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Jüdisch-liberale Zeitung · 1933-10-20 · 18 (20.10.1933) · page 3

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
13 (1933)
Issue
18 (20.10.1933)
Date
1933-10-20
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Filme mit jüdischen Darstellern. Der Standpunkt der Reichsfilmkammer. Im Reiche ist in den letzten Wochen überall die Frage aufgetaucht, ob die Kinobesitzer noch Filme mit jüdischen Darstellern, die sie abgeschlossen haben, spielen müssen. Auf der in Frankfurt abgehaltenen Tagung des „Landesverbandes der Lichtspieltheaterbesitzer von Hessen und Hessen-Nassau“ im „Reichsverband deutscher Lichtspieltheaterbesitzer“ wurde diese Fragt prinzipiell behandelt. Zimmermann-Frankfurt präzisierte als Referent den Standpunkt der Reichsfilmkammer. An sich sei die Frage äußerst heikel. In erster Linie gebe die Filmzensur den Ausschlag. Habe sie einen Film zugelassen, so dürfe er vorgeführt werden und jede Störung soll unterbleiben. Der „Reichsverband“ mahne aber in, jedem Falle zur Vorsicht. Könne, ein Kinobesitzer nachweisen, daß er durch die Vorführung eines solchen Films geschädigt werde, dann werde er versuchen müssen, sich mit seinem. Lieferanten, dem Filmverleiher, auseinanderzusetzen. Auf Prozesse solle man es nicht ankommen lassen. Wahrscheinlich würden in solchen Fällen Kinobesitzer und Verleiher sich in den Verlust teilen müssen. Einem Nationalsozialisten könne nicht zugemutet werden, in einem Film mit jüdischen Darstellern zu spielen oder sich einen solchen Film anzusehen. Es sei aber in Betracht zu ziehen, daß bereits vorhandene Filme gespielt werden müssen, damit nicht zuviel volkswirtschaftliche Werte verloren gehen. Das sei auch der Standpunkt der Reichsfilmkammer. Man dürfe nicht vergessen, daß bezüglich der neuen Filme, in denen jüdische Schauspieler mitwirken, das gleiche gelte wie für Rechtsanwälte. Wer heute noch' mit Genehmigung der Reichsfilmkammer seinen Beruf ausübe, der dürfe nicht daran gehindert werden. Wenn heute (^amiCien-lHachxiehien (Aufnahmen in diese Rubrik kostenlos.) Barmizwah: Güstrow i. M, Isidor, Sohn des Herrn Leib Atlas und Frau Lina, geb. Findling. 21. 10. 33. Silberne Hochxelt: . , Northeim i. Hann. Heinrich Spanier und Frau, Bahnhofstraße 20. 20. 10. 33. r~~--——- n Dr. Erwin Feder Frances Feder geb. Steinitz Vermählte . Pari* 16a im Oktober-1933 . ^„ ZkrueFeltCen David . ■ J Nach dreijähriger Assistententätigkeit ander zahnärztlichen und Kieferstation des Rudolf- Virchow-Krankenhauses Berlin (Leitender Arzt: Dr. M. Wassmund) habe ich mich als Facnzahnerzun lur munflu. Hielercnirurgie niedergelassen. Dr. Trude Rosenthal Hardenbergstr. 19^ C1 Stefnpl. 323a Sprtchz.: 1IM2. dicht a. Bhf. Zoo Vertreter-(innen) gesucht für leistungsfähige Bi Carl Max Josephs, Bremen ., KINDERPENSION - WEILE. ■ Lehranstalt, Artilleriestraße 14, stattfindenden außerordentlichen Generalversammlung werden die Wohltäter der Lehranstalt hierdurch VolKssdinllelirer r C 550 an die „Jüdisch-liberale Zeitung“ Berlin-Charlottenburg 4. ' Tischler «;«»«■*♦ — o eib. unt B 449 an die Jüdisch-liberale Zeitung, BUL-OarL 4. Unterricht ENGLISCH bei geborener Engländerin, Mrs.Kurth,Oxford Dipl. - Kürfürstendamm 50 (Ecke Schlüterstraße) - Tel. Bism. 983 - Zeitgemäße Preise Putefodiachul« TtieaSimon.Risriigraleiistr.i8 TelefoBfrA'§rD/oboff 1453 Autofahrschule Technische Privatschule, Dipl.-Ing.' Steklmacher Friedrichstr. 118/19. Tel.: D2 92« ■ Maschinenbau,Elektrotechnik, I Installation, Galvanotechnik, | Metallfärben. Berufswechsel ||Kurzschrift|| Flachs, Passauer Straße 31 Pvi cjpti 7 durch Erlernen von Kosmetik, AlolCIIZ. hyg. Hand-, Fuß- und Körperpflege. Aerztliche Ausbildung mit Abschlußzeugnis im Institut Rego, Hohenzollemdamm 34, Regina Gingold, Staats, diplom Berlin-Paris. Für Stellungslose 25 o/o Ermäßigung. noch Filme mit jüdischen Darstellern erscheinen, so geschehe das mit Wissen und Willen der Reichsfilmkammer, die die Betätigung dieser Darsteller zulasse. Es könne also nichts dagegen eingewandt werden. Die Frage der jüdischen Darsteller sei für den Kinobesitzer nicht geklärt, jeder müsse eben nach den Ansichten der Reichsfilmkammer, die hier in großen Zügen wiedergegeben sind, handeln. Mitglieder der arabischen Exekutive, die der Regierung eine Denkschrift überreichen wollten, wurden nicht empfangen. Der Streikparole waren in Jerusalem zahlreiche arabische Geschäftsleute gefolgt. In der Provinz machte sich die Streikbewegung nur schwach bemerkbar. Die Polizisten, die beim Neuen Tor in Jerusalem den Itemonstratiönszug auflösten, 47 Amtsgerichte in Thüringen ohne jüdische Anwälte. Zu der vor kurzem verbreiteten Meldung, wonach Marburg die einzige deutsche Stadt sein sollte, in der es überhaupt keinen jüdischen Rechtsanwalt mehr gebe, hat die „Frankfurter •Zeitung“ eine Anzahl von Zuschriften erhalten, in denen die mangelnde Orientierung breiter Schichten über die Berufsverhältnisse, der Nichtarier bedauert wird. Ein Thüringer Anwalt macht unter anderem' folgende Mitteilungen über Thüringen mit dem Zusatz, daß es sich dabei nicht etwa um besondere Verhältnisse handle, sondern daß die Dinge wohl in großen Teilen des Reiches ähnlich gelagert seien: „lu Thüringen gibt es sieben Landgerichte, und zwar in Altenburg, Eisenach, Gera, Gotha, Meiningen, Rudolstadt und Weimar. Schon vor der Neuordnung der Verhältnisse durch das Berufsbeamtengesetz hat es an dreien dieser sieben Landgerichte, nämlich in Altenburg, in Rudolstadt und in Weimar, keine jüdischen Anwälte gegeben. Nimmt man noch die .07 Amtsgerichte des Landes Thüringen hinzu, so waren 47 Amtsgerichte ohne jüdische Anwälte.“ In der Zuschrift werden diese 47 Städte mit Namen aufgeführt. Dann heißt es weiter: „Zu den drei Landgerichten dürfte nunmehr als viertes noch das Landgericht Gera treten, die größte Stadt im Lande-Thüringen, wo trüber zwei jüdische Anwälte waren. Deren einer hat bereits die Zulassung endgültig verloren, während gegenüber dem anderen schon seit längerer Zeit ein Vertretungsverbot besteht. Damit wären also bei mehr als der Hälfte, bei vier von sieben Landgerichten jüdische Anwälte nicht mehr vorhanden.“ Rentenzahlung an auswandemde Kriegsopfer. Kapitalabfindung wird nicht gewährt. Das Versorgungsamt IV Berlin hat dem Reichsbund jüdische: Frontsoldaten eine Auskunft betreffend die Rentenzahlung an Kriegsopfer, die auswandern wollen, erteilt. Danach ruhen die Renten, solange der Bezugsberechtigte ohne Zustimmung der Obersten Reichshfihärde seinen Wohnsitz oder dauernden Aufenthalt außerhalb des Deutschen Reiches hat.. Für Empfänger von Versorgungsbezügen, die ihren Wohnsitz oder dauernden'Aufenthalt im Auslande haben oder ihn dorthin verlegen, ist, solange die Anschrift dem Versorgungsamt bekannt ist, die Zustimmung des Herrn Reichsarbeitsministers vorbehaltlich des Widerrufs allgemein, erteilt; die Versorgungshezüge sind daher weiter zu zahlen. Ist die Anschrift des Bezugsberechtigten nicht bekannt, so ruhen die Versorgungsbezüge. Vor der Ausreise muß beim zuständigen Versorgungsariit unter Angabe der genauen Auslandsanschrift die Abmeldung erfolgen und. gleichzeitig angegeben werden, ob die Zahlung der Rente durch unmittelbare Überweisung an die Auslandsanschrift des Versorgungsberechtigten, durch Überweisung auf durch Überweisungen eTnenin^Deutsfclaml wohnenden Bevollmächtigten erfolgen soll. Bei Aufgabe der Reichsangehörigkeit, die sofort anzuzefgen ist, ruht die Versorgung. Zum März eines jeden Jahres ist eine konsularisch beglaubigte Lebens- und Reichsangehörigkeitsbescheinigung beizuoringen. Da eine Kapitalabfinduug aus Anlaß der Auswanderung gesetzlich nicht vorgesehen ist, wird für Siedlungen im Ausland eine Kapitalabfindung nicht gewährt. Arabische Demonstration gegen jüdische Einwanderung polizeilich aufgelöst. Wie der Sekretär der arabischen Exekutive Moghanan angekündigt hatte, haben arabische Nationalisten in Jerusalem am 43. Oktober trotz des Verbots der Regierung versucht, eine Straßendemonstration gegen die jüdische Einwanderung zu veranstalten. Die Teilnehmer an der Kundgebung wurden von der Polizei, die angekündigt hatte, sie werde im Falle einer Demonstration die verantwortlichen arabischen Führer verhaften, in Seitenstraßen abgedrängt und aufgelöst. Die Verstärkter Antisemitismus in Rumänien. Wiedereinführung des Belagerungszustandes geplant. Wie die“rumänischen Zeitungen berichten, hat die Regierung beschlossen, Anfang November in ganz Rumänien wieder den Belagerungszustand zu proklamieren. Im Hinblick .auf die verstärkte antisemitische Propaganda und die damit verbundene Gefahr antisemitischer Ausschreitungen hat die Regierung Veistärkmig des polizeilichen Sicherheitsdienstes im ganzen Laude ungeordnet. _ Antisemitische Studentenunruhen in Polen. Anläßlich des Semesterbegiims haben nationaldemökratisclic antisemitische Studenten am Polvteclmikiim und an der Handclshoch’scluile in Warschau Unruhen provoziert. _An .der höheren Landwirtschaftlichen Schule versuchte ein Student den jüdischen Professor Neumanu vom Katheder herabzuzerren. Der betreffende Exzedent sowie einige andere nationaldcmokratischc Unruhestifter wurden vor das Disziplinargericht gestellt und werden wahrscheinlich von sämtlichen polnischen Hochschulen relegiert werden. Bei der Semestcrcroffnmig auf dem Polytechnikum .begannen 'antisemitische Studenten während der Ansprache des Rektors nationaldcmokratischc Kampflieder zu singen und stießeii iudenfeindliche Rufe aus. Auf der Straße kam es dann noch zu kleineren Zusammenstößen, ln einigen jüdischen Geschäften wurden Fensterscheiben" eingeschlagen. — 5000 aktive Mitglieder im. Sportbund des R.J.F. Der Sportbund des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten hat in_der letzten Zeit durch den Eintritt der „Berliner Sportgemeinschaft 1033“, des J.T.S.V. „Schild", Frankfurt a. M„ und anderer Vereine weitere erhebliche Fortschritte gemacht; er umfaßt heute alle nicht zionistisch-organisierten Turn- und Sportgruppen in Deutschland. Die Zalit der angcscjilosscncn Abteilungen bzw. Vereine beträgt hach dem augenblicklichen Stand 68, bei über 5000 aktiven Mitgliedern. Ute Wettspiele der letzten Zeit zeigen, daß diese Vereine zum großen Teil ihre sportliche Leistungsfähigkeit erhöht haben. ’ Mittailungen des Kultuibiindes Vereine- Nachrichten. Umzüge - Spedition - Paketfahrtdienst “J _ Massiver Lagerspeicher. Beratung kostenlos s. simonowitz, schoneiierg. Eisenacm. M Telefon: Q I 4491, »c|| OMchlflucbloS B 6 02» , DIE WEISSE ECKE Bamberger Strass« 22 (Eck* GdnUalstrass«) ist IHRE Schnellentfleckerei, Färberei, Chem. Reinigung Bitte rufen 8le ans B 6 Cornelius S3 84 Die Garderobe wird iof. abgebolt n. Innerhalb M Tagen «ellefett I Brillanten - Ankauf I J EHRLICH, SÄ«! .4? GOLDSCnniDT & SCHWADE cP" T Moderne Beleuchtung Vertrieb von Stahl möbeln ’c Benin ui 62, Scfiiiisiraflen < Fernruf B.5 Barbarossa 6412 Damenfrlsler-Salon Erna Obenky Wilmaradar,or str. 7» Tel. J 6 28». — Gegründet 1925 Chem. Reinigen, Färben Muaterfurberel. Feinkostkaus Gembus Delikatessen, Conserven Butter, Eier, Käse, Wurst Obst, Südfrüchte, Gemüse etc. Zeitgemäße Preise. uierksianen ior erabmiikunst ■ Oankmator lei | «.“oW.^ö'wVn* 1| Karl Schwarz ^Berlin-Weissenue Sndie große DrlllanfenoS“;: Jl cv Pfandscheine. Allerhöchste Preise a L Ei ly Kurfürstendamm 234,a.d. 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