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Jüdisch-liberale Zeitung · 1933-11-10 · 24 (10.11.1933) · page 5

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
13 (1933)
Issue
24 (10.11.1933)
Date
1933-11-10
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Jüdische Buch - Vereinigung Die Jüdische Buch-Vereinigung unter dem Protektorat führender Männer des deutschen Judentums ist gegründet worden und erläßt folgenden Aufruf:; An alle deutschen Juden! Stets, wenn schwere Schicksalsschläge das Judentum erschütterten, vei senkte sich die jüdische Seele in die Werke und Schriften seiner Dichter und Denker, um aus ihnen Trost und Hoffnung zu schöpfen. Heute ist diese Sehnsucht nach dem jüdischen Buch bei den Juden Deutschlands wieder besonders stark: Der Gemeinschaftsgeist ist erwacht! Es gilt, diese Sehnsucht zu erfüllen, diesen Geist zu stärken und so das jüdische Schrifttum vor. dem Untergang zu bewahren. Wenn wir darum heute zur Rettung und Wahrung des jüdischen Kulturgutes aufrufen, so wird dieser Aufruf sicherlich in den Herzen der gesamten deutschen Judenheit stärksten Widerhall finden. . Unter dem Protektorat des Unterzeichneten Ehrenausschusses ist jetzt die Jüdische Buch-Vereinigung _ ins Leben gerufen. Sie will das geistige Kulturgut durch das jüdische Buch weiterhin dem deutschen Judentum zugängig machen. Darüber hinaus aber wird sie vielen deutschen Juden Arbeit und Brot bringen. Wir haben u. a. Werke von Franz Kafka, Martin Buber, Dr. Ernst Cohn-Wiener, zur Herausgabe vorgesehen. Es ist Ehrenpflicht jedes deutschen Juden, die Bücher, welche die JBV herausbringt, zu lesen und zu besitzen; denn die große jüdisch-kulturelle Aufgabe, die wir uns gestellt haben, kann nur dürchgeführt werden, wenn der Gemeinschaftsgeist stark genüg ist, um die notwendige Anzahl von Interessenten zusammenzubringeu. Darum: auf Jeden kommt es an! Ab Dezember wird jeden 2. Monat ein Buch herausgebracht werden. Für die ersten 3 Bücher bitten wir um Ihr Vertrauen, dann werden wir Sie überzeugt haben, daß wir nur Bestes bieten. Die Auswahl der Werke übernimmt eine besonders hierfür gebildete Buchkommission. Wir alle, die wir uns für das Zustandekommen-der Jüdischen Buch-Vereinigung einsetzen, erwarten, daß sich das deutsche Judentum seiner Pflicht zur Erhaltung seines jüdischen Kulturgutes bewußt sein wird! In jedes deutsche jüdische Haus gehören von nun an die Bücher der Jüdischen Buch-Vereinigung. Dem Ehrenausschuß gehören u. a. an: Rabbiner Dr. Leo Baeck; Heinrich Stahl, Vorsitzender des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde; Rechtsanwalt Heinrich Stern, 1. Vorsitzender der Repräsentanten-Versammlung der Jüdischen Gemeinde -zu Berlin; Prof. Ismar Elbogen, Lehramt für die Wissenschaft des Judentums: Moritz Rosenthal, Vorstandsmitglied der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, und Rechtsanwalt Dr. Heinrich Veit-Simon, Vorsitzender des Kuratoriums de'r Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums. Die Adresse lautet: Jüdische Buch-Vereinigung (Erwin Löwe), Berlin W 50, Schäperstraße 8; Telefon: B l Bavaria 374S; Postscheck-Konto: Berlin 677 55. „Neues Streichquartett Berlin.“ ln Berichtigung der in Nr. 20 vom 27. Oktober' hier erschienenen Besprechung des Bibelabends vom 21. d. M. im Berliner Friedenstempel wird uns mitgeteilt: Das Quartett, welches an dem Bibelabend mitgewirkt' hat, ist das „Neue Streichquartett Berlin“. Ihm gehören an die Herren Willy Frey, 1. Violine; Hans Prager, 2. Violine; Rudolf Meyer. Viola; Hermann Weil, Cello. Die genannten Herren sind Mitglieder des Kulturbundes Deutscher Juden, wo sie an ersten Stellen wirken und als „Quartett des Kulturbundes Deutscher Juden“ bekannt sind. Das Sekretariat des „Neuen Streichquartetts Berlin“ (Quartett des Kulturbundes Deutscher Juden) befindet sich jetzt in der Schlüterstr. 37 (Weil), Tel. J 1 Bismarck 3508. iffllatfiatt* au§(Hehe n Dank der Energie der beteiligten Stellen war Dresden der erste Platz .nach Berlin, an welchem ein Gastspiel des Kulturbundtheaters mit der viel besprochenen „Nathan“-Inszenierung stattfinden konnte. Um so anerkennenswerter, als erst große Schwierigkeiten zu beseitigen waten, und das Unternehmen dann eigentlich binnen weniger Tage vor sich ging. Trotzdem gab es fast hintereinander zwei glänzend besuchte Vorstellungen, auch nach außerhalb (Chemnitz, Zwickau) hatte die Ankündigung gewirkt. Dazu eine Spannung, eine Aufnahmebereitschaft, aus der schon das Besondere des Ereignisses hervorging. Man mag den „Nathan" schon ebenso gut oder noch besser gesehen haben, aber das erlebte man doch zum ersten Male, daß jüdische Künstler und jüdische Zuhörer, beide durch die Not der Zeit geeint, sich mit dem von einem deutschen Nichtjuden stammenden klassischen Bühnenwerk des Menschheitsgedankens befassen. Jedes Wort des Dichterpropheten Lessing „sitzt", hat seihe tiefe, hintergründige und gegenwartsnahe Bedeutung, erscheint selbst für Leute aus der alten Schule in einem bezaubernd neuen Lichte. Auch heute sind wohl „die tausend Jahre des Richter“ noch nicht um oder: „macht nur das Blut den Vater?" oder „Sind Christ und Jude eher Christ und Jude als Mensch“? usw. Im Ensemble unter Führung des Intendanten Dr. Singer, der auch ein paar Worte spricht, findet man beachtliche Kräfte und zwei liebe Bekannte: Jennv Schaffer, vom Staatstheater, eine allerliebste Sittah, und Lily Kann, hier von früher in guter Erinnerung. Mit der betont jüdischen, anfangs, etwas monotonen Art, wie Kurt Katsch den Nathan gestaltet, muß man sich erst befreunden. Der Kontakt ist aber bald hergestellt, und man erlebt in der Ringszenc einen so liebenswerten, sich gewaltig steigernden Anwalt der jüdischen Sache, daß begeisterter Beifall dem Künstler, seinen Kollegen und — Lessing entgegenklingt. Sonst fällt noch auf der jugendlich hübsche, nur dem Flusse bewegter Rede noch nicht ganz gewachsene Tempelherr Ernst Lenarts, der sympathische Sultan von Martin Brandt, Fritz \V ist eil als munterer Derwisch; Käthe Foerder, die anschmiegsame Recha, kann sich vielleicht in anderen Rollen besser entfalten. In den Bühnenbildern wurde den beengten Verhältnissen des sonst schmucken Komödienhauses geschickt Rechnung getragen, das finanzielle Ergebnis ist nach Abzug der nicht unbedeutenden Unkosten als so erfreulich zu bezeichnen, daß man sich in hoffnungsvollen Erwartungen auf das nächste Gastspiel des Kulturbundtheaters ergeht. reb. Bezeichnung „Christliches Spezialgeschäft“ unzulässig Das Landgericht in Breslau hat einer offenen Handelsgesellschaft, in der ein Gesellschafter getaufter Sohn eines Nichtariers war, die Bezeichnung „Christliches Spezialgeschäft“ untersagt. Der Beschluß, dessen Inhalt in der „Preußischen Justiz“ mitgeteilt wird, stellt fest, daß der betreffende Gesellschafter zwar evangelisch sei, gleichwohl aber nichtarischer Rasse. Gerade" auf die Rassenzugehörigkeit komme - es aber entscheidend an. Deshalb sei die Bezeichnung „Christliches Spezialgeschäft“ irreführend und zugleich sittenwidrig, da sie nach den übrigen Beweisen zu Zwecken des Wettbewerbs geführt sei. Guttstadt & Simon BERUH SWBMtaandrlnensir.lK-IOS Teiefoo: Dönholf 8207*08 Große Ausstellungsräume. ERNST BOSS Spezialgeschäft für feinstes mastundTaiemeilügel Wildpret u. Landesprodukte Metnek« Strass* 29 J 1 Bismarck 2850 Seit 50 JahrenI Das Kaufhaus für Ihren gesamten Bedarf! MAX GIESEN Moabit, Turmstr.42 Ecke Oldenburger Str. 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Oktober veröffentlichten wir eine bedeutsame Äußerung, die der Mussolini nahestehende „Popolo d’ltalia“ über das Verhältnis von-Judentum und Faschismus gebracht batte. Ganz ausführlich hat sielt über dieses Thema nunmehr auf der Londoner jüdischen Welfhilfskonferenz der Oberrabbiner von- Rom, Dr. .4. Saverdoii, ausgelassen. * Wir sind lebende Zeugen dafür, sagte er, dal! bei der Wiederholung der zuerst durch den italienischen Faschismus gelehrten Grundsätze, und Methoden sein Geist in Deutschland vollständig mißverstanden wird. Unsere Anwesenheit hier ist der klarste Beweis dafür, daß das Bekenntnis zum .Antisemitismus in keinem Laude eine notwendige Voraussetzung für nationale Erneuerung bildet. ,1 >er italienische Faschismus hat, wie aus zahlreichen Erklärungen seines Schöpfers, Exzellenz Benito Mussolini, liervorgeht, niemals auch nur im mindesten antisemitische Tendenzen gezeigt. Der italienische Faschismus strebt nach Zusammenfassung aller Bürger im Staate, nicht— nach ihrer Spaltung. Der italienische Faschismus wünscht das Zusammenwirken aller bei der Arbeit, das Vaterland groß zu machen, nicht Uneinigkeit. Er erstrebt harmonische Zusammenarbeit aller Glieder des Staates, nicht inneren Zwiespalt. Der Faschismus, erklärte Dr. Sacerdoti zuinScliluBT hat erst durch die Wiederherstellung der geistigen und religiösen Werte uns italienischen Juden die Möglichkeit zur Erneuerung und Stärkung unseres Judentums durch großzügigen Neu-' aufbau unseres Uemcindelebcns gegeben. — Nichtarier dürfen die Städtischen Bäder in München wieder, besuchen Vor einiger Zeit hatte der Stadtrat München beschlossen, nichtarischeu Personen den Eintritt zu den städtischen Badeanstalten zu verwehren. Verschiedene jüdische Abonnenten" haben demzufolge um Rückzahlung der zuviel gezahlten Beträge ersucht; nunmehr teilt ihnen die Direktion der Städtischen Badeanstalten München schriftlich mit, daß vorläufig in Zukunft auch Nichtaricrq der Besuch der Münchener Stäutischen Bäder gestattet bleibe, weswegen sich die1 Rückzahlung erübrige. Ich praktiziere ab November als Kinderärztin und Ärztin I i in Berlin O 27, Blumenstraße lOO Stadtschularzt a. D. Dr. Paula Hayman j Tal.: E 1 Barallaa 0N0. Sprachttuft#aa:.il3-i,.3; 4-S1: Verzogen nacht _ Rosenthalar Str. 34-35. D 1 7500 Dr. Georg losephsohn, -' Facharzt für Chirurgie. Mundu. Kieferchirurgie früher Assistent bei Dr. C h a I rtt." Ich bin wieder zu allen Krankenkassen unil Versicherungen zugelassep. Sprechstunden täglich von 9—11, 4—0, Sonnabeqd nach Vereinbarung Dr. Erich Langer Facharzt IO? Heutu. Harnkrankhelten» Koamatlk Charlbg., Kneseßeckstr. 67. J I Bismarck 3878 Zurück Dr. Meyer-Brodnitz praktischer Arzt und Homöopath, zu den Kassen zugelassen W, Magdeburger Straß« 4 Sprechstunden -5—7 und nach tel. Anmeld., B 1 Kurfürst 2568 Nach Verlust meiner Kassenpraxia habe ich meine Prtvatpraxls von Turastr. St nach meiner Wohnung ChaiiottenDuro. schliientnoe n verlegt Dr. Erwin Adler Facharzt Nr iaaeta aad aanSse KraakhaMaa. Pnchotharagla Sprechstunden 9—IO und 5—7 TeleforrC 1 Sleinplatz 1400 f KINDERPENSION - WEILE. ' unter ärztlicher Aufsicht. Jüd. Schulen In nlchster Nähe. Erstkl. Verpflegung. Zeitgem. Preise. Kindergarten, Hort. - SchularbeUsnachbilfe, hebräischer Unterricht,Tagespension. Prau.Gerel« Walt!» staatl. geprüfte Kindergärtnerin, BerllnO ST. ' Raupachstr. II, eigener Garten. Fernsprecher: E9 Friedrichshain 1560 k#. MXNTELu. JACKEN auch Imitationen finden Sie - bei ans -za TollcitOmllehen Preisen! 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