Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 13 (1933)
- Issue
- 12 (15.9.1933)
- Date
- 1933-09-15
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2613366-2613479-2613492--4454-2616137- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
mei im andern £and Roman j von Stefan Reginald Marlenes (Coj.yiight by Hanns Locwnnstcin und Willi Tisch Verlag.) 7. V ü r t s e t z u n g. — (Den neu Itinzutrctcmlcri Abonnenten wird der bereits erschienene Teil des Romans auf Bestellung kostenlos nachgeliefert.) „Es ist doch viel hübscher, mein starker Räuber..wenn die -gar nicht wissen.-wo wir hiiigekminiien sind. Lall sie uns doch noch eine Weile suchen.- so schön wie hier werden wir es später niemals haben, wenn die Arbeit wieder antängt und Du ::u Palcntprozeß siehst.“ ■ , ..Mica, Mica! Bezüglich der Wahl Deiner Liebkosungstcnninologie muß ich mich verwahren. Ich hin noch nie ein Räuber gewesen, bei mir geht alles legal zu. Wir haben-auch -.len Segen Deines Herrn Vaters erhalten und werden mit gebührenden Legitimationen zur Erde zurückkehren, so daß niemand verächtlich auf uns zu blicken Je wagen soll. Wir wollen uns int übrigen nicht überstürzen lind uns erst wieder melden, wenn der rechte Zeitpunkt gekommen ist. Denn unsere Expedition bedeutet einen Ausflug in das Reich der Wahrheit, und die Wahrheit ist wie bittere Schokolade, zuerst schmeckt sie nicht süßt aber daun bekommt sie gut. ' Nach solchem üeflüster in ihrem uns bekannten Mondzelt schlieien beide ein und erwachten nach langem, traumlosent Schlummer auf der Erde. Sie hatten nicht gemerkt, daß Micas ' Vater mit seinen Ereundcn an ihr Ruhebett getreten war und die beiden unschuldigen Schläfer mit inniger Liebe zum Ab-- schied anblickte. ■ _ j ..Sie-sind noch zu jung,“ flüsterte Michael, denn wir wollen doch seinen-Namen’nachtragen. — „sie sollen nicht bei uns hui detii Monde bleiben. Sie sollen zur Erde zurück und dort ihr Lehen und ihre Arbeit anpäckeu. Mir. wird es immer sehr schwer sein, wenn ich mein Kind nur aus der Ferne sehe, aber daß ich ein Mal durch den Anblick meiner (Tochter mein heinigegangenes Weib, .meine Jugend und die (Zeit der Liebe vor. mit; aufstehen sah. das ist genug. Dafür (will ich Gott ewig danken!“ Danach trug man die Schlafenden zur Schattenbrücke,und in dem Augenblick, wo beim Eintritt einer Sonnen- - finsternis der Mond seine dunklen Schleier auf die Erde schleuderte, so daß die Sterne erschreckt aus ihrem Schlafe erwachten und sich verwundert die hellen Aeuglein rieben, schwebten beide vereint hinab, wie sie hinaufgekommen. Der Schatten Veriehlte indessen etwas seine Richtung, denn die Totalbedeckung fand — das kommt sehr selten vor — in Mitteleuropa statt. Jetzt wird man verstehen, warum Victor und Mica morgens 5 Uhr und 17: Minuten auf einer ganz jungen Schonung des Grunewaldes uiiweit vom Havelufer landeten. „Piek, piek!“, sagten die kleinen Kieferchen, — damit sind hier Stecklinge gemeint, welche sich im Drange ihres Wachstums, richtige Bäume zu werden, nicht stören lassen wollten. „Au!“ schrie Mica.. „Caramba!“,| protestierte Victor. Da waren sie wach, sprangen, empor und wunderten sich. Als vorsorglicher Vater hatte Herr [Michael nicht vergessen; die irdische Kleidung des jungen! Paares aufirischen zu lassen. In ganz korrekter Erdengardefobe standen sie da und hielten es fürs beste, die Landstraße, die mit dem Maimier Strandweg keinerlei Aehnlichkeit bewies, als Promenadenweg zu beschreiten. Sie waren etwa zehn Minuten gegangen, als hinter ihnen ein immer stärker werdendes Dröhnen zu den Ohren drang, das an Pantschatantras fluggymnastische Hebungen erinnerte’. Hier war cs indessen nur ein gut benzinfcetank-' ter Autobus mit der Aufschrift: Pichelsdorf—Berlin. Pichelsdorf war leicht zu lesen, aber schwer auszusprechen; von Berlin hatten beide schon gehört. ln früher Morgenstunde und nach glücklich absolvierter Sonnenfinsternis sind Schaffnersleute initiier besonders gutherzig Und zeigen sielt, einer Sondervorschriit ihrer Direktion eingedenk, nett und entgegenkommend, selbst wenn inan nur Dublonen und keine Reichswälirung in der Tasche trägt. So kam unser vielgereistes Paar nach vielfach interessanter Fahrt schließlich zu jenem Knotenpunkt des Verkehrs, den die Einheimischen „Bahnhof Zoo“ benennen. „Alles aussteigen!", rief der salutierende Schaffner. Die beiden konnten nicht deutlicli verstehen, schon weil mit dieser vorgescltriebenen Benachrichtigung das Katteti einiger Morgenbissen-verbunden’war. Immerhin revanchierten sie sich beide mit einem „Muchas, mil gracias!“ und. Mica produzierte dazu ein Mittelding von Verbeugung und Knix, [was ihr von Seiten des Fahrers die Belobigung „schickes Weib!“ eintrug. Der einnehmende Kollege von der Plattform! schmunzelte sachverständig. j; Wer den Balmliof Zoo vor zwanzig Jahren kannte, wird sich jetzt seiner arten Gestalt kaum mehr-erinnern, denn er ist inzwischen zu einem wundervollen und der (jroßstadt würdigen Verkehrsapparat geworden. Die gewaltigen, neuen und den Verkehr fördernden Untergrund- und (Verbindungsbahnen, die die schmale Dürftigkeit der alten schlauchühiilicheii Tunnel zu einem komfortablen Sclmelliniensystem verwandelten, haben das bewirkt. Der einstige Eisetibalmweg von Osten nach Westen, in der Sprache der Berliner „Stadtbahn“ genannt, ist zur Autoslraße geworden, doch unter dem Straßenniveau rffsen die. Blitzzüge ohne Aufenthalt vom Aleximderplatz bis zum Zoo in vier-Almuten. In der Wechselstube des Bahnhofs Zoo erstand Victor ii'ir einige Dublonen Reichsmarkwähning. und was kamt mau wohl als bestes unternehmen, wenn man frült titid hungrig in Berlin bei schönstem Sommerwettcr eintrifit? Alan geilt in den Zoo! Dort wandelten bedächtig, Gläser und kleine Krüge vor sich tragend, freundliche. Alcnscliengestalten einher. Ah und zu nippten sie an dem Trunk und dann verbitterten sielt ihre Mienen; ein .schmerzliches Lächeln stand auf ihren.Zügen. Die Märtyrer des Magens schüttelten sich- und wankten weiter. Victor, in seiner Gründlichkeit uns längst bekannt, beschloß, auch dieser imponierenden Einrichtung näherzutreten. Am liebsten hätte er irgend eilten Herrn um Aufschluß gebeten oder gar sott dem geheimnisvollen Inhalt der Becher gekostet. Doch eine Alisclitmg von Alorgenkonzert und Konversation brachte die beiden in die rechte Richtung zu besserer Labe. Ein fröhliches Meitschengewimmel erfüllte den freundlichen und überaus belebten Kaffecgartcu. dessen Bezeichnung „Waldscltenkc“ für Victor und- Micaela gänzlich unaussprechlich blich, aber zum Einkehren lockte, | Alle Plätze waren okkupiere nur an einem Tische schienen noch zwei Stühle der Besitzergreifung zu i Harren. Dort frühstückte ein älteres Eliepaar, so wie es sich gehört. Der würdige Herr studierte die Zeitung, und wenn er sie für eine Sekunde sinken ließ, paffte er der Dame aiif der anderen Seite des Tisches liebevoll den Rauch seiner. Zigarre ins Gesiebt, worüber sie mit einem Blick quittierte, als ob sie schon drei Gläser des morgendlichen Heiltranks vereinnahmt, hätte, ln der '-richtigen Kalkulation, daß die Sprache der Franzosen doch ein gew isses Verstäiidiguiigsttiiftel außerhalb Galliens darstellt, fragte.Victoi'. indem er sich höflich verbeugte: „Im es erlaubt. Platz zu nehmen?" | „Oh bitte sehr!“, antwortete der Herr, indem er seine Zeitung sinken ließ und sich der Sprachreste aus dem Weltkrieg erinnerte. „Prenez place. Madame et Monsieur, s’il vous plait.“ — Oh! Man weiß noch durchaus, was sich gegen andere Damen schickt. Daraus wurde eine angenehme Morgenunterhaitung mit Herrn und Frau Colin; aber daß Mica hier bei ihrem eigenen Oheim Fritz und seiner Ehefrau Susi, deren Bekanntschaft wir schon haben machen dürfen, an einem Tische saß. das wurde den vier Herrschaften zunächst noch nicht bewußt V1H: M c i ii a 11 e s B e r 1 i n. Wenn Columbus. Pizarro und Cortez sich mit den Uramerikanern verständigen konnten, dann ist es einleuchtend, daß die Konversation zwischen Colins und Aragos ziemlich glatt von statten geht. Wir sagen „Aragos" nicht nur der Kürze wegen. , sondern weil trotz fehlender Mondstandesümter in unseren Augen die Verbindung von Victor und. Alicaela als legal anzusehen ist. Der junge Ehemann und weitgereiste Hochzeiter hat auf die Betonung dieses Rechtsstandpunktes schon früher größten Wert gelegt, und das alte Wort: „Des Vaters Segen baut den Kindern Häuser“ findet auch bestimmt Anwendung auf das Conchmöblierte Mondzelt, ein Hotel am Zoo Und das Fremdenzimmer in der Colm’schen Wohnung Rankestraße. Onkel, Tante, Nette und Nichte umgeben alsoden Kaffeetisch der Waldschänke, und die vielfachen Nachbarn haben Gelegenheit sich zu wundern. — „Was denn das für zwei junge Leute sind?“ — Man kennt sich also noclt recht genau in'Berlin, ähnlich wie es früher war. und es wird nicht lange dauern, dann wird Frau Davidsohn oder FrauBlufnenthal. oder, wenn die nebenbei eingestreute Auskünitsfrage nicht '-befriedigend ausfällt, Herr Lipschütz als Höchstinstanz an Herrn Rechtsanwalt Cohn selbst herantreten und mit der Einleitung: „Hören Sie mal, mein -lieber Justizrat!“, — ein Titel, dessen Verleihung in der Machtvollkommenheit des Interpellanten zu liegen scheint — die Gewissensfrage stellen: „Uebrigens zwei sehr nette und sympathische junge Menschen! Von wo haben Sie Bestich bekommen? Sind die von hier? Ich weiß nicht, irgend wie bekannt kommt mir das Mädchen vor!“ Im proportionalen Verhältnis zu diesem Grad der Teilnahme ist naturgemäß das Interesse von Frau Susi Cohn noclt erheblich stärker, zumal sie leider am Gespräch nur im beschränkten Maße aktiv mitwirken kann. Sie versteht die scharfe Artikulation unserer Ankömmlinge und. den Inhalt fast zufriedenstellend, aber in der Formung eigner Worte läßt sie es sich an den Einsilbern — „oui“ — und „bien“ — genug sein, die aber wie „iui“ (Grunzen rosiger Ferkelchen) und „penck penck“ (beliebtes Werturteil im Sinne eintretender Verblödung) lautlich zu transscribieren -sind. Rechtsanwalt und Dokter Fritz dagegen fühlte sich im Gebrauche nasaler Eleganz recht beflügelt, und bevor der alte Lipschütz als Sonderemissär berangetreten war, hatte er schon, gewisse Feststellungen von erheblichem Wert gemacht, die dann auch zur Wiederentdeckung verwandtschaftlicher Beziehungen führen sollten. -Wenn -nämlich Mica mit den schlanken Fingern ihrer rechten Hand den Waldschänkenspatzen kunstvoll gedrehte Brotkrumen zuwarf oder darbot, so daß ein Nachkomme der. Generation aus der Familie nasser doinestieus L., welche seit unvordenklichen Zeiten dort heimisch ist. vertrauensvoll auf den Tiscit hüpfte, dann blinkte am Ringfinger ihrer Rechten ein kleines Schmuckstück, das zwar kein Ehering war, aber wegen seiner (Ziselierung und einer eingefügten, von kleinen Diamantsplittern umgebenen Perle die Aufmerksamkeit von vier Augen anzog, "so daß die beiden Cohns fast in der gleichen Minute , und mit jahrelang geübter Umständlichkeit sich bebrillten, um in eine präzise Untersuchung des Objektes einzutreten. Da Susi und Fritz bestimmt nicht zum Kreise der juwelenschieber gehören, wird doch hier ein anderes Motiv zu suchen. sein und auch vorliegen. „Weißt Du, Mann, das ist mir in meinem ganzen Leben noch nicht vorgekommen!“ —Ich habe genau denselben Eindruck!“ bestätigt der Anwalt. - „Soll man sich so irren können?“ fährt seine Ehehälfte fort, wobei Frau Susi nicht 50. sondern gut und gern 60% des Volumens zuschreiben darf. „Man müßte das eigentlich feststellen!“, urteilt der Manngenannte. Diese Ausrufe beiderseitigen Erstaunens beziehen sich gleicherweise aut Alicas Ring, der bei Cohns höchste Ueberrasclnmg iiervorzurufen durchaus geeignet war. Frau Cohn überlegt: „Ich würde mich gär nicht genieren, ich würde sie gleich fragen: Wie kommt sie.zu diesem Ring?“ SCHIFFSPASSAGEN j nach allen Teilen der Welf f speziell nach Palästina I EISENBAHNKARTEN 1 zu den amtlichen Preisen f auf allen internationalen Linien | SPEDITIONEN Frachten, Umzüge , | speziell nach Palästina j durch das Reisebüro | ATLANTIC EXPRESS«?. (Palesfine und Orienf Lloyd) I Berlin N 24, Friedrichsir, 121 (Oranienburger Tor) j Tel.: D 1 Norden Sammelnummer 2455 I Wissen Sie schon, daß aus der Feder des römisch-katholischen Priesters Dr. Ladislaus Aithay in Budapest ein- Buch über den Kulturwert der jüdischen Rasse erschienen ist? ■ daß auf der letzten Beratung des American Jewish Congress eine Resolution gefaßt wurde, die eine Massenadoption „ jüdischer Kinder aus Deutschland durch amerikanische Juden zum Ziel hat? daß die Warschauer jüdische Gemeinde .eine Viertelmillion Zioty zur Errichtung eines pathologischen Instituts für Professor Hermann Zondek autbringen will? daß Theodor Fritsch, der Herausgeber der antisemitischen Zeitschrift „Hammer“ dieser Tage im Alter von 81 Jahren, in Leipzig gestorben ist? daß die „Parteilose Vereinigung zur Vorbereitung eines verfassungsmäßigen völkischen Volksentscheids über die Lösung der Judenfrage" sich aufgelöst hat, weil die Regierung das, was möglich ist, ihrerseits selbständig zu veranlassen in der Lage sei? daß am 27. September die Walther Ratlieiiau-Gesellschaft sich äuilösen wird?; daß die jüdischen Abonnenten der Landestheater in Stuttgart schriftlich aufgefordert worden sind, von einem ferneren Besuch der Theater abzusehen? daß Atagnus Davidsohn, der Oberkantor der Berliner Synagoge Fasanenstraße, der vor kurzer Zeit in der Tschecho- Slowakei konzertierte, auf Grund seiner dortigen Erfolge eine Einladung zur Mitwirkung bei zwei großen Orchesterkonzerten nach England erhalten hat und dort, neben Liedern und Arien klassischer deutscher Meister, Werke jüngerer jüdischer Komponisten interpretieren .wird? daß der bekannte Zionisfen-Revisionist Robert Stricker in einem Leitartikel seiner in Wien erscheinenden Zeitung „Die Warte“ (vom 18. August d.'J.) erklärt hat,-Englands Palästina-Politik sei zur Zeit „antizionistischer denn je“? daß Professor Max Reinhardt am 9. September 1933 sein 60. Lebensjahr vollendete? „Frag sie doch, wenn Du kannst: mir sind solche Sachen sehr unangenehm. Zwar unterliegt es für mich gar keinem Zweitel, daß das der Ring meiner Schxvester ist, denn ein Ring ist ein leicht .abstreitbarer Gegenstand. Röschen kann ihn vor zwanzig Jahren, als sie damals mit Michael gegen meinen Rät in die Fremde sing, aus Not verkauft haben.“ „Das kannst Du Deiner leiblichen Schwester nicht Zutrauen.- Von diesem Ring, den sie von meiner Schwiegermutter geerbt hat. hat sich Röschen nicht getrennt. Den hat man ihr auf dem Totenbett abgezogen.“ ' „In diesem “Falle hast Du recht!“, entscheidet Fritz, und eine wenig sichtbare, aber echte Wehmutsträne iwagt sieb schüchtern in die Lidfalte seines linken Auges. “ „Warum habe ich nur in "diesem Falle recht?“, begehrt Susi zu wissen. „Darauf kann ich Dir nur antworten, was ich Dir immer gepredigt habe: Frauen haben nicht recht. Frauen behalten recht.“ Klapp!, machte Fritz’ langgedienter Spazierstock, der zur Bekräftigung dieser höheren Wahrheit gegen das Bein des Gartentisclies stieß. Auch ein Spazierstoek sieht ein, daß Frauen recht behalten und will das in seiner Weise zum Ausdruck bringen. - ..Wenn es erlaubt ist zu fragen, gnädige Frau, Sie haben da einen so sehr schönen Ring, der mich an ein Stück erinnert,.— Onke! Fritz sagte: piüte — das wir in unserer Familie besessen haben. Meine Mutter hat auch einen solchen getragen (de cette maniere), und wenn meine Frau (madame) und ich daran denken, sind wir sehr betrübt." „Mais pourquoi?“, beeilten sich Aragos zu fragen, und Mica sprach weiter: „Ich habe diesen Ring bei unserer Eheschließung von meinem Vater erhalten. Er ist ein Erbteil meiner seligen Mutter, aber die habe ich nie gekannt.“ " Onkel Fritz erschrak und dolmetschte gegen Susi gewandt, im Finsterdeutsch: „Jetzt ist kein Irrtum mehr möglich! Steh aut! Wir wollen schnell nach Hause gehen.“ „Du mußt doch erst bezahlen“, konstatierte Frau Susi mit echt weiblicher Ueberlegenheit. „Das überlaß nur mir gefälligst! Dem Kellner werde ich nicht weglauien. der Mann kennt mich nun schon zwanzig — nein, zweiundzwanzig Jahre!“ Der Herr Ober " empfing den Gesamtfrühst(icksbetrag, und die: darin eingeschlossenen Aragos leisteten nur matten Widerstand. ■ „Sie bekommen noch etwas zurück“, meinte der umständlich groschenklimpernde Serviergeist. „Lassen Sie nur!“, winkte Onkel Fritz ab. — „Wir werden morgen verrechnen!“, — fiel die Entscheidung von Frau Susi. Mit diesem Schlußspruch hatte inan sich erhoben, und unsere vier Herrschaften strebten zum Ausgang des Zoo und schritten durch das sogenannte Elefantenportat die Budapests Straße entlang, der Gedächtniskirche entgegen. t (Fortsetzung folgt.) Internationales Speditionsbüro BroHerhoff i Lipschütz G. m. b. H. BERLIN C 2 * Frommelstratje la (Hinter der Garnisonkirche) Telefon: D..2 Weidendamm 0622 Transporte aller Art Abteilung: Palä-SÜIia.-'-’ Transporte Unentgeltliche Frachtu. Zollauskünfte * Umzugsberaiu’ng Herausgeber: Hanns Locvctistein und Willi Tisch Verlag. Berlin SWiL Verantwortlich für den Textteil: George Goetz, Berlin W-35; für den Inseratenteil: Willi Tisch, Berlin NW87.! Druck: Berliner Spezial-Druckerei GmbH., Berlin NW 21, Alt-Moablt 105.