß sie in der Weihnachtszeit bei der Verwendung christlicher Svmbole und der Zeichen der NSDAP, zu Reklamezwecken und in Schaufenstern sich der notwendigen Zurückhaltung im neuen Deutschland bewußt sein und dementsprechend handeln mögen. Fachausschuß für Berufsumschichtung und Berufsberatung Der Reichsausschuß der jüdischen Jugendverbände hat iri .seiner letzten Führerratssitzung beschlossen, einen Fachausschuß für Berufsumschichtung und Berufsberatung einzusetzen, der die hislicr auf diesem Gebiete von de.i Jugendorganisationen geleistete Arbeit weitestgehend fördern Und die Forderungen der jungen Generation gegenüber den zentralen zuständigen Organisationen herausarbeiten soll. Der Ausschuß,, der unter Leitung von Fritz Sehwarzschitd steht, umfaßt .Menschen der jungen Generation aller Richtungen der jüdischen Jugend, die in der Praxis der Berufsumschichtüngs- _ des Volksstaates Hessen, dessen erster Vorsitzender Lehrer Kahn seit einigen Jahren war, ernannte Lehrer Kahn zum Ehrenmitglied. Berlin. (Berliner Jüdische Gemeinde für. das Winterhi-Ifswerk des deutschen Volkes.) Die Jüdische Gemeinde Berlin veranstaltet am 18. Dezember im Marmörsaal des Zoo, am 21. Dezember im Saalbau Friedrichshain und am 28. Dezember im Lehrervereinshaus große Werbeabende für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes, für die neben Ansprachen des Gemeindevorsitzenden Direktor Heinrich Stähl und von Rabbinern der Jüdischen Gemeinde ein reiches künstlerisches Programm vorgesehen ist. Berlin. (Todesfall.) Vor kurzem ist Frau Rosa Lilienthal, die Witwe des früheren Syndikus der Berliner Jüdischen Gemeinde, Jüstizrat Leo Lilienthal, kurz nach Vollendung ihres 60. Lebensjahres verschieden. Ihr Sohii ist das liberale Ratsmitglied des Preußischen Landesverbandes Landgerichtsrat Arthur Lilienthal, der Geschäftsführer der Reichs- Reichsvertretung der deutschen Juden. Frau.Lilienthal ist die Schwester des bekannten Schriftstellers Julius Bab. Wir verlieren in ihr eine’ gute Freundin auch unserer Sache. Sprecüsaal Für diese Rubrik übernimmt die Schriftleitung lediglich diepreßgesetzliche Verantwortung. . Berlin-Charlottenburg, 1-1. Dez. 1933. Giesebrechtstr. 19. An die Jüdisch-liberale Zeitung“ Berlin-Charlottenburg 4 Mommsenstr. 40. Noch unter dein Eindruck der erschütternden Gedächtnisfeier für Julius Falkenstein stehend, die ich heute Gelegenheit hatte, im Kurfürstendamm-Theater, der Stätte seiner letzten Wirksamkeit, mitzuerleben, drängt es mich, einem Gerücht entgegenzutreten, das schon seit Wochen in den weitesten Kreisen umgeht, daß jüdisches Publikum in diesem Theater belästigt öder gar herausgewiesen worden wäre. Ich bin Jüdin und eifrige Besucherin dieses Theaters, in dem so feine Kunst geboten wird,-und habe nie irgendein unbehagliches .Gefühl gehabt oder gar etwas Ähnliches miterlebt, wovon diese- Gerüchte sprechen. Im habe im Gegenteil gefunden, daß Judengerade dorthin gehen sollten, wo nicht nur der leider so plötzlich verstorbene Julius. Falkenstein beschäftigt war, sondern wo auch im Verwaltungsbetrieb Juden Arbeit‘gefunden, haben. Ich habe mich nach der wiederholt an mich gerichteten Frage wegen dieses Gerüchtes ausführlich über das Theater und seine Leiter informiert und obige Auskünfte erhalten. Außerdem habe ich heute erfahren, daß die Direktorin des Kürfürstendamm-Theaters, Frau.Inge van der Straaten, für den Juden Falkenstein die Begräbniskosten trägt, da. die Familie das Geld hierfür nicht aufbringen konnte. Nach alledem ist es doch wohl nur eine Sache der Gerechtigkeit, wenn man diesem böswilligen Gerede energisch entgegentritt, und dies ist der Zweck meines Schreibens. Darf lieh Sie höflichst bitten, in Ihrem geschätzten Blatte eine diesbezügliche Notiz zu bringen und damit von wirksamer'Stelle gegen dieses unsinnige Geschwätz anzugeheu. 1 Im voraus bestens dankend, zeichne ich hochachtungsvoll Elisabeth Lee, Konzert- und Oratoriensängerin. Beschaffung von Arbeit. Gemeldete offene Stellen: ’l) Gärtner und Gärtnerin, Fachkraft für Unterricht gesucht.. 2) Fachmann für Fabrikation von Galalithwaren (Knöpfe),, i firm in Kalkulation und Musterei. 3) Köchinnen,.Stützen;" Hausgehilfinnen, Hanspflegcrinnen. i Wir suchen Stellen für: Lehrpersonal: Unterricht in Handelsfächern, Sprachen, Nach-' hilfe-Unterricht. Meldungen sind zu richten an den Jüdischen Arbeitsnachweis, Berlin SW 19, Lindenstraße 48/50, Abt. für kaufm. Personal, freie Berufe, Hauspersonal. Telefon: Dönhoff 307/30S. - Gesicherte Existenz, für Herren mit eisernem Fleiß und Verkaufsbegabung bietet die Vertriebsorganisation für altbestehende Lebensniittelunternehmungeii. Unbedingte Verkaufschancen für Herren, die fleißig und systematisch arbeiten können. Angemessene Provision und Beihilfe während der Einarbeitungszeit. Bewerber wollen sich schriftlich an die Wirtschaftshilfe der Jüdischen Gemeinde, Berlin N 24,. Oranienburger Straße 31, wenden. Nachweis von Erholungsheimen und Pensionen Es besteht — besonders für die kommenden Feiertage — rege Nachfrage nach jüdischen' Pensionen und- Hotels, vorallem in der Umgebung von Berlin. . Wir bitten um u tn - gehende Mitteilung von Adressen mit Preisangaben, möglichst unter Beifügung von Prospekten. Wirtschaftshilfe der Jüdischen Gemeinde, Oranienburger Straße 31. Geschäftliche Notizen. alter Räder erlolm Herausgeber:.Hanns Loewenstein und Willi Tisch Verlag, Beilin-Charlottenburg 4. Verantwortlich für den Textteil: George Goetz, Berlin W 50; für den Inseratenteil: Willi Tisch, Berlin NW 21. Druck: Scnneudruckerei G. m. h. H. (Felix Wolf). Berlin-Charlottenburg 4, Weimarer Straße 18.