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Jüdisch-liberale Zeitung · 1933-09-15 · 12 (15.9.1933) · page 5

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
13 (1933)
Issue
12 (15.9.1933)
Date
1933-09-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
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13. Jahrgang Nummer 12 JflftifiHUietfile 5eifung 3. Beilage 15. September 1933 Deutschjüdische Jugend antwortet Lord Melchett. h' ,i: Mit einer tiefen Empörung haben große Kreise deutscher Juden, zumal deutschjildischer Jugendlicher, die Presse* erklärung auf dem) Prager Zionistenkbngreß des Lord Melchett gelesen, in der es u. a. heißt,' daß es nur eine Lösung der deutschen Judenfrage gäbe, nämlich die geordnete Auswanderung der jüdischen Jugend nach Palästina. Wir jungen deutschen Juden legen erbittert dagegen Verwahrung ein, daß ein Nichtdeutscher glaubt, in unser ureigenes Wesen hineinreden zu dürien. Ist es Inoch nicht genug, daß wir jüdischen Deutschen, von deutscher Seite nicht als das, was wir sind und sein wollen, nämlich als Deutsche anerkannt werden, und sollen wir auch jetzt noch die Opfer ausländischer Juden werden, die da glauben, angesichts des Sturmes des politischen Geschehens, angesichts der bangen Hoffnungslosigkeit vieler deutscher Juden eine Stimmungsmache für eine fremde Heimat entfalten zu können, und zwar für eine „Heimat", die nur einen Bruchteil der deutschen Juden aufzunehmen imstande ist, wenn man überhaupt einer so tief im Deutschtum wurzelnden Gruppe eine neue Heimat Schaffen kann. Nein, wir wollen "keine neue Heimat, wir wollen deutsch sein und bleiben, und das hat sich auch nicht mit den letzten Ereignissen, deren tragische Wucht keineswegs, von uns verkannt werden kann, geändert So leicht können wir unser Wesen nicht ändern, dann müßten wir entweder charakterlos sein oder wir sind niemals echte 1 Deutsche gewesen] Wir lassen uns unsere Wesensbestimmung von niemandem nehmen, weder von den nichtjüdischen Deutschen, noch von den; nichtdeutschen Juden. Unser Wesen und unsere Bestimmung wird nur von uns geprägt Deutscbsein ist auch in dieserl Stunde der Bewährung unser schmerzlich bejahtes Schicksal. Wir verwahren uns gegen eine solche Gesinnung, die uns’ da entgegengähnt in den Worten des Lord Melchett, denn wir wissen von der Unzulänglichkeit seines Planes. Eine Lösung der deutschen Judenfrage ist nur in Deutschland möglich, mögen einzelne hier oder dort im Ausland eine neue Existenz und damit eine neue Lebensbasis sich erringen, eine neue Heimat werden sie so leicht nicht finden, wie überhaupt die j Mehrzahl der deutschen Juden nach Wille und Bestimmung Deutsche in ihrer deutschen Heimat bleiben werden. Helmuth Heinemann, Hamburg. * Für die Beurteilung der Situation der deutschjüdischen Jugend fehlen einem Nichtdeutschen nicht nur die erforderlichen "Kenntnisse, sondern auch die Aktivlegitimation. Es ist eigentümlich, daß die „gesamtjüdische Lösung der deutschen Judenfrige" stets von denen gefordert wurde, die entweder gar keine Deutschen waren, oder von solchen, die ' nie Gleichklang mit dem deutschen Volksempfinden gespürt haben. Es sind dieselben Menschen, die alles schon vor Jahren vorausgesehen |haben, ohne daß sie aber damals für sich die einzig mögliche Konsequenz gezogen haben, nämlich auszuwandern; dieselben Menschen, die auch heute, wie könnte es anders sein, zu |den ständigen Miesmachern gehören. Nein, es gibt keine deutsche Judenfrage, die etwa in volksmäßig-geographischem Sinne durch Auswanderung gelöst werden kann. So notwendig für einzelne junge Juden die Auswanderung sein mag, für die deutschjüdische Jugend gibt es nur einen Lebensraum: Deutschland'. Ueberüüssig, noch einmal die Verbundenheit zu betonen: Landschaft und Sitte, Kultur und Sprache. — Deutschland ist unsere Heimat, diese Erde ist unsere Erde! Der Maßstab unserer Heimatliebe liegt in uns. Wir orientieren uns nicht nach anderen, weder früher noch heute. Uns ist es gleich, ob andere uns anerkennen oder nicht- Wir sind Deutsche und werden um unser Deutschtum kämpfen. Wer nicht mitmachen will, weil er aus seiner Natur , heraus diesen Kampf nicht verstehen kann, verliert hier sein Anrecht auf einen Platz. Seine vielleicht gutgemeinte Ansicht wollen wir nicht mehr hören; wir werden jedoch auch ihn zur Konsequenz aus seiner Haltung zwingen. Noch einmal und immer wieder: Wir sind Deutsche und bleiben Deutsche. Luthers^Wort gilt auch "für uns: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders; Gott helfe mir, Amen! Werner G r ä f f, Berlin. * Auswanderung J— sei sie geordnet oder ungeordnet-— ist keine Lösung der Judenfrage; sie ist eine in Erwägung zu ziehende Augenblickshilfe der wirtschaftlich Notleidenden. Die' Auswanderung nach Palästina, hinter der die Naturalisation im anderen Lande steht, ist eine Lösung nur für die, die bis heute kein Heimatgefühl gekannt haben und" es daher auch in keinem Lande der Erde erwerben werden. Sie ändern den Paß und den Aufenthaltsort, niemals die Gesinnung! Für die Jugend, die sich wirklich und' rechtens .deutsche jüdische Jugend zu nennen yermag, gibt es nur eine Lösung, die sehr wohl nur unter Mitwirkung der deutschen Regierung erfolgen kann: | . Durch tatkräftige Mitarbeit am Aufbau des deutschen Staates — unter Einfügung in den Staat und bei Unterordnung unter seine Gesetze! — den Beweis zu erbringen, daß uns unser Deutschtum mehr bedeutet als eine zufällige Staatsangehörigkeit, die man im Notfair wechseln kann, daß unser Deutschtum in unserem Innern eingewurzelt ist durch Jahrhunderte und daß uns die Liebe und Treue zu unserem deutschen Vaterland ein Gesetz ist, das den Gesetzen unserer Religion an nichts nachsteht! 11 s e W o 1 f f Berlin. „Auswanderung der Jüdischen Jugend aus Deutschland“ — eine absurde Idee. Die deutschjüdische Jugend protestiert auf das .allerschärfste gegen die Aufstellung solcher Erklärungen, die von unberufener Seite ausgegeben werden. Wir, die deutschjüdisclie Jugend wollen, daß unser Geschick sich hier in Deutschland entscheidet, in dem Lajtde, dem wir von Geburt an angehören, mit dem wir duryh Sprache und Kultur verbunden sind und das seit Generationen unseren Vorfahren lieb und teuer war. Wir wollen nicht, daß Menschen, die unsere Verhältnisse nicht kennen, für |uns sprechen und uns dadurch nicht nützen, sondern nur schaden. Wir wollen unbeirrt unseren Weg gelten, ohne rechts) und links zu schauen, wollen ihn als deutsche Juden gehen, denen, mögen die Zeiten auch noch so! schwer sein, am Ende doch wieder das winkt, was wir alle, die wir deutsch fühlen, erwarten, unsere Gleichberechtigung. i Es gibt in der Hagada am Pessachabend die Erzählung, daß die Lehrmeister sich die ganze Nacht hindurch unterhielten, so daß sie gar nicht merkten, daß die Zeit des Morgengebetes gekommen war. Wir deutschen Juden arbeiten augenblicklich: in dunkler Nacht, hoffen aber, daß unsere Arbeit einmal von Erfolg gekrönt sein wird, wieder der Morgen anbricht, wir froh schauen können. so daß, wenn für uns der Zukunit entgegen- „Wir heißen euch hohen." Alfred Hadra. früher Magdeburg. Das deutsche Judentum befindetsich in einer tragischen Lage. Um all] die rechtlichen Errungenschaften gebracht, für deren Erreichen seine besten Männer ihjr Leben lang gekämpft haben, sieht es gegenwärtig keinen Ausweg. Es sucht nach der Lösung für seine Existenzmöglichkeit. | Ohne Zweifel gibt es Juden, die in einer Auswanderung nach Palästina die Hoffnung erblicken! Für einen betonten Deutschjuden kann sie nicht als erstrebenswertes Ziel gelten. Es ist durchaus hoch zu werten, daß Lord Melchett sich müht, unserer traurigen Lage Abhilfe zu schaffen, nur kann icli-micii seiner auf dem Prager Zionistenkong'reß abgegebenen-Erklärung nur teilweise anschließen: er hat recht mit der Meinung, daß die Lösung der deutschen Judenfrage unter Mitwirkung der deutschen Regierung erfolgen muß. Es darf aber nicht nur die Lösung „Palästina" gebeti, es muß Deutschland sein! Denn es gibt noch immer eine große Anzahl Juden. deren Liebe zum deutschen Land, zur deutschen Heimat, zu alledem, was in Wahrheit deutscher Geist ist, nicht aufgehört hat. Es_ gibt Juden, die seit Jahrhunderten hier leben, für die der Gedanke der Auswanderung nach Palästina nicht bedeutet „Endlich eine i Heimat" sondern „Nun heimatlos“. Nur derjenige, der so]denkt wiejch, kann mich verstehen. Und bei aller dieser Gefühlsbetonung liegt es lins fern, Vogelstraußpolitik zu treiben. Wir wissen:_Realpolitik ist Motto der Stunde. Für uns, die wir in der altep Emanzipation nicht' einen Fehler erblicken (wie manche es tun), die wir als deutsche Juden uns mit Stolz unserer deutschen Kultur rühmen, an der auch wir aktiv beteiligt sind, gibt es nur eine Aus dem ehemaligen Posen.! Von Juli.us Walter. i | i Vorbemerkung. 1 Nach dem Verlust der preußischen Provinz Posen sind viele Tausende von Juden jin das deutsche Mutterland abgewandert, um weiterhin Deutsche zu bleiben. ' Gerade diese . Glaubensgenossen werden es begrBOen. hier einen Bericht über das jüdische (Jemeindcieben in ihrer alten engeren Heimat zu |finden.. Die polnische Regierung hat ein Gesetz erlassen, das die Neugründung von jüdischen Gemeinden in Posen-Pommereilen,) dem früheren deutschen Gebietsteil regelt! Durch die ] kolossale Abwanderung | der Deutschen und deutschen Juden nach Gründung des polnischen Staates, ist. das jüdische Gemeindeleben in fast allen Gemeinden des früheren preußischen Gebietes erloschen) - ' Die polnische Regierung hat nunmehr bestimmt, daß sielt immer etwa zehn Gemeinden zu einer Gemeinde zusammenschließen, die in dem Gesetz auch bereits namentlich aufgeführt sind. Diese Neugründungen sind)bereits durchgelührt, und es ist überaus interessant, ihren Aufbau kennen zu lernen. In allen alten jüdischen Gemeinden | wurde vorerst ein Gemeindevorsitzendec sowie ein Schatzmeister gewählt, für deren Wahl die polnischen Behörden ihre Ämtsräume (Sitzungssäle der Kreisausschüsse) zur Verfügung stellten. Nach diesen Wahlen traten diese gewählten Vorsteher) der einzelnen Städte auf Grund des Gesetzes zur Neugründung der neuen Gemeinden zusammen, nachdem die Behörden bereits vorher für jede einzelne neue Gemeinde einen Kommissar bestellt hatten. Meistens wurde die jüdische Gemeinde eines Kreises zum Sitz der neuen bestimmt. Es sei besonders hervorgehoben, daß zu fast' allen Sitzungen (die ebenfalls in amtlichen Sälen stattfinden) der Kreis-Starost mit seinen Beamten erscheint und Worte der Begrüßung an die Versammlung richtet Der Neugründung wohnten ebenfalls zahlreiche ßeamte bei, und es wurden sogar zahlreiche jüdische Gemeinden von dem Bürgermeister der Stadt vertreten, da in diesen Städten keine Juden mehr wohnen. i Nach dem neuen Gesetz gibt es keine Repräsentantenversammlung mehr. An ihre Stelle ist die Vorsteherversammlung getreten, die ihre Beschlüsse mit Mehrheit fassen muß. Die neuen Gemeinden sind am besten mit der großen Einheitsgemeinde Berlin zu vergleichen, die) ebenfalls, in soundsoviele „Ortsgemeinden“. oder richtiger Bezirkssynagogen gegliedert ist, die ivon der Zentrale verwaltet werden. Durch diese! Neugründungen sind jet^t Gemeindekorporationen entstanden, die teilweise ein Vermögen von k» Million Zloty und darüber aufweisen. | Die polnischen Behörden verlangen außerdem die Anstel- HAUSI BOENICKE S)as Gegenstück zu meinem berühmten \ SPEZIAL. ZIGAPIU.OS KIST.2.100ST. Tfnii imiifi niiiinn nrLjmir^ in spitzen 3brmQien^4täjffiM& _ N?2 Pr. HIST. z. so ST. N95 KJS7. Z. SO ST. ' JLtUSTO. PREISLISTE KOSTENFREI N96 SANDBL Pr. JUSTIZ.50 ST. UtfÜBß A8BHD. HAUS BOENICKE N?4 BberfWi — «Jolllteirj.PT. — WplJ ÜUfäaZM Berlin W 8, Französische StfaBe 21 - PcttSemt putz—«Mtrtr.«» — mjerlumr Hitr »—lmWe.itMH — BdiliHtr.lB, Bt^Bfa große Forderung: von neuem zu kämpfen, um unsere Rechte, zu ringeu um sie, wie Moses Mendelssohn und Gabriel Ricßcr es getan haben. Wir dürien nicht in der Apathie verbleiben, wir wollen nicht schwächer sein als unsere Väter. Auch-heute gilt es wieder, unsere Besten, unsere Größten, unsere Vornehmsten zu senden, die den Willen nicht verloren haben zu bewußtem, betontem Deutschtum. Für mich, dessen Urgroßvater schon deutscher Soldat gewesen, dessen Unna luten bereits in deutscher Erde begraben sind, gibt es nur die eine erstrebenswerte Lösung: als bewußter jude der Abstammung > und Religion nach, als ganzer Deutscher aui diesem Boden au leben. Denn, so hat es Gabriel Rieüer einst gesagt, ■ umt-es haben diese Worte ihren Sinn bis in die Gegenwart hinein behalten:; „Wer mir den Anspruch auf mein deutsches Vaterland bestreitet, der bestreitet jmr das Recht anl meine Uedanken, meine Gefühle, die Worte, die ich rede, die Luft! die ich atme. Wir sind nicht eingewandert sondern eingeboren, und-weil wir es sind, haben wir keinen Anspruch anderswo. Wir sind entweder Deutsche oder heimatlos 1“ Gerhard "(Tra t, - * ■ . cand. phil. et theol. Wenn heute viele deutsche Jugendliche nach Palästina ' gehen, so ist dasentwedei—von ihrem Standpunkt oder aber aus der Not heraus zu verstellen. Daß eine solche Auswanderung organisiert werden muß^wenn sie nach möglichst kurzer Zeit allen den Suchenden wenigstens ein Existenzminimum verschaffet! soll, liegt ebenfalls auf der Hand. Von einer-geschlossenen Uebersiedlung der gesamten deutschen Jugend kann jedoch keine Rede sein. Denn wir bitten Lord Melchett, nicht zu übersehen, daß ein großer 'Fell von uns keineswegs eine Loslosung aus dem deutschen Kulturkreise beabsichtigt, daß er, sollte er dennoch gezwungen sein,, Deutschland zu verlasset!, .seinen Aufenthalt, wo immer cf sein wird, lediglich als ein Provisorium betrachten kann. Dieser Gesichts-. Punkt würde bei einer Ansiedlung in Palästina kaum möglich sein, da hier doch (Jer Jugendliche sich mit seiner ganzen Kraft einer Neuforimnig hingeben muß und dazu beitragen soll,'1 einen neuen Kulturkreis zu schaffen. — auf einer Basis, die wir nicht anerkennen können. Im übrigen aber wollen_wir es . uns nicht so leicht machen, sondern, bis zum letzten un(er leiblichen Entbehrungen- und geistiger, d. h. evtl, beruflicher Umstellung im deutschen Valerlande bleiben. Wir wollen be- . weisen, daß wir widerstandsfähig sind und für eine Ueberzeugung, die wir in vergangener Zelt proklamiert haben, den. Kampf aufnehmen, in dem es sich daun zeigen wird, oh unser Judentum nur ein Bekenntnis ^ier Lippen war. oder ob wir eine tiefe, stärkende Religiosität in uns tragen. Kr ika LiSw enstamm, Spandau. lung eines Kantors, ia sogar die Schaffung eines Rabblnats In jeder Gemeinde. _ Schreiber dieser Zeilen hatte Gelegenheit, sich bei seiner Reise durch Posen über die Verhältnisse" genauestem zu orientieren. Die Anstellung eines Rabbiners In allen Gemeinden wird sich kaum durchführen lassen, dahierfür keine Mittet - vorhanden sind und es. nicht so aussieht,'als ob Staatszuschüsse hierfür gewährt werden. Allerdings glaube Ich, daß bereits jetzt in verschiedenen der neuen Qroßgemelnden .Fehler gemacht werden, die den Hauptzweck der Neugriindungen von vornherein zunichte machen. Diese Fehler^ bestehen darin, daß man mit bestimmt nicht unerheblichen Kosten die Schaffung von üemeindebüros, -Anstellung von Gemeindesekretären mit nicht kleinen Gehälternals vordringlich vornimmt. Der Gesetzgeber wollte in erster Linie die Gemeinden mit Gottesdiensten versehen'wUsem " Wer diejetzigen Verhältnisse dieses Gebietes kennt, weiß, daß es den jüdischen Steuerzahlern unmöglich ist, außer den-vorgenannten Beträgen noch solche für Kantor und sogar Rabbiner aufzubringen. In erster Linie muß für die Anstellung von Kantoren gesorgt werden. Büros und Gemeindesekretäre 'müssen ln einer besseren Zeit gegründet bzw. angestellt werden. Wie groß die neuen Gemeinden sind, kann am besten daraus ersehen werden, daß sich beispielsweise die an Deutschland grenzende Gemeinde Neutomischel (Nowy-Tomysl) aus den früheren jüdischen Gemeinden Neutomischel, Beijtschen, Buk, Neustadt bei Pinne, ürätz, Wollstein, Rackwitz, Birnbaum und Zirkp zusammensetzt. Es ist fraglich, ob überhaupt ein Beamter allein in der Lage sein wird, eine' so große Gemeinde zu bereisen und Überall vorzubeten. (Nicht lede Synagoge,- sondern. vorerst Jede Gemeinde soll einen Kantor erhalten.) -Bemerkt sei noch, daß das Gesetz nicht für die jüdischen Gemeinden in Kongreß- und Kielnpolen bestimmt ist, vielmehr nur für die ehemaligen preußischen Gebietsteile. Wenn auch das neue. Gesetz noch nicht volle Erfüllung der jahrelangen Wünsche der jüdischen Bevölkerung Posen-Eommerellens nach würdigen Gottesdiensten bringt, so ist doch wenigstens der Anfang hierfür gemacht worden. Es bleibt nur noch zu hoffen.,daß die Posener Gemeinden recht bald wieder das werden, was sie früher waren,.Stätten der- Frömmigkeit und Andacht Lebensverskherungsgeiellschaft PHÖNIX ■ in Wien Uertrossiesellschoft iioBer indischer Organisationen Reichsbund Jüdischer Frontsoldaten Jüdischer Frauenbund Reichsbund für Jüdische Siedlung. U. 8.111. Direktion f.d.Deufsche Reich: BERLIN—MÖNCHEN. Berlin W9, Hermann-Görlng-StraHe 3/3 Telefon: ß f Kurfürst 9661 ■M

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