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Jüdisch-liberale Zeitung · 1933-12-05 · 31 (5.12.1933) · page 3

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Der jüdische Schriftsteller Von Rudolf Kayser*) i. Das Schrifttum als geistiger Raum der Nation"; dies ist der Titel einer der letzten Aufsätze Hugo von Hof- . •> . mannsthals. Er zeigt, dali Sprache und Uedanken die Oberwelt eines Volkes bedeuten, sein Wesen zum Wett steigern und so auf die Um- und Nachwelt überliefern. Die deutsche Nation hat in ihrem Schrifttum einen unvergleichlichen Reichtum zum Ausdruck gebracht, aber auch eine Mannigfaltigkeit der geistigen Typen. In diesem Raum lebt seit .Jahrhunderten auch der jüdische Geist. Jetzt will man ihm diese Heimat verwehren' und weist ihn als artfremd hinaus. Man überschüttet den jüdischen Schriftsteller mit allen schlechten Eigen; schäften, nennt ihn zersetzend, unwahrhaftig, giftig, zerstörend. Es läßt sich solche Gesinnung nur auf einem Wege widerlegen: durch die Werke der Schriftsteller selbst. Zuvor aber muß man daran erinnern, daß der deutsche Jude keinen einheitlichen Typus darstellt, sondern daß die Individualitäten bei ihm so zahlreich und so entgegengesetzt sind wie nür noch beim Deutschen. Goethe hat diese Parallele zwischen Deutschen und Juden oft gezogen und betont, daß .beide nie zugrundegehen werden, da sie vor allem Individuen sind. Bei vielen jüdischen Schriftstellern ist es überhaupt fraglich, ob sie Gestalter jüdischen Wesens sind. Das hat nichts mit der Frage nach der Assimilation zu tun, sondern ist wieder eine rein individuelle Angelegenheit, da die jüdische Abkunft bei dem einen Menschen mehr als bei dem anderen einen entscheidenden Faktor bedeutet. Am besten aber zeigt die Geschichte der deutsch-jüdischen Literatur die Unmöglichkeit, eine Einheitsformel zu prägen. Niemals hat es den jüdischen Schriftsteller gegeben, immer nur die jüdischen Schriftsteller. Schon Bibel und Talmud drücken keinen einheitlichen Geist aus, sondern zeigen eine Vielfalt von Stilen wie von Weltanschauungen. Aber in beiden lebt die religiöse Urkraft des alten jüdischen Volkes und der ethische Wille, das Leben in seinen größten wie in seinen kleinsten Ereignissen zu heiligen. Dieser ethisch.religiöse Grundzug müßte nach der Auffassung des heutigen Antisemitismus im jüdischen Schriftsteller unserer Zeit nicht mehr lebendig sein, ln Wirklichkeit wird das Erbe des Altertums immer wieder erneuert, werden die Motive der biblischen Legenden immer wieder verarbeitet und wird die religiöse und metaphysische Sehnsucht in jeder Gegenwart neu gestaltet. Die Juden sind ein Volk der Schrift wie kein anderes. Also stellt sich in ihren Schriften ihr Schicksal und ihr Wollen dar wie nirgendwo. Das Urteil über die jüdische Literatur ist deshalb auch das Urteil über die Juden selbst.- Man kann es nur aussprechen auf Grund der Tatsachen der Geschichte. . 11. Für den Geist der Diaspora ist die große Spannung zwischen östlichem und westlichem Wesen bezeichnend. Der Osten: das ist Religiosität, inbrünstiges Gottsuchen, Mystik, Gefühl, Sehnsucht und Magie. Der Westen: das ist klare Vernunft, Forschung, Wissenschaft, reine Form, Herrschaft der Begriffe, Rationalismus. Bei den Juden aber ist es nicht so, daß dieses östliche Wesen nur in östlichen, das westliche nur in westlichen Ländern zu .schöpferischen Mächten werden, sondern immer sind beide am Werk, befruchten und erhellen einander wechselseitig und leben in jedem Individuum, sodaß diese west-östliche Spannung die eigentliche Kraftquelle des jüdischen Geistes in Europa ist. Bereits in Spinoitr erkennen wir die Fruchtbarkeit dieser Spannung. Von außen gesehen ist sein philosophisches System die größte Leistung des westlichen Rationalismus im Zeitalter des Barock, aber im Inneren dieses Systems glüht religiöses Gefühl und tiefe Gläubigkeit. Spinoza huldigt der „Majestät der Vernunft", aber gleichzeitig lehrt er die Gottesliebe und folgt in seiner Metaphysik dem alten jüdischen Einheitstrieb, der alle Gegensätze in Gott zu Einheit und Ruhe bringt. Der erste Jude, der in der deutschen Geistesgeschichte eine Rolle spielt, ist Moses Mendelssohn. Er ist einer der / Das Qualitätszeichen 11 ''SChWA 1'iH ncte die .Not der jüdischen Jugend, die Notwendigkeit ihres Zusammenschlusses zur jüdischen Arbeit" und ihre neue Aufgeschlossenheit für jüdische Dinge. Fast die gesamte Gemeinde itiKl viele auswärtige Gäste waren zu^dein Konzert erschienen. Hebräische und deutsche Gesänge sowie Instrumentalmusik von Bach rind Händel gelangten zum Vortrag. Um die Ausführung der Gesänge machten sich Kantor Erich Mendel, Bochum, und \ Edith Jvlin, Herne, verdient. Den instrumentalen Teil bestritt die Violinkünstlerin Ruth /*eldheim, Dortmund, während j ^Kapellmeister Gustav Haak, Herne, den Orgelpart und die * Begleitung der Solisten übernommen hatte. Alle Vorträge, hotetj einen künstlerischen Genuß und hinterließen einen ticfeiN,Eindruck. ticfeiN,Eindruck. d)cutbeftjüdi&ehex HnCtuxaßend , in SieCp Der Zug Stolp des Bundes Deutschjüdisclier Jugend veranstaltete in unserer Hauptsynagöge einen Kulturabend, bestehend aus Rezitationen, Violin-, Gesangs- und Orgelvorträgen. in liebenswürdiger Weise hatten sich für. diesen dem Wunsche des weitaus größten Teiles der Gemeinde entsprechenden Zweck die Herren Prediger Leiviti aus Köslin und Oberkantor Wtrblowski aus Stolp zur Verfügung gestellt. Der erste Teil des Programmes wurde durch einen Vortrag des Herrn Prediger Lewin über jüdische Dichtung eingeleitet, dem Rezitationen folgten. Der zweite'Teil brachte mehrere Gesangsvorträge des Oberkantors Werblowski, u. ä. das Arioso von Händel, und Violinvorträge des Herrn Prediger Lewin, von denen das Air von Joh. Seb. Bach und das Adagio aus dem D-dur-Konzert von Tschaikowski ganz besondere Erwähnung verdienen. Beide Vortragenden bewiesen, daß sie nicht nur in ihrem Amt, sondern auch auf dem Konzertpödium ihre Zuhörer mitzureißen verstehen. Trotz der sich vorher in gewissen Kreisen geltend machenden Gegenströmung kann der Bund Deutschjüdisclier Jugend diese Abendveranstaltung als einen vollen ideellen. . Erfolg buchen.' Ihm, ganz besonders aber auch Herrn Dr. Bcrlowitz, gebührt für das Zustandekommen dieser wohlgelungenen Weihestunde der aufrichtige Dank Aller. —s—. Führer der Berliner Aufklärung, deren Tendenzen der Toleranz und des Vernunftglaubens dem Judentum doppelt nahe sind: sowohl durch .seine Lehren wie durch sein Schicksal. Mendelssohn fand die Hochschätzung seiner Zeitgenossen und die Freundschaft eines Lessing und eines Kant. „Es ist nur ein Mendelssohn*“: dieses Wort Kants bezeichnet am besten die Achtung, die die bedeutendsten Geister des Jahrhunderts' gegenüber diesem jüdischen Schriftsteller bewiesen. Sie liebten an ihm die Klarheit seines Denkens, seine schriftstellerische Meisterschaft, vor. allem aber seinen Charakter. Dieser Charakter bedeutet: geistige Redlichkeit, tiefer Humanismus und demütiger Dienst am Aufbau einer neuen Weltanschauung. Als Mendelssohns Buch „Jerusalem“ erschien, das die jüdische Religion mit dem Geist der Aufklärung zu verbinden sucht, schrieb Kant an den Verfasser: „Sie haben Ihre Religion mit einem solchen Grade von .Gewissensfreiheit zu vereinigen gewußt, die inan ihr gar nicht zugetraut hätte und dergleichen sich keine andere rühmen kann.“ “Aus diesen Worten spricht nicht nur die Anerkennung für ein Werk, sondern auch die Anerkennung für eine Gesinnung. Diese Gesinnung der Gewissensfreiheit durchzieht das ganze achtzehnte Jahrhundert und gipfelt im deutschen Humanismus. Moses Mendelssohn ist sicher kein großer schöpferischer Denker, aber einer der edelsten Wegbereiter des humanistischen Geistes. Niemand kann ihm diese Bedeutung streitig machen und niemand die Liebe, die ihm die größten deutschen Geister entgegenbrachten. Mendelssohn ist der Anfang. Nach ihm kam eine unübersehbare Zahl jüdischer Schriftsteller, die auf das gesamte deutsche Geistesleben in der Vielfältigkeit seiner Richtungen und Typen Einfluß gewann. Gewiß, unter denen, die da zu nennen sind, haben sich manche von der jüdischen Gemeinschaft und vom jüdischen Glauben getrennt. Hierüber die Auseinandersetzung ist eine rein innerjüdische Angelegenheit. Wenn indessen den” deutschen. Juden aus Rassegründen ihre Bedeutung für das deutsche Schrifttum bestritten oder ihre Wirkung unter dem einheitlichen Gesichtspunkt der Zersetzung und Schädlichkeit gesehen wird, so muß bei der Widerlegung ebenfalls auf alle Publizisten jüdischen Stammes hingewiesen werden. Vor hundert Jahren waren in Berlin die Salons geistvoller Jüdinnen die eigentlichen Heimstätten der Literatur. Hier trafen sich die Führer der deutschen Romantik, aber auch 'die großen idealistischen Philosophen wie Fichte und Hegel. Rahel Vamhagen wurde die Prophetin dieses neuen romantischen Geistes und zugleich eine der leidenschaftlichsten Bewunderinnen Goethes. Die Romantik befruchtete auch die .jüdischen Schriftsteller, die zugleich ihre Gegner wurden: Börne und Heine. Ludwig Börne ist einer der ersten deutschen Journalisten, ein kritischer Kämpfer, der mit größter Leidenschaft’ den liberalen Ideen seines Zeitalters hingegeben ist. Auch Heine vertritt diesen kritischen Geist westlicher Herkunft, aber zugleich auch das tiefe Gefühl der deutschen Romantik. Es ist deshalb ein Irrtum, in Heine nur den Spötter und Ironiker zu sehen. Man vergißt, daß er unter allen deutschen Lyrikern am populärsten wurde, und daß kein Gedichtbuch in deutscher Sprache so viel gelesen worden ist wie das „Buch der Lieder“. In Heines Versen lebt die Musik des deutschen Volkslieds und eine Hingabe an das Gefühl,1 das manchmal'an Sentimentalität streift.*— Berthöld Auerbach fühlte sich als Deutscher und Jude zugleich. In seinen Schwarzwälder Dorfgeschichten “wurde er der Schöpfer der deutschen Prosaidylle, ein volkstümlicher Heimatdichter im besten Sinne des Wortes. Die. Zahl der jüdischen Publizisten im neunzehnten Jahrhundert ist kaum zu übersehen, aber niemals vertreten sie einen einheitlichen Typus,, sondern sind ebenso mannig- . faltig wie die Gesinnung, für die sie kämpfen. Männer wie Ludwig Bamberger, Julius Rodenberg, Fritz Mauthuer sind .Gestalten, die für die Entwicklung der deutschen Publizistik von entscheidender Bedeutung gewesen sind. Je näher wir unserer eigenen Zeit kommen, desto bunter und" reicher ist der Anblick der deutsch-jüdischen Literatur. Diesem Reichtum entsprechen die geistigen Situationen, wie sie einander ablöseu und bekämpfen und in ihrer Gesamtheit den Lebensraum des deutscheu Geistes darstellen. Ebenso wie der Geist unserer Gegenwart nicht auf eine Formel gebracht werden kann, ebenso wenig auch der ihres jüdischen Schrifttums. Immer ist es mit den Problemen und dem Schicksal Deutschlands verbunden, .immer ist es ungleich in Willensrichtung, Rang und Bedeutung. Auch der Anteil der Juden an den verschiedenen geistigen Bewegungen ist ungleich, aber sie sind an den meisten von ihnen beteiligt, so entgegengesetzt untereinander sie auch sind. Die impressionistische WeithCtrachtung, die die nervösen Reize der Außenwelt auf unser Seelenleben darstellt, wird von jüdischen Schriftstellern wie Peter Altenberg, Arthur Schnitzler und anderen vertreten. Schnitzlers große Psvchologeukuust wendet sich in verschiedenen Werken auch jüdischen Problemen zu. Er war ein Kind des neunzehnten Jahrhunderts, war Österreicher und war Jude, wie er ein Arzt der Seele und ein milder Tragiker des Lebens war. Peter Altenberg liebte die kleinen Episoden des Alltags, deren heimlichen Sinn und heimliche Schönheit er als erster St. Josofs-Hellanstalt FÜR MSNNER Berlin-WeIssensee.Gartenstrassel-5 ^■ _Fernspr.: E6 Weißensee 2271. Für Neurosen, "Psychopathien und Psychosen, für Erholungs^1 bedürftige u. Rekonvaleszenten. Mod.Therapie, Fieberkuren,Entziehungen. Herrl.Parkanlagen, Dr. Weninger — Dr. med. et phil. Weiß. Mitglieder zu Vertragssätzen. Unterricht Akrobatik-Schule Haleotee, KurfQrstaadimm 119-120 geführt vom weltbekannten ■'artistischen Fachmann Willy Huppe» Hochmeister 3l!i8 Pariserin kiassig« französischen Unterricht Bteibtreu 2240 vorm. 8—10 FRAUENBERUF existenzsicher für Palästina und Ausland. Ausbildung in Kosmetik, fnsbes. in Elektrolyse zum Beseitigen von Fraaenbart, Leberflecken, Warzen sou*. sämtl. Hautfehlern unt. Garantie. Frau RitukiB. MotzstraBe 9 (am Noliendorfplatz). Seit 1902. Pallas 4637. Privat-Zuschneide-Schule Eduard Pusch EJgcas fflr tamemdisetttfei Berttai SW- ZtaatnMe.49 Das leicht faßliche und praktische E.-P. System bietet Gewahr für ein wandfreien Sitz und steigert die Arbeitsfreude. Schnittmuster. Prosp. gratis - $ und einziger schier Generation entdeckte. Ganz im Gegensatz zu diesem Impressionismus steht die monumentale Sprachkunst Richard Becr-Hofmanns, der zugleich in seinen ’ Dramen „Jaakobs Traum“ und „David“* ein pathetisches Bekenntnis Zinn Judentum ablegt. Unter den Lyrikern unserer Gegenwart ist* emer der tiefsten und unbekanntesten Alfred Mombcrt, dessen Verse von metaphysischer Sehnsucht erfüllt sind. Kein deutscher Erzähler unserer Zeit ist so mit Phantasie" begabt wie Jacob Wassermann. Sie erinnert an die Er/ählerfretröigkeit orientalischer Märchenerzähler, aber -Wassermanns Märchen sind Romane der deutschen Gegenwart. Dem Dichteruml Denkerkreis um Stefan George, der einer heroisch-idealistischen Gesinnung folgt, gehören die Juden Friedrich Guudolf muF Karl Wolfskehl au. Wie James- Joyce uml John dos Passos im englischen Spraehhefeich ist der Jude Alfred Dublin der Erneuerer des deutschen Koinaus geworden. Seine Bücher sind erfüllt von der Phantastik unserer Gegenwart, vereinigen Natur und Geist, das Lehen der Weltstadt-mit den Mythen der Religion und-der Geschichte. Döhlius Dichtungen sind - kaum als .jüdisch*'* zu bezeichnen, aber wir . treffen in ihnen doch vereinzelte jüdische Motive. Vor allem aber fühlt sich Döblin als Jude, wenn es gilt, über die Probleme unserer erregten Gegenwart nach/t|denken. Sein soeben erschienenes Buch „Jüdische'Erneuerung“ ist dafür bezeichnend. Aus der alten Jmlcustadt Prag kommen Franz Kafka, MaX"Brod, Frau/ Werfel. Max Brods Dichten uml Denken ist ganz von seinem Judentum .beherrscht; Immer riugt er mit dein jüdische!! Geheimnis und gestaltet es in mannigfaltigen Typen._ In Kafkas Romanen treteu.keine Juden, auf, aber der Prozeß der Cfcwissensprüfung, der das Orumlthema seiner Hudicr ist, bedeutet ein jüdisches Erbteil. Franz Werfel beginnt mit reiner Inbrunst-Lyrik und erobert sich dann Drama und Roman. Rudolf Horchardt, der strenge literarische-Traditionalist, will der Bewahrer und Erneuerer des Erbgutes, der deutschen Klassik sein, ln Moritz. I leimanns Schriften wird.eine der' merkwürdigsten Synthesen* zwischen deutschem und jüdischem Geist vollzogen, genauer gesagt zwischen norddeutsch-protestantischem Charakter uml der religiösen Inbrunst des Judentums. ln Else Laskcr-Schülers „Hebräischen Balladen'* wird noch einmal die Glut uml Bildhaftigkeit des Psalters erneuert. Martin Bubcr ist .der Verkünder des Chassidismus, der jüdischen Mystik, aber er J_st auch verbunden den alten .deutschen Bilduugsweltcn der Mystik uml der Romantik. IV. Diese Aufzählung ist sehr unvollständig. Mau könnte sjg . noch durch zahlreiche Namen erweitern. Unter den jüngsten deutsch-jüdischen Schriftstellern wäre vor allem Josef Roth zu nennen, der hi seinem Roman „llioh“ dem ostjüdischeu Menschen ein ergreifendes Denkmal schuf. Aber Cs komirft uns auf anderes an: auf—die Mannigfaltigkeit und W.esensversch i ed eirh eit, die die Werke der jüdischen Schriftsteller aus/cidmcii. Unter all deii Eigenschaften und Merkmalen, durch die wir die Leistungen dieser Künstler be/eiclmeii, finden sich grade diejenigen, die heute demjüdischen Schriftsteller vorgeworfen werden, niemals, oder „sie findcu sich nur bei solchen, die weder für das Judentum, noch für die gegenwärtige deutsche Literatur irgendwie bezeichnend sind. Hei den wahrhaft schöpferischen Geistern ist das Judentum das Erbgut einer religiös-ethischen Vergangenheit und das Deutschtum der Lcbeusraum, der durch Sprache, Tradition lind Bildung gegeben ist. Schlagworte — positive wie negative.— genügen niemals, um geistige Erscheinungen zu beschreiben. Sie versagen aber vollständige "wenn es gilt, eine Welt zu charakterisieren, die so wenig einheitlich, aber desto mehr der Geistesgeschichte Deutschlands verbunden ist wie gerade das jüdische Schrifttum. — — *) Der Verfasser des. vorliegenden Aufsatzes ist einer der bekanntesten Essayisten und langjähriger Chefredakteur Von S. Fischer’s „Neuer Rundschau“. Anläßlich des vorjährigen Spinoza-Jubiläums gab er ein Spino/a-Ruch heraus, das weithin Aufsehen erregte. Theodor Wolffs Vermögen eingezogen ' Wie im „Reichsanzeiger" bekannt genfacht wurde, wurden durch eine vom 20. August 1033' datierte Verfügung -des Geheimen Staatspolizeiamtes auf eirund der gesetzlichen Bestimmungen über die Einziehung staats- und volksfeindlichen Vermögens, die bei einer Berliner Speditionsfirma eingelagcrtcn '.Wolmungsaiisstattimgsgegenständc und sonstigen Sachen des im Auslände befindlichen - früheren- Chefredakteurs des „Berliner Tageblattes" Theodor Wolff zugunsten des preußischen Staateseingezogni. Verbot'chrichstlicher Symbole ln jüdischen Geschäften Die NS-Mako-Krcisleitung Mainz, hat bckaiintgegcbcn, daß im Hinblick auf die Einstellung weiter Bevölkcrungs-“ kreise /um bevorstehenden Weihnachtsfest alle nichtdmst-” liehen Geschäftsinhaber ersucht werden, hei Dekorationen oder Geschäftsreklame die Verwendung christlicher Symbole zu unterlassen. Dasselbe gilt für den Verkauf christlicher Kultgegenstünde und Symbole, der uichtdiristlidicu Geschäften untersagt wird.' Audi in der letzten Sitzung der Gemeindevertretung in Bebra wurde von Ortsgruppeiileiter Braun gefordert, daß deii niclitarischtn Geschäftsleuten, die Verwendung christlicher Weihnachts/eiclien zu Reklame/.weckeii nicht mehr gestattet werden soll. 'jfamiCiQH-TlacfilicfitQH — ' (Aufnahmen in diese Rubrik kostenlos.) H Silberne Hodixeit: Dortmund, Eoststr. 31. Hugo Heidiuml Frau Johanna geh. Eppcnlieim. 10. XII. 33. Barmizwah: Hamburg, Griudelallee 171). Herbert, Sblm des Herrn Arthur Rosenbanm und Frau Lydia, ' geh. derber. 0. 12. 1033: Synagoge lloruplatz. Große Jud. Organisation sucht bilanzsicheren Beamten für Reise und Propanda-Tätigkeit. Angebote unter K 317 an die „Jüd.-tib. Zeitung", Berlin-Charlbg. 4 Geldgeber f. hochverzinsl. Beamtendarlehen von seriösem arischen Makler gesucht. Hausverwaltungen. Zuschriften erbeten unt. J 206 an die Geschäftsst. der - lib. Zeitung, Berlin-Charlottenburg.4. Junge Mädchen raikerehepaar Gelegenheit zur perfekten Auibildung im Haushalt, Schneidern, weißnähen und franz. Sprache, Eignes Haus. Nähe Nizza, Offert, u. F 873 a. d. „Jüdisch-liberale Zeitung“ Berl.-Charl. 4-

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