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Jüdisch-liberale Zeitung · 1933-12-15 · 34 (15.12.1933) · page 3

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
13 (1933)
Issue
34 (15.12.1933)
Date
1933-12-15
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Gedanken Ober den Weihnachtsbaum Von Dr; S. London, Berlin Die jüdische Gemeinschaft, viele Jahrhunderte lang Gegenstand konfessioneller Engherzigkeit und vielfach, besonders während des Mittelalters, Opfer eines ausgesprochenen Religionshasses, ist, ihrerseits stets tolerant gewesen, und auch wir heutigen Juden haben Hochachtung vor jedem gläubigen Christen, vor jedem gläubigen Menschen, ganz gleich, w'ie er zu seinem Gotte betet. Und wir haben auch Sinn für die Schönheit christlicher Feste; wir verschließen uns nicht der Tatsache, daß allen Religionen erhabene Gedanken innewohnen, bestimmt, die Menschen zu veredeln,und zu bessern. Aber alle Toleranz und alle Einsicht in die Werthaftigkeit der Religionen und ihrer-Einrichtungen ändert doch nichts daran, daß das Andere nicht das Unsere ist, daß jene Werte nicht unsere Werte?ind und daß vor allem wir selber in unserer Gemeinschaft Werte haben, auf die. wir uns besinnen müssen, anstatt mit fremdem Glanz uns zu, schmücken. , \ ' Dies aber ist vielfach geschehen. •Wenn das Jahr sich neigt, wenn, der Winter seinen Einzug gehalten hat, wird in Deutschland — und hier mehr als in irgend einem anderen christlichen . Lande — das Weihnachtsfest begangen. Seine Stimmung strahlt über.das ganze Land, sein Zauber erfüllt das ganze Volk; alledem kann sich keiner entziehen. Kein Wunder, daß viele deutsche Juden sich für berechtigt hielten, hier mitzutun. Man spricht kein Geheimnis aus, wenn man .daran erinnert, daß viele Juden bis in die allerletzte Zeit hinein (und vielleicht, vielleicht noch heute) in ihren Häusern den Weihnachtsbaum aufstellen, ihn schmücken, Seine Kerzen entzünden, einander bei frohem Zusammensein beschenken. So taten. die dem Judentum Entfremdeien, aber so taten sogar auch solche, die dem Judentum verbunden blieben, seine Tradition bejahen, und ■es gibt im religiös-liberalen wie im jüdischnationalen Lager eine nicht kleine Anzahl von Menschen, in deren privater-Häuslichkeit solche Feier des Weihnachtsabends, manchmal bereits von Eltern und Großeltern übernommen, Brauch geworden war. Fragt man nun, wieso es möglich' gewesen ist, daß der Weihnachtsbrauch in jüdischen Häusern Eingang fand, so ist die Antwort leicht gegeben. Es wurde schon vorhin darauf hingewiesen, daß in anderen „christlichen Ländern das Weihnachtsfest nicht die Rolle spielt und nicht in diesen besonderen Formen gefeiert wird wie in Deutschland. Vor allem an internationalen Treffpunkten, in den Kolonialländern oder auch auf See wurde der Weihnachtsabend daher stets zu einem besonderen Fest aller gerade anwesenden Deutschen, ln Deutschland selbst empfand und empfindet man den Weihnachtsabend als einen deutschen Brauch, und soweit deutsche Juden daran sich beteiligten, haben sie vielfach geglaubt, als Deutsche berechtigt zu sein, den deutschen Volksbrauch, in dem auch Ueherliefemngen von der alten Sonnenwendfeier stecken, in seinen üblichen Formen halten zu sollen. Zweifellos ist es richtig, daß wir deutschen Juden allgemeine deutsche Volksfeste feiern sollen, und die Tatsache, daß wir uns ihnen auch garnicht entziehen können, zeigt eben,' wie unbestreitbar wir zum Deutschtum gehören. Aber mit dem Weihnachtsfest liegt es doch anders. Es ist ein christlich-religiöses Fest, wenn auch in ausgeprägten deutschen Formen. Es ist auch richtig, daß der Tannenbaum einst Symbol der Sonnenwendfeier war. Aber aus .alledem ist doch etwas völlig anderes geworden, und es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß der Weihnachtsbaum ein Christbaum ist, d. li. Symbol eines christlichen Festes. Symbole, Bräuche, Riten sind Wege, die zu den Ideen einer Religion hinführen; Wcih- .nachtsbaum und Weihnachtslieder, die ja auch christlich-religiöse Lieder und vom Feste nicht hinwegzudenken sind, führen unmittelbar auf das Christentum und sein Weihnachtsfest, dessen Inhalt und Begründung mit dem Judentum in keinerlei Zusammenhang steht. Gerade wir Juden aber wissen, wie innig und tief Symbole die Ideen, zu denen sie führen, ins Herz einpflanzen können. Und vor allem der Weihnachtsbaum mit seinem Lichterglanz und seiner Poesie macht auf Menschenherz und . Kindergemüt den tiefsten Eindruck. Mehr als je aber müssen wir unsere Aufgabe darin sehen, die Eigenwerte unseres angestammten Glaubens hervorzuheben. Werte, die letzten Endes erborgt sind, werden unser Selbstbewußtsein schwächen, werden in unseren Kindern die Meinung hervorrufen, daß wir auf solches Borgen angewiesen seien. Nicht Geringachtung des Andern, wohl aber Selbstachtung des Eigenen wird uns dazu führen, in Zukunft zu lernen, daß christliche Bräuche auch nur für Christen bestimmt sein können, und daß. wir Juden die Bräuche — und mit den Bräuchen die Lehren — unseres eigenen Glaubens hervorzukeliTen ♦ Hattaictt und Htno ♦ ... I Brillanten - Ankauf! Ä, ÄSSES 17 ern TT Uhren, konkurrenzlose Kassapreise TauentzlenstraOe 14, hochptr. (StiUerhaus). Telefon: B4 Bavaria 3271. Ajicb Verkauf. (föüßtte und (fötoiii Ul 15, JoacMmsiiiaier Straße 13 s- MiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiMiiimntiiiiiiiniiiiiiMiiiumiiiimiiiiimmmiiiiiiiiiiiiiiiiimmiimiiiiiiimmiiimjiimmiiiimi § Täglich (außer Freitag) 83° Uhr abds. g I Neues Kabarettprogramm | | Willi Prager konferiert g I Hedi Haas, Fritz Tadiauer, Eva Böhm | | Jan! 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Pallas 4557. .haben. „Uns Juden soll das Chauukkahfest in unseren Synagogen Vereinigen, in unseren Häusern sollen die Familien sich um den achtarmigen Leuchter scharen, unsere gemeinnützigen VereinesoHcn Feste veranstalten. Arm mul Reich, (iroli und Klein sollen sich beim Glanz der Chanukkahlichte und beim Gesang unserer unvergeßlichen Uhauukkahhymne erfreuen. Eltern, die das nicht verstehen, versündigen sich, an ihren Kindern. Demi gerade unsere Jugend, die heute die Geringwertung des Judentums erleben und durchleiden muß, gerade sie wird aufhorelieu, wenn mau ihr von den Wundertaten-erzählt, die Gott au unseren Vätern getan hat und die durch das Judentum über die ganze Menschheit gekommen sind. Gebt unserer Jugend und gebt allen Juden die Erhebung des Festes, das allein mul wahrhaft unser Fest ist! Freie Jüdische Volkshochschule Berlin Der für Donnerstag, 17. Dezember, angcktinriigU' Vortrag: Beriifsumsehielitimg — Referent: Herr Adler-Rudel, —. wird in den Januar verlegt. Genaues Datum im Januar- Programm, das in e;r. 11 Tagen zu haben ist. Sportnachrichten; Wintertrainingsplan des Jüdischen Turn- und Sport-Clubs 1905 I. Männer« und Frauenabtellungen « . Mäuncriurn-Abtlg. Westen, Montag und .Donnerstag 8--10 Uhr, Halensee, HerbertstraKe I. MimnerturiiiAbtlg. Osten, Montag 8,30—ll) Uhr, ür.' Hamburgerstr. 27. Donnerstag 8—10 Uhr,'* Kaiserstr. 20. Damen-Abtlg. Westen, Dienstag - 8 - MT Uhr, Halensee Her» bertstralle 1. Damen-Abtlg. Osten, Montag 7,30 — 10 Uhr, Auguststr. 13. Männer Leiehtathl- Abtlg., Montag 7—8,30 .Uhr, (ir. Hamburger -Stralle 27. Männer Handball-Abtlg., Mittwoch 7-10 Uhr, (ir. Hamberger Stralle 27. Vi'intersport-Abtlg., Montag 8 -10 Uhr, Keichenheinf^iclies Waisenhaus, Weinbergsweg 13. T 11. Jugendabteilungen •Abtlg. Östen und Mitte ■ i Jungen (b—10 Jahre), Mittwoch 0—7,30 Uhr, Keidienlieim*- sclies Waisenhaus, Weinbergsweg 13. Jungen ^11—MJahre), Donnerstag 5—7 Uhr, Auerbaeirsches Waisenhaus, Schönhauser Allee 102. Mädel (bis 14 Jahre), Montag’0—7,30 Uhr, Keichenbeimsches Waisenhaus, Weinbergsweg 13. Heimabend. Sonnabend 5—7 Uhr, Jugendheim Oranienburger . Stralle 31. Abteilung Westen Jungen (0—10 Jahre), Donnerstag 3,30—5,30 Uhr, Schlüterstralle 59 ‘ Jungen (11—14), Montag und Donnerstag 5,30—7,30 Uhr, Halensee, Herbertstraße 1. Mädel (—14), Donnerstag 3,30—5,30 Uhr, Schlüterstr. 59. Heimabend: Sonnabend 4—0 Uhr, Synagoge München. Str. 37. Sonnatäg ab 0,30: Training (Waldlauf, Ballspiele) für alle Abteilungen auf dem Sportplatz der Jüdischen Gemeinde am S-Bahnhof Grunexyald. 'ZfamMieH-flacfiticfitoH (Aufnahmen In dir»« Rubrik kostenlos.) Verlobung: Berlin W 57, Potsdamer Stralle 83a. Gerda Oschinski mit Manfred Meyer, Berlin O 17. Silbern* Hodizalt: St. Goar/Rhein. Jakob Isidor und Frau Amalie, geh. Feist. 15. 12. 1933. 60. und 80. Gaburtstag«: Berlin N 58, Schönhauser Allee 20. Berthold Fischer, öl) Jahre. 14. 12.' 1933. Berlin N 24, Oranienburger Stralle 87. Simon Schreiber. 80 Jahre. 14. 12. 1933. M.-Gladbach, Waldhausener Stralle 4. David - Davids. 80 Jahre. 17. 12. 1933. Für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes veranstaltet die Jüdische Gemeinde zu Berlin 3Werbeaben.de am Montag, 18. Dezember 1933, 21 Uhr, int Marinorsa.il (Zoo); am Donnerstag, 21. Dezember, 20,30 Uhr im Saalbau Fricdrichshain; am Donnerstag, 28, Dezember 1933, 20,30 Uhr, im Lehrcrvcreiushäus. Alilwirkcndc: Das Orchester des Kulturbundes deutscher Juden, unter Leitung von Generalmusikdirektor Josef Kösenstock, Frau Paula Lindberg, Konzertmeister. GoUfbergvom Philharmonischen Orchester, Prof. Leonid Kreutzer, Prof. Max Rostal und Hermann Schcv. — Es sprechen: Direktor Heinrich Stahl (Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Herfin). Rabbiner der Jüdischen Gemeinde. Eintritt -frei! Sammlung findet nicht statt! Eintrittskarten sind im Werbereferat der Jüdischen Gemeinde, Berlin N 24, Oranienburger Straße 29, erhältlich, die auf telef. Anforderung (D 2 Weidendamm 5921) zugesandt werden. Volljurist kautionsfähige Micts-Häuser-Hypothcken,- Steuer- und Grundstücksfachmann sucht Hausverwaltungen, Beteiligungen, Syndici- Posten, jur. und Terminstätigkeit für Abzahlungsgeschäfte. Angeb. Sch. II U. 60983 Zeifungsexped. Berlin W- 30. Geldgeber f. hochverzins!. Beamtendarlehen von seriösem arischen Makler gesucht. Hausverwaltungen. Zuschriften erbeten unt. J 306 an die Qeschäftsst. der Jüd.- ’lib. Zeitung, Berlin-Charlottenburg 4. Lehrerinwünscht Heirat Anschriften erb. unt. R. 50 an die Geschäftstelle der Jüd.-lib. Zeitung. 8

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