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Jüdisch-liberale Zeitung · 1933-10-03 · 13 (3.10.1933) · page 3

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
13 (1933)
Issue
13 (3.10.1933)
Date
1933-10-03
Page
– (sequence 3)
Language
German
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13. Jahrgang Nummer 13 3itöif(Httet(?(s 3ettung 1. Beilage 3. Oktober 1933 500OOO müssen bleiben! d sic sich der Folgen wesentlichen die Denk- Sie zweifeln an der ' eit Monaten herrscht unter den deutschen Juden Weltuntergangsstimmung. Es fehlt jede konstruktive Sicht. Die Lähmung;der persönlichen Initiative ist erschreckend. Anfängliche Bestrebungen zur Ausscheidung der. Juden aus dem deutschen Volkskörper haben bei den Juden selbst Bewegungen ausgelüst, die der seelischen, geistigen und wirtschaftlichen Loslösung vom deutschen Kulturkreis entgegenkamen. Eine sublimierte Propaganda gewisser jüdischer Kreise unterstützt sie. Palästina leuchtet für viele als messianischer Stern. Länder aller Himmelsrichtungen schwirren durch die jüdischen Gehirne bei Tag. und bei Nacht als Ziel einer neuen zweiten Heimat: Viele sind mitgerissen vom Wanderungstaumel. Viele beneiden den Ziehenden und denken an die Stunde, da auch sie (ortkönnen. Geben sich die alle aber Rechenschaft von ihrer Haltung? Sind sie sich der Bedeutung des Emigrautenloscs, sii ihrer Einstellung bewußt? Drei Hauptgründe bestimmen wohl im und Handlungsweise dieser Menschen. Möglichkeit künftigen Fortkommens in Deutschland, sie fühlen sich dem seelischen Druck nicht gewachsen, öder sie befürchten seelischen und materiellen Schaden für hre Kinder und Angehörigen. In dieser Situation müssen Menschen von Verantwortungsbewußtsein beseelt und mit dem Willen erfüllt sein, zur Meisterung der großen, alles überflutenden Ereignisse sich Rechenschaft zu geben: nüchtern, klar,! besonnen, weitsichtig und, wenn erlaubt, mit'einer gewissen Zuversicht. Alte vergötterte Anschauungen stürzen. Mit ihnen fühlen sich viele Juden so eng verbünden; weil] mit ihrer Entwicklung und Geltung die seelische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Emanzipation der Juden verknüpft war. jDaß damit gleichzeitig auch ihr wirtschaftlicher Aufstieg erfolgte, war nur Zufall. Denn Juden erlebten ihn zusammen mit Nichtjüden. Heute nun fühlen sie sich verwundet, weil die Träger ihrer geistigen Kräfte zu einem großen Teile aus Wirken und Erwerb gebracht sind. Diese intellektuelle Schicht war zudem iji der schweren Notzeit der letzten Jahre für viele Gemeinden auch eine hervorragende flnanzielle Stütze des jüdischen Gemeiüdelebens. Der "offene wirtschaftliche Boykott traf den schon lange kranken und wenig widerstandsfähigen Wirtschaftskörper, und zwar Unternehmer wie Angestellte und Arbeiter oft gleichermaßen hart. Dies alles brachte mit elementarer Wucht viele aus ihrem seelischen Gleichgewicht. Das gefühlsmäßige Erleben gewann die Herrschaft über die verstandesmäßige Üeberlegung! Wir sollten uns aber endlich einmal mit den effektiven Tatsachen beschäftigen, d. h. nicht mit den mancherlei Einzelaktionen, die von den maßgebenden Regierungsstellen mißbilligt werden, sondern mit den Gesetzen, die von der Regierung selbst erlassen wurden. Sie richten sich vor al em gegen die Intellektuellen, die Aerzte, Rechtsanwälte, Lehrer] Hochschulprofessoren, Musiker,. Sänger, Schauspieler, Steuerberater usw., soweit diese nicht schon in der Vorkriegszeit in ihrem Berufe tätig waren oder bestimmten Anforderungen für eine] Mindestzeit an Front- ' dienst entsprechen. Sie erfassen zum Teil auch wirtschaftliche Tätigkeit, soweit eine Verbindung mit dem Staatswesen in Frage kommt, z. B. den Lotteriekollekteur, den Beamten staatlich kontrollierter Banken u. a. Die nachhaltige]Erschütterung, die bestimmte Schichten der jüdischen Bevölkerung durch diese Verordnungen traf, wäre für den Augenblick] nicht so schwer, wenn damit nicht Existenzen getroffen worden wären, die bereits voll im Erwerbsleben standen und nach allen Seiten hin familiäre, nicht zuletzt auch drückende finanzielle Verpflichtungen zu tragen haben. Eine Umstellung wäre hier sicherlich mit weniger Reibungen verbunden gewesen, wenn man vorläufig nur den Zuzug zu diesen überfüllten Berufen, der an sich schon abnehmende Tendenzen aufwies, bis zu einer bestimmten Quote unterbunden hätte, wie es bei den Schulgesetzen geschah. Geben wir uns aber nicht der Täuschung hin, daß die soziale Struktur des Judentums an sich keine Spannungen aufwies. Hier mußte im Interesse der Juden selbst ein Wandel jeintreten. Weitsichtige Männer haben diese Umschichtung in den letzten Jahren immer wieder gefördert und wollten dieses Problem freiwillig lösen. Auf wirtschaftlichem Gebiet hat man siclv aber mit dem Glauben beruhigt, erstes Gebot sei die Arbeitsbeschaffung. Von Dr. Herbert Kahn. | Schalten wir deshalb die den Juden; gemachten wirtschaftlichen Schwierigkeiten und ihre Folgen,! die überwunden werden müssen, aus unseren Ueberlegungen einmal aus. Gewiß, die Besitzer von Warenhäusern, soweit sie;Juden waren, traten in vergangener Zeit als Repräsentanten des Judentums auf und wurden als solche auch angesehen, aber die Warenhäuser selbst stürzten aus ganz anderen Gründen, nicht weil sie in jüdischen Häudijn waren, sondern aus Ursachen, die auf die Dauer Juden wie Nichtjuden betreffen. j # In den-einzelnen Zweigen, der iWirtschaft sind im erstul revolutionären Ansturm höhere, mittlere und kleinere Augestell e aus den Betrieben entfernt worden.; Ein Teil davon wurde hier und da jedoch bald wieder eingestellt. Am schwierigsten ikt auch heute noch sicherlich die Lage der leitenden Angestellte >, insbesondere der Direktoren größerer Gesellschaften. Die Regierungsmaßnahmen haben sich aber deutlich sichtbar nur a it die freien Berufe und die staatlich! kontrollierten Wirtschaft^ be ’itbe erstreckt. Die freien Berufe machen jedoch insgesamt im deutschen Judentum nur zehn Prozent aus. So finden wir denn auch'unter den Ausgewanderten und unter denen, die sit,h auf die Auswanderung vorbereiten, in großem Prozentsatz Vertreter der freien Berate. Hin weiteres großes Kontingent stellen die erwerbslosen Juden, die entweder durch die Krise oder ijn Verlaufe der vorrevolutionären Kämpfe um ihre Stellung gekommen sind. Man bedenke, daß bereits vor der natiunaltir. Revolution rund ein Viertel aller jüdischen Angestellten, und Arbeiter Berlins, das sind mehr als 11 000, und auf das ganze Reich gerechnet mehr als 3U UOO, ohne Arbeit waren. Wir finden Juden, die aus parteipolitischen Gründen flüchteten, Juden, die durch die schwere Notzeit einer vierjährigen Wirtschaftskrise — nach einem ähnlich schweren Kriegs- und Inflationserlebnis — ruiniert waren und die Gelegenheit w^liruahmeu, anderwärts einen Erwerb zu finden. Es sind darunter auch viele nichtjüdische Nichtarier (Getaufte, Kinder und Enkel von Getauften), die sich aus ihrer Lebensbahn geschleudert sehen. Einen großen Teil der Emigranten stellen aber auch ausländische Juden,,denen in Deutschland der Aufenthalt und die Betätigung erschwert ist. Aus der Wirtschaft ist die Zahl der Auswanderer seither relativ gering. Von diesen hat die größere Anzahl Deutschland unter dem Eindruck der Boykott-Tage verlassen. Unter Juden — wie unter den Nichtjuden - war auch viel Flugsand, für den es für uns deutsche Juden nicht schade sein mag. Was ist aber das Los dieser Emigranten? Nur die wenigsten der Intellektuellen finden in ihre Berufe zurück, sie müssen jede sich bietende Arbeit annehmen, um! ihr nackte Existenz zu erhalten. Und das wird ihnen sehr oft noch erschwert. Sie sind hier in Deutschland Juden, draußen aber sind sie Deutsche und finden als Ausländer kaum oder nur unter größten Schwierigkeiten Beschäftigung. i Man muß sich jedoch darüber klar sein, daß die Mehrzahl der deutschen Juden überhaupt nicht auswandern kann. Die deutsche Judenheit ist überaltert. Mehr als ein Viertel aller deutschen Juden sind über fünfzig Jahre alt. Diese Menschen umzupllanzen, scheint geradezu unmöglich. Die Tragik erweist sich aber als noch größer, wenn man überlegt, daß bei dem unter den Juden erschreckend um sich greifenden Geburtenrückgang viele yonjhngii oft kinderlos ^indvlm.Falle 4dqr.Wanderm\g,aller jüngeren Elemente würden diese Alten allmählich ohne* Beziehungen und Bindungen an eine lebenskräftige Gemeinschaft sich hoffnungslos selbst überlassen sein. Wo sind aber wirklich die Möglichkeiten für alle diese fünfhunderttausend Seelen mit ihrer ganz verschiedenen und eigenartigen Struktur, mit all den vielen alten und gebrechlichen Menschen? Trotz größter Anstrengungen lind vielseitigem Entgegenkommen fremder Länder konnten bis jetzt im Sturm der ersten Bereitwilligkeit nur schätzungsweise rund 50 000 Personen ins Ausland gehen. Palästina' nahm davon bis jetzt nur 5000 auf. Frankreich erreichte dagegen da!s Fünffache. Aber jetzt hat dieses Land selbst unter Gutheißung |der französischen Juden die Grenzen gesperrt, weil noch fünftausend seit Anfang Juli auf ihre Unterbringung warten und der-Wohltätigkeit zur Last fallen, ln anderen Ländern ist die Zureise ebenfalls erschwert worden. Die Vertreter der zionistischen Exekutive hoffen, innerhalb von I zehn Jahren zweiluimlerttausend deutsche Juden nach Palästina 1 bringen zu können. Sie hollen. Und wenn sich ihre Pläne in die “Wiiklichk'eit umset/en ließen, was geschieht im Laiile dieser zehn Jahre? "Was geschieht mit den „übrigen“ dreilunulerttausend? Was geschieht vor allem mit der weitüberw-icgeiulcn Zahl der Aeltereu, denen, au sich die Hinreise auf Zertifikat-unmöglich ist, auch wenn die Altersgrenze etwas erhöht werden sollte? Die Jugend kann gewiß vieles ertragen und in zukunftsfroher Zuversicht die schwere Mühe der Pionierarbeit in anderen Ländern auf ihre erstarkenden Schultern nehmen. Aber die ältere Generation, /.war au Hrtahrung reicher, jedoch.von abnehmender Kraft und Beweglichkeit, ist diesen’ Mühsateii keineswegs gewachsen. Höchstens wenn sie über Kapital verfügt. Und welcher Jude hat es? Wieviele Juden .haben cs noch? Die Vorstellung mancher Juden, die auch bei einer enormen Zahl unserer christlichen Mitbürger vorherrscht, inift cheiT nicht zu! . Nicht alle. Juden sind Millionäre, nicht »alle—Juden sind Aerzte. Rechtsanwälte usw., nicht alle Juden hahcir Warenhäuser mnl Hiuhcitspreisgesehäite, wie-es umgekehrt nicht der Fall, ist, daß alle Warenhausbesitzer, alle Aerzte, Rechtsanwälte usw. Juden sind.. Doch Tausende und aber Tausende sind kleine Kiu/elhüudlcr, Handwerker, kleine Fabrikanten, Angestellte und Arbeiter. Selbst vielen Juden ist die soziale Struktur“ und die wirtschaftliche Lage des Großteils der'deutschen Judenheit nicht GESELLSCHAFTSFAHRTEN NACH POSEN 1. Fahrt: 9. —16. Oktober 1933 2. Fahrt: 19. — 26 Oktober 1933 Fahrpreis für Hinu. Rückfahrt einschl. Visum Nkl 21 Anmeldungen bis 5. L ezu: 16. Oktober 1933 | REISEBÜRO FÜR POLEN BERLIN W 62. KLEISTSTRASSE 6 (am Noliendorfplatz) Geschäftsstunden: 9 bis 18 Uhr, Sonnabend 9 bis 15 Uhr I -r _- . '__! SCHIFFSPASSAGEN nach allen Teilen deif’ Welt 1 speziell nach Palästina EIS EN BAHN KARTEN - zu den amtlichen Preisen auf allen internationalen Linien SPEDITIONEN Frachten, Umzüge | ' speziell nach (Palästina durch das Reisebüijo ATLANTIC EXPRESS G. M. B. H. (Palestine und Orient Lloyd) Berlin N24 Friedrichstr.121 Ö anienburgerTor . Tel.: D 1 Norden Sammelnummer 2455 Internationales Speditionsbüro ßrokerhoff&Lipschütz ■ G. m. b. H. I * Berlin C 2, Frommelstrasse la (Hinter der" Garnisonkirchp) . v . Telefon: D 2]Weidendamm 0622 Transporte aller Art Abteilung: PALÄSTINA- TRANSPORTE Unentgeltliche Frachtü. Zolläuskünfte Umzugsberatung. mmimimimmtiimii 1 Die iiiiiimiimiiiniiiimimiiiiiiiiiiiiiiimimimimiimimmiiiiiiimMiiiiiiiiiiimmiiiiiniiimiiiiiiim! n - i | Jüdisch-liberale Zeitung ] | ist umgetogen. I 1 Ab /. Oktober befinden sich unsere Oel | schä/tßräume: j | Berlin-Charlottenburg, Mommsenstr. 40 \ Fernruf: J 6 Bleibtreu Stimni.-Nr. 1545 I bekannt. Audi die allgemeinen Keniitiiis.se darüber sind leider nllzmvciiig verbreitet. Schon im Jahre 1*120 batten allein in Berlin weit mehr als die Halltealler j U d i s e b e n S t e u e r p 11 i e li t i g e n ein Fink o ui m e u v ö n w e n i g e r als 211X1, - KM. i in J n li r e.. Mehr als ein Drittel aller Erwerbstätigen verdiente überhaupt unter dem steuerpflichtigen Betrag von 11)0, RM. im .Monat? Dieser wirtsdialthclie Niedergang bat sieh inzwischen rapide (ortgesetzt. Die Zahlen der \v'ohlfalirtsstclleii sprechen hier eine beredte Spraebe. Im Jahre IP32 war rund ein Viert cf der j ii d i s e li e n F i n wo li ii e r se h a 11 .Berlins unter-, s t ii t z u ii gs b e d ii r 11 i g. In' München scholl lü l 1 der fünfte.Teil. Der Anteil, der von Unterstützung Leitenden, der Insassen vuu Armenhäusern mul Wobltatigkeitsanstalten war bereits im Jahre U)2f> bei den Juden doppelt so groß (.ri,4P . l’roz.) wie bei biiebljudeii (2,76 l’roz,). Dieses grauenvolle Bild belle sidi beliebig wcitcraiismalcn. Die erwerbstätigen deutschen Juden gehören last hiisschlicß- . bell zur mittclstümlischcn und proletarischen Schicht.. Kund 41) Prozent sind kleine selbständige Unternehmer in Handel,» Handwerk, Industrie ' und Landwirtschaft, rund 50 Ptuz. sind Angestellte -und Arbeiter. Die Regierung" hat gerade diesen beiden Schichten Hilfe. und Gesundung versprocucn. Sie will diese Berufsgruppen zur Wohlhabenheit lUliren. Sie sollen Träger der' neuen AV irtschaftsform werden. Warum sollen DO Proz. der deutschen Juden nicht daran tciluchmcn dürfen, wenn der Plan gelingt? Warum sull der jüdische Mittelstand und die jüdische Angestellten- und Arbeiterschaft, wenn man sie „ihren Geschäften in Ruhe nacligclicn läßt", nicht .wie ihre christlichen Bcrufsgcnosscii entschädigt werden für die jahrelange^ Leiden und Vcrmügciisvcrliistc, die sie neben den politischen Beeinträchtigungen an ihrer wirtschaftlichen Existenz im Kampf früherer Jahre litten. Sollen wir nicht seihst versuchen, unsere Denkweise für die nahe Zukunft umzustclleit? Süllen wir nicht alles tun, um auf dem Boden, auf dem die meisten von uns schon seit (iencratiunen ansässig sind, unsere Fxistenz zu crbattcn lind" neu zu gestalten? Wer mit. Vernunft wägt, wird sieh vor dem zwingenden Muß nicht vorheidrüeken können. Die harte Schicksalsfrage' ergibt sich aus der sozialen Figenart des deutschen Judentums, dessen Mehrheit, vor die Wahl gestellt, aufeinen Nciibcgimi seiner Existenz in anderen Ländern verzichten muß. Das gilt für die Gesamtheit der deutschen. Juden. Der Einzelne wird im Zuge der normalen Wanderung sieh eine neue Heimat wählen können, aber hei der gegenwärtigen Weltkrise nur dann, wenn er schon, vurlier ein ganz bestimmtes Ziel vor Augen hat. Für die jüdische Gemeinschaft im -ganzen jedoch hlciht nur ein Weg, aus tausenderlei Notwendigkeiten heraus, auf deren wichtigste hier nur Streiflichter fallen sollten. Mail wird die Tatsachen nicht umdcuten können. Verführerische Sireucnkläiige durchdringen sicher nicht die letzte Mauer iiaturgesetzlicheii Zwanges. Die. Zeit aber gellt weiter, und Zeit verlieren, heißt jetzt alles verlieren. Wir werden aus elementarer Notwendigkeit heraus zu einer. Umstellung und Einordnung unserer Fxistenz kommen müssen. Das heißt nicht,'daß wir nicht kämpfen wollen um unsere Verbundenheit mit dem Deutsch tum, kämpfen um unsere verlorenen Rechte. _ — Unter den gegebenen Bedingungen muß und kann sieh em Umbau vollziehen. Durch unermüdliche Kleinarbeit kann eine Neuformung des zertürten Weltbildes erreicht werden, das ein reibungsloses Einordnen in die veränderten wirtschaftlichen Verhältnisse ermöglicht. Dazu wollen wir, uns den Weg ebnen. Über eins aber sei man sich dabei klar: Der ^Umbruch der Werte", von der Beurteilung der'Judenfrage abgesehen, macht auch vor dem Nichtjüden nicht halt! Wir wollen deshalb in den folgenden Artikeln versuchen, Wege zur wirtschaftlichen Neuordnung aufzuzeigen, vor allem in _ Arbeitsbeschaffung, * Wirtschaftsverllcchtiing, Berufsumschichtiing, Berufsausbildung, . Wirtschaftsfürsorge, wirtschaftlicher Selbsthilfe, Stellenvermittlung,. jüdischer Sozialpolitik, ■ , Kreditfinanzierung, Wirtschaftsforschung, Betriebsführung in Handel, Handwerk und Industrie. Der Berliner Laryngologe Professor Herzfeld 70 Jahre Dieser Tage beging Prof. J. Herzfeld, der sich seit- 43 Jahren grollcr Wertschätzung als Hals-, Nasen- und Ohrenarzt .erfreut, seinen 70. Geburtstag. Längere Zeit gehörte er dem Vorstande der Berliner oto-laryngologisclien Gesellschaft an, seine wissenschaftlichen Arbeiten betreffen u. a. die Erkrankungen und die Behandlung des Ohres und der Nasennebenhöhlen. Eine Anzahl von Fachärzten ist aus’ seiner Schule hervorgegangen.

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