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Jüdisch-liberale Zeitung · 1933-12-15 · 34 (15.12.1933) · page 6

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
13 (1933)
Issue
34 (15.12.1933)
Date
1933-12-15
Page
– (sequence 6)
Language
German
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sondern sie sind tief verwurzelt in der deutschen Kunst. Die Künstler hatten nie daran gedacht, nur *yor Juden sich zu produzieren, und das jüdische Publikum hatte nie daran gedacht, sein Kunslerleben nur in einem Kreise von Glaubensgenossen zu •suchen; denn Kunst und Bildung waren das, was die Juden über sich selbst hinaus in die Allgemeinheit wies. Aber nun, da diese Allgemeinheit'uns ausscliloli, nun nehmen wir ihre Kunst und Bildung mit uns hinein in unseren, eigenen, eng gezogenen Kreis. Diesen engen Kreis schufen nicht wir; wir bilden ihn, wie jeder weih, nur der Not gehorchend. Aber daß wir in ihm die deutsche Kunst pflegen, das geschieht aus eigenem Triebe — Künstler und Publikum. folgen da einer durchaus seelischen Not; die leibliche Not -der Künstler zu lindern, bleibt ein Nebenzweck, wenn auch sehr wesentlicher. Aber wie wir die deutsche Kunst, mit der wir aufgewachscii-siud, nicht missen können, so sind auch die Künstler, die ihr ihr Leben geweiht haben, innerlich .darauf angewiesen, sie zu pflegen, aucli wenn man ml* aus der Gesamtheit der Deutschen in einen abgesonderten Kreis hinein verwies. Deshalb sind all die Zeichen neuen Kunstschaffens zu begrüßen und zu unterstützen. Doch. muß, was hier sich regt, auf denjrichligen Weg verwiesen werden. In der letzten Zeit haben sich, einzelne jüdische Künstler oder Künstlergruppen privat bemüht, mit den - jüdischen Gemeinden im Reiche Veranstaltungen abzuscltlicßcu. Das führt zu Mißstüudcn, die nicht begrüßt-werden können. Denn bei allen diesen Bemühungen spielt nicht nur die künstlerische Leistung eine Polle, sondern mindestens ebenso die Geschäftstüchtigkeit; es kommt zu uiikontrollierbaren Abschlüssen, zur Zersplitterung und schließlich zur völligen Diskreditierung aller.derartigen Bemühungen -um Tourneen und ähnliches. Deshalb sollte die ganze Bewegung bei der „Jüdischen Künsllerhilfe“ zentralisiert werden, die der Reichsvertretung der deutschen Juden, dem Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden und der Jüdischen Gemeinde zu Berlin unterstellt ist. Diese wiederum mühte sich mit allen Gemeinden des Reiches in Verbindung setzen, um eine gerechte Verteilung der schon so sehr begrenzten Arbeitsplätze zu erreichen. Jedes neue Künstlerkollektiv und jeder einzeln auftretende Künstler müßte gehalten sein, die Ankündigungen über seine Veranstaltungen nicht der jüdischen Presse direkt, sondern auf dem Umwege über die Jüdische Künstterhilfe in die Öffentlichkeit zu bringen, wie auch alle Verhandlungen über Gastspielreisen nur über diese Stelle geführt werden sollten. Wichtige Vorarbeit hierfür wäre, daß die Jüdische Künstlerhilfe recht hald eine lückenlose Zusammenstellung aller jetzt existierenden musikalischen und sonstigen künstlerischen Vereinigungen sowie auch über die reisenden Einzelkünstler veröffentlicht. Die Künstler wären dann nicht mehr auf ihre zufälligen Beziehungen in dem oder jenem Ort angewiesen, sondern sie könnten systematisch das ganze Reich bereisen, wie auch umgekehrt jede jüdische Gemeinde im Laufe der Zeit das gesamte Schaffen jüdischer Künstler aufnehmen könnte. Solcher gemeinsamen Bemühung Aller würde auf die Dauer ein weit größerer Erfolg beschicken sein als allen noch' so intensiven Einzclaktionen. Unsere gesamte Künstlerschaft wäre ihrem. Schaffen wiedergeschenkt; die wenigen „Prominenten“ aber, die es vorgezogen haben, im Auslande Geld zu machen, werden bald erleben, daß das Sensationsbedürfnis der künstlerisch interessierten Kreise des Auslandes auf die Dauer kein tragendes Fundament für den deutschen Künstler sein kann. Die Stargagen draußen werden nicht lange mehr gezahlt werden; der zähen und ernsthaften Aufbauarbeit hier drinnen aber wird auf die Dauer der Erfolg nicht versagt bleiben. HuCiur&pieyeC . Shakespeares „Ottjello“ im Kulturbunb Warum, nach Lessings „Nathan“, gerade der „Othello“ von Shakespeare das zweite Schauspiel des Jüdischen Kulturbundes sein müsse, ist gefragt worden. Nun, aus dem gleichen Grunde, aus dem Mozarts „Figaro“ als erste Opc gewählt wurde: weil es ein gutes Stück ist. Und weil wir noch immer „Kulturbund (lettischer Juden“ firmieren, unser Repertoire also, von den sozialen Notwendigkeiten abgesehen, nach den gleichen Grundsätzen gestalten, die sonst für eine deutsche Bühne, gelten. Gewiß, inan soll auch die jüdische Geistigkeit spüren, aber das geht wahrhaftig nicht nach der klappernden Manier, die manchem aus dem Publikum vorschwebt und die neulich sogar in einem programmatischen Aufsatz der Kulturbund-Zeitung propagiert wurde: daß inan nämlich mechanisch und krampfhaft nach „jüdischen Themen“ sucht. Zielten Julius Babs, des rührigen Kulturbund-Dramaturgen, Absichten auf die Darstellung von „Judeiirolleu“, so wäre nicht der Othello, sondern der Shylock aut die Bühne zu bringen gewesen; aber einige ganz Schlaue haben herausgehmden, daß im Othello das Rassenproblem behandelt werde — —. Shakespeare, wenn er noch lebte, hätte sich sicher'gefreut, etwas Nettes zu hören! Nein: alle Eigenschaften des Mannes Othello sind individuell, nicht „RasseeigentümlicUkeiten“, wie ja alle Shakespcarescheu Gestalten lebendige Einmaligkeiten sind, keine „Typen“. Freilich, einige Menschen in Othellos Umgebung führen seine durchaus persönlichen Charaktereigenschaften auf seine „Passe“ zurück (und zwar gerade die ordinären Personen des Stückes), aber diese Tatsache ist nur eine fast tiiimcrkliche 'Nuance unter den zahllosen und zum Teil weit stärkeren Motiven dieser au treibenden Faktoren so reichen Tragödie. Othello-ist'eine adlige lind gebietende Erscheinung, ein Maure und kein Neger; das hat in seinem feinsinnigen Shakespeare-Btich in-unvergeßbarer Darstellung Gustav Landauer klargesteift, und auch. Julius Bab weist im Programmheft des Kulturbundes darauf hin; Kurt Katsch hat diese Mahnung nicht genügend beachtet, auch liat er in feiner hörbar von Moissi beeinflußten Sprechweise die Polle des Othello allzu sehr psychologisch /erklügelt —: er gab eine Charakteranalyse, die meisterhaft war, aber ins gedruckte Buch gehört; der Othello, der aut der Bühne sehen soll, ist unreflektierte, elementare Naturerscheinung, ein Mensch wie Blitz und Donner. Auch in diesem Sinne Othellos Gegenspieler warFW/z H 7*7*7/ als Jago: die treibende Kraft des Stückes, hervorragend in seiner derben Biedermanns-Maske, an die nicht nur Othello und die übrigen Bühnengestalten, sondern auch die Zuschauer glauben, denn auch der Jago ist kein „Typ“, kein zurechtkonstruierter Schillerscher Theaterhöscwicht, sondern. ein Mensch, der mit freilich verwerflichsten Mitteln nach eiiieni seinen Fälligkeiten entsprechenden Platz sucht. Hier war Realismus in des Wortes gutem .Sinne angebracht; sie ist Wisten glänzend gelungen. Die lebendigste Leistung nach ihm war <Jie Emilia von Lilly Kann; das schwierige dar-, stellerische Problem dieser Rolle, Güte und Gewöhnlichkeit glaubhaft und harmonisch zu verbinden, ist ihr in vollendetster Weise gelungen. Käthe Eördcr als Desdcmona war liebreizendste und reinste Natürlichkeit. Leo Httih blieb als Cassio etwas blasser, als man sich diese Polle verkörpert wünscht. Wunderbar das dekadente Muttersöhnchen Podrigo Fred Alexanders. Zu den erfreulichsten Erscheinungen des Abends gehörte wjeder Fm st Lenart, diesmal als der Venezianer Lodovico.. Marlin llrandt, der als Saladin nicht ganz befriedigt hatte, zeigte als cyprisclier Statthalter Montano, daß er, auf den rechten Platz gestellt, ein guter Schauspieler ist; das gleiche gilt für die Bianca des Fräulein Klein-Wcismann. In den übrigen Pollen leisteten Martin Wolf gang, Ben Spanier, Fritz Lion, Ernst Radar, Max Koninsky, Fritz Ritter, Heinz Schonfeld, Klaas Brill zum Teil Ausgezeichnetes. Die Überraschung des Ahends: die Bühnenbilder von Walter Auerbach. Diese stilvolle Einheitsbühne, die mit modernsten technischen Hilfsmitteln (Projektionshintergrund!) Sliakespearcsche Szenenvielfalt erreicht und glaubhaft macht, ist einer der fruchtbarsten Theatcreiufällc unserer an ExperF menten armen Zeit; und aucli die von Auerbach entworfenen Kostüme bewiesen, daß wir es hier mit eclitester künstle-" rischer Vision zu tun haben. Wilhelm CltmclnHzky als Regisseur darf für sicli in Anspruch nehmen, die verschieden gearteten Darstellernaturen zu einem richtigen Ensemblespicl vereint zu haben. Ges:;mteindruck: wir sind mit unserin Theater auf dem Wege! Wir helfen unseren Künstlern, das zu sein, was aus innerer Berufung sie sind, was sie aher heute nicht werden könnten, hätten sic nicht durch uns, durch die Schäftung dieses Jüdischen Kulturbundes dazu die Möglichkeit. Deshalb soll auch noch einmal den Behörden gedankt-werden, die dieses Werk genehmigten. — Und unsere Künstler helfen uns, daß wir deutschen Juden der Kunst verbunden bleiben, wie wir ihr verbunden gewesen sind, seitdem vor mehr als hundert Jahren jüdische Geistigkeit, die Ghettomauern sprengend, sich Mitschaffen und Mitgcnicßen an der Kunst errang. George ü o e t z. dfrerCinex INiusifkcffoonifk Die „Freunde schöngeistiger Musik“ veranstalteten in der Wohnung des Herrn Bftich einen Abend, dessen erster Teil der Geschichte der jüdischen Musik gewidmet war. Joe Gtafl gab einen Überblick über die gesamte Entwicklung vom Altertum bis zur Neuzeit, ausgehend von den begeisterteil Worten Lis/ts über der- Synagogeugesaiig. Senta Finette gab dazu auf der Violine Beispiele; sie spielte mit schönem Tau und brächte daun in.der Bachschen Chaconne, die den zweiten Teil-des Ahends aiistiilite, namentlich die Steigerung des Mittelteils gut zur Geltung. Im Rahmen der Kulturbundvortrügc setzte Anneliese Landau ihren Zyklus über „Das Lied der Romantik“ mit einem Schmnaim-Abend fort, ln einer gristcsgcächiclutichcii Betrachtung unternahm sie eine Abgrenzung ’von Früh- und Hochromantik, ein Gegensatz, den sie in Schubert und Schumann ausgeprägt sieht. Mit glücklicher Orientierung an dem früher behandelten andersartigen Schubertschen Typus gelang es ihr, in knapper, eindringlicher Weise die wesentlichen Grund/ügc des Sclumtanuschcu Liedschaffens herauszustelleiu Djc fesselnden Ausführungen wurden eingeleitet und unterbrochen durch jeweils eingehend interpretierte Beispiele, um deren Wiedergabe sich Susanne Landsberg-Holländer mit ihrem schlanken, ausdrucksfühigen Organ sowie IV. Liachowshy als gute» Begleiter verdient machten; In einem Konzert des Goldmann-Wittcnberg-Blumcnfcld- Trios hörteman zunächst das Dumkv-Trio von Dvorak, ein Weik voll unverkennbar böhmischen Musikantentums. Unnötig zu sagen, daß die Ausführung auf hohem Niveau stand und daß 'der Klangkörper unter Leitung von Wittenbergs meisterhaftem Spiel zu einer Eiuhcil verschmolz. Das Trio begleitete ><üdauu Agnes Laibach, die mit geschmeidiger Stimme und gut im Vortrag, nur mitunter etwas detonierend, einiges aus den selten gesungenen schottischen und wallisischen Lieder Havdns und’Beethovens brachte. Interessant zu beobachten, wie Beethoven, schon tiefer der Romantik verhaftet, der nationalen Eigentümlichkeit und der Naturstimmung dieser Gesänge mehr noch gerecht wird als Haydn. — > Am Schluß stand das Schubertsche Foreilenquintett, zu dessen schöner Wiedergabe sicli Alfred Schlesinger als Bratschist sowie Rudolf Lcwv als Kontrabassist dem Trio beigesdltcn. Die große" Hörerschaft spendete reichen Beifall. F. f^auskonzerf für bie Iflenfa Zugunsten der Mensa Academica Jttdaica E. V. fand am letzten Sonntagnachmittag in einem Privathanse ein Konzert statt, das sowohl hinsichtlich seines Programms wie seiner Ausführung auf einem besonders hohen Niveau stand. Nach einigen Begrüßungsworten hörte man eine hebräische Komposition des Psalms 133 von S. Braslawsky, ein schönes Werk von echt synagogalein Gepräge. Oberkantor Karl Nettmann zeigte hier wie auch später , in Arien von Mozart, Boieldieu und Puccini ein edles, kräftiges Organ, das nur beim piano in der Höhe noch des Ausgleichs bedarf. Hinsichtlich der Gestaltung blieb nichts zu wünschen übrig. Hermann Weil spielte auf dem Cello eine Händelsonate sowie eine Romanze von Goens mit schönem Ton und musikalisch. im Ausdruck. Susanne Slcin besitzt eine umfangreiche Stimme, die in den verschiedensten Lagen ihre Schönheit bewahrt. Was aber den Gesang der Künstlerin zu einem echten Erlebnis macht, das ist ihre besondere Gestaltungskraft: mit vollendetem Stilgefühl und dabei mit musikalischer Erfülltheit gibt sie Händel und Marcello; dann bringt sie ein paar seltener gehörte Tschaikowsky-Lieder zu starker Wirkung; einen ungewöhnlich tiefen Eindruck aber hinterläßt sie mit Hugo Wolf, namentlich mit einer sehr innerlichen Wiedergabe der „Verborgenheit“. Das begeisterte Publikum forderte schließlich noch eine Arie des Cherubim, den die Künstlerin ja in jJer „Figaro“-Aufführimg des Kulturbunds spielt. — Hugo Streliizcr begleitete sicher und geschmackvoll und brachte den herrlichen Klang des Flügels voll zur Geltung. Ein fflujiknadjiniftag Im Hause Pinner fand vor einigen Tagen nachmittags ein Konzert statt, an dein ausschließlich Kompositionen der Berliner jüdischen Komponistin Lena Stein-Schneider zu Gehör gebracht wurden. Dora Bernstein-Börner und Erna Eisner waren die Interpretinnen der stimmungsvollen Gesänge, die bei den zahlreich erschienenen Hörem großen Beifall aiislöstcn. Seorg (fietttattt spteCt Zugunsten des Unterstützungsfonds der Künstlcrhilfe fand im Hause-von Dr. Hermann Engel ein Konzert statt, dessen Klavierteil von Georg Bertram bestritten wurde. Am Anfang standen Werke von Händel und Mozart, die mit erlesenster Anschlagskultur, dabei sehr konzentriert im Aufbau, gegeben wurden. Diese Konzentration bewahrte Bertram dann auch bei Schumann, in den Kinderszenen, deren zart-träumerischer Art er in prachtvoller Weise gerecht wurde. Den stärksten Eindruck hinterließen aber die Chopinstücke und unter ihnen besonders der mit unerhörter Farbigkeit gebrachte Äs-dur-Walzer. Es ist schon ein hoher Genuß, , dieses Chopinspiel Bertrams, und so ließ das Publikum den Künstler nicht ohne Zugaben ziehen. — Den gesanglichen Teil des Abends vertrat Susanne Landsbcrg-Holländcr, begleitet von dem vorzüglichen Salvador Lew'.Sie zeigte in Liedern von Schubert, Brahms und Hugo Wolf ein biegsames Organ von angenehmem Klang und eine große Anpassungsfähigkeit im Ausdruck, wobei-ihr namentlich Stücke von weichem, zartem Charakter gut gelingen. Musterhaft die Natürlichkeit, mit der sie die Schubertsche „Forelle“ vortrug. Auch sie kam nicht ohne Zugaben davon. — In der Pause gab cs Gelegenheit, Werke der bildenden Kunst und des Kunstgewerbes, ausgestellt durch die Künstlcrhilfe, zu besichtigen. F. Instrumentalgemeinscliaft „Mannheim" Dem „Liederhranzu, der im Verein mit der Gemeinde die Führung in künstlerischen Dingen hat, hat sich nun auch ein Orchester, die Jnsiriimaiialgcmcinschaft“ angegliedert Unter Leitung ihres Kapellmeisters Max Sinzheimer fand das erste Konzert dieser aus 45 Köpfen, freilich zumeist Streichern, bestehenden orchestralen Gemeinschaft statt. Man hörte Musik des 17. und IS. Jahrhunderts. Die Durchführung des geschickt gewählten Programms, das mit Handels Concerto grosso Nr. 15 einsetzte und dann über Henry Purcell zu Johann Baclielbels G-dur-Partie für Streichorchester führte, ließ ebenso im prächtigen Klang des heuen Orchesters wie in der rhythmischen Präzision die zielbewußte erzieherische Hand Max Smzheimcrs . erkennen. Es folgte das fünfte Brandenburgische Konzert von Johann Sebastian Bach. Um den nachhaltigen Erfolg machten sich solistisch verdient die stilvolle hiesige Pianistin m Lilly Koppel, die ausgezeichnete, das Orchester auch sicher führende Geigerin Lene Sinzheimer, der erste Flötist Hans Meyer und Dr. Tannenbaum alsweiterer Vertreter des Flötenparts. Wahre Stürme des Beifalls erntete Hermann .SY/uT-Berli» als vokaler Solist des Abends —/—//. Kunstabende in Dresden . Mit einer ihn selbst zwar ehrenden, dem Kunstgenuß, jedoch nicht förderlichen Eigenwilligkeit hatte Otto Bernstein, unser trefflicher Vortragskünstler, ein ziemlich schweres, ganz auf ernste Töne gestelltes Programm durchgefiilirt.. Das um so größere Verlangen nach seelischer Entspannung wurde-imn in einem sehr gelungenen Operettenabend befriedigt, den wir unserer heimischen Souhrettc Bella Erdoes im Verein mit Max Kuttner (Berlin) verdankten; die Begleitung vollführte trefflich Walter Goldmann. Die Künstler können mit dem Programm reisen, so fein und geschickt sind nicht nur die Nummern (Arien, Lieder, Duette von Offenbach, Fall, Stolz, Strauß, Benatzky u. a.) zusammengestellt und einstudiert, sondern so glänzend werden sie auch vorgetrageu. Dabei ist Frau Erdoes erst vor einigen Jahren ins Gesangsfach übergegangen mit dem Ergebnis, daß sie schon jetzt auf diesem ihr glänzend liegenden Spezialgebiete Ausgezeichnetes leistet. Auch zusammen klangen ihre und Kuttuers schöne Stimme hervorragend, kurz, es war ein solcher Erfolg, daß sich zu aller Nutzen der Rat hieran knüpft, das Operetteiurio auch nach anderen Städten zu verpflichten. Es wird überall so entzücken und Freude wecken, wie es hier an zwei Abenden vor übervollem Saale der Fall gewesen ist. R. E ~b. Kunstnädirictiten Bibliographie des Jüdischen Buches Unter dem Tilel „Bibliographie des Jüdischen Buches“ beginnt soeben bei Joel Sänger,.Frankfurt am Main, Herderstraße 3U, eine Vierteljähreszeitschrift zu erscheinen, in der das gesamte jüdische Schrifttum (Judaica, Hebraica r/; * Grenzgebiete) aller Länder und Sprachen systematisch'bibliographisch und inhaltlich erfaßt wird. Bezugspreis 10 .FK jährlich, Einzelnummer 3 ./LH. Künstlerhilfe der Berliner jüdischen Gemeinde Populäres; Konzert am Mittwoch, 27. Dezember 1933, S Uhr abends, Johannisstraße 16 (Synagoge).. Ihre Mitwirkung haben freundlicherweise zugesagt: Paula I.indbcrg (Alt), Ilse Nathan (Harfe), Wilhelm öiittmann (Bariton), Prof. Lcottid Kreutzer (Klavier) sowie der neue Madrigalchor unter Leitung von Dr. Misch. ■ Karten zum Preise von 0,25, 0,50 und 1 ./},!( sind .. erhältlich (ab Mittwoch, 13. 12.) an folgenden Stellen: Wirtschaftshilfe der Jüdischen Gemeinde,. Oranienburger Straße 31 (Weidendamm 5131), Bühne und Brettl, Joachimsthaler Straße 13 (11 bis 1 Uhr und 7,30 bis S;30 Uhr, (Bismark 6979), Rosenstraße 2 4 Hauswart, Synagoge Kaiserstraße 29 30 (Kastellan) sowie im Büro Joliannisstraße 16. Berliner HauskonEert Sonnabend, 16. Dezember d. J., abends 8,30 Uhr, findet bei dem Berliner Komponisten Edgar Cleve, Berlin-Wilmersdort, Kaiserallee 172, I., ein Hauskonzert statt. Mitwirkende: Berta Feige (Gesang), Senta Pinctte (Violine), Max Mansfeld (Gesang), Edgar Cleve (Klavier). A. d. Programm: Lieder von Schubert, Schumann (Dichterliebe), Strauß, Cleve, Mendelssohn (Violinkonzert), Beethoven) (Mondscheinsonate). Eintritt 1,50 RM. (Abendkasse.) ■ Ein Klavier wird gesucht! Um einem arbeitslosen, in großer Not befindlichen Künstler seinen Erwerb wiederzugeben, benötigt die Künstlerhilfe der Jüdischen Gemeinde dringend ein Klavier. Gemeindemitglieder, die in der Lage sind, uns ein Klavier frei zur Verfügung zu stellen, werden gebeten, dies der Künstlerhilfe der Jüdischen Gemeinde, Berlin N 24, Oranienburger Straße 31 (D 2 Weidendamm 5131) mitzuteilen. Nachtrag zum Gottesdienstkalender Synagoge Fasanenstraße Freitag, 15.: XII.-, nachm. 3,4 5 Uhr: Gottesdienst für die Jagend; Atnünden der Lichte durch Jugendliche. Liberale Synagoge Westend Aula des Jüd. Schulvereins-Kaiserdamm 78 Freitag, 15. XU, abends 7ll\ Uhr, Predigt: Dr. Sänger (Cattakkahgottesdienst).

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