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Jüdisch-liberale Zeitung · 1933-10-14 · 14 (14.10.1933) · page 6

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
13 (1933)
Issue
14 (14.10.1933)
Date
1933-10-14
Page
– (sequence 6)
Language
German
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i)elr. Klasse von .Dienstverpflichteten gellenden Gesetzen (Handelsgesetzbuch, Gewerbeordnung, Biirgerl. <iesct/bueh). Daneben finden aber für die nicht von der l).V. betroffenen Dienstverpflichteten auch die Kündigungsschutzbestimimuigcii gegenüber langjährig beschäftigten Angestellten, Mitgliedern von Belriebsvertretinigen und Schwerbeschädigten Anwendung. 21 Vom jüdischen Gesichtspunkte aus zu beachten: " a) Der Gekündigte kann in gröberen Betrieben nach $ 31 des Betriebsrätegesetzes Einspruch bei 'nein Arbeiter- und Angestellten rat einlegen. Eine Kündigung lediglich wegen der Zugehörigkeit zum Judentum wird eine „unbillige t iärtc1' 1111 Sinne von $ 1 Ziffer -1 dieses Gesetzes dar- 'stellen. Zu beachten ist die Einspruchsfrist: 5 Tage nach Kiindijping. , b) Ehr „wichtiger Gründ“ zur fristlosen Entlassung ist gegenüber Dienstverpflichteten, auch höheren, in ihrer Zugehörigkeit zum Judentum allein nicht zu erblicken, auch ' nicht allgemein in der Gefahr'eines Boykotts oder Streiks. " In diesem Sinne liegen zahlreiche Entscheidungen vor. Andere bewilligen bei Anerkennung der sofortigen Entlassung dem .Dienstverpflichteten wenigstens eine Entschädigung entsprechend § S7 Bctr.-Kä'r-Ges. Zur Entlassung von Juden. Unter der obigen Ueberschritt berichtet die „Deutsche Staatsbürger-Zeitung“ vom 20. September: . „Das L a n d e s a r b e i t s g e r i c ii t B e r 1 i n und das Arbeitsgericht Berlin hatten auf- Grund einer Anzahl von Einzelfällen Veranlassung, sich mit der durch die nationalsozialistische Revolution geänderten R e c h t s a u f f a s s u u g gegenüber jüdischen und marxistischen Arbeitnehmern uuseinnnder/uset/en. Das Landesnrbeitsgeridit Berlin stellt in einer l'ntsdjeidmjg (Akt.-Z. 102 S. 802/33; 2. Kammer) fest, daß die fristlose H n 11 a s s ii u g eines jüdischen Angestellten dann gerechtfertigt sei, wenn es einem Warenhaus als christlichem Unternehmen angesichjg der geänderten Zeitverhältnisse unmöglich sei, einen jüdisclieü^&ngestellten bei sich -weiterzubeschäftigen oder bei anderen liinisern, mit denen das Warenhaus in vertraglichen Beziehungen steht, auzuhringen. Die Bortsetzung des Dienstver— hältnisses sei dann unzumutbar mit der Folge, daß die fristlose Entlassung gefechtfertigt sei. - Wenn, jedoch ein jüdischer Angestellter in einem Privatbetriebe auf Grund seiner Rassenzugeljörigkeit zu Recht fristlos entlassen werde, so'könne ihm gleichwohl, in Anlehnung au das Berufsbeamtengesetz, aus Gründen sozialer Gerechtigkeit und Billigkeit zur Vermeidung von Härten eine A u s g I e ichsent- Schädigung ziUTkannt werden.“ Zur Frage der fristlosen Entlassung jüdischer Angestellter. Ein Urteil des Landesarheitsgerichtes Berlin (104 S. 84S 33) stellt fest, düß unter den heutigen Verhältnissen grundsätzlich davon auszugeheu sei, daß die Zugehörigkeit eines Angestellten zur jüdischen Rasse einen Grund zur fristlosen Aufhebung des Dienstverhältnisses „bilden kann“, wobei natürlich die Besonderheiten des Einzelfalles zu prüfen seien.. Das gleiche Landesarbeitsgericht hat (102 S. 802/33) festgestellt, daß die fristlose Entlassung eines jüdischen Angestellten dann gerechtfertigt sei, .wenn es einem Warenhaus als christlichem Unternehmen „angesichts der geänderten ZeitverlTältnisse unmöglich" sei, einen jüdischen- Angestellten bei »ich weiterzubeschäftigen. Oie Fortsetzung des Dienstverhältnisses sei dann unzumutbar. Wenn jedoch ein jüdischer Angestellter in einem Privatbetriebe wegen seiner Rassenzugehörigkeit fristlos entlassen werde, dann könne ihm 'in Anlehnung an das Berufsheamtengesetz aus Gründen sozialer Gerechtigkeit und Billigkeit zur ..Vermeidung von Härten eine. Ausgleichsentschädigung zuerkanntwerden. WlRKSTAT : E N f, a FOTOg, dFI lm- TECHN! K Sorgfältige Ausführung aller Fotou. FUmarbelten RjjU. Papier-, Druck- und Bürobedarf jBerlln>Halensee, Kurfürstendamm 156 J 7 Hochmeister 7300 Auto - Reparatur - Werk für inu. ausländ. Fabrikate E. Schuster Berlin SW SO. BIDchar»tr.3St Tel.: F G Haenvald 5331 % Unterricht Rackows kaulm. Privatschule! u. Statt), anerk. Höh. Handelsschule W. u.Dr.A.Riokow j Oktolicr l.ee. , Vt*, lu.i.jührjlIßtm.u.hSh.Handeljkune rur Ausbildg. t. Buchlialtiings-, fremdsprachl. 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Käthe Sackur,Wilmersd., Brandenburgische Str. 25 hpt., Oliva 3833 Zulassung jüdischer Arzte zu den Mittelstandsversicherungen. Wie die Mittelstands-Krankenversicherungen durch Rundschreiben hekaiintgcgehcn haben, ist eine Einschränkung in der freien Arztwahl erfolgt. In diesen Mitteilungen ist jedoch nur unklar ztun Ausdruck gebracht worden, daß diese Beschränkung sich nur auf arische Mitglieder der Versicherungen bezieht. Es steht jedem jüdischen Mitglied einer Mittelstands-: kraukenvvrsieherung frei, den Arz.t seines Vertrauens zu konsultieren, da von jüdischen Patienten von a 11 e n jüdischen Ärzten dir t.ii|Uidationen honoriert werden ohne Rücksicht darauf, oh die betreffenden Arzte zn den Kassen zugeiassen sind oder nicht. das Judentum teile, und es wird die Zeit friedlichen Verstehens wiederkommen. Nach der Predigt wurden zwei Thorarollen herausgeuommeii; Oberkantor John sang bei geöffneter Lade das „El mole racliamim‘‘, und tief senkte sich die Fahne. Es folgte der Kaddisch der Leidtragenden. Im Anschluß an die Gebete betrat Rabbiner Dr. Salomonski noch einmal die Kanzel und forderte die Gemeinde auf, das Haus Gottes versöhnt und mit hacherhobenem Haupte zu verlassen. Nach dem Priestersegen des Rabbiners sang der Chor „Herr was ist der Mensch“ und das Lied vom „Guten Kameraden“. Bei dem darauffolgenden Ausmarsch mit der Fahne wurde dieser ein Lorheerkranz vorangetragen, der eine -Stunde später firn Ehrendenknial auf dein jüdischen Heldenfriedhof in-Weißensee niedergelegt wurde. W. Beschaffung von Arbeit. Wir hallen eine perfekte Striunpfrepassiererhi vorgenierkt, die Privataufträge übernimmt. Ferner suchen wir für eine Dame, die eine Pension zu eröffnen beabsichtigt, eine Partnerin mit etwas Kapital. Gesucht werden: eine Schneidermeisterin mit Befugnis zur Lehrlingsausbildung, perfekte Put/zuarhciteriiincn für eleganten Genre, perfekte Pelznäherinnen, eine •Schäftevorrichterin. Wir suchen handwerkliehe Lehrstellen jeder Art, insbesondere im Bau- und Metallgewerbe. Bei besonders guten Lehrstellen können evtl, kleine Zuschüsse .gezahlt werden. Ferner suchen wir für die Ausbildung unserer Jugendlichen in handwerklichen Berufen Paten, die diesen jungen Menschen die handwerkliche Ausbildung durch Zahlung von l.ehrheihilfen ermöglichen. Gesucht werden für Berlin: perfekte Pelznäherinnen für I bind und Maschine, Schneider m e i s t e r i u 11 e n , perfekte Zuschneiderin für Damenkonfektion, perfekte Putz/.uarbciteiinnen für eleganten Genre, eine Scliäftevorrichterin. Wir suchen'handwerkliche Lehrstellen jeder Art, insbesondere im Metall- und Baugewerbe. Bei besonders guten Lehrstellen können evtl, kleine Zuschüsse gezahlt werden. Ferner,,suchen wir für die Ausbildung unserer Jugendlichen in handwerklichen Berufen Paten, die diesen jungen Mutschen die handwerkliche Ausbildung durch Zahlung von Lchrhcihilfcii ermöglichen. Arbeitsgemeinschaft der Jüdischen Arbeitsnachweise, ./'Bi-rlin C 2, Rosenstralte 2-4. Gefallenengedenkfeier des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten. Der Reiciislnmd jüdischer Frontsoldaten veranstaltete am Sonntag vor den 'Neujahrsfeiertagen in der Berliner „Neuen Synagoge" einen Trauergottesdienst zu Ehren der gefallenen jüdischen Soldaten des Weltkrieges. Das Gotteshaus war bis, auf den letzten Platz, gefüllt. Im Altarraum hatten die Veteranen und Ehrengäste Aufstellung genommen, auelt die umflorte Fahne des R.j.F. fand hier ihren Platz. InT Seitengang bildete die „Kameradschaftliche Vereinigung deutscher Soldaten“ . Spalier. Nach (Jrgelspiel und Trauergesängen des Chors und des Herrn Oberkautor J o Ii n hielt Herr Rabbiner Dr. Salomonski, im Weltkriege Feldrabbiner des A.O.K. 2, die Gedenkrede. Er sprach nicht nur von den Gefallenen, sondern ebenso.sehr auch zu den überlebenden Suldaten des Weltkrieges, die das Schicksal der jüdischen Glaubensgemeinschaft in Deutschland heute doppelt schwer empfinden. Ohne Liebedienerei nach innen, d. Ii. ohne einer jüdischen Richtung/das Wort zu reden, sei den Kameraden zuzurufen: „Bleibt im Lande und nährt Euch redlich!“ Wir sind nicht hergelaufen, wir sind hier in unserer Heimat, seit über tausend Jahren. Auch sind wir es den Gefallenen schuldig, das Land nicht zu verlassen, für das sie stritten und starben. Und uns leitet die Zuversicht: der üott, der. uns Juden durch die Jahrtausende hindurch erhalten'hat, will, daß Zum 15. Oktober zu vermieten. - Zwei «min*, helle möblierte Zimmer, mit allem KomforL, kaliem nml warmem Wasser im Sehlafzimmer. Sehr ruhiger, gepflegter Haushalt fbei älterem llcrni). Zweeks Besichtigung erbitte vorherigeu teleiuu. Auruf: Barbarossa 4üSll Dr. Michaelis, I.uilpoldstr. 32. (Viktoria-i.uise-l'l.) 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Hiermit ist die Verbindung mit der Geschichte unserer Organisation aufrecht erhalten, gleichzeitig aber klargestellt, daß unsere Organisation mit allgemeiner Politik nichts zu tun hat, sondern lediglich die geistesgeschichtlich und theologisch klare Bewegung des religiösen Liberalismus vertritt und fördert, wie sie dies in ihrer ganzen, nunmehr ein Vierteljahriumdert bestehenden Geschichte vertreten hat. Die anwesenden Mitglieder waren sich darüber einig, und auch aus schriftlichen Erklärungen der auswärtigen Vorstandsmitglieder und Ortsgruppen ging einmütig hervor, daß gerade in der heutigen Zeit eine aufbaüeude religiöse Bewegung, wie sie das religiös-liberale Judentum ist, dringender nötig ist als jemals in der Geschichte der jüdischen Gemeinschaft seit der Emanzipation. Die vergangenen Monate haben gelehrt, daß die verbindende Kraft der religiösen Gemeinschaft, aufgebaut auf Gottesdienst, Erziehung und sozialer Arbeit, geeignet und erforderlich ist, um die durch äußere Schläge erschütterte Gemeinschaft innerlich zu kräftigen und zu erhalten. * - Gottesdienste Liberale Synagoge Gottesdienst Predigt Norden Frtg., 6.10., 7,15 Graf Schönhauser Sbd., 7. 10., 10 U. Graf Allee 162 Stg., 8. 10., 11 U, Sukkothfeier der Jugend in der Laubhütte Osten Aula Kaiserstr. 30 Frtg., 6. 10., 7,30 Rabbiner Mehler Jüdische Reform Dtg. 5. 10. 10,30 Laubhüttenfest- Gemeinde gottesdienst Dr. Rosenthal Johannisstr. 16 Stg. 8. 10. 10,30 Laubhüttenfest- ‘ ‘ gottesdienst Dr. Jelski Sudie große Brillanten Gold-u.Silberwar., ]. I p I/- Pfandscheine. Allerhöchste Preise “ L. I\ Kurfürslendamm234,a.d.Gedächtniskirche Fernsprecher J 1 Bismarck 2690 Palestlne Economic Service, Tel-Aviv Wir haben eine-Vertretung für Deutschland eingerichtet. Die Anschrift lautet: PALEST. 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